Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Das erste Angebot bei Verhandlungen

Annehmen oder nachverhandeln?
Verhandlungen

Das erste Angebot in Verhandlungen: Annehmen, nachverhandeln oder genauer hinschauen?

 

Du bekommst ein Angebot.

Der Preis passt.

Die Bedingungen wirken attraktiv.

Vielleicht ist das Angebot sogar besser als erwartet.

Also zusagen?

Oder gehört es zu einer guten Verhandlung, grundsätzlich erst einmal ein Gegenangebot zu machen?

Die häufig gehörte Regel lautet:

„Akzeptiere niemals das erste Angebot.“

Als Orientierung kann dieser Gedanke hilfreich sein.

Als starre Regel greift er zu kurz.

Denn gute Verhandlungsführung besteht weniger darin, möglichst lange zu handeln.

Sie besteht darin, den Wert eines Angebots einschätzen zu können und bewusst zu entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Ist dieses Angebot bereits gut – oder gibt es einen guten Grund, weiterzuverhandeln?

 

 

 

Das erste Angebot hat eine besondere Wirkung

 

Das erste konkrete Angebot verändert eine Verhandlung.

Aus Vorstellungen werden Zahlen.

Aus Möglichkeiten werden Bedingungen.

Plötzlich steht etwas im Raum, auf das sich beide Seiten beziehen können.

Damit setzt das erste Angebot häufig einen sogenannten Anker.

Es beeinflusst, welcher Bereich anschließend als realistisch oder angemessen wahrgenommen wird.

Gerade deshalb lohnt es sich, ein erstes Angebot aufmerksam zu betrachten.

Nicht reflexartig ablehnen.

Nicht reflexartig annehmen.

Sondern prüfen.

 

 

 

Warum Menschen ein gutes erstes Angebot trotzdem hinterfragen

 

Stell dir vor, du hast mit deutlich schwierigeren Bedingungen gerechnet.

Dann nennt die andere Seite einen Preis oder eine Leistung, die deine Erwartungen sogar übertrifft.

Du sagst sofort:

„Einverstanden.“

Eigentlich müsste die andere Person zufrieden sein.

Manchmal geschieht etwas anderes.

Sie denkt:

„Das ging erstaunlich schnell.“

„War mein Angebot zu großzügig?“

„Hätte ich mehr verlangen können?“

„Habe ich etwas übersehen?“

Ein sofort akzeptiertes Angebot kann deshalb paradoxerweise auf beiden Seiten Unsicherheit erzeugen.

Die eine Seite fragt sich, ob sie zu viel gegeben hat.

Die andere beginnt möglicherweise später zu überlegen, ob noch mehr möglich gewesen wäre.

So kann selbst ein objektiv gutes Ergebnis einen unnötigen Beigeschmack bekommen.

 

 

 

Ein gutes Ergebnis braucht mehr als einen guten Preis

 

Verhandlungen drehen sich häufig um Zahlen.

Doch gute Verhandlungsergebnisse bestehen aus mehreren Komponenten.

Zum Beispiel:

Preis.

Leistungsumfang.

Zeitpunkt.

Qualität.

Zahlungsbedingungen.

Verantwortlichkeiten.

Risiken.

Service.

Flexibilität.

Verbindlichkeit.

Zukünftige Zusammenarbeit.

Vielleicht ist der Preis bereits hervorragend.

Dafür gibt es bei anderen Punkten noch Gestaltungsspielraum.

Deshalb lohnt sich vor einer schnellen Zusage die Frage:

Was gehört für mich insgesamt zu einem guten Ergebnis?

 

 

 

Vorbereitung entscheidet mehr als Verhandlungstricks

 

Wer seine eigenen Maßstäbe kennt, braucht weniger taktische Spielchen.

Vor einer wichtigen Verhandlung solltest du möglichst klar wissen:

Was ist mein ideales Ergebnis?

Was wäre ein gutes Ergebnis?

Welche Bedingungen sind mir besonders wichtig?

Wo habe ich Spielraum?

Welche Punkte haben für die andere Seite vermutlich hohen Wert?

Welche Alternativen habe ich?

Und ab welchem Punkt ist ein Angebot so attraktiv, dass eine Zusage sinnvoll wird?

Wer diese Fragen vorher beantwortet, kann ein erstes Angebot wesentlich besser bewerten.

Ohne diesen Maßstab entsteht schnell eine eigenartige Situation:

Das Angebot wird danach bewertet, ob noch mehr herauszuholen wäre.

Das ist ein anderer Maßstab als:

Ist dieses Ergebnis für mich gut?

 

 

 

Der wichtigste Unterschied: optimieren oder maximieren?

 

In Verhandlungen werden zwei Ziele leicht verwechselt.

Das eine lautet:

Ein gutes Ergebnis erreichen.

Das andere:

Jeden möglichen Vorteil ausschöpfen.

Beides kann sinnvoll sein.

Es führt jedoch zu unterschiedlichem Verhalten.

Wer maximieren möchte, sucht häufig weiter, selbst wenn bereits ein sehr gutes Ergebnis vorliegt.

Wer optimiert, betrachtet auch Zeit, Beziehung, Risiko und zukünftige Möglichkeiten.

Gerade bei langfristigen Geschäftsbeziehungen kann ein gutes Ergebnis für beide Seiten wertvoller sein als ein maximaler kurzfristiger Vorteil.

 

 

 

Wann ein Gegenangebot sinnvoll sein kann

 

Weiterzuverhandeln kann besonders sinnvoll sein, wenn:

der erste Vorschlag deutlich außerhalb deiner Erwartungen liegt,

wichtige Interessen bislang kaum berücksichtigt werden,

offensichtlich Verhandlungsspielraum vorhanden ist,

mehrere Bestandteile des Angebots offen sind,

die andere Seite ausdrücklich mit Verhandlungen rechnet,

oder weitere Informationen für eine gute Entscheidung erforderlich sind.

Dann kann ein Gegenangebot helfen, Interessen sichtbar zu machen und bessere Bedingungen zu entwickeln.

Ein gutes Gegenangebot lautet dabei selten einfach:

„Mehr.“

Hilfreicher ist eine Verbindung aus Ziel und Begründung.

Zum Beispiel:

„Wenn wir beim Zeitrahmen flexibler werden, kann ich Ihnen beim Preis entgegenkommen.“

Oder:

„Der Umfang passt für mich. Beim Zahlungsziel wünsche ich mir eine andere Lösung.“

So entsteht Bewegung.

 

 

 

Wann ein erstes Angebot bereits sehr gut sein kann

 

Ein erstes Angebot kann selbstverständlich auch genau passen.

Vielleicht kennst du Marktwert und Rahmenbedingungen sehr gut.

Vielleicht ist das Angebot transparent und fair.

Vielleicht stimmt es mit deinen wichtigsten Zielen überein.

Vielleicht ist die Beziehung wichtiger als ein zusätzlicher kleiner Vorteil.

Vielleicht ist Schnelligkeit selbst ein Wert.

Dann darf eine schnelle Einigung ausgesprochen klug sein.

Professionalität zeigt sich keineswegs darin, jede Verhandlung künstlich zu verlängern.

Sie zeigt sich darin, ein gutes Angebot als gutes Angebot erkennen zu können.

 

 

 

Fairness ist ebenfalls eine Verhandlungsstrategie

 

Manche Menschen betrachten Verhandlungen vor allem als Wettbewerb.

Wer gewinnt mehr?

Wer gibt weniger nach?

Wer setzt sich durch?

Diese Sichtweise passt zu bestimmten Situationen.

Viele Verhandlungen betreffen jedoch Menschen, mit denen wir später erneut zu tun haben.

Kunden.

Geschäftspartner.

Kollegen.

Dienstleister.

Mitarbeiter.

Dann gehört die Qualität der zukünftigen Beziehung ebenfalls zum Verhandlungsergebnis.

Ein Satz, den ich für sehr hilfreich halte, lautet:

Gut verhandelt hast du auch dann, wenn dein Gegenüber anschließend gerne wieder mit dir verhandelt.

Ein Ergebnis, das eine Seite als Niederlage erlebt, kann später teuer werden.

 

 

 

Vorsicht vor dem Verhandlungsreflex

 

Es gibt Menschen, die grundsätzlich nachverhandeln.

Ein Preis wird genannt.

Die automatische Antwort lautet:

„Da muss noch etwas gehen.“

Das kann funktionieren.

Es kann ebenso Vertrauen kosten.

Besonders bei hochwertigen Dienstleistungen, individuellen Leistungen oder langfristiger Zusammenarbeit kann permanentes Feilschen ein Signal senden:

Der Preis zählt stärker als Qualität, Beziehung und Passung.

Dann lohnt sich die Frage:

Verhandle ich gerade, weil es sinnvoll ist – oder weil ich glaube, dass man eben verhandeln muss?

 

 

 

Zugeständnisse haben einen Wert

 

Wenn die andere Seite dir entgegenkommt, sollte ein Zugeständnis als wertvoll erkennbar bleiben.

Wer Zugeständnisse sehr schnell und ohne Gegenleistung macht, kann unbeabsichtigt signalisieren:

Hier war ohnehin viel Luft.

Hilfreicher ist häufig ein Austausch.

„Wenn wir diesen Punkt verändern, können wir dort entgegenkommen.“

So bleiben Zugeständnisse Teil einer bewussten Verhandlung.

Und beide Seiten erleben Bewegung.

 

 

 

Schweigen kann ein gutes Werkzeug sein

 

Ein Angebot liegt auf dem Tisch.

Jetzt entsteht häufig der Impuls, sofort zu reagieren.

Dabei kann ein kurzer Moment ausgesprochen wertvoll sein.

Nachdenken.

Prüfen.

Fragen stellen.

Das Angebot wirken lassen.

Eine Pause vermittelt keineswegs automatisch Ablehnung.

Sie kann zeigen:

Ich nehme diese Entscheidung ernst.

Gerade Menschen, die Verhandlungen möglichst schnell abschließen möchten, verschenken durch vorschnelle Reaktionen häufig wertvolle Informationen.

 

 

 

Die Reaktion auf ein Angebot liefert Informationen

 

Achte bei Verhandlungen auch darauf, wie die andere Seite reagiert.

Auf Fragen.

Auf Gegenangebote.

Auf Pausen.

Auf Bedingungen.

Auf Alternativen.

Manchmal verrät die Reaktion mehr als das ursprüngliche Angebot.

Zum Beispiel:

Welche Punkte scheinen besonders wichtig?

Wo besteht Flexibilität?

Welche Themen werden schnell abgewehrt?

Wo entsteht echtes Interesse?

Welche Bedingungen spielen möglicherweise eine größere Rolle als der Preis?

Gute Verhandlungsführung bedeutet deshalb ebenfalls:

zuhören und beobachten.

 

 

 

Der Angebots-Check: fünf Fragen vor der Entscheidung

 

Bevor du ein erstes Angebot annimmst oder ein Gegenangebot machst, können fünf Fragen helfen.

 

1. Wie gut ist das Angebot gemessen an meinen Zielen?

Passt es zu dem, was ich vorher als gutes Ergebnis definiert habe?

 

2. Welche Punkte sind noch offen?

Preis?

Umfang?

Risiko?

Zeit?

Flexibilität?

Verbindlichkeit?

 

3. Gibt es einen konkreten Grund für weitere Verhandlungen?

Oder entsteht der Wunsch vor allem aus dem Gedanken:

„Vielleicht geht noch mehr.“

 

4. Was könnte weiteres Verhandeln kosten?

Zeit?

Vertrauen?

Geschwindigkeit?

Beziehung?

Eine gute Gelegenheit?

 

5. Welches Ergebnis möchte ich langfristig?

Eine einzelne maximale Position?

Oder eine tragfähige Vereinbarung, die auch später noch gut wirkt?

Damit wird aus einem Reflex eine Entscheidung.

 

 

 

Das erste Angebot ist ein Datenpunkt

 

Vielleicht ist das der hilfreichste Perspektivwechsel:

Das erste Angebot ist weder automatisch gut noch schlecht. Es ist Information.

Es zeigt dir etwas über die Erwartungen der anderen Seite.

Über den möglichen Verhandlungsspielraum.

Über Prioritäten.

Und manchmal auch über die Bereitschaft zu einer Einigung.

Behandle es deshalb wie einen Datenpunkt.

Prüfe.

Frage.

Ordne ein.

Und entscheide dann.

 

 

 

Gute Verhandler wissen, wann genug erreicht ist

 

Verhandeln bedeutet keineswegs, jeden Zentimeter Spielraum auszunutzen.

Manchmal besteht die größte Kompetenz darin zu erkennen:

Das ist ein gutes Ergebnis.

Denn jede weitere Verhandlungsrunde hat einen Preis.

Sie kostet Zeit.

Sie kann Unsicherheit erzeugen.

Sie kann Vertrauen belasten.

Und sie kann eine gute Einigung gefährden.

Die Frage lautet also weniger:

„Kann ich noch mehr herausholen?“

Hilfreicher ist:

„Verbessert eine weitere Verhandlung das Gesamtergebnis wirklich?“

 

 

 

Fazit: Das erste Angebot prüfen statt reflexartig reagieren

 

Starre Verhandlungsregeln klingen praktisch.

Die Wirklichkeit verlangt meistens mehr Urteilsfähigkeit.

Ein erstes Angebot kann Verhandlungsspielraum enthalten.

Es kann ebenso bereits hervorragend sein.

Deshalb:

Prüfe deine Ziele.

Betrachte das Gesamtpaket.

Achte auf Interessen und Alternativen.

Berücksichtige Beziehung und Zukunft.

Und frage dich:

Was macht dieses Angebot für mich zu einem guten Ergebnis?

Welcher Punkt verdient noch Klärung?

Was gewinne ich durch weiteres Verhandeln?

Und was könnte ich dadurch verlieren?

Gute Verhandlungsführung bedeutet weniger, automatisch weiterzuverhandeln.

Sie bedeutet:

den eigenen Maßstab zu kennen, Spielräume zu erkennen und im richtigen Moment entscheiden zu können.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

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Wie du deine Kreativität zurückholst – auch mitten im Chaos

 

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Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Durch Enttäuschung zu Erkenntnissen: Täuschungen aufdecken

Durch Enttäuschung zu Erkenntnissen: Täuschungen aufdecken

Bessere Entscheidungen treffen, weil der Blick nicht mehr verstellt ist
Enttäuschung

Enttäuschung

 

Unwissenheit hält nicht, was sie verspricht. Unwissenheit mag für eine gewisse Zeit die Illusion einer heilen Welt ermöglichen. Leben findet nicht statt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Können Enttäuschung Vorteile mit sich bringen?

 

Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts.

Max Planck

Video

Durch Enttäuschung zu Erkenntnissen – Wie du Täuschungen aufdeckst und daraus lernst

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Durch Enttäuschung zu Erkenntnissen

Durch Enttäuschung zu Erkenntnissen: Täuschungen aufdecken

 

Der ganze Satz des Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm lautet: „Wissen beginnt demnach mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der Enttäuschung. Wissen bedeutet, durch die Oberfläche zu den Wurzeln und damit zu den Ursachen vorzudringen, die Realität in ihrer Nacktheit zu sehen. Wissen bedeutet nicht, im Besitz von Wahrheit zu sein, sondern durch die Oberfläche zu dringen und kritisch und tätig nach immer größerer Annäherung an die Wahrheit zu streben.“

 

 

 

Hinter die Kulissen schauen

 

Ein Beispiel für das Aufdecken von Täuschungen im Alltag könnte die Erkenntnis sein, dass materieller Wohlstand nicht zwangsläufig zu Glück führt. Viele Menschen verbringen Jahre damit, nach mehr Besitz zu streben, nur um dann festzustellen, dass das wahre Glück in Beziehungen, persönlichem Wachstum oder innerer Ruhe liegt. Diese Einsicht kann schmerzhaft sein, da sie unsere bisherigen Überzeugungen infrage stellt, doch sie öffnet auch die Tür zu einem authentischeren Leben. Solche konkreten Beispiele helfen dabei, den Prozess der Erkenntnis greifbarer zu machen.

Ein weiteres Beispiel ist die Täuschung, dass der berufliche Erfolg der Schlüssel zur persönlichen Zufriedenheit ist. Viele Menschen investieren ihr ganzes Leben in ihre Karriere und erkennen erst spät, dass andere Aspekte des Lebens wie Familie, Freunde oder persönliche Erfüllung mindestens genauso wichtig sind. Diese Erkenntnis kommt oft durch eine Phase der Enttäuschung – etwa durch das Gefühl der Leere, obwohl alle beruflichen Ziele erreicht wurden. Das Aufdecken solcher Täuschungen ist schmerzhaft, aber notwendig, um einen erfüllten Lebensweg zu finden.

Haben und Sein, Haben oder Sein? Wissen beginnt, wenn der Blick frei von Ablenkungen auf die Dinge fällt, jenseits der Täuschungen durch die Wahrnehmungen des sogenannten gesunden Menschenverstandes. Für Erich Fromm bedeutet Wissen nicht, im Besitz einer absoluten Wahrheit zu sein, sondern kritisch und aktiv die Wahrheit anzustreben. Es beginnt mit der Zerstörung von Täuschungen, auch wenn das mitunter schmerzhaft ist. Wissen bedeutet, durch die Oberfläche zu den Wurzeln und damit zu den Ursachen vorzudringen und so die Realität unverhüllt zu betrachten. Der Prozess der Erkenntnisfindung ist dabei wichtiger als die vermeintlich mit Gewissheit gefundene Wahrheit an sich. Dazu gilt es, sich von Illusionen zu befreien.

Dieser Blick hinter die Kulissen fordert uns heraus, die vermeintlich sicheren Annahmen infrage zu stellen. Es bedeutet, Muster zu durchbrechen, die uns in einer falschen Sicherheit wiegen. Diese Art der Erkenntnis führt uns in tiefere Schichten unseres Verständnisses und lässt uns erkennen, dass viele unserer Überzeugungen auf Annahmen basieren, die einer genaueren Betrachtung nicht standhalten. Eine echte Erkenntnis entsteht erst, wenn wir bereit sind, alte Überzeugungen loszulassen und uns der Realität zu stellen – auch wenn diese anders aussieht, als wir sie uns vorgestellt haben.

 

 

 

Unwissenheit ist ein Segen?

 

Trotz der in einem Gedicht von Thomas Gray aus dem Jahr 1742 beschriebenen Segnung durch Unwissenheit („Ode on a Distant Prospect of Eton College“) und dem Hinweis „Ignorance is Bliss“ im Film Matrix, hält Unwissenheit meines Erachtens nicht, was sie verspricht. Unwissenheit mag für eine gewisse Zeit die Illusion einer heilen Welt in Rosarot ermöglichen, doch nehmen wir währenddessen weder am wahren Leben teil, noch findet persönliches Wachstum statt.

Unwissenheit ist bequem. Sie erlaubt uns, in einer Blase der Sicherheit zu leben, ohne die Ungewissheiten und Komplexitäten der Realität zu konfrontieren. Zum Beispiel neigen viele Menschen dazu, schwierige finanzielle Entscheidungen aufzuschieben, weil sie sich nicht mit der Unsicherheit und Komplexität von Investitionen auseinandersetzen wollen. Diese Vermeidung mag kurzfristig Erleichterung bringen, hindert uns aber daran, langfristig stabile Entscheidungen zu treffen und finanzielles Wachstum zu erreichen. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis: Sie hindert uns daran, uns zu entwickeln, und hält uns gefangen in einem Zustand der Stagnation. Persönliches Wachstum beginnt erst dort, wo wir bereit sind, Unwissenheit abzulegen und uns den Herausforderungen zu stellen, die die Realität mit sich bringt. Wissen eröffnet uns Möglichkeiten, es zeigt uns neue Wege auf und gibt uns die Macht, unser Leben aktiv zu gestalten.

Ein weiteres Beispiel für die trügerische Sicherheit von Unwissenheit findet sich im Gesundheitsbereich. Menschen ignorieren oft Symptome oder vermeiden Vorsorgeuntersuchungen aus Angst vor schlechten Nachrichten. Diese vermeintliche Unwissenheit schützt sie vielleicht kurzfristig vor Sorgen, doch langfristig verhindert sie, dass frühzeitig gehandelt und möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung vermieden werden kann. Wissen bedeutet, die Realität zu akzeptieren und die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, auch wenn es unangenehm ist.

„Wissen ist Macht“ – und nicht wissen macht auch nichts? Das klingt wohl lustiger, als es ist, denn auf so einer Basis lässt sich nicht gestalten und nicht entwickeln. Die vermeintliche Sicherheit der Unwissenheit verhindert, dass wir unsere Potenziale entfalten und das Leben aktiv in die Hand nehmen. Somit ist jede Enttäuschung ein Akt der Befreiung und die Grundlage für bessere Entscheidungen. Zumindest dann, wenn es nicht zu einem anhaltenden Erstarren kommt, sondern wir die Ärmel hochkrempeln und aus dieser Erkenntnis etwas Gutes machen.

 

 

Die Kraft der Enttäuschung

 

Um die Kraft der Enttäuschung besser zu verstehen, nehmen wir das Beispiel einer gescheiterten Karrierechance. Viele Menschen erleben Momente, in denen sie trotz aller Anstrengungen eine Beförderung nicht erhalten. Der anfängliche Schmerz dieser Enttäuschung kann dazu führen, dass wir unsere eigenen Stärken und Schwächen genauer analysieren, neue Fähigkeiten erlernen oder sogar feststellen, dass die bisher angestrebte Karriere nicht zu unseren wahren Interessen passt. Diese Erkenntnis kann letztlich zu einem erfüllenderen beruflichen Weg führen.

Enttäuschungen sind schmerzhaft, aber sie haben auch eine befreiende Kraft. Zum Beispiel kann das Ende einer Beziehung, so schmerzhaft es auch sein mag, den Weg frei machen, um zu erkennen, was in einer Partnerschaft wirklich wichtig ist, und dazu führen, gesündere Beziehungen in der Zukunft aufzubauen. Eine Ent-Täuschung ist nichts anderes als das Ende einer Täuschung – ein Moment, in dem wir die Realität so sehen, wie sie wirklich ist, und nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Dieser Prozess kann unangenehm sein, weil er uns aus unserer Komfortzone holt und uns zwingt, die Wahrheit zu akzeptieren. Doch in diesem Moment der Enttäuschung liegt auch die Chance auf Wachstum.

Durch Enttäuschungen lernen wir, was wirklich wichtig ist. Wir erkennen, welche Erwartungen unrealistisch waren und welche Annahmen wir hinterfragen sollten. Indem wir uns der Wahrheit stellen, können wir bessere Entscheidungen treffen, die auf einem klareren Verständnis der Realität basieren. Enttäuschungen sind somit Wegweiser, die uns helfen, uns weiterzuentwickeln und nicht in alten Mustern gefangen zu bleiben.

Die Fähigkeit, Enttäuschungen zu nutzen, anstatt an ihnen zu verzweifeln, ist ein wichtiger Bestandteil des persönlichen Wachstums. Es geht darum, aus den schmerzhaften Momenten zu lernen, die Ärmel hochzukrempeln und aktiv nach neuen Lösungen zu suchen. Diese aktive Auseinandersetzung mit der Realität führt uns näher an die Wahrheit heran und hilft uns, ein authentischeres und erfüllteres Leben zu führen. Eine weitere wichtige Strategie ist, Unterstützung von außen zu suchen. Freunde, Mentoren oder Therapeuten können helfen, eine Enttäuschung aus einer anderen Perspektive zu betrachten und neue Wege zu finden, mit den Herausforderungen umzugehen.

 

 

Fazit

Enttäuschungen sind keine Feinde, sondern Begleiter auf unserem Weg zur Erkenntnis. Sie helfen uns, Illusionen zu zerstören, und fordern uns auf, einen tieferen Blick auf die Realität zu werfen. Dieser Prozess mag nicht immer angenehm sein, doch er ist notwendig, um wirklich zu wachsen und ein erfülltes Leben zu führen. Sei mutig und stelle dich den Täuschungen – hinter jeder Enttäuschung verbirgt sich die Chance, die Welt mit neuen Augen zu sehen und eine bessere Version von dir selbst zu werden.

Wissen beginnt mit der Enttäuschung – mit der Zerstörung von Illusionen und der Bereitschaft, hinter die Oberfläche zu blicken. Es bedeutet, den Mut zu haben, die Wahrheit zu suchen, auch wenn diese unbequem ist. Unwissenheit mag kurzfristig verlockend sein, doch sie hält uns davon ab, am wahren Leben teilzunehmen und zu wachsen. Enttäuschungen sind keine Rückschläge, sondern Chancen zur Befreiung von Täuschungen und zur Weiterentwicklung. Wer sich dieser Herausforderung stellt, kann aus jeder Enttäuschung Erkenntnisse gewinnen und sein Leben aktiv gestalten. Jede Enttäuschung ist eine Einladung, tiefer zu gehen, neu zu bewerten und letztlich zu einem klareren, bewussteren Leben zu finden. Nutze diese Chancen, um kontinuierlich zu wachsen und dein wahres Potenzial zu entfalten.

 

 

 

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Artikel

Visionen und Zukunftspläne: Wie aus Zukunftsbildern Richtung wird

Eine gute Vision braucht mehr als große Ziele. Erfahre, wie Zukunftsbilder Orientierung geben, Entscheidungen erleichtern und konkrete Schritte ermöglichen.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Laterales Denken für überraschende Ideen

Laterales Denken für überraschende Ideen

Raus aus dem üblichen Denken
Schwarz-Weiss-Denken - Können Sie querdenken?

Laterales Denken

 

Ob für Reden, Präsentationen oder anderswo, sind neue Wege zu beschreiten, damit es vorangeht. Überraschende Ideen liefert laterales Denken. Doch dazu müssten wir es erlauben. So geht es!

Video

Neue Ideen durch Laterales Denken – Über den Tellerrand schauen und innovativ denken

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Dem üblichen Denken entkommen

 

Statt möglichst optimale Lösungen zu finden, denken viele von uns in gewohnten Mustern. In den meisten Bereichen dominiert die logische, rationale, analytische, kontrollierte und strukturierte Denkweise. Alles muss begreifbar sein. Viele Menschen denken überwiegend im Schwarz-Weiß-Modus und handeln streng nach Entweder-oder-Schema. Was nicht vertraut ist, erscheint diffus, macht sie ungeduldig, unsicher und ablehnend gegenüber Neuem.

Wir sind tendenziell versucht, aus nicht vertrauten Umgebungen vertraute Teilaspekte herauszulösen und uns daran zu orientieren. Das schränkt unser Denken ein. Damit wir über den Tellerrand denken können, gilt es diese Grenzen hinter sich zu lassen.

 

 

 

Laterales Denken

 

Der Begriff „Laterales Denken“ wurde durch Edward de Bono geprägt. Es beschreibt die Strategie, Aufgabenstellungen mittels unkonventioneller oder scheinbar unlogischer Ansätze anzugehen.

Tatsächlich führen viele dieser Techniken zu sehr hilfreichen Einsichten. Sie helfen dabei, sich vom beengten Weg zu lösen, der schon so oft gegangen wurde. Dafür provozieren sie schon mal, um so überraschende, neue Lösungen zu generieren.

Mittels lateralem Denken werden völlig neue Sichtweisen und ungeahnte Perspektiven in den verschiedensten Bereichen möglich. Laterales Denken kann erlernt werden!

 

 

 

Vier Prinzipien

 

Vier Prinzipien leiten dabei das laterale Denken:

  1. Erkennen beherrschender Denkmuster und Vorstellungen
  2. Suche nach neuen Perspektiven
  3. Überwindung einschränkender Mechanismen des rational-logische (vertikale) Denkens
  4. Bewusste Förderung des Einflusses von Zufällen

 

Beim logischen Denken muss jeder Denkschritt richtig sein, nicht dagegen beim lateralen Denken. Beim lateralen Denken gilt es, Urteile zu verzögern und aufzuschieben, Informationen neu aufeinander einwirken und so einen Freiraum für neue Ideen entstehen zu lassen. Dazu werden Informationen provokativ neu geordnet und stellt allgemein akzeptierte Begriffe infrage gestellt. Edward de Bono hält die Umstrukturierung von Denkmustern für erforderlich, um bereits vorhandene Informationen effektiver zu nutzen. So werden alternative Ansatzpunkte entdeckt.

 

 

 

Wie lässt sich laterales Denken lernen?

 

Was dem lateralen Denken auf die Sprünge hilft:

  • Verändern Sie die Perspektive.
  • Stellen Sie die Dinge auf den Kopf.
  • Zerlegen Sie größere Themen in kleine Häppchen und spielen Sie mit ihnen wie mit Bausteinen.
  • Übertragen Sie das Thema oder Teile davon auf einen anderen Kontext.
  • Verlagern Sie die Aufmerksamkeit.

 

Wie wäre es für den Anfang, mit einer der von Edward de Bono entwickelten Methode zu starten: Sechs Denkhüte für 6 Perspektiven. Sie finden hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Tipps zur Kreativitätstechnik. Ein umfangreiches Training erhalten Sie im Einzeltraining mit mir.

P.S.

 

Haben Sie mit dem lateralen Denken Erfahrungen gemacht?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Antworten auf häufige Fragen

Was ist laterales Denken?

Laterales Denken ist die Fähigkeit, die eigene Vorstellungskraft zu nutzen, um ein Problem auf eine neue Art zu betrachten und eine neue Lösung zu finden.

Weshalb ist laterales Denken wichtig?

Querdenken ist der Schlüssel, um neue und bessere Wege zu finden, Dinge zu tun. Innovation ist eine Notwendigkeit für Wettbewerbsvorteile und Überleben. Laterales Denken ist ein Werkzeug für Kreativität, die zu Innovation führt.

Weshalb wird es laterales Denken genannt?

Der Begriff „laterales Denken“, der auch als Seitwärtsdenken und Querdenken bezeichnet wird, wurde ursprünglich 1967 von Edward de Bono geprägt, um einen alternativen Prozess zum herkömmlichen linearen Denken zu beschreiben.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 9. Juli 2018
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371

Problem- oder Lösungsorientierung: WARUM wird überbewertet

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Kommunikationskompetenz: Blick auf die Lösung!

Warum, warum, warum

 

Fragetechniken helfen bei der Klärung, führen zu besseren Entscheidungen und bringen uns Zielen näher. Aber nicht jede Fragestellung ist gleichermaßen hilfreich. WARUM führt schnell weiter hinein in das Problem anstatt zum Blick auf Lösungen.

Überblick

 

 

Der Narr wundert sich, der Weise fragt.

Benjamin Disraeli

 

 

 

Fragen

 

Fragen haben eine besonders hohe Bedeutung in der Kommunikation. Wichtig ist, nicht mit dem Fragen aufzuhören. (Albert Einstein). Fragetechniken helfen bei der Klärung, führen zu besseren Entscheidungen und bringen uns Zielen näher. Aber nicht jede Fragestellung ist gleichermaßen hilfreich.

 

Kindermund tut Wahrheit kund:

 

Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!

Kinderlied

 

Gute Fragen werden zu Recht geschätzt. Nicht nur in Beziehungen zu anderen Menschen, sondern auch in den eigenen Gedanken entfalten Fragen ihre Wirkung. Fragend schreiten wir voran – und mit guten Fragen kommen wir weiter. Allerdings gibt es hinsichtlich dieser Wirkung ziemliche Unterschiede bezüglich der Richtung, in die sie uns führen. So ist beispielsweise die Frage nach dem „Warum?“ oft ziemliche Zeitverschwendung.

 

 

 

Warum?

 

Weshalb ich Fragen mit Warum an vielen Stellen nicht sehr schätze?

 

 

In Kurzform

 

Nachteile von Fragen mit Warum:

  • führt in die Vergangenheit
    • die Vergangenheit stellt den Problemraum dar
    • die Vergangenheit lässt sich nicht ändern
  • der Fokus führt zurück und oft noch tiefer hinein in das Problem
  • alte Erklärungsmodelle werden abgerufen.
    Neue Einsichten sind so nicht zu erwarten
  • es geht darum, Schuldige zu finden statt Lösungen.
    Deswegen wird die Problemorientierung auch als Schuldrahmen (Blame Frame) bezeichnet.

Lösungsgespräch oder Problemgespräch?

 

Die Antwort auf „Warum?“ beginnt fast immer mit „Weil …“. Was dann folgt, klingt oft mehr nach einer Entschuldigung oder sogar Ausrede, weshalb sich etwas nicht ändern lässt. Dann wird mit aller Aufmerksamkeit auf das Problem geschaut – wie das Kaninchen auf die Schlange – und nur sehr wenig Licht fällt auf die Lösung. Alles dreht sich um das Problem: „Problemtalk creates problems. Solutiontalk creates solutions.“ stellte Steve de Shazer fest.

 

Sehr oft werden aus Gewohnheit Fragen mit „Warum“ gestellt:

  • Wir fragen, warum wir tun, was wir tun.
  • Wir fragen, warum etwas nicht funktioniert.
  • Wir fragen, warum wir nicht bekommen, was wir wollen.
  • Wir fragen, warum wir uns so fühlen, wie wir uns fühlen und warum wir denken, was wir denken.

Warum bringt uns in Kontakt mit grundlegenden Themen. Philosophisch hat das einen hohen Stellenwert. Warum bringt uns allerdings nur bedingt praktisch voran.

Doch ist genau das die Absicht. Es geht uns darum zu verstehen, warum etwas geschieht. Wir meinen mit der Antwort auf das Warum Einsichten zu gewinnen, mit denen wir die Dinge verbessern können. Wenn wir den Fehler finden ist die Lösung nah, zumindest bei einem mechanischen Weltbild. Da reicht es ein Problem zu lösen, indem der Fehler repariert werden, der Ursprungszustand wieder hergestellt wird. Das Auto ist kaputt, den Fehler identifizieren, Teil austauschen, Auto fährt wieder, Besitzer und Beisitzer sind glücklich.

Schnell den Fehler finden und weiter geht es. Wir wollen Fortschritte machen! Nur klebt ein Warum oft so hartnäckig am Problem, wie ein Kaugummi an der Schuhsohle. Dadurch wird ein Wald vor lauter Bäumen nicht erkannt. Kreativität benötigt einen großzügigeren Raum, um sich entfalten zu können.

 

 

 

Besser

 

Verstehen kann man das Leben oft nur rückwärts, doch leben muss man es vorwärts.(Sören Kierkegaard). Viel förderlicher als nach dem Warum zu fragen ist es andere Fragen zu stellen wie beispielsweise:

„Wie genau …“

  • Wie genau sieht das erwünschte Ergebnis aus?
  • Wie können wir es erreichen?

 

Diese Form der Frage ermutigt Menschen ihre Gedanken konstruktiver zu gestalten − besonders, wenn sie verknüpft werden mit „genau“. „Wie“ stimuliert die Neugier und Kreativität, während „Warum“ zu Begründungen animiert, weshalb etwas nicht funktioniert. Während Warum am Problem klebt, lockt das Wie Richtung Lösung. It is simple, but not easy! (Steve de Shazer).

 

Alternativen

 

Fragen mit „Wie“ und  „Wozu“ haben im Vergleich zu „Warum“  folgende Vorteile:

  • sie schauen in die Zukunft.
    Die Zukunft stellt den Lösungsraum dar.
  • Orientierung auf Ziele statt auf Probleme.
  • Ressourcenorientiert.
  • Fokus auf die Lösung zu.
  • fragen nach dem Nutzen.
  • fördern eigene Aktivitäten.

Video

Vom Problem zur Lösung

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie stehen Sie zum Warum? Wann bevorzugen Sie Erklärungen und wann Lösungen?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4335
K:
Ü:

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Welche Muse darf dich küssen?

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Welche Muse darf dich küssen?

Professionelle Kreativität: Lass dich ab und zu von der Muse küssen!

Bist du bereit für Inspiration?

 

Bist du bereit, dich inspirieren zu lassen? Hast du eine Muse oder woher bekommst du deine Inspiration? Wenn du bereit bist, das mit dem Küssen als Metapher zu sehen, dann kannst du auch auf mich zurückgreifen. Im Gegenzug bekommst du von mir Anregungen und einige sehr effektive Techniken.

Überblick

 

 

 

 

Lass dich ab und zu von der Muse küssen!

 

Bist du empfänglich für Inspiration? Inspiration gibt uns Energie, Freude und Tatendrang. Jeder von uns braucht eine gute Portion Kreativität und hin und wieder eine zündende Idee, um erfolgreich zu sein. Leider fehlt uns die Inspiration oft gerade dann, wenn wir sie am dringendsten brauchen.

 

Woher nehmen und nicht stehlen?

Rotwein und andere, womöglich illegale Genussmittel, sind für den beruflichen Gebrauch eher ungeeignet. Lass dich lieber ab und zu von der Muse küssen! Hast du eine? Wenn du bereit bist, das mit dem Küssen als Metapher zu betrachten, kannst du mich gerne engagieren. Im Gegenzug bekommst du von mir Anregungen und einige sehr effektive Techniken.

Zitate

 

Genie ist 1% Inspiration und 99% Transpiration.

Thomas Alva Edison

 

Dichter sind die Oberpriester einer unbegreiflichen Inspiration.

Percy Bysshe Shelley

 

Ego, das ist die perfekte Firewall gegen Inspiration.

Andreas Tenzer

 

Gute Gedanken sind die Inspiration einer gesunden Seele.

Franz Schmidberger

Synonyme

 

Intuition, Begeisterung, begeisternd, Motivation (intrinsisch), motivierend, Eingebung, eingebungsvoll, Idee , Idee gebend, Geistesblitz. Als Steigerung Erleuchtung, erleuchtend.

Ursprung des Wortes

 

Inspiration stammt von lateinisch „inspiratio“ = „Beseelung“, „Einhauchen“. Zusammengesetzt aus „in“ = „hinein“ und „spirare“ = „hauchen“ bzw. „spiritus“ = „Atem“, „Seele“, „Geist“.

P.S.

 

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Und wo lässt du dich wie von der Muse küssen?

Nicht jeder ist empfänglich für Inspiration

Artikel zu Kreativitätstechniken

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

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Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2018
Überarbeitung: 3. Juni 2019
AN: #17865
Englische Version:

8 häufige Verhandlungsfehler

8 häufige Verhandlungsfehler

Professionell verhandeln
Verhandlungsfehler

8 häufige Verhandlungsfehler

 

In diesem Beitrag geht es um 8 häufige Fehler in Verhandlungen. Gefahr erkannt — Gefahr gebannt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Verhandeln ist ein Handwerk

 

Verhandeln ist ein Handwerk, das auf im Laufe der Zeit erworbenen Fähigkeiten basiert. Dabei gibt einige Fehler, die Sie vermeiden können, egal wie erfahren Sie sind.

 

 

 

8 häufige Verhandlungsfehler

 

Hier sind einige häufige Fehler, die sowohl von Neulingen als auch von erfahrenen Verhandlungsführern gemacht werden.

 

 

 

1. Verhandlungspartner als Gegner behandeln

 

Anstatt ein gemeinsames Interesse in den Fokus zu setzen, werden Verhandlungspartner oft als Gegner betrachtet. Entsprechend gibt es Gewinner und Verlierer, mit entsprechenden Fronten. So eine Sicht hat einschränkende Folgen auf Wahrnehmung, Denken und Handeln.

 

Mehr:

 

 

 

2. Sie hören nicht gut zu

 

Das Ziel im Auge zu behalten ist gut, Tunnelblick weniger. Verhandlungsführer sind oft so sehr darauf konzentriert, ihren Standpunkt darzulegen und das Geschäft abzuschließen, dass sie vergessen, zuzuhören. Dadurch entfremdet Sie sich von der Person, die Sie überzeugen wollen. Die fühlt sich überrollt und alles andere als wertgeschätzt.

Seien Sie vorbereitet und stellen Sie sicher, dass Sie Ihr Publikum gut kennen. Stellen Sie Fragen, um herauszufinden, woher sie kommen und was für sie wichtig ist. Ganz gleich, wie gut Ihre Präsentation ist, wenn Ihre Zuhörer das Gefühl haben, dass sie nicht gehört werden, werden Sie wahrscheinlich auf taube Ohren stoßen.

 

Anregungen:

 

 

 

3. Sie reden zu viel

 

Ob Sie sich nun gerne selbst reden hören oder meinen Ihre Botschaft würde es erfordern detailliert erläutert zu werden; übertreiben Sie es nicht.

Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der jemand erfolgreich kommuniziert hat und dann so lange geredet hat, dass Sie vergessen haben, worum es ursprünglich ging? Über das Ziel hinausgeschossen, schade! Machen Sie diesen Fehler nicht. Legen Sie stattdessen Ihren Standpunkt klar und deutlich dar. Geben Sie der anderen Partei Gelegenheiten, Fragen zu stellen. Beantworten Sie diese Fragen so prägnant wie möglich, fassen Sie sich kurz. Pflegen Sie den Dialog.

 

 

 

4. Sie legen nicht fest, was sie wollen

 

Bevor Sie in eine Verhandlung einsteigen, solltest du genau festlegen, was Sie von der anderen Partei wollen. Worum geht es im Kern, was ist wesentlich, was wäre nett?

Legen Sie fest, welches Ergebnis Sie sich im Idealfall erhoffen und welche Mindestbedingungen für Sie akzeptabel sind. Verwenden Sie diese Eckpunkte als Orientierung, um sicherzustellen, dass Sie nicht durch Emotionen oder Manipulationen aus dem Konzept gebracht werden.

Streben Sie an, dass Sie bekommen, was Sie wollen, doch erwarten Sie es nicht. Bleiben Sie beweglich. Bereiten Sie schon im Vorfeld alternative Lösungen vor. Bleiben Sie offen für alternative Wege, die möglicherweise sogar noch besser sind.

 

 

 

5. Es fehlt an Selbstvertrauen

 

Selbstvertrauen auszustrahlen bedeutet, dass Sie Zeit in die Vorbereitung investieren und in der Lage sind, zu zeigen, dass Sie Experte auf Ihrem Gebiet sind. Das bedeutet nicht, dass Sie laut oder aufdringlich sein müssen. Pflegen Sie Ihr Wissen, bereiten Sie sich vor, und verhalten Sie sich dann entsprechend. Anstatt nur so auszusehen, als hätten Sie Selbstvertrauen, sorgen Sie dafür, dass es berechtigterweise vorhanden ist und Ihnen das Rückgrat stärkt.

 

 

 

6. Die Bedeutung der Körpersprache wird unterschätzt

 

Der nonverbale Teil der Kommunikation findet weitgehend unbewusst statt. Das gilt für Sie ebenso wie für Gesprächspartner. Wir geben eine Menge über uns und unser Innenleben über diesen Weg preis. Das gibt uns einerseits Hinweise über die möglicherweise unausgesprochene Haltung anderer Menschen, andererseits besteht die Gefahr, dass wir selbst inkongruente Hinweise ausstrahlen, die unseren Absichten entgegenstehen. Besonders ärgerlich ist, wenn Gewohnheiten unnötig Zweifel säen oder zu Missverständnissen führen.

 

Weitere Informationen:

 

 

 

7. Sie bauen keine Beziehungen auf

 

Ein guter Verhandlungsführer baut Beziehungen auf. Die Bedeutung von Rapport wird oft unterschätzt. Wenn Sie sich zum ersten Mal mit jemandem treffen, versuchen Sie nicht sofort an den Verhandlungstisch zu schreiten. Wärmen Sie sich zuerst auf, bevor Sie beginnen zu verhandeln. Treffen Sie sich beispielsweise am Vorabend zum Abendessen, um eine Beziehung aufzubauen und Ihren Gesprächspartner kennenzulernen.

Nehmen Sie sich Zeit, um die persönlichen Beziehungen zu pflegen. Zeigen Sie Ihren Gesprächspartnern, dass es Ihnen nicht nur darum geht, was Sie von ihnen bekommen können, sondern dass sie Ihnen auch persönlich am Herzen liegen. Stellen Sie Fragen zu Dingen, die Sie interessieren, und hören Sie wirklich zu. Greifen Sie diese Themen bei passender Gelegenheit wieder auf, um eine tiefere Verbindung aufzubauen.

Seien Sie vorbereitet, seien Sie glaubwürdig, und lassen Sie die andere Seite wissen, dass Ihnen wichtig ist, was für sie wichtig ist. Win-win ist häufig möglich. Wer Angst davor hat zu verlieren, gibt dem jedoch keine Chance, es erscheint zu gefährlich. Mit entsprechenden Erfahrungen wird das leichter.

 

 

 

8. Sie sagen zu schnell zu

 

Sagen Sie zu schnell zu, verzichten Sie vermutlich auf bessere Angebote. Und selbst, wenn das Angebot an sich fair und gut ist, schadet eine zu schnelle Zusage oft. Wird das erste Angebot zu schnell angenommen, vermutet dessen Anbieter einen Fehler gemacht zu haben; ein viel zu gutes Angebot gemacht zu haben. Vielleicht stellt er sich die Frage, ob Sie viel verzweifelter sind als es vorher den Anschein hatte. Wo ist hier der Haken? Welche Nachteile wurden übersehen? Im besten Fall bleibt ein fader Nachgeschmack. Der bleibende Eindruck, jeder Beteiligte hätte hier ein gutes Geschäft gemacht, kommt so nicht auf.

Beachten Sie die Spielregeln bei Verhandlungen und akzeptieren Sie nicht zu schnell das erste Angebot.

 

 

 

Fazit

 

Verhandeln ist ein Handwerk, das Übung erfordert. Behalten Sie diese Fehler im Hinterkopf, bevor Sie mit der Verhandlung beginnen, dann gelingt es leichter.

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  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

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P.S.

 

Worauf achten Sie bei Verhandlungen? Welche Fehler sind Ihnen bekannt?

Antworten auf häufige Fragen

Was sind die häufigsten Verhandlungsfehler?

Die häufigsten Verhandlungsfehler sind:

  • Schlechte Vorbereitung
  • Unethisches Verhalten
  • Zu schnelles Annehmen eines Geschäfts
  • Kulturelle Unterschiede außer Acht lassen
  • Akzeptieren eines schlechten Angebots oder Verzicht auf eine Win-win-Situation
  • Emotionale Ablenkung

Was ist eine Verhandlung?

Der Begriff „Verhandlung“ bezieht sich auf eine strategische Diskussion, in der ein Problem auf eine für beide Parteien akzeptable Weise gelöst wird. In einer Verhandlung versucht jede Partei, die andere davon zu überzeugen, ihrem Standpunkt zuzustimmen. Verhandlungen beinhalten üblicherweise ein gewisses Geben und Nehmen, was bedeutet, dass oft eine Partei als Sieger aus der Verhandlung hervorgehen wird. Es sind allerdings auch Win-Win-Ergebnisse möglich.

Weshalb ist Verhandeln so wichtig?

Verhandlungen sind aus vielen Gründen so wichtig, ganz gleich, ob sie im Interesse des Einzelnen, eines Unternehmens oder der Regierung geführt werden. Verhandlungen ermöglichen es Ihnen, sich selbst weiterzuentwickeln und in Ihrer Karriere und/oder in Ihrem Leben voranzukommen. Die Fähigkeit zu verhandeln hilft auch bei der Lösung von Konflikten und bei der Schaffung von Werten für sich selbst und eine bessere Welt .

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Gut verhandelt haben Sie erst dann, wenn Ihr Gegenüber in Zukunft wieder mit Ihnen verhandeln möchte.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 5. Januar 2022
AN: #873
K:
Ü:

Schreiben verändert

Schreiben verändert

Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben
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Schreiben verändert

 

So lassen sich Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben fördern.

Überblick

 

 

 

 

 

Schreiben verändert: Veränderungs- und Bewältigungsprozesse

 

Es gibt viele Gründe Gedanken aufs Papier oder auf die Tastatur zu bringen. Eine nicht von jedem Menschen ausreichend gewürdigte Möglichkeit; mit Schreiben Veränderungs- und Bewältigungsprozess unterstützen. Wenn es uns gelingt die Gedanken aufs Papier zu bringen, können wir sie dort ordnen, Zusammenhänge erkennen, klären und dabei zu Einblicken und Erkenntnissen gelangen. Etwas niederzuschreiben kann dabei helfen den Überblick zu bekommen, auch, weil wir mit unterschiedlichen Abständen spielen können.

 

 

 

Wie?

 

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit kreativem Schreiben zu beschäftigen. Wer an und mit sich arbeiten möchte, findet im Buch „Selbstwirksam schreiben – Wege aus der Rat und Ratlosigkeit“ von Carmen C. Unterholzer zahlreiche Anregungen dafür. Das Büchlein liefert greifbare Ideen für Veränderungsinteressierte und Therapeuten.

 

 

 

Digital oder analog?

 

Auf welche Weise Sie Ihre Gedanken vom Kopf aus in lesbare Worte übertragen ist eine persönliche Entscheidung. Ich empfehle dafür einen klassischen Stift, vorzugsweise mit Feder und Tinte, für diesen speziellen Zweck zu reservieren. Irgendwie beeinflussen selbst Federform und Tintenfarbe den Prozess. Spielerisch ans Werk zu gehen lohnt sich.

 

 

 

Es lohnt sich

 

So oder so; wenn wir Dinge aussprechen, verändert sich etwas und wenn wir es aufschreiben ebenfalls. Wir gewinnen jedes Mal eine zusätzliche Sicht. Schreiben dient der Psychohygiene. Werden ein paar hilfreiche Prinzipien berücksichtigt, wirkt Schreiben entlastend und heilend.

P.S.

 

Was halten Sie von Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben?.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2016
Überarbeitung: 28. Mai 2019
AN: #87866
Englische Version:
K:
Ü:A

Wortwolken

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Überblick

 

 

 

 

 

Wortwolken

 

Wortwolken zu schreiben hilft dabei, Wünsche und Bedürfnisse zu erspüren,  Entscheidungen leichter zu treffen Ansatzpunkte zu finden.

 

 

 

So gelingen Wortwolken

 

Nehmen Sie ein leeres Blatt oder eine der freien Seiten im Notizbuch. Notieren Sie in die Mitte ein Wort zu einem Thema, das Sie beschäftigt. Dabei kann es beispielsweise um den nächsten Urlaub, eine Präsentation, ein wichtiges Gespräch oder eine Entscheidung gehen.

Wenn Sie zwischen zwei Optionen wählen wollen, können Sie auch beide Worte jeweils auf eine Seite des Blattes schreiben. Dann notieren Sie intuitiv Begriffe, die Ihnen in den Sinn kommen. Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf. Sie sind niemanden Rechenschaft verpflichtet. Immer raus damit. Bleiben Sie dran, bis Sie den Eindruck haben, es ist Zeit aufzuhören. Hören Sie nicht zu früh auf. Kritzeln Sie herum, nehmen Sie farbige Stifte zur Hand, es ist Ihre Wortwolke.

Was für einen Eindruck macht das Ergebnis auf Sie? Welche Hinweise finden Sie? Lassen Sie die Wortwolke auf sich wirken. Was passt zusammen, was braucht noch etwas? Sticht ein Wort heraus, was will es sagen, wie geht es weiter?

P.S.

 

Nutzen Sie Wortwolken?

 

Artikel zu Sprache und Kreativität

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Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

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Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Reizworte

Reizworte

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2016
Überarbeitung: 28. Mai 2019
AN: #87866
Englische Version:
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Vorsicht vor dem Aktionismusreflex

Vorsicht vor dem Aktionismusreflex

Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.
Aktionismus

Aktionismusreflex

 

Der Aktionismusreflex ist weitverbreitet. Er richtet häufiger Schaden an, als hilfreich zu sein. Selbst unterschätzen wir das Phänomen leider meist.

Video

Wirklich etwas erreichen oder reicht Show? Aktionismus

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Aktionismus

 

Betriebsames, unreflektiertes oder zielloses Handeln, meist ohne Konzept, wird als Aktionismus bezeichnet und ist nicht nur in Unternehmen und Politik weit verbreitet.

Definition Aktionismus

 

Manch einer hält Hektik und Aktionismus für Krankheiten unserer Zeit. Doch so neu ist diese menschliche Neigung nicht. Gerade in unübersichtlichen, unklaren und neuen Situationen neigen viele Menschen dazu, schnellstens handeln zu wollen. Gerade im leistungsorientierten Umfeld ist blinder Aktionismus zu Hause. Da gilt; wer nicht strampelt, den spült der Strom weg. Durch unüberlegte Handlungen meinen viele Menschen irgendwie doch noch Herr der Lage zu bleiben und alles unter Kontrolle zu bringen. Es ist ein Reflex, der sich in der menschlichen Entwicklungsgeschichte lange Zeit bewährt hat. Lange Zeit und angesichts von Säbelzahntigern und Mammutjagd galt: Besser etwas, als gar nichts zu tun. Dieses weitgehend unüberlegte Verhalten wird als Aktionismusreflex und auch als Action Bias bezeichnet. In der heutigen Zeit erweist sich dieses reflexartige Verhalten immer häufiger als nachteilig. Produktiv zu sein ist weit mehr, als nur beschäftigt zu sein.

Aktionismusreflex

 

Der Aktionismusreflex ist ein spezieller Reflex, in jeder Situation sofort und meist ohne vorhergehende Ideensammlung oder -auswahl, mit einer Aktion um der Aktion willen loslegen zu müssen. In besonders ausgeprägten Fällen wird er auch als „blinder Aktionismus“ bezeichnet. Gut gemeint, doch trotz bester Absichten richtet solcher Aktionismus leicht Schäden an oder vergeudet im besten Fall zumindest Ressourcen.

 

 

 

Aktionismus liegt in der menschlichen Natur

 

Es liegt in der Natur der Menschen, in unübersichtlichen, unklaren und neuen Situationen sofort handeln zu wollen. Die Hoffnung sitzt tief, dadurch wieder Herr der Lage zu sein und alles unter Kontrolle zu bringen. Es handelt sich um einen Reflex, der sich in der menschlichen Entwicklungsgeschichte lange Zeit bewährt hat. Besser ETWAS als GAR NICHTS zu tun, um Gefahren erst einmal abzuwenden.

Dieses Verhalten wird auch als „Action Bias“ bezeichnet, weil Menschen umtriebig sind und die Tendenz haben, zu agieren. Sie wollen lieber aktiv beteiligt sein, als sich passiv den Geschehnissen auszuliefern. Das Bedürfnis drängt selbst dann, wenn ein Eingreifen unnötig ist oder negative Auswirkungen mit sich bringt. Das Stammhirn (aus gutem Grund auch als Reptiliengehirn bezeichnet) sieht heutzutage in der Fantasie so manchen Säbelzahntiger, wo gar keiner ist. Da ist Vorsicht geboten, um nicht voreilig Mitmenschen mit Steinen zu werfen.

Das mag in früheren Zeiten der menschlichen Entwicklung hilfreich für das Überleben gewesen sein, doch die Zeiten haben sich geändert. So ein Säbelzahntiger vor dem Höhleneingang erlaubte kein Zögern. In Situationen, in denen es früher auf Schnelligkeit der Handlung ankam, sind heutzutage wesentlich häufiger Gelassenheit und weniger Aktionismus von Vorteil. Zuerst gilt es die notwendigen Informationen zu beschaffen, Hindernisse und Lösungen zu erkennen und erst dann angemessen zu reagieren. Nach überlegten Entscheidungen wird mitunter sogar oft deutlich, dass gar keine konkrete Reaktion erforderlich ist, sondern ein bloßes Abwarten ebenso erfolgreich und sogar zielführender sein kann.

 

Vorsicht vor blinden Flecken

 

Blinde Flecken begünstigen Aktionismus. Wer sich gut kennt und nachdenkt, neigt weniger zu Aktionismus.

JOHARI-Fenster

Aber wo bleibt da die Geschwindigkeit?

 

Wo Wettbewerb herrscht, da überholen laut Sprichwort; die Großen die Kleinen und die Schnellen die Langsamen. Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit liefern Wettbewerbsvorteile. Doch weil Vorteile meist kopierbar sind, ist der Vorsprung so nur knapp und bestenfalls mit großem Aufwand zu halten. Wer längere Zeit vorne mitspielen will, muss so ständig schneller werden und gleichzeitig an vielen Fronten handeln. Da werden die Ressourcen auf eine harte Probe gestellt. All das will koordiniert werden und nur Dank guter Entscheidungen hat das Bemühen auch Aussicht auf Erfolg. Und es wird nicht einfacher. Die Fehlertoleranz wird in vielen Bereichen stetig geringer. Schneller, immer schneller. Es gilt mittlerweile unter Vollgas mehr und mehr unter einen Hut zu bringen. Und das, ohne innezuhalten. Dafür wird keine Zeit vergeudet. Doch bei zu großer Geschwindigkeit lässt sich schnell etwas übersehen, das sich später als relevanter herausstellt, als vermutet. So werden Alternativen übersehen und eine Reife von Lösungen unterbleibt, der Überblick geht verloren. Willkommen im Hamsterrad!

 

 

 

Besser als Aktionismus: Sauberes Denken statt hektischer Aktivität

 

Vorsprung durch Hektik gibt es nicht. Besser, viel besser, als Aktionismus ist es, Alternativen durchzuspielen, Szenarien zu erkunden und anhand der Konsequenzen aus einer Vielzahl von Handlungsoptionen zu schöpfen. Dann entkommen wir dem ererbten Reflex zum Aktionismus entkommen und denken zuerst nach.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
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Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie gehen Sie mit der Spannung um, Entscheidungen zu treffen, ohne unter Druck in Aktionismus zu verfallen? Welche Erfahrung haben Sie mit Aktionismus gemacht?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. Juni 2017
Überarbeitung: 4. Januar  2020
Englische Version:
AN: #361
K: CNB
Ü: