Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Was sind Flying Monkeys bei narzisstischen Dynamiken?
Missverständnis

Flying Monkeys bei Narzissmus: Wenn Dritte in einen Konflikt hineingezogen werden

 

Du hast einen Konflikt mit einem Menschen.

Und plötzlich melden sich andere.

Eine Freundin erklärt dir, wie du dich verhalten solltest.

Ein Familienmitglied überbringt eine Nachricht.

Ein Kollege berichtet, was angeblich über dich gesagt wird.

Oder mehrere Menschen scheinen plötzlich dieselbe Version der Geschichte zu kennen.

Im Zusammenhang mit narzisstisch geprägten und manipulativen Beziehungen wird dafür häufig der Ausdruck Flying Monkeys verwendet.

Der Begriff ist anschaulich.

Und er braucht etwas Einordnung.

 

 

 

Was sind Flying Monkeys?

 

„Flying Monkeys“, auf Deutsch „fliegende Affen“, ist kein klinischer oder diagnostischer Begriff.

Er stammt ursprünglich aus Der Zauberer von Oz.

Dort schickt die böse Hexe geflügelte Affen los, die ihre Befehle ausführen.

In populärpsychologischen Beiträgen wird der Ausdruck heute für Menschen verwendet, die innerhalb einer konflikthaften oder manipulativen Dynamik die Interessen einer anderen Person unterstützen.

Sie können beispielsweise:

  • Botschaften überbringen
  • Informationen weitergeben
  • Partei ergreifen
  • Druck ausüben
  • Gerüchte verbreiten
  • Kontakt herstellen
  • eine bestimmte Darstellung des Konflikts verstärken

Entscheidend ist dabei die Rolle im Konflikt – nicht das Etikett für die Person.

 

 

 

Nicht jeder Flying Monkey weiß, welche Rolle er spielt

 

Das wird in vielen Darstellungen übersehen.

Ein Mensch kann sich in einen Konflikt einmischen und überzeugt sein:

„Ich helfe doch nur.“

Vielleicht kennt er nur eine Seite.

Vielleicht hält er die erzählte Geschichte für wahr.

Vielleicht möchte er Frieden herstellen.

Vielleicht empfindet er Loyalität.

Vielleicht fürchtet er selbst Konflikte mit der betreffenden Person.

Und natürlich gibt es auch Menschen, die bewusst Druck ausüben oder Informationen beschaffen.

Aus dem Verhalten allein lässt sich die Motivation nicht immer zuverlässig erkennen.

 

 

 

Der fachlich passendere Begriff: Triangulation

 

Viele Situationen, die online als „Flying Monkeys“ bezeichnet werden, lassen sich besser mit dem Begriff Triangulation beschreiben.

Eine dritte Person wird in eine Beziehung oder einen Konflikt zwischen zwei Menschen hineingezogen.

Statt:

A spricht mit B.

entsteht:

A spricht mit C über B.

Und C wirkt anschließend auf B ein.

Das verändert die gesamte Dynamik.

 

 

 

Ein typisches Beispiel

 

Du hast dich von einem Partner getrennt.

Direkt miteinander ist vieles bereits gesagt.

Dann ruft eine gemeinsame Freundin an:

„Er ist völlig fertig. Du solltest ihm wenigstens noch eine Chance geben.“

Vielleicht möchte sie tatsächlich helfen.

Gleichzeitig entsteht Druck auf dich.

Aus einem Konflikt zwischen zwei Menschen wird ein Dreieck.

 

 

 

Warum werden Dritte einbezogen?

 

Die Gründe können sehr verschieden sein.

Dritte können beispielsweise genutzt werden, um:

  • Unterstützung und Bestätigung zu gewinnen
  • die eigene Sichtweise zu verbreiten
  • Informationen zu erhalten
  • den Kontakt trotz einer Grenze aufrechtzuerhalten
  • sozialen Druck zu erhöhen
  • den eigenen Ruf zu schützen
  • die andere Person zu beeinflussen

Manchmal geschieht das strategisch.

Manchmal entwickelt sich die Dynamik ohne bewussten Plan.

 

 

 

Flying Monkeys und Narzissmus

 

Triangulation kann bei stark narzisstisch geprägten Beziehungsmustern eine Rolle spielen.

Besonders relevant kann sie werden, wenn Status, Kontrolle, Bewunderung oder das eigene öffentliche Bild eine große Bedeutung haben.

Dann können Dritte helfen, eine bestimmte Darstellung aufrechtzuerhalten.

Wichtig bleibt:

Triangulation ist kein exklusives Merkmal von Narzissmus.

Auch Menschen ohne narzisstische Persönlichkeitsstruktur ziehen andere in Konflikte hinein.

 

 

 

Deshalb sind Ferndiagnosen wenig hilfreich

 

Vielleicht beobachtest du:

  • starke Selbstbezogenheit
  • Manipulation
  • Abwertung
  • Schuldumkehr
  • Triangulation

Diese Beobachtungen können für deinen Umgang sehr relevant sein.

Sie erlauben trotzdem keine sichere Diagnose einer abwesenden Person.

Für deinen nächsten Schritt reicht es meist, das konkrete Muster zu erkennen.

 

 

 

Wie können Dritte in die Dynamik hineingezogen werden?

 

1. Als Botschafter

„Ich soll dir ausrichten …“

Eine Person übermittelt Nachrichten zwischen zwei anderen.

Das kann organisatorisch sinnvoll sein.

In Konflikten kann es jedoch direkte Klärung verhindern und zusätzlichen Druck erzeugen.

 

2. Als Vermittler

„Ihr müsst euch doch wieder vertragen.“

Vermittlung kann hilfreich sein, wenn beide Seiten sie wünschen.

Sie wird problematisch, wenn eine Person dadurch dazu gebracht werden soll, eine bereits gesetzte Grenze zurückzunehmen.

 

3. Als Fürsprecher

„Du verstehst ihn einfach falsch.“

Oder:

„Nach allem, was sie erlebt hat, musst du doch Verständnis haben.“

Hintergründe können Verhalten erklären.

Sie heben Verantwortung für das eigene Verhalten nicht auf.

 

4. Als Informationsquelle

„Hat sie jemanden Neues?“

„Wo wohnt er jetzt?“

„Was hat sie über mich gesagt?“

Manche Dritte werden genutzt, um Informationen zu erhalten, die direkt nicht mehr verfügbar sind.

 

5. Als Druckverstärker

„Alle finden, dass du übertreibst.“

„Die ganze Familie versteht deine Entscheidung nicht.“

„Du musst jetzt endlich vernünftig sein.“

Hier entsteht sozialer Druck.

 

 

 

„Alle sagen, dass du …“

 

Diese Formulierung verdient Aufmerksamkeit.

Sie erzeugt den Eindruck einer großen Mehrheit.

Frag ruhig:

„Wer genau sagt das?“

Und:

„Welche Informationen haben diese Menschen überhaupt?“

Fünf Menschen können dieselbe Geschichte erzählen und trotzdem nur eine einzige Quelle haben.

Mehr Stimmen bedeuten nicht automatisch mehr unabhängige Informationen.

 

 

 

Warum solche Situationen so verunsichern können

 

Wenn mehrere Menschen dieselbe Sicht vertreten, entsteht leicht der Gedanke:

„Vielleicht liege tatsächlich ich falsch.“

Eine Außenperspektive kann wertvoll sein.

Sie sollte trotzdem kritisch geprüft werden.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Was weiß diese Person aus eigener Erfahrung?
  • Was wurde ihr erzählt?
  • Kennt sie beide Perspektiven?
  • Hat sie eigene Interessen im Konflikt?

 

 

 

Flying Monkeys und Gaslighting

 

Triangulation und Gaslighting können gemeinsam auftreten.

Wenn mehrere Menschen dieselbe Darstellung wiederholen, kann das Zweifel an der eigenen Wahrnehmung verstärken.

Trotzdem sind die Begriffe verschieden.

Gaslighting beschreibt stärker die wiederholte Untergrabung der Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit eines Menschen.

Triangulation beschreibt die Einbeziehung einer dritten Person in die Beziehungsdynamik.

→ „Du bist zu empfindlich“: Wann daraus Gaslighting werden kann

 

 

 

Wenn aus einem Konflikt eine Rufkampagne wird

 

Besonders belastend kann es werden, wenn private Informationen, Halbwahrheiten oder falsche Behauptungen im Umfeld verbreitet werden.

Dann entsteht leicht der Impuls:

„Ich muss jetzt allen erklären, was wirklich passiert ist.“

Das ist verständlich.

Und es kann enorme Ressourcen verbrauchen.

 

 

 

Du musst nicht jeden überzeugen

 

Überlege:

Welche Menschen sind für dein Leben tatsächlich relevant?

Dort kann eine sachliche Klarstellung sinnvoll sein.

Bei entfernten Bekannten oder Menschen, die bereits festgelegt sind, bringt eine umfangreiche Verteidigung häufig wenig.

Wähle deine Gespräche bewusst.

 

 

 

1. Bleib bei konkreten Vorgängen

Statt:

„Alle sind gegen mich.“

hilft:

„Diese Person hat diese konkrete Information weitergegeben.“

Konkretheit reduziert das Gefühl einer unüberschaubaren Front.

 

 

2. Prüfe die Rolle der dritten Person

Frag dich:

  • Will diese Person verstehen?
  • Will sie vermitteln?
  • Will sie mich überzeugen?
  • Sammelt sie Informationen?
  • Respektiert sie meine Grenze?

Danach kannst du entscheiden, wie viel Gespräch sinnvoll ist.

 

 

3. Fördere direkte Kommunikation

Wenn jemand sagt:

„X findet, dass du …“

kannst du antworten:

„Wenn X etwas mit mir klären möchte, kann X gern direkt mit mir sprechen.“

Damit greifst du den Boten nicht an.

Du veränderst die Kommunikationsstruktur.

 

 

4. Steig aus der Dreieckskommunikation aus

Eine weitere mögliche Formulierung:

„Ich möchte dieses Thema nicht über Dritte besprechen.“

Oder:

„Das kläre ich direkt mit der betreffenden Person.“

Solche Sätze können überraschend viel Komplexität reduzieren.

 

 

5. Begrenze Informationen bewusst

Wenn persönliche Informationen regelmäßig weitergetragen werden, kannst du entscheiden, was du künftig wem mitteilst.

Das bedeutet nicht:

„Ich darf niemandem mehr vertrauen.“

Es bedeutet:

„Ich wähle bewusster, wem ich welche Informationen anvertraue.“

 

 

6. Schütze deine Privatsphäre

Je nach Konflikt können auch digitale Grenzen sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Sichtbarkeit persönlicher Beiträge überprüfen
  • Kontaktlisten bewusst gestalten
  • Passwörter und Zugänge kontrollieren
  • Standort- und Freigabeeinstellungen prüfen

Wie weit solche Maßnahmen gehen sollten, hängt von der tatsächlichen Situation ab.

Selbstschutz sollte zur realen Gefährdung passen.

 

 

7. Vermeide endlose Rechtfertigungen

Wenn ein Mensch bereits eine feste Überzeugung hat, führt eine längere Erklärung nicht automatisch zu größerer Offenheit.

Manchmal genügt:

„Ich sehe die Situation anders und möchte die Details nicht weiter mit dir besprechen.“

 

 

8. Vertrauenswürdige Menschen behalten

Bei schwierigen sozialen Dynamiken ist Rückzug verständlich.

Vollständige Isolation ist jedoch selten ein hilfreiches Ziel.

Wertvoll sind Menschen, die:

  • zuhören
  • Fragen stellen
  • nicht vorschnell Partei ergreifen
  • deine Grenzen respektieren
  • auch Unsicherheit aushalten können

 

 

9. Relevante Vorgänge dokumentieren

Bei wiederkehrenden Konflikten kann sachliche Dokumentation Orientierung geben.

Zum Beispiel:

  • Vereinbarungen
  • relevante Nachrichten
  • Zeitpunkte
  • konkrete Vorfälle

Gerade im beruflichen Kontext können schriftlich bestätigte Vereinbarungen hilfreich sein.

Bei rechtlich relevanten Fragen solltest du klären lassen, welche Dokumentation zulässig und sinnvoll ist.

 

 

10. Konsequenzen statt Feindeslisten

Die Frage:

„Wer gehört alles zu den Flying Monkeys?“

kann selbst viel Aufmerksamkeit binden.

Hilfreicher ist häufig:

„Wie verhält sich diese konkrete Person mir gegenüber?“

Respektiert sie deine Grenzen?

Geht sie verantwortungsvoll mit Informationen um?

Ist eine faire Kommunikation möglich?

Darauf kannst du deine Entscheidungen stützen.

 

 

 

Wenn du selbst in die Rolle hineingezogen wirst

 

Vielleicht sagt jemand zu dir:

„Kannst du ihr bitte ausrichten …?“

Oder:

„Du musst ihm endlich klarmachen, dass …“

Dann kannst du fragen:

„Warum sprichst du das nicht direkt mit der Person?“

Oder:

„Ich möchte zwischen euch keine Botschaften übermitteln.“

So schützt du auch dich davor, Teil einer Dreiecksdynamik zu werden.

 

 

 

Direkte Kommunikation ist nicht immer die beste Lösung

 

Es gibt eine wichtige Ausnahme.

Bei:

  • Gewalt
  • Bedrohung
  • Stalking
  • anderen ernsthaften Sicherheitsrisiken

kann direkte Kommunikation ungeeignet sein.

Dann können professionelle, juristische oder klar geregelte indirekte Kommunikationswege sinnvoller sein.

Sicherheit hat Vorrang.

 

 

 

Flying Monkeys bei einer Trennung

 

Gerade nach konflikthaften Trennungen werden gemeinsame Freunde und Familienmitglieder häufig einbezogen.

Dann hörst du vielleicht:

„Sie leidet so sehr.“

„Du solltest ihm wenigstens noch einmal zuhören.“

„Kannst du nicht einfach Frieden schließen?“

Diese Menschen können es gut meinen.

Du darfst trotzdem bei einer getroffenen Entscheidung bleiben.

→ Trennung von Menschen mit stark narzisstischen Mustern

 

 

 

Eine mögliche Grenze gegenüber gemeinsamen Freunden

 

„Ich weiß, dass dir beide Seiten wichtig sind. Meine Entscheidung möchte ich trotzdem nicht über Dritte diskutieren.“

Damit respektierst du die Beziehung zur dritten Person und schützt gleichzeitig deine Grenze.

 

 

 

Flying Monkeys im Beruf

 

Auch Unternehmen kennen Dreieckskommunikation.

Beispielsweise:

Eine Führungskraft hat ein Problem mit einem Mitarbeiter.

Statt direkt mit ihm zu sprechen, wird über andere Führungskräfte oder Kollegen Einfluss genommen.

Oder Informationen werden gezielt über informelle Kanäle verteilt.

Dann können entstehen:

  • Allianzen
  • Loyalitätskonflikte
  • Gerüchte
  • Informationsfilter
  • politische Dynamiken

 

 

 

Im Unternehmen würde ich weniger von „Flying Monkeys“ sprechen

 

Im professionellen Kontext sind Begriffe wie diese meist hilfreicher:

  • Triangulation
  • indirekte Kommunikation
  • informelle Allianzen
  • politische Einflussnahme

Sie beschreiben das beobachtbare Verhalten, ohne Menschen unnötig zu etikettieren.

 

 

 

Professionell zurück zur direkten Kommunikation

 

Zum Beispiel:

„Danke für die Information. Wenn es Kritik an meiner Arbeit gibt, würde ich sie gern direkt mit der verantwortlichen Person besprechen.“

Oder:

„Wer entscheidet das konkret? Mit dieser Person würde ich die Frage gern klären.“

 

 

 

Wenn direkte Kommunikation im Unternehmen nicht ausreicht

 

Bei starken politischen Dynamiken können weitere Schritte sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • klare Zuständigkeiten
  • schriftliche Vereinbarungen
  • bewusste Informationswege
  • sachliche Dokumentation
  • geeignete Eskalationswege

Je höher die Tragweite, desto wichtiger wird eine strategische Betrachtung.

 

 

 

Wenn Reputation oder Karriere betroffen sind

 

Dann lohnt sich eine nüchterne Analyse:

  • Welche konkrete Aussage kursiert?
  • Wer ist tatsächlich relevant?
  • Welche Information lässt sich sachlich richtigstellen?
  • Wo lohnt eine Reaktion?
  • Wo würde sie den Konflikt nur vergrößern?

Strategische Kommunikation ist etwas anderes als spontane Gegenwehr.

 

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte und manipulative Dynamiken können in unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

 

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaften oder das gemeinsame soziale Umfeld?

Dann können wir beispielsweise betrachten:

  • Welche Dynamik entsteht?
  • Wie gehst du mit Dritten um?
  • Welche Informationen möchtest du teilen?
  • Welche Grenzen brauchst du?
  • Welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Im beruflichen Kontext spielen zusätzlich Faktoren eine Rolle wie:

  • Macht
  • Interessen
  • Verantwortung
  • Reputation
  • Karriere
  • wirtschaftliche Konsequenzen

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche psychische Folgen hinterlassen haben

 

Manche belastenden Beziehungen wirken weit über den aktuellen Konflikt hinaus.

Vielleicht bestehen:

  • starke Ängste
  • anhaltende Selbstzweifel
  • innere Alarmbereitschaft
  • Schlafprobleme
  • Traumafolgen

Dann kann ein therapeutischer Rahmen passend sein.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie bei Ängsten und Traumafolgen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Konflikte und den professionellen Umgang mit schwierigen Dynamiken geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können:

  • Verhaltensweisen betrachten
  • Muster erkennen
  • Dynamiken verstehen
  • Auswirkungen einordnen
  • Handlungsmöglichkeiten entwickeln

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Bei konflikthaften Trennungen, Auseinandersetzungen im Beruf, möglichen Rufschädigungen, Bedrohungen oder anderen eskalierten Situationen können rechtliche Fragen entstehen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen Handlungsspielraum.

 

 

 

Acht Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Wer kommuniziert hier eigentlich mit wem?
  2. Was weiß die dritte Person aus eigener Erfahrung?
  3. Was wurde ihr erzählt?
  4. Welche Rolle übernimmt sie gerade?
  5. Welche Rolle soll ich übernehmen?
  6. Welche Informationen möchte ich noch teilen?
  7. Welche Grenze brauche ich?
  8. Wie sähe eine klarere Kommunikationsstruktur aus?

 

 

 

Fazit: Schau auf die Rolle, nicht nur auf das Etikett

 

„Flying Monkeys“ ist ein anschaulicher Begriff für ein reales Phänomen:

Dritte können in Konflikte hineingezogen werden und dadurch Druck, Informationen oder bestimmte Darstellungen weitertragen.

Doch Menschen übernehmen solche Rollen aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Manche handeln bewusst.

Andere glauben, zu helfen.

Deshalb finde ich eine andere Frage hilfreicher als:

„Wer ist ein Flying Monkey?“

Frag lieber:

„Welche Rolle übernimmt diese Person gerade – und wie möchte ich damit umgehen?“

Das führt weg von Feindbildern.

Und zurück zu deinem Handlungsspielraum.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2026

Was ist Narzissmus? Merkmale, Formen & Persönlichkeitsstörung

Was ist Narzissmus? Merkmale, Formen & Persönlichkeitsstörung

Was bedeutet Narzissmus wirklich?
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Was ist Narzissmus?

 

Narzissmus ist mehr als Selbstverliebtheit.

Und nicht jeder egoistische, arrogante oder schwierige Mensch ist deshalb ein Narzisst.

Der Begriff wird heute sehr häufig verwendet.

In Beziehungen.

am Arbeitsplatz.

in sozialen Medien.

und manchmal schon dann, wenn jemand sehr von sich überzeugt ist.

Das macht Orientierung schwieriger.

Denn unter dem Begriff Narzissmus werden sehr unterschiedliche Dinge zusammengefasst.

Deshalb lohnt sich zuerst eine klare Unterscheidung.

 

 

 

Narzissmus ist zunächst ein Persönlichkeitsmerkmal

 

Narzisstische Merkmale kommen in unterschiedlicher Ausprägung bei Menschen vor.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • starke Selbstbezogenheit
  • Statusorientierung
  • Bedürfnis nach Anerkennung
  • Überlegenheitsgefühl
  • Anspruchsdenken
  • starke Beschäftigung mit der eigenen Wirkung

Einzelne solche Eigenschaften bedeuten weniger automatisch eine psychische Störung.

Menschen können ehrgeizig sein.

gerne Aufmerksamkeit bekommen.

stolz auf ihre Leistungen sein.

oder sehr selbstsicher auftreten.

Das allein macht weniger eine narzisstische Persönlichkeit aus.

 

 

 

Gesunder Selbstwert ist weniger Narzissmus

 

Menschen mit gesundem Selbstwert dürfen:

  • ihre Fähigkeiten kennen
  • Erfolge genießen
  • sich zeigen
  • Grenzen setzen
  • Anerkennung mögen

Entscheidend ist weniger, ob jemand positiv über sich denkt.

Interessanter ist:

Wie abhängig wird der eigene Wert von Überlegenheit, Bewunderung oder besonderer Behandlung?

 

 

 

Wann werden narzisstische Merkmale problematisch?

 

Problematischer werden narzisstische Muster dort, wo sie Beziehungen, Entscheidungen oder das eigene Leben deutlich beeinträchtigen.

Zum Beispiel wenn:

  • der eigene Status ständig verteidigt werden muss
  • andere Menschen häufig abgewertet werden
  • Kritik kaum ausgehalten wird
  • besondere Behandlung selbstverständlich erwartet wird
  • die Bedürfnisse anderer dauerhaft wenig Gewicht bekommen
  • Beziehungen vor allem der Selbstbestätigung dienen

Entscheidend sind Dauer, Ausprägung, Starrheit und Auswirkungen.

 

 

 

Narzisstische Merkmale sind weniger eine narzisstische Persönlichkeitsstörung

 

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine klinische Diagnose.

Sie beschreibt ein überdauerndes Muster von Grandiosität, starkem Bedürfnis nach Bewunderung beziehungsweise Bestätigung und deutlichen Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich.

Die Diagnose erfolgt anhand definierter klinischer Kriterien und einer fachlichen Untersuchung.

Eine Checkliste im Internet reicht dafür weniger aus.

 

 

 

Kannst du einen Narzissten selbst diagnostizieren?

 

Weniger zuverlässig.

Du kannst Verhalten beobachten.

Du kannst wiederkehrende Muster erkennen.

Du kannst feststellen, wie eine Beziehung auf dich wirkt.

Was du weniger sicher feststellen kannst:

welche klinische Diagnose die andere Person hat.

Für deinen eigenen Umgang ist diese Diagnose häufig auch weniger notwendig.

 

 

 

Welche Verhaltensweisen können mit Narzissmus zusammenhängen?

 

Je nach Ausprägung können beispielsweise auftreten:

  • starkes Bedürfnis nach Anerkennung
  • Überzeugung von der eigenen Besonderheit
  • Anspruch auf bevorzugte Behandlung
  • starke Orientierung an Status
  • häufiger sozialer Vergleich
  • Abwertung von Rivalen
  • Kränkbarkeit bei Kritik oder Zurückweisung
  • Schwierigkeiten, die Perspektiven und Bedürfnisse anderer angemessen zu berücksichtigen

Keiner dieser Punkte beweist für sich allein Narzissmus oder eine Persönlichkeitsstörung.

 

 

 

Narzissmus hat unterschiedliche Gesichter

 

Das öffentliche Bild von Narzissmus ist häufig:

laut.

arrogant.

dominant.

selbstverliebt.

Diese Form gibt es.

Sie beschreibt jedoch weniger das gesamte Phänomen.

In der heutigen Forschung wird unter anderem zwischen grandiosen und vulnerablen narzisstischen Ausprägungen unterschieden.

 

 

 

 

Grandioser Narzissmus

 

Grandiose narzisstische Merkmale können stärker verbunden sein mit:

  • Überlegenheitsgefühl
  • Dominanz
  • Selbstsicherheit
  • Selbstdarstellung
  • Bewunderungsstreben
  • Anspruchsdenken

Ein Mensch kann dabei durchaus:

  • charismatisch
  • kontaktfreudig
  • entschlossen
  • selbstbewusst

wirken.

Problematischer werden vor allem stark antagonistische Anteile wie Abwertung, Ausbeutung oder dauerhafte Statusrivalität.

 

 

 

Vulnerabler Narzissmus

 

Vulnerable narzisstische Merkmale können ganz anders wirken.

Zum Beispiel stärker verbunden mit:

  • Kränkbarkeit
  • Unsicherheit
  • starker Empfindlichkeit gegenüber Bewertung
  • Rückzug
  • Scham
  • Selbstbezogenheit

Auch hier können Anspruchsdenken und besondere Erwartungen an andere vorhanden sein.

Sie werden jedoch weniger immer offen grandios dargestellt.

Narzissmus muss also weniger laut aussehen.

 

 

 

Grandios und vulnerabel sind weniger zwei einfache Menschentypen

 

Auch diese Unterscheidung sollte weniger zu neuen Schubladen führen.

Menschen können je nach Situation unterschiedliche Seiten zeigen.

Ein Mensch kann in einem Moment:

selbstsicher.

dominant.

und überlegen wirken.

In einem anderen:

stark gekränkt.

zurückgezogen.

oder empfindlich auf Ablehnung reagieren.

Forschung und klinische Literatur beschreiben sowohl stabile Unterschiede zwischen Menschen als auch Schwankungen zwischen grandiosen und vulnerablen Zuständen.

 

 

 

Ist hinter Narzissmus immer ein schwacher Selbstwert verborgen?

 

Das wird häufig behauptet.

So eindeutig ist es weniger.

Grandiose narzisstische Ausprägungen können durchaus mit relativ hohem selbstberichteten Selbstwert verbunden sein.

Vulnerable Formen gehen dagegen häufiger mit Unsicherheit, Scham und niedrigerem Selbstwert einher.

Die einfache Formel „großes Ego außen, kleiner Selbstwert innen“ erklärt Narzissmus deshalb weniger vollständig.

 

 

 

Warum ist Bewunderung so wichtig?

 

Bei ausgeprägteren narzisstischen Mustern kann das Selbstbild stark davon beeinflusst werden, wie andere reagieren.

Dann bekommt Anerkennung eine besondere Bedeutung.

Sie bestätigt:

„Ich bin wichtig.“

„Ich bin besonders.“

„Ich stehe über anderen.“

Fehlt diese Bestätigung, können Konflikte entstehen.

 

 

 

Was passiert bei Kritik?

 

Kritik ist für die meisten Menschen weniger angenehm.

Bei stärker narzisstischen Mustern kann sie jedoch besonders stark das Selbstbild berühren.

Mögliche Reaktionen sind:

  • Gegenangriff
  • Abwertung der kritisierenden Person
  • starke Rechtfertigung
  • Wut
  • Rückzug
  • Scham

Auch hier gilt:

Eine defensive Reaktion auf Kritik beweist weniger Narzissmus.

 

 

 

Narzissmus und Empathie

 

Auch beim Thema Empathie lohnt sich Differenzierung.

Die populäre Aussage:

„Narzissten haben keine Empathie.“

ist zu einfach.

Bei pathologischem Narzissmus können Empathiefähigkeit und Bereitschaft zu empathischem Verhalten beeinträchtigt sein.

Diese Einschränkungen können jedoch schwanken und vom Kontext abhängen.

Jemand kann durchaus verstehen, was ein anderer Mensch empfindet, und diese Information trotzdem wenig fürsorglich nutzen.

Empathie ist weniger ein einfacher An-Aus-Schalter.

 

 

 

Narzissmus und Manipulation

 

Auch Manipulation wird häufig direkt mit Narzissmus gleichgesetzt.

Das ist weniger sinnvoll.

Menschen manipulieren aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Bei stark narzisstischen beziehungsweise antagonistischen Mustern können manipulative Strategien vorkommen.

Doch:

Nicht jede Manipulation ist Narzissmus.

Und:

Nicht jede narzisstisch geprägte Person verhält sich in jeder Situation manipulativ.

 

 

 

Was ist mit Gaslighting?

 

Gaslighting bezeichnet ein Muster, bei dem die Wahrnehmung beziehungsweise Erinnerung eines anderen Menschen systematisch infrage gestellt oder manipuliert wird.

Das kann in narzisstisch geprägten Beziehungen vorkommen.

Es ist jedoch weniger ein exklusives Kennzeichen von Narzissmus.

 

 

 

Narzissmus und Arroganz

 

Arroganz kann Teil grandioser narzisstischer Muster sein.

Sie ist jedoch weniger dasselbe wie Narzissmus.

Ein arroganter Mensch kann:

  • überheblich auftreten
  • andere abwerten
  • sich überlegen fühlen

ohne die gesamte Struktur ausgeprägten Narzissmus zu zeigen.

→ Narzissmus und Arroganz

 

 

 

Narzissmus und Hybris

 

Auch Hybris ist weniger dasselbe.

Hybris beschreibt eine Entwicklung von Selbstüberschätzung und Überhöhung, bei der der Kontakt zu korrigierenden Informationen schwächer werden kann.

Das ist besonders bei Macht und Führung interessant.

→ Hybris: Wenn Selbstvertrauen den Kontakt zur Realität verliert

 

 

 

Narzissmus und Selbstbeweihräucherung

 

Auch starke Selbstpromotion beweist weniger Narzissmus.

Menschen können viel über ihre Leistungen sprechen, ohne eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur zu haben.

Interessanter ist:

Wie stark wird die eigene Bedeutung von Bewunderung abhängig?

Wie werden andere behandelt?

Wie wird mit Kritik umgegangen?

→ Selbstbeweihräucherung und Selbstmarketing

 

 

 

Woher kommt der Begriff Narzissmus?

 

Der Name geht auf die Figur Narziss aus der griechischen Mythologie zurück.

Besonders bekannt ist die Erzählung durch Ovid.

Narziss weist die Liebe anderer zurück und verliebt sich schließlich in sein eigenes Spiegelbild, ohne die Beziehung erfüllen zu können.

Die Geschichte wurde später zum Sinnbild für übermäßige Selbstbezogenheit.

Der moderne psychologische Begriff ist allerdings wesentlich komplexer als dieser Mythos.

 

 

 

Wie entsteht Narzissmus?

 

Auch hier gibt es weniger eine einfache Erklärung.

Persönlichkeitsentwicklung entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Dazu können gehören:

  • Temperament
  • genetische Einflüsse
  • frühe Beziehungserfahrungen
  • Erziehung
  • soziale Erfahrungen
  • Entwicklung über die Lebensspanne

Aus dem Verhalten eines erwachsenen Menschen lässt sich weniger zuverlässig zurückrechnen:

„So muss seine Kindheit gewesen sein.“

 

 

 

Machen narzisstische Eltern ihre Kinder zu Narzissten?

 

Auch diese Gleichung wäre zu einfach.

Elterliche Beziehungsmuster können die Entwicklung beeinflussen.

Sie bestimmen jedoch weniger automatisch, welche Persönlichkeit ein Kind später entwickelt.

→ Narzisstische Eltern und mögliche Folgen für Kinder

 

 

 

Nimmt Narzissmus gesellschaftlich zu?

 

Diese Behauptung begegnet uns häufig.

Die wissenschaftliche Datenlage ist deutlich uneinheitlicher, als die populäre Erzählung vermuten lässt.

Neuere umfangreiche Untersuchungen liefern weniger Unterstützung für die Vorstellung einer allgemeinen „Narzissmus-Epidemie“.

→ Nimmt Narzissmus wirklich zu?

 

 

 

Sind Männer häufiger betroffen?

 

Bei diagnostizierter narzisstischer Persönlichkeitsstörung und bei bestimmten grandiosen narzisstischen Merkmalen zeigen Studien häufiger höhere Werte bei Männern.

Solche Unterschiede hängen jedoch auch davon ab:

  • was genau gemessen wird
  • welche Population untersucht wird
  • welche Form des Narzissmus betrachtet wird

Aus Geschlecht allein lässt sich weniger sinnvoll auf Narzissmus schließen.

 

 

 

Ist Narzissmus behandelbar?

 

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann psychotherapeutisch behandelt werden.

Persönlichkeitsmuster verändern sich meist weniger durch einen einzelnen Hinweis oder eine schnelle Technik.

Psychotherapie kann unter anderem an:

  • Selbstwertregulation
  • Beziehungsmustern
  • Empathie und Perspektivübernahme
  • Umgang mit Kritik
  • Scham und Verletzlichkeit

ansetzen.

Wie gut Veränderung gelingt, hängt von vielen Faktoren ab.

 

 

 

Kannst du einen anderen Menschen verändern?

 

Das ist für Angehörige häufig die entscheidendere Frage.

Du kannst:

  • kommunizieren
  • Grenzen setzen
  • Konsequenzen ziehen
  • Entscheidungen treffen

Du kannst weniger erzwingen, dass ein anderer Mensch:

  • Einsicht entwickelt
  • Verantwortung übernimmt
  • sein Verhalten verändert
  • eine Therapie beginnt

Das ist für den eigenen Handlungsspielraum eine wichtige Unterscheidung.

 

 

 

Woran erkennst du problematische Beziehungsmuster?

 

Für deinen Alltag sind häufig weniger Diagnosen als konkrete Beobachtungen hilfreich.

Frag beispielsweise:

  • Werden deine Grenzen respektiert?
  • Kann die andere Person eigene Fehler anerkennen?
  • Ist Widerspruch möglich?
  • Kann sie anderen Anerkennung geben?
  • Bleiben Vereinbarungen bestehen?
  • Kann ein Konflikt geklärt werden, ohne dass deine gesamte Person abgewertet wird?
  • Wird Verantwortung regelmäßig verschoben?

Verhalten ist beobachtbar.

Darauf kannst du Entscheidungen stützen.

 

 

 

Warum der Begriff „Narzisst“ problematisch sein kann

 

Im Alltag ist das Wort inzwischen schnell zur Charakterbeschreibung geworden.

„Mein Ex ist Narzisst.“

„Mein Chef ist Narzisst.“

„Meine Mutter ist Narzisstin.“

Vielleicht bestehen tatsächlich ausgeprägte narzisstische Muster.

Vielleicht auch weniger.

Das Etikett kann Orientierung schaffen.

Es kann gleichzeitig dazu führen, dass jedes weitere Verhalten nur noch durch diese eine Erklärung betrachtet wird.

Deshalb interessiert mich stärker das konkrete Muster.

 

 

 

Wenn du unter einem narzisstisch geprägten Menschen leidest

 

Dann musst du weniger zuerst beweisen, dass die Person eine bestimmte Diagnose erfüllt.

Interessanter ist:

Was geschieht?

Was macht das mit dir?

Welche Möglichkeiten hast du?

→ Hilfe im Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Narzissmus im beruflichen Umfeld

 

Im Beruf können stark narzisstisch geprägte Verhaltensweisen besondere Folgen haben.

Zum Beispiel:

  • Entscheidungen werden zu Statusfragen.
  • Kritik wird persönlich genommen.
  • Erfolge werden vereinnahmt.
  • Verantwortung wird verschoben.
  • Widerspruch wird erschwert.
  • Informationen erreichen die Führung später.

Dann hilft weniger eine Ferndiagnose.

Hilfreicher ist eine Strategie für den konkreten Umgang.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn du dich von einem stark belastenden Menschen trennen möchtest

 

Dann können weniger diagnostische Fragen und stärker:

  • Klarheit
  • Grenzen
  • Selbstschutz
  • Kommunikation
  • praktische Vorbereitung

entscheidend werden.

→ Trennung von Menschen mit stark narzisstischen Mustern

 

 

 

Wenn die psychischen Folgen im Vordergrund stehen

 

Belastende Beziehungen können Ängste, starke Selbstzweifel, anhaltende innere Alarmbereitschaft oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen.

Dann gehört das in einen therapeutischen Rahmen.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Was diese Seite weniger leisten kann

 

Diese Seite kann:

  • Begriffe erklären
  • Unterschiede sichtbar machen
  • Orientierung geben

Sie kann weniger:

  • eine andere Person diagnostizieren
  • eine individuelle psychotherapeutische Diagnostik ersetzen
  • aus einzelnen Verhaltensweisen sichere Rückschlüsse auf Persönlichkeit oder Motive ziehen

 

 

 

Häufige Fragen zu Narzissmus

 

Ist jeder Mensch ein bisschen narzisstisch?

Narzisstische Persönlichkeitsmerkmale können in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen.

Das bedeutet weniger, dass jeder Mensch „ein bisschen narzisstisch“ im klinischen Sinn ist.

Entscheidend ist, welche Merkmale gemeint sind und wie stark sie ausgeprägt sind.

 

Ist Selbstliebe narzisstisch?

Nein.

Ein positives Verhältnis zu sich selbst und narzisstische Selbstüberhöhung sind unterschiedliche Dinge.

 

Haben Narzissten keine Empathie?

So pauschal weniger.

Empathische Fähigkeiten und empathisches Verhalten können eingeschränkt oder situationsabhängig sein.

 

Sind Narzissten immer arrogant?

Nein.

Grandiose Ausprägungen können offen arrogant wirken.

Vulnerable Ausprägungen können wesentlich zurückhaltender erscheinen.

 

Sind Narzissten immer selbstbewusst?

Nein.

Die unterschiedlichen Formen von Narzissmus unterscheiden sich gerade beim Selbstwert und bei der Reaktion auf Bewertung erheblich.

 

Kann Narzissmus diagnostiziert werden?

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann fachlich diagnostiziert werden.

Eine Diagnose sollte weniger anhand von Social-Media-Videos oder Checklisten über eine abwesende Person gestellt werden.

 

Muss ich wissen, ob jemand Narzisst ist, um mich zu schützen?

Nein.

Du kannst Grenzen und Entscheidungen an konkretem Verhalten ausrichten.

Du brauchst weniger eine Diagnose, um ernst zu nehmen, dass dir eine Beziehung schadet.

 

 

 

Seit 1998 Arbeit mit schwierigen Beziehungsmustern

 

Seit 1998 begleite ich Menschen bei belastenden Beziehungen, Konflikten, Entscheidungen und den psychischen Folgen schwieriger Erfahrungen.

Dabei halte ich eine Unterscheidung für besonders wichtig:

Menschen verstehen, ohne sie vorschnell zu diagnostizieren.

Verhalten klar benennen, ohne unnötig zu pathologisieren.

Und den Blick immer wieder darauf richten, was heute tatsächlich verändert werden kann.

 

 

 

Fazit: Narzissmus ist komplexer als „zu viel Selbstliebe“

 

Narzissmus beschreibt weniger einfach einen Menschen, der sich selbst besonders toll findet.

Es geht um ein komplexes Zusammenspiel von:

  • Selbstbild
  • Status
  • Bewunderung
  • Anspruchsdenken
  • Kränkbarkeit
  • Beziehungen

Narzisstische Merkmale kommen in unterschiedlichen Ausprägungen vor.

Grandiose und vulnerable Formen können sehr unterschiedlich aussehen.

Und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist weniger dasselbe wie Egoismus, Arroganz oder schwieriges Verhalten.

Deshalb ist für mich die wichtigste Frage weniger:

„Ist dieser Mensch ein Narzisst?“

Sondern:

„Welches Verhalten zeigt sich – welche Auswirkungen hat es – und was folgt daraus für meinen Umgang damit?“

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Man kann einen narzisstischen Menschen daran erkennen, dass er äußerst empfindlich auf jede Kritik reagiert. Erich Fromm,

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 21. April 2026

Narzissmus und Arroganz: Warum Überlegenheit so wichtig wird

Narzissmus und Arroganz: Warum Überlegenheit so wichtig wird

Narzissten erkennen und sich schützen
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Narzissmus und Arroganz: Warum Überlegenheit so wichtig werden kann

 

„Ich bin besser als die anderen.“

Manche Menschen sagen diesen Satz offen.

Andere vermitteln ihn subtiler.

Durch ihre Art zu sprechen.

durch Abwertung.

durch Statussignale.

oder durch die Erwartung, anders behandelt zu werden als andere.

Dann fällt schnell ein Begriff:

Narzissmus.

Doch Arroganz und Narzissmus sind weniger dasselbe.

Und nicht jeder arrogante Mensch hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

 

 

 

Was ist Arroganz?

 

Arroganz beschreibt eine Haltung oder ein Verhalten, bei dem sich jemand anderen überlegen darstellt oder behandelt.

Das kann sich zeigen durch:

  • Herablassung
  • Überheblichkeit
  • Abwertung anderer
  • starkes Überlegenheitsgefühl
  • wenig Bereitschaft, andere Perspektiven ernst zu nehmen

Arroganz ist zunächst beobachtbares Verhalten beziehungsweise eine Persönlichkeitstendenz.

Sie ist weniger automatisch eine psychische Störung.

 

 

 

Und was ist Narzissmus?

 

Narzissmus ist ein wesentlich komplexerer Persönlichkeitsbegriff.

Psychologische Forschung beschreibt verschiedene narzisstische Ausprägungen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Grandiosität
  • Selbstbezogenheit
  • Anspruchsdenken
  • Bewunderungsbedürfnis
  • Statusorientierung
  • Überlegenheitsstreben
  • antagonistisches Verhalten

Wie stark diese Merkmale ausgeprägt sind und wie sie kombiniert auftreten, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Narzisstische Merkmale und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sind weniger dasselbe.

 

 

 

Warum wirken Narzissten häufig arrogant?

 

Vor allem grandioser Narzissmus kann mit offenem Überlegenheitsgefühl verbunden sein.

Menschen mit stärker grandiosen narzisstischen Merkmalen können sich beispielsweise:

  • besonders wichtig erleben
  • für außergewöhnlich halten
  • stärker nach Bewunderung suchen
  • besondere Behandlung erwarten

Dann kann Arroganz Teil des sichtbaren Verhaltens sein.

Sie ist jedoch nur ein möglicher Ausdruck narzisstischer Dynamik.

 

 

 

Narzissmus hat weniger nur ein Gesicht

 

Wer bei Narzissmus ausschließlich an eine laute, selbstbewusste und überhebliche Person denkt, sieht nur einen Teil des Spektrums.

Forschung unterscheidet unter anderem zwischen:

grandiosem Narzissmus

und

vulnerablem Narzissmus.

 

 

 

Grandioser Narzissmus

 

Grandiose Ausprägungen können stärker verbunden sein mit:

  • Selbstsicherheit
  • Dominanz
  • Extraversion
  • Selbstdarstellung
  • Überlegenheitsgefühl
  • Bewunderungsstreben

Diese Menschen können zunächst durchaus:

  • charismatisch
  • entschlossen
  • selbstbewusst
  • sozial gewandt

wirken.

Problematischer werden besonders jene Anteile, bei denen Anspruchsdenken, Abwertung und Rivalität stärker werden.

 

 

 

Vulnerabler Narzissmus

 

Vulnerable Ausprägungen können dagegen stärker verbunden sein mit:

  • Kränkbarkeit
  • Überempfindlichkeit gegenüber Bewertung
  • Unsicherheit
  • Rückzug
  • starker Selbstbezogenheit

Auch hier können Überlegenheitsfantasien oder Anspruchsdenken vorkommen.

Sie werden jedoch weniger immer offen nach außen getragen.

Ein Mensch muss deshalb weniger arrogant auftreten, um ausgeprägte narzisstische Merkmale zu haben.

 

 

 

Ist Arroganz nur versteckte Unsicherheit?

 

Dieser Satz wird häufig wiederholt:

„Arroganz ist nur Unsicherheit.“

So einfach ist es weniger.

Arrogantes Verhalten kann unterschiedliche psychologische Funktionen haben.

Bei manchen Menschen kann Unsicherheit eine Rolle spielen.

Andere erleben sich tatsächlich als überlegen.

Wieder andere nutzen Überlegenheit strategisch, um:

  • Status zu behaupten
  • Einfluss zu sichern
  • Konkurrenz abzuwehren

Aus dem sichtbaren Verhalten lässt sich weniger sicher auf das innere Motiv schließen.

 

 

 

Narzisstische Überlegenheit und Selbstwert

 

Auch hier lohnt sich Differenzierung.

Eine populäre Vorstellung lautet:

„Narzissten haben in Wahrheit alle ein extrem niedriges Selbstwertgefühl.“

Die Forschung zeigt ein komplexeres Bild.

Grandiose narzisstische Merkmale können durchaus mit relativ hohem berichteten Selbstwert verbunden sein.

Vulnerable und antagonistische Formen sind dagegen häufiger mit fragilerem Selbstwert, Kränkbarkeit und Unsicherheit verbunden.

Narzissmus lässt sich deshalb weniger mit einer einzigen Selbstwertformel erklären.

 

 

 

Überlegenheit als Ziel

 

Ein interessanter Gedanke der neueren Forschung lautet:

Bei narzisstischen Mustern kann das Erleben von Überlegenheit selbst eine wichtige Funktion haben.

Dann geht es nicht nur darum:

„Ich möchte gut sein.“

Sondern stärker:

„Ich möchte besser sein.“

Der Unterschied ist erheblich.

 

 

 

Leistung oder Rang?

 

Stell dir zwei Menschen vor.

Der erste denkt:

„Ich möchte meine Arbeit sehr gut machen.“

Der zweite:

„Ich möchte zeigen, dass ich besser bin als die anderen.“

Beide können ehrgeizig sein.

Doch die soziale Dynamik unterscheidet sich.

Beim zweiten Menschen wird der Vergleich mit anderen wesentlich wichtiger.

 

 

 

Bewunderung und Rivalität

 

Ein einflussreiches Modell der Narzissmusforschung unterscheidet zwei Strategien innerhalb grandiosen Narzissmus:

Admiration – Bewunderung gewinnen.

und

Rivalry – Rivalen abwerten oder zurückdrängen.

Das zugrunde liegende Ziel kann ähnlich sein:

ein grandioses Selbstbild aufrechterhalten.

Der Weg unterscheidet sich.

 

 

 

Strategie 1: Sich selbst größer machen

 

Bei der Bewunderungsstrategie stehen stärker im Mittelpunkt:

  • Selbstdarstellung
  • Charme
  • Leistung zeigen
  • positive Aufmerksamkeit
  • Einzigartigkeit

Die Botschaft lautet ungefähr:

„Schau, wie außergewöhnlich ich bin.“

 

 

Strategie 2: Andere kleiner machen

 

Bei stärker rivalitätsorientierten narzisstischen Mustern verändert sich die Strategie.

Dann geht es häufiger um:

  • Abwertung
  • Konkurrenz
  • Feindseligkeit
  • Statusverteidigung
  • Zurückschlagen bei Bedrohung

Die Botschaft lautet eher:

„Wenn du kleiner bist, bleibe ich größer.“

 

 

 

Genau hier wird Arroganz problematisch

 

Überheblichkeit allein kann bereits unangenehm sein.

Schwieriger wird es, wenn Überlegenheit durch Abwertung hergestellt wird.

Zum Beispiel:

„Das versteht hier ohnehin kaum jemand außer mir.“

„Mit solchen Leuten verschwende ich meine Zeit.“

„Wer meine Entscheidung kritisiert, hat offensichtlich keine Ahnung.“

Dann wird Arroganz zum Beziehungsmuster.

 

 

 

Arroganz kann kurzfristig wie Kompetenz wirken

 

Ein sehr selbstsicher auftretender Mensch wird manchmal zunächst als besonders kompetent eingeschätzt.

Er spricht:

  • klar
  • sicher
  • ohne sichtbare Zweifel

Das kann beeindrucken.

Doch Sicherheit der Darstellung und Qualität des Urteils sind weniger identisch.

Überzeugungskraft ist kein Beweis für Richtigkeit.

 

 

 

Besonders relevant in Führung

 

In Führungspositionen kann arrogantes Verhalten weitreichende Folgen haben.

Wenn eine Führungskraft regelmäßig vermittelt:

„Ich weiß es besser.“

lernen Mitarbeitende schnell.

Sie widersprechen weniger.

Sie bringen schlechtere Nachrichten später.

Sie sichern sich stärker ab.

Dadurch kann die Führungskraft immer weniger korrigierende Informationen erhalten.

 

 

 

Arroganz kann Realität filtern

 

Das ist ein erhebliches Führungsrisiko.

Die Führungskraft denkt möglicherweise:

„Niemand widerspricht meiner Einschätzung.“

und schließt daraus:

„Meine Einschätzung ist überzeugend.“

In Wirklichkeit kann das Umfeld gelernt haben:

„Widerspruch lohnt sich hier weniger.“

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

 

 

Arroganz und Hybris

 

Auch diese Begriffe sind weniger identisch.

Arroganz beschreibt stärker überhebliches Verhalten und eine Haltung von Überlegenheit.

Hybris geht weiter.

Dort kann Selbstüberschätzung so stark werden, dass:

  • Grenzen weniger wahrgenommen werden
  • Kritik kaum noch durchdringt
  • Risiken unterschätzt werden
  • Korrektur immer schwieriger wird

→ Hybris: Wenn Selbstvertrauen den Kontakt zur Realität verliert

 

 

 

Arroganz ist weniger Selbstvertrauen

 

Auch das wird häufig verwechselt.

Selbstvertrauen:

„Ich traue mir etwas zu.“

Arroganz:

„Ich stehe über anderen.“

Ein selbstsicherer Mensch braucht weniger permanente Hierarchie.

Er kann anerkennen:

„Diese Person weiß hier mehr als ich.“

ohne sich dadurch automatisch kleiner zu fühlen.

 

 

 

Gesunder Selbstwert braucht weniger Überlegenheit

 

Ein stabilerer Selbstwert kann bestehen, ohne ständig zu klären:

Bin ich besser?

erfolgreicher?

klüger?

attraktiver?

mächtiger?

Eigenwert braucht weniger permanente Rangordnung.

 

 

 

Warum Status so wichtig werden kann

 

Bei stärker narzisstischen Mustern kann sozialer Rang eine größere Bedeutung bekommen.

Status zeigt dann:

„Ich bin bedeutsam.“

Das kann sich beziehen auf:

  • Beruf
  • Geld
  • Einfluss
  • Aussehen
  • soziale Kontakte
  • Wissen
  • moralische Überlegenheit

Welche „Rangordnung“ entscheidend wird, unterscheidet sich.

 

 

 

Auch moralische Arroganz existiert

 

Überlegenheit muss weniger über Geld, Macht oder Karriere dargestellt werden.

Sie kann auch lauten:

„Ich bin der bessere Mensch.“

Dann dienen:

  • Moral
  • Hilfsbereitschaft
  • Wissen
  • spirituelle Entwicklung
  • politische Haltung

als Grundlage einer Überlegenheitserzählung.

Das Thema ist weniger, auf welcher Leiter jemand steht.

Interessant ist, wie wichtig es wird, über anderen zu stehen.

 

 

 

Ist Arroganz immer bewusst?

 

Weniger.

Menschen erleben ihr eigenes Verhalten häufig anders als ihr Umfeld.

Eine Person denkt:

„Ich bin einfach direkt.“

Andere erleben:

„Er behandelt uns von oben herab.“

Deshalb kann Feedback wertvoll sein.

 

 

 

Was passiert bei Kritik?

 

Hier zeigt sich oft ein wichtiger Unterschied.

Ein selbstbewusster Mensch kann denken:

„Das gefällt mir weniger. Vielleicht ist trotzdem etwas daran.“

Bei ausgeprägt narzisstischen Mustern kann Kritik stärker als Bedrohung des eigenen Status oder Selbstbilds erlebt werden.

Dann können Reaktionen entstehen wie:

  • Abwertung des Kritikers
  • Gegenangriff
  • Rechtfertigung
  • Rückzug
  • starke Kränkung

Auch hier gilt:

Eine unangenehme Reaktion auf Kritik beweist weniger Narzissmus.

 

 

 

Was ist mit „narzisstischer Kränkung“?

 

Der Begriff wird häufig verwendet, wenn ein stark positives Selbstbild durch Kritik, Zurückweisung, Niederlage oder Statusverlust infrage gestellt wird.

Die Reaktion kann emotional intensiv sein.

Wie sie sich zeigt, unterscheidet sich jedoch.

Der eine wird wütend.

Die andere zieht sich zurück.

Ein weiterer versucht, die eigene Überlegenheit besonders deutlich wiederherzustellen.

 

 

 

Warum Ursachen aus der Ferne schwer zu bestimmen sind

 

Die alte Fassung dieser Seite stellte verschiedene Kindheits- und Erziehungserfahrungen als mögliche Erklärung in den Mittelpunkt.

Solche Entwicklungsfaktoren werden tatsächlich erforscht.

Aus dem Verhalten eines konkreten Erwachsenen lässt sich jedoch weniger rückwärts rekonstruieren:

„So muss seine Kindheit gewesen sein.“

Persönlichkeitsentwicklung ist komplex.

Beteiligt sein können unter anderem:

  • Temperament
  • genetische Faktoren
  • Beziehungserfahrungen
  • Erziehung
  • soziale Umwelt
  • Entwicklung über die Lebensspanne

Eine attraktive Erklärung ist weniger automatisch die richtige Erklärung.

 

 

 

Muss ich verstehen, woher die Arroganz kommt?

 

Wenn du unter dem Verhalten eines anderen Menschen leidest, wird diese Frage schnell sehr wichtig.

Du möchtest verstehen:

„Warum macht dieser Mensch das?“

Verstehen kann helfen.

Für deinen Handlungsspielraum ist häufig eine andere Frage wichtiger:

„Was bedeutet dieses Verhalten für meinen Umgang mit der Person?“

 

 

 

Beobachte weniger das Etikett und stärker das Muster

 

Zum Beispiel:

  • Wie geht die Person mit Widerspruch um?
  • Kann sie eigene Fehler anerkennen?
  • Wie behandelt sie Menschen mit weniger Status?
  • Kann sie Leistungen anderer würdigen?
  • Respektiert sie Grenzen?
  • Übernimmt sie Verantwortung?

Diese Beobachtungen helfen dir häufig mehr als die Frage:

„Ist das ein Narzisst?“

 

 

 

Ein besonders aufschlussreicher Moment

 

Beobachte, wie jemand mit einer Person umgeht, von der er gerade wenig braucht.

Respekt hängt dann weniger von strategischem Nutzen ab.

Das kann viel über das tatsächliche Beziehungsmuster zeigen.

 

 

 

Im professionellen Umfeld

 

Arrogantes und stark narzisstisch geprägtes Verhalten kann im Beruf besondere Folgen haben.

Zum Beispiel:

  • Widerspruch wird erschwert.
  • Leistungen anderer werden vereinnahmt.
  • Informationen werden politisch gefiltert.
  • Konflikte werden zu Statuskämpfen.
  • Entscheidungen hängen stärker vom Ego einzelner Personen ab.

Dann geht es weniger darum, die Persönlichkeit des Gegenübers abschließend zu diagnostizieren.

Es geht darum, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn du privat betroffen bist

 

Auch in Partnerschaften, Familien und Freundschaften kann arrogantes oder narzisstisch geprägtes Verhalten stark belasten.

Dann können Fragen relevant werden wie:

  • Welche Grenzen brauche ich?
  • Welche Diskussionen lohnen sich noch?
  • Wie viel Nähe ist gut für mich?
  • Welche Erwartungen sind realistisch?

→ Hilfe im Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn die Folgen selbst zum Problem geworden sind

 

Wenn belastende Beziehungserfahrungen starke Ängste, Traumafolgen oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen haben, ist ein therapeutischer Rahmen passender.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Fünf Fragen zur Einschätzung

 

  1. Muss diese Person regelmäßig überlegen wirken?
  2. Kann sie anderen glaubwürdig Anerkennung geben?
  3. Was geschieht, wenn jemand widerspricht?
  4. Wie reagiert sie auf Fehler und Niederlagen?
  5. Bleibt Respekt bestehen, wenn jemand weniger Status oder Nutzen besitzt?

Diese Fragen sind weniger ein Narzissmus-Test.

Sie helfen, Verhalten genauer zu beobachten.

 

 

 

Und die entscheidende Frage für dich

 

Vielleicht wirst du nie zuverlässig wissen:

Warum braucht dieser Mensch so stark das Gefühl von Überlegenheit?

Du kannst jedoch entscheiden:

Wie viel Raum bekommt dieses Verhalten in meinem Leben?

Das ist häufig die wichtigere Frage.

 

 

 

Fazit: Arroganz kann zu Narzissmus gehören – sie beweist ihn weniger

 

Arroganz und Narzissmus überschneiden sich.

Besonders grandiose und antagonistische narzisstische Merkmale können mit Überlegenheitsgefühl, Anspruchsdenken und Abwertung anderer verbunden sein.

Doch:

Nicht jeder arrogante Mensch ist narzisstisch.

Nicht jeder narzisstisch geprägte Mensch wirkt offen arrogant.

Und aus arrogantem Verhalten lässt sich weniger sicher die persönliche Entwicklungsgeschichte ableiten.

Hilfreicher ist:

Beobachte Verhalten.

Achte auf wiederkehrende Muster.

Prüfe die Auswirkungen.

Und entscheide, was du für deinen eigenen Handlungsspielraum brauchst.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Mai 2026

Nimmt Narzissmus wirklich zu? Was die Forschung sagt

Nimmt Narzissmus wirklich zu? Was die Forschung sagt

Gibt es heute wirklich mehr Narzissten?
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Nimmt Narzissmus wirklich zu?

 

„Es gibt heute viel mehr Narzissten als früher.“

Diesen Satz höre ich häufig.

Und auf den ersten Blick scheint einiges dafürzusprechen.

Selbstdarstellung ist allgegenwärtig.

Soziale Medien belohnen Sichtbarkeit.

Menschen bauen persönliche Marken auf.

Status wird öffentlich inszeniert.

Der Begriff „Narzissmus“ begegnet uns überall.

Doch daraus folgt weniger automatisch:

Die Menschen sind tatsächlich narzisstischer geworden.

Was sagt die Forschung?

 

 

 

Die kurze Antwort

 

Für eine allgemeine „Narzissmus-Epidemie“ gibt es derzeit wenig überzeugende Belege.

Einige ältere Untersuchungen berichteten steigende narzisstische Persönlichkeitsmerkmale.

Spätere und umfangreichere Untersuchungen fanden dagegen:

  • keine Zunahme
  • teilweise sogar rückläufige Werte
  • deutliche Altersunterschiede

Die einfache Behauptung:

„Unsere Gesellschaft wird immer narzisstischer.“

ist wissenschaftlich deshalb zu stark.

 

 

 

Warum wurde überhaupt von einer „Narzissmus-Epidemie“ gesprochen?

 

Besonders bekannt wurden Untersuchungen von Jean Twenge und Kolleginnen und Kollegen.

Eine 2008 veröffentlichte Meta-Analyse untersuchte Daten amerikanischer College-Studierender zwischen 1979 und 2006.

Gemessen wurde mit dem Narcissistic Personality Inventory, kurz NPI.

Die Forschenden fanden im untersuchten Zeitraum steigende Durchschnittswerte.

Das trug stark zur Vorstellung bei:

Jüngere Generationen werden zunehmend narzisstisch.

 

 

 

Dann begann die wissenschaftliche Debatte

 

Andere Forschende kamen zu anderen Ergebnissen.

Sie wiesen unter anderem darauf hin:

  • Stichproben unterschieden sich.
  • Messinstrumente erfassen weniger dasselbe wie eine klinische Persönlichkeitsstörung.
  • Alterseffekte können mit Generationseffekten verwechselt werden.
  • einzelne NPI-Fragen können sich über Jahrzehnte in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung verändern.

Eine große Studie, die US-Studierende aus den 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahren miteinander verglich, fand nach Berücksichtigung solcher Messeffekte sogar einen kleinen Rückgang der Narzissmuswerte.

 

 

 

Die bisher umfassendste Auswertung spricht gegen eine Epidemie

 

2024 erschien eine besonders große Meta-Analyse.

Ausgewertet wurden mehr als:

1.100 Studien

mit insgesamt über:

500.000 Teilnehmenden.

Die Daten umfassten den Zeitraum von 1982 bis 2023.

Das Ergebnis:

Die durchschnittlichen selbstberichteten Narzissmuswerte stiegen weniger an.

Über den gesamten Zeitraum zeigten sie insgesamt eher eine sinkende Entwicklung.

Die Autoren fanden damit keine Unterstützung für die Vorstellung einer allgemeinen Narzissmus-Epidemie.

 

 

 

Bedeutet das, Narzissmus nehme definitiv ab?

 

Auch das wäre mir zu eindeutig.

Forschung zu gesellschaftlichen Entwicklungen ist anspruchsvoll.

Unterschiedliche Studien verwenden:

  • unterschiedliche Stichproben
  • unterschiedliche Länder
  • unterschiedliche Messinstrumente
  • unterschiedliche Definitionen

Deshalb würde ich weniger sagen:

„Narzissmus nimmt ab.“

Sondern:

Die derzeitige Forschung liefert keine überzeugende Grundlage für die pauschale Behauptung, Narzissmus nehme gesellschaftlich ständig zu.

 

 

 

Narzissmus ist weniger dasselbe wie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung

 

Dieser Unterschied ist zentral.

Psychologische Forschung kann narzisstische Persönlichkeitsmerkmale messen.

Zum Beispiel:

  • Grandiosität
  • Anspruchsdenken
  • Statusorientierung
  • Bewunderungsbedürfnis

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist dagegen eine klinische Diagnose.

Hohe Werte auf einem Persönlichkeitsfragebogen bedeuten weniger automatisch eine Persönlichkeitsstörung.

 

 

 

Wissen wir, ob es heute mehr narzisstische Persönlichkeitsstörungen gibt?

 

Hier ist die Datenlage noch schwieriger.

Studien zur Häufigkeit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung kommen je nach:

  • Untersuchungsmethode
  • Population
  • Diagnoseverfahren

zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Es gibt weniger eine gute langfristige Datenbasis, aus der sich zuverlässig ableiten ließe:

„Die narzisstische Persönlichkeitsstörung nimmt kontinuierlich zu.“

Solche Aussagen sollten deshalb mit Vorsicht behandelt werden.

 

 

 

Warum wirkt es trotzdem so, als gäbe es immer mehr Narzissten?

 

Das finde ich wesentlich interessanter.

Es gibt mehrere mögliche Erklärungen.

 

 

1. Wir sprechen wesentlich häufiger über Narzissmus

 

Vor einigen Jahren gehörten Begriffe wie:

  • Gaslighting
  • Love Bombing
  • Future Faking
  • narcissistic abuse
  • Covert Narcissism

weniger zum allgemeinen Sprachgebrauch.

Heute begegnen sie täglich in:

  • sozialen Medien
  • Podcasts
  • Videos
  • Ratgebern

Mehr Aufmerksamkeit für ein Phänomen kann leicht den Eindruck erzeugen, das Phänomen selbst nehme zu.

 

 

2. Der Begriff wird wesentlich breiter verwendet

 

„Narzisst“ bezeichnet im Alltag inzwischen sehr unterschiedliche Menschen.

Zum Beispiel jemanden, der:

  • egoistisch handelt
  • viel über sich spricht
  • sich schlecht trennt
  • wenig Empathie zeigt
  • dominant auftritt
  • andere manipuliert

Einige dieser Verhaltensweisen können mit narzisstischen Mustern zusammenhängen.

Sie beweisen jedoch weniger eine Persönlichkeitsstörung.

Je weiter der Begriff verwendet wird, desto mehr „Narzissten“ scheinen plötzlich überall aufzutauchen.

 

 

3. Soziale Medien machen Selbstdarstellung sichtbarer

 

Instagram, LinkedIn, TikTok und andere Plattformen schaffen permanente Möglichkeiten zur Selbstdarstellung.

Menschen zeigen:

  • Erfolge
  • Aussehen
  • Status
  • Reisen
  • Karriere
  • Meinungen

Das kann narzisstisch wirken.

Doch Selbstdarstellung allein ist weniger Narzissmus.

Die Plattformen schaffen zugleich Anreize für Verhalten, das besonders sichtbar ist.

Wir sehen heute schlicht wesentlich mehr Selbstdarstellung als früher.

 

 

4. Sichtbares Verhalten wird algorithmisch verstärkt

 

Zurückhaltendes Verhalten erzeugt häufig weniger Aufmerksamkeit.

Provokation.

Selbstinszenierung.

Extreme Aussagen.

Statussignale.

Sie können deutlich sichtbarer werden.

Dadurch entsteht möglicherweise ein Wahrnehmungseffekt:

Das Auffällige wirkt häufiger, als es tatsächlich ist.

 

 

5. Wir treffen online viel mehr Menschen

 

Früher war das soziale Umfeld begrenzter.

Heute begegnen dir an einem einzigen Tag möglicherweise hunderte Menschen digital.

Natürlich erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit, auf auffälliges Verhalten zu stoßen.

Mehr beobachtete Fälle bedeuten weniger automatisch eine höhere Quote in der Bevölkerung.

 

 

6. Jüngere Menschen zeigen durchschnittlich mehr narzisstische Merkmale

 

Das ist für die Generationsdebatte besonders wichtig.

Jüngere Erwachsene schneiden bei verschiedenen Narzissmusmaßen im Durchschnitt häufig höher ab als ältere.

Das kann schnell zu der Schlussfolgerung führen:

„Die neue Generation ist narzisstischer.“

Doch möglicherweise beobachten wir weniger eine Generation als eine Lebensphase.

 

 

 

Narzissmus verändert sich mit dem Alter

 

Langzeitstudien liefern hier einen wichtigen Hinweis.

Narzisstische Merkmale nehmen im Durchschnitt über die Lebensspanne eher ab.

Das bedeutet:

Ein 20-Jähriger und ein 60-Jähriger unterscheiden sich möglicherweise weniger deshalb, weil sie verschiedenen Generationen angehören.

Sie befinden sich auch in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.

Eine große Meta-Analyse longitudinaler Untersuchungen bestätigt diese durchschnittliche Abnahme über die Lebensspanne.

 

 

 

„Die Jugend von heute“ ist ein altes Thema

 

Fast jede Generation betrachtet die nachfolgende kritisch.

Jüngere Menschen erscheinen:

  • selbstbezogener
  • weniger angepasst
  • anspruchsvoller
  • überzeugter von sich

Ein Teil davon kann Entwicklung sein.

Deshalb braucht es besondere Vorsicht, Altersunterschiede zu Generationseigenschaften umzudeuten.

 

 

 

Was misst der Narcissistic Personality Inventory überhaupt?

 

Der NPI gehört zu den bekanntesten Instrumenten der Narzissmusforschung.

Er wurde insbesondere entwickelt, um grandiosere beziehungsweise agentische Formen narzisstischer Merkmale in nichtklinischen Populationen zu erfassen.

Er enthält Aspekte wie:

  • Führungsanspruch
  • Selbstsicherheit
  • Grandiosität
  • Anspruchsdenken

Das ist wichtig, weil einige dieser Eigenschaften weniger ausschließlich negativ sind.

Selbstsicherheit oder Führungsorientierung können auch funktionale Aspekte enthalten.

Ein gesellschaftlicher Anstieg eines Fragebogenwertes wäre deshalb weniger automatisch ein Anstieg pathologischen Narzissmus.

 

 

 

Es gibt weniger „den Narzissmus“

 

Moderne Forschung unterscheidet unterschiedliche Facetten.

Zum Beispiel:

  • agentischen Narzissmus
  • antagonistischen Narzissmus
  • vulnerable beziehungsweise neurotische Aspekte

Diese Facetten können sich unterschiedlich entwickeln und unterschiedliche Auswirkungen haben.

Darum wird die einfache Frage:

„Nimmt Narzissmus zu?“

schon methodisch schwieriger, als sie klingt.

 

 

 

Was ist mit Individualismus?

 

Westliche Gesellschaften sind in vielen Bereichen individualistischer geworden.

Menschen legen größeren Wert auf:

  • Selbstverwirklichung
  • Autonomie
  • persönliche Ziele
  • individuelle Identität

Auch das wird gelegentlich mit Narzissmus gleichgesetzt.

Doch:

Individualismus und Narzissmus sind weniger dasselbe.

Ein Mensch kann sehr autonom leben und gleichzeitig empathisch, kooperativ und verantwortungsvoll sein.

 

 

 

Selbstbewusstsein ist weniger Narzissmus

 

Auch selbstbewusstes Auftreten wird schnell falsch eingeordnet.

Jemand kann:

  • klar auftreten
  • eigene Bedürfnisse vertreten
  • Erfolge nennen
  • Grenzen setzen
  • sichtbar sein

ohne deswegen stark narzisstisch zu sein.

Selbstwert und Selbstüberhöhung sind unterschiedliche Dinge.

 

 

 

Und Selbstmarketing?

 

Moderne Arbeitswelten fördern persönliche Sichtbarkeit.

Menschen sollen:

  • sich positionieren
  • Netzwerke bilden
  • ihre Erfolge darstellen
  • eine persönliche Marke entwickeln

Das kann nach außen narzisstischer wirken als frühere Formen beruflicher Kommunikation.

Auch hier gilt:

Veränderte Kommunikationsnormen sind weniger automatisch veränderte Persönlichkeiten.

 

 

 

Warum die Epidemie-Erzählung trotzdem attraktiv ist

 

Sie erklärt vieles sehr einfach.

Schwierige Führungskraft?

Narzisst.

Egoistischer Ex-Partner?

Narzisst.

Selbstdarstellung auf Instagram?

Narzissmus.

Politische Polarisierung?

Narzisstische Gesellschaft.

Solche Erklärungen wirken klar.

Die Wirklichkeit ist häufig komplexer.

 

 

 

Eine gesellschaftliche Diagnose ist schnell gestellt

 

Wir sollten dabei denselben Maßstab anwenden wie bei einzelnen Menschen.

Weniger:

„Die Gesellschaft ist narzisstisch.“

Mehr:

„Welche konkreten Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Anreize beobachten wir?“

Das führt zu besseren Fragen.

 

 

 

Vielleicht belohnen bestimmte Systeme narzisstisches Verhalten

 

Das ist eine andere These.

Und sie ist wesentlich interessanter.

Bestimmte Umfelder können Eigenschaften belohnen wie:

  • starke Selbstdarstellung
  • Dominanz
  • Statusstreben
  • hohes Selbstvertrauen
  • Risikobereitschaft

Das bedeutet weniger, dass die gesamte Bevölkerung narzisstischer wird.

Es könnte bedeuten:

Bestimmte Verhaltensweisen werden in bestimmten Kontexten besonders sichtbar oder erfolgreich.

 

 

 

Narzissmus und Führung

 

Auch in Führung ist Differenzierung wichtig.

Narzisstische Eigenschaften können zunächst durchaus attraktiv wirken.

Zum Beispiel:

  • Selbstsicherheit
  • Charisma
  • Vision
  • Dominanz

Problematisch werden stärker antagonistische Muster.

Zum Beispiel:

  • Anspruchsdenken
  • Abwertung
  • Ausbeutung
  • geringe Korrekturfähigkeit
  • starkes Bedürfnis nach Bewunderung

Deshalb hilft auch hier weniger das Etikett als die Betrachtung konkreten Verhaltens.

 

 

 

Sehen wir heute vielleicht besser hin?

 

Das wäre eine weitere Erklärung.

Menschen sprechen heute offener über:

  • emotionale Manipulation
  • psychische Gewalt
  • problematische Beziehungsmuster
  • Grenzverletzungen

Dadurch werden Verhaltensweisen sichtbar, die früher möglicherweise:

  • normalisiert
  • verschwiegen
  • anders benannt

wurden.

Mehr Wahrnehmung ist weniger automatisch mehr Vorkommen.

 

 

 

Der Begriff Narzissmus hilft – und kann gleichzeitig schaden

 

Er kann Menschen helfen, wiederkehrende Muster zu verstehen.

Er kann Sprache für Erfahrungen liefern.

Problematisch wird er, wenn jede schwierige Person damit erklärt wird.

Dann verschwinden Unterschiede zwischen:

  • Egoismus
  • Unsicherheit
  • Konfliktverhalten
  • Dominanz
  • Manipulation
  • narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen
  • narzisstischer Persönlichkeitsstörung

 

 

 

Für deinen Umgang ist eine andere Frage oft wichtiger

 

Vielleicht weißt du weniger sicher:

„Ist diese Person wirklich narzisstisch?“

Du kannst jedoch beobachten:

  • Werden deine Grenzen respektiert?
  • Kann Verantwortung übernommen werden?
  • Ist Widerspruch möglich?
  • Werden Vereinbarungen eingehalten?
  • Wird deine Wahrnehmung regelmäßig umgedeutet?
  • Ist eine faire Konfliktklärung möglich?

Für deine Entscheidungen können diese Fragen wesentlich hilfreicher sein als die gesellschaftliche Häufigkeit von Narzissmus.

 

 

 

Mehr Narzissten oder mehr Aufmerksamkeit für Narzissmus?

 

Mein derzeitiges Fazit lautet:

Wir haben gute Gründe anzunehmen, dass heute wesentlich mehr über Narzissmus gesprochen wird.

Wir haben weniger gute Gründe für die pauschale Behauptung:

„Es gibt immer mehr Narzissten.“

Die bisher umfangreichste Forschung zu langfristigen Veränderungen narzisstischer Persönlichkeitsmerkmale liefert dafür gerade keine Unterstützung.

 

 

 

Was wir seriös sagen können

 

  • Narzisstische Merkmale unterscheiden sich zwischen Menschen.
  • Sie verändern sich im Durchschnitt über die Lebensspanne.
  • Jüngere Menschen weisen durchschnittlich höhere Werte auf als ältere.
  • Studien zu Generationseffekten kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
  • Neuere umfangreiche Meta-Analysen sprechen gegen eine allgemeine Narzissmus-Epidemie.
  • Narzisstische Persönlichkeitsmerkmale und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sind weniger dasselbe.

 

 

 

Was wir weniger seriös behaupten sollten

 

Zum Beispiel:

„Social Media macht uns alle zu Narzissten.“

„Generation X, Y oder Z ist narzisstischer.“

„Heute gibt es wesentlich mehr narzisstische Persönlichkeitsstörungen.“

„Unsere gesamte Gesellschaft ist narzisstisch geworden.“

Solche Aussagen benötigen deutlich mehr Belege, als häufig angeboten werden.

 

 

 

Vielleicht ist die bessere Frage eine andere

 

Weniger:

„Wie viele Narzissten gibt es?“

Mehr:

„Welche Verhaltensweisen belohnen wir?“

Fördern unsere Systeme:

  • Kooperation oder Selbstdarstellung?
  • Verantwortung oder Schuldverschiebung?
  • Korrekturfähigkeit oder Selbstgewissheit?
  • Substanz oder Aufmerksamkeit?

Damit verlassen wir die spekulative Gesellschaftsdiagnose.

Und kommen zu Fragen, auf die wir tatsächlich Einfluss haben.

 

 

 

Wenn du selbst mit narzisstisch geprägtem Verhalten zu tun hast

 

Für deinen persönlichen Umgang ist weniger entscheidend, ob die gesellschaftliche Narzissmusrate steigt oder fällt.

Entscheidend ist:

Was geschieht in deiner konkreten Beziehung?

Welche Auswirkungen hat das auf dich?

Welche Grenzen und Entscheidungen sind sinnvoll?

Auf meiner Übersichtsseite findest du Informationen zum privaten und beruflichen Umgang mit narzisstisch geprägten Personen.

→ Hilfe im Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn psychische Folgen im Vordergrund stehen

 

Wenn belastende Beziehungserfahrungen starke Ängste, Traumafolgen oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen haben, ist ein therapeutischer Rahmen passend.

Meine therapeutischen Angebote findest du organisatorisch getrennt auf:

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Fazit: Vorsicht mit der Narzissmus-Epidemie

 

Die Vorstellung klingt plausibel:

Social Media.

Selbstinszenierung.

Individualismus.

Persönliche Marken.

Also:

immer mehr Narzissmus.

Die Forschung erzählt eine differenziertere Geschichte.

Einige ältere Studien fanden steigende Werte.

Andere konnten diesen Trend weniger bestätigen.

Die bisher umfangreichste Meta-Analyse findet über mehrere Jahrzehnte sogar eher sinkende Werte.

Deshalb würde ich heute weniger fragen:

„Warum gibt es immer mehr Narzissten?“

Sondern:

„Warum nehmen wir Narzissmus heute stärker wahr – und welche konkreten Verhaltensweisen sollten uns tatsächlich interessieren?“

Diese Frage führt aus meiner Sicht deutlich weiter.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Man kann einen narzisstischen Menschen daran erkennen, dass er äußerst empfindlich auf jede Kritik reagiert. Erich Fromm,

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2013
Überarbeitung: 12. April 2026

Mitleid mit Narzissten?

Mitleid mit Narzissten

Artikel zum Themenbereich Narzissmus
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Mitleid mit Narzissten?

 

An einigen Stellen setze ich mich für Menschen ein, die unter narzisstischen Persönlichkeiten leiden. So werde ich häufiger gefragt, ob ich kein Mitleid mit Narzissten habe. Hier meine Antwort.

Wie steht es mit dem Mitleid für Narzissten?

 

In Beiträgen, Vorträgen, im Coaching, in der Therapie und sogar der Beratung von Unternehmen setze ich mich für Menschen ein, die unter Narzissten leiden. So werde ich häufiger gefragt — mitunter sogar angefeindet —, ob ich kein Mitleid mit Narzissten habe.

 

 

 

Achtung

 

Achtung: Dieser Artikel gilt nicht der Diagnostik pathologischer Narzissten, sondern dem Ziel, fiesen Zeitgenossen aus dem Weg zu gehen und sich nicht ausnutzen zu lassen. Zur Vereinfachung nenne ich Menschen mit deutlichen narzisstischen Tendenzen — ob Frauen oder Männer — an dieser Stelle Narzissten.

 

 

 

Nicht so einfach

 

Schon die Aufzählung von typischen Eigenschaften narzisstischer Persönlichkeiten macht es nicht gerade leicht Mitleid mit Narzissten und Narzisstinnen zu haben.

Narzissten hinterlassen zu häufig einen Scherbenhaufen. Narzissten sind berechnend und nachtragend, sie sind arrogant und vermitteln dem Umfeld Unterlegenheit. Ihre Devise ist oft „Ohne Rücksicht auf Verluste!“, ihre dreiste Behauptung: „Ich verteidige mich nur, auch wenn ich angreife!“. Sie hören nicht zu oder nur, wenn sie sich einen Vorteil davon erhoffen. Sie wissen alles besser, täuschen, schummeln, manipulieren, inszenieren sich bei Bedarf als Opfer und die eigentlichen Opfer als Täter. Narzissten sind undankbar, wer ihre Göttlichkeit nicht anerkennt, beweist so nur eigene Dummheit. Sie leben auf großem Fuß, selbst wenn die Taschen leer sind, einschränken sollen sich die anderen. Es sind Blender und hinter der Fassade wird es enttäuschend. Sie erwarten Loyalität, ohne selbst welche zu gewähren. Moral ist nur wichtig im Hinblick darauf nicht erwischt zu werden. Narzissten sind sogar stolz darauf, wenn es ihnen gelingt, mit bedenklichem Verhalten durchzukommen. Ich, ich, ich. Eitelkeit ist üblich. Kritik wird üppig verteilt, doch selbst nicht angenommen. Sie betrachten Menschen, die sich an Regeln halten, als dumm. Mit Macht versehen, entpuppen sie sich als Tyrannen. Ich könnte noch eine Weile darüber sprechen, welchen Schaden narzisstische Persönlichkeiten anrichten können. Und das tun sie sehr häufig.

Täglich habe ich es mit Betroffenen zu tun und es ist schmerzhaft zuzuhören. Lebenspartner, Geschäftspartner, Investoren, Mitarbeiter, … viele können ein Lied davon singen, wie viel Leid Narzissten erzeugen können.

 

 

 

Mitleid mit Narzissten

 

Durchatmen: Als Therapeut und mitfühlender Mensch tun mir Narzissten leid. Narzissten führen kein glückliches Leben, ihre Geltungssucht ist ein Gefängnis, aus dem sie nicht flüchten können. Es ist eine Strafe auf Lebenszeit, Narzissmus ist nicht heilbar. Doch als Therapeut fühle ich mich nicht berufen, mit Narzissten zu arbeiten, ich habe nicht den Eindruck als wenn das gewünscht und irgendwie lohnenswert ist. Also mögen sich andere Therapeuten dem annehmen.

 

 

 

Entscheidung

 

Die Menschen, mit denen ich es zu tun habe, sind häufig durch Narzissten in unangenehme Situationen gebracht worden. Und diese Menschen unterstütze ich, weil sie es gebrauchen und annehmen können.

Video

Mitleid mit Narzissten ist eine Falle | #narzissmus

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Umfrageergebnis

 

Personen mit narzistischen Tendenzen

 

%

... können zur Belastung werden.

%

... kenne ich nicht.

%

... stören mich nicht.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de  (2017, n= 1117)

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was halten Sie von diesen Überlegungen und welche Erfahrungen haben Sie mit Narzissten gemacht?

Woran Sie Narzissten erkennen: „Ich habe gelitten, auch Christus hat gelitten. Aber jetzt geht es mir wieder gut.“

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2013
Überarbeitung: 12. April 2021
AN: #349
Ü:
K:

Profilierungssucht: Wenn Sichtbarkeit zum Selbstzweck wird

Profilierungssucht: Wenn Sichtbarkeit zum Selbstzweck wird

Umgang mit Profilierungssucht
Profilierungssucht

Profilierungssucht: Wenn Sichtbarkeit zum Selbstzweck wird

 

Sichtbar sein ist weniger das Problem.

Menschen möchten wahrgenommen werden.

Sie möchten Anerkennung bekommen.

Sie möchten Einfluss haben.

Und im beruflichen Kontext ist es oft sinnvoll, die eigene Leistung sichtbar zu machen.

Interessant wird es dort, wo Sichtbarkeit immer wichtiger wird.

Wo aus:

„Ich möchte etwas beitragen.“

zunehmend wird:

„Ich möchte gesehen werden.“

Umgangssprachlich sprechen Menschen dann manchmal von Profilierungssucht.

 

 

 

Was bedeutet Profilierungssucht?

 

Der Begriff ist weniger eine klinische Diagnose.

Er beschreibt umgangssprachlich ein Verhalten, bei dem ein Mensch besonders stark danach strebt:

  • Aufmerksamkeit zu bekommen
  • Status zu zeigen
  • überlegen zu wirken
  • Leistungen sichtbar zu machen
  • sich von anderen abzuheben

Das allein macht noch weniger ein Problem.

Menschen unterscheiden sich darin, wie wichtig ihnen Status, Anerkennung und Sichtbarkeit sind.

Relevant wird die Frage:

Wie stark bestimmt dieses Bedürfnis das Verhalten?

 

 

 

Profil zeigen ist weniger Profilierungssucht

 

Gerade im Beruf ist Profil wichtig.

Menschen sollen wissen:

  • wofür du stehst
  • was du kannst
  • welche Verantwortung du übernimmst
  • welchen Beitrag du leisten kannst

Das ist Selbstpositionierung.

Profilierung beginnt dort zu kippen, wo die eigene Bedeutung ständig hergestellt oder verteidigt werden muss.

Ein klares Profil braucht weniger permanentes Rampenlicht.

 

 

 

Woran kann übermäßiges Profilierungsverhalten erkennbar werden?

 

Ein einzelnes Verhalten sagt wenig.

Interessant sind wiederkehrende Muster.

Zum Beispiel:

  • Gespräche werden häufig auf die eigene Person gezogen.
  • Erfolge anderer werden relativiert.
  • eigene Leistungen werden besonders hervorgehoben.
  • Statussymbole bekommen große Bedeutung.
  • Widerspruch wird schnell persönlich genommen.
  • Aufmerksamkeit wird aktiv gesucht.
  • Bescheidenheit wird vor allem inszeniert.

Entscheidend ist weniger das einzelne Auftreten.

Entscheidend ist das Muster dahinter.

 

 

 

Warum Menschen sich profilieren möchten

 

Es wäre zu einfach, jedes Profilierungsverhalten mit Unsicherheit zu erklären.

Mögliche Motive können sehr unterschiedlich sein.

Zum Beispiel:

  • Status
  • Anerkennung
  • Wettbewerb
  • Einfluss
  • Karriere
  • Zugehörigkeit
  • Selbstwertregulation

Manche Menschen genießen Sichtbarkeit.

Andere erleben sie als notwendig, um nicht übersehen zu werden.

Wieder andere verbinden Status stark mit persönlichem Wert.

Das sichtbare Verhalten kann ähnlich aussehen.

Die Motive dahinter können sehr verschieden sein.

 

 

 

Statusstreben ist weniger automatisch problematisch

 

Status ist in sozialen Gruppen real.

Er kann bedeuten:

  • Einfluss
  • Anerkennung
  • Respekt
  • Zugang zu Ressourcen
  • größere Gestaltungsmöglichkeiten

Deshalb wäre es wenig realistisch zu behaupten:

„Status sollte einem vollkommen egal sein.“

Die interessantere Frage lautet:

Was bin ich bereit für Status zu tun?

 

 

 

Wenn Anerkennung zum Treibstoff wird

 

Problematisch kann es werden, wenn Anerkennung weniger als angenehme Rückmeldung erlebt wird und stärker zur inneren Notwendigkeit wird.

Dann reicht eine gute Leistung weniger.

Sie muss:

gesehen werden.

anerkannt werden.

bestätigt werden.

Vielleicht sogar bewundert werden.

Die Leistung dient dann zunehmend auch der Regulation des eigenen Selbstwerts.

 

 

 

Die Jagd nach Anerkennung

 

Eine solche Dynamik kann sehr leistungsfähig machen.

Menschen arbeiten viel.

Sie setzen sich hohe Ziele.

Sie investieren enorme Energie.

Von außen kann das ausgesprochen erfolgreich wirken.

Und trotzdem entsteht innerlich wenig Sättigung.

Der nächste Erfolg muss folgen.

Die nächste Anerkennung.

Die nächste Bestätigung.

Was von außen wie Ehrgeiz aussieht, kann sich innerlich wie permanenter Druck anfühlen.

 

 

 

Profilierung im Gespräch

 

Manchmal zeigt sich das Muster weniger in großen Gesten.

Es zeigt sich im Gespräch.

Zum Beispiel:

  • Ein Thema wird regelmäßig zur eigenen Erfolgsgeschichte umgebaut.
  • Erfahrungen anderer werden mit einer eigenen größeren Erfahrung beantwortet.
  • Gespräche werden genutzt, um Kompetenz zu demonstrieren.
  • Wissen wird eingesetzt, um Rang herzustellen.

Dann verändert sich die Qualität des Gesprächs.

Aus Austausch wird Positionierung.

 

 

 

Die subtilere Variante: versteckte Profilierung

 

Profilierung muss weniger laut sein.

Sie kann sehr elegant daherkommen.

Zum Beispiel:

„Ich möchte das eigentlich gar nicht erwähnen, doch …“

Oder:

„Das war für mich ja nichts Besonderes …“

und anschließend folgt eine besonders beeindruckende Leistung.

Diese Form wird häufig als Humblebragging beschrieben.

Bescheidenheit dient dann als Verpackung für Selbstpromotion.

 

 

 

Warum direkte Aussagen oft besser wirken

 

Wenn eine Leistung relevant ist, darf sie genannt werden.

Zum Beispiel:

„Ich habe dieses Projekt geleitet.“

Das ist klar.

Es braucht weniger:

„Es ist mir fast unangenehm zu sagen, dass ich damals überraschenderweise die Gesamtverantwortung übertragen bekommen habe …“

Klarheit wirkt häufig glaubwürdiger als inszenierte Bescheidenheit.

 

 

 

Profilierung und Selbstbeweihräucherung

 

Die Begriffe überschneiden sich.

Sie beschreiben jedoch weniger dasselbe.

Selbstbeweihräucherung beschreibt vor allem übertriebenes Eigenlob.

Profilierungsverhalten kann weiter reichen.

Es kann sich auch zeigen durch:

  • Statuskämpfe
  • Wettbewerb
  • Abwertung anderer
  • Dominanz
  • strategische Sichtbarkeit

→ Selbstbeweihräucherung: Wann Selbstmarketing kippt

 

 

 

Profilierung durch Abwertung

 

Eine problematische Form lautet:

Ich mache mich größer, indem ich andere kleiner mache.

Zum Beispiel:

„Das hätte ich wesentlich besser gemacht.“

„Das Niveau ist hier ohnehin nicht besonders hoch.“

„Ich bin offenbar der Einzige, der das versteht.“

Solche Aussagen können kurzfristig Überlegenheit signalisieren.

Langfristig beschädigen sie häufig Vertrauen und Zusammenarbeit.

 

 

 

Kompetenz braucht weniger Abwertung

 

Ein kompetenter Mensch darf klar sagen:

„Ich sehe das anders.“

Oder:

„Ich halte diesen Ansatz aus folgenden Gründen für riskant.“

Das ist weniger Profilierung.

Entscheidend ist:

Geht es um die Sache – oder um Rang?

 

 

 

Profilierung in Meetings

 

Meetings sind ein interessantes Beobachtungsfeld.

Wer:

  • spricht besonders lange?
  • unterbricht?
  • wiederholt bereits Gesagtes mit eigenen Worten?
  • reklamiert Ideen später für sich?
  • spricht besonders dann, wenn ranghöhere Personen anwesend sind?

Natürlich kann jedes dieser Verhalten auch andere Gründe haben.

Im Muster zeigen sie jedoch manchmal, dass Sichtbarkeit wichtiger wird als Beitrag.

 

 

 

Eine einfache Meeting-Frage

 

Bevor du sprichst, frag:

„Verbessert mein Beitrag gerade die Entscheidung oder nur meine Sichtbarkeit?“

Manchmal lautet die Antwort:

beides.

Das ist weniger automatisch problematisch.

Interessant wird es, wenn dauerhaft nur die zweite Antwort übrig bleibt.

 

 

 

Profilierung in Führung

 

Bei Führungskräften hat das Thema besondere Bedeutung.

Denn Führung bietet automatisch:

  • Sichtbarkeit
  • Status
  • Einfluss
  • Entscheidungsmacht

Wenn diese Aspekte zum zentralen Motiv werden, kann sich Führungsverhalten verändern.

Dann wird beispielsweise:

  • Erfolg stärker personalisiert
  • Verantwortung für Fehler stärker verteilt
  • Widerspruch als Statusproblem erlebt
  • Aufmerksamkeit stärker kontrolliert

 

 

 

Gute Führung braucht weniger den Mittelpunkt

 

Eine Führungskraft muss sichtbar sein.

Sie muss Orientierung geben.

Sie muss Entscheidungen vertreten.

Doch gute Führung besteht weniger darin, selbst in jeder Situation die Hauptfigur zu sein.

Sie macht auch andere sichtbar.

Sie gibt:

  • Anerkennung
  • Verantwortung
  • Bühne
  • Entscheidungsspielraum

 

 

 

Wer bekommt den Erfolg?

 

Eine aufschlussreiche Frage lautet:

Wie verteilst du Anerkennung?

Bei Erfolg:

„Ich habe entschieden …“

Bei Problemen:

„Das Team hat …“

Wenn dieses Muster häufiger auftaucht, lohnt sich Selbstreflexion.

Starke Führung kann sagen:

„Das war unser Erfolg.“

und gleichzeitig den eigenen Beitrag klar benennen.

 

 

 

Executive Presence ist weniger Profilierung

 

Gerade bei größerer Verantwortung entsteht schnell die Vorstellung:

„Ich muss meine Bedeutung sichtbar machen.“

Das kann zu übermäßiger Präsenz führen.

Executive Presence funktioniert anders.

Sie zeigt sich beispielsweise in:

  • Klarheit
  • Orientierung
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Ruhe
  • Zuhören
  • präziser Kommunikation

Autorität braucht weniger permanente Selbstdarstellung.

→ Executive Presence

 

 

 

Profilierung und Unsicherheit

 

Profilierungsverhalten wird häufig vorschnell mit Unsicherheit erklärt.

Das kann zutreffen.

Es muss weniger.

Manche Menschen verfügen über hohes Selbstvertrauen und zugleich ein starkes Statusmotiv.

Andere kompensieren Unsicherheit über Sichtbarkeit.

Wieder andere haben gelernt, dass beruflicher Erfolg starke Selbstdarstellung belohnt.

Aus dem Verhalten allein lässt sich weniger zuverlässig auf das Motiv schließen.

 

 

 

Deshalb weniger Ferndiagnosen

 

Ein Mensch redet viel über sich.

Das macht ihn weniger automatisch narzisstisch.

Eine Führungskraft sucht Sichtbarkeit.

Das beweist weniger eine Persönlichkeitsstörung.

Interessanter sind:

  • konkretes Verhalten
  • wiederkehrende Muster
  • Auswirkungen auf andere
  • Konsequenzen für Entscheidungen und Zusammenarbeit

Verhalten lässt sich beobachten.

Diagnosen brauchen einen anderen Rahmen.

 

 

 

Profilierung in sozialen Medien

 

Soziale Medien belohnen Sichtbarkeit.

Damit entsteht ein interessantes Umfeld.

Beiträge konkurrieren um:

  • Aufmerksamkeit
  • Reaktionen
  • Reichweite
  • Status

Das macht Selbstdarstellung weniger automatisch schlecht.

Die Frage lautet erneut:

Was ist der Zweck?

Möchte ich:

  • etwas vermitteln
  • etwas teilen
  • Orientierung geben
  • eine Diskussion anregen

Oder:

vor allem sichtbar bleiben?

 

 

 

Persönliche Marke ohne permanente Selbstinszenierung

 

Eine starke persönliche Positionierung braucht weniger ständige Selbstdarstellung.

Sie kann entstehen durch:

  • klare Themen
  • wiedererkennbare Haltung
  • gute Arbeit
  • konkrete Ergebnisse
  • verlässliche Kommunikation

Profil entsteht über Zeit.

Es muss weniger täglich behauptet werden.

 

 

 

Was passiert, wenn Anerkennung ausbleibt?

 

Das ist eine sehr interessante Selbstprüfung.

Du leistest etwas.

Niemand lobt dich.

Niemand erwähnt deinen Beitrag.

Niemand reagiert öffentlich.

Was geschieht?

Enttäuschung ist menschlich.

Interessant wird:

Wie stark hängt deine Motivation davon ab?

 

 

 

Die entscheidende Frage: Wofür tue ich das?

 

Vielleicht:

weil die Sache wichtig ist.

weil du etwas gestalten möchtest.

weil du Verantwortung übernommen hast.

weil du Freude an guter Arbeit hast.

Oder hauptsächlich:

weil du dafür gesehen werden möchtest.

Auch hier gibt es weniger nur reine Motive.

Menschen handeln oft aus mehreren Gründen gleichzeitig.

Selbstreflexion beginnt dort, wo wir diese Mischung genauer anschauen.

 

 

 

Was Profilierung kosten kann

 

Übermäßiges Profilierungsverhalten kann Nebenwirkungen haben.

Zum Beispiel:

  • Vertrauensverlust
  • genervte Kollegen
  • Statuskonflikte
  • weniger offene Rückmeldungen
  • Konkurrenz statt Zusammenarbeit
  • eine verzerrte Selbstwahrnehmung

Der Versuch, größer zu wirken, kann damit langfristig Wirkung reduzieren.

 

 

 

Profilierung und Teamkultur

 

Wenn Organisationen vor allem sichtbare Einzelpersonen belohnen, verändert das Verhalten.

Dann lernen Menschen:

Gute Arbeit reicht weniger.

Sie muss vor allem zugerechnet werden.

Das kann Zusammenarbeit schwächen.

Informationen werden zurückgehalten.

Erfolge werden stärker personalisiert.

Menschen konkurrieren um Sichtbarkeit.

 

 

 

Was Organisationen belohnen, wächst

 

Wenn Anerkennung hauptsächlich an:

  • laute Präsenz
  • Selbstpromotion
  • persönliche Sichtbarkeit

gekoppelt ist, wird mehr davon entstehen.

Wenn dagegen auch:

  • Kooperation
  • gute Entscheidungen
  • Wissen teilen
  • Teamleistung
  • Entwicklung anderer

sichtbar gemacht werden, entsteht eine andere Kultur.

 

 

 

Profilierung und Hybris

 

Profilierungsverhalten und Hybris sind weniger dasselbe.

Profilierung richtet sich stärker auf Sichtbarkeit und Status.

Hybris beschreibt eher eine Entwicklung hin zu Selbstüberschätzung, Überlegenheit und geringer Korrekturfähigkeit.

Beides kann sich überschneiden.

Es sollte dennoch weniger automatisch gleichgesetzt werden.

→ Hybris: Wenn Selbstvertrauen den Kontakt zur Realität verliert

 

 

 

Sieben Fragen zur Selbstprüfung

 

  1. Wie stark brauche ich Anerkennung für meine Leistung?
  2. Wie reagiere ich, wenn andere mehr Aufmerksamkeit bekommen?
  3. Kann ich anderen glaubwürdig Anerkennung geben?
  4. Wie oft spreche ich, weil ich wirklich etwas beitragen möchte?
  5. Wie gehe ich damit um, wenn mein Beitrag weniger sichtbar bleibt?
  6. Muss ich Kompetenz häufig beweisen?
  7. Kann ich erfolgreich sein, ohne im Mittelpunkt zu stehen?

Diese Fragen sind weniger als Test gedacht.

Sie dienen der Selbstreflexion.

 

 

 

Eine weitere nützliche Frage

 

Vor einem Beitrag, Meeting oder öffentlichen Statement:

„Geht es mir gerade um Wirkung – oder um Eindruck?“

Beides kann zusammenkommen.

Doch die Unterscheidung schafft Klarheit.

 

 

 

Wirkung oder Eindruck?

 

Wirkung fragt:

Was soll sich durch meinen Beitrag verändern?

Eindruck fragt:

Wie möchte ich dabei wahrgenommen werden?

Beides ist legitim.

Problematisch wird es, wenn der zweite Punkt den ersten dauerhaft verdrängt.

 

 

 

Profil zeigen ohne Profilierungsdruck

 

Eine gesunde Positionierung kann heißen:

  • Leistung klar benennen
  • Kompetenz sichtbar machen
  • Position beziehen
  • Verantwortung übernehmen
  • andere gleichzeitig sichtbar lassen

Du musst dich weniger unsichtbar machen.

Du musst dich auch weniger permanent ins Zentrum stellen.

 

 

 

Wenn das Thema in Führung relevant wird

 

Bei Führungskräften kann es sinnvoll sein, genauer zu betrachten:

  • Wie verteile ich Aufmerksamkeit?
  • Wie verteile ich Anerkennung?
  • Wie reagiere ich auf Konkurrenz?
  • Wie wichtig ist mir Status?
  • Wie gehe ich mit Menschen um, die ebenfalls sichtbar und kompetent sind?

Das sind weniger nur Imagefragen.

Sie prägen Führungskultur.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Wirkung, Positionierung, Selbstreflexion und Führungsverhalten geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das gilt auch bei langfristigen Themen wie:

  • persönliche Positionierung
  • Executive Presence
  • Führungsverhalten
  • Status und Wirkung
  • Selbstführung

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Seit 1998 Arbeit mit Wirkung, Führung und Kommunikation

 

Seit 1998 begleite ich Menschen bei wichtigen Entscheidungen, Kommunikation, Auftritten und Führungsfragen.

Dabei begegnet mir immer wieder dieselbe Spannung:

Sichtbarkeit ist wichtig.

Und Wirkung braucht weniger permanente Selbstinszenierung.

Ein stimmiges Profil entsteht dort, wo Kompetenz, Haltung und Kommunikation zusammenpassen.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du deine Wirkung, deine persönliche Positionierung oder dein Führungsverhalten mit einem unabhängigen Gegenüber betrachten möchtest, beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • worum es aktuell geht
  • welches Muster du beobachtest
  • was du verändern möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist

Dann können wir direkt dort einsteigen, wo zusätzliche Perspektive besonders wertvoll ist.

→ Zusammenarbeit anfragen

 

 

 

Fazit: Profil haben ist stärker als sich profilieren müssen

 

Menschen brauchen Sichtbarkeit.

Sie brauchen Anerkennung.

Und im beruflichen Umfeld gehört Selbstpositionierung dazu.

Problematisch wird es weniger dort, wo jemand Profil zeigt.

Sondern dort, wo Status und Aufmerksamkeit zum dominierenden Maßstab werden.

Die stärkere Haltung lautet:

Wissen, wofür du stehst.

Leistung klar benennen.

anderen ebenfalls Raum geben.

und weniger davon abhängig sein, ständig im Mittelpunkt zu stehen.

Denn:

Profil haben ist stärker als sich profilieren müssen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern der Eitelkeit. Friedrich Nietzsche

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 27. Juli 2018

 

Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung

Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung

Autorisierung von Macht: Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie

Macht

Macht und Verantwortung

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Was ist dazu erforderlich und wer ist überhaupt in der Lage verantwortungsvoll mit Macht umzugehen? Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Sind wir so schlimm?

Überblick

 

 

 

 

Keine Macht darf über dem Recht stehen.

Marcus Tullius Cicero

 

 

 

Definition Macht

 

  1. Die Fähigkeit, auf andere Einfluss ausüben zu können, auch gegen deren Willen.
  2. Eine Person, Institution oder Organisation mit der Fähigkeit auf andere – auch gegen deren Willen – Einfluss auszuüben.

 

 

 

 

Macht hat viele Seiten

 

Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.

Publius Cornelius Tacitus

 

Macht hat viele Facetten; dunkle und auch erfreuliche. Beispiel für die Schattenseiten: 1971 hat der Psychologe Philip Zimbardo von der kalifornischen Stanford University mit dem berühmt-berüchtigten Stanford-Prison-Experiment eine der unangenehmen Seiten verdeutlicht. Mit Freiwilligen simulierte er die Machtverhältnisse in einem Gefängnis. Mittels Münzwurf wurde entschieden, wer als Wärter und wer als Gefangener teilnimmt. Das Rollenspiel eskalierte und es kam zu tatsächlichen Misshandlungen, so dass es abgebrochen wurde. Seither steht es als Beispiel für die dunkelsten menschlichen Abgründe hinsichtlich der Machtausübung. Macht kann korrumpieren, schlechten Einfluss ausüben, moralisch verderben. Macht kann jedoch auch für gute Zwecke und respektvoll eingesetzt werden.

Sehr häufig wird nur über die negativen Formen der Macht gesprochen. Doch hat Macht auch das Potenzial für Gutes eingesetzt zu werden. Da zielgerichtete Handlungen wirkungsvoller sind, ist es beispielsweise förderlich so Gruppen zu koordinieren, zu steuern und Interessen gebündelt zu repräsentieren. Häufig auch freiwillig geben Menschen daher Macht an andere ab. Das funktioniert in vielen Bereichen für eine Weile recht gut. Allerdings gibt es zahlreiche spektakuläre historische Beispiele und leider sind nicht alle glorreich. Nicht alle Hoffnungen werden erfüllt.

Wer Macht hat, kann nach eigenen Vorstellungen gestalten und auf andere Menschen einwirken. Wie verantwortungsvoll das geschieht, zeigt sich meist erst zeitverzögert. Macht ist ein zweischneidiges Schwert; es kann Gutes wie Schlechtes bewirken. Außerdem neigen Machtinhaber dazu erworbene Macht und den damit verbundenen Einfluss nicht wieder hergeben zu wollen. Wenn machthungrige Menschen ans Ruder kommen, wollen sie vieles, nur nicht rudern. Den Preis zahlen dann andere Menschen. Viele klammern sich derart an die Macht, dass ihnen alles recht ist, sie zu sichern. Viele sind dann bereit einen sehr hohen Preis dafür zu bezahlen. Vor allem, wenn der auf Kosten anderer beglichen wird. Kein Mensch besitzt so viel Festigkeit, dass man ihm die absolute Macht zubilligen könnte (Albert Camus).

 

 

 

Tugend?

 

 

Der Blick der Menschheit war bisher zu stumpf, zu erkennen, dass die mächtigsten Menschen große Schauspieler waren.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Carl Ludwig Börne: Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut. Je nach Sichtweise wird Macht als etwas Erstrebenswertes oder Verdammenswürdiges betrachtet. So oder so; Macht beschreibt den Einfluss auf ein soziales System und spielt eine große Rolle im Zusammenleben. Macht verändert die Menschen. Und das nicht nur im politischen Geschehen, sondern auch im Alltag. Deshalb lohnt die Beschäftigung mit dem Thema und den Zusammenhängen. Dazu gehören auch Status und Hierarchien.

Damit Menschen kooperieren und Arbeitsteilung betreiben ist es erforderlich das Zusammenleben zu organisieren. Manche übernehmen Führungsaufgaben, andere sind in Positionen, in denen sie ausführen. Gruppen können davon profitieren. So scheinen wir diese Hierarchien zu benötigen, zweifeln sie jedoch gleichzeitig an und bewegen uns zwischen eigenen Zielen und denen der Gemeinschaft.

 

 

 

Basis von Macht

 

Machtbasis:

  • Legitimierte Macht
  • Belohnungen
  • Zwang
  • Identifikation
  • Wissen

 

 

 

Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie

 

Macht benötigt eine Basis, einen Ursprung, sie ist gerade heutzutage üblicherweise nicht einseitig. Auch wenn diejenigen, die sich einem fremden Willen aussetzen, es oft anders empfinden; es gibt Menschen, die Macht ausüben und jene, die es ermöglichen. Ein altbacken klingender Gewerkschaftsspruch bringt es auf den Punkt: „Wenn mein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“

 

 

 

Narzissten und Macht

 

Wenn machthungrige Menschen ans Ruder kommen, wollen sie vieles, nur nicht rudern. Besonders heikel wird es, wenn Narzissten Einfluss gewinnen. Je nach Ausprägung des Narzissmus und der Einschätzung wie weit sich das treiben lässt, leben Narzissten ihre Neigungen aus, wenn sie die Möglichkeiten dafür bekommen. Verstellen sich Narzissten noch solange es für sie förderlich ist, zeigen sie ihr wahres Gesicht, sobald sie meinen es wäre für sie ohne Risiko.

In diesem Artikel geht es nicht um die pathologische Beurteilung, sondern um die Persönlichkeitstendenzen. Narzissten wirken selbstbewusst, sie sind es aber nicht wirklich. Sie machen uns etwas vor, stülpen sich eine Maske über. Sie hoffen, dass ihr wahres Ich nicht erkannt wird und können äußerst aggressiv reagieren, wenn jemand an der Fassade kratzt. Deswegen sind sie meist sehr gut darin ihr Umfeld zu täuschen, zu blenden. Sie lassen gerne andere Menschen dafür zahlen, dass es ihnen selbst gut geht. Deswegen geht es ihnen meist besser, als ihren Opfern — Probleme haben nur die anderen.

Leider gelangen zu viele Narzissten unerkannt in Positionen, die mit Macht verbunden sind. Dort richten sie großen Schaden an, weshalb es hier gilt Aufklärungsarbeit zu leisten und sehr aufmerksam zu sein. Werden die narzisstischen Manöver und Verhaltensweisen offensichtlich, ist der Schaden oft schon groß und der Narzisst schwer wieder loszuwerden. Der Elefant im Porzellanladen stört sich selbst nicht an den Kollateralschäden, sondern nur an der Undankbarkeit des Publikums. Viele Menschen empfinden solche Personen als peinlich, doch sie kommen sehr oft noch ein erstaunliches Stück weiter nach oben.

 

 

 

Autorisierung von Macht

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Fühlen sich die Vertretenen gut repräsentiert und bestätigen sie die Autorisierung, liefert dies die Legitimierung und damit die verbundene Macht. Die kann auch viel Gutes bewirken, wenn sie mit Verantwortungsbewusstsein ausgeübt wird. Und schon sind wir im Bereich der Philosophie.

Schon der Jedi Luke Skywalker wusste um die dunkle Seite der Macht. Also; möge die Macht mit Ihnen sein!

 

 

 

Fazit

 

Mit deutlich mehr Fingerspitzengefühl und System gilt es zu entscheiden, wer welchen Einfluss ausüben sollte. Diejenigen, die unbedingt Macht erwerben wollen, sind oft gerade jene, die sie nicht verantwortungsvoll handhaben werden. Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt sind hier gefordert genauer hinzuschauen.

 

 

 

Synonyme für Macht

 

Vermögen, Fähigkeit, Autorität, Herrschaft, Führung, Leitung, Stärke, Potenz, Dominanz

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was halten Sie von Macht, deren Verteilung und Einsatz? Wie sorgen wir dafür, dass die Macht in den Händen liegt, in denen sie verantwortungsvoll ausgeübt wird?

Der Zugang zur Macht muss Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind. Platon

Artikel zum Thema Verantwortung

Veränderung beginnt bei dir: Selbstführung statt Selbstoptimierung

Veränderung beginnt im eigenen Einflussbereich: Muster erkennen, Handlungsspielräume nutzen und mit Selbstführung konkrete Veränderungen gestalten.

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 6. Februar 2020
AN: #63413
K: CNC
Ü:

Narzissmus und Karriere: Warum Narzissten aufsteigen

Narzissmus und Karriere: Warum narzisstische Menschen die Karriereleiter hinaufkommen können

Narzissmus und Karriere
Narzissmus und Karriereleiter

Narzissmus und Karriere: Warum narzisstische Menschen die Karriereleiter hinaufkommen können

 

Selbstbewusst auftreten. Große Ziele verkünden. Verantwortung beanspruchen. Sich sichtbar machen. Einfluss suchen.

Viele dieser Eigenschaften können im Berufsleben ausgesprochen hilfreich sein.

Und genau hier beginnt ein interessantes Problem.

Denn einige Verhaltensweisen, die zunächst nach Führungsstärke aussehen, können ebenso mit ausgeprägten narzisstischen Tendenzen verbunden sein.

So entsteht ein bemerkenswertes Phänomen:

Eigenschaften, die Menschen beim beruflichen Aufstieg helfen können, machen sie keineswegs automatisch zu guten Führungskräften.

Wie kommt es dazu?

 

 

 

Warum können narzisstische Tendenzen die Karriere fördern?

 

Narzissmus ist kein einzelnes Verhalten.

Menschen unterscheiden sich darin, wie stark bestimmte narzisstische Merkmale ausgeprägt sind. Dazu können beispielsweise ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung, ein ausgeprägtes Statusstreben, Selbstüberschätzung, Anspruchsdenken oder eine starke Beschäftigung mit der eigenen Wirkung gehören.

Eine klinische Diagnose ist etwas anderes als einzelne narzisstische Persönlichkeitszüge.

Gerade im beruflichen Umfeld ist diese Unterscheidung wichtig.

Entscheidend ist häufig weniger das Etikett als das konkrete Verhalten und dessen Auswirkungen.

 

 

 

1. Sie machen sich sichtbar

 

Leistung allein sorgt selten automatisch dafür, dass sie wahrgenommen wird.

Wer beruflich aufsteigen möchte, braucht meist auch Sichtbarkeit.

Menschen mit stärker ausgeprägten narzisstischen Tendenzen können darin ausgesprochen geschickt sein.

Sie sprechen über ihre Leistungen.

Sie beanspruchen Aufmerksamkeit.

Sie präsentieren ihre Ideen mit Überzeugung.

Sie suchen die Nähe zu einflussreichen Personen.

Und sie vermitteln häufig sehr deutlich:

Ich bin bereit für mehr.

Zurückhaltende und gleichermaßen kompetente Kollegen können dadurch im direkten Vergleich weniger führungsorientiert erscheinen.

 

 

 

2. Selbstsicherheit wird schnell mit Kompetenz verwechselt

 

Menschen reagieren auf Sicherheit.

Wer schnell antwortet, entschlossen spricht und Zweifel kaum erkennen lässt, wirkt zunächst häufig kompetent.

Doch Selbstsicherheit und Kompetenz sind zwei verschiedene Eigenschaften.

Jemand kann eine Situation hervorragend einschätzen und trotzdem sorgfältig abwägen.

Ein anderer Mensch kann sich vollkommen sicher präsentieren und wesentliche Zusammenhänge übersehen.

Im Alltag bleibt für diese Unterscheidung häufig wenig Zeit.

Deshalb können Auftreten, Dominanz und Selbstgewissheit einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung von Führungspotenzial haben.

 

 

 

3. Sie greifen nach Führungsrollen

 

Eine Führungsposition bekommt häufig derjenige, der sie überhaupt haben möchte und diesen Anspruch sichtbar macht.

Status, Einfluss und Anerkennung besitzen für Menschen mit stark ausgeprägten narzisstischen Tendenzen häufig einen besonderen Reiz.

Entsprechend aktiv können sie Chancen auf Verantwortung und Aufstieg verfolgen.

Andere hochkompetente Menschen fragen sich währenddessen:

  • Bin ich schon bereit dafür?
  • Habe ich genügend Erfahrung?
  • Kann ich dieser Verantwortung gerecht werden?
  • Ist das wirklich die richtige Aufgabe für mich?

Selbstreflexion ist wertvoll.

Im Wettbewerb um eine Position kann ausgeprägtes Zögern gleichzeitig dazu führen, dass andere früher zugreifen.

 

 

 

4. Ein starker erster Eindruck kann Türen öffnen

 

Charisma wirkt.

Entschlossenheit wirkt.

Eine überzeugende Selbstdarstellung ebenfalls.

Gerade bei Bewerbungsgesprächen, Beförderungsentscheidungen oder kurzen Begegnungen mit höheren Führungsebenen steht häufig wenig Zeit zur Verfügung.

Dann können Menschen punkten, die schnell Präsenz erzeugen.

Sie wirken ambitioniert.

Sie sprechen groß.

Sie vermitteln Zuversicht.

Sie präsentieren Zukunftsbilder.

Das kann beeindruckend sein.

Die entscheidende Frage lautet:

Hält die langfristige Leistung, was der erste Eindruck verspricht?

 

 

 

Aufstieg und Führungsqualität sind zwei verschiedene Dinge

 

Genau hier lohnt sich eine wichtige Unterscheidung.

Die Fähigkeiten, die jemanden in eine Führungsposition bringen, sind keineswegs vollständig identisch mit den Fähigkeiten, die dort langfristig gebraucht werden.

Für den Aufstieg helfen beispielsweise:

  • Sichtbarkeit
  • Ehrgeiz
  • Selbstpräsentation
  • Durchsetzungsbereitschaft
  • Netzwerke
  • Risikobereitschaft
  • ein souveräner erster Eindruck

Für gute Führung kommen weitere Fähigkeiten hinzu:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Lernbereitschaft
  • Umgang mit Kritik
  • Vertrauensfähigkeit
  • verlässliche Zusammenarbeit
  • die Bereitschaft, anderen Raum zu geben

Und genau dort können ausgeprägte narzisstische Muster Schwierigkeiten verursachen.

 

 

 

Wann werden narzisstische Tendenzen im Beruf problematisch?

 

Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen, Ehrgeiz und Freude an Sichtbarkeit kann im Berufsleben ausgesprochen hilfreich sein.

Kritisch wird es dort, wo Selbstwert zunehmend von Bewunderung, Status und Überlegenheit abhängig wird.

Dann können bestimmte Verhaltensmuster häufiger auftreten.

Zum Beispiel:

  • Erfolge werden vor allem der eigenen Person zugeschrieben.
  • Verantwortung für Fehler wird weitergegeben.
  • Kritik wird als persönliche Kränkung erlebt.
  • Widerspruch führt zu Abwertung oder Gegenangriffen.
  • Mitarbeitende werden nach ihrem Nutzen für die eigene Position bewertet.
  • Informationen werden strategisch eingesetzt.
  • Konkurrenz wird stärker wahrgenommen als Zusammenarbeit.
  • Loyalität wird eingefordert, während Gegenseitigkeit fehlt.

Ein einzelnes Verhalten erlaubt noch keine Diagnose.

Interessant wird das wiederkehrende Muster.

 

 

 

Wenn Charisma wichtiger wird als Substanz

 

Unternehmen können narzisstisch geprägtes Verhalten sogar ungewollt belohnen.

Das geschieht besonders leicht, wenn Beförderungen stark von Sichtbarkeit, kurzfristigen Ergebnissen und überzeugender Selbstdarstellung abhängen.

Dann erhält möglicherweise derjenige Aufmerksamkeit, der Erfolge besonders wirkungsvoll präsentiert.

Die Person, die im Hintergrund dafür sorgt, dass das Team zuverlässig funktioniert, bleibt leichter unsichtbar.

Deshalb lohnt sich bei Beförderungsentscheidungen ein zweiter Blick.

Wer erzeugt Ergebnisse?

Wer beansprucht Ergebnisse?

Wie erleben Kollegen die Zusammenarbeit?

Wie verhält sich jemand bei Fehlern?

Wie reagiert die Person auf Widerspruch?

Was geschieht, wenn jemand keinen unmittelbaren Nutzen bietet?

Wie entwickelt sich ein Team über längere Zeit?

Solche Fragen liefern häufig wertvollere Informationen als ein beeindruckender Auftritt.

 

 

 

Narzissmus in Führungspositionen

 

Eine Führungsrolle verstärkt Einfluss.

Dadurch werden auch problematische Verhaltensmuster bedeutsamer.

Eine Führungskraft entscheidet über Informationen, Ressourcen, Chancen, Anerkennung und häufig über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Wenn diese Macht hauptsächlich der eigenen Bestätigung dient, kann das erhebliche Auswirkungen auf ein Team haben.

Mitarbeitende beginnen möglicherweise, ihre Kommunikation anzupassen.

Kritische Informationen erreichen die Führungskraft später.

Widerspruch wird seltener.

Fehler werden verborgen.

Menschen investieren zunehmend Energie in politische Absicherung.

Und irgendwann entsteht eine gefährliche Situation:

Die Führungskraft hört immer häufiger genau das, was sie hören möchte.

Für Organisationen kann das teuer werden.

 

 

 

Warum Unternehmen problematisches Verhalten lange übersehen

 

Ausgeprägte narzisstische Verhaltensweisen zeigen sich gegenüber verschiedenen Personen häufig unterschiedlich.

Nach oben kann jemand verbindlich, engagiert und überzeugend auftreten.

Gegenüber Menschen mit weniger Einfluss zeigt sich möglicherweise eine andere Seite.

Dadurch entstehen widersprüchliche Wahrnehmungen.

Die Geschäftsführung erlebt einen ehrgeizigen Leistungsträger.

Mitarbeitende erleben Kontrolle, Abwertung oder wechselnde Regeln.

Kollegen erleben Konkurrenz.

Kunden erleben Charme.

Alle sprechen über dieselbe Person und scheinbar über völlig unterschiedliche Menschen.

Gerade deshalb lohnt es sich, Verhalten aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

 

 

 

Vorsicht mit Ferndiagnosen

 

Im Alltag fällt der Begriff „Narzisst“ inzwischen sehr schnell.

Damit geht häufig Präzision verloren.

Egoistisches Verhalten ist noch keine narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Arroganz allein ebenfalls nicht.

Auch schwierige Führung, Konflikte oder mangelnde Empathie können zahlreiche Ursachen haben.

Eine Persönlichkeitsstörung gehört in professionelle diagnostische Hände.

Im Berufsleben reicht für wichtige Entscheidungen häufig eine praktischere Frage:

Welches Verhalten erlebe ich konkret, welche Auswirkungen hat es und wie gehe ich damit sinnvoll um?

Diese Perspektive schützt davor, sich in Diagnosen über andere Menschen zu verlieren.

 

 

 

Was tun, wenn du mit einem stark narzisstisch geprägten Menschen arbeitest?

 

Wenn du selbst betroffen bist, hilft Klarheit häufig mehr als die Suche nach der perfekten Erklärung.

Beobachte konkrete Verhaltensmuster.

Dokumentiere wichtige Vereinbarungen.

Kommuniziere präzise.

Setze Grenzen frühzeitig.

Unterscheide zwischen sachlichen Konflikten und persönlichen Machtspielen.

Überlege, welche Informationen du wann und mit wem teilst.

Pflege dein professionelles Netzwerk.

Und behalte deine eigenen Ziele im Blick.

Besonders wichtig:

Richte deine gesamte Aufmerksamkeit möglichst wenig darauf, die andere Person zu verändern. Stärke deinen eigenen Handlungsspielraum.

 

 

 

Wenn der eigene Chef narzisstische Tendenzen zeigt

 

Die Situation wird anspruchsvoller, sobald ein deutliches Machtgefälle besteht.

Dann geht es häufig um mehrere Ebenen gleichzeitig:

  • Wie schütze ich meine Arbeit?
  • Wie kommuniziere ich souverän?
  • Wie reagiere ich auf Schuldverschiebungen?
  • Wie dokumentiere ich Entscheidungen?
  • Welche Verbündeten und Ansprechpartner habe ich?
  • Welche Grenzen sind sinnvoll?
  • Welche beruflichen Alternativen bestehen?

Ein impulsiver Machtkampf verbessert die Situation selten.

Strategische Klarheit ist wertvoller.

 

 

 

Und wenn du selbst Karriere machen möchtest?

 

Aus diesem Thema lässt sich noch etwas anderes lernen.

Du brauchst keine narzisstische Persönlichkeit, um sichtbar zu werden.

Kompetenz darf sichtbar sein.

Du darfst über deine Leistung sprechen.

Du darfst Verantwortung beanspruchen.

Du darfst ambitioniert sein.

Du darfst deine Position klar vertreten.

Du darfst lernen, souverän aufzutreten.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Haltung.

Gesunde Selbstbehauptung braucht keine Abwertung anderer Menschen.

Eine starke berufliche Präsenz verbindet Kompetenz mit Klarheit, Selbstvertrauen mit Reflexion und Durchsetzungsfähigkeit mit Verantwortung.

 

 

 

Die entscheidende Frage bei Beförderungen

 

Vielleicht brauchen Unternehmen deshalb bei Beförderungen eine zusätzliche Frage.

Statt ausschließlich zu fragen:

„Kann diese Person führen?“

lohnt sich auch:

„Was geschieht mit anderen Menschen, wenn diese Person Macht bekommt?“

Diese Frage verändert den Blick.

Denn Führung zeigt sich weniger darin, wie eindrucksvoll jemand selbst erscheint.

Führung zeigt sich auch darin, was im Umfeld dieser Person entsteht.

Mehr Klarheit?

Mehr Verantwortung?

Mehr Vertrauen?

Mehr Leistung?

Mehr Entwicklung?

Oder zunehmend Vorsicht, Anpassung und politische Spiele?

 

 

 

Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

Wenn du beruflich mit einer stark selbstbezogenen, manipulativen oder narzisstisch geprägten Person zu tun hast, können die richtigen Schritte stark von deiner Position, den Machtverhältnissen und deinen Zielen abhängen.

Dann lohnt sich eine nüchterne Analyse:

  • Was geschieht konkret?
  • Welche Dynamik hat sich entwickelt?
  • Welche Risiken bestehen?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten hast du?
  • Welche Kommunikation ist sinnvoll?
  • Welche Grenzen brauchen Klarheit?
  • Welche nächsten Schritte stärken deine Position?

Im professionellen Sparring zum Umgang mit narzisstisch geprägten Personen unterstütze ich dich dabei, solche Situationen zu sortieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Für weitere Hintergründe findest du hier auch meinen Beitrag über Narzissten in Führungspositionen.

 

 

 

Fazit: Karriereerfolg ist noch keine Führungsqualität

 

Narzisstische Tendenzen können Eigenschaften mit sich bringen, die beim beruflichen Aufstieg zunächst vorteilhaft wirken.

Sichtbarkeit.

Selbstsicherheit.

Ehrgeiz.

Statusorientierung.

Durchsetzungsbereitschaft.

Für nachhaltige Führung reicht das allein kaum aus.

Dort zählen zusätzlich Selbstreflexion, Verantwortung, Lernfähigkeit, Vertrauen und die Fähigkeit, andere Menschen wachsen zu lassen.

Deshalb lohnt sich bei beeindruckenden Persönlichkeiten immer ein genauerer Blick.

Entscheidend ist weniger, wie groß jemand erscheint.

Entscheidend ist, was im Umfeld dieser Person entsteht.

Nachricht

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail bin ich zu erreichen: mail@karstennoack.de

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant; habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht..

14 + 6 =

 

Anmerkungen:

In der Adresszeile des Browsers sollte die URL mit „https://www.karstennoack.de/...” beginnen, daran erkennen Sie eine sichere Verbindung (SSL). Ob Sie Ihren tatsächlichen Namen eingeben, ist Ihnen überlassen.

 

P.S.

 

Welche Erfahrungen hast du mit Narzissten gemacht?

Alle Grausamkeit entspringt der Schwäche. Seneca

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 16. Juni 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Zuviel ist zu viel! Umgang mit Narzissten. 42 Tipps für die Kommunikation mit Narzissten

Umgang mit Narzissten: Selbstschutz, Grenzen und Handlungsspielraum

Wenn du merkst: So geht es für mich nicht weiter
Für Narzissten ist keine Bühne groß genug!

Umgang mit Narzissten

 

Tipps für den Umgang mit Narzissten. Wie du mit ihnen umgehen kannst, ohne zu verzweifeln.

Umgang mit Narzissten: Selbstschutz, Grenzen und Handlungsspielraum

 

Wenn du merkst: So geht es für mich nicht weiter

 

Der Umgang mit Menschen mit stark ausgeprägten narzisstischen Verhaltensmustern kann viel Kraft kosten.

Vielleicht hast du bereits einiges versucht.

Du hast Verständnis gezeigt.

Dich erklärt.

Nach Lösungen gesucht.

Nachgegeben.

Grenzen gesetzt.

Und trotzdem wiederholen sich dieselben Konflikte.

Vielleicht fragst du dich inzwischen:

Wie gehe ich mit diesem Menschen um, ohne mich dabei selbst zu verlieren?

Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Weniger darum, einen anderen Menschen zu verändern.

Mehr darum, die Dynamik klarer zu erkennen, deinen Handlungsspielraum zu erweitern und gut für dich zu sorgen.

 

 

 

Wichtiger Hinweis

 

Dieser Beitrag dient der Orientierung und ersetzt keine fachliche Diagnostik.

Einzelne egoistische, schwierige oder verletzende Verhaltensweisen machen einen Menschen noch lange nicht zum Narzissten.

Entscheidend sind wiederkehrende Muster, ihre Ausprägung, der Kontext und ihre Auswirkungen.

Zur besseren Lesbarkeit verwende ich teilweise den Begriff „Narzissten“. Gemeint sind Menschen mit deutlich ausgeprägten narzisstischen Tendenzen.

Für deinen Umgang mit einem Menschen ist ohnehin häufig eine andere Frage wichtiger:

Was geschieht tatsächlich – und was bewirkt es bei dir?

 

 

 

Verstehen hilft – Grenzen helfen ebenfalls

 

Wenn wir das Verhalten eines Menschen verstehen, können wir häufig besser damit umgehen.

Warum reagiert jemand so empfindlich auf Kritik?

Warum braucht diese Person so viel Anerkennung?

Warum wird Verantwortung immer wieder verschoben?

Warum eskalieren scheinbar kleine Situationen?

Dieses Verständnis kann hilfreich sein.

Gleichzeitig besitzt Verstehen eine Grenze.

Eine Erklärung für verletzendes Verhalten macht dieses Verhalten noch lange weniger verletzend.

Du darfst einen Menschen verstehen und gleichzeitig entscheiden:

So möchte ich behandelt werden.

Das akzeptiere ich.

Das akzeptiere ich weniger.

Hier endet mein Verantwortungsbereich.

 

 

 

1. Beobachte Muster statt einzelner Situationen

 

Fast jeder Mensch verhält sich gelegentlich unfair.

Wir sind gereizt.

Selbstbezogen.

Empfindlich.

Oder reagieren unangemessen.

Interessanter wird das wiederkehrende Muster.

Was geschieht bei Kritik?

Was geschieht, wenn du Nein sagst?

Was geschieht, wenn du Erfolg hast?

Was geschieht, wenn die andere Person einen Fehler macht?

Was geschieht, wenn deine Bedürfnisse mit ihren Interessen kollidieren?

Muster liefern mehr Orientierung als einzelne Situationen.

 

 

 

2. Verabschiede dich von der Suche nach dem perfekten Argument

 

Vielleicht denkst du:

Wenn ich es endlich richtig erkläre, wird die andere Person verstehen.

Also erklärst du ausführlicher.

Findest bessere Beispiele.

Wählst deine Worte noch sorgfältiger.

Manchmal hilft das.

Bei festgefahrenen problematischen Beziehungsmustern kann jedoch genau daraus eine Endlosschleife entstehen.

Dann lohnt sich die Frage:

Führt dieses Gespräch tatsächlich irgendwohin?

Du brauchst weniger das perfekte Argument als Klarheit darüber, welche Gespräche sinnvoll sind.

 

 

 

3. Prüfe deine Erwartungen

 

Ein erheblicher Teil unserer Enttäuschung entsteht aus Erwartungen.

Vielleicht hoffst du:

Diesmal versteht die Person meinen Standpunkt.

Diesmal übernimmt sie Verantwortung.

Diesmal hält sie die Vereinbarung ein.

Diesmal wird meine Grenze respektiert.

Hoffnung kann wertvoll sein.

Für wichtige Entscheidungen braucht es zusätzlich einen realistischen Blick auf bisherige Erfahrungen.

Beurteile Möglichkeiten weniger nach Versprechen und stärker nach wiederkehrendem Verhalten.

 

 

 

4. Kenne deine Grenzen

 

Grenzen beginnen mit Klarheit.

Was ist für dich akzeptabel?

Was verletzt deine Werte?

Welche Verhaltensweisen möchtest du weniger länger hinnehmen?

Was brauchst du, damit eine Beziehung oder Zusammenarbeit für dich tragfähig bleibt?

Je genauer du das weißt, desto leichter wird der nächste Schritt.

 

 

 

5. Formuliere Grenzen konkret

 

„Behandle mich besser“ ist schwer greifbar.

„Wenn du mich beleidigst, beende ich das Gespräch“ ist konkreter.

Eine Grenze beschreibt weniger, wie ein anderer Mensch sich verhalten soll.

Sie beschreibt vor allem:

Was tust du, wenn etwas geschieht?

Dadurch wird aus einer Hoffnung eine Handlungsmöglichkeit.

 

 

 

6. Beobachte die Reaktion auf deine Grenzen

 

Grenzen liefern Informationen.

Ein Mensch kann enttäuscht sein und deine Grenze trotzdem respektieren.

Er kann nachfragen.

Verhandeln.

Eine andere Perspektive anbieten.

Interessant wird es, wenn auf Grenzen regelmäßig Druck folgt.

Schuldzuweisungen.

Abwertung.

Drohungen.

Schweigen.

Überreden.

Oder erneute Grenzüberschreitungen.

Die Reaktion auf deine Grenze sagt häufig viel über die Beziehung aus.

 

 

 

7. Rechtfertige dich weniger

 

Ein Nein braucht weniger einen langen Vortrag.

Je mehr du erklärst, desto mehr Material entsteht möglicherweise für die nächste Diskussion.

Manchmal reichen kurze Aussagen:

„Das möchte ich nicht.“

„Das passt für mich nicht.“

„So habe ich entschieden.“

„Darüber diskutiere ich nicht weiter.“

Klarheit kann ausgesprochen freundlich sein.

Und kurz.

 

 

 

8. Übernimm Verantwortung – für deinen Anteil

 

Selbstschutz bedeutet weniger, sämtliche Verantwortung beim anderen Menschen abzuladen.

Frage dich:

Was ist mein Anteil?

Wo habe ich Grenzen zu spät gesetzt?

Wo habe ich etwas versprochen?

Wo habe ich unfair reagiert?

Was möchte ich künftig anders machen?

Und dann ebenso wichtig:

Was gehört zur Verantwortung des anderen Menschen?

Gesunde Selbstreflexion bedeutet, beides auseinanderhalten zu können.

 

 

 

9. Lass dir Verantwortung weniger zuschieben

 

In problematischen Dynamiken kann Verantwortung erstaunlich beweglich werden.

Du sprichst eine Verletzung an.

Wenig später entschuldigst du dich.

Du setzt eine Grenze.

Plötzlich bist du egoistisch.

Du reagierst auf einen Angriff.

Am Ende wird ausschließlich deine Reaktion diskutiert.

Dann hilft die Frage:

Worum ging es ursprünglich?

Kehre gegebenenfalls dorthin zurück.

 

 

 

10. Schütze persönliche Informationen

 

Nähe lebt von Offenheit.

In sicheren Beziehungen ist Verletzlichkeit wertvoll.

In konflikthaften Beziehungen können persönliche Informationen jedoch später gegen dich verwendet werden.

Überlege deshalb bewusst:

Was möchtest du teilen?

Mit wem?

Zu welchem Zeitpunkt?

Und welche Informationen gehören zunächst in einen geschützten Rahmen?

 

 

 

11. Dokumentiere wichtige Vereinbarungen

 

Besonders im beruflichen Kontext kann es sinnvoll sein, wichtige Absprachen schriftlich festzuhalten.

Wer macht was?

Bis wann?

Was wurde entschieden?

Welche Änderungen wurden vereinbart?

Das schafft Klarheit und reduziert spätere Diskussionen über unterschiedliche Erinnerungen.

Bei privaten Beziehungen kann bereits eine eigene sachliche Dokumentation helfen, wiederkehrende Muster klarer zu erkennen.

 

 

 

12. Achte auf Schuldgefühle

 

Schuldgefühle bedeuten weniger automatisch, dass du etwas falsch gemacht hast.

Vielleicht hast du jemanden enttäuscht.

Eine Erwartung weniger erfüllt.

Eine Grenze gesetzt.

Oder dich für deine eigenen Interessen entschieden.

Frage dich:

Habe ich tatsächlich Verantwortung verletzt – oder halte ich gerade eine unangenehme Reaktion auf meine Grenze aus?

Das ist ein erheblicher Unterschied.

 

 

 

13. Verwechsle Mitgefühl weniger mit Selbstaufgabe

 

Du kannst verstehen, dass ein Mensch verletzt wurde.

Dass er eine schwierige Vergangenheit hat.

Dass bestimmte Verhaltensweisen Schutzstrategien sein können.

Und gleichzeitig auf dich achten.

Mitgefühl und Grenzen widersprechen sich weniger, als viele Menschen glauben.

Du kannst Verständnis haben und trotzdem Konsequenzen ziehen.

 

 

 

14. Achte auf deine zunehmende Anpassung

 

Manche Veränderungen geschehen schleichend.

Du überlegst immer länger, bevor du etwas sagst.

Vermeidest bestimmte Themen.

Beobachtest ständig die Stimmung.

Gibst Dinge auf, die dir wichtig sind.

Triffst Entscheidungen danach, wie die andere Person reagieren könnte.

Dann lohnt sich eine wichtige Frage:

Wie viel Raum nehme ich in meinem eigenen Leben noch ein?

 

 

 

15. Pflege unabhängige Beziehungen

 

Problematische Beziehungen können den Blick zunehmend verengen.

Freunde.

Familie.

Kollegen.

Vertrauenspersonen.

Ein unabhängiger Sparringspartner.

Solche Kontakte ermöglichen andere Perspektiven.

Sie erinnern dich möglicherweise auch daran, wie du außerhalb dieser Dynamik denkst, fühlst und handelst.

 

 

 

16. Triff wichtige Entscheidungen mit Abstand

 

Nach einem eskalierten Gespräch ist dein Nervensystem möglicherweise stark aktiviert.

Dann entsteht schnell der Wunsch:

Jetzt muss eine Entscheidung her.

Manchmal ist sie tatsächlich erforderlich.

Häufig hilft etwas Abstand.

Schlafen.

Nachdenken.

Informationen prüfen.

Eine unabhängige Perspektive einholen.

Nicht jede dringlich präsentierte Entscheidung ist tatsächlich dringend.

 

 

 

17. Prüfe, was noch verhandelbar ist

 

Nicht jede schwierige Beziehung muss beendet werden.

Vielleicht lassen sich Strukturen verändern.

Kontakte reduzieren.

Verantwortlichkeiten klarer trennen.

Kommunikationswege verändern.

Vereinbarungen treffen.

Oder Erwartungen realistischer gestalten.

Frage:

Welche Veränderung müsste konkret eintreten, damit diese Beziehung für mich tragfähig wird?

Dann beobachte, ob diese Veränderung tatsächlich möglich ist.

 

 

 

18. Erkenne deine Einflussgrenzen

 

Du kannst kommunizieren.

Grenzen setzen.

Entscheidungen treffen.

Konsequenzen ziehen.

Unterstützung suchen.

Was du weniger kontrollieren kannst:

Ob ein anderer Mensch Einsicht entwickelt.

Verantwortung übernimmt.

Sich entschuldigt.

Sein Verhalten verändert.

Oder deine Perspektive anerkennt.

Klarheit über die eigenen Einflussgrenzen spart enorme Energie.

 

 

 

19. Wähle deine Auseinandersetzungen

 

Du musst weniger jede falsche Aussage korrigieren.

Jede Provokation beantworten.

Jede Unterstellung widerlegen.

Jeden Konflikt austragen.

Manchmal ist eine Reaktion wichtig.

Manchmal ist die klügere Entscheidung:

Darauf steige ich weniger ein.

Deine Aufmerksamkeit ist eine Ressource.

Setze sie bewusst ein.

 

 

 

20. Bereite wichtige Gespräche vor

 

Manche Gespräche haben erhebliche Konsequenzen.

Eine Grenze.

Eine Trennung.

Ein Gespräch mit einem Vorgesetzten.

Eine Auseinandersetzung mit einem Geschäftspartner.

Dann lohnt sich Vorbereitung.

Was möchtest du erreichen?

Welche Reaktionen sind wahrscheinlich?

Wo liegen deine Grenzen?

Welche Alternativen hast du?

→ Kommunikation mit Narzissten: 42 Tipps für schwierige Gespräche

Dieser Link ist hier besonders wichtig: Er trennt beide deiner starken Artikel sauber voneinander.

 

 

 

21. Prüfe Taten stärker als Versprechen

 

Nach Konflikten können überzeugende Versprechen entstehen.

„Jetzt habe ich verstanden.“

„Das passiert nie wieder.“

„Ab jetzt wird alles anders.“

Entscheidend ist weniger die Intensität eines Versprechens.

Interessanter ist:

Was verändert sich anschließend tatsächlich und dauerhaft?

 

 

 

22. Achte auf wiederkehrende Zyklen

 

Konflikt.

Distanz.

Entschuldigung.

Intensive Nähe.

Hoffnung.

Dann beginnt alles erneut.

Wenn du solche Abläufe erkennst, betrachte weniger ausschließlich die aktuelle Phase.

Betrachte den gesamten Zyklus.

Dadurch verändert sich häufig die Bewertung der Situation.

 

 

 

23. Erlaube dir, deine Meinung zu ändern

 

Vielleicht hast du einmal Ja gesagt.

Eine Beziehung begonnen.

Einen Vertrag unterschrieben.

Eine Zusammenarbeit gewollt.

Oder eine zweite Chance gegeben.

Neue Erfahrungen können neue Entscheidungen rechtfertigen.

Eine frühere Entscheidung verpflichtet dich weniger dazu, sie für immer fortzuführen.

 

 

 

24. Prüfe den Preis des Bleibens

 

Bei schwierigen Beziehungen fragen Menschen häufig:

Was verliere ich, wenn ich gehe?

Eine ebenso wichtige Frage lautet:

Was kostet mich das Bleiben?

Zeit?

Energie?

Selbstvertrauen?

Gesundheit?

Berufliche Möglichkeiten?

Andere Beziehungen?

Lebensfreude?

Beide Seiten gehören in eine ehrliche Entscheidung.

 

 

 

25. Prüfe ebenso den Preis des Gehens

 

Eine Trennung kann ebenfalls Konsequenzen haben.

Emotionale.

Soziale.

Wirtschaftliche.

Berufliche.

Praktische.

Deshalb braucht es weniger vorschnelle Ratschläge und mehr Klarheit.

Gute Entscheidungen betrachten beide Seiten.

 

 

 

26. Entwickle Optionen

 

Manche Situationen erscheinen zunächst binär:

Bleiben oder gehen.

Kontakt oder Kontaktabbruch.

Nachgeben oder eskalieren.

Häufig existieren Zwischenstufen.

Kontakt reduzieren.

Auf bestimmte Themen begrenzen.

Kommunikation schriftlich führen.

Verantwortung neu ordnen.

Unterstützung einbeziehen.

Eine Übergangsphase gestalten.

Mehr Optionen bedeuten häufig mehr Handlungsspielraum.

 

 

 

27. Plane schwierige Veränderungen

 

Wenn du dich für Abstand, Trennung oder eine erhebliche Veränderung entscheidest, kann Vorbereitung wichtig sein.

Welche praktischen Fragen sind zu klären?

Welche Unterstützung brauchst du?

Welche Gespräche stehen an?

Welche Informationen solltest du sichern?

Welche professionellen Ansprechpartner werden gebraucht?

Je komplexer die Situation, desto wertvoller wird ein planvolles Vorgehen.

 

 

 

28. Hol dir passende Fachleute dazu

 

Manche Situationen berühren mehrere Bereiche.

Psychologie.

Kommunikation.

Finanzen.

Arbeitsrecht.

Familienrecht.

Unternehmensrecht.

Steuern.

Sicherheit.

Dann kann ein gutes Netzwerk unterschiedlicher Fachleute wertvoll sein.

Meine Unterstützung ersetzt ausdrücklich keine Rechts- oder Steuerberatung.

Bei entsprechenden Fragen gehören Rechtsanwälte und Steuerberater dazu.

 

 

 

29. Unterscheide zwischen Verstehen und Entschuldigen

 

Vielleicht verstehst du irgendwann sehr gut, weshalb ein Mensch bestimmte Verhaltensmuster entwickelt hat.

Das kann entlasten.

Gleichzeitig bleibt die Wirkung seines Verhaltens bestehen.

Ursachen erklären Verhalten. Sie bestimmen weniger, was du hinnehmen musst.

 

 

 

30. Achte auf Gegenseitigkeit

 

Gesunde Beziehungen sind selten mathematisch ausgeglichen.

Manchmal braucht einer mehr Unterstützung.

Dann der andere.

Über längere Zeit sollte jedoch Gegenseitigkeit erkennbar bleiben.

Wer hört zu?

Wer nimmt Rücksicht?

Wer entschuldigt sich?

Wer verändert Verhalten?

Wer trägt Verantwortung?

Beziehung braucht mehr als die Anpassungsleistung eines einzelnen Menschen.

 

 

 

31. Nimm deine Erschöpfung ernst

 

Vielleicht kannst du jeden einzelnen Konflikt erklären.

Und trotzdem bist du erschöpft.

Auch das ist Information.

Wie viel Energie kostet dich diese Beziehung?

Wie lange brauchst du nach Begegnungen, um dich wieder zu sammeln?

Wie viel gedanklichen Raum nimmt die Person ein?

Dein Erleben verdient Aufmerksamkeit.

 

 

 

32. Erinnere dich an deine Werte

 

Problematische Dynamiken ziehen Aufmerksamkeit stark zum Verhalten des anderen Menschen.

Was macht er?

Warum macht sie das?

Was kommt als Nächstes?

Dabei kann etwas Wesentliches aus dem Blick geraten:

Wie möchtest du selbst leben und handeln?

Welche Werte sollen deine Entscheidungen bestimmen?

Würde?

Respekt?

Fairness?

Freiheit?

Verantwortung?

Orientiere dich wieder stärker daran.

 

 

 

33. Suche weniger nach Zustimmung für deine Grenze

 

Eine Grenze wird weniger dadurch gültig, dass die andere Person sie versteht oder gutheißt.

Natürlich ist Verständigung wünschenswert.

Doch manchmal lautet die entscheidende Aufgabe:

Eine Grenze vertreten, obwohl jemand sie weniger mag.

 

 

 

34. Vertraue wieder mehr deiner eigenen Entscheidungsfähigkeit

 

Nach längeren problematischen Beziehungen kann Entscheidungsfähigkeit leiden.

Du prüfst alles mehrfach.

Fragst andere.

Zweifelst.

Suchst Sicherheit.

Dann helfen zunächst kleine Entscheidungen.

Was möchte ich?

Was passt zu mir?

Was entscheide ich heute?

Selbstvertrauen wächst auch dadurch, dass du dich wieder als handelnden Menschen erlebst.

 

 

 

35. Gestalte Abstand bewusst

 

Abstand muss weniger immer vollständiger Kontaktabbruch bedeuten.

Er kann zeitlich sein.

Emotional.

Räumlich.

Thematisch.

Digital.

Oder organisatorisch.

Die passende Form hängt von deiner Situation ab.

Entscheidend ist:

Welcher Abstand gibt dir ausreichend Raum, wieder klarer zu denken und zu handeln?

 

 

 

36. Erwarte bei Veränderungen Reaktionen

 

Wenn du ein lange bestehendes Beziehungsmuster veränderst, verändert sich das gesamte System.

Vielleicht sagst du häufiger Nein.

Rechtfertigst dich weniger.

Bist weniger verfügbar.

Triffst eigene Entscheidungen.

Dann kann Widerstand entstehen.

Das bedeutet weniger automatisch, dass deine Veränderung falsch ist.

Es zeigt zunächst:

Etwas ist tatsächlich anders geworden.

 

 

 

37. Miss Veränderung an Verhalten

 

Einsicht klingt gut.

Entschuldigungen können berühren.

Versprechen machen Hoffnung.

Für langfristige Entscheidungen ist Verhalten aussagekräftiger.

Was geschieht über Wochen und Monate?

Werden Grenzen respektiert?

Wird Verantwortung übernommen?

Ändert sich der Umgang?

Dauerhafte Veränderung zeigt sich im Alltag.

 

 

 

38. Gib dir Zeit für Loslösung

 

Auch eine problematische Beziehung kann emotional bedeutsam sein.

Deshalb kann Loslösung widersprüchliche Gefühle auslösen.

Erleichterung und Trauer.

Klarheit und Zweifel.

Wut und Sehnsucht.

Das ist kein Beweis dafür, dass deine Entscheidung falsch war.

Menschen können etwas vermissen und gleichzeitig wissen, weshalb Veränderung notwendig war.

 

 

 

39. Richte den Blick wieder auf dein eigenes Leben

 

Irgendwann darf die andere Person weniger Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit sein.

Was möchtest du?

Was interessiert dich?

Welche Menschen tun dir gut?

Was möchtest du aufbauen?

Was hast du lange zurückgestellt?

Selbstschutz ist mehr als Abwehr. Er schafft wieder Raum für das eigene Leben.

 

 

40. Suche Unterstützung, wenn du feststeckst

 

Manche Situationen lassen sich alleine gut sortieren.

Andere sind so emotional, komplex oder folgenreich, dass ein unabhängiger Blick wertvoll wird.

Unterstützung kann helfen, Muster zu erkennen, Optionen zu entwickeln und Entscheidungen vorzubereiten.

Das ist besonders sinnvoll, wenn du dich seit langer Zeit im Kreis bewegst.

 

 

 

41. Bei deutlichen Folgen braucht es möglicherweise mehr als Coaching

 

Belastende Beziehungen können tiefe Spuren hinterlassen.

Starke Ängste.

Anhaltende innere Alarmbereitschaft.

Traumafolgen.

Intensive körperliche Reaktionen.

Oder erhebliche Einschränkungen im Alltag.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen angemessener sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

42. Komm zurück zu dir

 

Bei der Beschäftigung mit Narzissmus dreht sich irgendwann erstaunlich viel um den anderen Menschen.

Seine Motive.

Seine Kindheit.

Seine Muster.

Seine nächste Reaktion.

Seine mögliche Diagnose.

Vielleicht ist irgendwann eine andere Frage wichtiger:

Was brauche ich?

Was möchte ich?

Was tut mir gut?

Welche Beziehungen möchte ich führen?

Welche Grenzen entsprechen mir?

Wie möchte ich mein Leben gestalten?

Du musst einen anderen Menschen weniger vollständig verstehen, um wieder gut für dich sorgen zu können.

Der entscheidende Schritt führt irgendwann weg von der Analyse des anderen – und zurück zu dir.

 

 

 

Welche Unterstützung passt?

 

Private Beziehungen

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

Berufliche Situationen

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Gesellschafter?

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

Deutliche psychische Folgen

Haben belastende Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen, kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

Video

43 Tipps: Tu das mit Narzissten! Schütz dich! | #narzissmus

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Dürfen wir Eigenliebe haben? Gewiß! Es kommt nur darauf an, wer es ist, den wir lieben.

Johann Jakob Mohr

Umgang mit Narzissten

 

Sie können durchaus Charme ausstrahlen und auf den ersten Blick ganz nett wirken; Narzissten. Viele wirken redegewandt, humorvoll, selbstsicher und ziehen so die Aufmerksamkeit auf sich. Doch so gut der erste Eindruck sein mag; Narzissten entlarven sich selbst als Egomanen. Mit ihrer Selbstverliebtheit und Egozentrik strapazieren sie dann die Nerven  ihrer Mitmenschen mit ihren Star-Allüren. Meist lohnt der Inhalt, die aufwendige Verpackung zwar nicht, doch darüber wird vehement hinweggetäuscht. 
Der schöne Schein trügt und die Fassade bricht ein, alles nur Show. Solange sich noch ein paar Bewunderer finden lassen, geht sie weiter. Sie haben durchaus ihren kurzfristigen Unterhaltungswert. Leider lassen sich zu viele Menschen täuschen, weshalb es immer wieder Narzissten gelingt in Positionen zu gelangen, an denen sie einigen Schaden anrichten können.

 

 

 

Narzissten haben einen übersteigerten Wunsch nach Anerkennung

Der übersteigerte Wunsch nach Anerkennung und Bewunderung wird von einem gestörten Selbstwertgefühl verursacht. Für so ein Ego ist jede Bühne zu klein, als dass sie mit anderen geteilt werden könnte. Wobei andere Menschen ohnehin nur eine Anwesenheitsberechtigung haben; als Bewunderer! Narzissten verzichten auf Empathie und auch gerne auf jede Form von Feedback Ihnen gegenüber, das von Ihnen nicht als angemessene Anerkennung verstanden wird. Eine Freude ist der Umgang mit Narzissten selten.

Es ist von großem Vorteil solche Zeitgenossen frühzeitig zu erkennen und einen großen Bogen um sie zu machen. Nun kann es jedoch sein, dass eine Situation von Ihnen fordert mit einem Narzissten zu kommunizieren. Deshalb hier nun einige Empfehlungen, die mitunter ein paar graue Haare ersparen.

Narzissten - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Welche Erfahrungen hast du mit Narzissten gemacht?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Umfrageergebnis

 

Personen mit narzistischen Tendenzen

 

%

... können zur Belastung werden.

%

... kenne ich nicht.

%

... stören mich nicht.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de  (2017, n= 1117)

Woran Sie Narzissten erkennen: „Ich habe gelitten, auch Christus hat gelitten.Aber jetzt geht es mir wieder gut.“

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2012
Überarbeitung: 18. Februar 2019
AN: #38712588
K: CNA
Ü:

Was sagt die Körpersprache von Lance Armstrong bei Oprah Winfrey?

Was sagt die Körpersprache von Lance Armstrong bei Oprah Winfrey?

Lernen Sie von Beispielen, damit Sie und Ihe Botschaft überzeugen — in Gespräche, vor der Kamera, bei Präsentionen
Körpersprache: Lance Armstrong bei Oprah Winfrey

TV-Beichte und Körpersprache: Lance Armstrong bei Oprah Winfrey

 

Von der Presse wurde ich aufgefordert spontan die Lance-Armstrong-Show hinsichtlich der Körpersprache zu betrachten. Teil 1 der von Lance Armstrong durch und durch inszenierten TV-Beichte (manche nennen sie die Häppchen-Beichte) in einer Hotelsuite in Austin / Texas. Was erwartet den Zuschauer? Wenn bei dieser Gelegenheit eine Prise echter Reue durchschimmert, könnte er zusätzliche Punkte holen. Wobei ich das nicht erwartet habe. Wer genauer die Geschichte von Lance Armstrong betrachtet, findet einige der Elemente, die typisch für Narzissmus sind.

 

 

 

Kurze Analyse

 

Ein dunkler Anzug, blaues Hemd. Das linke Bein übergeschlagen; soll das locker wirken oder ist es eine Sicherheitsbarriere?

Chance verpasst: Ich vermisse glaubhafte Signale von Reue, beispielsweise indem er den Blick regelmäßig senkt, sich kleiner macht. Das ist nicht ernsthaft zu sehen.

Er will halbwegs locker dasitzen, Oprah Winfrey direkt gegenüber. Das soll vermutlich Offenheit signalisieren. Aber er nimmt damit auch eine Schutzhaltung ein. So wirkt er sehr kontrolliert. Und wenn er lacht, lachen die Augen nicht mit. Von einem echten Lachen kann nicht die Rede sein (Duchenne-Lächeln). Das hat etwas Gezwungenes an sich.

Der ganz Auftritt ist für ein Alphamännchen wie ihn schon zurückhaltend.

Sein Versuch, die Dopingübertretungen mit seiner Krebserkrankung zu koppeln wirkt zu berechnet. Es sei erst das zweite Mal gewesen, dass er die Kontrolle über das Geschehen nicht mehr gehabt habe. „Das erste Mal war beim Krebs.‟ Doch seine vermutlich sorgfältig ausgearbeitet Argumentationskette leidet unter den zahlreichen inkongruenten körpersprachlichen Hinweisen.

Armstrong griff sich immer wieder ins Gesicht.

Wenn Armstrong im Interview besonders gestresst wirkt, zieht er seine Backenmuskeln sehr stark zusammen.

Er beißt sich häufig auf die Lippen. Hier gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten: Er will in dem Moment etwas nicht sagen oder sein Berater hat ihm dazu geraten, es absichtlich zu tun, um reumütiger zu wirken. So wie es damals Bill Clinton bei seinem Geständnis zu Monica Lewinsky gemacht hat. Der ist aus alledem doch recht gut hervorgegangen, oder?

In diesem Fall, obwohl der Auftritt von Armstrong sehr gut vorbereitet und gut inszeniert war, nehme ich ihm seine Aussagen nicht als echte Reue ab. Es genügt nicht zu sagen, dass es ihm leidtue. Um glaubhaft zu wirken, fehlen entsprechende Hinweise. Indem er Uneinsichtigkeit signalisierte, entwertete er seine Geständnisse.

P.S.​

 

W ?