Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Am 15. Oktober ist der Welttag des Händewaschens – ein Höhepunkt der Hygiene, Menschheitsgeschichte und improRhetorik™️. So wäscht eine Hand die andere.
Welttag des Händewaschens

Eine Hand wäscht die andere

 

Am 15. Oktober wird feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte sowie eine Übungsgelegenheit für improRhetorik™.

Händewaschen

 

Am 15. Oktober wird jährlich in aller Welt feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet (oder richtiger: begangen) – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte (sowie improRhetorik™️).

Das Ereignis ist nun schon wieder fast in Vergessenheit geraten. Das zeigen eigene Studien. Doch weshalb solltest du meinen Behauptungen Glauben schenken, wo ich doch so oft darauf hinweise, dass Umfrageergebnisse so eine Sache sind. Oder, wie war das bei Heisenbergs Unschärferelation: der Beobachter beeinflusst das Geschehen? So ähnlich war es zumindest, ich lese das später nochmals in Ruhe.

Nicht jeder Versuchsteilnehmer mag beobachtet werden. Dabei gehe ich bei meinen Feldstudien sehr diskret vor und habe zur statistischen Absicherung verschiedenste Preisklassen einbezogen. Letzteres hat übrigens keine relevanten Veränderungen der Waschplatzbenutzungshäufigkeit ergeben.

Wer in gastronomischen Einrichtungen die sanitären Anlagen besucht, kann sich selbst ein Bild machen. Bei den Herren sind jedenfalls viele Wassersparer unterwegs. Viele Toilettenbesucher (ich finde ja die amerikanische Bezeichnung Restroom viel ansprechender) waschen sich nun schon wenige Tage nach dem Welthändewaschtag nicht mehr die gerade noch mit Keimen üppig verseuchten Greifwerkzeuge.

Mit solcherlei Gedanken im Kopf verstehe ich nun die bisher für skurril gehaltenen Zeitgenossen, die stets ihr Handdesinfektionsmittel einsatzbereit halten. Da wird die Begrüßung mit Handschlag ja für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan, von den Streptokokken gar nicht zu reden. Der amerikanische Tag des Händeschüttelns (National Handshake Day) ist übrigens stets am letzten Donnerstag im Juni. Ob und wenn ja, welche Vorsichtsmaßnahmen für diesen Feiertag empfohlen werden, ist mir nicht bekannt. Ungefährlicher klingt der Winke-deinen-Nachbarn-mit-der-ganzen-Hand-zu-Tag (engl. Wave All Your Fingers At Your Neighbors Day) am 7. Februar.

 

 

 

Und was nun?

 

Ist es an der Zeit endlich auf geeignete Weise die Relevanz des regelmäßigen Händewaschens zu verdeutlichen?

 

 

 

Ernsthaft

 

Gerade noch den niedlichen Hund gestreichelt, die Toilette besucht und Klinken geputzt gelangen die dabei gesammelten Keime von Hand zu Hand. Werden dann mit diesen Händen Nahrungsmittel oder das Gesicht berührt, können Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen und Infektionen auslösen. Tatsächlich wird zahlreichen Infektionskrankheiten der Weg auf diesen Wegen bereitet und richtiges Händewaschen sie deutlich reduzieren.

Infektionskrankheiten sind nicht lustig! Doch weil es wie eine Selbstverständlichkeit klingt, sich die Hände zu waschen, es aber nicht ist, habe ich das Stichwort aufgegriffen.

So wurde ich bei der Vorstellung der Artikelidee auch gleich darauf aufmerksam gemacht, dass viele Menschen das Thema nicht nur unterschätzen, sondern auch ihnen auch das Wissen für das richtige Händewaschen fehlt.

 

 

 

So geht es

 

Hätte ich mein erstes Studium (Diplom-Ingenieur Versorgungs- und Energietechnik) einige Jahre früher beendet, wäre mein Titel Gesundheitsingenieur. Soweit zur akademischen Qualifikation. Für das richtige Händewaschen ist jedoch kein Studium erforderlich.

Was es braucht, ist zuerst einmal vorzugsweise warmes fließendes Wasser und Seife. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Der erfahrene Händewäscher seift die Hände gründlich ein und denkt dabei sowohl an die Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und den oft vernachlässigten Daumen. Gerne vergessen werden die Fingernägel, der Profi achtet auch darauf. Sollte ich noch Ringe erwähnen? Besser ist es, trotz des Risikos, dass Schmuck gerne im Abfluss entschwindet! Die Seife wird rund 20 bis 30 Sekunden an allen Stellen sanft und gründlich eingerieben. Anschließend werden die Hände unter fließendem Wasser abgespült. Trickreich gilt es insbesondere auf öffentlichen Toiletten den Wasserfluss zu beenden, ohne die Keime erneut aufzunehmen. Beliebte Werkzeuge dabei sind Einweghandtuch und Ellenbogen. Die Hände wollen nun sorgfältig abgetrocknet werden, auch in den Fingerzwischenräumen. Das dafür ein sauberes Handtuch erforderlich ist, spricht sich langsam herum. Voila, so wäscht eine Hand die andere.

Zwanghaftes Händewaschen ist kein wünschenswertes Ziel, etwas Aufmerksamkeit für das Thema schon. Die Hände dürfen ruhig auch gewaschen werden, wenn sie noch nicht schmutzig aussehen. Die Krankheitserreger sind nun mal nicht mit den bloßen Augen zu erkennen.

P.S.

 

Was halten Sie davon und wer nimmt sich nun dem Thema an?

Die Begrüßung mit Handschlag
 wird für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan,
von den Streptokokken gar nicht zu reden. Karsten Noack

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2018
Überarbeitung: 24. Oktober 2018
Englische Version:
AN: #456
K: CNB
Ü:

SGI-Gesetz: Schräger geht immer – warum Realität Pläne überrascht |

SGI-Gesetz: Schräger geht immer – wenn die Realität überraschender ist als unsere Planung

Ernsthaft?
SGI-Gesetz: Realität schlägt Phantasie

SGI-Gesetz: Schräger geht immer – wenn die Realität überraschender ist als unsere Planung

 

Du denkst dir ein absurdes Szenario aus.

Nur um vorbereitet zu sein.

Dann passiert etwas, das noch unwahrscheinlicher klingt.

Noch schräger.

Noch unvorhersehbarer.

Und plötzlich wirkt deine ursprüngliche Befürchtung geradezu konservativ.

Genau diese Erfahrung steckt hinter einem augenzwinkernden Merksatz:

SGI: Schräger geht immer.

Das ist kein wissenschaftliches Gesetz.

Es ist eine Erinnerung daran, dass die Wirklichkeit wesentlich mehr Möglichkeiten kennt als unsere Vorstellungskraft.

 

 

 

Was bedeutet das SGI-Gesetz?

 

SGI steht hier für:

Schräger geht immer.

Gemeint ist:

Selbst wenn du dir eine ungewöhnliche Entwicklung ausmalst, kann die Realität noch eine Variante hervorbringen, mit der du kaum gerechnet hast.

Das klingt zunächst nach Humor.

Für Entscheidungen steckt darin jedoch ein ernster Gedanke.

 

 

 

Das Problem ist weniger, dass wir zu wenig wissen

 

Das Problem ist häufig:

Wir überschätzen, welche Möglichkeiten wir überhaupt in Betracht ziehen.

Wir denken in:

bekannten Kategorien.

vertrauten Entwicklungen.

plausiblen Fortsetzungen.

Doch Realität hält sich kaum an unsere Kategorien.

 

 

 

Planung basiert auf Vorstellungen

 

Jede Planung enthält Annahmen.

Zum Beispiel:

„Der Kunde wird wahrscheinlich zustimmen.“

„Der Lieferant bleibt verfügbar.“

„Der Markt entwickelt sich ungefähr so weiter.“

„Die Technik funktioniert.“

Diese Annahmen können vernünftig sein.

Nur sind sie keine Gewissheiten.

 

 

 

Realität besitzt mehr Variablen als dein Modell

 

Eine Planung reduziert Komplexität.

Das ist notwendig.

Ohne Vereinfachung könnten wir kaum entscheiden.

Doch jedes Modell lässt etwas weg.

Menschen.

Zufälle.

Nebenwirkungen.

Wechselwirkungen.

Und manchmal genau den Faktor, der später entscheidend wird.

 

 

 

Das SGI-Prinzip ist keine Einladung zu Katastrophendenken

 

Das ist wichtig.

Wenn du aus jeder Entscheidung zwanzig Horrorszenarien entwickelst, steigt deine Entscheidungsqualität kaum automatisch.

Dann kann aus Vorsicht:

Grübeln.

Überkontrolle.

Entscheidungsvermeidung.

werden.

Der sinnvollere Gedanke lautet:

Rechne damit, dass dein Szenario unvollständig ist.

 

 

 

Unsicherheit akzeptieren statt wegplanen

 

Planung soll Unsicherheit reduzieren.

Sie kann sie kaum vollständig beseitigen.

Je komplexer die Situation, desto wichtiger wird deshalb eine andere Fähigkeit:

mit Abweichungen umgehen können.

 

 

 

Robuste Planung statt perfekter Vorhersage

 

Eine gute Entscheidung muss weniger davon abhängen, dass die Zukunft exakt so eintritt wie erwartet.

Sie sollte auch dann tragfähig bleiben, wenn sich Annahmen verändern.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

 

 

 

Frage weniger: Was wird passieren?

 

Frage stärker:

Was tun wir, wenn es anders kommt?

Damit verschiebt sich der Fokus von Vorhersage zu Handlungsfähigkeit.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Du planst ein wichtiges Kundengespräch.

Du erwartest drei mögliche Einwände.

Du bereitest Antworten vor.

Im Gespräch kommt jedoch ein Thema auf, das bisher niemand erwähnt hatte.

Nun hilft weniger die perfekte vorbereitete Antwort.

Hilfreicher ist:

zuhören.

nachfragen.

Situation neu einordnen.

und flexibel reagieren.

 

 

 

Vorbereitung sollte Beweglichkeit erhöhen

 

Das gilt für:

  • Gespräche
  • Verhandlungen
  • Präsentationen
  • Entscheidungen
  • Krisensituationen

Gute Vorbereitung produziert weniger starre Drehbücher.

Sie erweitert Optionen.

 

 

 

Warum uns Überraschungen so stark treffen

 

Überraschung entsteht häufig nicht nur durch das Ereignis.

Sie entsteht durch die Differenz zwischen:

dem, was wir erwartet haben

und

dem, was tatsächlich geschieht.

 

 

 

Je enger die Erwartung, desto größer die Überraschung

 

Wenn du innerlich nur ein einziges Szenario zulässt, wirkt jede Abweichung dramatisch.

Wenn du mehrere Möglichkeiten berücksichtigt hast, bleibt mehr Spielraum.

 

 

 

Szenarien statt Prognosegläubigkeit

 

Bei wichtigen Entscheidungen kann es hilfreich sein, mehrere mögliche Entwicklungen zu betrachten.

Zum Beispiel:

Basisszenario:

Was erwarten wir am ehesten?

Stressszenario:

Was geschieht, wenn zentrale Annahmen schlechter ausfallen?

Chancenszenario:

Was geschieht, wenn sich Möglichkeiten schneller öffnen als erwartet?

 

 

 

Dann noch die SGI-Frage

 

Welche Entwicklung würden wir heute für zu schräg halten, um sie ernsthaft zu berücksichtigen?

Diese Frage ist manchmal erstaunlich ergiebig.

 

 

 

Schwarze Schwäne?

 

Der Gedanke erinnert teilweise an sogenannte Black-Swan-Ereignisse:

seltene, schwer vorhersehbare Entwicklungen mit großer Wirkung.

Doch das SGI-Prinzip ist weniger theoretisch.

Es sagt schlicht:

Dein Vorstellungshorizont ist kleiner als die Wirklichkeit.

 

 

 

Das gilt nicht nur für Risiken

 

Auch positive Entwicklungen können überraschend sein.

Vielleicht:

meldet sich ein Kunde, mit dem du kaum gerechnet hast.

eine Kooperation entsteht unerwartet.

eine ursprünglich schlechte Entwicklung eröffnet eine neue Möglichkeit.

Schräger kann auch besser bedeuten.

 

 

 

Wunschdenken ist die andere Seite

 

Menschen planen jedoch nicht nur zu pessimistisch.

Sie können ebenso zu optimistisch planen.

Zum Beispiel:

„Das wird schon funktionieren.“

„Der Termin wird bestimmt gehalten.“

„Die Nachfrage wird wieder steigen.“

Dann wird Hoffnung stillschweigend zur Annahme.

 

 

 

Hoffnung ist keine Prognose

 

Du darfst hoffen.

Du solltest nur wissen, wann du hoffst und wann du weißt.

Eine hilfreiche Trennung:

Was wissen wir?

Was erwarten wir?

Was hoffen wir?

Was nehmen wir lediglich an?

 

 

 

Die gefährlichsten Annahmen sind oft unsichtbar

 

Zum Beispiel:

„Der Vorstand wird das verstehen.“

„Der Kunde verlängert ohnehin.“

„Unser bester Mitarbeiter bleibt.“

„Diese Regulierung wird nicht kommen.“

Solche Sätze können unbemerkt zur Grundlage großer Entscheidungen werden.

 

 

 

Mach Annahmen sichtbar

 

Schreib bei wichtigen Entscheidungen bewusst auf:

Diese Entscheidung funktioniert, wenn …

Dann erkennst du schneller, woran sie hängt.

 

 

 

Beispiel

 

„Die Investition lohnt sich, wenn die Nachfrage mindestens auf dem heutigen Niveau bleibt.“

Jetzt ist die zentrale Annahme sichtbar.

Und überprüfbar.

 

 

 

Was würde unsere Entscheidung kippen?

 

Diese Frage ist besonders hilfreich.

Vielleicht:

  • eine neue Regulierung
  • ein Preisniveau
  • ein verlorener Kunde
  • eine technologische Veränderung
  • eine Personalentscheidung

Damit wird aus einem unscharfen Risiko ein beobachtbarer Faktor.

 

 

 

Entscheidungsschwellen definieren

 

Zum Beispiel:

„Wenn der Auftragseingang drei Monate unter Wert X fällt, prüfen wir die Investition erneut.“

Oder:

„Wenn die Kosten über Y steigen, wechseln wir zu Szenario B.“

So musst du weniger ständig neu entscheiden.

Du entscheidest heute, wann du morgen neu entscheidest.

 

 

 

Das ist besser als permanente Alarmbereitschaft

 

Wer überall eine mögliche Überraschung sieht, bleibt dauerhaft angespannt.

Das ist kaum der Sinn.

Besser:

relevante Unsicherheiten erkennen.

Schwellen definieren.

dann weiterarbeiten.

 

 

 

Premortem: Stell dir vor, es ist schiefgegangen

 

Eine nützliche Methode lautet:

Stell dir vor:

Die Entscheidung hat in einem Jahr deutlich schlechter funktioniert als erwartet.

Dann frage:

„Was ist vermutlich passiert?“

Diese Perspektive kann Risiken sichtbar machen, die in einer optimistischen Planung leicht fehlen.

 

 

 

Dann die SGI-Erweiterung

 

Frage zusätzlich:

„Was wäre die absurdeste plausible Erklärung dafür?“

Das Wort plausibel ist wichtig.

Wir suchen weniger Science-Fiction.

Wir suchen übersehene Möglichkeiten.

 

 

 

Ein Beispiel aus Projekten

 

Vielleicht lautet die erste Antwort:

„Der Lieferant fällt aus.“

Das ist offensichtlich.

Die zweite:

„Der Lieferant funktioniert, aber unser eigener Kunde verändert kurzfristig seine Spezifikation.“

Interessanter.

Die dritte:

„Unser Projekt wird erfolgreich, doch dadurch steigt die Nachfrage so schnell, dass wir nicht liefern können.“

Auch Erfolg kann ein Problem erzeugen.

 

 

 

Schräger denken heißt systemischer denken

 

Viele Überraschungen entstehen aus Wechselwirkungen.

Du veränderst A.

Dadurch verändert sich B.

B beeinflusst C.

Und plötzlich besitzt deine ursprüngliche Maßnahme eine Nebenwirkung, die du kaum gesehen hast.

 

 

 

Die Frage nach Nebenwirkungen

 

Vor wichtigen Entscheidungen:

Wenn diese Maßnahme erfolgreich ist, was verändert sie zusätzlich?

Das ist eine überraschend selten gestellte Frage.

 

 

 

Second-Order Effects

 

Entscheidungen haben Folgen.

Und Folgen haben weitere Folgen.

Zum Beispiel:

Du senkst Kosten.

Dadurch sinkt Servicequalität.

Dadurch steigt Kundenabwanderung.

Die ursprüngliche Einsparung wird teuer.

 

 

 

Oder umgekehrt

 

Du investierst in bessere Abläufe.

Dadurch steigt zunächst Aufwand.

Später sinkt Fehlerquote.

Dadurch verbessert sich Kundenbindung.

Die erste Wirkung war negativ.

Die zweite positiv.

 

 

 

Das SGI-Prinzip bei Kommunikation

 

Auch Kommunikation besitzt unerwartete Wirkungen.

Du formulierst einen Satz, um zu beruhigen.

Er wird als Herablassung verstanden.

Du möchtest Klarheit schaffen.

Die Aussage erzeugt Widerstand.

Du machst einen ironischen Witz.

Jemand nimmt ihn wörtlich.

 

 

 

Kommunikation hat keinen eingebauten Bedeutungsdecoder

 

Menschen interpretieren.

Mit:

Erfahrung.

Erwartungen.

Interessen.

Stimmung.

Deshalb kann dieselbe Aussage sehr unterschiedlich ankommen.

 

 

 

Poe’s Law passt teilweise dazu

 

Poe’s Law beschreibt ursprünglich ein Problem ironischer oder extremistischer Online-Kommunikation:

Ohne deutliche Hinweise kann eine Parodie so überzogen formuliert sein, dass andere sie für ernst halten.

Das passt zum SGI-Gedanken:

Selbst etwas, das du für offensichtlich absurd hältst, kann irgendwo ernst gemeint sein.

 

 

 

Deshalb Vorsicht mit Ironie

 

Besonders in:

  • Social Media
  • E-Mails
  • internationaler Kommunikation
  • sensiblen Themen

kann Kontext fehlen.

Dann wird Humor riskanter.

 

 

 

Murphy’s Law und SGI

 

Murphy’s Law wird meist sinngemäß formuliert:

Was schiefgehen kann, wird irgendwann schiefgehen.

Das SGI-Prinzip ist anders.

Es sagt weniger:

„Alles geht schief.“

Es erinnert daran:

Es gibt mehr mögliche Entwicklungen, als du gerade siehst.

 

 

 

Das ist für Entscheidungen nützlicher

 

Es fördert weniger Fatalismus.

Und stärker:

Neugier.

Flexibilität.

Robustheit.

 

 

 

Das SGI-Prinzip im Executive-Sparring

 

Bei strategischen Entscheidungen kann eine unabhängige Gegenperspektive gerade deshalb wertvoll sein.

Du kennst dein Geschäft besser als ein externer Sparringspartner.

Doch genau diese Nähe erzeugt manchmal blinde Flecken.

Ein Außenstehender kann fragen:

Welche Annahme erscheint euch so selbstverständlich, dass niemand sie mehr prüft?

Welche Entwicklung behandelt ihr als unmöglich?

Was wäre, wenn das Gegenteil eintritt?

 

 

 

Expertise schützt nicht vollständig vor Überraschung

 

Manchmal sogar im Gegenteil.

Wer sehr viel über ein System weiß, besitzt ein starkes Modell davon.

Das ist ein Vorteil.

Und kann gleichzeitig dazu führen, dass Entwicklungen außerhalb dieses Modells schwerer vorstellbar werden.

 

 

 

Die Frage eines Außenstehenden kann deshalb banal wirken

 

Zum Beispiel:

„Was, wenn der Kunde überhaupt nicht kaufen möchte?“

Intern heißt es:

„Das ist unrealistisch.“

Vielleicht.

Doch gerade solche Fragen prüfen Grundannahmen.

 

 

 

Was ist wirklich unmöglich?

 

Und was lediglich:

unwahrscheinlich?

ungewohnt?

unangenehm?

Diese Kategorien sollten wir auseinanderhalten.

 

 

 

Unwahrscheinlich ist nicht unmöglich

 

Das bedeutet trotzdem kaum, dass du jedes unwahrscheinliche Ereignis gleich stark berücksichtigen solltest.

Entscheidungen brauchen Priorisierung.

 

 

 

Wahrscheinlichkeit und Wirkung zusammen betrachten

 

Ein sehr unwahrscheinliches Ereignis mit geringer Wirkung verdient wenig Aufmerksamkeit.

Ein unwahrscheinliches Ereignis mit existenzieller Wirkung möglicherweise deutlich mehr.

Deshalb:

Wie wahrscheinlich?

Wie gravierend?

 

 

 

Dann kommt eine dritte Frage hinzu

 

Wie gut können wir reagieren?

Wenn die Auswirkungen hoch sind, du aber sehr schnell reagieren kannst, brauchst du möglicherweise weniger Vorbereitungsaufwand.

Wenn Reaktion Monate braucht, sieht es anders aus.

 

 

 

Optionen besitzen einen Wert

 

Unter Unsicherheit kann es sinnvoll sein, Handlungsoptionen offen zu halten.

Zum Beispiel:

  • Verträge mit Ausstiegsmöglichkeiten
  • mehrere Lieferanten
  • stufenweise Investitionen
  • Pilotprojekte
  • Reserven

Damit musst du weniger wissen, welche Zukunft genau kommt.

 

 

 

Reversibilität ist ein Entscheidungskriterium

 

Frage:

Wie leicht können wir diese Entscheidung korrigieren?

Eine leicht reversible Entscheidung darf möglicherweise schneller getroffen werden.

Eine irreversible Entscheidung verdient mehr Prüfung.

 

 

 

Tempo nach Reversibilität

 

Nicht jede Entscheidung braucht dieselbe Analyse.

Das verhindert, dass SGI-Denken zur endlosen Szenarioplanung wird.

 

 

 

Fünf Fragen für bessere Entscheidungen

 

1. Welche Annahme trägt unsere Entscheidung?

Mach sie sichtbar.

 

2. Was könnte anders kommen?

Nicht nur das wahrscheinlichste Risiko.

 

3. Was würden wir heute für „zu schräg“ halten?

Prüfe blinde Flecken.

 

4. Welche Entwicklung würde unsere Entscheidung kippen?

Definiere Schwellen.

 

5. Wie bleiben wir handlungsfähig?

Plane Optionen statt perfekte Vorhersagen.

 

 

 

Eine sechste Frage

 

Was, wenn alles besser läuft als erwartet?

Auch darauf solltest du vorbereitet sein.

 

 

 

Was hilft gegen Überraschungen?

 

Keine Methode verhindert sie vollständig.

Hilfreich sind:

  • mehrere Perspektiven
  • Szenarien
  • Premortems
  • kritische Gegenfragen
  • Entscheidungsschwellen
  • reversible Schritte
  • regelmäßige Neubewertung

 

 

 

Was hilft weniger?

 

Zum Beispiel:

  • noch längere Prognosen
  • so tun, als wäre Unsicherheit verschwunden
  • jede Überraschung vorhersehen wollen
  • permanente Alarmbereitschaft

 

 

 

Gelassenheit gehört zur Entscheidungsqualität

 

Wer akzeptiert, dass Überraschungen kommen können, muss weniger erschrecken, wenn sie tatsächlich eintreten.

Das ist keine Gleichgültigkeit.

Es ist realistische Erwartung.

 

 

 

„Damit konnte niemand rechnen“

 

Dieser Satz stimmt manchmal.

Manchmal bedeutet er jedoch:

„Wir hatten diese Möglichkeit nicht auf dem Radar.“

Das ist etwas anderes.

 

 

 

Eine gute Nachbesprechung fragt deshalb

 

War die Entwicklung wirklich unvorhersehbar?

Oder haben wir Signale ignoriert?

Welche Annahme war falsch?

Was lernen wir für die nächste Entscheidung?

 

 

 

Hindsight Bias vermeiden

 

Nach einem Ereignis wirkt dessen Verlauf häufig viel offensichtlicher, als er vorher war.

Dann heißt es:

„Das war doch klar.“

Das ist ebenfalls eine Wahrnehmungsverzerrung.

Deshalb sollten Entscheidungen anhand der Informationen bewertet werden, die zum damaligen Zeitpunkt verfügbar waren.

 

 

 

Das SGI-Gesetz mit Humor nehmen

 

Der Begriff darf augenzwinkernd bleiben.

Das gefällt mir an ihm.

Er erinnert uns:

Wir sind weniger allwissend, als wir manchmal wirken möchten.

Und die Wirklichkeit besitzt Humor.

Gelegentlich schwarzen.

 

 

 

Doch der praktische Kern ist ernst

 

Gute Entscheider brauchen weniger die Fähigkeit, jede Entwicklung vorherzusagen.

Sie brauchen die Fähigkeit:

Unsicherheit auszuhalten.

Annahmen zu prüfen.

Optionen zu erhalten.

und bei neuen Informationen nachzusteuern.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet SGI-Gesetz?

Auf dieser Website steht SGI augenzwinkernd für „Schräger geht immer“. Gemeint ist die Erfahrung, dass die Wirklichkeit Entwicklungen hervorbringen kann, die noch ungewöhnlicher sind als zuvor gedachte Szenarien.

 

Ist das SGI-Gesetz ein wissenschaftliches Gesetz?

Nein. Es ist ein humorvoller Merksatz und kein wissenschaftlich anerkanntes Gesetz.

 

Was hat das SGI-Prinzip mit Entscheidungen zu tun?

Es erinnert daran, dass jede Planung auf Annahmen beruht und die tatsächliche Entwicklung von diesen Annahmen abweichen kann. Gute Entscheidungen berücksichtigen deshalb Unsicherheit und erhalten Handlungsmöglichkeiten.

 

Ist SGI dasselbe wie Murphy’s Law?

Nein. Murphy’s Law beschäftigt sich sinngemäß mit Dingen, die schiefgehen können. SGI erinnert stärker daran, dass Realität überraschender und vielfältiger sein kann als unsere Vorstellung.

 

Was ist Poe’s Law?

Poe’s Law stammt aus der Online-Kommunikation und beschreibt das Problem, dass extreme Aussagen und Parodien ohne eindeutige Kennzeichnung schwer voneinander zu unterscheiden sein können.

 

Sollte ich für jede unwahrscheinliche Entwicklung einen Plan erstellen?

Nein. Das wäre ineffizient. Sinnvoller ist, Wahrscheinlichkeit, mögliche Wirkung und eigene Reaktionsfähigkeit zusammen zu betrachten.

 

Wie gehe ich mit Unsicherheit bei Entscheidungen um?

Trenne Fakten von Annahmen, entwickle wenige relevante Szenarien, definiere Entscheidungsschwellen und halte bei Bedarf Optionen offen.

 

Was ist die wichtigste Frage?

Vielleicht diese: Welche Annahme behandeln wir gerade so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht mehr prüfen?

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Du kannst die Zukunft nicht vollständig vorhersehen.

Auch mit:

mehr Daten.

mehr Erfahrung.

mehr Planung.

bleibt Unsicherheit.

Das ist kein Fehler im Entscheidungsprozess.

Es ist Teil der Realität.

Gute Entscheidungen brauchen weniger perfekte Vorhersagen als genügend Robustheit für den Moment, in dem die Realität wieder einmal schräger kommt als gedacht.

 

 

 

Wenn bei einer wichtigen Entscheidung viel auf dem Spiel steht

 

Gerade dann ist eine zusätzliche Perspektive häufig wertvoll.

Im Executive Sparring können wir beispielsweise prüfen:

  • Welche Annahmen tragen die Entscheidung?
  • Welche Szenarien fehlen?
  • Welche Risiken werden zu groß oder zu klein eingeschätzt?
  • Welche Gegenposition wurde bisher kaum geprüft?
  • Welche Entscheidungsschwellen sind sinnvoll?
  • Wie lassen sich Optionen offenhalten?

Dabei geht es weniger darum, die Zukunft zu erraten.

Interessanter ist:

Wie gut ist deine Entscheidung, wenn die Zukunft anders kommt als erwartet?

Genau dort wird aus Planung Entscheidungsqualität.

Vertraulich, online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 17. Oktober 2018
Überarbeitet:05.10.2026

 

Skitts Gesetz bzw. Skitt’s Law & 10 Tipps für das Lektorat eigener Texte

Skitt’s Law und Selbstlektorat: Eigene Texte gründlich überarbeiten

30 Tipps zum Lektorat eigener Texte
Hilfe, wo ist mein Lektor. Skitts Gesetz bzw. Skitt’s Law

Skitt’s Law und Selbstlektorat: Eigene Texte gründlich überarbeiten

 

Du korrigierst öffentlich einen Rechtschreibfehler.

Und ausgerechnet in deiner Korrektur steckt der nächste.

Willkommen bei Skitt’s Law.

Die ironische Regel erinnert an etwas sehr Menschliches:

Fehler anderer sind häufig leichter zu erkennen als die eigenen.

Das gilt besonders bei Texten, an denen wir lange gearbeitet haben.

Wir wissen, was dort stehen soll.

Und genau deshalb lesen wir manchmal etwas, das dort gar nicht steht.

Ein gutes Selbstlektorat braucht deshalb mehr als:

„Ich lese noch einmal kurz drüber.“

 
 
 

Was ist Skitt’s Law?

 

Skitt’s Law ist ein ironisches Internet-Aphorismus.

Sinngemäß lautet es:

Wer einen Fehler in einem fremden Text korrigiert, wird in seiner eigenen Korrektur besonders leicht selbst einen Fehler machen.

Die Pointe lebt von:

  • Selbstüberschätzung
  • Aufmerksamkeitsfehlern
  • sprachlicher Fallhöhe

Denn je selbstsicherer die Korrektur klingt, desto auffälliger wird ein eigener Fehler.

 
 
 

Skitt’s Law ist kein wissenschaftliches Gesetz

 

Der Begriff „Law“ klingt formeller, als die Regel gemeint ist.

Sie gehört eher in die Familie humorvoller Internetgesetze.

Ihr Wert liegt weniger in empirischer Vorhersage.

Interessanter ist die Erinnerung:

Auch wer sehr genau hinschaut, bleibt fehlbar.

Und:

Korrekturen verdienen dieselbe Sorgfalt wie der Text, den sie korrigieren.

 
 
 

Warum wir eigene Fehler so leicht übersehen

 

Beim Lesen eigener Texte kennen wir bereits:

  • die Absicht
  • die Argumentation
  • die gewünschte Formulierung
  • den gedanklichen Zusammenhang

Unser Gehirn muss deshalb weniger rekonstruieren als bei einem fremden Text.

Das kann hilfreich sein.

Es kann zugleich dazu führen, dass wir:

  • fehlende Wörter ergänzen
  • Doppellungen übersehen
  • unklare Bezüge automatisch richtig interpretieren
  • bekannte Formulierungen nur noch überfliegen

Wir lesen dann teilweise:

was wir schreiben wollten.

Nicht nur:

was tatsächlich dort steht.

 
 
 

Überarbeiten, lektorieren und korrekturlesen sind nicht dasselbe

 

Diese Unterscheidung hilft enorm.

Überarbeiten

Hier geht es um die großen Fragen:

  • Ist die Aussage klar?
  • Stimmt die Struktur?
  • Fehlt etwas?
  • Ist etwas überflüssig?
  • Trägt die Argumentation?

 

 

Lektorat

Hier rücken stärker in den Mittelpunkt:

  • Stil
  • Verständlichkeit
  • Satzbau
  • Wortwahl
  • Wiederholungen

 

Korrekturlesen

Hier geht es besonders um:

  • Rechtschreibung
  • Grammatik
  • Zeichensetzung
  • Tippfehler
  • Formatierungsfehler

Wenn du alles gleichzeitig prüfen möchtest, konkurrieren diese Aufgaben miteinander.

Mehrere fokussierte Durchgänge sind häufig gründlicher als ein einziger Rundum-Check.

 
 
 

1. Lass den Text liegen

 

Direkt nach dem Schreiben kennst du jeden Gedanken noch sehr genau.

Das macht Distanz schwierig.

Wenn es der Zeitplan erlaubt, lege den Text deshalb für eine Weile weg.

Schon einige Stunden können helfen.

Bei wichtigen Texten ist ein längerer Abstand oft noch hilfreicher.

Wenn du später zurückkehrst, wirkt der Text etwas fremder.

Und genau das verbessert deine Chancen, Schwächen zu erkennen.

 
 
 

2. Prüfe zuerst Inhalt und Struktur

 

Es lohnt sich wenig, einen Satz sprachlich zu perfektionieren, den du später vollständig streichst.

Deshalb beginne mit den großen Fragen:

  • Was ist die Kernbotschaft?
  • Ist sie früh genug erkennbar?
  • Folgen die Gedanken nachvollziehbar aufeinander?
  • Fehlen wichtige Informationen?
  • Gibt es unnötige Wiederholungen?
  • Passt der Text zum Publikum?

Erst wenn diese Ebene trägt, lohnt sich der Feinschliff.

 
 
 

3. Prüfe jeden Absatz auf seine Aufgabe

 

Frag bei jedem Absatz:

Was leistet dieser Abschnitt?

Zum Beispiel:

  • führt er ein Problem ein?
  • liefert er Belege?
  • erklärt er einen Zusammenhang?
  • gibt er ein Beispiel?
  • führt er zum nächsten Gedanken?

Wenn du keine klare Antwort findest, ist der Absatz möglicherweise:

  • überflüssig
  • unklar
  • an der falschen Stelle

 
 
 

4. Lies den Text laut vor

 

Das ist eine der wirksamsten Methoden beim Selbstlektorat.

Lautes Lesen verlangsamt.

Und es macht hörbar, was beim stillen Lesen leicht durchrutscht.

Zum Beispiel:

  • zu lange Sätze
  • holprige Übergänge
  • Doppellungen
  • fehlende Wörter
  • unnatürliche Formulierungen

Wenn du beim Vorlesen regelmäßig stolperst, lohnt sich ein genauer Blick.

Der Mund entdeckt manchmal, was die Augen längst übersehen.

 
 
 

5. Achte beim Vorlesen nicht nur auf Fehler

 

Höre auch auf:

  • Rhythmus
  • Satzlänge
  • Wiederholungen
  • unnötige Fachsprache
  • steife Formulierungen

Besonders Texte für Reden, Präsentationen, Videos oder Podcasts sollten sich:

sprechen lassen.

Ein grammatisch korrekter Satz kann mündlich trotzdem unbrauchbar sein.

→ Klare Sprache für Reden und Präsentationen

 
 
 

6. Verändere die Darstellung

 

Wenn du einen Text lange in derselben Form gesehen hast, gewöhnen sich deine Augen daran.

Verändere deshalb bewusst etwas.

Zum Beispiel:

  • Schriftgröße
  • Zeilenabstand
  • Fensterbreite
  • Hintergrund
  • Ausgabeformat

Auch ein Ausdruck kann helfen.

Der Text wirkt dadurch ungewohnter.

Und ungewohnte Texte lesen wir häufig aufmerksamer.

 
 
 

7. Prüfe immer nur eine Fehlerart

 

Ein Durchgang könnte beispielsweise ausschließlich dienen der Suche nach:

  • Rechtschreibung

Der nächste:

  • Zeichensetzung

Der nächste:

  • Wortwiederholungen

Und ein weiterer:

  • unklaren Bezügen

Das klingt zunächst langsamer.

Es kann insgesamt deutlich gründlicher sein.

 
 
 

8. Suche nach deinen persönlichen Lieblingsfehlern

 

Fast jeder hat wiederkehrende Muster.

Zum Beispiel:

  • bestimmte Tippfehler
  • zu viele Füllwörter
  • lange Schachtelsätze
  • bestimmte Kommafehler
  • Lieblingsformulierungen

Führe eine kleine persönliche Prüfliste.

Dann kannst du gezielt danach suchen.

Bei digitalen Texten hilft zusätzlich die Suchfunktion.

 
 
 

9. Suche bewusst nach Wiederholungen

 

Manche Wiederholungen sind sinnvoll.

Andere entstehen unbemerkt.

Zum Beispiel:

„Wichtig ist dabei besonders die wichtige Unterscheidung …“

Oder dasselbe Wort erscheint viermal in einem kurzen Absatz.

Prüfe:

Dient die Wiederholung der Klarheit?

Oder ist sie nur unbemerkt entstanden?

 
 
 

10. Prüfe Füllwörter

 

Wörter wie:

  • eigentlich
  • irgendwie
  • gewissermaßen
  • sozusagen
  • im Grunde

können sinnvoll sein.

Sie können Aussagen ebenso unnötig abschwächen.

Streiche sie probeweise.

Wenn der Satz klarer wird, dürfen sie gehen.

Wenn sich die Bedeutung verändert, bleiben sie.

 
 
 

11. Prüfe Adjektive und Adverbien

 

Auch hier gilt:

nicht pauschal löschen.

Frag:

Trägt dieses Wort relevante Information?

Ein präzises Adjektiv kann viel leisten.

Drei dekorative Adjektive hintereinander häufig weniger.

→ Adjektive gezielt einsetzen

 
 
 

12. Prüfe lange Sätze besonders kritisch

 

Lange Sätze sind nicht grundsätzlich schlecht.

Sie erhöhen jedoch die Gefahr, dass:

  • Bezüge unklar werden
  • die Hauptaussage untergeht
  • Leser den Satzanfang vergessen

Frag:

Kann aus diesem Satz sinnvoll zwei werden?

Wenn ja, lohnt sich der Test.

 
 
 

13. Prüfe die Satzanfänge

 

Viele Texte entwickeln unbemerkt monotone Muster.

Zum Beispiel:

„Dabei … Dabei … Dabei …“

Oder:

„Es ist … Es ist … Es ist …“

Variation kann den Text lebendiger machen.

Sie sollte trotzdem natürlich bleiben.

 
 
 

14. Prüfe Pronomen und Bezüge

 

Wörter wie:

  • dies
  • diese
  • das
  • es
  • sie

können Bezüge elegant herstellen.

Sie können ebenso unklar werden.

Frag:

Ist sofort eindeutig, worauf sich dieses Wort bezieht?

Wenn nicht, nenne den Gegenstand lieber noch einmal konkret.

 
 
 

15. Prüfe Behauptungen

 

Gutes Lektorat betrifft nicht nur Sprache.

Auch inhaltliche Aussagen verdienen einen zweiten Blick.

Frag:

  • Ist diese Aussage wirklich belegt?
  • Ist sie zu absolut?
  • Verwechsle ich Beobachtung und Interpretation?
  • Ist eine Quelle erforderlich?
  • Ist die Quelle noch aktuell?

Ein sprachlich perfekter Fehler bleibt ein Fehler.

 
 
 

16. Kontrolliere Namen, Zahlen und Daten separat

 

Gerade diese Informationen werden leicht überlesen.

Prüfe gezielt:

  • Eigennamen
  • Funktionsbezeichnungen
  • Jahreszahlen
  • Prozentwerte
  • Geldbeträge
  • Links

Bei wichtigen Texten lohnt sich dafür ein eigener Durchgang.

 
 
 

17. Prüfe Überschriften unabhängig vom Fließtext

 

Lies nur:

  • Hauptüberschrift
  • Zwischenüberschriften
  • Unterüberschriften

Dann frage:

Ergibt daraus bereits eine nachvollziehbare Struktur?

Gute Überschriften helfen Lesern, einen Text:

  • zu überblicken
  • zu scannen
  • wiederzufinden

Wenn die Überschriften allein chaotisch wirken, stimmt häufig auch die Struktur noch nicht.

 
 
 

18. Lies einzelne Abschnitte außerhalb der Reihenfolge

 

Beim normalen Lesen trägt dich der Inhalt von Satz zu Satz.

Dadurch ergänzt dein Gehirn Zusammenhänge.

Für den letzten Korrekturdurchgang kann es deshalb hilfreich sein, die gewohnte Reihenfolge zu durchbrechen.

Zum Beispiel:

vom letzten Absatz rückwärts.

Dadurch rückt die einzelne Formulierung stärker in den Vordergrund.

Diese Technik eignet sich besonders für:

  • Tippfehler
  • Grammatik
  • Zeichensetzung

Für die Prüfung des Argumentationsflusses ist sie dagegen ungeeignet.

 
 
 

19. Lass dir den Text vorlesen

 

Du musst nicht selbst vorlesen.

Text-to-Speech-Funktionen können ebenfalls hilfreich sein.

Der Vorteil:

Die Software liest häufig:

was tatsächlich dort steht.

Du selbst bist stärker versucht, automatisch:

das Gemeinte

zu hören.

Dadurch fallen beispielsweise:

  • fehlende Wörter
  • Doppelungen
  • ungewöhnliche Formulierungen

leichter auf.

 
 
 

20. Nutze Rechtschreib- und Grammatikprüfung

 

Digitale Hilfsmittel sind nützlich.

Sie finden:

  • viele Tippfehler
  • manche Grammatikprobleme
  • bestimmte Zeichensetzungsfehler

Sie entscheiden jedoch nicht zuverlässig über:

  • Absicht
  • Ton
  • Argumentation
  • inhaltliche Richtigkeit
  • passende Nuancen

Deshalb:

Hinweise prüfen statt blind übernehmen.

 
 
 

21. KI kann beim Lektorat helfen

 

Auch KI-Werkzeuge können Texte auf unterschiedliche Weise unterstützen.

Zum Beispiel mit Fragen wie:

  • Wo ist dieser Text unklar?
  • Welche Aussagen wiederholen sich?
  • Welche Sätze sind unnötig kompliziert?
  • Wo fehlen Belege?
  • Welche Formulierungen sind mehrdeutig?

Je genauer der Auftrag, desto nützlicher kann die Rückmeldung werden.

 
 
 

KI sollte nicht unbemerkt deine Stimme ersetzen

 

Das ist besonders wichtig.

Ein Text kann sprachlich glatt werden und gleichzeitig:

  • Persönlichkeit verlieren
  • generischer klingen
  • unnötig aufgeblasen werden
  • inhaltliche Fehler aufnehmen

Deshalb lohnt sich nach jeder automatischen Überarbeitung die Frage:

Klingt das noch nach mir?

Und:

Stimmt es überhaupt?

 
 
 

22. Gib der KI gezielte Rollen statt „Verbessere den Text“

 

Ein konkreter Auftrag ist hilfreicher.

Zum Beispiel:

„Markiere ausschließlich unklare Pronomen.“

Oder:

„Prüfe nur Rechtschreibung und Zeichensetzung. Ändere meinen Stil nicht.“

Oder:

„Zeige mir Wiederholungen, ohne den Text umzuschreiben.“

So bleibt deine Kontrolle größer.

 
 
 

23. Lass eine andere Person lesen

 

Ein externer Leser besitzt einen entscheidenden Vorteil:

Er kennt deinen Text noch nicht.

Deshalb kann er leichter erkennen:

  • wo Wissen vorausgesetzt wird
  • wo ein Gedankensprung entsteht
  • wo Begriffe unklar sind
  • wo die Kernaussage verloren geht

Bitte möglichst um konkrete Rückmeldung.

Statt:

„Wie findest du den Text?“

besser:

„An welcher Stelle wird unklar, worauf ich hinauswill?“

 
 
 

24. Lass verschiedene Personen verschiedene Dinge prüfen

 

Ein Fachkollege kann prüfen:

Stimmt der Inhalt?

Eine Person aus der Zielgruppe kann prüfen:

Ist es verständlich?

Ein professionelles Lektorat kann prüfen:

Ist Sprache und Struktur sauber?

Unterschiedliche Leser sehen unterschiedliche Dinge.

 
 
 

25. Prüfe nach jeder größeren Änderung erneut

 

Eine wichtige Erfahrung:

Beim Korrigieren entstehen neue Fehler.

Du verschiebst einen Satz.

Plötzlich passt der Bezug nicht mehr.

Du löscht ein Wort.

Jetzt fehlt ein Artikel.

Du ergänzt einen Absatz.

Nun wiederholt sich ein Gedanke.

Genau hier bekommt Skitt’s Law wieder praktische Bedeutung.

Jede Korrektur kann selbst korrekturbedürftig sein.

 
 
 

26. Prüfe besonders die letzten Änderungen

 

Kurz vor Veröffentlichung werden häufig noch kleine Verbesserungen vorgenommen.

Gerade dort entstehen erstaunlich viele neue Fehler.

Deshalb:

Nach der letzten Änderung noch einmal genau die geänderte Stelle lesen.

Und möglichst auch:

den Satz davor und danach.

 
 
 

27. Überarbeite vom Großen zum Kleinen

 

Eine sinnvolle Reihenfolge kann sein:

  1. Kernaussage
  2. Struktur
  3. Argumentation
  4. Absätze
  5. Sätze
  6. Wörter
  7. Rechtschreibung und Zeichensetzung
  8. Formatierung

So vermeidest du, Zeit in Details zu investieren, die später ohnehin verschwinden.

 
 
 

28. Prüfe den Text aus Sicht des Lesers

 

Du kennst dein Thema.

Dein Leser möglicherweise nicht.

Frag deshalb:

  • Welche Begriffe müsste ich erklären?
  • Welche Informationen fehlen zum Verständnis?
  • Welche Beispiele helfen?
  • Was interessiert den Leser überhaupt?
  • Was kann weg?

Ein guter Text entsteht nicht nur aus dem, was du sagen möchtest.

Er entsteht auch aus dem, was der Leser zum Verstehen braucht.

 
 
 

29. Prüfe, ob der Text sein Ziel erreicht

 

Ein fehlerfreier Text kann trotzdem wirkungslos sein.

Deshalb gehört zum letzten inhaltlichen Check:

Was soll dieser Text bewirken?

Soll er:

  • informieren?
  • überzeugen?
  • erklären?
  • zum Handeln bewegen?
  • Vertrauen schaffen?

Dann prüfe:

Unterstützt der Text dieses Ziel tatsächlich?

 
 
 

30. Akzeptiere, dass absolute Fehlerfreiheit schwer erreichbar ist

 

Sorgfalt ist sinnvoll.

Perfektionismus kann dagegen verhindern, dass ein Text jemals fertig wird.

Irgendwann ist die sinnvollere Frage:

Ist der Text gut genug geprüft, um veröffentlicht zu werden?

Das ist etwas anderes als:

Kann ich garantieren, dass niemand jemals noch einen Fehler findet?

Diese Garantie gibt es kaum.

 
 
 

Eine praktische Reihenfolge für das Selbstlektorat

 

Bei einem wichtigen Text kannst du beispielsweise so vorgehen:

Durchgang 1: Inhalt

Stimmen Aussage, Fakten und Argumentation?

 

Durchgang 2: Struktur

Ist die Reihenfolge nachvollziehbar?

 

Durchgang 3: Verständlichkeit

Sind Sätze und Begriffe klar?

 

Durchgang 4: Stil

Gibt es Wiederholungen, Füllwörter oder unnötige Länge?

 

Durchgang 5: Fakten

Stimmen Namen, Zahlen, Daten, Zitate und Links?

 

Durchgang 6: Korrektur

Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

 

Durchgang 7: Endkontrolle

Letzte Änderungen, Überschriften und Formatierung.

 
 
 

Eine kurze Checkliste vor der Veröffentlichung

 

  1. Ist die Kernbotschaft klar?
  2. Passt die Struktur?
  3. Fehlen wichtige Informationen?
  4. Kann etwas gestrichen werden?
  5. Sind Behauptungen belastbar?
  6. Stimmen Namen, Zahlen und Daten?
  7. Gibt es unnötige Wiederholungen?
  8. Sind die Sätze verständlich?
  9. Habe ich den Text laut gelesen oder vorlesen lassen?
  10. Habe ich Rechtschreibung und Zeichensetzung separat geprüft?
  11. Funktionieren alle Links?
  12. Habe ich die letzten Änderungen noch einmal kontrolliert?

 
 
 

Was Skitt’s Law über Kommunikation lehrt

 

Die eigentliche Pointe geht über Rechtschreibung hinaus.

Wer andere korrigiert, tritt leicht aus einer Position auf wie:

„Ich habe es richtig verstanden.“

Skitt’s Law erinnert daran:

Auch Korrektheit braucht Bescheidenheit.

Das gilt für:

  • Sprache
  • Argumentation
  • Fakten
  • öffentliche Kritik

 
 
 

Korrigieren ohne Besserwisserei

 

Es gibt einen Unterschied zwischen:

einen Fehler korrigieren

und:

einen Menschen vorführen.

Wenn es um die Sache geht, reicht häufig:

„Hier müsste es X heißen.“

Die zusätzliche Botschaft:

„Wie kann jemand nur so etwas falsch machen?“

trägt selten zur Qualität des Austauschs bei.

 
 
 

Je öffentlicher die Korrektur, desto sorgfältiger sollte sie sein

 

Wenn du jemanden:

  • öffentlich
  • deutlich
  • mit großer Sicherheit

korrigierst, steigt deine eigene Fallhöhe.

Das ist weniger ein Naturgesetz als eine kommunikative Realität.

Wer Präzision einfordert, wird selbst an Präzision gemessen.

 
 
 

Selbstlektorat für Reden und Präsentationen

 

Bei gesprochenen Texten gelten zusätzliche Anforderungen.

Ein Redemanuskript sollte nicht nur:

korrekt aussehen.

Es sollte:

gut klingen.

Prüfe deshalb besonders:

  • Sprechbarkeit
  • Satzlänge
  • Atemstellen
  • Übergänge
  • Rhythmus

Hier ist lautes Vorlesen unverzichtbar.

 
 
 

Schreiben für das Sprechen

 

Schriftsprache darf komplexer sein.

Gesprochene Sprache verschwindet unmittelbar wieder.

Das Publikum kann nicht einfach einen Absatz zurückspringen.

Deshalb helfen bei gesprochenen Texten häufig:

  • klare Satzanfänge
  • überschaubare Satzlängen
  • ein Gedanke pro Satz
  • erkennbare Übergänge
  • gezielte Wiederholung

→ Wirksame Sprache in Gesprächen, Reden und Präsentationen

 
 
 

Wenn ein Text besonders wichtig ist

 

Je höher die Tragweite, desto weniger würde ich mich auf einen einzigen Prüfdurchgang verlassen.

Bei wichtigen:

  • Reden
  • Stellungnahmen
  • Executive-Kommunikation
  • Veröffentlichungen
  • kritischen Schreiben

kann ein zusätzlicher unabhängiger Blick sehr wertvoll sein.

Gerade weil Autoren ihre eigenen blinden Flecken nur schwer vollständig erkennen können.

 
 
 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Sprache, Texte, Präsentationen oder wiederkehrende berufliche Kommunikation geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkreter Text, eine Rede oder öffentliche Kommunikation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 
 
 

Fazit: Gute Texte entstehen nicht beim ersten Schreiben

 

Skitt’s Law ist vor allem deshalb sympathisch, weil es niemanden ausnimmt.

Wir alle übersehen Fehler.

Besonders die eigenen.

Ein gutes Selbstlektorat reduziert dieses Risiko.

Hilfreich sind vor allem:

  • Abstand
  • mehrere Prüfdurchgänge
  • lautes Vorlesen
  • Perspektivwechsel
  • gezielte Checklisten
  • externe Rückmeldung

Und nach jeder Korrektur gilt:

noch einmal hinschauen.

Denn ausgerechnet beim Verbessern kann der nächste Fehler entstehen.

Wer Präzision einfordert, wird selbst an Präzision gemessen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Die Wahrscheinlichkeit eines Textfehlers steht im direkten Verhältnis zur Beschämung des Autors.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 20. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Worte und ihre Wirkung: Warum Wortwahl Kommunikation verändert

Worte wirken: Warum Sprache mehr transportiert als Informationen

Worte und ihre Wirkung: Warum Wortwahl Kommunikation verändert
Worte

Worte wirken: Warum Sprache mehr transportiert als Informationen

 

Ein einziges Wort kann ein Gespräch verändern.

Es kann:

öffnen.

beruhigen.

ermutigen.

provozieren.

verletzen.

Oder eine vollkommen andere Richtung vorgeben.

Vielleicht liegt genau darin die Faszination von Sprache.

Wir verwenden Wörter, um Informationen auszutauschen.

Und transportieren gleichzeitig weit mehr als Informationen.

Worte beschreiben Wirklichkeit. Und manchmal beeinflussen sie, welche Wirklichkeit wir überhaupt wahrnehmen.

 

 

 

Wörter oder Worte?

 

Das deutsche Wort Wort besitzt zwei Pluralformen:

Wörter und Worte.

Von Wörtern sprechen wir meist, wenn einzelne sprachliche Einheiten gemeint sind.

Zum Beispiel:

Dieser Satz enthält sechs Wörter.

Von Worten sprechen wir häufiger, wenn eine Äußerung, eine Botschaft oder etwas inhaltlich Zusammengehöriges gemeint ist.

Zum Beispiel:

Ihre Worte haben mich berührt.

Schon diese kleine sprachliche Besonderheit zeigt:

Ein Wort ist nicht nur eine Ansammlung von Buchstaben.

Es kann Bedeutung tragen.

 

 

 

Verstehen zwei Menschen unter demselben Wort dasselbe?

 

Oft ungefähr.

Selten vollkommen.

Nimm ein scheinbar einfaches Wort:

Erfolg.

Für eine Person bedeutet Erfolg:

Geld.

Für eine andere:

Einfluss.

Freiheit.

Zeit.

Sicherheit.

Anerkennung.

Oder ein ruhiges Leben.

Das Wort ist dasselbe.

Die innere Bedeutung kann vollkommen unterschiedlich sein.

 

 

 

Wörter lösen Vorstellungen aus

 

Sprache funktioniert deshalb weniger wie die Übertragung einer Datei.

Du sendest ein Wort.

Dein Gegenüber verbindet damit:

  • Erfahrungen
  • Erinnerungen
  • Gefühle
  • Bewertungen
  • Erwartungen

Kommunikation entsteht erst aus diesem Zusammenspiel.

 

 

 

Darum sind Missverständnisse so normal

 

Du sagst:

„Das ist dringend.“

Was heißt dringend?

In fünf Minuten?

Heute?

Bis Freitag?

Du sagst:

„Das sollte professioneller werden.“

Was genau bedeutet professioneller?

Kürzer?

Sachlicher?

Hochwertiger gestaltet?

Formeller?

Ohne Konkretisierung muss dein Gegenüber interpretieren.

 

 

 

Je wichtiger die Situation, desto teurer wird sprachliche Unschärfe

 

In einem privaten Gespräch entsteht vielleicht ein kleines Missverständnis.

In einer Vorstandssitzung kann ein unklarer Satz:

  • eine falsche Entscheidung begünstigen
  • Verantwortung verschleiern
  • unnötigen Widerstand erzeugen
  • eine Priorität falsch setzen

Deshalb ist präzise Sprache kein Luxus.

Sie ist ein Werkzeug guter Entscheidungen.

 

 

 

Worte beeinflussen Beziehungen

 

Vergleiche:

„Warum haben Sie das falsch gemacht?“

mit:

„Wie ist es zu diesem Ergebnis gekommen?“

Beide Fragen können sich auf denselben Vorgang beziehen.

Doch sie eröffnen ein anderes Gespräch.

Die erste Frage enthält bereits eine Bewertung.

Die zweite öffnet zunächst die Untersuchung.

 

 

 

Die Frage prägt den Denkraum

 

Das ist ein besonders wichtiger Punkt.

Wenn du fragst:

„Wer ist schuld?“

sucht dein Gegenüber wahrscheinlich nach einer Person.

Wenn du fragst:

„Welche Faktoren haben zu diesem Ergebnis beigetragen?“

öffnet sich ein breiterer Denkraum.

Andere Worte.

Andere Aufmerksamkeit.

Andere mögliche Antworten.

 

 

 

Worte können Wirklichkeit rahmen

 

Dieser Effekt wird häufig mit dem Begriff Framing beschrieben.

Ein Sachverhalt kann unterschiedlich bezeichnet werden.

Und jede Bezeichnung lenkt Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte.

Zum Beispiel:

Kosten.

oder:

Investition.

Problem.

oder:

Herausforderung.

Die Worte sind nicht bedeutungsgleich.

Sie verändern den Blickwinkel.

 

 

 

Positive Sprache bedeutet nicht Schönfärberei

 

Es wäre ein Fehler, jedes Problem sprachlich weichzuzeichnen.

Eine Krise bleibt eine Krise.

Ein Fehler bleibt ein Fehler.

Ein Verlust bleibt ein Verlust.

Gute Sprache macht Wirklichkeit klarer.

Sie versteckt sie nicht.

 

 

 

Beschönigung kann Vertrauen kosten

 

Wenn Mitarbeitende Entlassungen erwarten und die Führung nur von:

„strategischer Anpassung der Ressourcenstruktur“

spricht, steigt Vertrauen selten.

Menschen merken, wenn Sprache Wirklichkeit verschleiern soll.

 

 

 

Klarheit kann respektvoll sein

 

Zum Beispiel:

„Wir werden Stellen abbauen. Heute kann ich noch nicht sagen, welche Bereiche konkret betroffen sein werden. Sobald diese Entscheidung getroffen ist, informieren wir euch.“

Das ist unangenehm.

Und klar.

 

 

 

Worte können Verantwortung sichtbar machen

 

Vergleiche:

„Da sind Fehler passiert.“

mit:

„Wir haben bei dieser Entscheidung zwei Risiken unterschätzt.“

Im ersten Satz verschwindet der Handelnde.

Im zweiten wird Verantwortung sichtbar.

 

 

 

Passivsprache kann Verantwortung verdecken

 

Formulierungen wie:

„Es wurde entschieden …“

„Dabei kam es zu …“

„Es wurden Fehler gemacht …“

sind grammatisch vollkommen korrekt.

Doch manchmal fehlt die wichtigste Information:

Wer hat entschieden?

 

 

 

Aktive Sprache schafft Klarheit

 

Zum Beispiel:

„Die Geschäftsleitung hat entschieden …“

„Ich habe diese Entscheidung getroffen …“

„Unser Team hat den Zeitaufwand unterschätzt …“

Damit wird Verantwortung greifbarer.

 

 

 

Worte können eskalieren

 

Ein Konflikt beginnt manchmal weniger beim Inhalt als bei einer Formulierung.

Zum Beispiel:

„Du hörst mir nie zu.“

„Typisch.“

„Das ist doch lächerlich.“

„Du verstehst es einfach nicht.“

Solche Sätze enthalten mehr als Information.

Sie enthalten Bewertungen über die andere Person.

 

 

 

Pauschalisierungen verschärfen Konflikte

 

Worte wie:

immer.

nie.

ständig.

typisch.

können dazu führen, dass sich das Gespräch vom konkreten Verhalten zur gesamten Person verschiebt.

Dann wird aus:

„Gestern kam die Information zu spät.“

schnell:

„Auf dich ist nie Verlass.“

Das ist eine vollkommen andere Botschaft.

 

 

 

Konkrete Sprache hält Gespräche lösbarer

 

Statt:

„Du bist unzuverlässig.“

präziser:

„Die letzten beiden Unterlagen kamen nach dem vereinbarten Termin.“

Jetzt kann über Verhalten gesprochen werden.

 

 

 

Worte können Grenzen setzen

 

Klarheit muss nicht aggressiv sein.

Zum Beispiel:

„So möchte ich nicht angesprochen werden.“

„Darüber können wir sprechen. Persönliche Angriffe gehören für mich nicht dazu.“

„Dieser Termin passt für mich nicht. Ich kann Dienstag um 14 Uhr anbieten.“

Klare Worte reduzieren Interpretationsspielraum.

 

 

 

Weiche Sprache kann Grenzen unklar machen

 

Zum Beispiel:

„Vielleicht wäre es eventuell etwas schwierig …“

Wenn du bereits weißt, dass etwas nicht möglich ist, verwässert diese Formulierung deine Botschaft.

Dann reicht:

„Das ist für mich nicht möglich.“

 

 

 

Präzision ist nicht Härte

 

Das wird häufig verwechselt.

Du kannst sehr klar sein und gleichzeitig respektvoll bleiben.

Und du kannst ausgesprochen höflich formulieren und trotzdem manipulativ kommunizieren.

Entscheidend ist weniger die Oberflächenfreundlichkeit.

Entscheidend sind:

  • Absicht
  • Klarheit
  • Respekt
  • Kontext

 

 

 

Worte können ermutigen

 

Auch kleine Formulierungen machen einen Unterschied.

Vergleiche:

„Das kannst du nicht.“

mit:

„Das kannst du noch nicht.“

Ein einziges Wort verändert den Horizont.

 

 

 

„Noch“ öffnet Entwicklung

 

Der aktuelle Zustand bleibt anerkannt.

Und gleichzeitig bleibt Zukunft möglich.

Das ist kein Zauberwort.

Doch es zeigt, wie kleine sprachliche Unterschiede Denkbewegungen unterstützen können.

 

 

 

Worte beeinflussen auch das eigene Denken

 

Wir sprechen nicht nur mit anderen.

Wir sprechen auch innerlich mit uns selbst.

Zum Beispiel:

„Ich muss das schaffen.“

„Ich darf keinen Fehler machen.“

„Ich bin schlecht in Präsentationen.“

Solche Formulierungen können Aufmerksamkeit und Handlungsspielraum beeinflussen.

 

 

 

Identitätssätze verdienen besondere Aufmerksamkeit

 

Es ist ein Unterschied zwischen:

„Ich bin ein schlechter Redner.“

und:

„Bei wichtigen Präsentationen werde ich derzeit schnell zu angespannt.“

Der erste Satz macht daraus Identität.

Der zweite beschreibt eine Situation.

Situationen lassen sich leichter verändern als Identitäten.

 

 

 

„Ich bin“ ist ein starkes sprachliches Werkzeug

 

Deshalb lohnt sich Aufmerksamkeit bei Sätzen wie:

„Ich bin eben so.“

„Ich bin konfliktscheu.“

„Ich bin kein Führungstyp.“

Vielleicht beschreiben sie weniger, wer du bist.

Vielleicht beschreiben sie, was du bisher häufig getan oder erlebt hast.

 

 

 

Sprache kann Möglichkeiten schließen

 

Zum Beispiel:

„Das geht nicht.“

Manchmal stimmt das.

Manchmal bedeutet es:

„Ich sehe derzeit keinen Weg.“

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

 

 

 

Eine andere Frage kann neue Optionen öffnen

 

Statt:

„Warum geht das nicht?“

frage:

„Was müsste sich verändern, damit es möglich wird?“

Vielleicht bleibt die Antwort:

„Es geht trotzdem nicht.“

Doch du hast den Lösungsraum geprüft.

 

 

 

Worte und Entscheidungen

 

Auch Entscheidungsprobleme werden durch Sprache strukturiert.

Zum Beispiel:

„Soll ich bleiben oder gehen?“

Das erzeugt zwei Optionen.

Vielleicht existieren weitere:

Bleiben und Bedingungen verändern.

Aufgaben wechseln.

zeitweise reduzieren.

erst Informationen sammeln.

Die Formulierung der Frage beeinflusst, welche Lösungen sichtbar werden.

 

 

 

Die Frage ist bereits Teil der Antwort

 

Wer nur zwischen A und B fragt, sieht C möglicherweise gar nicht.

Deshalb lohnt sich vor wichtigen Entscheidungen:

Ist das wirklich die richtige Frage?

 

 

 

Worte im Führungskontext

 

Führungskräfte prägen durch Sprache Aufmerksamkeit.

Wenn ständig gefragt wird:

„Wer hat das verursacht?“

entsteht eine andere Kultur als bei:

„Was müssen wir verstehen, damit das nicht wieder geschieht?“

Beides kann Verantwortung enthalten.

Der Denkraum ist jedoch verschieden.

 

 

 

Sprache zeigt Haltung

 

Führung wird deshalb nicht nur in großen Reden sichtbar.

Sie zeigt sich in kleinen Sätzen.

Zum Beispiel:

„Ich habe entschieden.“

„Was brauchen Sie von mir?“

„Diesen Punkt weiß ich noch nicht.“

„Das war mein Fehler.“

Solche Worte transportieren Verantwortung.

 

 

 

Worte im C-Level

 

Je höher die Verantwortung, desto größer häufig die Wirkung weniger Worte.

Ein Satz kann:

  • Prioritäten verändern
  • Ressourcen bewegen
  • Unsicherheit erzeugen
  • Orientierung schaffen

Deshalb braucht Führungskommunikation Präzision.

 

 

 

Mehr Worte bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit

 

Manche Botschaften verschwinden unter:

Erklärungen.

Nebensätzen.

Einschränkungen.

Fachbegriffen.

Dann lautet die Aufgabe:

Was ist der wichtigste Satz?

 

 

 

Der erste Satz entscheidet häufig über den Denkrahmen

 

Vergleiche:

„Ich möchte Ihnen zunächst einige Hintergründe erläutern.“

mit:

„Ich empfehle, das Projekt drei Monate zu verschieben.“

Im zweiten Fall weiß das Gegenüber sofort, worum es geht.

Die Begründung kann folgen.

 

 

 

Worte in schwierigen Gesprächen

 

Gerade unter Druck greifen Menschen gern auf vertraute Formulierungen zurück.

Dann entstehen:

Rechtfertigungen.

Angriffe.

Floskeln.

Oder unnötig lange Antworten.

Vorbereitung hilft, entscheidende Sätze vorher zu klären.

 

 

 

Was ist mein Kernpunkt?

 

Eine hilfreiche Übung:

Formuliere vor einem wichtigen Gespräch drei Sätze.

Was möchte ich?

Warum?

Wo liegt meine Grenze?

Das reicht häufig als sprachlicher Anker.

 

 

 

Worte unter Druck

 

Wenn jemand dich provoziert, steigt die Versuchung, spontan zurückzuschlagen.

Dann können Worte fallen, deren Wirkung länger anhält als der Moment.

Eine kurze Pause kann deshalb wertvoll sein.

Nicht um die perfekte Formulierung zu finden.

Sondern um die bewusste zu wählen.

 

 

 

Ein Satz kann kaum zurückgerufen werden

 

Du kannst dich entschuldigen.

Du kannst erklären.

Du kannst korrigieren.

Trotzdem hat dein Gegenüber den ursprünglichen Satz gehört.

Deshalb lohnt sich besonders bei Ärger:

Sprich etwas später, bevor du etwas sagst, das lange bleibt.

 

 

 

Gleichzeitig: Sprache muss nicht steril werden

 

Wer vor jedem Wort Angst hat, verliert Spontaneität.

Gute Kommunikation braucht Lebendigkeit.

Humor.

Persönlichkeit.

Manchmal auch deutliche Worte.

Das Ziel ist nicht sprachliche Keimfreiheit.

Das Ziel ist bewusste Sprache.

 

 

 

Worte und Authentizität

 

Authentisch sprechen bedeutet für mich weniger:

„Ich sage einfach alles, was mir gerade durch den Kopf geht.“

Das wäre Impulsivität.

Authentizität heißt eher:

Die Worte passen zu:

deiner Haltung.

deiner Verantwortung.

deiner tatsächlichen Botschaft.

 

 

 

Gute Sprache klingt nach dir

 

Gerade bei Reden und Präsentationen ist das wichtig.

Ein Satz kann grammatisch hervorragend sein.

Und trotzdem vollkommen fremd klingen.

Dann spricht auf der Bühne scheinbar jemand anderes.

 

 

 

Deshalb spreche Texte laut

 

Ein Satz, der auf Papier elegant aussieht, kann gesprochen:

zu lang.

zu kompliziert.

zu künstlich.

wirken.

Sprache für Menschen sollte auch menschlich klingen.

 

 

 

Fachbegriffe haben ihren Platz

 

Wenn das Publikum sie versteht.

Oder wenn du sie erklärst.

Problematisch wird Fachsprache, wenn sie:

Distanz schafft.

Unsicherheit verdeckt.

oder Kompetenz demonstrieren soll.

Dann erhöht sie weniger die Präzision als die Entfernung.

 

 

 

Einfach heißt nicht banal

 

Komplexe Gedanken können klar formuliert werden.

Das verlangt häufig sogar mehr Denkarbeit.

Denn bevor du etwas einfach erklären kannst, musst du wissen, was wesentlich ist.

 

 

 

Sprachliche Präzision beginnt mit gedanklicher Präzision

 

Wenn du nicht genau weißt, was du sagen möchtest, hilft die schönste Formulierung kaum.

Deshalb kommt vor der Wortwahl:

Klarheit über den Gedanken.

 

 

 

Worte und Wahrheit

 

Sprache kann Wirklichkeit beschreiben.

Sie kann sie ebenso:

verschleiern.

beschönigen.

übertreiben.

dramatisieren.

Gute Kommunikation braucht deshalb nicht nur Wirkung.

Sie braucht Integrität.

 

 

 

Ein wirksamer Satz kann trotzdem falsch sein

 

Rhetorische Stärke beweist keine Wahrheit.

Ein überzeugend vorgetragener Unsinn bleibt Unsinn.

Deshalb gehören für mich zusammen:

Wirkung und Verantwortung.

 

 

 

Worte besitzen Folgen

 

Besonders Menschen mit Reichweite sollten das berücksichtigen.

Führungskräfte.

Politiker.

Journalisten.

Redner.

Menschen mit großen Social-Media-Kanälen.

Je größer die Reichweite, desto größer kann auch die Wirkung eines einzelnen Satzes sein.

 

 

 

Das bedeutet nicht, dass du niemanden irritieren darfst

 

Manche wichtigen Gedanken irritieren.

Manche klaren Positionen erzeugen Widerspruch.

Eine Sprache, die niemandem jemals unangenehm ist, sagt möglicherweise wenig.

Respekt bedeutet nicht Beliebigkeit.

 

 

 

Starke Worte brauchen Substanz

 

Wer provoziert, um Aufmerksamkeit zu bekommen, erhält vielleicht Aufmerksamkeit.

Doch danach braucht es einen Gedanken, der diese Aufmerksamkeit verdient.

Sonst bleibt nur Lautstärke.

 

 

 

Worte verändern ihre Bedeutung

 

Sprache lebt.

Begriffe verändern sich.

Ein Wort kann durch:

  • politische Debatten
  • gesellschaftliche Entwicklungen
  • Medien
  • bestimmte Gruppen

neue Assoziationen bekommen.

Deshalb reicht es nicht immer zu wissen, was ein Wort im Wörterbuch bedeutet.

 

 

 

Frage auch: Was hört mein Publikum?

 

Vielleicht verwendest du einen Begriff vollkommen korrekt.

Doch dein Publikum verbindet inzwischen etwas anderes damit.

Dann hast du mehrere Möglichkeiten:

Begriff erklären.

anderen Begriff wählen.

Missverständnis bewusst thematisieren.

 

 

 

Die Bedeutung liegt nicht allein beim Sender

 

Du kannst sagen:

„So habe ich das nicht gemeint.“

Das kann stimmen.

Doch dein Gegenüber hat trotzdem etwas gehört.

Eine gute Klärung fragt deshalb:

Was wollte ich ausdrücken?

und:

Was ist angekommen?

 

 

 

Absicht und Wirkung auseinanderhalten

 

Eine gute Absicht garantiert keine gute Wirkung.

Und eine ungünstige Wirkung beweist noch keine schlechte Absicht.

Diese beiden Ebenen auseinanderzuhalten hilft besonders in Konflikten.

 

 

 

Entschuldigen ohne Bedeutungsdebatte

 

Wenn ein Satz verletzt hat, beginnt eine schlechte Entschuldigung häufig so:

„Das war doch gar nicht so gemeint.“

Damit wird sofort die eigene Absicht verteidigt.

Stärker kann sein:

„Ich sehe, dass mein Satz verletzend angekommen ist. Das war nicht die Wirkung, die ich beabsichtigt habe.“

Dann kann geklärt werden.

 

 

 

Worte brauchen Kontext

 

Ein einzelner Satz kann vollkommen anders wirken, wenn der Zusammenhang fehlt.

Deshalb gehören Wortwahl und Kontext zusammen.

Das gilt besonders bei:

  • Zitaten
  • Interviews
  • Social-Media-Clips
  • Screenshots

Ein Satz ohne Kontext kann eine Botschaft verändern.

 

 

 

Worte und Schweigen

 

Auch Schweigen kommuniziert.

Nur ist seine Bedeutung noch offener.

Schweigen kann bedeuten:

Nachdenken.

Widerspruch.

Zustimmung.

Überforderung.

Desinteresse.

Deshalb ist auch hier Vorsicht mit Interpretation sinnvoll.

 

 

 

Nicht jedes Gefühl braucht sofort Worte

 

Manchmal hilft eine Pause.

Erst wahrnehmen.

Dann formulieren.

Besonders in wichtigen Gesprächen verbessert das häufig die Qualität dessen, was gesagt wird.

 

 

 

Was macht gute Worte aus?

 

Für mich vor allem:

  • Klarheit
  • Präzision
  • Verständlichkeit
  • Angemessenheit
  • Respekt
  • Aufrichtigkeit

Nicht jeder Satz braucht alle Eigenschaften im selben Maß.

Doch je wichtiger die Situation, desto wichtiger wird bewusste Wortwahl.

 

 

 

Sieben Fragen vor wichtigen Worten

 

1. Was möchte ich wirklich sagen?

Gedanke vor Formulierung.

 

2. Was könnte mein Gegenüber darunter verstehen?

Perspektive wechseln.

 

3. Welche Wörter sind mehrdeutig?

Bei Bedarf präzisieren.

 

4. Beschreibe ich Beobachtung oder Bewertung?

Beides unterscheiden.

 

5. Ist klar, wer Verantwortung trägt?

Unnötige Passivkonstruktionen prüfen.

 

6. Braucht der Satz Kontext?

Dann gib ihn.

 

7. Würde ich diese Worte auch morgen noch vertreten?

Besonders hilfreich unter Druck.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was ist der Unterschied zwischen Wörter und Worte?

„Wörter“ bezeichnet meist einzelne sprachliche Einheiten, etwa die Wörter eines Satzes. „Worte“ wird häufiger für zusammenhängende Äußerungen oder inhaltlich bedeutungsvolle Aussagen verwendet.

 

Warum haben Worte so viel Wirkung?

Weil Menschen mit Sprache nicht nur Informationen aufnehmen. Wörter aktivieren Erfahrungen, Bewertungen, Gefühle und Erwartungen.

 

Können einzelne Wörter ein Gespräch verändern?

Ja. Begriffe können unterschiedliche Assoziationen auslösen, Bewertungen enthalten oder einen bestimmten Denkrahmen eröffnen.

 

Was ist sprachliches Framing?

Framing beschreibt, dass Informationen durch die Art ihrer sprachlichen Einordnung in einen bestimmten Deutungsrahmen gestellt werden.

 

Ist positive Sprache immer besser?

Nein. Sprache sollte klar und angemessen sein. Positiv klingende Formulierungen werden problematisch, wenn sie schwierige Tatsachen verschleiern oder beschönigen.

 

Wie kann ich präziser sprechen?

Formuliere konkrete Beobachtungen statt pauschaler Bewertungen, kläre wichtige Begriffe und frage dich, welche Botschaft dein Gegenüber aus deinem Satz tatsächlich mitnehmen soll.

 

Warum sind Wörter wie „immer“ und „nie“ problematisch?

Weil sie Einzelfälle leicht zu pauschalen Aussagen über Personen oder Situationen machen. In Konflikten können sie dadurch zusätzlichen Widerstand erzeugen.

 

Kann Sprache das eigene Denken beeinflussen?

Ja. Die Begriffe und Fragen, mit denen du eine Situation beschreibst, lenken Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte und können beeinflussen, welche Handlungsmöglichkeiten du wahrnimmst.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Worte sind keine Zauberei.

Sie ersetzen:

keine Fakten.

keine Haltung.

keine Handlung.

Doch sie geben Gedanken eine Form.

Sie beeinflussen, was Menschen verstehen.

Wie sie eine Situation einordnen.

Und manchmal, welche Möglichkeiten überhaupt sichtbar werden.

Gute Worte machen einen schwachen Gedanken nicht stark. Doch ein guter Gedanke verdient Worte, die ihn klar, ehrlich und verständlich tragen.

 

 

 

Wenn Worte in einer wichtigen Situation tragen müssen

 

Bei manchen Gesprächen, Präsentationen oder Entscheidungen lohnt sich besondere sprachliche Vorbereitung.

Zum Beispiel, wenn du:

    • eine schwierige Botschaft vermitteln musst
    • eine klare Position vertreten möchtest
    • mit Widerstand rechnest
    • eine wichtige Präsentation vorbereitest
    • eine komplexe Entscheidung erklären musst

</

P.S.

 

Wie achtsam gehst du mit Sprache um?

KonfuziusWer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. Konfuzius

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. August 2012
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Creative Writing – Kreatives Schreiben

Creative Writing - Kreatives Schreiben

Literarisch, autobiografisch, therapeutisch, beruflich, biografisch oder ...
Creative Writing - Kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben

 

Schade, vielen Menschen wird die Freude am Schreiben schon früh in der Schulzeit ausgetrieben. So wird Schreiben wieder zum produktiven Spaß!

Überblick

 

 

 

 

Creative Writing

 

Der Begriff Creative Writing, ist im Sinne der US-amerikanischen Verwendung, enger an das weitgehend handwerklich orientierte kreative Schreiben geknüpft. Entsprechende Kurse, Bücher rund Techniken sollen Autoren hervorbringen.

Kreatives Schreiben umfasst im weitesten Sinne viele Schreibformen, die Methoden der Ideenfindung nutzen. Seit den Anfängen der Schreibkunst haben Schriftsteller allerlei Methoden und Techniken angewandt, die ihnen bei der Erstellung von Texten helfen sollten.

 

 

 

Kreativer Fluss

 

Kreatives Schreiben hilft dabei, die Ideen in Gang zu setzen und zu halten. Es gehören Kreativitätstechniken und Methoden zur Auflösung von Schreibblockaden ebenso dazu, wie Motivationssteigerung und Selbsterfahrung.

 

 

 

Techniken

 

Hilfreiche Techniken für das kreative Schreiben sind beispielsweise:

 

 

 

Wozu?

 

Vielen Menschen wird die Freude am Schreiben schon früh in der Schulzeit ausgetrieben. Im Unterricht wird das Schreiben in einzelne Bestandteile zerlegt, — wie früher im Biologieunterricht ein Frosch  — in manuelle Schreibfertigkeit, Grammatik und Wortschatz. Das wird dann leicht zum trockenen Stoff, ohne Liebe, ohne Leben. So wird aus einem Abenteuer eine unangenehme Pflichtübung.

 

 

 

Abenteuer Schreiben

 

Wenn Sie nicht das Glück hatten Lehrer wie John Keating und Bengta Berghes zu haben, die Sie für das Schreiben begeisterten, dann kann gerade jetzt die passende Zeit sein, das zu ändern!  Sozusagen in der Tradition des Clubs der toten Dichter (Film von Peter Weir mit Originaltitel: Dead Poets Society). O Captain! My Captain! Ran ans Werk.

Video

Freewriting – Kreativität und Produktivität steigern: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Haben Sie Erfahrungen mit kreativem Schreiben gemacht? Haben Sie Tipps?

Artikel

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Solltest du das erste Angebot annehmen? Erfahre, wann Nachverhandeln sinnvoll ist, wie du Angebote bewertest und souverän bessere Entscheidungen triffst.

24+ Problemlösemethoden

24+ Problemlösemethoden

Kein Übel ist so schlimm wie die Angst davor, meinte Seneca. Das ist ein wichtiger Hinweis. Das Leben liefert uns Probleme, an denen wir trainieren können. Hier sind einige Problemlösemethoden für den professionellen Einsatz.

mehr lesen
Immer wieder neu: Innovation

Immer wieder neu: Innovation

Immer wieder neu: Der Wunsch nach Innovation treibt Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur an. Der Begriff Innovation ist heutzutage in aller Munde. Es klingt so, als wenn alles innovativ sein muss und konservative und etablierte Prozesse der Vergangenheit angehören.

mehr lesen
Abladephase bei kreativen Prozessen

Abladephase bei kreativen Prozessen

Am Anfang eines kreativen Prozesses kommen meist noch viele übliche Gedanken aus den Köpfen, bis dann die wahrlich kreativen Ergüsse sich melden. Die Abladephase beschleunigt diese Phase.

mehr lesen
PowerPoint Karaoke reloaded

PowerPoint Karaoke reloaded

PowerPoint Karaoke ist weit mehr als nur Unterhaltung, es ist ein hervorragendes Training für ambitionierte Redner. Es reduziert übrigens auch Lampenfieber, wenn es wiederholt wird.

mehr lesen

Kein Kreativteam? 14 Kreativitätstechniken für Einzelkämpfer helfen!

Kreativitätstechniken gibt es wie Sand am Meer. Brainstorming, Kartentechnik, die 9-3-2 Methode sind hilfreich, um in einer Gruppe schnell viele neue Ansätze zu gewinnen. Nur schade; oft genug sind wir allerdings im Beruf und in der Selbstständigkeit gezwungen, gute Ideen selber auszubrüten und die Ideenfindung im stillen Kämmerlein zu praktizieren. Woher soll denn da die Inspiration herkommen?

mehr lesen

YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)

YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2017
Überarbeitung: 14. Mai 2019
AN: #371
K:CNB
Ü:X

Plotten

Was ist Plotten?

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...

Überblick

 

 

 

 

Plotten

 

Beim Plotten wird die Handlung einer Geschichte in Stichworten skizziert. Das geschieht mehr oder weniger ausführlich.

 

 

 

Grobplotten

 

Grobplotten beschreibt es, wenn eine umfangreiche Geschichte auf einer Seite vollständig skizziert wird.

 

 

 

Feinplotten

 

Feinplotten umfasst mehr Details, auch einzelne Szenen werden mit Stichwörtern greifbar.

P.S.

 

Wie genau planen Sie Ihre Geschichten?

Artikel zum Thema Körpersprache

Nahbar führen, ohne Respekt zu verlieren: Executive Presence

Wie bleibst du als Führungskraft nahbar und zugleich klar? Über Empathie, Grenzen, Gravitas und respektvolle Executive Presence.

Körpersprache während Krisen

Körpersprache während Krisen

Was ist bei der Körpersprache während Krisen zu beachten? Was Sie sagen, ist nur ein Teil dessen, was Ihr Publikum von Ihrer Kommunikation mitnimmt. Was schadet, was hilft?

mehr lesen

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Wischiwaschi

Wischiwaschi

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
 Wischiwaschi

Wischiwaschi

 

Nicht schön und auch nicht selten: Wozu ist Wischiwaschi gut?

Überblick

 

 

 

 

Schluss mit belanglosem Allerlei

 

Nicht schön und auch nicht selten: Als Wischiwaschi werden unpräzise und belanglose Aussagen bezeichnet. Raus damit!

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie halten Sie es mit Wischiwaschi? Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Der Kluge gibt so lange nach, bis er der Dumme ist

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Zwillingsreim: Es ist die Leidenschaft, die Leiden schafft.

Zwillingsreim

Es ist die Leidenschaft, die Leiden schafft.

Zwillingsreim

Zwillingsreime

 

Was sind Zwillingsreime und wozu sind sie zu gebrauchen?

Überblick

 

 

 

 

Zwillingsreim

 

Als Zwillingsreim (auch Echoreim) wird eine Reimart bezeichnet. Im Zwillingsreim werden Wortfolgen aufeinander gereimt, die genau das gleiche Buchstabenmaterial haben, das außerdem identisch angeordnet ist. Allerdings werden die Buchstaben im Reim nicht an denselben Stellen getrennt, so dass andere Wörter entstehen. Beispielsweise, wen die Wortfolge „Alter Eimer“ anders getrennt, wird, ergibt sich daraus „Alte Reimer“. Die beiden Wortfolgen reimen sich aufeinander und führen zu einem Zwillingsreim, da sie die gleichen Buchstaben in einer identischen Abfolge nutzen.

Zwillingsreime werden häufiger in humorvollen Reimen und in der Musikrichtung Rap verwendet, wobei sich meist in aufeinanderfolgenden Versen durch die unterschiedliche Silbentrennung neue Sinnzusammenhänge ergeben.

 

 

 

Beispiele

 

Es ist die Leidenschaft, die Leiden schafft.

Wer freut sich sehr, wenn reiche Leute sterben?
Erben!

Was hat der Jäger in der Tasche?
Asche!

Danke, Anke!

P.S.

 

Kennen Sie weitere Zwillingsreime?

Artikel

Gestern-Heute-Morgen-Redeformel: Einfach und gut für Stegreifreden, Reden und Präsentationen

Eine der leichtesten Möglichkeiten, einer Rede Struktur zu geben, ist die Redeformel Gestern – Heute – Morgen. Der einfache Aufbau eignet sich außerdem sehr gut für spontane Redegelegenheiten.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4338
K:
Ü:

Anadiplose: Die Anadiplose ist toll. Toll ist die Anadiplose!

Anadiplose: Die Anadiplose ist toll. Toll ist die Anadiplose!

Kurz und knackig: Rhetorische Stilmittel im Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Rhetorische Stilmittel:

Anadiplose

 

Was ist eine Anadiplose und wie lässt sie sich als rhetorisches Stilmittel einsetzen? Definition, Beispiele, Nutzen, Training.

Überblick

 

 

 

 

Was ist eine Anadiplose?

 

Gelesen – verstanden? Verstanden! Die Beschreibung der Anadiplose ist kurz und knackig. Knackig ist die Beschreibung! Es handelt sich um ein rhetorisches Stilmittel der Wortwiederholung (Repetitio) wie Anapher, Epanadiplose, Epanalepse, Epanastrophe, Epipher, Epiploke, Geminatio, Kyklos, Symploke und Variatio. Wiederholung eines satzschließenden Wortes am Beginn des nächsten Satzes.

Der Begriff Anadplose stammt aus dem Griechisch (ἀναδίπλωσις anadíplōsis) und bedeutet Wiederholung beziehungsweise Verdoppelung.

 

 

 

Beispiele

 

Ha! Wie will ich dich dann höhnen? Höhnen? Gott bewahre mich!

Friedrich Schiller

 

 

Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen.

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

Nutzen

 

Mittels Anadiplose soll die Aufmerksamkeit des Publikums gesteigert und die Bedeutung des Gesagten betonen werden. Durch den Einsatz der Anadiplose klingen Aussagen logischer, selbst wenn das nicht der Fall ist.

 

 

 

Den Einsatz der Anadiplose trainieren

 

Den zeitgemäßen Einsatz von Anadiplose und Co. in Reden und. Präsentationen können Sie in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Training Rhetorik & Präsentation IV kennen, schätzen und einsetzen lernen. Und natürlich im Einzeltraining mit mir. Mir ist das eine Freude!

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

P.S.

 

Wie gehen Sie mit der Anadiplose um? Haben Sie Fragen, Anregungen, Beispiele?

Artikel

Rhetorische Fragen: Wirkung, Beispiele und kluger Einsatz

Rhetorische Fragen können Denken öffnen, Aufmerksamkeit lenken und beeinflussen. Erfahre, wie du sie in Gesprächen, Reden und Entscheidungen bewusst einsetzt.

Synekdoche (Ersetzung) als rhetorisches Stilmittel

Synekdoche (Ersetzung) als rhetorisches Stilmittel

Was Sie davon haben, wenn Sie eine Synekdoche verwenden? Je nachdem ob Sie ein Wort mit einem Begriff engerer oder allgemeinerer Bedeutung verwenden sorgen Sie für Abstraktion oder Spezifizierung. Und das kann ja durchaus mitunter hilfreich sein, oder?

mehr lesen
Autologie

Autologie

Sie haben Spaß an Sprache? Im Artikel geht es um die heutige Verwendung der Autologie in der Rhetorik. Eher ein Thema für fortgeschrittene Redner.

mehr lesen
Sprachliche Stilmittel: Alliterationen. Was bringen sie Reden und Texten?

Sprachliche Stilmittel: Alliterationen. Was bringen sie Reden und Texten?

Die Alliteration ist ein sprachliches Stilmittel, das in das Gepäck guter Redner gehört. Sie sorgt für Aufmerksamkeit, ist gut einprägsam. Es gehört zu den Herausforderungen von Rednern, das Publikum zu motivieren und dafür zu sorgen, dass es die Botschaften im Gedächtnis behält. Dieser Artikel enthält neben der Beschreibung auch Beispiele.

mehr lesen

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #4530
K: CNB
Ü:

Wie unterhaltsam muss ein Blindtext sein?

Wie unterhaltsam muss ein Blindtext sein?

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Blindtext

Wie unterhaltsam muss ein Blindtext sein?

 

Als Blindtexte werden sinnfreie Texte bezeichnet, die bei der Produktion von Publikationen oder Webseiten als Platzhalter für spätere Inhalte stehen, wenn der eigentliche Text noch nicht vorhanden ist. So helfen sie dabei schon einen Eindruck der ersten Gestaltungen zu bekommen. Sie werden auch als Dummy-, Füll- oder Platzhaltertexte bezeichnet.

 

 

 

Lorum ipsum

 

Ein typischer Blindtext als Lorem ipsum-Text mit 200 Worten sieht so aus:

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At pumplitz eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero eros et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi. Lorem ipsum dolor sit amet,

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.