Das ideale Alter für das Selbstmarketing

Das ideale Alter für das Selbstmarketing

Vorsicht vor dem jungen Arzt und dem alten Barbier
 
Selbstmarketing - Karsten Noack Coaching &Training Berlin

Alter und Selbstmarketing

 

Was ist das ideale Alter für das Selbstmarketing? Ein Blickwinkel: Welches Alter passt am besten zu Ihrem Angebot?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Sind graue Haare gut für die Preiskalkulation?

 

Lassen Sie es mich mit den Worten von Benjamin Franklin sagen:

Vorsicht vor dem jungen Arzt und dem alten Barbier.

 

Und das führt mich zu einer entsprechenden Frage:
Welches Alter passt am besten zu Ihrem Angebot, Ihrer Karriere bzw. Expertendasein?

 

Sicher; das beste Alter im Leben sollte immer das aktuelle und Steigerungen willkommen sein. Doch zurück zu meiner Frage: Welches Alter passt am besten zu Ihrem Angebot, Ihrer Karriere beziehungsweise Expertendasein?

Haben Sie eine Antwort darauf? Und wie lautet die Antwort, wenn Sie das Thema aus der Sicht der Auftraggeber und der beteiligten Öffentlichkeit betrachten? Wenn Sie genauer hinsehen, dann können Sie einige interessante Einsichten für Ihr Marketing und Ihre strategische Planung finden.

Das ideale Alter für das Selbstmarketing

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Welche Erkenntnisse gewinnen Sie dabei? Gibt es ein ideales Alter für die angestrebte Wahrnehmung, ein Zeitfenster für bestimmte Phasen? Welche Konsequenzen leiten Sie daraus ab?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #3230
K:
Ü:

Nur keine Mimik. Der Deadpan ist gut für Komiker, schlecht für Redner

Deadpan: Nur keine Miene verziehen. Gut für Komiker, schlecht für Redner

Auf den Spuren von Buster Keaton
Deadpan

Deadpan

 

Deadpan ist eine Technik des komischen Schauspiels. Wesentlich ist, dass Schauspieler:innen so gut wie keine Gefühlsregungen zeigen. Manche Redner machen das unfreiwillig. Ob das so eine gute Idee ist?

 

 

 

Überblick

 

 

 

Die Gemütsarten derer, mit denen man zu tun hat, begreifen: um ihre Absichten zu ergründen. Denn ist die Ursache richtig erkannt, so ist es auch die Wirkung, erstlich aus jener, sodann aus dem Motiv. Man lerne ein Gesicht entziffern und aus den Zügen die Seele herausbuchstabieren.

Baltasar Gracián y Morales

 

 

 

Mienenspiel

 

Ein Sprichwort erwähnt die Möglichkeit; eine gute Miene zu einem bösen Spiel zu machen. Doch manche Menschen verzichten vollständig auf ein lebendiges Mienenspiel im Gesicht.

 

 

 

Deadpan

 

Deadpan ist eine Technik komischen Schauspiels, bei dem der Schauspieler so gut wie keine Gefühlsregungen zeigt. Ein Meister darin war Buster Keaton, dessen Gesicht völlig unbewegt blieb. Die Emotionen müssen aus dem Kontext abgeleitet werden. Die Mimik wirkt betäubt, wie unter dem Einfluss von zu viel Anti-Falten-Nervengift und auch die restliche Körpersprache erinnert an eine ferngesteuerte Gliederpuppe.

Bei Pokerspielern und Politikern kann so ein Gesicht mitunter auch beobachtet werden. So zeigt auch Angela Merkel seltener als die meisten Menschen mimische Gefühlsregungen. Wenn sie es für erforderlich hält, legt sie einen emotionslosen Gesichtsausdruck auf, wobei ihr das unterschiedlich gut gelingt.

 

 

 

Mimik in Gesprächen, Reden und Präsentationen

 

Von Billy Wilder stammt das Zitat: „Wir haben keinen Dialog gebraucht, wir hatten Gesichter.“

Ja, das macht die Kommunikation oft leichter. Doch manche Redner zeigen unfreiwillig keinerlei oder zumindest wenige mimischen Ausdruck. Von Mienenspiel ist dann keine Rede, sondern es wirkt wie eine Maske. Für die Glaubwürdigkeit eines Redners ist das nicht sehr förderlich. Von Emotionen oder gar Begeisterung ist da mitunter nicht einmal eine homöopathische Spur. Da brennt nichts an, weder der Redner brennt für sein Thema, noch wird das Publikum Funken fangen.

 

 

 

Glaubwürdigkeit und Wirkung

 

Die drei Säulen der Rhetorik sind Ethos, Logos und Pathos. Die beschreibt schon der griechische Philosoph Aristoteles im allerersten Lehrbuch der Rhetorik. Reduziert auf Logos, also reine Zahlen, Daten, Fakten bewegt sich meist wenig, wenn das Publikum nicht aus Vulkanieren besteht. Es werden auch Ethos und Pathos gebraucht, um Menschen zu überzeugen.

Zu Pathos gehört ein leidenschaftliches Gefühl, ein emotionaler Appell an das Publikum. Zu Ethos, dem Charakter gehört die Glaubwürdigkeit von Redner, die ihre Überzeugungskraft aus der wahrgenommenen Integrität beziehen.

Im Artikel Mimik, Rhetorik und Körpersprache: Tipps für Mimik die Redner steht finden Sie einige Anregungen.

P.S.

 

Kennen Sie Momente, in denen Sie keine Miene verziehen und wie reagieren Sie, wenn das jemand anderes macht?

Wir haben keinen Dialog gebraucht, wir hatten Gesichter. Billy Wilder

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Februar 2012
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #56719
K: CNB
Ü:

Authentizität & freie Entfaltung: Du selbst sein und dich entwickeln

Freie Entfaltung und Authentizität: Wie du dich entwickelst, ohne dich zu verbiegen

„Sei einfach du selbst.“
Authentizität

Freie Entfaltung und Authentizität: Wie du dich entwickelst, ohne dich zu verbiegen

 

„Sei einfach du selbst.“

Der Satz klingt wunderbar.

Und er löst erstaunlich wenig.

Denn:

Wer genau ist dieses „Du selbst“?

Der Mensch, der du heute bist?

Der Mensch, der du früher warst?

Oder der Mensch, zu dem du dich entwickeln möchtest?

Authentizität ist deshalb weniger eine Aufforderung, unverändert zu bleiben.

Sie kann vielmehr bedeuten:

Dich weiterzuentwickeln, ohne dich dabei von dir selbst zu entfernen.

Was bedeutet freie Entfaltung?

Freie Entfaltung bedeutet für mich weniger:

„Ich mache immer, worauf ich gerade Lust habe.“

Sie bedeutet eher:

Du entwickelst dein Leben zunehmend in eine Richtung, die zu deinen Werten, Fähigkeiten und bewussten Entscheidungen passt.

Dazu gehören:

  • Selbsterkenntnis
  • Autonomie
  • Verantwortung
  • Lernfähigkeit
  • Mut zur Veränderung

 

 

 

Authentizität ist weniger Spontaneität

 

Ein häufiges Missverständnis lautet:

„Authentisch bin ich, wenn ich immer genau sage und tue, was ich gerade empfinde.“

Das wäre eher Impulsivität.

Authentizität braucht zusätzlich:

  • Selbstreflexion
  • Rücksicht
  • Kontext
  • Verantwortung

Du kannst echt sein, ohne ungefiltert zu sein.

 

 

 

Authentisch bedeutet weniger: „Ich bin eben so.“

 

Dieser Satz kann eine Ausrede werden.

Zum Beispiel:

„Ich bin eben direkt.“

Vielleicht.

Vielleicht verletzt deine Art zu kommunizieren jedoch unnötig andere.

Dann wäre Entwicklung weniger Verrat an dir selbst.

Sie könnte Ausdruck von Reife sein.

 

 

 

Persönlichkeit ist weniger ein Gefängnis

 

Menschen verändern sich.

Sie lernen.

Sie passen Verhalten an.

Sie entwickeln neue Fähigkeiten.

Das widerspricht Authentizität weniger.

Entscheidend ist eher:

Passt die Veränderung zu dem Menschen, der du sein möchtest?

 

 

 

Authentizität und Kongruenz

 

Ein hilfreicher Begriff ist Kongruenz.

Gemeint ist vereinfacht:

Das innere Erleben und das gezeigte Verhalten passen ausreichend zusammen.

Das bedeutet weniger, alles sichtbar machen zu müssen.

Es bedeutet:

Du erzeugst weniger bewusst einen falschen Eindruck über dich selbst.

 

 

 

Rolle und Authentizität sind weniger Gegensätze

 

Du verhältst dich im beruflichen Kontext anders als mit engen Freunden.

Das ist normal.

Eine Rolle ist weniger automatisch eine Maske.

Problematisch wird es eher, wenn du dauerhaft etwas darstellen musst, das deinen:

  • Werten
  • Überzeugungen
  • Grenzen

deutlich widerspricht.

 

 

 

Eine Rolle kann sehr authentisch sein

 

Zum Beispiel:

Eine Führungskraft spricht in einer Krise ruhiger, strukturierter und kontrollierter als im privaten Alltag.

Das muss weniger unecht sein.

Es kann genau der Rolle und der Verantwortung entsprechen.

Authentizität ist kontextabhängig

Das ist wissenschaftlich ebenfalls wichtig.

Die Vorstellung, dass wir uns in jeder Situation exakt gleich verhalten müssten, ist zu einfach.

Menschen reagieren auf:

  • Rollen
  • Beziehungen
  • Situationen
  • Kulturen

unterschiedlich.

Konsistenz ist weniger dasselbe wie Authentizität.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Vielleicht bist du:

  • im Beruf sehr klar
  • in privaten Beziehungen weicher
  • auf einer Bühne energischer

All diese Seiten können zu dir gehören.

 

 

 

Wann entsteht das Gefühl, sich zu verbiegen?

 

Zum Beispiel wenn du:

  • regelmäßig Ja sagst, obwohl du Nein meinst
  • eine Rolle spielst, um Anerkennung zu bekommen
  • eigene Werte dauerhaft zurückstellst
  • ständig versuchst, Erwartungen anderer zu erfüllen

Dann kann die Differenz zwischen Innen und Außen belastend werden.

 

 

 

Die Frage ist weniger: „Passe ich mich an?“

 

Wir alle passen uns an.

Die interessantere Frage lautet:

„Was kostet mich diese Anpassung?“

 

 

 

Anpassung kann sinnvoll sein

 

Du passt Sprache an dein Gegenüber an.

Du berücksichtigst kulturelle Konventionen.

Du kleidest dich passend zu einer Situation.

Das ist weniger Selbstverleugnung.

Es ist soziale Kompetenz.

 

 

 

Problematisch wird Anpassung dort, wo du dich selbst verlierst

 

Zum Beispiel wenn du zunehmend weniger weißt:

  • was du selbst willst
  • welche Meinung du selbst hast
  • welche Grenzen für dich gelten

Dann lohnt sich eine genauere Klärung.

 

 

 

Selbsterkenntnis ist eine Grundlage von Authentizität

 

Du kannst dich schwer an dir selbst orientieren, wenn du wenig darüber weißt:

  • was dir wichtig ist
  • wie du unter Druck reagierst
  • welche Muster sich wiederholen
  • wo deine Stärken und Grenzen liegen

→ Selbsterkenntnis: Dich selbst besser verstehen und bewusster handeln

 

 

 

Werte geben Orientierung

 

Authentizität wird häufig klarer, wenn du deine Werte kennst.

Zum Beispiel:

  • Freiheit
  • Verantwortung
  • Loyalität
  • Unabhängigkeit
  • Fairness
  • Entwicklung

Dann kannst du besser prüfen:

„Passt meine Entscheidung zu dem, was mir wichtig ist?“

 

 

 

Werte können miteinander kollidieren

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte unabhängig sein und gleichzeitig Zugehörigkeit erleben.“

Oder:

„Ich möchte ehrlich sein und zugleich Rücksicht nehmen.“

Authentizität löst solche Spannungen weniger automatisch.

Sie hilft dabei, sie bewusst zu sehen.

 

 

 

Authentizität und Selbstbild

 

Ein weiterer Stolperstein:

Wir möchten manchmal weniger authentisch sein als unserem eigenen Selbstbild entsprechen.

Zum Beispiel:

„Ich bin ein souveräner Mensch.“

Dann versuchen wir vielleicht, Unsicherheit möglichst wenig sichtbar werden zu lassen.

Oder:

„Ich bin immer hilfsbereit.“

Dann fällt ein Nein plötzlich sehr schwer.

 

 

 

Auch ein positives Selbstbild kann zur Maske werden

 

Wenn du das Gefühl hast:

„So muss ich sein.“

kann Selbstentwicklung in Selbstzwang kippen.

 

 

 

Selbstkonzept und Klarheit

 

Psychologische Forschung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie klar und stabil Menschen ihr eigenes Selbstbild erleben.

Eine höhere Selbstkonzeptklarheit geht häufig mit:

  • mehr Wohlbefinden
  • stabilerer Selbstregulation
  • besserer zwischenmenschlicher Anpassung

einher.

Das bedeutet weniger, dass ein Mensch sich starr definieren sollte.

Es bedeutet:

Ein ausreichend klares Bild davon zu haben, wer man ist und wofür man steht, kann Orientierung geben.

 

 

 

Authentizität und Wohlbefinden

 

Studien finden wiederholt Zusammenhänge zwischen erlebter Authentizität und höherem Wohlbefinden.

Das ist plausibel.

Wenn du weniger Energie darauf verwenden musst, einen fremden Eindruck aufrechtzuerhalten, kann das entlasten.

Doch daraus folgt weniger:

„Je ungefilterter, desto gesünder.“

 

 

 

Authentizität ist weniger ein universelles Rezept

 

Wie wichtig Konsistenz zwischen unterschiedlichen Rollen und Situationen ist, hängt auch von:

  • Persönlichkeit
  • Beziehungsorientierung
  • kulturellem Hintergrund

ab.

Deshalb lohnt sich Vorsicht mit einfachen Regeln wie:

„Wenn du überall gleich bist, bist du authentisch.“

 

 

 

Freie Entfaltung braucht Rahmenbedingungen

 

Menschen leben weniger im luftleeren Raum.

Wir haben:

  • Verpflichtungen
  • Beziehungen
  • finanzielle Bedingungen
  • berufliche Rollen

Deshalb bedeutet Selbstentfaltung weniger:

„Ich ignoriere alle äußeren Bedingungen.“

Sie bedeutet eher:

„Welche Gestaltungsmöglichkeiten habe ich innerhalb meiner tatsächlichen Lebenssituation?“

 

 

 

Freiheit braucht Realitätssinn

 

Eine Entscheidung kann sich vollkommen authentisch anfühlen.

Sie kann trotzdem:

  • finanzielle
  • soziale
  • berufliche

Konsequenzen haben.

Authentizität hebt diese Folgen weniger auf.

 

 

 

Selbstverwirklichung ist weniger Verantwortungslosigkeit

 

Ein Satz wie:

„Ich muss jetzt auf mich selbst hören.“

kann berechtigt sein.

Er kann ebenfalls benutzt werden, um Verantwortung auszublenden.

Deshalb gehört zur Selbstentfaltung:

die Konsequenzen eigener Entscheidungen mitzudenken.

 

 

 

Autonomie

 

Ein wichtiger psychologischer Begriff ist Autonomie.

Gemeint ist weniger völlige Unabhängigkeit.

Autonomie bedeutet stärker:

Das eigene Handeln als selbstbestimmt und innerlich bejaht zu erleben.

Du kannst also Verpflichtungen erfüllen und sie trotzdem autonom erleben.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Du übernimmst Verantwortung für einen Menschen.

Vielleicht weniger, weil du gezwungen wirst.

Sondern weil Fürsorge zu deinen Werten gehört.

Das kann Einschränkung und Selbstbestimmung gleichzeitig enthalten.

 

 

 

Freie Entfaltung ist deshalb weniger grenzenlose Freiheit

 

Sie ist:

möglichst bewusste Gestaltung innerhalb realer Bedingungen.

 

 

 

Gruppendruck und Authentizität

 

Menschen orientieren sich an anderen.

Das ist normal.

Problematisch kann es werden, wenn Zugehörigkeit nur möglich erscheint, wenn du:

  • eine Meinung übernimmst
  • einen Lebensstil imitierst
  • eigene Zweifel verschweigst

Dann lohnt sich:

„Was davon entspricht tatsächlich mir?“

 

 

 

Auch Rebellion kann Fremdbestimmung sein

 

Das ist eine interessante Gegenbewegung.

Wenn du grundsätzlich das Gegenteil dessen tust, was andere erwarten, bestimmen deren Erwartungen immer noch dein Verhalten.

Nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Autonomie bedeutet weniger Anpassung oder Rebellion.

Sie bedeutet Wahl.

 

 

 

Authentizität und berufliche Rollen

 

Gerade im Beruf entstehen Spannungen.

Zum Beispiel:

„Wie viel von mir soll ich zeigen?“

„Wie professionell darf ich mich anpassen?“

„Wann spiele ich nur noch eine Rolle?“

 

 

 

Professionalität braucht weniger Verstellung

 

Du kannst deine Kommunikation:

  • strukturieren
  • präzisieren
  • an Zielgruppen anpassen

ohne deine Persönlichkeit aufzugeben.

Im Gegenteil:

Gute professionelle Kommunikation macht deine tatsächliche Kompetenz oft erst sichtbar.

 

 

 

Authentisches Auftreten

 

Wer auf einer Bühne, in einem Meeting oder vor einer Kamera überzeugen möchte, braucht weniger künstliche Körpersprache.

Eintrainierte Gesten können störend wirken, wenn sie wenig zur Person passen.

Hilfreicher ist:

Verhalten so zu entwickeln, dass es wirksam und gleichzeitig stimmig bleibt.

 

 

 

Wirkung und Authentizität sind weniger Gegensätze

 

Manche Menschen denken:

„Wenn ich an meiner Wirkung arbeite, bin ich weniger authentisch.“

Das folgt weniger.

Du kannst lernen:

  • klarer zu sprechen
  • ruhiger aufzutreten
  • weniger zu rechtfertigen
  • deine Botschaft besser zu strukturieren

und dich dabei stärker wie du selbst fühlen.

 

 

 

Die entscheidende Frage

 

„Hilft die Veränderung mir, mich stimmiger auszudrücken – oder spiele ich damit jemand anderen?“

 

 

 

Authentische Führung

 

Auch Führung braucht weniger vollständige persönliche Offenheit.

Eine Führungskraft muss:

  • Rollenverantwortung übernehmen
  • Informationen teilweise vertraulich behandeln
  • Entscheidungen vertreten

Authentizität bedeutet dort weniger:

„Alle sollen immer wissen, wie ich mich gerade fühle.“

Wichtiger ist:

Stimmen Worte, Werte und Verhalten ausreichend überein?

 

 

 

Wenn Führung eine Rolle spielt

 

Eine Führungskraft kann angespannt sein.

Sie kann trotzdem ruhig kommunizieren.

Das ist weniger automatisch unecht.

Vielleicht übernimmt sie gerade Verantwortung für den Rahmen.

 

 

 

Authentizität braucht Grenzen

 

Du musst weniger:

  • jeden Gedanken äußern
  • jede Emotion offenlegen
  • jedes private Detail teilen

Privatsphäre und Authentizität passen gut zusammen.

 

 

 

Radikale Ehrlichkeit ist weniger das Ziel

 

Ein Satz wie:

„Ich bin eben ehrlich.“

rechtfertigt weniger Rücksichtslosigkeit.

Authentizität und Respekt gehören zusammen.

→ Ehrlichkeit und Integrität: Wie viel Wahrheit braucht gute Kommunikation?

 

 

 

Wann solltest du dich weniger anpassen?

 

Zum Beispiel wenn:

  • du dauerhaft gegen eigene Werte handelst
  • du dich ständig kleinmachst
  • du eine Rolle nur aus Angst vor Ablehnung spielst
  • du eigene Grenzen immer wieder übergehst

 

 

 

Wann kann Anpassung sinnvoll sein?

 

Zum Beispiel wenn:

  • du deine Botschaft für andere verständlicher machst
  • du eine professionelle Rolle bewusst einnimmst
  • du Rücksicht auf Kontext und Kultur nimmst
  • du ein Verhalten weiterentwickelst, das dir selbst im Weg steht

 

 

 

Authentizität braucht Lernfähigkeit

 

Vielleicht sagst du heute:

„So bin ich.“

Und in fünf Jahren:

„So war ich damals.“

Beides kann authentisch sein.

Menschen entwickeln sich.

 

 

 

Du musst deinem früheren Selbst weniger treu bleiben

 

Du darfst:

  • Überzeugungen ändern
  • Prioritäten neu sortieren
  • neue Fähigkeiten entwickeln
  • alte Rollen verlassen

Authentizität heißt weniger, immer derselbe Mensch zu bleiben.

 

 

 

Selbstentfaltung und Entscheidungen

 

Viele Fragen rund um Authentizität sind in Wahrheit Entscheidungsfragen.

Zum Beispiel:

„Bleibe ich in dieser Rolle?“

„Was möchte ich künftig stärker leben?“

„Welche Erwartungen will ich weiter erfüllen?“

 

 

 

Dann hilft weniger die Frage:

 

„Was fühlt sich am authentischsten an?“

Hilfreicher kann sein:

„Welche Entscheidung passt zu meinen Werten, meiner Realität und der Person, die ich sein möchte?“

 

 

 

Authentizität und Zukunft

 

Du bist weniger nur das Ergebnis deiner Vergangenheit.

Du gestaltest durch Entscheidungen auch dein zukünftiges Selbst.

Deshalb kann Authentizität ebenfalls bedeuten:

etwas Neues zu tun, das sich zunächst ungewohnt anfühlt.

 

 

 

Ungewohnt ist weniger unauthentisch

 

Das ist besonders bei persönlicher Entwicklung wichtig.

Wenn du erstmals:

  • klar Nein sagst
  • mehr Raum einnimmst
  • sichtbarer wirst
  • eine alte Rolle verlässt

kann sich das zunächst fremd anfühlen.

Das beweist weniger, dass es weniger zu dir passt.

 

 

 

Neues Verhalten braucht manchmal Zeit

 

Eine neu entwickelte Fähigkeit fühlt sich häufig erst später natürlich an.

Deshalb ist:

„Das fühlt sich ungewohnt an.“

etwas anderes als:

„Das widerspricht meinen Werten.“

 

 

 

Wenn du dich immer wieder verbiegst

 

Dann lohnt sich eine genaue Analyse.

Zum Beispiel:

  • In welchen Situationen geschieht es?
  • Vor welchen Menschen?
  • Welche Konsequenz fürchtest du?
  • Welche Anerkennung möchtest du erhalten?
  • Welche Grenze wird dabei übergangen?

 

 

 

Wenn du dich dagegen kaum noch anpassen möchtest

 

Auch das kann ein Problem werden.

Der Satz:

„Ich bin eben authentisch.“

kann soziale Lernfähigkeit blockieren.

Wir leben und arbeiten mit anderen Menschen.

Deshalb braucht Authentizität weniger Egozentrik und mehr Beziehungskompetenz.

 

 

 

Eine gute Orientierung

 

Frag dich:

  1. Was ist mir wichtig?
  2. Was brauche ich in dieser Situation?
  3. Welche Rolle habe ich?
  4. Welche Verantwortung trage ich?
  5. Was passt zu meinen Werten?
  6. Was ist nur Gewohnheit oder Angst?
  7. Welche Entwicklung möchte ich bewusst wählen?

 

 

 

Freie Entfaltung ist weniger Selbstoptimierung

 

Das Ziel lautet weniger:

„Ich muss das maximale Potenzial aus mir herausholen.“

Das kann schnell neuen Druck erzeugen.

Vielleicht ist eine bessere Frage:

„Wie möchte ich mein Leben stimmiger gestalten?“

 

 

 

Du musst weniger alles aus dir machen

 

Menschen besitzen viele Möglichkeiten.

Niemand verwirklicht alle davon.

Jede Entscheidung bedeutet:

Andere Möglichkeiten bleiben ungelebt.

Das ist weniger Scheitern.

Es ist Leben.

 

 

 

Entfaltung braucht Auswahl

 

Die Frage lautet weniger:

„Was könnte ich alles sein?“

Sondern:

„Was davon möchte ich tatsächlich leben?“

 

 

 

Im Coaching

 

Coaching kann bei solchen Fragen helfen, wenn es beispielsweise darum geht:

  • eigene Werte und Prioritäten zu klären
  • eine berufliche Rolle neu zu gestalten
  • Entscheidungen zu treffen
  • Selbst- und Fremdbild abzugleichen
  • authentischer und zugleich wirksamer zu kommunizieren

Das Ziel ist weniger, dir zu sagen, wer du bist.

Es geht darum, dich bei einer klareren eigenen Antwort zu unterstützen.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstführung, berufliche Entwicklung, Kommunikation oder Rollenklärung geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Entscheidung oder Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business Coaching in Berlin und online

 

 

 

Wenn es um ein privates Anliegen geht

 

Auch persönliche Entscheidungen können Fragen nach:

  • Identität
  • Werten
  • Grenzen
  • Lebensgestaltung

aufwerfen.

→ Coaching für private Anliegen

 

 

 

Zwölf Fragen zu Authentizität und Entfaltung

 

  1. Wo fühle ich mich besonders stimmig?
  2. Wo verbiege ich mich regelmäßig?
  3. Welche meiner Rollen passen gut zu mir?
  4. Welche Rolle kostet dauerhaft zu viel?
  5. Welche Werte möchte ich stärker leben?
  6. Welche Erwartungen anderer bestimmen mich stärker als mir lieb ist?
  7. Wo verwechsle ich Authentizität mit Gewohnheit?
  8. Welche Entwicklung fühlt sich ungewohnt und trotzdem richtig an?
  9. Wo brauche ich mehr Anpassung statt weniger?
  10. Wo brauche ich klarere Grenzen?
  11. Welche Person möchte ich bewusst werden?
  12. Welche konkrete Entscheidung würde dazu passen?

 

 

 

Fazit: Authentizität bedeutet weniger, unverändert zu bleiben

 

Freie Entfaltung bedeutet weniger:

„Ich tue nur noch, was sich spontan nach mir anfühlt.“

Und Authentizität bedeutet weniger:

„So bin ich eben.“

Beides kann viel anspruchsvoller sein.

Es bedeutet:

dich selbst ausreichend gut zu kennen.

deine Werte ernst zu nehmen.

Verantwortung für deine Entscheidungen zu übernehmen.

und dich weiterzuentwickeln, ohne eine fremde Rolle zu spielen.

Vielleicht lautet die entscheidende Frage deshalb weniger:

„Bin ich vollkommen authentisch?“

Sondern:

„Passt die Art, wie ich gerade lebe und handle, ausreichend zu dem Menschen, der ich sein und werden möchte?“

Genau dort beginnt freie Entfaltung.

Abraham Maslow Bedürfnisspyramide

 

Weiter nach oben zum Gipfel der Maslowschen Bedürfnispyramide?

 

Abraham Maslow Bedürfnisspyramide

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. September 2015
Überarbeitung: 10. September 2026

Brandbrief: Bedeutung, Wirkung & wann eine Eskalation sinnvoll ist

Brandbrief: Bedeutung, Wirkung & wann eine Eskalation sinnvoll ist

Was ist ein Brandbrief?

Brandbrief

Überblick

 

 

 

 

Brandbrief

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwer einen Brandbrief schreibt und in Umlauf bringt. In Politik und zunehmend auch in der Wirtschaft taucht der Begriff Brandbrief immer häufiger auf. Aufrütteln, aufwecken, auf Probleme hinweisen soll ein Brandbrief. Das scheinen auch viele Politiker und nun sogar Vorstände von Großunternehmen für eine gute Idee zu halten. Bevor es um die Frage geht, ob er heutzutage ein empfehlenswertes Mittel ist, zuerst ein kurzer Blick auf die Ursprünge des Begriffs.

 

 

 

Der Ursprung des Begriffs

 

Stephan II., Herzog von Bayern hatte 1374 zusammen mit seinem Sohn und Nachfolger Stephan III. mit dem Großen Brandbrief ein Gesetzeswerk zur Sicherung der Straßen und des Warenverkehrs erlassen. Es ging dabei um die Bestrafung von Dieben und Brandstiftern.

Die immer noch gebräuchliche Verwendung des Wortes Brandbrief als eine Aufforderung zur umgehenden Hilfestellung geht auf einen Text aus dem 16. Jahrhundert zurück. Dieser Brandbettelbrief war ein amtliches Schreiben für Menschen, die Haus, Hab und Gut durch einen Brand verloren hatten, sogenannte Abgebrannte. Mit diesem Brandbrief durften sie betteln, erhielten freies Bauholz und waren zur Annahme von Geldschenkungen befugt. Wegen des Missbrauchs wurden Brandbriefe mit Gründung der öffentlichen Feuerversicherungen abgeschafft. Die Bedeutung des Begriffs als dringende und mahnende Aufforderung zur Hilfe ist geblieben.

 

 

 

Brandbriefe als Drohung

 

Eine Enzyklopädie von 1888 beschreibt einen Brandbrief als Androhung von Brandstiftung. Solche Erpressung schien keine Seltenheit gewesen zu sein. Das Strafgesetzbuch des Deutschen Reichs (§ 126) bestrafte deshalb Ende des 19. Jahrhunderts die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens, mit einem Jahr Gefängnis. Dabei wird die Bedrohung mit Brandbriefen explizit genannt.

 

 

 

 

Der Brandbrief als Appell

 

Heute wird ein flammender, schriftlicher Appell als eine Art Notruf, der Missstände anprangert und Abhilfe fordert, als Brandbrief bezeichnet.

 

 

 

Brandbrief: Gut oder schlecht?

 

Brandbriefe sollen für Öffentlichkeit und somit für Druck sorgen. Das kann legitim sein, doch es wirkt auch verzweifelt. Der Brandbrief ist ein Instrument der Machtlosen, derjenigen, die befürchten auf anderen Wegen keine entsprechende Beachtung zu bekommen. Wer Brandbriefe sendet, signalisiert, die Dinge nicht mehr selbst im Griff zu haben. Das mag weise sein, wenn das der Fall ist und anders keine Hilfe zu bekommen ist, doch es senkt den eigenen Status, den Einfluss. Es vermittelt keine Führungsqualitäten, keine Orientierung, es verunsichert. Wer es zu häufig oder unbedacht tut, macht sich unglaubwürdig. Wer die Aufgabe hat, Orientierung zu vermitteln richtet auf diese Weise Schaden an. Die zur Schau gestellte Ohnmacht lässt die besten Leute zuerst das unsichere und möglicherweise sinkende Schiff verlassen. Der Absender des Brandbriefs und das repräsentierte Unternehmen beziehungsweise die Organisation werden dadurch in ihrem Ansehen beschädigt.

In vielen Fällen gäbe es deutlich mächtigere Mittel, direkte Kontakte mit der Zielgruppe, die richtigen Personen an die passenden Stellen setzen und im Dialog bleiben. Mutig für Veränderungen einzutreten kann auf vielen Wegen erfolgen, Brandbriefe gehören nicht zu den ersten Optionen.

Ein Brandbrief ist tendenziell destruktiv, nicht konstruktiv.

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2011
Überarbeitung: 27. August 2026

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit durch stimmige Worte und Taten

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit entsteht, wenn Worte und Handlungen zusammenpassen

Glaubwürdigkeit durch stimmige Worte und Taten
Walk your Talk oder Wasser predigen und Wein saufen?

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit entsteht, wenn Worte und Handlungen zusammenpassen

 

Wasser predigen und Wein trinken.

Die Redewendung ist alt.

Das Thema bleibt aktuell.

Menschen sagen:

  • was ihnen wichtig ist
  • wofür sie stehen
  • was andere tun sollten

Interessant wird es dort, wo sich zeigt:

Wie handeln sie selbst?

Im Englischen gibt es dafür die bekannte Aufforderung:

Walk your talk.

Sinngemäß:

Lebe das, wofür du eintrittst.

Denn Glaubwürdigkeit entsteht nicht nur durch Worte.

Sie entsteht besonders dort, wo andere erleben:

Worte und Verhalten passen zusammen.

 

 

 

Was bedeutet „Walk your Talk“?

 

„Walk your talk“ bedeutet nicht:

niemals widersprüchlich zu sein.

Menschen sind keine vollkommen konsistenten Wesen.

Wir:

  • ändern unsere Meinung
  • machen Fehler
  • erkennen Widersprüche manchmal erst später
  • werden unseren eigenen Ansprüchen nicht immer gerecht

Interessanter ist deshalb eine andere Frage:

Wie gehen wir damit um?

Glaubwürdigkeit wächst, wenn Menschen erkennen können:

  • Was meinst du ernst?
  • Woran orientierst du dein Handeln?
  • Was geschieht, wenn du davon abweichst?
  • Wie gehst du mit eigenen Fehlern um?

Integrität bedeutet deshalb nicht:

Perfektion.

Sie bedeutet eher:

eine erkennbare Verbindung zwischen Werten, Worten und Verhalten.

 

 

 

Warum Übereinstimmung zwischen Worten und Taten so wichtig ist

 

Stell dir eine Führungskraft vor, die sagt:

„Bei uns dürfen Fehler offen angesprochen werden.“

Dann passiert ein Fehler.

Und die erste Reaktion lautet:

„Wer war das?“

Mit deutlichem Ärger.

Was lernen Mitarbeitende?

Nicht:

„Fehler dürfen offen angesprochen werden.“

Sondern:

„Sei vorsichtig, wenn etwas schiefgeht.“

Das tatsächliche Verhalten besitzt dann mehr Gewicht als:

die offizielle Botschaft.

Genau deshalb ist „Walk your talk“ besonders in Führung relevant.

 

 

 

Worte schaffen Erwartungen

 

Wenn du etwas versprichst, entsteht:

eine Erwartung.

Wenn du einen Wert betonst, entsteht:

ein Maßstab.

Wenn du andere aufforderst, etwas zu tun, entsteht:

die Frage, ob dieser Maßstab auch für dich gilt.

Je größer die Diskrepanz zwischen:

gesagtem Anspruch

und:

erlebtem Verhalten

wird, desto wahrscheinlicher entsteht:

ein Glaubwürdigkeitsproblem.

 

 

 

Glaubwürdigkeit entsteht in der Wahrnehmung anderer

 

Du kannst dich selbst für:

  • zuverlässig
  • integer
  • fair

halten.

Entscheidend für deine Glaubwürdigkeit ist trotzdem:

was andere erleben.

Das macht Glaubwürdigkeit zu einer zugeschriebenen Eigenschaft.

Du kannst sie nicht einfach:

verkünden.

Sie entsteht über:

  • Erfahrungen
  • Beobachtungen
  • wiederholtes Verhalten

 

 

 

Wasser predigen und Wein trinken

 

Die Redewendung trifft einen bestimmten Widerspruch:

Für andere gelten Regeln, an die ich mich selbst nicht halte.

Zum Beispiel:

 

Respekt verlangen und selbst respektlos kommunizieren

Dann verliert der Appell an Respekt an Kraft.

Sparsamkeit fordern und selbst demonstrativ verschwenden

Dann entsteht die Frage, wie ernst das Sparziel tatsächlich gemeint ist.

Offenheit verlangen und Kritik bestrafen

Dann lernen Menschen schnell:

Offenheit ist nur erwünscht, solange sie angenehm bleibt.

Verantwortung verlangen und eigene Fehler abschieben

Dann wird Verantwortung zur:

Forderung an andere.

 

 

 

Vorbildwirkung ist stärker als viele Appelle

 

Menschen beobachten nicht nur:

was du sagst.

Sie beobachten:

was du tatsächlich tust.

Besonders in Führung.

Eine Organisation kann beispielsweise zehnmal erklären:

„Qualität steht an erster Stelle.“

Wenn Entscheidungen regelmäßig zeigen:

Zeitdruck steht an erster Stelle

wird genau das zur gelebten Botschaft.

Deshalb würde ich sagen:

Verhalten ist ein Kommunikationskanal.

 

 

 

Glaubwürdigkeit braucht keine moralische Perfektion

 

Hier liegt für mich eine wichtige Grenze.

„Walk your talk“ kann missverstanden werden als:

„Du musst jeden eigenen Anspruch immer vollkommen erfüllen.“

Das ist unrealistisch.

Wer hohe Ansprüche formuliert, kann:

  • scheitern
  • lernen
  • korrigieren

Die entscheidende Frage lautet:

Wird der Widerspruch geleugnet oder ehrlich behandelt?

Zum Beispiel:

„Ich habe hier selbst nicht nach dem gehandelt, was ich von meinem Team erwarte. Das war falsch.“

Ein solcher Satz kann Glaubwürdigkeit:

eher stärken als schwächen.

 

 

 

Wann Inkonsistenz problematisch wird

 

Besonders kritisch wird sie, wenn sie:

  • wiederholt auftritt
  • systematisch zugunsten der eigenen Person ausfällt
  • geleugnet wird
  • mit moralischen Ansprüchen an andere verbunden ist

Dann entsteht nicht einfach:

ein menschlicher Fehler.

Es entsteht:

ein Muster.

Und Muster prägen Reputation.

 

 

 

Meinungen dürfen sich verändern

 

Konsistenz bedeutet nicht:

für immer dieselbe Position zu vertreten.

Neue Informationen können eine Einschätzung verändern.

Das ist kein Glaubwürdigkeitsverlust.

Im Gegenteil.

Es kann Glaubwürdigkeit stärken, wenn jemand sagt:

„Mit den damaligen Informationen kam ich zu dieser Einschätzung. Heute liegen neue Informationen vor. Deshalb ändere ich meine Position.“

Problematischer wäre:

den früheren Standpunkt rückwirkend umzuschreiben.

 

 

 

Versprechen sollten sorgfältig gemacht werden

 

Ein häufiger Weg zum Glaubwürdigkeitsproblem beginnt mit:

zu großen Versprechen.

Zum Beispiel:

„Das erledige ich garantiert bis morgen.“

Obwohl bereits klar ist:

Das wird schwierig.

Kurzfristig wirkt das vielleicht:

hilfsbereit oder entschlossen.

Langfristig ist eine realistische Zusage stärker.

Zum Beispiel:

„Bis morgen schaffe ich den ersten Teil. Den Rest kann ich am Donnerstag liefern.“

Glaubwürdigkeit profitiert von:

belastbaren Zusagen.

 

 

 

Wenn du ein Versprechen nicht halten kannst

 

Dann ist frühe Kommunikation hilfreich.

Nicht erst:

wenn die Frist bereits vorbei ist.

Zum Beispiel:

„Ich sehe heute, dass ich die vereinbarte Frist nicht halten kann. Der neue realistische Termin ist Freitag.“

Das repariert nicht automatisch alles.

Es zeigt jedoch:

Verantwortungsübernahme.

 

 

 

Integrität in Führung

 

Für Führungskräfte ist die Übereinstimmung zwischen Worten und Verhalten besonders relevant.

Denn Führungskräfte setzen:

implizite Regeln.

Menschen beobachten:

  • Was wird tatsächlich belohnt?
  • Was wird toleriert?
  • Wer muss Regeln einhalten?
  • Was geschieht unter Druck?

Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich:

welcher Wert wirklich gilt.

 

 

 

Werte werden unter Druck sichtbar

 

Es ist leicht zu sagen:

„Wir behandeln Menschen respektvoll.“

Interessant wird es:

wenn ein Konflikt eskaliert.

Es ist leicht zu sagen:

„Wir entscheiden transparent.“

Interessant wird es:

wenn eine unangenehme Entscheidung ansteht.

Es ist leicht zu sagen:

„Fehler sind Lernchancen.“

Interessant wird es:

wenn ein teurer Fehler passiert.

Werte zeigen ihre Bedeutung besonders dort, wo ihre Einhaltung etwas kostet.

 

 

 

Walk your Talk und Vertrauen

 

Vertrauen entsteht nicht aus:

einem schönen Satz.

Es entwickelt sich aus:

wiederholten Erfahrungen.

Menschen beobachten beispielsweise:

  • Werden Zusagen eingehalten?
  • Werden Fehler offen behandelt?
  • Gelten Regeln für alle?
  • Bleibt Verhalten auch unter Druck einigermaßen konsistent?

Je besser diese Erfahrungen zusammenpassen, desto leichter wird:

Vertrauen.

 

 

 

Vertrauen kann beschädigt und wieder aufgebaut werden

 

Ich würde deshalb nicht sagen:

„Verlorene Glaubwürdigkeit ist endgültig verloren.“

Das ist zu absolut.

Vertrauen kann schwer beschädigt werden.

Wiederaufbau braucht dann häufig:

  • Verantwortungsübernahme
  • nachvollziehbare Veränderung
  • Zeit
  • wiederholt andere Erfahrungen

Ein Entschuldigungssatz allein reicht selten.

Das neue Verhalten muss über Zeit glaubwürdig werden.

 

 

 

Walk your Talk heißt auch: Was erwartest du von anderen?

 

Ein hilfreicher Selbsttest:

Welche Forderungen stelle ich regelmäßig an andere?

Zum Beispiel:

  • Sei pünktlich.
  • Übernimm Verantwortung.
  • Kommuniziere offen.
  • Bleib respektvoll.
  • Halte Zusagen ein.

Dann folgt die interessantere Frage:

Wie sichtbar lebe ich selbst diesen Anspruch?

Nicht perfekt.

Sondern:

erkennbar.

 

 

 

Fünf Fragen für mehr Glaubwürdigkeit

 

  1. Welche Werte und Standards fordere ich von anderen?
  2. Woran lässt sich erkennen, dass ich sie selbst ernst nehme?
  3. Wo stimmen Anspruch und Verhalten derzeit nicht überein?
  4. Was tue ich, wenn ich ein Versprechen nicht halten kann?
  5. Wie gehe ich mit eigenen Fehlern und Widersprüchen um?

 

 

 

Ein einfacher Konsistenzcheck

 

Nimm einen Wert, für den du stehen möchtest.

Zum Beispiel:

Verlässlichkeit.

Dann frage:

„Welche drei Situationen der letzten zwei Wochen zeigen diesen Wert in meinem Verhalten?“

Wenn dir kaum Beispiele einfallen, lohnt sich:

genauer hinzusehen.

Denn Werte werden nicht dadurch sichtbar:

dass wir sie besonders häufig nennen.

Sondern dadurch:

dass sie unser Verhalten beeinflussen.

 

 

 

Glaubwürdigkeit und persönliche Wirkung

 

Gute Kommunikation kann Glaubwürdigkeit unterstützen.

Sie kann:

  • Gedanken verständlich machen
  • Entscheidungen erklären
  • Haltung sichtbar machen

Kommunikation kann jedoch:

inkonsistentes Verhalten langfristig nicht kompensieren.

Je größer die Differenz zwischen Darstellung und Erfahrung wird, desto stärker entsteht:

Misstrauen.

→ Integrität: Wie Werte und Verhalten zusammenpassen

 

 

 

Unterstützung bei glaubwürdiger Führung und Kommunikation

 

Gerade in verantwortungsvollen Rollen entstehen Situationen, in denen Worte und Handlungen besonders genau beobachtet werden.

Zum Beispiel bei:

  • Veränderungen
  • Krisen
  • Konflikten
  • schwierigen Entscheidungen
  • öffentlichen Auftritten

Dabei können wir unter anderem betrachten:

  • Welche Botschaft soll vermittelt werden?
  • Welche Entscheidungen müssen dazu passen?
  • Wo entstehen Widersprüche?
  • Wie lassen sich schwierige Abweichungen transparent erklären?

Das Ziel ist nicht:

perfekt zu wirken.

Das Ziel ist:

glaubwürdig zu handeln und zu kommunizieren.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um persönliche Wirkung, Glaubwürdigkeit, Kommunikation oder wiederkehrende Führungssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Glaubwürdigkeit zeigt sich im Verhalten

 

„Walk your talk“ ist eine einfache Formulierung für eine anspruchsvolle Aufgabe.

Sie bedeutet nicht:

niemals zu scheitern.

Sie bedeutet:

den eigenen Worten Bedeutung zu geben.

Durch:

  • Handlungen
  • Entscheidungen
  • Verlässlichkeit
  • einen offenen Umgang mit Abweichungen

Menschen müssen nicht über Wasser laufen, um glaubwürdig zu sein.

Sie dürfen:

  • Fehler machen
  • lernen
  • ihre Meinung ändern

Entscheidend ist:

ob das Verhalten insgesamt erkennen lässt, dass die eigenen Worte ernst gemeint sind.

Glaubwürdigkeit verlangt keine Perfektion. Sie verlangt, dass zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir tun, eine erkennbare Verbindung besteht.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2017
Überarbeitung: 18. Oktober 2026

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Sprache, Körpersprache, Impulskontrolle
Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

 

Die Tagesschau berichtet. Mit „Guten Abend!“ fängt es an und dann folgen 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.

In wenigen Tagen ist Donald Trump der mächtigste Mann der Welt. Da haben die Medien viele Fragen. Schlag auf Schlag folgte auf der Pressekonferenz ein Thema dem anderen. Dramatisch wurde es, als Trump anwesende Journalisten angriff, die aus seiner Sicht mit Nachrichten in Verbindung stehen, die er als „Fake News“ bezeichnete. Er erklärte, dass er aus diesem Grund auch deren Fragen weder hören noch beantworten würde. Über die Berichte, Russland hätte belastendes Material über ihn gesammelt, war er nicht sehr erfreut. Die Frage, ob er als Präsident vonseiten Russlands erpressbar sei, empörte ihn heftig. Auch Achilles war nur so stark wie seine Ferse. Seine Reaktion dürfte alle irritieren, die dachten, er würde sich nach der Wahl staatsmännischer verhalten.

 

 

 

Trumps Reaktionen und was es zu lernen gibt

 

 

1. Verharmlosen

 

So, als wäre das nichts Besonderes, erklärt Trump; „Wenn es um die Hacker-Angriffe geht, denke ich, dass es Russland war.“ Offenbar hatten die Russen Einfluss auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen zugunsten Trumps genommen. Bisher wollte er das nicht einräumen, sondern lieber aus dem Weg räumen. Aus seiner Sicht hätten aber auch andere Staaten schon Hackerangriffe auf die USA unternommen. Er betont das so als, wenn es das normalste der Welt ist, na und! Auf diese Weise der Erwähnung nimmt er etwas Druck heraus, was ihm sehr recht sein dürfte. Die Gefahr als Lakai Wladimir Putins wahrgenommen zu werden ist gefährlich

 

 

 

2. Angriff ist die beste Verteidigung, wer braucht schon Impulskontrolle

 

„Ihr Nachrichten-Sender ist schrecklich. Ihr bekommt keine Frage. Ihr seid Fake-News. Seien Sie leise.“ Das durfte der Journalist Jim Acosta des Nachrichtensenders CNN hören. So etwas ist recht typisch für Trump. Er reagiert auf Angriffe mit aggressiver Herabsetzung und Verletzung der Gegner und das sind in diesem Fall Journalisten. Auf Fragen, die ihm missfallen reagiert er dünnhäutig, wie es bei Personen mit narzisstischen Tendenzen üblich ist.

Eine solche leichte Kränkbarkeit wird meist von der Angst gespeist, selbst entwertet zu werden und spricht für ein sehr wackliges Selbstwertgefühl. Wobei es schon sehr unangenehm sein dürfte, ständig von so einem hohen Anteil von Landsleuten angefeindet zu werden.

Diese Pressekonferenz fördert erneut den Eindruck, er könne seine Affekte nicht kontrollieren. Das Vertrauen und die Sympathien wird er damit kaum fördern. Auch ein US-Präsident braucht Unterstützung. Doch so impulsgesteuert wird es ihm nicht leicht fallen, sich auf Gesprächspartner einzulassen, wenn diese nicht nach seiner Pfeife tanzen. Drohungen verbessern gute Kommunikation nur selten. In einem Bereich, in dem wir nicht erst seit Francis Underwood und House of Cards wissen, dass es immer wieder um den Ausgleich von Interessen und um Kompromisse geht, wird er es schwer haben. Irgendwann wird Trump die Presse brauchen. Wenn er dann genauso auf Gegenwind reagiert, wird es heikel.

Szene ansehen bei YouTube (externer Link)

 

 

So etwas gibt es doch nur in Amerika, oder?

 

Wenn ich mir vorstelle, unser Bundeskanzlertitelinhaber würde auf diese Weise reagieren, wäre der Aufschrei groß. Wobei auch deutsche Politiker nicht dafür bekannt sind, auf ihnen unangenehme Fragen zu antworten. Doch sie reagieren noch etwas vorsichtiger und drohen nicht offen mit Vergeltung. Hoffen wir, dass wir trotz Globalisierung noch eine Weile von diesem Phänomen verschont bleiben. Wetten werde ich dazu jedoch nicht annehmen.

 

 

 

3. Körpersprache

 

 

Status

 

Mit großen Schritten schreitet er voran. Ein US-Präsident repräsentiert die militärische Supermacht USA. Die Bürger dieses potenten Landes haben entsprechende Erwartungen; Selbstbewusstsein und Status gehören dazu. US-Präsidenten sind üblicherweise etwas dominanter, als andere Staatsoberhäupter. Das zeigt sich auch in der Körpersprache. Sie ist halt größer, er nimmt Raum ein, macht ausladende Gesten und erlaubt sich ein lebhaftes Minenspiel. Ja, er hat eine ausgeprägte Körpersprache. Wiederkehrende kraftvolle Gesten unterstreichen seine Aussagen und vermitteln Glaubwürdigkeit. Handkantenschläge, die bei ihm allerdings oft etwas weiblicher aussehen, weil er die Ellbogen nahe an den Körper drückt, sollen seine Aussagen verstärken. Das, und die aufrechte Körperhaltung signalisieren; ich habe keine Angst vor Konfrontationen, Widerstand ist zwecklos. Wer braucht schon vornehme Zurückhaltung? Mit solchem Quatsch halten wir uns nicht auf, das ist was für Looser. Habt euch nicht so! Und seine Körpersprache wirkt authentisch, vermutlich auch, weil er keinen Wert darauf legt sich zu verstellen, wie diese Warmduscher.

 

 

Rapport und Beziehungen

 

Immer wieder zeigt er seine Handflächen, um Offenheit und Ehrlichkeit zu vermitteln. Das ist eine freundliche Geste. Doch wo andere vorsichtiger sind, verwendet er den ausgestreckten Zeigefinger. Es wirkt wie eine Anklage, als würde er eine Pistole auf den Gegner richten. Na und!

Trump bleibt gerne am Rednerpult, wo andere Redner sich hervorwagen, um den Kontakt mit dem Publikum suchen. Er bleibt unverrückbar, zeigt Stärke und Kontrolle, statt Rapport und Beziehung zu fördern. Da gibt es nur Trump und alle anderen sind Publikum.

 

 

 

 

Fazit

 

Trumps Erfolg hat bestätigt, dass es sich lohnen kann, Aufmerksamkeit zu erzeugen, selbst wenn es keine nennenswerte Botschaft gibt. Viele B-Promis haben ihre Erfahrung damit gemacht, doch er hat es so bis ins Weiße Haus geschafft. Doch, je höher der Berg, desto tückischer der Pfad.

Wird er seine Macht dafür einsetzen, die eigenen Eitelkeit zu pflegen, richtet das weitere Schäden an. Haltung lässt sich leichter bewahren als wiedergewinnen. Er wird eine Menge Berater zur Verfügung haben. Dass er ihnen aufmerksam zuhört, erscheint aus gegebenen Gründen unwahrscheinlich. Vorgeschmack gefällig? In der MSNBC-Sendung Morning Joe hat er auf die Frage geantwortet, welche Berater er bei außenpolitischen Fragen nutzt; „Zunächst mal spreche ich mit mir selbst, denn ich habe ein sehr gutes Hirn und ich habe viele Dinge gesagt.“ und über die anderen Politiker in Washington sagt er; „Sie sind dumm. Nicht böse, aber dumm. Sie haben keine Ahnung.“ Na dann…

Es tut mir nicht leid, meine Antworten sind begrenzt. Sie müssen die richtigen Fragen stellen. Für eine Liebesbeziehung zwischen Trump und der Presse müsste ein Paartherapeut nun wohl eine Weile ziemlich strampeln. Drei sind einer zu viel; Trump hat ja ohnehin schon eine enge Beziehung zu Twitter. 140 Zeichen sind mehr als genug. Dort hat er sein Publikum. Und so erinnerte auch seine Sprachwahl sehr an den dort von ihm praktizierten Stil. Staatsmännisch war bisher anders. Er ist noch nicht einmal im Amt und gerät schon aus dem Gleichgewicht. Mal sehen, wer den zu erwartenden diplomatischen Schaden klein hält.

 

 

 

 

Nachsitzen?

 

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Charakter und Persönlichkeit

 

Auf nach Berlin-Kreuzberg ins Ratibor zu den Gorillas. Dieses Ensemble gehört für mich schon lange zu den besten Improschauspielern – und ich habe viele gesehen.

Gorillas in Kreuzberg

 

Heute geht es nach der Arbeit noch nach Kreuzberg ins Ratibor zu den Gorillas. Dieses Ensemble gehört für mich schon lange zu den besten Improschauspielern – und ich habe viele gesehen. Ich habe Glück mit der Besetzung; auf der Bühne Billa Christe und Barbara Klehr. Das sind Persönlichkeiten, denen nicht nur ihre Bühnenerfahrung anzusehen ist. Der dritte in der Runde ist Michael Wolf. Eine lebhafte Mimik haben alle drei, doch bei ihm spricht schon die Mimik Bände, lange bevor er den Mund aufmacht. Ein Gesicht, das voller Geschichten steckt. Die Vorstellung, ihn gegen einen aalglatten Seifenopernschauspieler zu wechseln, würde das Erlebnis ruinieren. Würden die Schauspieler hier eine Botox-Flatrate bekommen, wäre das Programm wohl bald uninteressant. Die Mimik würde einfach fehlen. Diese drei Improschauspieler können selbst Unfug so spielen, dass deren Persönlichkeit noch für Tiefgang sorgt. Viele starke Menschen hatten keine einfache Vergangenheit. Aalglatt ist möglicherweise niedlich, nur halt auch schnell langweilig.

So hat mich dieser Besuch im Ratibor-Theater erneut zu einem Artikel inspiriert: Was machst du mit den Spuren in deinem Gesicht?

 

 

 

 

ImproRhetorik™

 

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sie mich inspirierten. Die Gorillas sind mit daran schuld, dass sich vor einigen Jahren aus einer zarten Idee die heutige ImproRhetorik™ entwickelte. Auch, wenn sich ImproRetorik anderen Prinzipien und Zielen widmet, gibt es einige Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Kreativität. Der größte Unterschied ist, dass bei der ImproRhetorik™ zuerst das Ergebnis, also das Ziel gewählt wird und dann der Weg dorthin beschritten wird. Das wäre beim Improtheater ein grober Verstoß gegen die Grundsätze. Und gesungen wird bei der ImproRhetorik™ auch nicht. Wer mich kennt, der weiß, dass es so besser ist. Bei der ImproRhetorik™ geht es auch nicht in erster Linie um den Unterhaltungswert, sondern um die Überzeugungskraft. Auch da geht, genauso wie beim Improtheater, ohne unterstützende Körpersprache nichts.

 

 

 

 

P.S.

 

Ein Besuch bei den Gorillas lohnt sich. Meist sind sie im Ratibor-Theater in der Cuvry-Straße in Kreuzberg. Die Gegend kann mitunter recht furchteinflößend sein und die Umgebung zum Görlitzer Park zu meiden ist nicht die schlechteste Idee. Ansonsten habe ich den Weg dorthin noch nie bereut. Falls Sie sich ein eigenes Bild machen wollen…

Anschrift Ratibor Theater:
Cuvrystr. 20
Berlin-Kreuzberg
Tel. (030) 618 61 99
U-Bhf. Schlesisches Tor (U1)
www.ratibortheater.de

Homepage der Gorillas:
www.die-gorillas.de

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 30. Oktober 2016
Überarbeitung: 30. Januar 2020
Englische Version:
AN: #241
K: CNB
Ü:

Rhetorik und Körperchemie: gute Redner kennen die Wirkung von Oxytocin

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Rhetorik und Oxytocin

 

Was ist ein Redner ohne Publikum und was hat das mit der Körperchemie zu tun? Welche Rolle spielt Oxytocin bei Reden und Präsentationen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Der Mensch, das Herdentier

 

Von wegen Individuen; Menschen sind Herdentiere. Herden haben die Angewohnheit, ihre Anführer zu imitieren und nachzuahmen. Es spielt also eine große Rolle, was sie beobachten. Bei der Wahl der Kaffeesorte folgen viele Georg Clooney, selbst wenn das bedeutet eine Menge Geld für viel Aluminium und etwas Kaffee zu bezahlen. Bei einer Präsentation übernimmt der Redner die Aufgaben eines Anführers. Weitgehend unbewusst neigt das Publikum deshalb dazu sich am Redner zu orientieren.

Es liegt in der menschlichen Natur; das menschliche Gehirn ist bestrebt Sicherheit in der Gruppe zu suchen. Deshalb schüttet es entsprechende Stoffe aus. Sie sorgen dafür, dass wir uns in der Gruppe sicherer fühlen.

Wenn wir uns auf einer emotionalen Ebene sicher im Kontakt mit anderen Menschen fühlen, dann fühlen wir uns verbunden. Dann vertrauen wir dem was gesagt wird eher. Und unsere Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir uns besser in andere Menschen hineinversetzen können. Wir können fühlen, was andere Menschen fühlen. Der Stoff Oxytocin ist daran maßgeblich beteiligt. Oxytocin sorgt dafür, dass Menschen sich einander vertrauen, fördert Zusammenhalt und Loyalität, indem er Angst vermindert.

 

 

 

Spiegelneuronen und Co.

 

Da wir auf unbewusster Ebene mitbekommen, wie sich die anderen in unserem Umfeld fühlen und uns dies beeinflusst, haben diese Zusammenhänge großen Einfluss auf unser Leben und auch auf unsere Wirkung als Redner. Wir erkennen wie der andere sich fühlt und passen unser Fühlen, Denken, Verhalten und unsere Physiologie an.

Gruppen – wie das Publikum bei einer Rede – neigen zu übereinstimmenden Emotionen. Auch wenn eine Gruppe aus einzelnen Individuen besteht entwickelt sie eine ganz eigene Dynamik.

Aus diesen Gründen übernimmt das Publikum Teile der Stimmung und des Verhaltens des Redners. Fühlt sich der Redner wohl und sicher, hat dies eine andere Wirkung auf das Publikum, als wenn er unbewusst signalisiert, dass er eigentlich lieber flüchten möchte. Letzteres triggert archaische Bereiche des Gehirns, die dadurch ebenfalls auf den Modus Kampf bzw. Flucht schalten. Dies mag einen Stamm in früher Urzeit vor wilden Tieren geschützt haben, heute ist es wenig hilfreich für den Erfolg einer Rede.

 

 

 

Ein teuflischer Teufelskreis

 

Ausstoß von Adrenalin und Co.: Wenn es erst begonnen hat entzieht es sich weitgehend der persönlichen Kontrolle. Meist führt dies zu einem Kreislauf, in dem sich Redner und Publikum gegenseitig in einen schlechteren Zustand bringen. Der Redner hält dann das Publikum für besonders schwierig, fühlt sich selbst dadurch noch unsicherer, vermittelt das nonverbal, das Publikum reagiert … Ein Kreislauf, der sich weiter und weiter verstärkt, wenn er nicht frühzeitig unterbrochen wird.

 

 

 

Besser, viel besser

 

Es färbt ab, so oder so: Glücklicherweise gilt das auch in die andere Richtung. Wenn Sie sich sicher fühlen steigen die Chancen, dass auch Ihr Publikum sich sicher fühlt. Also sorgen Sie dafür, dass Sie in den Zuständen sind, in die Sie Ihr Publikum einladen. Möge das Oxytocin mit Ihnen sein!

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Berücksichtigen Sie diese Zusammenhänge bei Ihren Reden und Präsentationen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. August 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNB
Ü:

Laudatio halten: Aufbau, Beispiele und 12 Tipps

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

Tipps und Unterstützung für eine überzeugende Laudatio
Tipps für die Vorbereitung einer Laudatio / Lobrede

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

 

Eine gute Laudatio sagt mehr als: „Dieser Mensch hat Großartiges geleistet.“ Sie zeigt, weshalb diese Leistungen Bedeutung haben.

Vielleicht sollst du einen Menschen würdigen.

Für einen Preis.

Ein Jubiläum.

Eine Ehrung.

Eine berufliche Leistung.

Oder einen besonderen persönlichen Anlass.

Dann stehst du vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Du möchtest Wertschätzung ausdrücken, ohne in Floskeln zu geraten.

Du möchtest persönlich sprechen, ohne privat zu werden.

Du möchtest Leistungen würdigen, ohne einen Lebenslauf vorzulesen.

Und du möchtest erreichen, dass sich die geehrte Person wirklich gesehen fühlt.

Eine gute Laudatio zählt Leistungen auf. Eine hervorragende Laudatio macht ihre Bedeutung sichtbar.

 

 

 

Was ist eine Laudatio?

 

Eine Laudatio ist eine würdigende Rede zu Ehren eines Menschen, einer Gruppe oder gelegentlich auch einer Institution.

Sie wird beispielsweise gehalten bei:

  • Preisverleihungen
  • Ehrungen
  • Jubiläen
  • Verabschiedungen
  • beruflichen Auszeichnungen
  • kulturellen Veranstaltungen
  • akademischen Anlässen
  • besonderen persönlichen Ereignissen

Die Aufgabe besteht darin, Leistungen, Haltung und Bedeutung der geehrten Person für das Publikum lebendig werden zu lassen.

Das unterscheidet eine Laudatio deutlich von einem Lebenslauf.

Ein Lebenslauf berichtet, was geschehen ist.

Eine Laudatio zeigt, weshalb es Bedeutung hat.

 

 

 

Die wichtigste Frage vor jeder Laudatio

 

Bevor du formulierst, solltest du eine Frage beantworten:

Was soll das Publikum nach dieser Rede über diesen Menschen verstanden haben?

Vielleicht lautet deine Antwort:

Dieser Mensch hat etwas verändert.

Er hat andere Menschen geprägt.

Sie hat Mut gezeigt.

Sie hat Verantwortung übernommen.

Er hat eine Idee konsequent verfolgt.

Sie verbindet fachliche Exzellenz mit Menschlichkeit.

Dieser zentrale Gedanke wird zum roten Faden deiner Laudatio.

Ohne einen solchen roten Faden entsteht schnell eine Aneinanderreihung von Stationen, Eigenschaften und Komplimenten.

 

 

 

Die größte Gefahr: der vorgelesene Lebenslauf

 

Viele Laudationen beginnen ungefähr so:

„Geboren wurde sie im Jahr … Danach studierte sie … Anschließend arbeitete sie … Im Jahr … wechselte sie zu …“

Solche Informationen können wichtig sein.

Eine Rede gewinnt jedoch erst dann Leben, wenn Fakten mit Bedeutung verbunden werden.

Statt zehn berufliche Stationen aufzuzählen, wähle lieber zwei oder drei Momente, die etwas über diesen Menschen erzählen.

Zum Beispiel:

  • eine Entscheidung
  • eine Herausforderung
  • eine ungewöhnliche Haltung
  • eine prägende Begegnung
  • eine Situation, die seinen Charakter sichtbar macht

Menschen erinnern sich an Geschichten leichter als an Jahreszahlen.

 

 

 

Eine einfache Struktur für deine Laudatio

 

Eine überzeugende Laudatio kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein.

Die folgende Struktur funktioniert für viele Anlässe besonders gut.

 

1. Beginne mit einem starken Moment

Starte möglichst nah am Menschen.

Zum Beispiel mit:

  • einer kurzen Szene
  • einem überraschenden Satz
  • einer charakteristischen Beobachtung
  • einer persönlichen Begegnung
  • einer Frage

Zum Beispiel:

„Wer mit Anna Müller arbeitet, erlebt früher oder später diesen einen Moment: Alle erklären, weshalb etwas schwierig ist. Anna fragt: Was brauchen wir, damit es trotzdem gelingt?“

Schon dieser Einstieg erzählt mehr über einen Menschen als mehrere Lebenslaufdaten.

 

 

2. Zeige, was diesen Menschen besonders macht

 

Welche Eigenschaft zieht sich durch sein Handeln?

Mut?

Neugier?

Ausdauer?

Integrität?

Kreativität?

Menschlichkeit?

Fachliche Konsequenz?

Wähle lieber wenige prägnante Eigenschaften als eine lange Liste positiver Adjektive.

 

 

3. Erzähle eine konkrete Geschichte

 

Eine gute Geschichte macht Eigenschaften sichtbar.

Statt zu sagen:

„Er ist unglaublich hilfsbereit.“

erzähle eine Situation, in der diese Hilfsbereitschaft sichtbar wurde.

Das Publikum darf die Schlussfolgerung selbst ziehen.

Dadurch wirkt deine Würdigung glaubwürdiger.

 

 

4. Ordne die Leistung ein

 

Was wurde erreicht?

Und weshalb ist diese Leistung bemerkenswert?

Welche Widerstände gab es?

Welche Wirkung entstand?

Welche Menschen profitierten davon?

Was wäre ohne diesen Beitrag anders?

Damit bekommt die Leistung Kontur.

 

 

5. Zeige den Menschen hinter der Leistung

 

Auszeichnungen gelten häufig einer Leistung.

Menschen interessieren sich zugleich für den Menschen dahinter.

Welche Haltung hat diese Leistung ermöglicht?

Wie geht die Person mit anderen um?

Was zeichnet sie jenseits der offiziellen Erfolge aus?

Hier entsteht häufig der emotional stärkste Teil einer Laudatio.

 

 

6. Führe zum Anlass zurück

 

Jetzt beantwortest du die entscheidende Frage:

Warum wird dieser Mensch heute geehrt?

Formuliere die Antwort klar.

Dieser Moment darf groß sein.

Eine Ehrung lebt von Würdigung.

 

 

7. Ende mit einem Satz, der bleibt

 

Der letzte Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vermeide ein Ende wie:

„Ja, das war es eigentlich. Vielen Dank.“

Führe stattdessen noch einmal zum Kern deiner Würdigung.

Zum Beispiel:

„Für all das, was du geschaffen hast – und für die Art, wie du es geschaffen hast – gebührt dir heute diese Auszeichnung.“

Dann:

Name nennen. Würdigung aussprechen. Pause.

 

 

 

12 Tipps für eine überzeugende Laudatio

 

1. Sprich über einen Menschen, nicht über einen Lebenslauf

 

Daten liefern Orientierung.

Geschichten schaffen Bedeutung.

Nutze Fakten deshalb bevorzugt dort, wo sie etwas erklären.

 

 

2. Finde eine zentrale Botschaft

 

Eine Laudatio gewinnt Kraft, wenn sich ein Gedanke durch die gesamte Rede zieht.

Frage dich:

Wenn mein Publikum nur einen Gedanken behält – welcher soll es sein?

 

 

3. Recherchiere gründlich

 

Sprich mit Menschen, die die geehrte Person gut kennen.

Frage nach konkreten Situationen.

Nicht nur:

„Wie ist sie?“

Sondern:

„Wann hast du diese Eigenschaft besonders erlebt?“

Solche Fragen liefern Geschichten.

 

 

4. Prüfe Fakten

 

Namen.

Funktionen.

Jahreszahlen.

Projekttitel.

Auszeichnungen.

Eine fehlerhafte Information fällt bei einer Ehrung besonders unangenehm auf.

 

 

5. Wähle Geschichten sorgfältig

 

Eine Geschichte sollte zur Würdigung beitragen.

Eine lustige Anekdote kann hervorragend funktionieren.

Sie sollte den Geehrten dabei respektvoll zeigen.

Die Frage lautet:

Würde sich diese Person mit dieser Geschichte wohlfühlen?

 

 

6. Vermeide Insider, die kaum jemand versteht

 

Eine Laudatio richtet sich an den gesamten Raum.

Wenn eine Geschichte Hintergrundwissen benötigt, gib dem Publikum kurz den notwendigen Kontext.

 

 

7. Vorsicht mit Superlativen

 

„Einzigartig.“

„Genial.“

„Unglaublich.“

„Der Beste überhaupt.“

Solche Wörter verlieren schnell ihre Wirkung.

Konkrete Beispiele überzeugen stärker.

 

 

8. Nutze Humor mit Respekt

 

Humor kann einer Laudatio Wärme geben.

Besonders gut funktioniert Humor, der liebevoll etwas Typisches sichtbar macht.

Vermeide Pointen auf Kosten der geehrten Person.

Bei einer Laudatio steht Würdigung im Mittelpunkt.

 

 

9. Sprich zu den Menschen im Raum

 

Eine Laudatio ist kein vorgelesener Artikel.

Schau zur geehrten Person.

Schau ins Publikum.

Lass wichtige Gedanken wirken.

Sprich so, als würdest du etwas erzählen, das dir wirklich wichtig ist.

 

 

10. Schreibe für das Sprechen

 

Gesprochene Sprache braucht andere Sätze als geschriebene Sprache.

Kurze Sätze helfen.

Klare Gedanken helfen.

Pausen helfen.

Lies deinen Entwurf laut.

Du hörst dabei sofort, wo ein Satz zu kompliziert geworden ist.

 

 

11. Kürze konsequent

 

Fast jede Rede gewinnt durch Kürzung.

Frage bei jedem Abschnitt:

Trägt dieser Gedanke wirklich zur Würdigung bei?

Wenn zwei Geschichten dasselbe zeigen, behalte die stärkere.

Eine konzentrierte Laudatio wirkt häufig großzügiger als eine sehr lange.

 

 

12. Probe die Rede laut

 

Eine Laudatio existiert erst vollständig, wenn sie gesprochen wird.

Probe sie deshalb laut.

Prüfe:

  • Wie klingt der Einstieg?
  • Wo entstehen gute Pausen?
  • Welche Wörter brauchen Betonung?
  • Wo wird der Text zu lang?
  • Wie wirkt der Schluss?

Gerade bei einer wichtigen Ehrung lohnt sich ein vollständiger Probelauf.

 

 

 

Wie persönlich darf eine Laudatio sein?

 

Persönlich ist gut.

Privat braucht Fingerspitzengefühl.

Eine persönliche Beobachtung kann eine Laudatio besonders wertvoll machen.

Zum Beispiel:

„Was mich an dir seit unserer ersten Zusammenarbeit beeindruckt, ist …“

Damit zeigst du eine echte Beziehung zur geehrten Person.

Private Informationen, sensible Erlebnisse oder überraschende Enthüllungen gehören nur dann in die Rede, wenn ihre Veröffentlichung eindeutig angemessen ist.

Die geehrte Person sollte sich durch die Laudatio gesehen und gewürdigt fühlen.

Bloßstellung gehört auf eine andere Bühne.

 

 

 

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

 

Die passende Länge hängt vom Anlass und vom Veranstaltungsformat ab.

Viele Laudationen funktionieren sehr gut in etwa fünf bis zehn Minuten.

Bei großen Preisverleihungen können andere Vorgaben gelten.

Entscheidend ist weniger die absolute Länge als die dramaturgische Dichte.

Eine siebenminütige Rede kann lang wirken.

Eine zehnminütige Rede kann wie ein Augenblick vergehen.

Das hängt davon ab, ob jeder Teil etwas beiträgt.

 

 

 

Soll ich meine Laudatio auswendig lernen?

 

Vollständiges Auswendiglernen ist selten erforderlich.

Viel wichtiger ist, dass du deinen Aufbau und deine wichtigsten Gedanken sicher kennst.

Je vertrauter dir deine Rede ist, desto leichter kannst du Kontakt zum Publikum halten.

Für viele Redner funktioniert ein vollständig formulierter Text gut, wenn er intensiv laut geprobt wurde.

Andere arbeiten lieber mit Stichpunkten.

Wähle die Form, die dir Sicherheit gibt und gleichzeitig lebendiges Sprechen ermöglicht.

 

 

 

Laudatio mit Manuskript: Worauf achten?

 

Wenn du mit Manuskript sprichst, gestalte es für deine Augen und deine Stimme.

  • große Schrift
  • großer Zeilenabstand
  • kurze Absätze
  • deutliche Seitenzahlen
  • keine Trennung wichtiger Sätze über zwei Seiten
  • markierte Schlüsselbegriffe

Schau regelmäßig auf.

Besonders bei persönlichen Aussagen gehört dein Blick zur geehrten Person.

 

 

 

Eine Laudatio schreiben lassen?

 

Bei einer wichtigen Rede entsteht schnell der Wunsch, den gesamten Text schreiben zu lassen.

Das kann funktionieren.

Besonders überzeugend wird die Rede jedoch, wenn deine persönliche Perspektive darin hörbar bleibt.

Deshalb arbeite ich bei wichtigen Reden bevorzugt gemeinsam mit dem Redner oder der Rednerin.

Wir klären:

  • Was soll diese Laudatio bewirken?
  • Was zeichnet die geehrte Person wirklich aus?
  • Welche Geschichten gehören hinein?
  • Welche Dramaturgie trägt?
  • Welche Formulierungen passen zu dir?
  • Wie entsteht ein überzeugender Schluss?

So entsteht eine Rede, die professionell vorbereitet ist und trotzdem nach dir klingt.

 

 

Der entscheidende Gedanke

Bei einer Laudatio geht es um einen Menschen.

Um seine Leistungen.

Um seine Haltung.

Um die Spuren, die er hinterlassen hat.

Und um die Frage, weshalb all das heute gewürdigt wird.

Wenn diese Antwort klar ist, wird auch deine Rede klarer.

Eine starke Laudatio lässt einen Menschen für einige Minuten durch die Augen derjenigen sichtbar werden, die seinen Wert erkannt haben.

 

 

 

Wenn diese Laudatio wirklich zählen soll

 

Vielleicht steht eine wichtige Preisverleihung, Ehrung, Verabschiedung oder ein Jubiläum bevor.

Vielleicht hast du bereits einen Entwurf.

Vielleicht existieren bisher einzelne Geschichten und Gedanken.

Oder du möchtest von Anfang an eine klare Dramaturgie entwickeln.

Im persönlichen 1:1 können wir unmittelbar an deiner konkreten Laudatio arbeiten:

  • Kernbotschaft klären
  • Material und Geschichten auswählen
  • Dramaturgie entwickeln
  • Formulierungen schärfen
  • Einstieg und Schluss optimieren
  • Rede laut proben
  • Stimme und Körpersprache einbeziehen
  • den tatsächlichen Auftritt vorbereiten

So entsteht eine Laudatio, die würdigt, berührt und zu dir passt.

Online oder persönlich in Berlin.

Antworten auf häufige Fragen

Was gehört in eine Laudatio?

In einer Laudatio werden Verdienste gewürdigt, meist einer Person, mitunter auch einer Gruppe oder einer Institution. In die Lobrede gehören in erster Linie die Verdienste, dann Dank und Wünsche.

Was ist eine Laudatio?

Eine Laudatio ist eine Lobreden in der die Verdienste einer Person, einer Gruppe oder einer Institution, gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen die Verdienste, dann Dank und Wünsche. Anlass kann ein Jubiläum oder eine Preisverleihung sein.

Der häufigste Fehler bei einer Laudatio?

Bei einer Laudatio geht es um die Person, die Gruppe oder die Institution, die gewürdigt werden soll. Laudatoren neigen allerdings dazu, das zu vergessen und bringen sich selbst zu sehr ein. Das ist der häufigste Fehler, der bei Lobreden zu beobachten ist.

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

Eine Laudatio sollte so lang sein, wie der Inhalt und die Botschaft erfordern und nicht länger. Selten gelingt es bei solchen Gelegenheiten, die Aufmerksamkeit mehr als 10 Minuten aufrechtzuerhalten. Wie so oft gilt, was nicht hilft, schadet.

Wie beendet man eine Laudatio?

Führe am Ende zum Kern der Ehrung zurück. Formuliere klar, weshalb dieser Mensch heute gewürdigt wird. Der letzte Satz darf emotional und prägnant sein.

Darf eine Laudatio lustig sein?

Ja. Humor kann Wärme und Nähe erzeugen. Besonders gut funktioniert respektvoller Humor, der etwas Liebenswertes oder Charakteristisches über die geehrte Person zeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Laudatio und Lobrede?

Die Begriffe werden häufig ähnlich verwendet. Eine Laudatio bezeichnet meist eine feierliche Würdigung anlässlich einer Ehrung, Preisverleihung oder eines besonderen Ereignisses. „Lobrede“ ist der allgemeinere deutsche Begriff.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
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  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Auf was achtest du bei einer Laudatio?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. November 2015
Überarbeitung: 26. September 2019

Finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen

Finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen

Damit Sie sich und Ihr Angebot für diew Karriere überzeugend präsentieren
Typische Fragen in Bewerbungsgesprächen

Vorstellungsgesprächen

 

Es gibt einige typische Fragen in Bewerbungsgesprächen, die so gut wie immer auftauchen. Aber Vorsicht vor Wischi-Waschi-Musterantworten! Finden Sie eigene Antworten, nutzen Sie die Gelegenheit und präsentieren Sie sich mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Angebot. Beides gehört zusammen, überzeugt zusammen!

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Karriere: Die häufigsten Fragen in Bewerbungsgesprächen

 

Zur Karriere gehören zahlreiche Schritte, Herausforderungen, die zu weiteren Herausforderungen führen. Dazu gehört auch der Bewerbungsprozess. Eine Hürde nach der anderen will genommen werden.

In der Regel können Bewerber:innen, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, davon ausgehen schon etwas richtig gemacht zu haben, sonst wären sie bei entsprechendem Wettbewerb ja auch nicht eingeladen worden. Wer so weit gekommen ist verschenkt doch keine Gelegenheit, oder?

 

 

 

Heikle Bewerbungsfragen

 

Was für eine Überraschung! Wer hätte denn so etwas ahnen können? Zumindest für unvorbereitete Bewerber:innen scheinen manche Fragen im Bewerbungsgespräch wie aus dem Nichts aufzutauchen. Dabei sind die meisten von ihnen absehbar. Das wissen auch die Personalverantwortlichen und trotzdem dürfen die sich öfters darüber wundern, wie unvorbereitet oder eigenartig manche Antworten ausfallen. Wobei nichtssagende Antworten auch keine Punkte bringen. Schließlich bieten die Antworten und die Qualität der Vorbereitung Einblick in das Wesen der Bewerber:innen. Wer schon für das Bewerbungsgespräch nicht willens oder in der Lage ist sich kompetent vorzubereiten, sortiert sich selbst aus. Außer, es ist auch nicht für die Stelle relevant. Aber, … wo ist das der Fall?

 

 

 

Eine wunderbare Gelegenheit für motivierte Bewerber:innen

 

Ob ein Bewerber:innen sich auskennt, ist an seinen Antworten zu erahnen. Wobei auch Bewerber:innen gute Fragen stellen sollten. Denn ob ein Mensch klug ist, lässt sich noch besser an seinen Fragen erkennen.

 

Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.

Lucius Annaeus Seneca

 

 

 

Vorbereitung auf wichtige Bewerbungsgespräche

 

Wie so oft ist der Erfolg von der entsprechenden Vorbereitung abhängig. Eine Reihe von Bewerbungsfragen dafür finden Sie auf dieser Seite. Sie können mit den Beispielen im Artikel passende Antworten finden oder sich mit meiner Unterstützung optimal vorbereiten.

 

 

 

 

Wie Sie antworten können

 

Manches überrascht, vieles in Vorstellungsgesprächen ist absehbar. Hier einige Tipps zum Umgang mit typischen Fragen in Bewerbungsgesprächen:

 

 

 

1. Standardantworten

 

Zahlreiche Ratgeber liefern Listen mit Fragen, die in Bewerbungsgesprächen häufig anzutreffen sind. Passend dazu sind auch mehr oder wenige durchdachte Musterantworten im Angebot. Sie zu kennen kann durchaus der Vorbereitung dienen, doch es birgt auch Gefahren, weil standardisierte Antworten leicht ins Abseits führen. Schließlich will der potenzielle Arbeitgeber etwas über die Bewerber:innen erfahren und nicht ständig Antworten aus der Retorte hören. Ein wesentliches Ziel eines Bewerbungsgesprächs ist das gegenseitige Kennenlernen. Wie soll das möglich sein, wenn Sie mit fremden Aussagen antworten?

 

 

 

2. Eigene Antworten

 

Nutzen Sie die Gelegenheit und präsentieren Sie sich mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Angebot. Beides gehört zusammen, beides muss  überzeugend! Wenn es sich nicht um ein Verhör, sondern um ein echtes Gespräch handelt, haben sich alle Beteiligten gut vorbereitet, hören interessiert zu, fragen und antworten, tauschen sich aus, bilden sich eine Meinung voneinander. Ein gutes Bewerbungsgespräch ist keine Einbahnstraße.

Eine Vorauswahl hat stattgefunden und nun will der Vertreter des Arbeitgebers herausfinden, ob der bisherige Eindruck, der meist aus den Bewerbungsunterlagen und mitunter auch Empfehlungen oder Recherchen gewonnen wurde, sich mit dem persönlichen Eindruck deckt.

Dazu interessiert ihn beispielsweise:

  • Wie motiviert ist der Bewerber:innen?
  • Welches Engagement ist bei der Bewerbung zu erkennen?
  • Hat er oder sie sich vorbereitet?
  • Welche menschlichen Eigenarten und Fähigkeiten sind zu erkennen?
  • Passt der Bewerber:innen zu uns?

 

 

 

3. Vorbereitet oder unvorbereitet

 

Man sollte mangelnde Vorbereitung nicht in Bausch und Bogen kritisieren oder sogar verdammen, sondern vielmehr auch den Wunsch nach Herausforderung herauszulesen verstehen. Sie sind ein Meister der Stegreifrede? Hervorragend! Allerdings erinnere ich vorsichtshalber nochmals daran, dass es auch dann hilfreich ist, sich vorher darüber im Klaren zu sein, wohin die Reise gehen soll. Hoch lebe die Kunst der professionellen ImproRhetorik™. Allerdings…

Eine attraktive Position ist eine fundierte Vorbereitung wert. Es gilt eigene Antworten zu finden, die sowohl authentisch zur eigenen Persönlichkeit passen, der Aufgabe und Position und damit dem Arbeitgeber entsprechen. Dabei hat sich gezeigt, dass es am förderlichsten ist, wenn die Prinzipien für erfolgreiche Bewerbungsgespräche, Techniken und Strategien frühzeitig verinnerlicht werden.

 

Tipps zur Vorbereitung auf typische Fragen im Bewerbungsgespräch

 

Widmen Sie bei der Vorbereitung der eigenen Positionierung besondere Aufmerksamkeit. Wohin wollen Sie? Für was stehen Sie? Welche Schnittmengen gibt es bei den gemeinsamen Interessen? 
So können Sie Fragen authentisch beantworten, ohne sie auswendig zu lernen. 
Wobei sich Probeläufe sehr bewährt haben.

 

 

 

1. Typische Fragen

Eröffnungsfragen

 

  • Können Sie bitte etwas über sich erzählen?
  • Weshalb sollten wir Sie einstellen?
  • Weshalb haben Sie sich bei uns beworben?
  • Weshalb wollen Sie gerade diese Stelle?
  • Beschreiben Sie kurz Ihren bisherigen beruflichen Werdegang.
  • Auf welche für diese Stelle relevanten Erfahrungen können Sie verweisen?
  • Wie beschreiben Sie Ihren idealen Vorgesetzten?
  • Was wollen Sie von mir wissen?

 

Fragen zur Motivation

 

  • Weshalb wollen Sie Ihren bisherigen Arbeitsplatz aufgeben?
  • Was für Gehaltsvorstellungen haben Sie?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Welche Aufgaben verbinden Sie mit der Stelle?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?
  • Was würden Sie machen, wenn Sie diese Stelle nicht bekommen?
  • Haben Sie Fragen?

Fragen zum Arbeitsstil

 

  • Können Sie bitte Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Wie gehen Sie mit Druck um?
  • Beschreiben Sie einen Moment, in dem es nicht so lief, wie Sie es sich gewünscht haben und was Sie dann getan haben?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Was würden Sie als Schwerpunkt der ersten 100 Tage betrachten?
  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie gehen Sie mit schwierigen Menschen um?
  • Wie verschaffen Sie sich den Respekt Ihrer Kollegen?
  • Wie überzeugen Sie andere Menschen?
  • Sehen Sie sich eher als Führungskraft oder als Mitarbeiter?
  • Woran erkennen Sie, ob Sie gute Arbeit geleistet haben?
  • Welche Rolle übernehmen Sie in Gruppen?
  • Wie motivieren Sie sich?
  • Was stört Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  • Welche Führungserfahrung haben Sie?
  • Was verstehen Sie unter Teamarbeit?

Fragen zur Persönlichkeit

 

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen? Die dahinter vermutlich verborgene Frage: Sind Sie ehrlich und selbstkritisch?
  • Wo möchten Sie in 3, 5, 10 Jahren stehen?
  • Was würde Sie am meisten demotivieren?
  • Wie gehen Sie mit Konflikten um?
  • Welche Frage würden Sie an meiner Stelle haben?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Wie reagieren Sie auf Stress?
  • Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
  • Wie mache ich mich als Interviewer?
  • Welche Frage würden Sie an meiner Stelle haben?

 

Persönliche Werte

 

  • Welche 5 Begriffe beschreiben am besten Ihre Persönlichkeit?
  • Welche Person hat den größten Einfluss auf Sie ausgeübt?
  • Welche Vorbilder haben Sie?
  • Was bedauern Sie am meisten und warum?
  • Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Was war die größte Lektion in Ihrem Leben?
  • Was ist Ihnen besonders wichtig im Leben?
  • Möchten Sie in nächster Zeit eine Familie gründen?
  • Was würden Sie im Vergleich zur letzten Tätigkeit bei uns anders machen?
  • Welche Interessen haben Sie?

2. Selbstpräsentation in Bewerbungsgesprächen

 

Punkten im Vorstellungsgespräch? „Erzählen Sie doch bitte etwas über sich!“, sagt der Personaler. Und Sie legen los mit einer sorgfältig auf das Unternehmen abgestimmten Präsentation Ihrer beruflichen Entwicklung. Sie präsentieren sich und Ihr Angebot so überzeugend, dass die Wahl nur noch auf Sie fallen kann. Noch Fragen?

3. Unterstützung

 

Nutzen Sie die Unterstützung von Experten, um Ihre Karriere voranzubringen. Dabei haben sich ganz unterschiedliche Bereiche als nützlich erwiesen. Ich bin Ihre Unterstützung, wenn es darum geht, wie Sie sich und Ihre Angebot überzeugend präsentieren. Wollen Sie die Gelegenheit beim Schopf packen und sich optimal vorbereiten, einen Probelauf mit konstruktivem Feedback?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Kennen Sie weitere Fragen, für die sich eine Vorbereitung lohnt?

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2007
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #43315