Wegschautechnik: Blickkontakt in Fragerunden gezielt steuern

Wegschautechnik: Mit Blickkontakt Fragerunden souverän steuern

Blickkontakt in Fragerunden gezielt steuern

Wegschautechnik: Mit Blickkontakt Fragerunden souverän steuern

 

Du beantwortest eine Frage.

Der Fragesteller schaut dich weiterhin erwartungsvoll an.

Du hältst den Blickkontakt.

Und schon folgt:

„Dazu hätte ich noch eine zweite Frage …“

Das kann vollkommen erwünscht sein.

Manchmal möchtest du jedoch weiteren Personen Raum geben.

Dann kann eine kleine Veränderung deiner Blickrichtung helfen.

Ich bezeichne das als Wegschautechnik.

Nach deiner Antwort löst du den Blickkontakt mit der bisherigen fragenden Person und öffnest deinen Blick wieder für die gesamte Gruppe.

Das ist kein Zaubertrick.

Es ist ein nonverbales Signal für:

Diese Antwort ist abgeschlossen. Jetzt ist wieder die Runde offen.

 

Was ist die Wegschautechnik?

 

Die Wegschautechnik ist eine einfache Form bewusster Blicksteuerung in Fragerunden.

Sie eignet sich beispielsweise bei:

  • Präsentationen
  • Vorträgen
  • Podiumsdiskussionen
  • Moderationen
  • Meetings
  • Workshops
  • Pressegesprächen

Die Grundidee:

Während du eine Frage beantwortest, beziehst du die fragende Person natürlich mit deinem Blick ein.

Wenn die Antwort abgeschlossen ist, bleibst du nicht dauerhaft bei dieser Person.

Du wendest deinen Blick wieder:

  • der Gruppe
  • einem anderen Bereich des Publikums
  • der moderierenden Person

zu.

Damit veränderst du die nonverbale Gesprächsorganisation.

 

Warum Blickkontakt in Gesprächen eine Rolle spielt

 

Gespräche werden nicht nur mit Worten organisiert.

Auch Blickrichtung, Körperorientierung, Pausen und Gestik helfen dabei zu klären:

  • Wer spricht?
  • Wer ist angesprochen?
  • Wer könnte als Nächstes sprechen?
  • Ist ein Gesprächsbeitrag abgeschlossen?

Das geschieht häufig, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken.

Besonders in Gesprächen mit mehreren Beteiligten ist der Blick ein wichtiges Orientierungssignal.

 

Blickkontakt ist keine Fernbedienung

 

Das ist mir bei dieser Technik wichtig.

Aus einer Blickbewegung folgt nicht automatisch:

Diese Person redet jetzt.

Oder:

Diese Person wird garantiert schweigen.

Gesprächswechsel entstehen aus mehreren Signalen gleichzeitig.

Dazu gehören unter anderem:

  • Fragen
  • Satzabschluss
  • Pausen
  • Intonation
  • Blick
  • Körperorientierung
  • Situation und Rollen

Die Wegschautechnik erhöht deshalb keine Gewissheit.

Sie verändert lediglich:

die Wahrscheinlichkeit und die Einladung zur Fortsetzung.

 

Wann die Wegschautechnik hilfreich sein kann

 

Zum Beispiel wenn eine Person:

  • bereits mehrere Fragen gestellt hat
  • die Fragerunde stark dominiert
  • aus jeder Antwort sofort eine neue Frage entwickelt
  • ein Zwiegespräch mit dir beginnt

und gleichzeitig weitere Menschen im Raum zu Wort kommen sollen.

Dann brauchst du nicht unbedingt zu sagen:

„Jetzt reicht es mit Ihren Fragen.“

Oft genügt zunächst eine freundlichere nonverbale Steuerung.

 

So funktioniert die Wegschautechnik

 

1. Höre die Frage vollständig an

Wende dich der fragenden Person zu.

Zeige, dass du zuhörst.

2. Beantworte die Frage

Während der Antwort musst du keineswegs ausschließlich den Fragesteller ansehen.

Wenn die Antwort für alle relevant ist, sprich zur gesamten Gruppe.

3. Schließe deine Antwort klar ab

Ein deutlicher Schlusssatz hilft.

Zum Beispiel:

„Genau deshalb würde ich in diesem Fall die zweite Variante wählen.“

4. Quittiere kurz

Ein:

„Danke für die Frage.“

kann den Abschluss zusätzlich markieren.

5. Öffne deinen Blick wieder

Schau anschließend bewusst in einen anderen Bereich der Gruppe.

Zum Beispiel:

„Welche Frage gibt es noch?“

Damit ist der Wechsel deutlich.

 

Warum der letzte Blick besonders interessant ist

 

In Mehrpersonengesprächen kann der Blick gegen Ende eines Gesprächsbeitrags daran beteiligt sein, den nächsten Sprecher auszuwählen.

Deshalb ist gerade der Moment nach deiner Antwort relevant.

Bleibt dein Blick intensiv auf derselben Person, kann das als Einladung zur unmittelbaren Fortsetzung wirken.

Wendest du dich wieder der Gruppe zu, öffnest du die Gesprächsfläche.

Du wechselst vom Zweiergespräch zurück zur Fragerunde.

 

Die eigentliche Technik ist weniger „wegschauen“ als „weitergeben“

 

Der Name Wegschautechnik klingt etwas defensiv.

Praktisch geht es um etwas Konstruktiveres:

Aufmerksamkeit neu verteilen.

Du entziehst dem bisherigen Fragesteller nicht demonstrativ deine Aufmerksamkeit.

Du gibst anderen Personen die Chance, ebenfalls beteiligt zu werden.

Das macht einen erheblichen Unterschied in der Wirkung.

 

Nicht demonstrativ wegdrehen

 

Eine gute Wegschautechnik wirkt natürlich.

Ungünstig wäre:

Die Person stellt ihre Frage.

Du antwortest.

Dann drehst du abrupt den Kopf weg.

Das kann wirken wie:

„Mit dir bin ich fertig.“

Das Ziel ist weniger Abweisung.

Das Ziel ist:

Gesprächssteuerung.

 

Beantworte Fragen für die gesamte Gruppe

 

Das ist ohnehin eine wichtige Regel für Fragerunden.

Eine Person stellt die Frage.

Deine Antwort richtet sich häufig an:

alle.

Deshalb kannst du:

  1. die fragende Person zunächst ansehen
  2. mit der Antwort beginnen
  3. den Blick anschließend durch den Raum führen
  4. zum Ende wieder bewusst öffnen

So verhindert dein Blick bereits, dass ein exklusives Zwiegespräch entsteht.

 

Die häufigste Falle: Das Q&A wird zum Privatgespräch

 

Eine Person fragt.

Du antwortest.

Sie fragt nach.

Du antwortest ausführlicher.

Sie ergänzt eine persönliche Erfahrung.

Du reagierst darauf.

Nach einigen Minuten schauen 80 Menschen einem Gespräch zwischen zwei Personen zu.

Das kann gelegentlich interessant sein.

Meist verliert die übrige Gruppe jedoch zunehmend den Anschluss.

 

Fragerunden gehören der Gruppe

 

Das ist eine hilfreiche Haltung.

Der einzelne Fragesteller ist wichtig.

Die übrigen Teilnehmenden sind es ebenfalls.

Deshalb gehört zu guter Moderation:

  • Fragen ernst nehmen
  • Antworten fokussieren
  • Nachfragen zulassen
  • Redezeit verteilen

Die Wegschautechnik ist nur eines der Mittel dafür.

 

Wenn du eine Nachfrage ausdrücklich möchtest

 

Dann machst du beinahe das Gegenteil.

Nach deiner Antwort bleibst du zunächst bei der Person und fragst:

„Beantwortet das deine Frage?“

Oder:

„War das der Punkt, auf den du hinauswolltest?“

Damit lädst du bewusst zur Fortsetzung ein.

Auch das zeigt:

Blicksteuerung sollte zum Kommunikationsziel passen.

 

Wann du die Technik lieber nicht einsetzen solltest

 

Zum Beispiel wenn:

  • die Frage noch nicht wirklich beantwortet ist
  • du eine relevante Nachfrage erwartest
  • die Person sichtbar missverstanden wurde
  • ein sensibler persönlicher Punkt angesprochen wurde

Dann kann sofortiges Wegwenden kalt oder ausweichend wirken.

Zuerst braucht es:

eine angemessene Antwort.

Danach kann der Blick wieder zur Gruppe gehen.

 

Die Wegschautechnik ist keine Ausweichtechnik

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Die Wegschautechnik soll nicht helfen:

eine unangenehme Frage nicht zu beantworten.

Sie dient dazu:

nach einer beantworteten Frage die Gesprächsführung wieder für die gesamte Runde zu öffnen.

Wer die Frage ignoriert und schnell woanders hinschaut, nutzt keine souveräne Blicksteuerung.

Er weicht aus.

→ Ausweichtechniken erkennen: Wenn Fragen unbeantwortet bleiben

 

Erst antworten, dann steuern

 

Diese Reihenfolge ist entscheidend.

Eine kritische Frage verschwindet nicht dadurch, dass du einen anderen Menschen ansiehst.

Besonders bei:

  • Interviews
  • Pressegesprächen
  • kritischen Meetings
  • öffentlichen Veranstaltungen

kann das sogar besonders sichtbar werden.

Gesprächssteuerung ersetzt keine Antwort.

 

Was tun bei hartnäckigen Fragestellern?

 

Nonverbale Steuerung reicht nicht immer.

Wenn eine Person wiederholt neue Fragen stellt, kannst du ausdrücklich moderieren.

Zum Beispiel:

„Ich nehme gleich gerne noch eine weitere Frage von dir. Zuerst würde ich weitere Stimmen aus dem Raum aufnehmen.“

Das ist:

  • klar
  • respektvoll
  • transparent

 

Wenn jemand sofort wieder die Hand hebt

 

Du musst diese Person nicht automatisch erneut aufrufen.

Schau bewusst in andere Bereiche des Raumes.

Und frage:

„Wer hatte bisher noch keine Gelegenheit?“

Damit gibst du deiner Auswahl ein nachvollziehbares Kriterium.

 

Wie du mehrere Fragesteller steuerst

 

Besonders bei größeren Gruppen kannst du Fragen zunächst sammeln.

Zum Beispiel:

„Ich nehme drei Fragen und beantworte sie anschließend nacheinander.“

Dann bestimmst du durch:

  • Blick
  • Handzeichen
  • sprachliche Auswahl

klar, wer gerade an der Reihe ist.

So entsteht weniger Konkurrenz um Aufmerksamkeit.

 

Blickkontakt in großen Räumen

 

Bei großen Publika kannst du nicht mit jedem Menschen intensiven Blickkontakt herstellen.

Das ist auch nicht notwendig.

Arbeite mit verschiedenen Bereichen:

  • links
  • Mitte
  • rechts
  • weiter hinten

Wenn eine Person fragt, bekommt sie zunächst gezielte Aufmerksamkeit.

Anschließend beziehst du wieder den gesamten Raum ein.

 

Online funktioniert Blicksteuerung anders

 

In Videokonferenzen ist natürliche Blickorganisation eingeschränkt.

Du siehst Menschen auf einem Bildschirm.

Der Eindruck von direktem Blickkontakt entsteht hingegen über die Kamera.

Deshalb funktioniert die klassische Wegschautechnik dort nur begrenzt.

Stärker sind:

  • Namen
  • Moderationsfunktion
  • Handzeichen
  • Chat
  • klare sprachliche Übergaben

 

Online braucht Gesprächssteuerung mehr Sprache

 

Zum Beispiel:

„Danke, Anna. Ich nehme als Nächstes die Frage von Tobias.“

Oder:

„Ich möchte jetzt jemanden aufnehmen, der noch nicht dran war.“

Was im Raum teilweise über Blick funktioniert, braucht online häufiger eine ausdrückliche Formulierung.

 

Wegschautechnik bei Podiumsdiskussionen

 

Auf einem Podium kann Blickkontakt besonders stark die Gesprächsrichtung beeinflussen.

Eine moderierende Person kann über den Blick:

  • jemanden auswählen
  • eine Reaktion einladen
  • die Aufmerksamkeit zum nächsten Gast verschieben

Auch hier gilt:

Blick funktioniert zusammen mit Sprache.

Je wichtiger eine eindeutige Übergabe ist, desto sinnvoller wird:

„Frau Müller, wie sehen Sie das?“

 

Wegschautechnik bei Moderationen

 

Moderation bedeutet unter anderem:

Aufmerksamkeit und Redezeit zu verteilen.

Wer immer dieselben Personen anschaut, wird häufig auch immer dieselben Personen aktivieren.

Deshalb lohnt sich ein bewusster Blick auf:

  • ruhigere Personen
  • andere Bereiche des Raums
  • Menschen, die bisher wenig beteiligt waren

Der Blick kann Beteiligung erleichtern.

 

Wegschautechnik bei Meetings

 

Auch in Meetings entstehen schnell Gesprächsmonopole.

Ein Teammitglied spricht.

Die Führungskraft antwortet.

Beide bleiben miteinander im Blickkontakt.

Der Rest der Gruppe wird zum Publikum.

Eine einfache Öffnung:

„Wie sehen die anderen das?“

verbunden mit einem Blick in die Runde verändert sofort die Gesprächsarchitektur.

 

Führungskräfte sollten Blickkontakt nicht nur den Lautesten schenken

 

Das ist ein wichtiger Punkt.

Aufmerksamkeit verteilt Einfluss.

Wer besonders schnell und häufig spricht, zieht ohnehin viel Aufmerksamkeit auf sich.

Gute Gesprächsführung schafft zusätzlich Raum für Menschen, die:

  • länger nachdenken
  • weniger offensiv auftreten
  • erst sprechen, wenn sie eingeladen werden

Bewusste Blicksteuerung kann dazu beitragen.

 

Der Blick kann auch Druck erzeugen

 

Deshalb sollte die Technik sensibel eingesetzt werden.

Eine Person lange und erwartungsvoll anzusehen, kann bedeuten:

„Jetzt musst du etwas sagen.“

Das ist nicht immer hilfreich.

Besonders bei:

  • unsicheren Gruppen
  • hierarchischen Situationen
  • sensiblen Themen

ist eine ausdrückliche, freundliche Einladung häufig besser als intensiver Blickdruck.

 

Blickkontakt ist kulturell und individuell unterschiedlich

 

Auch deshalb sind starre Regeln wenig hilfreich.

Menschen unterscheiden sich darin:

  • wie viel direkten Blickkontakt sie angenehm finden
  • wie sie ihn interpretieren
  • wie selbstverständlich sie Blickkontakt halten

Deshalb sollte Blicksteuerung kein mechanisches Rezept sein.

Beobachte die Situation und bleib flexibel.

 

Kein Schauspiel daraus machen

 

Wenn du im Kopf ständig denkst:

„Jetzt drei Sekunden anschauen. Jetzt nach links. Jetzt nach rechts.“

wird die Kommunikation schnell künstlich.

Die Technik sollte nach etwas Übung beinahe unsichtbar werden.

Du denkst dann weniger über Augenbewegungen nach.

Du denkst:

„Wer braucht jetzt meine Aufmerksamkeit?“

 

Der eigentliche Grundsatz: Blick folgt Intention

 

Das ist für mich die stärkste Regel.

Wenn du jemanden verstehen möchtest:

wende dich zu.

Wenn du eine Antwort an alle richtest:

öffne deinen Blick.

Wenn du jemandem das Wort geben möchtest:

orientiere dich zu dieser Person.

Wenn du die Runde wieder öffnen möchtest:

löse das exklusive Zweiergespräch auf.

 

Die Wegschautechnik in drei Schritten

 

  1. Frage aufmerksam aufnehmen.
  2. Antwort klar abschließen.
  3. Blick anschließend bewusst wieder für die Gruppe öffnen.

Mehr braucht es häufig nicht.

 

Sieben typische Fehler

 

1. Zu früh wegschauen

Die Person stellt noch ihre Frage und du suchst bereits den nächsten Fragesteller.

Das wirkt desinteressiert.

2. Kritischen Fragen sichtbar ausweichen

Das schadet Glaubwürdigkeit.

3. Abrupt den Kopf wegdrehen

Dann wird Steuerung zur Abweisung.

4. Die ganze Antwort nur an eine Person richten

Der Rest des Publikums verliert Anschluss.

5. Immer dieselben Bereiche ansehen

Andere Menschen werden kommunikativ unsichtbar.

6. Blickkontakt mechanisch einsetzen

Dann wirkt das Verhalten einstudiert.

7. Nonverbale Signale überschätzen

Wenn Klarheit notwendig ist, sprich sie aus.

 

Wann Worte besser sind als Blicksteuerung

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte jetzt noch zwei weitere Fragen aufnehmen.“

Oder:

„Wir haben noch fünf Minuten. Deshalb bitte jeweils eine Frage pro Person.“

Oder:

„Den Punkt können wir anschließend bilateral vertiefen. Jetzt würde ich die Runde weiter öffnen.“

Das ist keine Schwäche.

Gute Moderation darf sichtbar sein.

 

Blicksteuerung und kritische Fragen

 

Gerade bei kritischen Fragen lohnt sich ein ruhiger Umgang.

Hör zu.

Beantworte den Punkt.

Bleib währenddessen präsent.

Dann öffne die Runde wieder.

Wenn du bereits während der Frage sichtbar nach einem Fluchtweg suchst, entsteht möglicherweise ein anderer Eindruck:

Unsicherheit oder Abwehr.

→ Souverän auf kritische Fragen reagieren

 

Bei hoher Tragweite zählen auch die kleinen Signale

 

In einem normalen Workshop ist ein misslungener Blickwechsel meist schnell vergessen.

Bei:

  • Vorstandsauftritten
  • Pressekonferenzen
  • kritischen Interviews
  • öffentlichen Diskussionen
  • Investorengesprächen

können nonverbale Signale stärker beobachtet werden.

Dann lohnt es sich, Fragerunden realistisch zu proben.

 

Fragerunden solltest du genauso vorbereiten wie die Präsentation

 

Viele Menschen proben ihre Präsentation.

Dann endet die Vorbereitung beim letzten Slide.

Ausgerechnet die Fragerunde wird improvisiert.

Dabei zeigt sich dort häufig besonders viel:

  • Souveränität
  • Fachkompetenz
  • Zuhören
  • Klarheit
  • Umgang mit Druck

Deshalb gehört Q&A zur Vorbereitung dazu.

 

Was sich bei einem Probelauf trainieren lässt

 

  • kurze Antworten
  • kritische Nachfragen
  • unfaire Fragen
  • mehrteilige Fragen
  • dominante Fragesteller
  • Blicksteuerung
  • Übergang zum nächsten Fragesteller

Gerade solche Details lassen sich durch Videoaufzeichnung gut sichtbar machen.

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Präsentationskompetenz, Fragerunden, Moderation oder wiederkehrende berufliche Auftritte geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Präsentation, Fragerunde oder öffentliche Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

Fazit: Blickkontakt kann Gesprächsraum öffnen und schließen

 

Die Wegschautechnik ist keine geheimnisvolle Manipulationstechnik.

Sie nutzt etwas, das ohnehin in Gesprächen geschieht:

Wir organisieren Kommunikation auch mit unserem Blick.

Nach einer beantworteten Frage kannst du deshalb den exklusiven Blickkontakt lösen und dich wieder der gesamten Gruppe zuwenden.

Damit signalisierst du:

Die Antwort ist abgeschlossen. Die Runde ist wieder offen.

Das funktioniert nicht mechanisch.

Es funktioniert zusammen mit:

  • Sprache
  • Pausen
  • Körperorientierung
  • Situation

Und wenn nonverbale Steuerung nicht ausreicht, darf Moderation ausdrücklich werden.

Gute Blicksteuerung bedeutet nicht, Menschen wegzuschauen. Sie bedeutet, Aufmerksamkeit bewusst dort zu öffnen, wo das Gespräch weitergehen soll.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Mai 2011
Überarbeitung: 14. April 2026

Rabulistik: Wortverdrehungen erkennen und souverän entkräften

Rabulistik und Rabulisten: Wenn Recht behalten wichtiger wird als die Sache

Wortverdrehungen erkennen und souverän entkräften
Rabulistik und Rabulisten

Rabulistik und Rabulisten: Wenn Recht behalten wichtiger wird als die Sache

 

Ein Argument wird nicht beantwortet.

Es wird umgedeutet.

Ein einzelnes Wort wird so lange zerlegt, bis der ursprüngliche Gedanke kaum noch erkennbar ist.

Aus einer begrenzten Aussage wird eine extreme Behauptung.

Und am Ende wirkt es vielleicht so, als hätte jemand die Diskussion gewonnen.

Nur:

Wurde die Sache dadurch wirklich besser geklärt?

Für solche spitzfindigen, wortklauberischen und verzerrenden Argumentationsweisen gibt es einen alten Begriff:

Rabulistik.

 

 

 

Was bedeutet Rabulistik?

 

Rabulistik bezeichnet eine Argumentationsweise, bei der mit:

  • Spitzfindigkeiten
  • Wortklauberei
  • Verdrehungen
  • scheinbar cleveren Schlussfolgerungen

gearbeitet wird.

Der Begriff wird abwertend verwendet.

Dabei geht es weniger um:

präzise Argumentation.

Gemeint ist eher:

eine Argumentation, die formal geschickt wirkt, dabei jedoch den eigentlichen Sachverhalt verzerren kann.

 

 

 

Was ist ein Rabulist?

 

Als Rabulist wird traditionell jemand bezeichnet, der:

  • spitzfindig
  • kleinlich
  • rechthaberisch
  • wortklauberisch

argumentiert.

Häufig gehört dazu, Aussagen so zu verändern, dass sie leichter angreifbar oder scheinbar widerlegt werden können.

Ich würde den Begriff trotzdem sparsam verwenden.

Denn:

Ein problematisches Argument macht aus einem Menschen noch keinen dauerhaft festgelegten „Rabulisten“.

Hilfreicher ist meistens, das konkrete Verhalten zu beschreiben.

 

 

 

Rabulisieren: Was geschieht dabei?

 

Rabulisieren kann bedeuten:

Eine Aussage so zu verändern, zu verengen oder zu erweitern, dass ihre ursprüngliche Bedeutung verloren geht.

Zum Beispiel:

Person A sagt:

„Bei wichtigen Entscheidungen sollten wir mehr Zeit für eine Risikoanalyse einplanen.“

Person B antwortet:

„Wenn wir deinem Prinzip folgen, treffen wir irgendwann gar keine Entscheidungen mehr.“

Das klingt wie eine Antwort.

Es beantwortet jedoch eine deutlich extremere Position als die tatsächlich vertretene.

 

 

 

Rabulistik ist kein klar abgegrenztes wissenschaftliches Modell

 

Das ist eine wichtige Einordnung.

Rabulistik ist kein modernes psychologisches Diagnosemodell.

Und auch keine sauber abgegrenzte wissenschaftliche Kategorie von Fehlschlüssen.

Der Begriff wird eher verwendet für eine Gruppe von:

  • Wortverdrehungen
  • Spitzfindigkeiten
  • unfairen Argumentationsmanövern

Deshalb lohnt es sich, im konkreten Fall genauer zu benennen:

Was genau geschieht hier?

 

 

 

Recht haben und Recht behalten sind zwei verschiedene Dinge

 

Das ist der zentrale Unterschied.

Eine Diskussion kann zwei sehr unterschiedliche Ziele haben.

Erkenntnis

Wir wollen herausfinden:

Was spricht für welche Position?

 

Sieg

Wir wollen erreichen:

Meine Position soll am Ende überlegen wirken.

Beides kann gleichzeitig vorkommen.

Rabulistik beginnt dort, wo der zweite Zweck den ersten zunehmend verdrängt.

 

 

 

Wann wird Argumentation rabulistisch?

 

Zum Beispiel wenn jemand:

  • die Aussage des anderen absichtlich verzerrt
  • an einzelnen Wörtern festhält und den Sinn ignoriert
  • den Geltungsbereich einer Aussage unzulässig erweitert
  • irrelevante Nebenthemen einführt
  • uneindeutige Begriffe je nach Bedarf unterschiedlich verwendet
  • formale Spitzfindigkeiten nutzt, um den sachlichen Kern zu umgehen

Entscheidend ist weniger:

„Ist das rhetorisch clever?“

Interessanter ist:

„Hilft es, die strittige Frage fair zu klären?“

 

 

 

1. Wortklauberei

 

Wörter verdienen Genauigkeit.

Manchmal entscheidet eine sprachliche Nuance tatsächlich über die Bedeutung.

Wortklauberei wird problematisch, wenn ein einzelner Begriff so stark in den Mittelpunkt gestellt wird, dass der erkennbare Sinn der Aussage verschwindet.

Zum Beispiel:

„Du hast gesagt, das sei ‚häufig‘ der Fall. Was bedeutet häufig exakt? 51 Prozent? 70? 82?“

Eine solche Nachfrage kann sinnvoll sein.

Sie kann ebenso dazu dienen, eine erkennbare Hauptaussage in einer endlosen Definitionsdebatte verschwinden zu lassen.

 

 

Präzision oder Wortklauberei?

 

Die Grenze lässt sich nicht allein an der Nachfrage erkennen.

Frag:

Ist die begriffliche Präzisierung für die Entscheidung oder Argumentation relevant?

Wenn ja, ist sie sinnvoll.

Wenn der Gesprächspartner den Punkt längst verstanden hat und sich nur an einer nebensächlichen Formulierung festhält, kann es anders aussehen.

 

 

 

2. Übertreibung

 

Ein klassisches Muster:

Aus:

„Wir sollten häufiger im Homeoffice arbeiten können.“

wird:

„Du möchtest also das Büro komplett abschaffen.“

Jetzt wird eine Extremposition diskutiert.

Nicht mehr die ursprüngliche.

→ Übertreibungstechnik erkennen und entkräften

 

 

 

3. Erweiterung

 

Eng damit verwandt ist die Erweiterung.

Der Geltungsbereich einer Aussage wird größer gemacht.

Aus:

„In dieser Situation war das keine gute Entscheidung.“

wird:

„Du behauptest also, diese Art von Entscheidung sei grundsätzlich falsch.“

Das ist auch aus Schopenhauers Eristischer Dialektik bekannt.

→ Eristische Dialektik: Kunstgriff 1 – Die Erweiterung

 

 

 

4. Strohmann

 

Beim Strohmann wird eine Position so verändert, dass eine schwächere Ersatzposition entsteht.

Diese wird anschließend angegriffen.

Zum Beispiel:

„Wir sollten den Bewerbungsprozess vereinfachen.“

wird zu:

„Du willst also künftig jeden einstellen, der sich meldet.“

Das ist leichter zu widerlegen.

Nur war es nie die tatsächliche Position.

→ Strohmann-Argumente erkennen

 

 

 

5. Bedeutungsverschiebung

 

Ein Begriff wird zunächst in Bedeutung A verwendet.

Später wird unbemerkt Bedeutung B eingesetzt.

Dann scheint ein Argument logisch zu folgen.

Tatsächlich hat sich unterwegs die Bedeutung verändert.

Besonders anfällig dafür sind abstrakte Begriffe wie:

  • Freiheit
  • Verantwortung
  • Erfolg
  • Gerechtigkeit
  • Sicherheit

Deshalb hilft die Frage:

„Was meinst du an dieser Stelle konkret mit diesem Begriff?“

 

 

 

6. Ausweichen

 

Eine schwierige Frage wird gestellt.

Statt einer Antwort folgt ein anderes Thema.

Oder ein Gegenvorwurf.

Oder eine allgemeine Erklärung.

Das kann Teil einer rabulistischen Strategie sein.

→ Ausweichtechniken erkennen

 

 

 

7. Whataboutism

 

Auf Kritik folgt:

„Und was ist mit …?“

Das andere Problem kann real sein.

Es beantwortet die ursprüngliche Kritik trotzdem nicht automatisch.

Zwei Probleme können gleichzeitig bestehen.

 

 

 

8. Persönlicher Angriff

 

Statt das Argument zu prüfen, wird die Person angegriffen.

Zum Beispiel:

„Das sagst ausgerechnet du?“

Oder:

„Von jemandem mit deiner Erfahrung hätte ich so eine Aussage erwartet.“

Die Person kann relevant sein.

Nur:

Die Herkunft eines Arguments ersetzt nicht seine inhaltliche Prüfung.

 

 

 

9. Scheinbare Alternativen

 

Ein weiteres Muster besteht darin, nur zwei Möglichkeiten anzubieten.

Zum Beispiel:

„Entweder du unterstützt diesen Vorschlag oder dir ist das Unternehmen egal.“

Vielleicht existieren:

  • andere Lösungen
  • andere Gründe für Ablehnung
  • Zwischenpositionen

Die künstliche Verengung erzeugt Druck.

 

 

 

10. Überflutung mit Argumenten

 

Eine Position wird mit immer neuen Argumenten überhäuft.

Kaum ist eines geklärt, folgt das nächste.

Dann das nächste.

Dann noch eines.

Am Ende entsteht der Eindruck:

„Es gibt offensichtlich unglaublich viel gegen diese Position.“

Ob die einzelnen Argumente tatsächlich tragen, wird kaum noch geprüft.

 

 

 

Viele Argumente sind nicht automatisch starke Argumente

 

Argumentationsqualität lässt sich nicht zählen.

Fünf schwache Gründe werden nicht automatisch stärker als ein belastbarer Grund.

Deshalb lohnt es sich, Argumente einzeln zu prüfen.

Gewicht ist wichtiger als Menge.

 

 

 

11. Ständiges Verschieben des Beweismaßstabs

 

Du lieferst einen Beleg.

Dann wird plötzlich ein stärkerer verlangt.

Du lieferst diesen.

Jetzt gilt ein noch anderer Maßstab.

So kann eine Behauptung praktisch unkorrigierbar gemacht werden.

Hilfreich ist deshalb:

Vorab klären, welche Art von Beleg überhaupt akzeptiert würde.

 

 

 

12. Selektive Genauigkeit

 

Bei der Position des Gegenübers wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.

Bei der eigenen Position gelten großzügigere Maßstäbe.

Das Problem ist nicht Genauigkeit.

Das Problem ist:

unterschiedliche Maßstäbe.

 

 

 

13. Die Ausnahme gegen die Regel ausspielen

 

Eine allgemeine Aussage wird durch einen einzelnen Ausnahmefall scheinbar widerlegt.

Zum Beispiel:

„Rauchen erhöht gesundheitliche Risiken.“

Antwort:

„Mein Großvater hat sein Leben lang geraucht und wurde 95.“

Der Einzelfall kann stimmen.

Er widerlegt keine statistische Aussage über Risiken.

 

 

 

14. Die Regel gegen die Ausnahme ausspielen

 

Auch die umgekehrte Verzerrung ist möglich.

Eine allgemeine Tendenz wird so behandelt, als müsse sie für jeden einzelnen Fall gelten.

Aus:

„Im Durchschnitt zeigt sich X.“

wird:

„Dann muss X auch bei dieser konkreten Person so sein.“

Auch das ist ein Kategorienfehler.

 

 

 

Rabulistik und Eristik

 

Die Begriffe überschneiden sich.

Eristik beschäftigt sich historisch mit der Kunst des Streitens beziehungsweise des argumentativen Siegens.

Rabulistik wird meist deutlich abwertender verwendet.

Sie bezeichnet insbesondere:

  • Spitzfindigkeit
  • Wortverdrehung
  • unfaire argumentative Manöver

Beide Bereiche treffen sich dort, wo:

der Sieg über den Gesprächspartner wichtiger wird als die gemeinsame Prüfung der Sache.

 

 

 

Schopenhauer und die Kunst, Recht zu behalten

 

Arthur Schopenhauers sogenannte Eristische Dialektik beschreibt zahlreiche Kunstgriffe, mit denen Menschen in Streitgesprächen versuchen können, Recht zu behalten.

Der Text ist interessant, weil viele der beschriebenen Muster bis heute bekannt vorkommen.

Er ist jedoch kein moderner wissenschaftlicher Katalog von Fehlschlüssen.

Stärker ist die Verwendung als:

historische Beobachtung unfairer oder strategischer Diskussionsweisen.

→ Schopenhauers Eristische Dialektik

 

 

 

Rabulistik und Sophistik

 

Auch „Sophistik“ wird häufig als verwandter Begriff verwendet.

Im heutigen Sprachgebrauch meint „sophistisch“ oft:

spitzfindige oder scheinlogische Argumentation.

Historisch ist der Begriff komplexer.

Die antiken Sophisten waren keine einheitliche Gruppe von Täuschern.

Deshalb würde ich vermeiden, moderne argumentative Tricks pauschal mit:

„den Sophisten“

gleichzusetzen.

 

 

 

Rabulistik oder einfach ein schlechtes Argument?

 

Auch diese Unterscheidung lohnt sich.

Nicht jede:

  • Fehlannahme
  • ungenaue Formulierung
  • schlechte Schlussfolgerung

ist Rabulistik.

Menschen argumentieren manchmal schlicht:

unpräzise oder fehlerhaft.

Von Rabulistik zu sprechen, legt stärker nahe, dass sich die Argumentation durch:

  • Spitzfindigkeit
  • Wortverdrehung
  • rechthaberische Strategie

auszeichnet.

 

 

 

Absicht lässt sich nicht immer erkennen

 

Das ist wichtig.

Von außen weißt du häufig nicht sicher:

Verdreht jemand meine Aussage bewusst?

Oder:

Hat die Person sie wirklich so verstanden?

Deshalb ist eine gute erste Reaktion:

die Verzerrung zu korrigieren.

Nicht sofort:

die Motivation zu diagnostizieren.

 

 

 

Wie du auf Rabulistik reagieren kannst

 

Der wichtigste Grundsatz lautet:

Reagiere auf den konkreten Mechanismus.

Nicht auf das Etikett.

Statt:

„Du rabulisierst!“

ist häufig stärker:

„Meine Aussage war enger. Ich habe X gesagt, nicht Y.“

Damit wird überprüfbar, worum es geht.

 

 

 

1. Kehre zum Wortlaut zurück

 

Wenn deine Aussage verändert wird:

„Lass uns kurz bei dem bleiben, was ich tatsächlich gesagt habe.“

Dann wiederholst du sie.

Kurz.

Ohne Verteidigungsmonolog.

 

 

 

2. Lass Begriffe definieren

 

Wenn sich Bedeutungen verschieben:

„Was genau verstehst du hier unter ‚Verantwortung‘?“

Dadurch wird sichtbar, ob beide noch über dasselbe sprechen.

 

 

 

3. Begrenze Verallgemeinerungen

 

Zum Beispiel:

„Ich spreche von diesem Fall, nicht von allen Fällen.“

Oder:

„Ich habe ‚häufig‘ gesagt, nicht ‚immer‘.“

Solche kleinen Korrekturen können eine große argumentative Verzerrung auflösen.

 

 

 

4. Frage nach der Schlussfolgerung

 

Zum Beispiel:

„Wie folgt diese Aussage aus meinem Argument?“

Oder:

„Welcher Gedankenschritt führt dich von X zu Y?“

Damit muss die Verbindung sichtbar werden.

 

 

 

5. Bestehe auf einem Thema nach dem anderen

 

Wenn immer neue Argumente auftauchen:

„Lass uns diesen Punkt zuerst klären. Danach nehmen wir den nächsten.“

Das verhindert, dass Quantität die Prüfung ersetzt.

 

 

 

6. Parke Nebenthemen

 

Zum Beispiel:

„Das ist eine andere Frage. Wir können sie anschließend gerne aufnehmen.“

Dann zurück zum Kern.

So musst du das neue Thema nicht abwerten.

Du verhinderst nur die Ablenkung.

 

 

 

7. Bitte um die stärkste Gegenposition

 

Wenn du den Eindruck hast, dass deine Aussage ständig verzerrt wird:

„Formuliere bitte zunächst, was du für meine tatsächliche Position hältst.“

Dann kannst du korrigieren.

Erst danach wird diskutiert.

 

 

 

8. Nutze Steelmanning

 

Du kannst selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

Formuliere die Position des Gegenübers so:

fair und stark wie möglich.

Dann frage:

„Trifft das deinen Punkt?“

So wird der Unterschied zwischen:

Argumentieren gegen die tatsächliche Position

und:

Argumentieren gegen eine Karikatur

sichtbar.

 

 

 

9. Lass dich nicht zur Verteidigung einer fremden Position verleiten

 

Das geschieht schnell.

Du sagst:

„Wir sollten die Regel überprüfen.“

Das Gegenüber:

„Du willst also überhaupt keine Regeln.“

Dann beginnst du zu erklären, warum natürlich Regeln notwendig sind.

Jetzt verteidigst du eine Position, die nie deine war.

Stärker:

„Das ist nicht meine Position. Ich spreche von dieser konkreten Regel.“

 

 

 

10. Verlange dieselben Maßstäbe für beide Seiten

 

Wenn deine Argumente streng geprüft werden, darfst du fragen:

„Wenden wir denselben Maßstab auch auf die Gegenposition an?“

Das ist besonders hilfreich bei:

  • Belegen
  • Ausnahmen
  • Risiken
  • Wahrscheinlichkeiten

 

 

 

11. Frage nach dem stärksten Beleg

 

Bei einer langen Argumentliste:

„Welches dieser Argumente hältst du für das stärkste?“

Dann prüft ihr dieses.

Das verhindert, dass eine Debatte allein durch Masse unübersichtlich wird.

 

 

 

12. Frage, was die Position verändern würde

 

Das ist eine besonders interessante Frage:

„Welche Information würde dich dazu bringen, deine Position zu überdenken?“

Wenn die Antwort lautet:

„Keine.“

dann führt ihr möglicherweise gerade keine ergebnisoffene Sachdebatte.

 

 

 

Rabulistik kann sehr intelligent wirken

 

Das macht sie attraktiv.

Schnelle:

  • Wortspiele
  • Gegenfragen
  • spitze Formulierungen
  • scheinbar logische Wendungen

können beeindruckend wirken.

Doch:

Schlagfertigkeit ist nicht dasselbe wie argumentative Qualität.

 

 

 

Eine clevere Antwort kann trotzdem falsch sein

 

Das klingt selbstverständlich.

In der Dynamik eines Gesprächs wird es leicht vergessen.

Ein schneller Konter gewinnt vielleicht:

  • Lacher
  • Aufmerksamkeit
  • soziale Zustimmung

Das beweist noch nicht:

dass das bessere Argument gewonnen hat.

 

 

 

Publikum verändert die Dynamik

 

Rabulistische Argumentation kann besonders attraktiv werden, wenn andere Menschen zuschauen.

Denn dann gibt es zwei Ebenen:

die sachliche Klärung

und:

die Wirkung auf das Publikum.

Eine schlagfertige Antwort kann auf der zweiten Ebene gewinnen.

Während sie auf der ersten schwach bleibt.

 

 

 

Debatte und Erkenntnissuche sind nicht identisch

 

In einer Debatte kann es legitim sein, die eigene Position möglichst überzeugend zu vertreten.

Trotzdem gelten Grenzen.

Eine gute Debatte braucht:

  • korrekte Wiedergabe der Gegenposition
  • nachvollziehbare Argumente
  • faire Standards

Überzeugungskraft und intellektuelle Redlichkeit müssen keine Gegensätze sein.

 

 

 

Rabulistik in Verhandlungen

 

Verhandlungen haben ein anderes Ziel als wissenschaftliche Diskussionen.

Die Beteiligten vertreten Interessen.

Trotzdem können rabulistische Muster Vertrauen beschädigen.

Zum Beispiel:

„Du hast gesagt, dir sei langfristige Zusammenarbeit wichtig. Dann musst du unserem Preis zustimmen.“

Das klingt logisch.

Die Schlussfolgerung folgt jedoch nicht zwingend aus der Aussage.

 

 

 

Interessen vertreten ist nicht dasselbe wie Tatsachen verdrehen

 

Du darfst:

  • Position beziehen
  • verhandeln
  • überzeugen
  • hart argumentieren

und trotzdem:

  • die Gegenposition korrekt darstellen
  • Fakten sauber behandeln
  • Grenzen respektieren

Das ist langfristig meist die stärkere Verhandlungsposition.

 

 

 

Rabulistik in Führungsgesprächen

 

Hierarchien machen solche Techniken besonders problematisch.

Eine Führungskraft kann beispielsweise auf Kritik reagieren:

„Wenn du mit jeder Entscheidung ein Problem hast, frage ich mich, ob du überhaupt noch hinter unserem Team stehst.“

Aus Kritik an einer Entscheidung wird:

Loyalitätsfrage.

Das verändert die Diskussion erheblich.

 

 

 

Die eigentliche Kritik verschwindet

 

Dann diskutiert die andere Person plötzlich:

ihre Loyalität.

Statt:

die ursprüngliche Entscheidung.

Genau solche Verschiebungen lohnt es sich früh zu erkennen.

 

 

 

Rabulistik im öffentlichen Diskurs

 

In politischen und öffentlichen Debatten begegnen dieselben Muster.

Zum Beispiel:

  • Strohmann
  • Whataboutism
  • Übertreibung
  • falsche Alternativen
  • persönliche Angriffe

Die faire Analyse sollte unabhängig davon erfolgen:

welche politische Position vertreten wird.

Ein schwaches Argument wird nicht stärker, weil es die eigene Seite verwendet.

 

 

 

Die eigene Seite ebenfalls prüfen

 

Das ist eine der schwierigsten Übungen.

Rhetorische Tricks fallen uns bei Gegnern besonders schnell auf.

Bei Menschen, deren Position wir teilen, deutlich weniger.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Würde ich dieses Argument genauso kritisch prüfen, wenn es von der anderen Seite käme?

 

 

 

Rabulistik und soziale Medien

 

Kurze Formate begünstigen Zuspitzung.

Nuancen brauchen Platz.

Ein:

„Das kommt darauf an …“

ist meist weniger spektakulär als:

„Das ist kompletter Unsinn.“

Dadurch können Plattformlogiken argumentative Zuspitzung begünstigen.

Das macht Differenzierung umso wichtiger.

 

 

 

Nicht jeder rhetorische Trick verdient eine lange Gegenrede

 

Das ist praktisch wichtig.

Du musst nicht jede:

  • Verdrehung
  • Provokation
  • Spitzfindigkeit

ausführlich beantworten.

Manchmal reicht:

„Das ist nicht meine Aussage.“

Oder:

„Das beantwortet die Frage nicht.“

Dann zurück zum Thema.

 

 

 

Wann du eine Diskussion beenden solltest

 

Nicht jedes Gespräch lässt sich durch bessere Argumentation retten.

Wenn dauerhaft:

  • Aussagen verdreht
  • Begriffe verschoben
  • Themen gewechselt
  • persönliche Angriffe verwendet

werden und keine Bereitschaft zur Klärung besteht, darfst du entscheiden:

Diese Diskussion lohnt meine Energie nicht mehr.

 

 

 

Rechtfertigungsfallen vermeiden

 

Rabulistische Kommunikation kann dazu führen, dass du dich immer weiter rechtfertigst.

Jede Antwort erzeugt eine neue Unterstellung.

Jede Präzisierung eröffnet einen neuen Nebenkriegsschauplatz.

Dann hilft:

zur Kernbotschaft zurückzukehren.

Und sie nicht bei jeder Runde neu zu verteidigen.

 

 

 

Ein hilfreiches Muster für schwierige Diskussionen

 

1. Aussage klären.

Was wurde tatsächlich gesagt?

2. Streitpunkt eingrenzen.

Worin besteht die echte Differenz?

3. Kriterien benennen.

Wonach beurteilen wir die Frage?

4. Argumente einzeln prüfen.

Was trägt?

5. Ergebnis festhalten.

Was ist geklärt und was bleibt offen?

Diese Struktur reduziert den Raum für rhetorischen Nebel.

 

 

 

15 Fragen zum Erkennen rabulistischer Argumentation

 

  1. Wurde die ursprüngliche Position korrekt wiedergegeben?
  2. Wurde aus einer begrenzten Aussage eine absolute?
  3. Hat sich die Bedeutung eines Begriffs verändert?
  4. Wird an einem Wort festgehalten und der Sinn ignoriert?
  5. Wird ein Nebenthema zum Hauptthema?
  6. Wird ein zweites Problem als Widerlegung des ersten eingesetzt?
  7. Wird die Person statt ihres Arguments angegriffen?
  8. Werden künstlich nur zwei Möglichkeiten angeboten?
  9. Werden viele schwache Argumente angehäuft?
  10. Ändert sich ständig der Maßstab für Belege?
  11. Gelten für beide Positionen dieselben Standards?
  12. Wird ein Einzelfall gegen eine allgemeine Tendenz ausgespielt?
  13. Würde die Gegenseite ihre Position selbst so formulieren?
  14. Was würde die andere Person von ihrer Position abbringen?
  15. Geht es noch um Erkenntnis oder hauptsächlich ums Gewinnen?

 

 

 

Rabulistik entkräften: fünf kurze Formulierungen

 

„Das ist nicht meine Aussage. Meine Aussage lautet …“

„Wir sprechen gerade über zwei verschiedene Fragen.“

„Wie folgt diese Schlussfolgerung aus dem, was ich gesagt habe?“

„Lass uns diesen Punkt zuerst klären.“

„Welches ist dein stärkstes Argument dafür?“

Solche Sätze helfen häufig mehr als ein rhetorischer Gegenangriff.

 

 

 

Schlagfertigkeit ist kein Gegenmittel gegen Rabulistik

 

Natürlich kann Schlagfertigkeit helfen.

Sie kann:

  • Grenzen markieren
  • Selbstsicherheit zeigen
  • einen Angriff stoppen

Doch wenn beide Seiten immer cleverer kontern, entsteht schnell:

mehr Unterhaltung und weniger Klärung.

Deshalb ist Präzision häufig die stärkere Antwort.

 

 

 

Die stärkste Gegenstrategie ist intellektuelle Redlichkeit

 

Das bedeutet:

  • die Gegenposition fair wiedergeben
  • Unsicherheit benennen
  • Fehler korrigieren
  • gute Gegenargumente anerkennen
  • die eigene Position ebenfalls prüfen

Das klingt weniger spektakulär als Kampfrhetorik.

Es ist langfristig deutlich belastbarer.

 

 

 

Eine gute Diskussion darf die eigene Position verändern

 

Das ist vielleicht der stärkste Gegenentwurf zur Rabulistik.

Wenn ein Gespräch nur dann als Erfolg gilt, wenn du am Ende dieselbe Position behältst, wird Lernen schwierig.

Eine gute Diskussion kann dazu führen, dass du:

  • deine Position bestätigst
  • sie präzisierst
  • sie einschränkst
  • sie veränderst

Das ist kein Verlust.

Es kann Erkenntnis sein.

 

 

 

Wenn ein wichtiges Gespräch bevorsteht

 

Bei schwierigen Gesprächen und Verhandlungen lässt sich der Umgang mit solchen Mustern vorbereiten.

Zum Beispiel:

  • Welche Kernbotschaft soll stabil bleiben?
  • Welche Verzerrungen sind wahrscheinlich?
  • Welche Einwände sind berechtigt?
  • Wie korrigierst du einen Strohmann?
  • Wie führst du nach einem Themenwechsel zurück?
  • Wo setzt du eine Grenze?

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Argumentation, Konflikte, Verhandlungen und wiederkehrende berufliche Gesprächssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkretes Gespräch, eine Verhandlung oder eine öffentliche Auseinandersetzung hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Gute Argumentation will mehr als Recht behalten

 

Rabulistik kann rhetorisch beeindruckend wirken.

Sie kann:

  • clever
  • schnell
  • schlagfertig
  • überzeugend

erscheinen.

Doch eine Diskussion gewinnt an Qualität, wenn etwas anderes wichtiger bleibt:

Was stimmt?

Was folgt tatsächlich aus den Argumenten?

Welche Position wurde wirklich vertreten?

Deshalb lohnt sich weniger die Frage:

„Wie besiege ich den Rabulisten?“

Interessanter ist:

„Wie halte ich die Diskussion so klar, dass Wortverdrehungen und Spitzfindigkeiten weniger Raum bekommen?“

Wer nur Recht behalten will, braucht einen Gegner. Wer etwas verstehen will, braucht gute Argumente.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Debatten gewinnen ohne fiese Tricks: Fair und souverän argumentieren

Wer braucht fiese Tricks, um Debatten zu gewinnen?

Debatten gewinnen ohne fiese Tricks: Fair und souverän argumentieren

Wer braucht fiese Tricks, um Debatten zu gewinnen?

 

Wie weit würdest du gehen, um eine Debatte zu gewinnen?

Argumente zuspitzen?

Die Schwachstellen der Gegenposition sichtbar machen?

Natürlich.

Die andere Person persönlich angreifen?

Aussagen verdrehen?

Fragen ausweichen?

Mit Unterstellungen, Ablenkungsmanövern oder unfairen Tricks arbeiten?

Dann wird es interessant.

Denn spätestens hier stellt sich die Frage:

Geht es noch darum, die bessere Position zu vertreten?

Oder nur noch darum:

um jeden Preis Recht zu behalten?

 

 

 

Debatten gewinnen – um jeden Preis?

 

In Trainings und Coachings begegnet mir immer wieder der Wunsch nach rhetorischen Tricks.

Am besten solchen, mit denen sich möglichst jede Diskussion gewinnen lässt.

Manchmal kommt dieser Wunsch erstaunlich früh.

Noch bevor die Grundlagen guter Argumentation sitzen.

Das finde ich bemerkenswert.

Denn wer sofort nach Tricks sucht, überspringt die wichtigere Frage:

Wie gut ist meine Position eigentlich begründet?

Eine gute Debatte ist mehr als ein verbales Kräftemessen.

Sie bietet die Gelegenheit:

  • Argumente zu prüfen
  • unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen
  • Annahmen zu hinterfragen
  • bessere Entscheidungen zu ermöglichen

Das gilt für politische Debatten.

Es gilt ebenso für Unternehmen, Führungsteams und Organisationen.

Wo Widerspruch keinen Platz hat, leidet irgendwann auch die Qualität von Entscheidungen.

 

 

 

Der Zweck heiligt die Mittel?

 

Der Satz:

„Der Zweck heiligt die Mittel.“

wird häufig Niccolò Machiavelli zugeschrieben.

Als wörtliches Zitat aus Il Principe beziehungsweise Der Fürst lässt er sich so jedoch nicht belegen.

Die dahinterliegende Frage bleibt trotzdem aktuell:

Darf ich jedes rhetorische Mittel einsetzen, wenn mir mein Ziel wichtig genug erscheint?

Für mich lautet die Antwort:

Nein.

Denn Mittel verändern nicht nur die Debatte.

Sie beeinflussen auch:

  • Glaubwürdigkeit
  • Vertrauen
  • Beziehung
  • Debattenkultur

Wer eine Diskussion mit Täuschung oder persönlicher Abwertung gewinnt, kann gleichzeitig etwas Wertvolleres verlieren.

 

 

 

Wenn die Argumente schwach werden, werden die Tricks verlockend

 

Ein starkes Argument braucht keine Nebelkerze.

Es darf geprüft werden.

Es hält Fragen aus.

Es kann Gegenargumente berücksichtigen.

Rhetorische Tricks werden besonders verführerisch, wenn jemand vermeiden möchte, dass genau diese Prüfung stattfindet.

Dann erscheinen beispielsweise:

  • Ablenkungsmanöver
  • Strohmann-Argumente
  • persönliche Angriffe
  • falsche Alternativen
  • Unterstellungen
  • Themenwechsel

Manches davon geschieht bewusst.

Manches aus Gewohnheit oder unter Druck.

Die Wirkung kann dieselbe sein:

Die eigentliche Sachfrage verschwindet.

 

 

 

Wer eine Position vertreten will, sollte die Gegenposition kennen

 

Ein belastbarer Standpunkt entsteht nicht dadurch, dass du nur Material für deine eigene Seite sammelst.

Du solltest ebenso wissen:

  • Was spricht gegen meine Position?
  • Was ist das stärkste Gegenargument?
  • Welche Fakten könnten meine Einschätzung verändern?
  • Wo hat die andere Seite möglicherweise einen Punkt?

Das dient nicht nur der rhetorischen Vorbereitung.

Es schützt auch vor:

Selbstüberschätzung.

Denn vielleicht entdeckst du bei gründlicher Beschäftigung mit der Gegenposition:

Meine ursprüngliche Sicht war zu einfach.

Das wäre kein Scheitern.

Es wäre Erkenntnis.

 

 

 

Steelman statt Strohmann

 

Wenn du eine Gegenposition schwächer darstellst, als sie tatsächlich ist, baust du einen:

Strohmann.

Den kannst du anschließend leicht umstoßen.

Nur hast du damit:

die tatsächliche Position nicht widerlegt.

Interessanter ist die Gegenrichtung.

Formuliere das stärkste Argument der anderen Seite so fair und überzeugend wie möglich.

Dann prüfe deine eigene Position daran.

Das wird manchmal als:

Steelman

bezeichnet.

Für die Vorbereitung wichtiger Debatten ist das ausgesprochen wertvoll.

 

 

 

Eine gute Debatte kann die eigene Position verändern

 

Das klingt für Menschen merkwürdig, die Debatten ausschließlich als Wettbewerb betrachten.

Doch wenn kein Argument der Welt meine Position verändern könnte, habe ich ein Problem.

Dann vertrete ich möglicherweise keine:

überprüfbare Position.

Sondern:

ein Dogma.

Eine ernsthafte Debatte setzt voraus, dass Argumente grundsätzlich Bedeutung haben dürfen.

 

 

 

Was tun, wenn die andere Seite unfair spielt?

 

Jetzt kommt die praktische Schwierigkeit.

Du möchtest fair argumentieren.

Die andere Seite tut es nicht.

Dann liegt die Versuchung nahe:

Gleiches mit Gleichem zu beantworten.

Das kann kurzfristig befriedigend sein.

Strategisch ist es häufig keine gute Idee.

Nach einem rhetorischen Schlammkampf sehen selten alle Beteiligten besser aus.

Und gerade bei öffentlichen Debatten beobachtet noch jemand:

das Publikum.

 

 

 

Du solltest unfaire Tricks trotzdem kennen

 

Fair zu argumentieren bedeutet nicht:

naiv zu sein.

Wer Manipulationstechniken und unfaire rhetorische Muster kennt, kann sie leichter erkennen.

Zum Beispiel:

  • Was wurde gerade tatsächlich behauptet?
  • Wurde meine Aussage verändert?
  • Wurde die Frage beantwortet?
  • Wurde gerade die Person statt des Arguments angegriffen?
  • Ist ein neues Thema eingeführt worden, um vom alten abzulenken?

Tricks zu kennen ist sinnvoll. Sie selbst einzusetzen ist eine andere Entscheidung.

 

 

 

Beim Strohmann: Position korrigieren

 

Wenn jemand dir eine Aussage unterschiebt, die du nicht gemacht hast, brauchst du keine lange Empörung.

Oft reicht:

„Das ist nicht meine Position.“

Dann formulierst du sie erneut:

kurz und präzise.

So holst du die Debatte zurück zur eigentlichen Frage.

 

 

 

Beim Themenwechsel: zur offenen Frage zurückkehren

 

Ein klassisches Muster:

Du stellst eine schwierige Frage.

Die Antwort beginnt mit:

„Viel wichtiger ist doch …“

Das neue Thema kann tatsächlich wichtig sein.

Es beantwortet trotzdem nicht automatisch die ursprüngliche Frage.

Du kannst sagen:

„Darauf können wir gern gleich eingehen. Zuerst würde ich gern die ursprüngliche Frage klären.“

 

 

 

Beim persönlichen Angriff: Person und Argument trennen

 

Wenn die Sachebene verlassen wird, kannst du sie wiederherstellen.

Zum Beispiel:

„Das ist eine Aussage über meine Person. Welche Kritik haben Sie an meinem Argument?“

Oder noch knapper:

„Was spricht sachlich gegen den Punkt?“

Damit bestimmst du:

die Ebene deiner eigenen Antwort.

 

 

 

Du musst nicht jede Provokation beantworten

 

Auch das gehört zu souveräner Kommunikation.

Eine Provokation stellt dir indirekt eine Frage:

„Beschäftigst du dich jetzt mit mir oder weiterhin mit deinem Anliegen?“

Nicht jeder Angriff verdient:

deine Aufmerksamkeit.

Manchmal ist die stärkere Reaktion:

zur Sache zurückzukehren.

 

 

 

Schlagfertigkeit wird überschätzt

 

Menschen wünschen sich häufig:

den perfekten spontanen Konter.

Das klingt attraktiv.

Für eine gute Debatte sind andere Fähigkeiten meist wichtiger:

  • zuhören
  • das tatsächliche Argument erkennen
  • Ruhe bewahren
  • präzise antworten
  • den roten Faden halten

Der schnellste Satz ist nicht automatisch das stärkste Argument.

 

 

 

Die Öffentlichkeit verändert die Debatte

 

Bei öffentlichen Diskussionen kommunizierst du auf mindestens zwei Ebenen.

Du sprichst mit:

deinem Gegenüber.

Und gleichzeitig mit:

dem Publikum.

Das Publikum beobachtet nicht nur, wer die schnellste Antwort liefert.

Es kann ebenso wahrnehmen:

  • Wer hört zu?
  • Wer beantwortet Fragen?
  • Wer bleibt fair?
  • Wer weicht aus?
  • Wer korrigiert einen Fehler?

Deshalb gehört zur Wirkung einer Debatte auch:

wie du debattierst.

 

 

 

Auch Unternehmen brauchen gute Debatten

 

Debattenkultur ist nicht nur ein politisches Thema.

Unternehmen brauchen Menschen, die sagen können:

„Ich sehe das anders.“

Und die anschließend begründen können:

warum.

Wo Widerspruch als Illoyalität gilt, entstehen Risiken.

Zum Beispiel:

  • kritische Informationen kommen zu spät
  • Annahmen werden nicht geprüft
  • Entscheidungen werden zu wenig hinterfragt
  • Fehlentwicklungen verstärken sich

Eine Organisation ohne ernsthaften Widerspruch schützt keine Harmonie. Sie riskiert Denkfehler.

 

 

 

Führung entscheidet, ob Widerspruch möglich ist

 

Eine Führungskraft kann sagen:

„Ich möchte ehrliches Feedback.“

Entscheidend ist trotzdem:

Was passiert, wenn jemand tatsächlich widerspricht?

Wird die Person:

  • ernst genommen
  • befragt
  • gehört

oder:

  • abgewertet
  • unterbrochen
  • als schwierig markiert

Debattenkultur entsteht weniger durch Bekenntnisse als durch:

den Umgang mit tatsächlichem Widerspruch.

 

 

 

Fair argumentieren bedeutet nicht weich argumentieren

 

Dieser Unterschied ist wichtig.

Du darfst:

  • Widersprüche klar benennen
  • schwache Argumente kritisieren
  • Belege einfordern
  • Behauptungen zurückweisen

Respekt bedeutet nicht:

inhaltliche Schonung.

Es bedeutet:

Person und Argument auseinanderzuhalten.

Du kannst sehr deutlich sagen:

„Diese Schlussfolgerung wird durch die genannten Daten nicht getragen.“

Das ist etwas anderes als:

„Sie haben offenbar keine Ahnung.“

 

 

 

Die eigenen Tricks erkennen

 

Es ist leicht, unfaire Rhetorik bei anderen zu entdecken.

Interessanter wird:

Wo tue ich selbst etwas Ähnliches?

Zum Beispiel:

  • Übertreibe ich die Gegenposition?
  • Suche ich nur Belege für meine Sicht?
  • wechsle ich das Thema, wenn es unangenehm wird?
  • werte ich Menschen ab, weil ich ihre Position ablehne?
  • stelle ich meine Vermutungen als Tatsachen dar?

Debattenkultur beginnt:

nicht nur beim Verhalten der anderen.

 

 

 

15 schmutzige Tricks erkennen

 

Unfaire rhetorische Techniken zu kennen ist sinnvoll.

Nicht, damit du sie selbst routiniert einsetzt.

Sondern damit du:

  • sie schneller erkennst
  • dich weniger leicht irritieren lässt
  • sachlich darauf reagieren kannst

Ich habe dazu einen eigenen Beitrag zusammengestellt:

→ 15 Wege, um mit schmutzigen Tricks Debatten zu gewinnen

Der Titel ist bewusst provokant.

Die interessantere Frage lautet dort ebenfalls:

Wie erkennst du solche Muster und wie gehst du souverän damit um?

 

 

 

Unfaire Angriffe souverän abwehren

 

Wenn du bereits weißt, dass mit unfairen Angriffen zu rechnen ist, lohnt sich Vorbereitung.

Dazu gehören beispielsweise:

  • klare Kernbotschaften
  • präzise Formulierungen
  • starke Gegenargumente
  • kritische Fragen
  • realistische Probeläufe

Auch dazu findest du einen eigenen Beitrag:

→ Unfaires Verhalten in Debatten souverän abwehren

 

 

 

Debatten professionell vorbereiten

 

Bei wichtigen öffentlichen oder beruflichen Debatten kann Vorbereitung entscheidend sein.

Dabei können wir beispielsweise arbeiten an:

  • deiner Position
  • Argumentationsstruktur
  • Gegenargumenten
  • kritischen Fragen
  • Kernbotschaften
  • Umgang mit rhetorischen Angriffen
  • Stimme und Präsenz
  • realistischen Debattensimulationen

Das Ziel ist:

argumentativ klar und auch unter Druck beweglich zu bleiben.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Argumentationskompetenz, Diskussionsfähigkeit und wiederkehrende berufliche Debatten geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Debatte hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Wer gute Argumente hat, braucht keine schmutzigen Tricks

 

Debatten dürfen:

  • kontrovers
  • leidenschaftlich
  • hart in der Sache

sein.

Dafür brauchen sie keine:

  • Täuschung
  • persönlichen Angriffe
  • Manipulation

Wer seine Position ernst nimmt, sollte bereit sein:

sie ernsthaft prüfen zu lassen.

Und wer überzeugt ist, gute Argumente zu haben, braucht keine Tricks, die verhindern sollen, dass genau das geschieht.

Wenn der Zweck jedes Mittel rechtfertigen soll, ist es mit der Stärke der Argumente oft nicht weit her.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

Viele Menschen überlassen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall. Zu oft wird erst während einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden. Bereite dich lieber gleich entsprechend vor.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Wie Sie mit Hilfe von Mind Mapping überzeugen und verhandeln

Wie Sie mit Hilfe von Mind Mapping überzeugen und verhandeln

Von sich und dem Angebot mittels Kreativitätstechniken - wie einem Mind Map - überzeugen

 

Überzeugen und verhandeln mit Hilfe von Mind Mapping

Mit Mind Mapping überzeugen und verhandeln

 

Bei Verhandlungen lohnt eine fundierte Vorbereitung und eines der wirkungsvollsten Werkzeuge dafür, ist das Mind Mapping. Hier erfahren Sie, wie Sie bei Ihren Verhandlungen von Mind Maps profitieren.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Überzeugen und verhandeln erfordert Überblick und Empathie

 

Wer andere Menschen anstecken, begeistern und schließlich überzeugen will, tut gut daran, sowohl die Zielgruppe als auch das Thema bestens zu kennen. Sie haben ein Angebot, dem Sie zum Erfolg verhelfen wollen? Dann profitieren Sie sowohl vom Überblick als auch relevanten Einblicken in das Denken der Zielgruppe. Wenn es uns gelingt, die verschiedenen Perspektiven einzunehmen, können wir auf einer viel breiteren und fundierteren Basis Entscheidungen treffen und gezielter kommunizieren. Gerade in Verhandlungssituationen bringt das eine Menge Vorteile mit sich. Da lohnt sich auch eine fundierte Vorbereitung und eines der wirkungsvollsten Werkzeuge dabei, ist das Mindmapping. Hier erfahren Sie, wie Sie bei Ihren Verhandlungen von Mindmaps profitieren.

Mindmapping

 

Ein hervorragendes Werkzeug für die Vorbereitung von Verhandlungen ist das Mindmapping – die Erstellung von Gedankenlandkarten.

Bevor es an die Überzeugungsarbeit geht, wird ein Mindmap erzeugt. Weshalb? Weil mancher vermeintliche Durchblick pure Augenwischerei ist. Je mehr wir persönlich beteiligt sind, desto wahrscheinlicher sind blinde Flecken. Ein Mindmap deckt sie auf. In ihm wird die gesamte Situation skizziert. Ausgehend vom zentralen Thema werden von dort aus Unterthemen, mit Assoziationen strahlenförmig auf Ästen und Zweigen dargestellt. Dabei geht es sowohl um Hauptgedanken und Nebengedanken, dem Detailgrad sind keine Grenzen gesetzt. Sie tauchen so tief in, wie Sie es für richtig halten. Mit relativ wenig Aufwand erreichen Sie schnell sehr viel Überblick und Einsicht.

Verhandlungen

So erhalten Sie den Überblick, erkennen die Zusammenhänge, Interessen, Verantwortlichkeiten, sowie bei näherem Hinsehen sonst unbeachtet bleibende Details. Gerade Verhandlungen unter Druck sorgen schnell für einen Tunnelblick, bei dem sonst wichtige Aspekte übersehen werden. Ein Mindmap hilft auch dabei.

Daraus folgen weitere Gedanken, die zunehmend konkreter werden, wie beispielsweise Arbeitsschritte, Zusammenhänge, Vorteile und Nachteile von Optionen, Zuständigkeiten. Zu den Hauptästen gehören die wesentlichen Ziele für die Angelegenheit. Dann folgen als Zweige die jeweiligen Argumente, Gegenargumente und Entkräftungen, Angebote etc. Dabei werden also auch die Perspektiven direkter und indirekt beteiligter Personen erkundet. Innerhalb kürzester Zeit sind Sie gut vorbereitet für den nächsten Schritt.

Beispiel

Verhandlungsvorbereitung mit Mind Mapping

Mind Map mit Gedanken zu Verhandlungen

Verhandlungsvorbereitung mit Mind Mapping

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Welche Techniken setzen Sie ein?

Artikel

Salamitaktik erkennen: Wenn kleine Zugeständnisse zu weit führen

Salamitaktik verändert Vereinbarungen Schritt für Schritt. Erfahre, wie du schleichende Entwicklungen erkennst, Grenzen schützt und bewusst entscheidest.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Gut verhandelt haben Sie erst dann, wenn Ihr Gegenüber in Zukunft wieder mit Ihnen verhandeln möchte.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Politische Korrektheit (Political Correctness) ist gut gemeint und wird oft missbraucht!

Politische Korrektheit (Political Correctness) ist gut gemeint und wird oft missbraucht!

Wer dem Tabu widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.
Glossar Rhetorik und Kommunikation - Political Correctness

Politische Korrektheit bzw. Political Correctness

 

Political Correctness? Wer die Definition liefert, nimmt die Deutungshoheit für sich ein. Gut gemeint und doch sehr oft missbraucht; politische Korrektheit richtet mitunter Schaden an. Was sind die Chancen, was die Risiken?

 

Worte sind die Kleidung der Gedanken.

Samuel Jackson

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Definition Politische Korrektheit

 

Politische Korrektheit (englisch: political correctness) ist ein aus den USA stammendes Schlagwort, das auf die Bedeutung korrekter Sprache, insbesondere hinsichtlich der Vermeidung von Diskriminierung hinweist. Was angebracht ist, bestimmt die öffentliche Meinung.

 

 

 

Redner entscheiden nicht, was politisch korrekt ist

 

Political Correctness (PC) beschreibt, was worüber wie gesagt werden darf. Die Wortwahl hat dabei hohe Brisanz, diffamierende und diskriminierende Ausdrücke brauchen wir nicht. PC ist ein sehr heikler Bereich, der nicht nur im Zusammenhang mit einer Krisensituation besonderes Fingerspitzengefühl erfordert. So deutlich ist nicht jedem Redner die Sprengkraft mancher Formulierungen bewusst. Selbst, wenn die persönlichen Einstellungen moralisch-ethisch bewundernswert sind, unbeabsichtigte und auch aggressive Deutungen jenseits der Absicht sind keine Seltenheit. Auch hier gilt, der Empfänger entscheidet über die Bedeutung der Botschaft. Und ja, es gibt häufig auch unfreundliche Elemente, die sich über eine Gelegenheit der Missdeutung freuen.

 

 

 

Tabu statt Diskussion

 

Sprache wird instrumentalisiert, nicht nur in diktatorische Staaten. Rühre am Tabu, und raus bist du. So wird systematisch versucht, die Meinungsbildung zu wichtigen Themen über die Verwendung bestimmter Benennungen bzw. das Verbot anderer Ausdrücke zu beeinflussen. Ob Sprachregelungen tatsächlich eine so deutliche Auswirkung auf menschliche Denkprozesse und Vorstellungsfähigkeit haben, wie es George Orwell in seinem Buch 1984 beschreibt, ist fraglich. Folgen hat es so oder so.

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Tabus. Wer sich über sie hinwegsetzt oder zumindest nicht umfänglich von ihnen distanziert, lernt die Bedeutung von Totschlagargumenten kennen. Wer dem auferlegtem Tabu widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Das ursprünglich dem Respekt dienende Prinzip der politischen Korrektheit wird daher gerne dafür missbraucht, um unbequeme Diskussionen möglichst im Keim zu ersticken. Es ist dann mindestens so gewalttätig wie Zensur, es ist einschüchternd, es wirkt.

Wer will schon in die soziale Isolation? Wir Menschen sind soziale Wesen, wer ausgegrenzt wird verhungert emotional. Damit das nicht geschieht, wird oft gegen die eigene Meinung geschwiegen. Abweichende Meinungen werden heutzutage schneller bestraft als abweichendes Verhalten.

Auch nicht schön: Manche lassen sich von bedenklichen Gruppierungen verführen, die unzufriedene Geister für sich instrumentalisieren. Ein guter Nährboden für Extreme.

 

 

 

Maßstab

 

Unsere Meinungen: die Haut, die wir uns umlegen, in der wir gesehen werden wollen, oder in der wir uns sehen wollen; das Äußerlichste.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Zu manchen Themen ist nur eine Meinung erlaubt. Wer nicht aufpasst, kommt an den Pranger. Der ist heute nicht mehr aus Holz und Eisenketten auf dem Marktplatz, dafür gibt es nun all die vielen bunten Medien, einschließlich Internet.

Die im jeweiligen Umfeld vorherrschende Meinung gibt vor, was richtig und was falsch ist. Verstärkt wird, was dort am besten ankommt. Filterblase und Echokammereffekt sind kein reines Phänomen des Internets. Wer nicht aufpasst, schwimmt schnell nur noch im eigenen Saft. Gefangen in der Schweigespirale. Der Maßstab sorgt dafür, dass wir nicht mehr Angst davor haben eine falsche Meinung zu haben, sondern mit ihr alleine zu sein. Und wer sich vor dem Zorn seines Umfelds fürchtet, schließt sich der freigegebenen Meinung an – selbst, gegen besseres Wissen.

 

 

 

Die Rolle der Medien

 

Beim ausgeprägten Medienkonsum bekommt so mancher eine Gehirnwäsche, sobald die Bequemlichkeit sich zu breit macht. Schließlich sind diese Medien nicht mit der reinen Berichterstattung beschäftigt. Weil die Herausgeber Menschen sind, fließen so oder so Meinungen ein. Darüber hinaus dürfen den Anbietern und Einflussnehmern der Medien eigene Interessen unterstellt werden. Deshalb haben diese eine recht aktive Rolle bei der Meinungsbildung, die leicht unterschätzt wird. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ringen insbesondere Parteien, Verbände und staatliche Einrichtungen um Einfluss. Journalisten sehen sich gerne in der Rolle, in der sie die Wahrheit ans Licht bringen und schützen. Das kann ihnen auch gelingen, doch leicht ist das schon wegen der genannten Faktoren nicht.

 

 

 

Neusprech und Gutdenk

 

Die rein sprachliche Aufwertung ändert noch nichts an den Umständen. Auch die politisch anscheinend korrekten Ersatzausdrücke greifen sich mit der Zeit ab. Die vom Nutzer zumindest insgeheim damit verbundenen Einstellungen färben ab. Weder Sexismus, noch andere Ungerechtigkeiten werden sich alleine durch andere Worte nicht auflösen. Der Grat zwischen verantwortungsvollem Sprachgebrauch und unsinnigen, intoleranten Formulierungen ist schmal.

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren nicht nur die Haare länger, sondern auch die Willensbekundung zum offenen Meinungsaustausch lauter. Alles sollte in den wilden Zeiten ausgesprochen und diskutiert, nichts mehr unter den Teppich gekehrt werden. Früher haben radikale Studentinnen ihre BHs verbrannt, heute bestehen sie darauf, dass die Models welche tragen. Provozieren galt mal als Mittel der Aufklärung und der Weiterentwicklung. Doch nach 1968 folgte 1984.

Willkommen in der Welt des George Orwell. Wer die Deutungshoheit hat, bestimmt. Wofür es keine Worte gibt, das denkt sich schwerer. Bei manchen Ideologien wäre dieses Phänomen durchaus wünschenswert. Nur alleine mir fehlt der Glaube, das würde in die richtige Richtung führen. Mich erinnert es eher an Bücherverbrennungen. Es gibt viele Bücher, die ich niemals kaufen würde, doch deswegen verbieten? Und zum Schutz der Behaglichkeit heikle Stellen zu schwärzen, fiele mir auch nicht im Traum ein.

 

 

 

Selbstbeschränkung statt Majestätsbeleidigung

 

Es gab Zeiten, in denen unliebsame Zeitgenossen beim Öffnen des Mundes wegen Majestätsbeleidigung eingesperrt wurden. Heute braucht es für manche Abschreckung keine Gesetze mehr. Die soziale Bestrafung ist abschreckend genug, um den Mut zum Widerspruch erlahmen zu lassen.

Entweder verstecke man seine Meinungen, oder man verstecke sich hinter seine Meinungen.
Wer es anders macht, der kennt den Lauf der Welt nicht oder gehört zum Orden der heiligen Tollkühnheit.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

 

 

Tacheles

 

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Politische Korrektheit als Kampfbegriff zu missbrauchen, ist ebenso unanständig. Für Linke ist Politische Korrektheit eine Art Religion, für Rechte Teufelszeug. Oh, darf ich das so schreiben? Absichtliche oder rücksichtslos dummdreiste Verletzung von Menschen, sei es mit Worten oder Taten, ist doch wohl keine ernsthafte Option, oder? Volksverhetzung und Leugnung dunkler Zeiten der Geschichte sind zu recht verboten. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist barbarisch. Ansonsten bildet die freie Meinungsäußerung einen der Grundpfeiler, auf der wünschenswerte Gesellschaften bauen.

 

 

 

Fazit

 

Achten Sie bei Ihren Beiträgen auf eine angemessene Sprachwahl, damit von Ihrer Botschaft keine unnötige Ablenkung ausgeht. Lernen Sie, wie der unfairen Instrumentalisierung des Prinzips begegnet wird. Fördern Sie die offene und faire Diskussion! Schluss mit übervorsichtigen, inhaltsleeren Floskeln. Das ist so fade und steril wie die Debatten im Bundestag. Sich bei all den vielen Tabus ohne jegliches Anecken krampfhaft berührungslos durchzuschlängeln, geht am besten ohne Profil. Ähnlichkeiten mit zahlreichen öffentlichen Personen sind kein Zufall. Schluss damit!

Demokratie muss auch Widerspruch aushalten. Wir brauchen ergebnisoffene Debatten statt vorgeschriebener Denkschablonen. Utopien im Sinne der Erkundung möglicher Szenarien braucht Freiraum statt Feigheit. Ärmel hoch: Wenn Ihre Argumente gut sind, machen Debatten Sie nur noch besser.

Umfrageergebnisse

 

Über eine politisch korrekte Wortwahl mache ich mir…

%

... häufig Gedanken.

%

... manchmal Gedanken.

%

... keine Gedanken.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018. n= 809)

Politische Korrektheit wird häufig missbraucht

%

Ja. oft.

%

Ja, aber nur selten.

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018. n= 602)

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

Wie stehen Sie zur politischen Korrektheit?​

Ergänzende Artikel

 

Die Bedeutung eines Wortes
ist sein Gebrauch in der Sprache. Ludwig Wittgenstein

Artikel

Sparringspartner für Geschäftsführer | Executive Sparring

Unabhängiger Sparringspartner für Geschäftsführer und Unternehmer: Entscheidungen klären, Konflikte lösen und souveräner führen. Persönlich in Berlin und online.

Wir brauchen mehr Debatten in Deutschland. Deutschlands Diskussionskultur ist zu müde.

Wir brauchen mehr Debatten in Deutschland. Deutschlands Diskussionskultur ist zu müde.

Diese Fülle an Informationen lässt sich nur noch bedingt verdauen. Wann auch, wenn es ohne Unterlass und Qualitätssicherung geschieht? Allzu oft werden dabei deshalb Informationen unreflektiert aufgenommen und weitergegeben. Masse statt Klasse, das Grundrauschen ist so derartig laut, das wesentliche Informationen kaum noch als solche erkannt werden.

Und wie sieht es in den Denbatten aus? Interessante Reden sind anders. Schade, Alltag sind langweilige oder bestenfalls hysterische Auftritte.

mehr lesen
Vorbild? Gute Beispiele gehen selbst voran, oder?

Vorbild? Gute Beispiele gehen selbst voran, oder?

Hat jemand behauptet, dass es einfach ist, mit gutem Beispiel voranzugehen? Nur, was funktioniert besser als ein Vorbild? Bei den Themen, für die Sie stehen, sind Sie dort ein Vorbild und leben Sie, was Sie predigen? Halten Sie sich an Ihre eigenen Regeln oder erwarten Sie das nur von anderen Menschen?

mehr lesen

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 30. Dezember 2017
Überarbeitung: 30. Juli 2019
Englische Version:
AN: #67616
K: CNB
Ü:

TV-Duell Merkel vs. Schulz mit Körpersprachenanalyse

TV-Duell Merkel vs. Schulz

Bundestagswahlkampf 3. September 2017
TV-Duell Merkel vs. Schulz

Überblick

 

 

 

 

TV-Duell Merkel vs. Schulz

 

Sonntagabend, 3. September 2017, 20:15 Uhr. Die Anspannung im Vorfeld war groß, besonders bei Kanzlerkandidat Martin Schulz. Es lag vermutlich an der verzweifelten Hoffnung, drei Wochen vor der Bundestagswahl doch noch das Blatt zugunsten der SPD zu wenden. Und das allen Umfragewerten zum Trotz. Alle bisherigen Angriffe vonseiten Martin Schulz perlten an der Kanzlerin ab. Er konnte im bisherigen Wahlkampf keine echten Treffer landen.

 

 

 

Übermut tut selten gut … and the Winner is …

 

Die SPD hat siegessicher schon vor dem Startschuss über das Ziel hinaus geschossen. Schon Stunden vor dem TV-Duell ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD im Internet den Sieg in dem Schlagabtausch für sich reklamiert – und dafür manchen Spott geerntet. In einer Google-Anzeige war zu lesen: „TV-Duell: Merkel verliert – klar gegen Martin Schulz – spd.de“ Diese Anzeige war laut Parteisprecherin von Mitternacht bis etwa 7 Uhr morgens freigeschaltet. Der SPD-Parteivorstand entschuldigte sich daraufhin per Twitter dafür: „Dienstleister ist heute Nacht bei Google peinlicher Fehler unterlaufen. Nicht unser Stil. Verwirrung bitten wir zu entschuldigen.“

 

 

 

Das TV-Duell

 

Der einzige direkte Schlagabtausch war mit hohem Interesse erwartet worden. Das TV-Duell wurde von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 zeitgleich übertragen. Die Moderatoren waren Peter Kloeppel, Maybrit Illner, Sandra Maischberger und Claus Strunz.

 

 

 

1. Wenig Begeisterung bei Angela Merkel

 

Nun absolvierte Angela Merkel schon in ihr viertes Duell, obwohl sie wohl gerne darauf verzichtet hätte. Die Union verlor nach den TV-Duellen 2005 gegen Gerhard Schröder, 2009 gegen Steinmeier und 2013 gegen Peer Steinbrück in Umfragen ein paar Prozentpunkte ein. Solche Auftritte gehören nicht zu den Stärken von Frau Merkel.

 

 

 

2. Die Themen. Angriff ist nicht immer die beste Form der Verteidigung

 

Angela Merkel entschied sich für strahlend blaue Kleidung und Martin Schulz für dunkles Blau. So setzen beide auf Sicherheit und Seriosität.

 

 

a.) Flüchtlingspolitik

 

Schulz vermied es, Merkel persönlich allzu sehr zu attackieren. Mit persönlichen Angriffen konnte zuletzt Gerhard Schröder punkten. Seit Angela Merkel als Kanzlerin im Amt ist, geht das leicht nach hinten los. Sie hat ihre Gelassenheit perfektioniert. Da kommt so schnell keiner an sie heran. Sie verteidigt ihre Flüchtlingspolitik. „Ich halte es nach wie vor für absolut richtig.“ Sie gibt aber auch zu, sich zu wenig um die Flüchtlingslager gekümmert zu haben, die es den Schleppern erleichtert hätten. „Das wird so nie wieder passieren.“ Bei Kritik, wie bei der Flüchtlingspolitik, zeigt sie sich somit moderat einsichtig und nimmt jeglichen Gegenwind Ansatzfläche.

Nach der ausweichenden Antwort von Schulz auf die Dauer der Integration zeigte sich eines der deutlichsten jemals von mir bei Frau Merkel gesehenen Lächeln.

Den Kopf schüttelnd erklärt Merkel Schulz die Situation bei den Rückführungen.

 

 

b.) Islam

 

Sowohl Schulz wie Merkel sehen für einen „verfassungskonformen Islam“ (Merkel) Platz in Deutschland. Was sie darunter verstehen und wie der Islam mit dem Grundgesetz vereinbart werden könnte, sagen beide nicht.

Islamisten und gewaltbereite Gefährder wollen beide nicht. Auch darin sind sie sich einig; beide wollen straffällig gewordene Flüchtlinge schnell abschieben und stärker als bisher gegen Hassprediger und fanatische Imame vorgehen. Merkel betont, dass es bisher an rot-grünen Regierungen scheiterte, geltende Gesetze zu nutzen.

 

 

c.) Türkei

 

Der Versuch Angela Merkel eine härtere Linie gegenüber der Türkei abzuringen, begegnet sie mit „Vorsicht, nur weil wir Wahlkampf haben …“

Merkel zu den Beziehungen zur Türkei und den dort inhaftierten Deutschen: „Wenn man Staatsbürger freibekommen will, muss man schon noch im Gespräch bleiben. Menschen hoffen auf uns.“ Doch „Bei Beendigung der Beitrittsverhandlungen bin ich sofort dabei.“ und dann auch noch „Ich habe die Türkei noch nie in Europa gesehen.“

 

 

d.) Trump

 

Sie versachlicht ihre Kritik am US-amerikanischen Präsidenten, während er persönlich wird.

 

 

e.) Situation in Deutschland

 

Merkel: „Wir müssen ganz sicher nicht bis 70 arbeiten. Ganz sicher“, sagt Merkel. Die Reaktion von Schulz: „Finde ich toll, Frau Merkel!“

Merkel zeigt bei der Frage über den Eintritt in den Altersruhestand durchaus Betroffenheit, denn sie zieht die Innenseiten der Augenbrauen hoch, während sie sagt: „Für viele ist es ganz schwer“.

 

 

f.) Diesel-Abgas-Skandal

 

Bei dem Thema ist Schulz angriffslustiger, ihm gelingt es Merkel wenigstens etwas unter Druck zu setzen. „Sie haben recht, wir kommen jetzt zur Musterfeststellungsklage“, sagt er und sie lächelt und schaut verlegen nach unten.

Merkel wird gefragt, ob es zwei Gesichter der Angela Merkels gibt, eine den Flüchtlingen gegenüber freundliche und eine unfreundliche, eine für den Diesel und eine dem Diesel gegenüber skeptische. Sie sagt; jeder Mensch ändert sich. Sie stehe für Maß und Mitte. Den Vorwurf, so zurückhaltend gegenüber der Autoindustrie zu sein, wischt sie vom Tisch. Während sie sagt, „Ich bin stocksauer“ sind die Augenbrauen zusammengezogen, die unteren Augenlider angespannt. Das sind deutliche Hinweise für Ärger.

 

 

g.) Maut und die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Angela Merkel

 

Wird die Rente wie die Maut? Auf ihre Wankelmütigkeit und die Mautfrage angesprochen, schien sie sich zu ärgern. Sie kniff auffällig die Augen zusammen und berührte sich selbst versichernd am Oberkörper. Erst nach einem tiefen Atemzug redete sie weiter. Dabei reagiert sie hinsichtlich ihrer Aussage „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben“, mit der üblichen Ausrede, das wäre so nicht gemeint gewesen. Angela Merkel versprach das beim vorhergehenden TV-Duell am 1. September 2013 mit Steinbrück vor einem Millionenpublikum im Fernsehen. Die Argumentation ist und bleibt an den Haaren herbeigezogen, weil widersprüchlich. Doch auch das lässt sie nicht an sich heran und die Erinnerung daran bleibt weitgehend folgenlos.

 

 

h.) Kurze Fragerunde

 

Als Schulz einen Witz über Stand der Zeitkonten macht, die er als einzige Gemeinsamkeit zwischen ihm und Merkel sieht, ist er der einzige, der darüber lacht. Damit verliert er an Status und Ansehen.

 

 

i.) Koalitionspartner

 

Frau Merkel gibt keine Antwort auf Koalitionspartner. „Die Union wird auf keinen Fall mit der AfD und mit den Linken zusammenarbeiten.“

Martin Schulz weicht der Frage zur Koalition mit der Linken aus, dabei schluckt er sprachlos und scheint nach den richtigen Worten zu ringen.

 

 

j.) Abschlussminute

 

Schulz: Er schaut während seines Statements in die Kamera. „Mut zum Aufbruch heißt, die Zukunft zu gestalten und nicht die Vergangenheit zu verwalten.“ Dieser Abschlussbeitrag war von der Idee her interessant, doch auswendig gelernt und blutlos präsentiert.

Merkel: Zu Beginn schaut sie etwas sehr lange nach unten und unterbricht damit den Kontakt zum Publikum. „Jetzt die Weichen stellen …“ So gibt sie altbackene Sätze zum Besten.

3. Hätte, hätte Deutschlandkette

 

Anstatt der viel beachteten Schland-Kette, die beim Duell Angela Merkel vs. Peer Steinbrück ihren eigenen Twitter-Hashtag #schlandkette, gab es diesmal keinen entsprechenden visuellen Gesprächsstoff.

 

 

 

4. Körpersprache

 

Angela Merkel

 

Sie bleibt souveräner als er. Bei ihren Antworten wendet sie sich wiederholt auch ihrem Kontrahenten zu. Beim Thema Große Koalition nimmt sie ihn einladend mit einer Geste ein. Da bleibt kein Raum für Widerspruch.

Keine Überraschungen, insgesamt zeigt sie sich, wie wir sie kennen. Und daran haben sich viele gewöhnt. Selbst eigenartige Aspekte werden da zum Running-Gag.

Sie lächelt häufiger als er, oft ist es ein vollständiges Lächeln. Das wirkt souveräner. Ihr Lächeln in Momenten, in denen Schulz Fehler macht, könnte ihr allerdings als etwas arrogant empfunden werden. Das gilt auch für ihr etwas abschätziges Spitzen der Lippen.

Ihre Hände liegen oft locker auf dem Pult und sie wirkt entspannter. Dafür wirkt sie allerdings auch etwas abgeklärt.

An wenigen Punkten, wie beim Thema Türkei, setzt sie ihre Gestik etwas deutlicher ein. Diese Gesten wirken nicht einstudiert, da sie den Worten minimal vorweg gehen.

 

 

Martin Schulz

 

Martin Schulz hat Stress. Seine Körperspannung ist enorm, sein Stand ist unsicherer, er zeigt viele deutliche Stresshinweise. Er kommt ziemlich schnell ins Schwitzen, sein Nacken ist feucht. Seine Stimme klingt oft sehr gepresst. Überhaupt ist sein Stimmeinsatz nicht sehr wirksam. Er holt oft aufgeregt Luft, seine Lippen bewegt er wenig und betont insgesamt unzureichend für eine überzeugende Stimme. Hier hätte er mit wenig Aufwand viel erreichen können, schade für ihn. Manchmal wirkt seine Stimme sogar etwas gequält. Das nimmt das Publikum unbewusst über die Spiegelneuronen wahr und leidet mit.

Gerhard Schröder gelang es damals Frau Merkel durch seinen Auftritt in Bedrängnis zu bringen. Das gibt die Ausstrahlung von Schulz nicht her. Sie gibt ihm dazu nicht die erforderlichen Angriffspunkte und er hat nicht die entsprechende Souveränität. Der oft gesenkte Blick lässt ihn nicht gerade kraftvoll und sicher wirken.

Eine Hand legt er oft auf dem Pult ab und deckt sie mit der anderen ab. Solche Selbstberührungen sollen Sicherheit fördern. Der feste Griff an die Pultkanten sollen Halt bieten.

Was unter seinem Bart an Mimik stattfindet, ist schlechter zu erkennen, dafür sind seine Augenbrauen sehr aktiv. Wenn er ab und zu lächelt, sind die Augen nicht beteiligt. Das lässt das Lächeln unecht wirken.

Wenn er Probleme anspricht, legt sich seine Stirn in Sorgenfalten. Vermutlich wollte er damit unterstreichen, wie wichtig und ernst seine Bedenken sind. Doch so wird er mehr mit den Problemen und nicht mit Lösungen in Verbindung gebracht.

Er wirkt unnötig farblos, daran ändert auch die leuchtend blaue Krawatte nicht.

 

 

 

5. Inhaltlich wenig Spielraum

 

Der Kanzlerin zu beweisen, dass sie abgehoben ist, gelang nicht. Als Koalitionspartner hat die SPD die Politik der letzten Jahre mitzuverantworten. Da gibt es wenig Ansatzpunkte für Kritik. Wo sollten da auch Überraschungen herkommen? Es kam, wie es wohl kommen musste.

 

 

 

6. Sprache

 

Sie verwendet die Sprache, die wir von ihr gewohnt sind. Er liebt Floskeln, wie „Ich will Ihnen mal was sagen; …“, „Ich sage Ihnen mal was ….“ und „Ich bin dankbar …“

 

 

7. Zusammenfassung der Botschaften

 

Merkel: „Ich gebe Ihnen Sicherheit. Die Sicherheit, dass nichts besser wird. Sie kennen mich und was man hat, hat man.“
Schulz: „Ich wäre gern Bundeskanzler.“

 

 

 

8. Fazit

 

Relevante Differenzen müssen mit der Lupe gesucht werden. Waren sich schon mal zwei Kontrahenten bei einem TV-Duell so einig wie Merkel und Schulz? Er war etwas angriffslustiger, sie wirkte souveräner, glaubwürdiger und kompetenter, so sogar sympathischer als er. Seine Chance hat er vergeben. Die Stresssignale, die er aussendet, lassen ihn unsicherer und somit weniger kompetent wirken. So oder so; nach kurzer Zeit wird der Einfluss der TV-Debatte verpufft sein, wie der Berliner Sommer.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Umfrageergebnisse

 

Ich wünsche mir lebendigere politische Debatten mit echten Argumenten.

 

%

Stimmt!

%

Etwas!

%

Stimmt nicht!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1261) im Frühjahr 2017

P.S.

 

Was ist Ihr Eindruck?

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

TV-Duell Angela Merkel und Martin Schulz
Kanzlerkandidatenduell am 2. September 2017

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

 

Am 24. September 2017 sind Bundestagswahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) treffen am Sonntagabend, 2. September 2017, zum ersten und einzigen Mal während des Wahlkampfs aufeinander. Ob diese beiden Politiker wohl schon aufgeregt sind?

 

 

 

Format des TV-Duells

 

Im Vorfeld gab es einigen Ärger rund um das TV-Duell. Merkels Team war Änderungen gegenüber ablehnend. Die Idee, Publikumsfragen einzubeziehen, macht der Kanzlerin keine Freude. Damit hatte sie in der Vergangenheit auch keine guten Erfahrungen gemacht. Wenn nichts Weltbewegendes mehr geschieht, steht das Wahlergebnis der großen Parteien wohl weitgehend fest. Spannend wird es da wohl eher bei den kleinen Parteien. Und da Angela Merkel – aus meiner Sicht – bei einer solchen Fernsehdebatte kaum Stimmen hinzugewinnen, sondern nur verlieren kann, will sie vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen.

Vier Moderatoren der Fernsehsender ARD, ZDF, SAT.1 und RTL sollen nun das Duell moderieren, das von allen Sendern zeitgleich übertragen wird. Von 20:15 bis 21:50 Uhr sollen Sandra Maischberger (Das Erste), Claus Strunz (Sat 1), Peter Kloeppel (RTL) und Maybrit Illner (ZDF) den Kandidaten Merkel und Schulz Fragen zu den wichtigsten Themenbereichen des Wahlkampfs stellen. Es bleibt abzuwarten, wie es den Kandidaten diesmal gelingen wird, unangenehmen Fragen zu begegnen. Überraschungen sind allerdings eher unwahrscheinlich.

 

 

 

 

Vorbereitung der Kanzlerkandidaten

 

Am 31. August 2017 wurde ich für die dpa-Kindernachrichten zum Kanzlerkandidatenduell am Sonntag, 3. September 2017 um 20:15 Uhr befragt: Wie bereiten sich die Kandidaten wohl auf diesen Auftritt vor?

 

 

 

1. Chancen und Risiken des TV-Duells kennen

 

Mit einem solchen TV-Duell sind eine Menge Chancen und Risiken verbunden. Hinterher ist man meist schlauer, doch dann ist es zu spät. Deshalb bereiten sich die Politiker umfangreich darauf vor. Wie genau sie das tun, wird meist nicht verraten. Doch, so wie ich mit meinen Klienten durchspiele, welche Fragen von den Reportern kommen könnten und welche Reaktionen darauf empfehlenswert sind, werden das sicher auch die Kandidaten tun. Das sorgt dafür, dass die Politiker auf viele Fragen eine überlegte Antwort haben, anstatt überrascht und unwissend zu wirken.

 

 

 

2. Sprache

 

Sprachlich wird geübt, in möglichst kurzen Sätzen zu antworten, damit die Zuschauer die Botschaft leichter verstehen und der Sprecher kompetenter wirkt. Das kann die Kanzlerin allerdings nicht so gut. Ihre Sätze sind oft lang. So richtig schnell auf den Punkt kommt Martin Schulz allerdings auch selten.

 

 

 

3. Körpersprache

 

Es geht aber nicht nur darum, was die Politiker sagen. Sehr wichtig ist auch die Körpersprache. Gestik und Mimik sind bei einem Fernsehauftritt noch wichtiger als bei einer normalen Rede. Die Kamera geht gerne sehr nahe heran und offenbart dann widersprüchliche Hinweise auf Emotionen.

Wesentlich ist eine offene Körperhaltung. Wer die Arme vor der Brust verschränkt, wirkt verschlossen und das kommt meistens nicht so gut an. Solchen Menschen wird unterstellt, sich zurückgezogen zu haben und selbst guten Argumenten nicht mehr zugänglich zu sein.

Wo angebracht, sollten die Kandidaten ein ehrliches Lächeln zeigen. Das lässt sie sympathisch und souverän erscheinen. Außerdem lassen sich so gegebenenfalls auch die Zähne zeigen.

Mehr dazu im Artikel Bundestagswahl und Körpersprache der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz.

 

 

 

 

Anmerkungen

 

TV-Duelle von Politikern gibt es in Deutschland seit den 70er-Jahren. Die ersten zwei richtigen Kanzlerkandidatenduelle fanden zwischen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) 2002 statt. Damals gab es noch zwei Live-Sendungen. Zur Bundestagswahl 2017 findet ein TV-Duell nach 2002, 2005, 2009 und 2013 in diesem Jahr zum fünften Mal statt.

 

 

 

P.S.

 

Welche Bedeutung hat das TV-Duell für Sie?

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Artikel

Sparringspartner für Geschäftsführer | Executive Sparring

Unabhängiger Sparringspartner für Geschäftsführer und Unternehmer: Entscheidungen klären, Konflikte lösen und souveräner führen. Persönlich in Berlin und online.

Wir brauchen mehr Debatten in Deutschland. Deutschlands Diskussionskultur ist zu müde.

Wir brauchen mehr Debatten in Deutschland. Deutschlands Diskussionskultur ist zu müde.

Diese Fülle an Informationen lässt sich nur noch bedingt verdauen. Wann auch, wenn es ohne Unterlass und Qualitätssicherung geschieht? Allzu oft werden dabei deshalb Informationen unreflektiert aufgenommen und weitergegeben. Masse statt Klasse, das Grundrauschen ist so derartig laut, das wesentliche Informationen kaum noch als solche erkannt werden.

Und wie sieht es in den Denbatten aus? Interessante Reden sind anders. Schade, Alltag sind langweilige oder bestenfalls hysterische Auftritte.

mehr lesen
Vorbild? Gute Beispiele gehen selbst voran, oder?

Vorbild? Gute Beispiele gehen selbst voran, oder?

Hat jemand behauptet, dass es einfach ist, mit gutem Beispiel voranzugehen? Nur, was funktioniert besser als ein Vorbild? Bei den Themen, für die Sie stehen, sind Sie dort ein Vorbild und leben Sie, was Sie predigen? Halten Sie sich an Ihre eigenen Regeln oder erwarten Sie das nur von anderen Menschen?

mehr lesen

Lügen: Wann es keine gute Idee ist und wie Lügen erkannt werden

Lügen: Wann es keine gute Idee ist und wie Lügen erkannt werden

Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er. Martin Luther
Glossar Rhetorik und Kommunikation - Lügen

Lügen?

 

Was ist das nur mit den vielen Lügen? Lügen zu erkennen, ist hilfreich. Allerdings säen manche Menschen auch Zweifel, obwohl sie die Wahrheit sagen.

Video

Die Sprache der Lüge — Warum wir lügen und was wir lernen können

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Überblick

 

 

 

 

Lügen, ob das so eine gute Idee ist?

 

Politiker, Unternehmer, Radler und sonstige Sportler … es wird immer wieder versucht, sich der Wahrheit zu entziehen. „I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky. I never told anybody to lie, not a …“ Früher oder später stolpern sie über ihre Lügen. Mehr als 599.000 Suchergebnisse bei „Lüge Interview“. Doch das scheint nicht jeden zu entmutigen. Nur weshalb? Wer es trotzdem tut, hofft entweder Glück zu haben, hält sich für besonders clever oder hofft einfach nur, dass es später und nicht früher offenbar wird. Wobei es oft genug auch ohne bösartige Absicht geschieht, dass Menschen die Unwahrheit sagen, mehr oder weniger kreative Umdeutungen vornehmen oder doch nicht so ganz unwesentliche Einzelheiten für sich be- und anderen vorenthalten. Ob beabsichtigt oder nicht; es handelt sich eher selten um eine gute Idee. Lügen haben kurze Beine.

Lügen – Nicht jede Unwahrheit richtet Schaden an

 

Meine Eltern sagten mir, ich soll nicht lügen. Ich sage nur: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee!

Notlügen sind in Ordnung. Kleine Lügen tun nicht weh, sagen die einen. Lügen zerstören das Vertrauen und machen ein Zusammenleben unmöglich, meinen die anderen. Zugegeben: Nicht jede Lüge ist gleichermaßen böswillig und verheerend in der Wirkung; manche sind es allerdings! Ich nehme meinen Eltern die Geschichte mit dem Weihnachtsmann mittlerweile nicht mehr übel. Doch so manche Unwahrheiten notorischer Lügner haben durchaus ihre Spuren hinterlassen. In besonders schmerzhaften Momenten wird da schon mal an der gesamten Menschheit gezweifelt, der emotionale Schaden übersteigt dann meist noch den bezifferbaren. Das gibt blaue Flecken, die nicht so schnell verheilen. Der vollständige Rückzug und übersteigertes Misstrauen richten dann als Folgeschäden noch einiges an. Doch wie können wir offen für das Leben und dessen Angebote bleiben und gleichzeitig gut auf uns acht geben?

Anstatt hinterher schlauer zu sein, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, hilft es zumindest, die deutlichsten Anzeichen für Lügen zu erkennen. Wobei das einfacher gesagt, als getan ist. Sobald uns jemand nahesteht, werden entsprechende Hinweise sehr häufig ignoriert. Es kann nicht sein, was nicht sein soll!

Zu Lügen ist in der Regel keine gute Idee, denn die haben ja bekanntlich kurze Beine. Wobei besondere Vorsicht bei Unwahrheiten in Interviews angeraten ist.

Lügen zu erkennen ist hingegen eine sehr hilfreiche Fähigkeit, die vor allerlei Unannehmlichkeiten schützen kann. Dabei kann ich Sie ebenso unterstützen, wie dabei nicht durch Gewohnheiten Vertrauen zu verspielen. Viel zu oft säen ehrlich Menschen durch unglückliche Formulierungen und Körpersprache Zweifel, wo keine erforderlich sind.

Lügen ist anstrengend, Lügen aufrechtzuerhalten ist noch anstrengender

 

Eine Lüge erscheint mitunter einfacher als die unbequeme Wahrheit. Doch meist wird dadurch alles nur noch schlimmer. Lügen haben ja bekanntlich kurze Beine. Die Körpersprache offenbart es ja doch früher oder später! Der erforderliche Aufwand, um Lügen aufrechtzuerhalten, ist oft höher als gleich die Verantwortung zu tragen, ihr gerecht zu werden.

Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen

 

Wahrheit oder Lüge?

 

Woran erkennen Sie, dass jemand nicht die Wahrheit sagt? Lügner werden von Gefühlen geplagt; in der Regel von Angst und Schuld. Deshalb neigen Menschen, die nicht die Wahrheit sagen, dazu, plötzlich ihr Verhalten zu ändern und damit verraten sie sich. Entsprechende Bedeutung hat es, die Körpersprache lesen zu können. Beispielsweise, wenn Ihr Gegenüber plötzlich aufhört, sich zu kratzen, seine Atmung sich verändert, dass er leiser, schneller, höher oder tiefer spricht, dass es seine Gestik und Mimik verändert – das alles sind typische Verhaltensweisen von Lügnern. Lügner wissen um diese Verhaltensveränderung und versuchen deshalb, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Gerade, wenn sie sich bemühen nur ja nicht entlarvt zu werden, gibt es besonders viele Hinweise. Dann wirkt die Körpersprache beispielsweise plötzlich steif. Solche Lügner wirken übertrieben vorsichtig und dann ist nicht das Verhalten an sich auffällig, sondern die Verhaltensänderungen sind von Interesse.

 

 

 

Worte lassen sich einstudieren, Körpersprache …

 

Geübte Lügner beherrschen ihre verbalen Aussagen. Bei der unbewusst gesteuerten Körpersprache ist das anders. Oft widersprechen die nonverbalen den mündlichen Aussagen, die Gestik stimmt dann nicht mit der Mimik überein.

Auf die Präsentation einer konstruierten Geschichte können sich Lügner gründlich vorbereiten. Sie können Lügner zwar mit sehr gezielten Fragen überführen – aber das dauert ohne entsprechende Ausbildung recht lange. Besser ist es, auf widersprüchliche Körpersignale zu achten. Beginnen Sie mit einem harmlosen Gespräch, um sich zu kalibrieren, also eine Vorstellung davon zu bekommen, wie jemand im entspannten Zustand ist. Halten Sie Augen und Ohren offen. Welche Zusammenhänge zwischen Körpersprache, Gedanken, Emotionen bestätigen sich. Die fundierte Vorbereitung ist wesentlich für die Körpersprachanalyse, erst dann lassen sich Auffälligkeiten erkennen und einschätzen. Wer das beherrscht, liest in manchen Zeitgenossen, wie in einem offenen Buch.

 

 

 

Wer will schon dreist angelogen werden?

 

Lügen gehören zwar zum Alltag, doch wer will schon angelogen werden? Im Artikel Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen erfahren Sie wie Sie sich schützen. Selbst überlegen Sie es sich lieber zweimal, ob eine Lüge tatsächlich die Angelegenheit vereinfacht. Stehen Sie lieber zu Ihren Fehlern. Oft ist eine Entschuldigung der bessere Anfang, um die Dinge zu verbessern.

 

 

 

So geht es

 

Bleiben Sie offen und passen Sie auf sich auf. Lesen Sie den ausführlichen Artikel mit konkreten Tipps, wie Sie Lügner und ihre Lügen anhand von verbalen und nonverbalen (Körpersprache) Elementen erkennen.

Gesamten Artikel lesen

Wann sind Lügen angebracht?

 

Gibt es Gründe, bei denen Sie die Wahl einer Lüge als Option betrachten? Oder ist jede Lüge gleichermaßen verwerflich? Wie entscheiden Sie im Zweifelsfall?

Lügen vor Zeugen?

 

Lügen an sich ist schon keine schöne Sache. Doch vor Zeugen und noch dazu während eines Interviews multiplizieren sich die Folgen. Wenn dann die Wahrheit ans Licht kommt, ist die Empörung umso größer. Und wer das vor laufender Kamera macht, kann es sich später noch oft ansehen. Ein Vergnügen ist diese Medienpräsenz allerdings selten. Und auch ein Shitstorm ist weniger spaßig, wenn er einen selbst betrifft.

 

 

 

Alternativen

 

Überlegen Sie sich lieber frühzeitig, was Sie wie offenlegen, was Sie kommentieren. Und wenn es unbedingt sein muss; „Kein Kommentar!“. Ansonsten gilt: Lieber vorsorgen, als aufwendig nachsorgen.

Mehr dazu im Artikel Lügen in Interviews.

Der Kluge gibt so lange nach, bis er der Dumme ist

P.S.

 

Was fällt Ihnen zum Thema Lügen ein?

Artikel

Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, nix Tacheles! Sprache, die manipulieren will.

Euphemismen dienen der Schönfärberei, durch sprachliche Kosmetik soll Hässliches weniger hässlich erscheinen. Euphemismen sind nicht nur in der Politik im Einsatz. Lernen Sie Schönfärberei schneller zu erkennen.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Der Kluge gibt so lange nach, bis er der Dumme ist

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Februar 2017
Überarbeitung: 16. April 2019
AN: #43312
K:CNB
Ü:X

Entscheidungsstrategien: Fragen über Fragen, nur wo sind die besten Antworten?

Entscheidungsstrategien: Fragen über Fragen, nur wo sind die besten Antworten?

Unzählige Entscheidungen wollen getroffen werden, nur wie?
Entscheidungsstrategien

Entscheidungsstrategien: Ein Wegweiser zu besseren Entscheidungen

 

Entscheidungsstrategien helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Welche Entscheidungsstrategien fördern unter welchen Umständen gute Entscheidungen?

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du mit den richtigen Strategien Entscheidungen klarer, sicherer und effizienter treffen kannst. Du lernst, unterschiedliche Ansätze zu nutzen und die beste Strategie für jede Situation zu finden.

Unzählige Entscheidungen wollen getroffen werden, nur wie?

Überblick

 

 

 

 

Entscheidungsstrategien

 

Täglich treffen wir unzählige Entscheidungen, mal bewusster und mal unbewusster. Erfahrungen und Intuition spielen dabei ebenso eine gewichtige Rolle, wie Werte und Überzeugungen. Was geschieht bei Nichtvulkaniern mit all den Elementen, die für Entscheidungen zur Verfügung stehen? Mit welchen Strategien und nach welchen Regeln geht es ans Werk?

 

 

 

Entscheidungsstrategien sind unbewusste Strategien

 

Entscheidungsstrategien sind intern ablaufende Prozesse, die zu Handlungen führen. Menschen haben unterschiedliche Entscheidungsstrategien. Ich, Sie, all die anderen; jeder hat sein eigenes Regelwerk. Wir benötigen die Entscheidungsstrategien, um vor allem in komplexen Situationen eine Wahl zu treffen. Je nach Entscheidungssituation laufen dabei unterschiedliche und unterschiedlich aufwendige Entscheidungsprozesse der Informationsverarbeitung und Informationsbewertung ab. Es genügt bei einfachen Entscheidungen wenige Merkmale und Ausprägungen der Optionen heranzuziehen. Bei komplexeren müssen die Prioritäten der einzelnen Kriterien berücksichtigt werden.

Wirksame Entscheidungsstrategien in Anlehnung an das NLP orientieren sich am T.O.T.E.-Modell. Sie beziehen die wichtigsten Repräsentationsebenen – visuell, auditiv und kinästhetisch –  ein und setzen mehr als eine Entscheidungsmöglichkeit (Wahlfreiheit) voraus.

 

 

 

Praxisrelevanz

 

Die weitgehend unbewussten Schritte der individuellen Entscheidungsstrategien können ergründet werden, um die Entscheidungsfähigkeit und Veränderungen zu fördern. Das hilft uns selbst bessere Entscheidungen zu treffen. Außerdem können wir andere so besser bei Entscheidungen unterstützen. Kennen wir deren Entscheidungsstrategien, können wir Angebote in der für Empfänger wirkungsvollsten Form präsentieren.

 

 

 

Synonyme

 

Entscheidungsstrategien, Entscheidungsmodelle, Entscheidungsregeln.

 

 

 

Welche Entscheidungsstrategien gibt es?

 

Es gibt verschiedene Entscheidungsstrategien, die man anwenden kann, um Entscheidungen zu treffen. Hier sind einige Beispiele:

  1. Die intuitive Entscheidungsstrategie

    Diese Strategie basiert auf dem Bauchgefühl und der Intuition und ist besonders dann sinnvoll, wenn es darum geht, schnell zu handeln oder wenn man sich in einer vertrauten Situation befindet.

  2. Die rationale Entscheidungsstrategie

    Diese Strategie basiert auf logischen Überlegungen und Fakten und ist besonders dann sinnvoll, wenn es um komplexe oder wichtige Entscheidungen geht.

  3. Die emotionale Entscheidungsstrategie

    Diese Strategie basiert auf den Gefühlen und Wünschen einer Person und ist besonders dann sinnvoll, wenn es um persönliche oder emotionale Entscheidungen geht.

  4. Die gemischte Entscheidungsstrategie

    Diese Strategie kombiniert Elemente der anderen Strategien und ist besonders dann sinnvoll, wenn es um komplexe Entscheidungen geht, die sowohl logische als auch emotionale Aspekte beinhalten.

 

Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Entscheidungsstrategie, sondern die richtige Strategie hängt von der Situation und den persönlichen Vorlieben einer Person ab. Es ist wichtig, dass man sich bewusst macht, welche Strategie angewendet wird und sich darüber im Klaren zu sein welche Vor- und Nachteile sie hat.

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

Kennen Sie Ihre Entscheidungsstrategien und die Ihrer Gesprächspartner?

Artikel

Schlechte Nachrichten überbringen | Führungskräfte

Schlechte Nachrichten als Führungskraft überbringen: 7 Strategien, klare Formulierungen und praktische Beispiele für schwierige Gespräche.

Miteinander reden: Anspruch und Realität

Miteinander reden: Anspruch und Realität

Miteinander reden, auch bei unterschiedlichsten Meinungen. Gerade da! In der Realität stößt der Anspruch bei mir allerdings schmerzlich an Grenzen, wenn mir die Galle hochkommt. Stolz bin ich darüber nicht, ganz im Gegenteil!

mehr lesen

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Ein guter Entscheidungsprozess soll so schlank wie möglich sein.

 

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43316
K:CNC
Ü:

Unfaire Rhetorik: Durch bösartiges Brunnenvergiften Diskussionen gewinnen

Unfaire Rhetorik: Durch bösartiges Brunnenvergiften Diskussionen gewinnen

Wie Sie Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren, selbst bei unfairen Meinungsgegnern
Brunnenvergiften in der Rhetorik

Brunnenvergiften in der Rhetorik

 

Brunnenvergiftung beabsichtigt Diskussionen unbedingt und notfalls mit fiesen Mitteln zu gewinnen. Wie es geht und wie Sie sich davor schützen, selbst wenn Meinungsgegner unfaire Rhetorik nutzen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Brunnenvergiften als bösartige Methode der Rhetorik

 

Das Brunnenvergiften in der Rhetorik ist ein Spezialfall des Argumentum ad hominem. Als rhetorisches Mittel ist das versuchte oder sogar gelungene Brunnenvergifter, durch eine logisch klingende, aber falsche Schlussfolgerungen, ein bösartiges Mittel, um Diskussionen zu gewinnen.

Der als Brunnenvergifter handelnde Redner liefert eine feindselige und verzerrte Information über andere Beteiligte mit abweichenden Interessen. So sollen Wettbewerber von vornherein diskreditiert, verunglimpft und lächerlich gemacht werden. Brunnenvergiften erfolgt oft sehr subtil, ist dabei aber stark in der Wirkung. Die andere Partei wird veranlasst sich gegen versteckte Vorwürfe und Prämissen zu wehren, die ohne direkte Feindseligkeit eingebracht werden können. So kann das Brunnenvergiften gerade in förmlichen Umfeldern, in denen ein guter Ton erwartet wird, seine verheerende Wirkung entfalten.

Die Methode des Brunnenvergiftens ist dann am erfolgversprechendsten, wenn ein Standpunkt oder auch nur der vermeintliche Aspekt von den meisten anderen Anwesenden missbilligt wird oder sogar ein kulturelles Tabu verletzt wird. Leider funktioniert das auch dann oft, wenn es für den anderen Standpunkt gute Gründe gibt und die Gegenargumente einer genauen sachlichen Prüfung nicht standhalten würden. Doch wenn die Wellen hochschlagen, finden dann oft selbst schlüssige Argumente nicht mehr ausreichende Beachtung.

 

 

 

Nachteile des Brunnenvergiftens in der Rhetorik

 

  • Solches Vorgehen widerspricht grundlegenden Werten.
  • Wird Brunnenvergiften wiederholt methodisch eingesetzt, stumpft das Publikum ab und die vorgetäuschte Empörung des Brunnenvergifters wirkt zunehmend unglaubwürdig.
  • Gerade bei sehr drastischen Vergleichen kann sich das Publikum abgestoßen fühlen und die Verhältnismäßigkeit hinterfragen. Die Glaubwürdigkeit des Brunnenvergifters sinkt und im Gedächtnis der Beobachter bleibt der Eindruck, dass diesem jeglicher Anstand fehlt und meint, der Zweck heiligt jedes Mittel.
  • Brunnenvergifter können leicht lächerlich gemacht werden. Sie wirken dann wie weltfremde Eiferer oder die persönliche oder ideologische Motivation wird aufgedeckt.

 

 

 

Wie Sie darauf reagieren können

 

Auf frei erfundene oder aufgeschnappte Unterstellungen, die verdeckt eingebracht werden, angemessen zu reagieren ist nicht immer so einfach. Was tun?

Auf die Vorwegnahme eines Gesprächsergebnisses kann auf gleiche Weise reagiert werden. Ist eine Gegendarstellung beziehungsweise das Einbringen von Alternativen möglich, lässt sich der Ausgang der Diskussion wieder beeinflussen.

Setzen Sie sich mit den aufgeworfenen Argumenten auseinander, lassen Sie sich nichts unterjubeln. Das führt häufig dazu sich gründlicher mit fremden Äußerungen zu beschäftigen. Wehren Sie möglichst elegant Versuche ab, die Sie in Verbindung mit Personen und Äußerungen bringen, die Sie nicht tatsächlich befürworten. Sie müssen zugeschriebene Äußerungen nicht verteidigen. Sie können sich auch von ihnen distanzieren. Entscheiden Sie weise, sonst bringen Sie sich selbst in ein Dilemma, indem Sie entweder Zugeständnisse durch Ablehnung von Sichtweisen machen, die den eigenen Standpunkt stützen oder aber vom Gegenüber bereits kritisierte, von diesem oft negativ porträtierte Äußerungen annehmen. Achten Sie auf eine differenzierte Betrachtung abgelehnter Argumente.

Video

https://youtu.be/vamN4YakeG4

P.S.

 

Was halten Sie vom Brunnenvergiften?

Artikel zum Thema Manipulation 

Red Herring: Ablenkungsmanöver erkennen und beim Thema bleiben

Red Herrings führen Gespräche auf falsche Fährten. Erfahre, wie du Ablenkungsmanöver erkennst, relevante Fragen schützt und souverän beim Wesentlichen bleibst.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 14. November 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43324
K:CNC
Ü: