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Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung! Fäkalsprache und Provokationen in Reden und Präsentationen

Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung! Fäkalsprache und Provokationen in Reden und Präsentationen

Provozieren, damit endlich mal einer schaut

Fäkalsprache und Provokationen in Reden und Präsentationen

 

Um jeden Preis Aufmerksamkeit erregen? Wer etwas zu sagen hat, braucht die Aufmerksamkeit des Publikums. Sind Provokationen durch Tabubrüche dafür geeignet?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung!

 

Einst war es verpönt zu fluchen oder gar das Wort Scheiße bei Verärgerung auszusprechen.

 

 

 

Die Zeiten ändern sich

 

Es gab eigenartige, nein eigenwillige Zeiten, da konnten Komiker wie Ingo Appelt auf die Bühne kommen und „ficken“ sagen, damit sich das Publikum vor Lachen ausschüttete. So, als wenn ein unglaubliches Tabu gebrochen und die Befreiung des Geistes nun nah wäre. Wobei das Lachen eher wie eine Verlegenheitsreaktion klang, oder? Wie auch immer; Tabubrüche erzeugen Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist bares Geld wert. Charles Bukowski hat es bei den Buchverkäufen jedenfalls nicht geschadet.

 

 

 

Je schonungsloser, desto besser

 

Da lassen sich ausführlich beschriebene erste Erfahrung mit Tampons, Intimsäften, Haaren an den Beinen gut mit dem Titel Feuchtgebiete (oder war er Seichtgebiete?) als Unterhaltung vermarkten und der Auftritt in Talk Shows war so gesichert. Entsprechend aufbereitet lassen sich selbst Trivialitäten noch als Fahrt durch die Geisterbahn verpacken. Was bisher bestenfalls zum Kopfschütteln führte, wird zur Attraktion stilisiert.

 

 

 

Mehr, mehr, mehr

 

Das geht gar nicht, wir brauchen mehr davon. Mitteilungsbedürfnisse treffen auf Medien, die begierig Content verteilen wollen. Je heikler Thema und Darbietung, desto höher die Quote.

 

 

 

Millionen Fliegen können nicht irren

 

Ja, kalkulierter Tabubruch funktioniert oft. Zumindest für jene, die unbedingt Aufmerksamkeit benötigen drängt er sich wohl auf. Allerdings hält der Inhalt dann oft nicht, was die Attraktion verspricht. Hinter dem effekthaschenden Knall folgt dann nichts wahrlich Interessantes. Das ist wohl auch egal, wenn die Massen sich angesprochen fühlen, spielt das kaum noch eine Rolle. Dann sorgt schon das Massenphänomen dafür, dass es so weit aufgewertet wird, dass die meisten Individuen es nicht mehr hinterfragen. So viele Menschen können sich doch nicht irren, oder?!

 

 

 

Annemarie

 

Neu ist das Phänomen tatsächlich nicht. Wenn ich mich recht erinnere, gab es zur Zeit der neuen deutschen Welle auch oft mehrere Versionen eines Songs. Und eine davon war zumindest so deutlich, dass die Radiosender sie zu dieser Zeit nie gespielt hätten. Also gab es üblicherweise bei deutschen Titeln sowohl die Gänseblümchenvariante als auch die Pubertätsvariante. Die Titel auf dem Index waren besonders begehrt.

Bei englischsprachigen Titeln fehlte den Zuhörern ja überwiegend das Vokabular und sie haben nicht gemerkt, was sie da nach trällern. Wobei ich vermute, dass selbst Muttersprachlern bei Songs, wie Bobbi Brown von Frank Zappa, nicht immer ganz klar gewesen ist, worum es tatsächlich geht. Wobei solche Beispiele eher clever provozierten, was allerdings Geschmacksache ist. Es ist mit Empörung und auch Faszination verbunden.

 

 

 

Ja, und?

 

Themen aus der Tabuzone in die Diskussion zu bringen, ist doch wünschenswert, oder? Gerade in den klassischen Bereichen des Tabuisierten, wie Sexualität, Tod und Religion, kann das recht heilsam sein. So mancher Tabubruch war durchaus produktiv, hat gesellschaftliche Themen beflügelt, die Welt ein Stück gerechter gemacht. Doch manches, dass sich unter dem Mantel der Meinungsfreiheit entblößt, wirkt wie Bullshit!

 

 

 

Grenzen? Von wegen, die „Letzten Tabus“ fallen

 

Die Sache hat mindestens ein Nachteil: die Steigerung wird immer schwieriger. Normen und Tabus sind beweglich, sie verändern Gestalt, Gehalt und Gegenstand. Tabuzonen verschwinden wie Alpengletscher. Überreizung macht unempfindlicher. Was nicht heraussticht, trifft auf taube Ohren. Es wird deswegen selbst für Krawallkünstler immer aufwendiger ein Tabu zu brechen, wo schon so viele gefallen scheinen. Da muss die Darbietung dann mitunter schon wirklich eklig, respektlos und entwürdigend gestaltet werden. Sonst wird sie bei all dem Grundrauschen nicht wahrgenommen.

 

 

 

Provokation to go

 

Trotz viel beschworener politischer Korrektheit — oder als aufregend aufbegehrender Kontrast? — werden Songs mit frauenfeindlichen Texten, über Gewaltverherrlichung und Beleidigungen zunehmend härter, damit sie noch auffallen. Verkaufen sich Songs ohne Hinweis EXPLICIT überhaupt noch an manche Zielgruppen?

 

 

 

Die Absicht

 

Durch Tabubruch lassen sich nicht nur rebellierende Kinder leichter als Kunden gewinnen. Wobei es während der Pubertät hormonell die Tendenz gibt, sich durch möglichst extreme Gegenpositionen zu definieren. Ich erinnere mich durchaus noch.

Skandalös? Wohl weniger im eigentlichen Sinne! Die Provokation ist berechnet, wird institutionalisiert. Dass es bei Rap und Hip-Hop genauso Kalkül ist, wie bei Volksmusik und Schlager, ist der jeweiligen Zielgruppe egal. Wie so oft ist es eine Frage von Nachfrage und Angebot, oder war es andersherum?

Mit dieser Absicht werden eine Menge Angebote in diversen Bereichen verpackt, auch in der Weiterbildung. Da werden beispielsweise Coachings und Workshops für Work-Life-Balancing mit Sprüchen beworben, wie „Vögel mal wieder!“. Es scheint bestimmte Gruppen anzusprechen. Rubel die Katz.

Reibung erzeugt Wärme. Provokationen, Ironie und Irritation gehören zur Rhetorik, doch sie sind kein Selbstzweck. Sie entgleiten leicht und schaden dann sowohl Botschafter und Botschaft.

 

 

 

Und selbst so?

 

Wir können uns bei Gelegenheiten, wie Präsentationen und bei Textbeiträgen, entscheiden, ob und inwieweit wir durch Provokation Wirkung erzeugen oder unterstützen können und wollen. Bis zu einem gewissen Maß, halte ich das für legitim, wenn es nicht zu durchschaubar wirkt. Doch sobald ich dabei unnötig Werte verletze, wie ein Mindestmaß an Respekt, wähle ich lieber einen anderen Weg.

 

 

 

Tabu or not Tabu?

 

Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Vereinbarte Grenzen haben ja durchaus ihre Funktion. Manches Tabu besteht aus gutem Grund; es erleichtert das Zusammenleben, schützt Persönlichkeitsrechte und vieles mehr.

Außerdem, wer mit Dreck schmeißt, wird selbst schmutzig. Und wer dazu bereit ist sollte auch in der Lage sein zu vermitteln, welchen Beitrag das leistet!

Unterstützung für überzeugende Reden und Präsentationen

 

Wer nicht redet, wird nicht gehört und wer es wagt auch nicht immer. Auf dem Weg zum überzeugenden Rednerin oder Redner gibt es noch ein paar Stufen, die es zu meistern gilt. Wenn Sie Wettbewerb haben, sorgen wir für Ihren Vorsprung.

Sie wollen überzeugen, mit Ihrer Botschaft und als Persönlichkeit? Dann helfe ich Ihnen bei der Vorbereitung Ihrer Reden und Präsentationen. Von den Erfahrungen aus Marketing, Psychologie und Kommunikation werden Sie profitieren. Den Umfang bestimmen Sie. Zumindest einen Probelauf mit professionellem Feedback empfehle ich Ihnen und Ihrer Botschaft. Dann wissen Sie, wie Sie und Ihr aufbereitetes Thema wirken, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, wo es Potenziale gibt. Wieso wollen Sie erst im Anschluss an Ihren echten Auftritt solche Rückmeldungen bekommen? Dann ist es für Korrekturen zu spät. Profitieren Sie vom Vorsprung. Meine Definition von Glück: Vorbereitung trifft auf Gelegenheit.

 

Welcher Aufwand lohnt sich?

 

Bei einer guten Investition kommt mehr heraus, als hineingesteckt wird. Sie können selbst am besten einschätzen, wo sich der Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen lohnt. Hier finden Sie die Honorare für meine Unterstützung zu Kommunikationspsychologie, Sprache, Struktur, Stimme, Körpersprache, Storytelling, rhetorische Mittel, Medien, wie PowerPoint und Co. etc.

 

 

 

Keine Zeit, um zu mir in Berlin zu kommen?

 

Sie sind gerade nicht in Berlin? Dann nutzen Sie Sitzungen mit mir via Telefon oder mit Videounterstützung. Wobei es durchaus gute Gründe für eine Reise nach Berlin gibt.

 

 

 

Lampenfieber

 

Schmetterlinge im Bauch? Sehr viele Menschen leiden bei ihren Auftritten vor Publikum unter so intensivem Lampenfieber, dass ihre Leistungen deutlich hinter den Möglichkeiten bleiben. Viele vermeiden Redegelegenheit,  wo es nur geht. Schade, weil mit meiner Hilfe ein Auftritt in einem guten Zustand möglich ist. Haltung lässt sich leichter bewahren als wiedergewinnen. Und, weshalb sollten Sie auf eine Chance verzichten sich und Ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren. Nur, für den Fall…

Wie wirken Sie in Reden und Präsentationen, was sind Ihre Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend sind Sie und Ihre Botschaften in Reden und Präsentationen? Wie nutzen Sie die 118+ wesentlichsten Präsentationsfähigkeiten? Wie gelingt es, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Redebeiträge. Nach tausenden ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich Ihnen sehr genau sagen, was auf welches Publikum welche Wirkung hat. Lassen Sie mich einen Ihrer Redebeiträge und Ihre Darbietung analysieren. Dann gebe ich Ihnen professionelles Feedback, dass Sie voranbringt. Sie bekommen relevante Rückmeldungen und spezifische Empfehlungen, sowie für konkrete Redebeiträge die Impulse, die Sie brauchen, um zu überzeugen. Profitieren Sie von meinen Erfahrungen, einschließlich Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann finden Sie hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

P.S.

 

Heiligt der Zweck die Mittel? Wie weit gehen Sie mit Provokationen und wo sollte die Grenze liegen?

Wer interessieren will, muss provozieren. Salvador Dali

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

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Was wollen Sie sagen? Eindeutige Aussagen statt Wischiwaschi!

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Manche Staatsbesuche sind spannender als andere. Beispielsweise, wenn Bundespräsident Joachim Gauck China besucht. Als Gast in einem Land, das nicht gerade bekannt ist für die Pflege der demokratischen Kultur. Das erfreut nicht unbedingt so, wie mögliche Geschäfte mit diesem riesigen Land. Entsprechend zwiespältig sind die Zusammentreffen. Oft ähneln sie einem Eiertanz.

Gauck ist bei solchen Gelegenheiten weniger zurückhaltend als viele andere. Er hat sich den Ruf erworben im Umgang mit autoritären Herrschern klare Worte zu finden, angemessen und ohne Wischiwaschi. So etwas ist nicht immer leicht und voller Risiken. Deshalb ziehen es wohl auch viele Menschen vor sich zurückzuhalten, oft weit mehr, als es angebracht ist. Und das nicht nur in der Politik, sondern auch im privaten und beruflichen Alltag.

In diesem Artikel geht es darum, weshalb Sie ebenfalls klare Worte finden und nutzen sollten. Nur so können Sie sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren. Ich zeige Ihnen gerne wie, auch, wenn Sie nicht der nächste Bundespräsident werden.

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Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

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Es gibt ja leider Sachen und Geschichten,
 nie reizend und pikant,
 nur werden sie von Tanten und von Nichten 
niemals genannt. Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,
 sei zart und schweig auch du! Bedenk. 
Man liebt den Käse wohl – indessen, man deckt ihn zu. Wilhelm Busch

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. August 2018
Überarbeitung: 6. November 2022
AN: #4337
K:CNC
Ü:

Manipulation der Midterm-Wahlen in den USA, Fake-Pages, Fake-Nutzer, Fake-News

Manipulation der Midterm-Wahlen in den USA, Fake-Pages, Fake-Nutzer, Fake-News

Propaganda ist kein neues Phänomen. Das Internet bietet nur zusätzliche Möglichkeiten.
 
Karsten Noack in Biergarten Berlin

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.

Alfred Polgar

Propaganda im Internet

 

Gerade sitze ich am wärmsten Sommerabend des Jahres in einem Biergarten, um Artikel zu schreiben. Um mich herum bilden die vielen Stimmen einen angenehm inspirierenden Klangteppich. Wer weiß, was die anderen Gäste gerade bewegt? Bevor ich meinen Artikel beginne, stolpere ich über eine Nachricht der New York Times (externer Link).

Facebook berichtete am Dienstag, 31. Juli 2018 über die Aufdeckung einer Kampagne auf seinen Plattformen (Facebook und Instagram) zur Desinformation anlässlich der Midterm-Wählen. Propaganda ist keine neue Erfindung. Einflussnahme ist verlockend und das Internet bietet dafür zahlreiche zusätzliche Möglichkeiten.

Diesmal sind dafür zahlreiche Accounts und Seiten angelegt worden, um Einfluss auf die US-Kongresswahlen zu nehmen. Es sollen bisher schon 9.500 Postings gefälschter Accounts auf Facebook erkannt worden sein. Außerdem wurden Veranstaltungen beworben und Anzeigen geschaltet. Einer der gefälschten Seiten sollen mehr als 290.000 Nutzerkonten gefolgt sein. Insgesamt sei das Vorgehen unauffälliger gewesen als zur Präsidentenwahl 2016, war in den Medien zu lesen.

Die Seiten wurden gelöscht, die Verantwortlichen wurden jedoch noch nicht genannt. Nun gehen die Spekulationen in die üblichen Richtungen.

 

 

 

Midterm-Wahlen

 

Die Midterm-Wahlen finden im November 2018 statt. Dabei geht es unter anderem um alle Sitze im Repräsentantenhaus sowie ein Drittel der Mandate für den US-Senat.

 

 

 

Was tun?

 

Wir sollten den heutigen und zukünftigen Formen der Desinformation frühzeitiger begegnen. Nur wie?

Mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet, lassen sich Fake News sehr schnell in Umlauf setzen. Dank Internet bekommt die Missinformation schnell vermeintliche Quellen für den Hintergrundcheck. Was nützt der Faktencheck in einer Umgebung, die selbst voller Fehler ist? Es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel, Fake-Seiten und Fake-Einträge aufzudecken. Überhaupt geht es dort oft mehr um Emotionen, als um systematische Meinungsbildung. Weshalb hat es „die Wahrheit“ nur so schwer?

Es wird nach Bestätigung und seltenere nach Perspektiverweiterung gesucht. Verlorenes Vertrauen in die etablierten Medien und die Politik bereiten einen fruchtbaren Nährboden für Verschwörungstheorien. Angst breitet sich in vielen Bereichen aus, Abgrenzung nimmt zu und die Filterblase wird abgeschottet. Außerdem erhalten bei all dem Grundrauschen Katzenvideos mehr Aufmerksamkeit als komplexere Themen, die dann womöglich auch noch in Schrittform erkundet werden müssten.

Wer die Welt verbessern will, erst einmal die Aufmerksamkeit gewinnen und dann der aktuellen Aufmerksamkeitsspanne entsprechend den Fuß in die Tür bekommen. Keine leichte Aufgabe, zumal größere Organisationen eher die entsprechenden Ressourcen dafür haben.

Auch ohne vollkommen falsche Informationen in Umlauf zu bringen, lässt sich manipulieren. Da ist es im Internet, wie in der restlichen Medienwelt. Eine breite öffentliche Debatte, gerne auch offline, und gute Bildung möglichst vieler Menschen sind deswegen wünschenswert.

P.S.

 

Was können wir tun oder geschieht das nur in den USA?

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 31. Juli 2018
Überarbeitung: 21. August 2019
Englische Version:
AN: #641
K: CNB
Ü:

Schluss mit den alltäglichen Beleidigungen

Schluss mit den alltäglichen Beleidigungen

Kolumne

 

Schluss mit den alltäglichen Beleidigungen

Alltägliche Beleidigungen

 

Insbesondere in den sozialen Medien bekomme ich mit, was Menschen tief bewegt.

Da versteht eine sehr gebildete Frau die Welt nicht mehr und reagiert zunehmend mit Zynismus darauf. Ein anderer sozial engagierter Mann beschimpft solche Menschen wie sie als Nazis, weil sie grundlegende Antworten bei der Flüchtlingspolitik fordert.

Einer feiert die Gesetze zum Datenschutz und bezeichnet die Kritiker als Anarchisten, ein anderer ihn als Gefahr für die Meinungsfreiheit. Tatsächlich sind die Bezeichnungen oft noch viel heftiger und beleidigender, die offene oder unterschwellige Aggressivität erschreckend.

Wer sich nicht nur in der eigenen kleinen beschaulichen Filterblase aufhält, der bekommt es deutlich mit:

 

 

 

Die Gesellschaft in Deutschland ist zerrissen

 

Es durchziehen zahlreiche Risse die Gesellschaft. Wir driften auseinander. Wer es sich dann auf der eigenen Scholle eingerichtet hat, kennt sich aus, oder meint zumindest die Wahrheit zu vertreten.

Weshalb sollte da ein Interesse am Brückenbau bestehen? Es ist ja viel einfacher, sich als richtig und die anderen als falsch zu betrachten. Ab ins Schubfach. Und als Beschriftung möglichst noch eine markige Beleidigung auf das Etikett der Fehlgeleiteten, die einfach nicht verstehen wollen.

Die clever Durchtriebenen verfolgen eigene Interessen, fördern die Verhärtung und erfreuen sich an der gelungenen Manipulation. Die Masse plappert es nach, weil zumindest die oberflächlichen Argumente ihren Bedürfnissen nachkommen. Wer bereit ist, genauer hinzusehen, könnte erkennen, dass nicht alles so einfach ist. Ursache, Wirkung und Symptom sind keine Synonyme. Dass Kosmetik nicht die Ursachen behandelt, sie sogar verschlimmern kann, wird gerne in Eifer übersehen. Versehentlich und oft auch mit Absicht, den das könnte das Weltbild infrage stellen.

 

 

 

Nazi, Gutmensch, Linker, Rechter, Träumer, Konservativer,…

 

Ja, es gibt Menschen mit bedenklichen Überzeugungen. Wobei ich selbst denen unterstelle, guten Absichten dienen zu wollen. Auch, wenn die mitunter nicht so einfach erkennbar sind und ich die verfolgten Wege missbillige. Doch zumindest, wer sich dem Grundgesetz und den Menschenrechten verpflichtet, gehört mit an den Diskussionstisch. Doch das akzeptiert nicht jeder und hat auch dafür vermutlich Gründe, die gehört werden sollten. Nur kommt es dazu viel zu selten.

 

 

 

Beleidigungen

 

Mit Benzin löschen? Wo haben Beleidigungen denn wirklich schon mal geholfen? Der Kommunikation und Lösungsfindung dienen sie jedenfalls nicht. Was treibt Menschen, vielleicht sogar mit guter Absicht, dazu zusätzlichen Schaden anzurichten?

 

 

 

Gestalten statt nörgeln

 

Wer wirklich gestalten will, geht zuerst in die Tiefe. Der beschäftigt sich ausgiebig mit den Einflussfaktoren und Zusammenhängen, durchspielt die möglichen Szenarien, erkundet den Spielraum. Erst dann ist die Basis für Diskussionen und schließlich Entscheidungen vorhanden.

Wer sich um ein stabiles Fundament drücken will, baut auf wackeligen Grund. In der Philosophie, wie ich sie schätze, wird mit gutem Grund darauf bestanden, zuerst die Definitionen und die Werte zu klären. Vorher geht es nicht weiter. Oft wird in der heutigen Gesellschaft allerdings damit argumentiert, die Zeit dafür wäre nicht vorhanden. Doch stimmt das wirklich und darf das eine wiederholte Ausrede für Flickwerk sein?

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

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Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen finden Sie deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das für Sie passt, freue ich mich auf die Zusammenarbeit.

 

 

Nachricht

 

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Anmerkungen:

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P.S.

 

Ich unterstütze Menschen, die respektvoll gestalten wollen, auch ehrenamtlich. Wer will, der kann!

Beleidigungen

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Juli 2018
Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #3454
K: CNB
Ü:

Denglish – Lost in Translation – Denglish for Better Knowers

Denglish - Lost in Translation - Denglish for Better Knowers

Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen. (Sir Francis Bacon)

 

Englisch - Denglish

Denglish

 

Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten? Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Viele Redner lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish! Nur, kommt das überall gut an?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Denglish

 

Das Gespräch am Nebentisch war lauter als notwendig. Es hat eine Weile gedauert, bis ich erkannte, welche Sprache dort gesprochen wurde. Es war Denglish.

Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten?

Mein Handy klingelt und die Fußballfans gehen zum Public Viewing. Letzteres meint übrigens eigentlich die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen. Das ist meines Wissens bei Fußballspielübertragungen in Deutschland nicht üblich. Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Wir lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish!

 

 

 

Ach, sorry ja, shit happens!

 

Noch ein paar Beispiele gefällig?

  • As you me, so I you.
    Wie du mir, so ich dir!
  • Do you have a bird?
    Haben Sie einen Vogel?
  • Don’t play the offended liver sausage.
    Spiel nicht die beleidigte Leberwurst.
  • English für Runaways.
    Englisch für Fortgeschrittene.
  • Everything is in butter.
    Alles ist in Butter.
  • go strange
    fremdgehen
  • Hand shoes
    Handschuhe
  • Here goes the mail off.
    Hier geht die Post ab.
  • Here is dead trousers!
    Hier ist tote Hose!
  • His English is not the yellow from the egg.
    Sein Englisch ist nicht das Gelbe vom Ei.
  • I believe me kicks a horse.
    Ich glaube ein Pferd tritt mich.
  • I know me here out.
    Ich kenne mich hier aus.
  • I make me on the socks.
    Ich mache mich auf die Socken.
  • I saddle the chickens.
    Ich sattle die Hühner.
  • I scratch the curve.
    Ich kratze die Kurve.
  • I see black for you.
    Ich sehe schwarz für euch.
  • I shame me in ground and floor.
    Ich schäme mich in Grund und Boden.
  • I think I spider!
    Ich glaube ich spinne!
  • My dear Mister singing club.
    Mein lieber Herr Gesangsverein.
  • Nice is the little brother of shit.
    Nett ist der kleine Bruder von Scheisse.
  • Now is end with funny.
    Nun ist Schluss mit lustig.
  • Now is everything for the cat.
    Jetzt ist alles für die Katz.
  • Now we have the salad.
    Jetzt haben wir den Salat.
  • Orangen-Juice in der DDR
  • Pain let after.
    Schmerz lass nach!
  • Say it short and pregnant.
    Sag es kurz und prägnant.
  • Shitwing
    Kotflügel
  • Sponge over it.
    Schwamm drüber.
  • Stress let after.
    Stress lass nach.
  • Tell me nothing from the horse.
    Erzähl mir nichts vom Pferd.
  • That is me sausage.
    Das ist mir Wurst.
  • That is snow from yesterday.
    Das ist Schnee von gestern.
  • The devil will I do.
    Den Teufel werde ich tun.
  • This makes you so fast nobody after.
    Das macht dir so schnell keiner nach.
  • Tell no cheese!
    Erzähle keinen Käse!
  • With him is no good cherry eating.
    Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen.
  • You are on the woodway.
    Ihr seid auf dem Holzweg.
  • You lazy sock.
    Du faule Socke.
  • You have no idea of tooting and blowing.
    Ihr habt von Tuten und Blasen keine Ahnung.
  • You shine like a honeycakehorse.
    Du grinst, wie ein Honigkuchenpferd.
  • You walk me full on the cookie.
    Ihr geht mir voll auf den Keks.

P.S.

 

Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Besonderheit ihrer Sprache nimmt, meinte Immanuel Kant. Ja, und? Wie finden Sie Denglish und kennen Sie weitere Beispiele? Welche Wortschöpfung hat den ersten Platz verdient.

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten. Marie von Ebner-Eschenbach

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Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten? Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Wir lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish! Nur kommt das überall gut an?

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Was wollen Sie sagen? Eindeutige Aussagen statt Wischiwaschi!

Was wollen Sie sagen? Eindeutige Aussagen statt Wischiwaschi!

Manche Staatsbesuche sind spannender als andere. Beispielsweise, wenn Bundespräsident Joachim Gauck China besucht. Als Gast in einem Land, das nicht gerade bekannt ist für die Pflege der demokratischen Kultur. Das erfreut nicht unbedingt so, wie mögliche Geschäfte mit diesem riesigen Land. Entsprechend zwiespältig sind die Zusammentreffen. Oft ähneln sie einem Eiertanz.

Gauck ist bei solchen Gelegenheiten weniger zurückhaltend als viele andere. Er hat sich den Ruf erworben im Umgang mit autoritären Herrschern klare Worte zu finden, angemessen und ohne Wischiwaschi. So etwas ist nicht immer leicht und voller Risiken. Deshalb ziehen es wohl auch viele Menschen vor sich zurückzuhalten, oft weit mehr, als es angebracht ist. Und das nicht nur in der Politik, sondern auch im privaten und beruflichen Alltag.

In diesem Artikel geht es darum, weshalb Sie ebenfalls klare Worte finden und nutzen sollten. Nur so können Sie sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren. Ich zeige Ihnen gerne wie, auch, wenn Sie nicht der nächste Bundespräsident werden.

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 6. November 2022
AN: #371
K:
Ü:

Wie stehen Sie zu ewiger Jugend und der Frage, ob Freunde nur die guten Dinge teilen sollten?

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Gedanken zu Alter und Freundschaft
Ewige Jugend und die Frage, ob Freunde nur die guten Dinge teilen sollten?

Ewige Jugend

 

Erst gestern stolperte ich über einen Film aus dem Jahr 2015: Ewige Jugend – im Original nennt er sich Youth, also Jugend.

In diesem Film gehen Michael Caine als Fred und Harvey Keitel als Mick am Ende ihres Lebens auf die Suche nach dessen Sinn. So lässt der Film sich zumindest interpretieren. Paolo Sorrentinos Film ist eine Liebeserklärung an die schönen Künste. Das Leben scheint gerade durch die Dinge lebenswert zu sein, die wir nicht unbedingt brauchen.

Der berühmte Komponist und Dirigent Fred Ballinger sowie Filmregisseur Mick Boyle sind als uralte Freunde zu erleben. Hinsichtlich ihres Alterswerks haben die beiden komplett andere Vorstellungen. Während Fred sich dem Nichtstun hingibt, will Mick mit seinem neusten Filmprojekt und mit Hilfe seiner langjährigen Muse Brenda Morell (gespielt von Jane Fonda) ein Vermächtnis hinterlassen.

„Dirigieren Sie noch, Maestro? “ – „Nein, ich bin im Ruhestand!“ antwortet er. Fred will nicht einmal für den Ritterschlag und die britische Königin dirigieren.

Fred will seine Ruhe, Mick sucht Inspiration. Sie finden weder das Eine noch das Andere, oder doch?

Mick lässt sich für seinen Film von fünf jungen Drehbuchschreibern unterstützen. „Siehst du den Berg da drüben, alles erscheint so nah, das ist die Zukunft.“, Mick dreht das Fernglas herum. „Und jetzt erscheint alles so weit weg, das ist die Vergangenheit.“ So erklärt er den jungen Leuten nebenbei die Welt. Zumindest bis ihm klar wird, dass er sie selbst nicht versteht.

Der Film mit seinen wunderschönen Bergpanoramen spielt in einem Wellnesshotel der Schweiz, die Gäste liefern den absurden Hintergrund. Er ist eine Freude für Augen und Ohren. Großartige Musik, eindrucksvolle Landschaftsbilder, Fragmente von Lebensgeschichten und Einblicke in die menschliche Seele.

Filmtrailer

 

Der Trailer bei YouTube (externer Link):

Ewige Jugend - Trailer (deutsch/german)

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Sollten Freunde nur die guten Dinge miteinander teilen?

 

In meinem Gedächtnis sind einige der Momente des Films noch präsent. Er hat auch mindestens eine Frage aufgeworfen: „In einer guten Freundschaft erzählst du dir nur die guten Dinge“, erklärt Mick. Gilt nicht sonst eher die These „Geteiltes Leid ist halbes Leid “?

Ich finde, es ist durchaus eine gute Sache, auch belastende Themen auszusprechen. Das nimmt der Last so einiges an Gewicht. Wenn nicht mit einem guten Freunde, dann doch zumindest mit jemanden, der damit umzugehen weiß. Manchmal hilft es die Hosen herunterlassen und das hat mit Vertrauen zu tun. Was nutzen die vielen Freunde bei Facebook, wenn es niemanden gibt, der tatsächlich zuhört? Zugegebenermaßen hat es eine Menge mit der Erfahrung in der Jugend zu tun, ob und welche Einsichten gewährt werden. Alles eitel Sonnenschein oder gibt es auch mal Schmerz?

Gemeinsame Erfahrungen schaffen Verbindungen, es geht um relevante Themen, Teilen findet auf vielen Ebenen statt. Gerade das zeichnet tiefere Freundschaften aus. Sie werden dadurch im Laufe der Zeit immer kostbarer.

P.S.

 

Erstens: Mögen Sie solche Filme?
Zweitens: Finden Sie die These stimmt, geteiltes Leid ist halbes Leid?
Drittens: Erzählen sich gute Freunde wirklich nur die guten Dinge?

Umfrageergebnis

 

Erzählen sich Freunde nur die guten Sachen?

%

Nein

%

Ja

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n=1076)
Alles erscheint so nah.
Das ist die Zukunft.

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Januar 2018
Überarbeitung: 6. November 2022
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Sommerinterview 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sommerinterview 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel

Tina Hassel und Thomas Baumann interviewten am Sonntagabend, den 16. Juli 2017 Angela Merkel
Die Journalistin Tina Hassel und Thomas Baumann hatten am Sonntagabend, den 16. Juli 2017 ganze 19 Minuten Zeit für das Sommerinterview mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sommerinterview 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel

 

Wer Profil zeigt, bleibt meist nicht lange in der Politik.

Karsten Noack

Sommerinterview

 

Jetzt aber schnell. Die Journalistin Tina Hassel und Thomas Baumann hatten am Sonntagabend, den 16. Juli 2017 ganze 19 Minuten Zeit für das Sommerinterview mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

 

 

Wie erwartet …

 

Es kam, wie es wohl kommen musste; die Antworten auf die 20 Fragen an die Bundeskanzlerin waren so unspektakulär, wie konsequent. Hatten die beiden Journalisten vor, Merkel aus der Reserve zu locken, vielleicht sogar emotionale Reaktionen erwartet? Dann sind sie kläglich gescheitert. Nichts, was das Zusammentreffen bemerkenswert macht, außer der Umstand, dass es das wieder mal war. Same procedure as last year? Same procedure as every year, James!

Hinsichtlich des Unterhaltungswertes und des Informationsgehaltes mag das traurig stimmen. Es zeigt allerdings erneut, dass die Bundeskanzlerin zu routiniert ist, um sich bei einer solchen Gelegenheit aus ihrer Sicherheit locken zu lassen. Ihre anfängliche Angespanntheit löst sich schnell auf. Sie entscheidet selbst, was sie offenbart. Und das ist, so hat sie sich entschieden, weil für sie bewährt, wenig.

Manche nennen das Vorsichtigkeitsrhetorik und Milchglasscheibenantworten, sprechen vom merkel’schen Nichts-Falsches-sagen-Wollen und der Teflon-Kanzlerin mit Umfragesucht. Für Kritiker ist sie ignorant. Bewunderer staunen, dass sie fast nichts aus der Fassung bringt.

 

 

 

Es funktioniert für Angela Merkel – gibt es etwas zu lernen?

 

Für Ihre Rhetorik bekommt sie keine guten Bewertungen und doch ist sie seit langem im Amt. Wie macht sie das? Sie spricht in einer einfachen Sprache, kennt den Wert des Kommas und erlaubt sich Denkpausen. Die helfen ihr dabei so zu formulieren, dass sie möglichst unangreifbar ist. Ihr bedachtes Reden ist nicht schön anzuhören, doch so findet sie die defensivere, nebulöser Beschreibung. Andere würden sich impulsiver verhalten und damit angreifbar machen. Wer Profil zeigt, bleibt meist nicht lange in der Politik.

Selbst wenn es eine Kehrtwende erfordert, biegt sie gegebenenfalls später die Argumentation gerade. Was nicht passt, wird passend gemacht. Auch da ist sie pragmatisch. Beispiel gefällig?

 

Also zur Obergrenze ist meine Haltung klar, ich werde sie nicht akzeptieren.

Angela Merkel

 

Das hob die CDU-Chefin am Sonntagabend hervor. Die Obergrenze für Flüchtlinge ist eine zentrale Wahlkampfforderung der Christsozialen. Ob es sich damit so verhält wie mit der Pkw-Maut? Im Bundestagswahlkampf 2013 hatte Merkel die Pkw-Maut ebenfalls abgelehnt.

 

Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.

Angela Merkel

 

Im Sommerinterview 2017 erklärte Merkel, sie habe ihr Nein zur Maut damals darauf bezogen, dass die Abgabe Inländer nicht belasten dürfe. Nur unter dieser Voraussetzung wurde die Pkw-Maut umgesetzt. Nun rätseln einige Zweifler, wie sie bei erneuten Zugeständnissen gegenüber der Schwesterpartei diesmal argumentieren wird. Vermutlich wird sie nicht argumentieren, sondern es denjenigen erklären, die es nicht verstanden haben.

 

 

 

Fazit

 

Nicht greifbar sein, das kann sie. Sie verzichtet wohl bewusst darauf, eigene Themen zu setzen. Sie liefert damit zwar keine weiteren Gründe dafür, sie zu wählen, allerdings bietet sie so auch keine Angriffsfläche. Sollte nichts Spektakuläres geschehen, dass auf sie zurückfällt, hat sie große Chancen, dass die Strategie aufgeht. Bisher hat diese Strategie für sie gut funktioniert.

Wer Profil zeigt, bleibt meist nicht lang in der Politik. Karsten Noack

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P.S.

 

Ist an der Behauptung etwas dran?

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Teleprompter-Trump statt Twitter-Trump?

 

Dienstagabend, am 28. Februar 2017 hielt US-Präsident Donald Trump vor beiden Kammern des amerikanischen Kongresses seine erste Rede. Um sich nicht erneut blaue Flecken zu holen, las Trump sie diszipliniert vom Teleprompter ab. So leistete er sich diesmal keine Ausrutscher. Im Unterschied zu seinen üblichen Auftritten, bei denen er häufig frei flottierend von Thema zu Thema mäanderte, dabei Sätze unvollständig blieben und er ausgewählte Worte und Wendungen gebetsmühlenartig wiederholte, war dies eine stringent geschriebene und ohne spontane Eingebung vorgelesene Rede. Das Internet verrät, wer sie geschrieben hat; Stephen Miller.

Ein Tweet behauptet kurz darauf „51 Lügen in 61 Minuten“ und liefert dazu auch gleich einen ausführlichen Faktencheck (externer Link). Die Tagesschau fragt ebenfalls; „Wie viel Wahrheit steckt in der Trump-Rede?“ (externer Link). Und sie sind nicht die ersten nachzählenden Kritiker. Mancher Vorwurf in seine Richtung ist offensichtlich richtig, viele sind davon abhängig, wie sie ausgelegt werden. Er geht jedenfalls recht unbelastet mit Zahlen, Daten und vermeintlichen Fakten um. Und das, obwohl er damit rechnen muss, dass jedes Wort überprüft wird. Ist es ihm egal oder steckt dahinter eine Absicht? Bei den vielen Beratern ist Letzteres zu vermuten.

 

 

 

Der Redestil

 

Die meisten von mir gehörten Stimmen empfinden Trumps Auftritt diesmal etwas verbindlicher im Ton und weiterhin hart in der Sache. Diesmal keine apokalyptischen Reiter: In seiner Inaugurationsansprache Ende Januar 2017 hatte Trump noch ein düstereres Bild einer von inneren und äußeren Feinden umzingelten und ausgebeuteten USA gemalt. In dieser Rede präsentierte er sich etwas vorsichtiger. Manch ein Zuhörer empfand das sogar als versöhnlich und sogar optimistisch. Auch das wird allerdings je nach Position recht unterschiedlich wahrgenommen. Während ich in früheren Reden zum Amtsantritt häufig den Hinweis zur Versöhnung finden, ist das in diesem Fall nicht von Belang, im Gegenbeil; ich empfinde sie als polarisierend, wie eine seiner weniger ausfallenden Wahlkampfreden.

Zumindest bleiben drastische Angriffe auf die Presse diesmal aus. Das hätte auch zu einem erneuten Aufschrei geführt und ihm weiteren Gegenwind bereitet. Weitere Entgleisungen könnten ihm teuer zu stehen kommen, schließlich sind 2018 Halbzeitwahlen (englisch: midterm elections), bei denen ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu bestimmt. Auch die Vertreter der Republikaner wollen ihre Jobs behalten und Fehltritte Trumps könnten für sie schmerzhaft werden. Wobei in der Zwischenzeit noch eine Menge geschehen kann. Viele US-Präsidenten haben schwach begonnen. Wenn auch nicht mit so viel Ablehnung und Fauxpas.

In Fall von Trump wurden schon viele Äußerungen zur innen- und außenpolitischen Kampfansage. Doch es geschah nichts Spektakuläres, das die ohnehin schon niedrigen Umfragewerte noch weiter versenkt. Also müssen wir genauer hinsehen, um zwischen den Zeilen auf die Suche nach interessanten Informationen zu gehen.

Solch eine Rede hat weitgehend innenpolitische Zwecke. Inhaltlich ist nicht viel Neues zu entdecken, in dieser Rede. Er hat sich zumindest an manchen Stellen etwas zurückgenommen. Ein vollständiges Transkript befindet sich am Artikelende.

 

 

 

Körpersprache

 

Ein paar Beobachtungen: Auf dem Weg zum Podium schüttelte er Hände und klopfte fleißig Schultern. Zum Glück ohne einen solch skurrilen Händedruck, wie beim japanischen Premierminister Shinzo Abe. Trump ist körpersprachlich nicht besonders versiert. Das ist nicht nur an seinem recht grobmotorischen Verhalten zu erkennen. Er wirkt nicht souverän, doch ob die üblichen Dominanzgesten – wie Rhythmusgesten und eigenartiger Handschlag – gespielt sind oder der tatsächlichen Überzeugung entsprechen? Er zeigt wenig Hinweise darauf, dass es unecht ist. Sein Schwarz-Weiß-Denken scheint ihm inne zu sein.

Körpersprache an sich verrät nicht eindeutig, worauf sie sich bezieht. Doch an manchen Stellen offenbart Trump zumindest für den Augenblick eines Augenaufschlags zur verbalen Aussage widersprüchliche Hinweise. So sehen wir Mikrohinweise, die für Missachtung und Überheblichkeit stehen. Üblicherweise steht das im engeren Zusammenhang mit dem jeweiligen Kontext. Beispielsweise, als kurz die Mundwinkel einseitig nach oben gehen. Etwas, dass den meisten Beobachtern kaum auffällt, weil es nur kurz aufblitzt. Die bei ihm so häufigen mimischen Ausdrücke für Ärger und Wut waren diesmal in der Rede nicht zu sehen. Überhaupt zeigt er zunehmend häufiger Stresssignale, die so in der Wahlkampfzeit noch nicht bei ihm zu sehen waren. Der Gegenwind und die immense Ablehnung bleiben nicht ohne Spuren. Für die Auswertung ist erforderlich die hohe Anzahl sehr eigenartiger körpersprachlicher Signale, insbesondere der Mimik zu erkennen, um sich auf Veränderungen zu kalibrieren. So öffnet er häufig, wie nach Luft schnappend, den Mund und bewegt seine Zunge recht eigenartig, was hauptsächlich durch den ansonsten gezwungen ernsten Blick verwirrt. Ein halbes Dutzend Mal zeigt er im Publikum auf eine Person, so als würde er auf diese Weise Bestätigung suchen. Es wirkte auf mich so, als wäre er auf der Suche nach Verbündeten.

Immer wieder sind während der Rede Gesten der Unsicherheit zu sehen: Schlucken, geraderücken des Jacketts.

Er nimmt sich im Vergleich minimal zurück, doch körpersprachlich ist er noch nicht im Präsidentenamt angekommen.

 

 

 

 

Blick ins Publikum

 

Ab und zu schaute Trump auch zu den Demokraten, aber meist blieben sie ablehnend und regungslos. Einige Demokratinnen waren ganz in Weiß gekleidet. Sie protestierten damit gegen einen Präsidenten, der sich häufiger sexistisch geäußert hatte. Die Republikaner orientierten sich bei ihren Reaktionen an ihren Führungspersönlichkeiten und applaudierten in der Regel recht ausdauernd. Die meisten Demokraten wirkten ablehnend bis eingefroren. Bösen Stimmen zufolge waren nicht nur die Medien enttäuscht, dass Trump sich diesmal nicht zu verbalen Entgleisungen hatte hinreißen lassen. Republikanischen Entscheidungsträgern wie Paul Ryan und Mitch McConnell hingegen war ihre Erleichterung anzusehen.

Transkript Donald Trump’s Kongressrede

 

Mr. Speaker, Mr. Vice President, Members of Congress, the First Lady of the United States, and citizens of America: Tonight, as we mark the conclusion of our celebration of Black History Month, we are reminded of our Nation’s path toward civil rights and the work that still remains. (

*1) Recent threats targeting Jewish Community Centers and vandalism of Jewish cemeteries, as well as last week’s shooting in Kansas City, remind us that while we may be a Nation divided on policies, we are a country that stands united in condemning hate and evil in all its forms. Each American generation passes the torch of truth, liberty, and justice in an unbroken chain all the way down to the present. That torch is now in our hands. And we will use it to light up the world. I am here tonight to deliver a message of unity and strength, and it is a message deeply delivered from my heart.

(*2) A new chapter of American Greatness is now beginning. A new national pride is sweeping across our nation. And a new surge of optimism is placing impossible dreams firmly within our grasp. What we are witnessing today is the renewal of the American spirit.

(*3) Our allies will find that America is once again ready to lead. All the nations of the world – friend or foe – will find that America is strong, America is proud, and America is free. In 9 years, the United States will celebrate the 250th anniversary of our founding – 250 years since the day we declared our Independence. It will be one of the great milestones in the history of the world. But what will America look like as we reach our 250th year? What kind of country will we leave for our children? I will not allow the mistakes of recent decades past to define the course of our future. For too long, we’ve watched our middle-class shrink as we’ve exported our jobs and wealth to foreign countries. We’ve financed and built one global project after another, but ignored the fates of our children in the inner cities of Chicago, Baltimore, Detroit – and so many other places throughout our land. We’ve defended the borders of other nations while leaving our own borders wide open, for anyone to cross – and for drugs to pour in at a now unprecedented rate. And we’ve spent trillions of dollars overseas, while our infrastructure at home has so badly crumbled. Then, in 2016, the earth shifted beneath our feet. The rebellion started as a quiet protest, spoken by families of all colors and creeds – families who just wanted a fair shot for their children and a fair hearing for their concerns. But then the quiet voices became a loud chorus – as thousands of citizens now spoke out together, from cities small and large, all across our country. Finally, the chorus became an earthquake – and the people turned out by the tens of millions, and they were all united by one very simple, but crucial demand, that America must put its own citizens first …  because only then, can we truly make America great again. Dying industries will come roaring back to life. Heroic veterans will get the care they so desperately need.Heroic veterans will get the care they so desperately need.Heroic veterans will get the care they so desperately need. Our military will be given the resources its brave warriors so richly deserve.its brave warriors so richly deserve. Crumbling infrastructure will be replaced with new roads, bridges, tunnels, airports and railways gleaming across our beautiful land. Our terrible drug epidemic will slow down and ultimately, stop. And our neglected inner cities will see a rebirth of hope, safety, and opportunity. Above all else, we will keep our promises to the American people. It’s been a little over a month since my inauguration, and I want to take this moment to update the Nation on the progress I’ve made in keeping those promises.

(*4) Since my election, Ford, Fiat-Chrysler, General Motors, Sprint, Softbank, Lockheed, Intel, Walmart, and many others, have announced that they will invest billions of dollars in the United States and will create tens of thousands of new American jobs. The stock market has gained almost three trillion dollars in value since the election on November 8th, a record. We’ve saved taxpayers hundreds of millions of dollars by bringing down the price of the fantastic new F-35 jet fighter and will be saving billions more dollars on contracts all across our Government. We have placed a hiring freeze on non-military and non-essential Federal workers. We have begun to drain the swamp of government corruption by imposing a 5-year ban on lobbying by executive branch officials – and a lifetime ban on becoming lobbyists for a foreign government. We have undertaken a historic effort to massively reduce job‑crushing regulations, creating a deregulation task force inside of every Government agency; imposing a new rule which mandates that for every 1 new regulation, 2 old regulations must be eliminated; and stopping a regulation that threatens the future and livelihoods of our great coal miners. We have cleared the way for the construction of the Keystone and Dakota Access Pipelines – thereby creating tens of thousands of jobs – and I’ve issued a new directive that new American pipelines be made with American steel. We have withdrawn the United States from the job-killing Trans-Pacific Partnership. With the help of Prime Minister Justin Trudeau, we have formed a Council with our neighbors in Canada to help ensure that women entrepreneurs have access to the networks, markets and capital they need to start a business and live out their financial dreams. To protect our citizens, I have directed the Department of Justice to form a Task Force on Reducing Violent Crime. I have further ordered the Departments of Homeland Security and Justice, along with the Department of State and the Director of National Intelligence, to coordinate an aggressive strategy to dismantle the criminal cartels that have spread across our Nation. We will stop the drugs from pouring into our country and poisoning our youth – and we will expand treatment for those who have become so badly addicted. At the same time, my Administration has answered the pleas of the American people for immigration enforcement and border security. By finally enforcing our immigration laws, we will raise wages, help the unemployed, save billions of dollars, and make our communities safer for everyone. We want all Americans to succeed – but that can’t happen in an environment of lawless chaos. We must restore integrity and the rule of law to our borders. For that reason, we will soon begin the construction of a great wall along our southern border. It will be started ahead of schedule and, when finished, it will be a very effective weapon against drugs and crime. As we speak, we are removing gang members, drug dealers and criminals that threaten our communities and prey on our citizens. Bad ones are going out as I speak tonight and as I have promised. To any in Congress who do not believe we should enforce our laws, I would ask you this question: what would you say to the American family that loses their jobs, their income, or a loved one, because America refused to uphold its laws and defend its borders? Our obligation is to serve, protect, and defend the citizens of the United States. We are also taking strong measures to protect our Nation from Radical Islamic Terrorism. According to data provided by the Department of Justice, the vast majority of individuals convicted for terrorism-related offenses since 9/11 came here from outside of our country. (*5) We have seen the attacks at home – from Boston to San Bernardino to the Pentagon and yes, even the World Trade Center. We have seen the attacks in France, in Belgium, in Germany and all over the world. It is not compassionate, but reckless, to allow uncontrolled entry from places where proper vetting cannot occur. Those given the high honor of admission to the United States should support this country and love its people and its values. We cannot allow a beachhead of terrorism to form inside America – we cannot allow our Nation to become a sanctuary for extremists. That is why my Administration has been working on improved vetting procedures, and we will shortly take new steps to keep our Nation safe – and to keep out those who would do us harm. As promised, I directed the Department of Defense to develop a plan to demolish and destroy ISIS – a network of lawless savages that have slaughtered Muslims and Christians, and men, women, and children of all faiths and beliefs. We will work with our allies, including our friends and allies in the Muslim world, to extinguish this vile enemy from our planet. I have also imposed new sanctions on entities and individuals who support Iran’s ballistic missile program and reaffirmed our unbreakable alliance with the State of Israel. Finally, I have kept my promise to appoint a Justice to the United States Supreme Court – from my list of 20 judges – who will defend our Constitution. I am honored to have Maureen Scalia with us in the gallery tonight. Her late, great husband, Antonin Scalia, will forever be a symbol of American justice. To fill his seat, we have chosen Judge Neil Gorsuch, a man of incredible skill, and deep devotion to the law. He was confirmed unanimously to the Court of Appeals, and I am asking the Senate to swiftly approve his nomination. Tonight, as I outline the next steps we must take as a country, we must honestly acknowledge the circumstances we inherited. Ninety-four million Americans are out of the labor force. Over 43 million people are now living in poverty, and over 43 million Americans are on food stamps. More than 1 in 5 people in their prime working years are not working. We have the worst financial recovery in 65 years. In the last 8 years, the past Administration has put on more new debt than nearly all other Presidents combined. We’ve lost more than one-fourth of our manufacturing jobs since NAFTA was approved, and we’ve lost 60,000 factories since China joined the World Trade Organization in 2001. Our trade deficit in goods with the world last year was nearly $800 billion dollars. And overseas, we have inherited a series of tragic foreign policy disasters. Solving these, and so many other pressing problems will require us to work past the differences of party. It will require us to tap into the American spirit that has overcome every challenge throughout our long and storied history. But to accomplish our goals at home and abroad, we must restart the engine of the American economy – making it easier for companies to do business in the United States, and much harder for companies to leave. Right now, American companies are taxed at one of the highest rates anywhere in the world. My economic team is developing historic tax reform that will reduce the tax rate on our companies so they can compete and thrive anywhere and with anyone. At the same time, we will provide massive tax relief for the middle class. We must create a level playing field for American companies and workers. Currently, when we ship products out of America, many other countries make us pay very high tariffs and taxes – but when foreign companies ship their products into America, we charge them almost nothing. I just met with officials and workers from a great American company, Harley-Davidson. In fact, they proudly displayed five of their magnificent motorcycles, made in the USA, on the front lawn of the White House. At our meeting, I asked them, how are you doing, how is business? They said that it’s good. I asked them further how they are doing with other countries, mainly international sales. They told me – without even complaining because they have been mistreated for so long that they have become used to it – that it is very hard to do business with other countries because they tax our goods at such a high rate. They said that in one case another country taxed their motorcycles at 100 percent. They weren’t even asking for change. But I am. I believe strongly in free trade but it also has to be fair trade. The first Republican President, Abraham Lincoln, warned that the „abandonment of the protective policy by the American Government [will] produce want and ruin among our people.“ Lincoln was right – and it is time we heeded his words. I am not going to let America and its great companies and workers be taken advantage of anymore. I am going to bring back millions of jobs. Protecting our workers also means reforming our system of legal immigration. The current, outdated system depresses wages for our poorest workers and puts great pressure on taxpayers. Nations around the world, like Canada, Australia, and many others – have a merit-based immigration system. It is a basic principle that those seeking to enter a country ought to be able to support themselves financially. Yet, in America, we do not enforce this rule, straining the very public resources that our poorest citizens rely upon. According to the National Academy of Sciences, our current immigration system costs America’s taxpayers many billions of dollars a year. Switching away from this current system of lower-skilled immigration, and instead adopting a merit-based system, will have many benefits: it will save countless dollars, raise workers‘ wages, and help struggling families – including immigrant families – enter the middle class. I believe that real and positive immigration reform is possible, as long as we focus on the following goals: to improve jobs and wages for Americans, to strengthen our nation’s security, and to restore respect for our laws. If we are guided by the well-being of American citizens then I believe Republicans and Democrats can work together to achieve an outcome that has eluded our country for decades.

Another Republican President, Dwight D. Eisenhower, initiated the last truly great national infrastructure program – the building of the interstate highway system. The time has come for a new program of national rebuilding. America has spent approximately six trillion dollars in the Middle East, all this while our infrastructure at home is crumbling. With this six trillion dollars we could have rebuilt our country twice. And maybe even three times if we had people who had the ability to negotiate. To launch our national rebuilding, I will be asking the Congress to approve legislation that produces a $1 trillion investment in the infrastructure of the United States financed through both public and private capital creating millions of new jobs. This effort will be guided by two core principles: Buy American, and Hire American. Tonight, I am also calling on this Congress to repeal and replace Obamacare with reforms that expand choice, increase access, lower costs, and at the same time, provide better Healthcare. Mandating every American to buy government-approved health insurance was never the right solution for America. The way to make health insurance available to everyone is to lower the cost of health insurance, and that is what we will do. Obamacare premiums nationwide have increased by double and triple digits. As an example, Arizona went up 116 percent last year alone. Governor Matt Bevin of Kentucky just said Obamacare is failing in his State – it is unsustainable and collapsing. One-third of counties have only one insurer on the exchanges – leaving many Americans with no choice at all. Remember when you were told that you could keep your doctor, and keep your plan? We now know that all of those promises have been broken. Obamacare is collapsing –  and we must act decisively to protect all Americans. Action is not a choice – it is a necessity. So I am calling on all Democrats and Republicans in the Congress to work with us to save Americans from this imploding Obamacare disaster. Here are the principles that should guide the Congress as we move to create a better healthcare system for all Americans: First, we should ensure that Americans with pre-existing conditions have access to coverage and that we have a stable transition for Americans currently enrolled in the healthcare exchanges. Secondly, we should help Americans purchase their own coverage, through the use of tax credits and expanded Health Savings Accounts –  but it must be the plan they want, not the plan forced on them by the Government. Thirdly, we should give our great State Governors the resources and flexibility they need with Medicaid to make sure no one is left out. Fourthly, we should implement legal reforms that protect patients and doctors from unnecessary costs that drive up the price of insurance — and work to bring down the artificially high price of drugs and bring them down immediately. Finally, the time has come to give Americans the freedom to purchase health insurance across State lines – creating a truly competitive national marketplace that will bring cost way down and provide far better care. Everything that is broken in our country can be fixed. Every problem can be solved. And every hurting family can find healing and hope. Our citizens deserve this, and so much more – so why not join forces to finally get it done? On this and so many other things, Democrats and Republicans should get together and unite for the good of our country, and for the good of the American people. My administration wants to work with members in both parties to make childcare accessible and affordable, to help ensure new parents have paid family leave, to invest in women’s health, and to promote clean air and clear water, and to rebuild our military and our infrastructure. True love for our people requires us to find common ground, to advance the common good, and to cooperate on behalf of every American child who deserves a brighter future. An incredible young woman is with us this evening who should serve as an inspiration to us all. Today is Rare Disease day, and joining us in the gallery is a Rare Disease Survivor, Megan Crowley. Megan was diagnosed with Pompe Disease, a rare and serious illness when she was 15 months old. She was not expected to live past 5. On receiving this news, Megan’s dad, John, fought with everything he had to save the life of his precious child. He founded a company to look for a cure and helped develop the drug that saved Megan’s life. Today she is 20 years old and a sophomore at Notre Dame. Megan’s story is about the unbounded power of a father’s love for a daughter. But our slow and burdensome approval process at the Food and Drug Administration keeps too many advances, like the one that saved Megan’s life, from reaching those in need. If we slash the restraints, not just at the FDA but across our Government, then we will be blessed with far more miracles like Megan. In fact, our children will grow up in a Nation of miracles. But to achieve this future, we must enrich the mind and the souls of every American child. Education is the civil rights issue of our time. I am calling upon Members of both parties to pass an education bill that funds school choice for disadvantaged youth, including millions of African-American and Latino children. These families should be free to choose the public, private, charter, magnet, religious or home school that is right for them. Joining us tonight in the gallery is a remarkable woman, Denisha Merriweather. As a young girl, Denisha struggled in school and failed third grade twice. But then she was able to enroll in a private center for learning, with the help of a tax credit scholarship program. Today, she is the first in her family to graduate, not just from high school, but from college. Later this year she will get her masters degree in social work. We want all children to be able to break the cycle of poverty just like Denisha. But to break the cycle of poverty, we must also break the cycle of violence. The murder rate in 2015 experienced its largest single-year increase in nearly half a century. In Chicago, more than 4,000 people were shot last year alone and the murder rate so far this year has been even higher. This is not acceptable in our society. Every American child should be able to grow up in a safe community, to attend a great school, and to have access to a high-paying job. But to create this future, we must work with – not against – the men and women of law enforcement. We must build bridges of cooperation and trust – not drive the wedge of disunity and division. Police and sheriffs are members of our community. They are friends and neighbors, they are mothers and fathers, sons and daughters – and they leave behind loved ones every day who worry whether or not they’ll come home safe and sound. We must support the incredible men and women of law enforcement. And we must support the victims of crime. I have ordered the Department of Homeland Security to create an office to serve American Victims. The office is called VOICE – Victims Of Immigration Crime Engagement. We are providing a voice to those who have been ignored by our media, and silenced by special interests. Joining us in the audience tonight are four very brave Americans whose government failed them. Their names are Jamiel Shaw, Susan Oliver, Jenna Oliver, and Jessica Davis. Jamiel’s 17-year-old son was viciously murdered by an illegal immigrant gang member, who had just been released from prison. Jamiel Shaw Jr. was an incredible young man, with unlimited potential who was getting ready to go to college where he would have excelled as a great quarterback. But he never got the chance. His father, who is in the audience tonight, has become a good friend of mine. Also with us are Susan Oliver and Jessica Davis. Their husbands – Deputy Sheriff Danny Oliver and Detective Michael Davis – were slain in the line of duty in California. They were pillars of their community. These brave men were viciously gunned down by an illegal immigrant with a criminal record and two prior deportations. Sitting with Susan is her daughter, Jenna. Jenna: I want you to know that your father was a hero and that tonight you have the love of an entire country supporting you and praying for you. To Jamiel, Jenna, Susan and Jessica: I want you to know; we will never stop fighting for justice. Your loved ones will never be forgotten, we will always honor their memory. Finally, to keep America Safe we must provide the men and women of the United States military with the tools they need to prevent war and – if they must – to fight and to win. I am sending the Congress a budget that rebuilds the military, eliminates the Defense sequester, and calls for one of the largest increases in national defense spending in American history. My budget will also increase funding for our veterans. Our veterans have delivered for this Nation and now we must deliver for them. The challenges we face as a Nation are great. But our people are even greater. And none are greater or braver than those who fight for America in uniform. We are blessed to be joined tonight by Carryn Owens, the widow of a U.S. Navy Special Operator, Senior Chief William „Ryan“ Owens. Ryan (*1) died as he lived: a warrior, and a hero- battling against terrorism and securing our Nation. I just spoke to General Mattis, who reconfirmed that, and I quote, „Ryan was a part of a highly successful raid that generated large amounts of vital intelligence that will lead to many more victories in the future against our enemies.“ Ryan’s legacy is etched into eternity. For as the Bible teaches us, there is no greater act of love than to lay down one’s life for one’s friends. Ryan laid down his life for his friends, for his country, and for our freedom – we will never forget him. To those allies who wonder what kind of friend America will be, look no further than the heroes who wear our uniform. Our foreign policy calls for a direct, robust and meaningful engagement with the world. It is American leadership based on vital security interests that we share with our allies across the globe. We strongly support NATO, an alliance forged through the bonds of two World Wars that dethroned fascism, and a Cold War that defeated communism. But our partners must meet their financial obligations. And now, based on our very strong and frank discussions, they are beginning to do just that. We expect our partners, whether in NATO, in the Middle East, or the Pacific to take a direct and meaningful role in both strategic and military operations, and pay their fair share of the cost. We will respect historic institutions, but we will also respect the sovereign rights of nations. Free nations are the best vehicle for expressing the will of the people and America respects the right of all nations to chart their own path. My job is not to represent the world. My job is to represent the United States of America. But we know that America is better off when there is less conflict – not more. We must learn from the mistakes of the past – we have seen the war and destruction that have raged across our world. The only long-term solution for these humanitarian disasters is to create the conditions where displaced persons can safely return home and begin the long process of rebuilding. America is willing to find new friends, and to forge new partnerships, where shared interests align. We want harmony and stability, not war and conflict. We want peace, wherever peace can be found. America is friends today with former enemies. Some of our closest allies, decades ago, fought on the opposite side of these World Wars. This history should give us all faith in the possibilities for a better world. Hopefully, the 250th year for America will see a world that is more peaceful, more just and more free. On our 100th anniversary, in 1876, citizens from across our Nation came to Philadelphia to celebrate America’s centennial. At that celebration, the country’s builders and artists and inventors showed off their creations. Alexander Graham Bell displayed his telephone for the first time. Remington unveiled the first typewriter. An early attempt was made at electric light. Thomas Edison showed an automatic telegraph and an electric pen. Imagine the wonders our country could know in America’s 250th year. Think of the marvels we can achieve if we simply set free the dreams of our people. Cures to illnesses that have always plagued us are not too much to hope. American footprints on distant worlds are not too big a dream. Millions lifted from welfare to work is not too much to expect. And streets where mothers are safe from fear, schools where children learn in peace and jobs where Americans prosper and grow – are not too much to ask. When we have all of this, we will have made America greater than ever before. For all Americans. This is our vision. This is our mission. But we can only get there together. We are one people, with one destiny. We all bleed the same blood. We all salute the same flag. And we are all made by the same God. And when we fulfill this vision; when we celebrate our 250 years of glorious freedom, we will look back on tonight as when this new chapter of American Greatness began. The time for small thinking is over. The time for trivial fights is behind us. We just need the courage to share the dreams that fill our hearts. The bravery to express the hopes that stir our souls. And the confidence to turn those hopes and dreams to action. From now on, America will be empowered by our aspirations, not burdened by our fears, inspired by the future, not bound by the failures of the past and guided by our vision, not blinded by our doubts.

(*7) I am asking all citizens to embrace this renewal of the American spirit. I am asking all members of Congress to join me in dreaming big, and bold and daring things for our country. And I am asking everyone watching tonight to seize this moment and – believe in yourselves. Believe in your future. And believe, once more, in America.

Thank you, God bless you, and God bless these United States.

Anmerkungen

 

*1

Der linke Mundwinkel geht nach dem Satz nach oben. Es handelt sich um einen Ausdruck von Geringschätzung. Es kann sich auch um ein allgemeines Gefühl von Überlegenheit handelt, weil es während eines heftigen Applauses geschieht.

*2

„Jetzt beginnt ein neues Kapitel amerikanischer Größe. Ein neuer nationaler Stolz fegt durch unsere Nation. Eine neue Welle des Optimismus bringt unmögliche Träume in Reichweite. Was wir heute erleben, ist die Erneuerung des amerikanischen Geistes.“

 

*3

„Unsere Alliierten werden sehen, dass Amerika einmal mehr bereit ist, zu führen. Alle Nationen der Welt – Freunde oder Feinde – werden sehen: Amerika ist stark, Amerika ist stolz, Amerika ist frei.“

 

*4

Etwas vorwegehmendes Eigenlob darf nicht fehlen: „Ford, Fiat-Chrysler, General Motor, Lockheed, Intel, Walmart und viele andere haben angekündigt, dass sie Milliarden Dollar in den USA investieren und Zehntausende neuer amerikanischer Jobs schaffen werden. Der Aktien-Markt hat seit meiner Wahl fast drei Billionen Dollar an Wert gewonnen.“

 

*5

„Wir haben die Attacken zu Hause gesehen – von Boston zu San Bernardino, zum Pentagon und zum World Trade Center“, sagte er. „Wir haben die Attacken in Frankreich, Belgien und Deutschland und überall in der Welt gesehen… Wir können nicht zulassen, dass unser Land Zufluchtsort für Extremisten wird.“

 

*6

Für sein Zielpublikum eine durchaus förderlich symbolische Inszenierung, bei der Trumps Tochter Ivanka neben der Witwer platziert wurde: „Ryans Erbe ist in die Ewigkeit gemeißelt worden. Wie die Bibel uns lehrt, gibt es keinen größeren Akt der Liebe als das eigene Leben für einen Freund zu opfern. Ryan Owen hat sein Leben für seinen Freunde, sein Land und unsere Freiheit gegeben. Wir werden ihn nie vergessen.“ Als die Witwe in Tränen ausbricht, standen viele Gäste auf und applaudierten. Berechnend und doch wirkungsvoll. So kann Trump dann sogar etwas menschlicher wirken, indem er Trost anbietet.

Der Navy Seal Ryan wurde im Januar bei einer Bodenoperation von Spezialkräften gegen Al-Quaida-Mitglieder im Jemen getötet. Es war die erste Kommandoaktion, die von Trump autorisiert wurde. Sie unter der Vorgängerregierung geplant. Es soll dabei sehr viel schief gegangen sein, denn eben Owens kamen mehrere Zivilisten ums Leben. Bill Owens, der Vater des getöteten Soldaten hatte Trump kürzlich in einem Interview des „Miami Herald“ sehr scharf kritisiert und forderte eine Ermittlung. Bill Owens hatte es abgelehnt, Trump zu treffen, als der Sarg mit seinem Sohn in den USA eintraf.

 

*7

Er hat einen sicheren Stand, doch seine typischen Rhythmusgesten fehlen ebenso wie ein Gesichtsdruck der verbindet.

P.S.

 

Wie empfinden Sie die Rede?

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. Februar 2017
Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #645
K: CNB
Ü:

Alles egal? Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

Alles egal? Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

Benötigen wir eine respektvollere und breitere Diskussionskultur in Deutschland?

Wir benötigen eine respektvollere Diskussionskultur in Deutschland

Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

 

Benötigen wir eine respektvollere und breitere Diskussionskultur in Deutschland? Welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung?

 

 

 

Überblick

 

Keine Freude: Fake News, Propaganda und Filterblasen

 

Freude an lebhaften Debatten im Bundestag kommt in letzter Zeit eher selten auf. Schade, denn die freie Meinungsbildung ist wesentlich für eine gesunde Demokratie. Früher hatten die Debatten im Bundestag, deren Darstellung in den öffentlich-rechtlichen Sendern und der Druckpresse großen Einfluss auf die Meinungsbildung der Wähler. Hier und da wurde auch diskutiert, mitunter sogar bei unterschiedlichen Meinungen. Heute werden wir an allerlei Stellen mit Informationen und Meinungen bombardiert. Wobei die Quellen nicht immer deutlich ihre tatsächlichen Interessen offenlegen.

 

 

 

Ändert sich gerade etwas?

 

Eine Million Kommentare unter einem Katzenbild auf Facebook?
Es könnte ein Bot gewesen sein.

 

Mit dem Einzug des Fernsehens in die Haushalte veränderte sich einiges für die Politik. Ein anschauliches Beispiel lieferte der Wahlkampf zum US-Präsidenten von Richard Nixon und John Fitzgerald Kennedy. Nach einer Debatte wollten die meisten Radiohörer Nixon wählen und die Fernsehzuschauer Kennedy. Seitdem spielt die persönliche Ausstrahlung von Kandidaten eine wesentliche Rolle. Seit Barack Obama und nun Donald Trump wird den sozialen Medien immenser Einfluss zugesprochen. Die Folgen werden recht unterschiedlich beurteilt. Welche Konsequenzen hat das für die Politik in Deutschland?

 

 

 

Inwieweit beeinflusst die Stimmung in den sozialen Medien politische Wahlen?

 

Sind Filterblase und Echokammereffekt nur relevant in extremen Parallelwelten am Gesellschaftsrand oder betrifft das Phänomen einen viel größeren Anteil der Wählerschaft? Philosophisch veranlagte Zeitgenossen erinnern ja gerne daran, dass schon die Beschäftigung mit diesem Phänomen Filtern unterliegt. Verzwickt!

Video

 

Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

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Umfrageergebnisse

 

Die Stimmung in den sozialen Medien hat auf die Bundestagswahlen …

%

... großen Einfluss.

%

... etwas Einfluss.

%

... keinen Einfluss.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (n= 2903)

Sind Filterblase und Echokammereffekt nur ein Phänomen am Rande der Gesellschaft?

%

Nein

%

Ja

%

Eher, aber nicht ausschließlich

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (2009, n= 2910)

Ich nutze das Internet auch, um mich mit Andersdenkenden auszutauschen

%

Nein

%

Ja

%

Selten

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (2009, n= 2903)

P.S.

 

Brauchen wir eine breitere Diskussionskultur und wenn ja, wie könnte sie gefördert werden? Sind nicht gerade die digitalen Medien im Grunde hervorragend dafür geeignet?

Eine Million Kommentare unter einem Katzenbild auf Facebook? Es könnte ein Bot gewesen sein.

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371
K:CNC
Ü:

Amtseinführungsrede US-Präsident Donald Trump

Amtseinführungsrede US-Präsident Donald Trump

Redeanalyse Inauguration Speech von Donald Trump am 20. Januar 2017 in Washington
Redeanalyse der Rede zur Amtseinführung (Inauguration Speech) von Donald Trump am 20. Januar 2017 in Washington.

Amtseinführungsrede (Inauguration) Donald Trump

 

20. Januar 2017 in Washington. Donald Trump ist nun der 45. Präsident der USA. Studenten der Missouri State University sangen; „Here is the place of strangers welcome. We who once walked in strangers shoes, once we were strangers we were welcomed. Now we belong and believe in this land.“ Manchem Zuhörer mag das nicht passend erschienen sein.

Zeit für einen Blick jenseits politischer Aspekte. Ist die Amtseinführungsrede von Donald Trump ein rednerisches Meisterwerk geworden, das seinen Platz in den Geschichtsbüchern verdient hat?

Leider nein! Für alle, die bei den Begriffen Populismus und Nationalismus nicht an etwas Positives denken, haben wir hier ein entsprechend negatives Beispiel. Wo manche US-Präsidenten vor ihm einigende Worte wählten und Visionen zeichneten, liefert er in seiner Amtseinführungsrede Floskeln. Das Publikum applaudiert, doch es klingt bei Betrachtung der Aufzeichnung deutlich verhaltener als in der Vergangenheit. Wobei einige Medien gemessen haben wollen, dass die Dichte des Applauses bei Trump höher gewesen sein soll, als beispielsweise bei der Amtseinführung von Barack Obama. Viele Lobpreisungen der Rede sind jedenfalls nicht zu finden, im Gegenteil. Fake news?

Trotz des zu unterstellenden Budgets ist die Rede von Donald Trump kein rhetorisches Meisterwerk. Es ist zu vermuten, dass es nicht die Schuld der Redenschreiber war. Sie liefern, was gewünscht wird. CNN berichtet, dass Quellen zufolge Trump vorhatte, seine Rede zur Amtseinführung selbst zu schreiben. Ein gestellt wirkendes Foto auf Twitter soll das bestätigen. Experten werden aus Trumps Sicht wohl überbewertet.

God bless America. Und hoffentlich uns auch!

 

 

 

Kurze Redeanalyse

 

Überall in der Welt dürften nicht nur Experten die Rede im Zusammenhang mit anderen Aussagen analysieren. Vor allem Regierungen und internationale Unternehmen rätseln nun sicher, was das für sie bedeutet. Den Bau mindestens einer Mauer hat er ja offen angekündigt. Letztlich wird all das für jeden von uns irgendwelche Folgen haben. Nicht nur Weltuntergangpropheten machen sich deshalb Sorgen, aber darum geht es in diesem Blog zur strategischen Rhetorik und Kommunikation ja nicht.

 

 

Wir

 

Kuschelkurs geht anders, aber das ist hier ja nichts Neues: Trumps Rhetorik setzt auf Abgrenzung: America First! Er verwendet zwar häufig das „Wir“, aber es scheint nicht allzu weit zukommen. Es ist zu stereotyp, setzt darauf, dass er und sein Gefolge die Gewinner sein werden und signalisiert indirekt, dass es auch Verlierer geben wird. So ist das halt bei einem Deal oder Pokerspiel.

We will make America proud again. We will make America safe again. And yes, together we will make America great again.

Er verwendet das „Wir“ und es klingt doch wie ein „Ich“.

 

 

Große Versprechungen

 

Er verspricht „America will start winning again, winning like never before.“ doch seine Lösungsideen sind recht schlicht. „Buy American and hire American“ ist dann doch vermutlich nicht das Patentrezept, nachdem es klingen soll. Überhaupt wird wenig Inhalt geliefert, sondern in der Rede in erster Linie die Emotionen seiner Anhänger bedient. Er hält an dem fest, was er auch bisher geäußert hat. Es hat ihn schließlich ins Weiße Haus gebracht. Wobei wir das mit den blühenden Landschaften auch schon mal bei uns gehört haben.

The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

 

 

Feindbilder

 

For too long, a small group in our nation’s capitol has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs, and while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

 

So clever war die Erwähnung des bösen politischen Establishments an dieser Stelle nicht, obwohl es tatsächlich bei vielen unbeliebt ist. Genau diese Abneigung vieler US-Amerikaner hat ihm vermutlich geholfen, weil es Hillary Stimmen gekostet hat. Doch seine Abrechnung mit dem Establishment ist an diesem Ort nicht sehr glaubwürdig, weil die von ihm geladenen Gäste das wirtschaftliche Establishment repräsentieren.

 

Mothers and children trapped in poverty in our inner cities, rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation, an education system flush with cash, but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge, and the crime, and the gangs, and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential. 

 

Feindbilder sind seit jeher ein beliebtes Mittel der Positionierung. Und Trump sieht sich gerne als Vertreter von Law and Order.

 

This American carnage stops right here and stops right now.

 

 

Vorannahmen (Präsuppositionen) und generalisierte Aussagen

 

Mit Aussagen, wie „What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people“, vermittelt er einen der Realität nicht entsprechenden Eindruck. Es unterstellt, dass grundlegende demokratische Prinzipien wie die Vertretung des Volkes durch gewählte Vertreter und Kontrollmechanismen nicht funktionieren.

 

Today’s ceremony, however, has very special meaning because today, we are not merely transferring power from one administration to another or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the people.

 

 

Körpersprache

 

Trumps Schritte sind ebenso wie seine gesamte Körpersprache kontrolliert. Sie wirken bedacht, so, als wenn er Wert darauf legt ernst genommen zu werden. Doch bei allem Bemühen sind Hinweise auf Unsicherheit zu finden. Manchmal zwinkert er nervös, und manches Verhalten erinnert an Sprungverhalten.

Er klopft vielen auf die Schulter, auch Obama, von oben herab; eine Dominanzgeste. Überhaupt scheint er keine körpersprachlichen Abstufungen bei Statusgesten zu kennen.

Sein Blick wandert häufig umher, als wäre ihm gerade langweilig. Befindet er sich nicht im Mittelpunkt des Geschehens, ist das bei ihm häufig zu beobachten.

Während dem ersten Teil der Rede wirkt er zwar ruhig, aber auch nicht sehr kraftvoll. Seine Worte sind weniger betont als sonst. Meist setzt er seine rechte Hand ein. Mit Gesten will er seine Aussagen unterstreichen, doch auch das wirkt kaum. Er ist wohl noch nicht mit der Verwendung von Telepromptern vertraut. So könnte ihn das ziemlich abgelenkt haben.

Seine Handkantenschläge wirken da schon kraftvoller und auch seine Stimme zieht nun an. Das signalisiert; Widerstand ist zwecklos! Seine Mimik unterstreicht das ebenfalls. Ein Blick, der Zuversicht vermittelt, ist vergeblich zu finden. Ein echtes Lächeln oder der Wunsch positive Signale zu senden sind nicht zu erkennen. Da ist er konsequent und zeigt auch kein gequältes unechtes Lächeln.

Häufig gestikuliert er mit Daumen und Zeigefinger, so als würde er präzise und kontrolliert ans Werk gehen. Es handelt sich um eine bei Politikern weitverbreitete Geste. Offen, ehrlich und authentisch wollen sie wohl alle wirken.

Seinen Zeigefinger setzt er ebenfalls gerne ein. Beispielsweise erhoben, um Aussagen zusätzliche Bedeutung zu geben.

Nachschauen?

 

 

Wie live dabei: Aufzeichnung

 

Die vollständige Inauguration Rede von Donal Trump (externer Link zu YouTube)

 

 

Schwarz auf weiß: Transkript der Amtseinführungsrede Donald Trump

 

Chief Justice Roberts, President Carter, President Clinton, President Bush, President Obama, fellow Americans, and people of the world, thank you. 

We, the citizens of America, are now joined in a great national effort to rebuild our country and restore its promise for all of our people. 

Together we will determine the course of America, and the world, for many, many years to come. We will face challenges. We will confront hardships, but we will get the job done. 

Every four years, we gather on these steps to carry out the orderly and peaceful transfer of power, and we are grateful to President Obama and First Lady Michelle Obama for their gracious aid throughout this transition. They have been magnificent. Thank you.

Today’s ceremony, however, has very special meaning, because today we are not merely transferring power from one administration to another, or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C., and giving it back to you, the people. 

For too long, a small group in our nation’s capitol has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs, and while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

That all changed starting right here and right now because this moment is your moment. It belongs to you. It belongs to everyone gathered here today, and everyone watching, all across America. This is your day. This is your celebration, and this, the United States of America, is your country.

What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people. 

January 20th, 2017 will be remembered as the day the people became the rulers of this nation again. 

The forgotten men and women of our country will be forgotten no longer. Everyone is listening to you now. You came by the tens of millions to become part of a historic movement, the likes of which the world has never seen before.

At the center of this movement is a crucial conviction, that a nation exists to serve its citizens. Americans want great schools for their children, safe neighborhoods for their families, and good jobs for themselves. These are just and reasonable demands of righteous people and a righteous public. 

But for too many of our citizens, a different reality exists. Mothers and children trapped in poverty in our inner cities, rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation, an education system flush with cash, but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge, and the crime, and the gangs, and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential. 

This American carnage stops right here and stops right now.

We are one nation, and their pain is our pain. Their dreams are our dreams, and their success will be our success. We share one heart, one home, and one glorious destiny. The oath of office I take today is an oath of allegiance to all Americans. 

For many decades, we’ve enriched foreign industry at the expense of American industry, subsidized the armies of other countries, while allowing for the very sad depletion of our military. We’ve defended other nations‘ borders while refusing to defend our own. 

And spent trillions and trillions of dollars overseas while America’s infrastructure has fallen into disrepair and decay. We’ve made other countries rich while the wealth, strength, and confidence of our country has dissipated over the horizon.

One by one, the factories shuttered and left our shores, with not even a thought about the millions and millions of American workers that were left behind. The wealth of our middle class has been ripped from their homes and then redistributed all across the world.

But that is the past, and now we are looking only to the future.

We are assembled here today issuing a new decree to be heard in every city, in every foreign capital, and in every hall of power, from this day forward, a new vision will govern our land, from this day forward, it’s going to be only America first, America first. 

Every decision on trade, on taxes, on immigration, on foreign affairs will be made to benefit American workers and American families. We must protect our borders from the ravages of other countries making our products, stealing our companies, and destroying our jobs. 

Protection will lead to great prosperity and strength. I will fight for you with every breath in my body, and I will never, ever let you down.

America will start winning again, winning like never before.

We will bring back our jobs. We will bring back our borders. We will bring back our wealth, and we will bring back our dreams.

We will build new roads and highways and bridges and airports and tunnels, and railways, all across our wonderful nation. We will get our people off of welfare and back to work, rebuilding our country with American hands and American labor. We will follow two simple rules — buy American, and hire American.

We will seek friendship and goodwill with the nations of the world, but we do so with the understanding that it is the right of all nations to put their own interests first. We do not seek to impose our way of life on anyone, but rather to let it shine as an example, we will shine for everyone to follow. 

We will reinforce old alliances and form new ones, and unite the civilized world against radical Islamic terrorism, which we will eradicate completely from the face of the Earth. 

At the bedrock of our politics will be a total allegiance to the United States of America, and through our loyalty to our country, we will rediscover our loyalty to each other. When you open your heart to patriotism, there is no room for prejudice.

The bible tells us, how good and pleasant it is when God’s people live together in unity. We must speak our minds openly, debate our disagreements honestly, but always pursue solidarity. When America is united, America is totally unstoppable. 

There should be no fear. We are protected, and we will always be protected. We will be protected by the great men and women of our military and law enforcement. And most importantly, we will be protected by God.

Finally, we must think big and dream even bigger. In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action, constantly complaining but never doing anything about it.

The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action. 

Do not allow anyone to tell you that it cannot be done. No challenge can match the heart and fight and spirit of America. We will not fail. Our country will thrive and prosper again.

We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space, to free the Earth from the miseries of disease, and to harness the energies, industries, and technologies of tomorrow. New national pride will stir our souls, lift our sights, and heal our divisions.

It’s time to remember that old wisdom our soldiers will never forget, that whether we are black, or brown, or white, we all bleed the same red blood of patriots. 

We all enjoy the same glorious freedoms, and we all salute the same great American flag.

And whether a child is born in the urban sprawl of Detroit or the windswept plains of Nebraska, they look up at the same night sky, they fill their heart with the same dreams, and they are infused with the breath of life by the same almighty creator. 

So to all Americans, in every city near and far, small and large, from mountain to mountain, from ocean to ocean, hear these words. You will never be ignored again.

Your voice, your hopes, and your dreams will define our American destiny, and your courage and goodness and love will forever guide us along the way.

Together, we will make America strong again. We will make America wealthy again. We will make America proud again. 

We will make America safe again, And yes, together we will make America great again. 

Thank you. God bless you. And God bless America.

Thank you.

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Sprache, Körpersprache, Impulskontrolle
Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

Donald Trumps erste Pressekonferenz seit der Wahl

 

Die Tagesschau berichtet. Mit „Guten Abend!“ fängt es an und dann folgen 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.

In wenigen Tagen ist Donald Trump der mächtigste Mann der Welt. Da haben die Medien viele Fragen. Schlag auf Schlag folgte auf der Pressekonferenz ein Thema dem anderen. Dramatisch wurde es, als Trump anwesende Journalisten angriff, die aus seiner Sicht mit Nachrichten in Verbindung stehen, die er als „Fake News“ bezeichnete. Er erklärte, dass er aus diesem Grund auch deren Fragen weder hören noch beantworten würde. Über die Berichte, Russland hätte belastendes Material über ihn gesammelt, war er nicht sehr erfreut. Die Frage, ob er als Präsident vonseiten Russlands erpressbar sei, empörte ihn heftig. Auch Achilles war nur so stark wie seine Ferse. Seine Reaktion dürfte alle irritieren, die dachten, er würde sich nach der Wahl staatsmännischer verhalten.

 

 

 

Trumps Reaktionen und was es zu lernen gibt

 

 

1. Verharmlosen

 

So, als wäre das nichts Besonderes, erklärt Trump; „Wenn es um die Hacker-Angriffe geht, denke ich, dass es Russland war.“ Offenbar hatten die Russen Einfluss auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen zugunsten Trumps genommen. Bisher wollte er das nicht einräumen, sondern lieber aus dem Weg räumen. Aus seiner Sicht hätten aber auch andere Staaten schon Hackerangriffe auf die USA unternommen. Er betont das so als, wenn es das normalste der Welt ist, na und! Auf diese Weise der Erwähnung nimmt er etwas Druck heraus, was ihm sehr recht sein dürfte. Die Gefahr als Lakai Wladimir Putins wahrgenommen zu werden ist gefährlich

 

 

 

2. Angriff ist die beste Verteidigung, wer braucht schon Impulskontrolle

 

„Ihr Nachrichten-Sender ist schrecklich. Ihr bekommt keine Frage. Ihr seid Fake-News. Seien Sie leise.“ Das durfte der Journalist Jim Acosta des Nachrichtensenders CNN hören. So etwas ist recht typisch für Trump. Er reagiert auf Angriffe mit aggressiver Herabsetzung und Verletzung der Gegner und das sind in diesem Fall Journalisten. Auf Fragen, die ihm missfallen reagiert er dünnhäutig, wie es bei Personen mit narzisstischen Tendenzen üblich ist.

Eine solche leichte Kränkbarkeit wird meist von der Angst gespeist, selbst entwertet zu werden und spricht für ein sehr wackliges Selbstwertgefühl. Wobei es schon sehr unangenehm sein dürfte, ständig von so einem hohen Anteil von Landsleuten angefeindet zu werden.

Diese Pressekonferenz fördert erneut den Eindruck, er könne seine Affekte nicht kontrollieren. Das Vertrauen und die Sympathien wird er damit kaum fördern. Auch ein US-Präsident braucht Unterstützung. Doch so impulsgesteuert wird es ihm nicht leicht fallen, sich auf Gesprächspartner einzulassen, wenn diese nicht nach seiner Pfeife tanzen. Drohungen verbessern gute Kommunikation nur selten. In einem Bereich, in dem wir nicht erst seit Francis Underwood und House of Cards wissen, dass es immer wieder um den Ausgleich von Interessen und um Kompromisse geht, wird er es schwer haben. Irgendwann wird Trump die Presse brauchen. Wenn er dann genauso auf Gegenwind reagiert, wird es heikel.

Szene ansehen bei YouTube (externer Link)

 

 

So etwas gibt es doch nur in Amerika, oder?

 

Wenn ich mir vorstelle, unser Bundeskanzlertitelinhaber würde auf diese Weise reagieren, wäre der Aufschrei groß. Wobei auch deutsche Politiker nicht dafür bekannt sind, auf ihnen unangenehme Fragen zu antworten. Doch sie reagieren noch etwas vorsichtiger und drohen nicht offen mit Vergeltung. Hoffen wir, dass wir trotz Globalisierung noch eine Weile von diesem Phänomen verschont bleiben. Wetten werde ich dazu jedoch nicht annehmen.

 

 

 

3. Körpersprache

 

 

Status

 

Mit großen Schritten schreitet er voran. Ein US-Präsident repräsentiert die militärische Supermacht USA. Die Bürger dieses potenten Landes haben entsprechende Erwartungen; Selbstbewusstsein und Status gehören dazu. US-Präsidenten sind üblicherweise etwas dominanter, als andere Staatsoberhäupter. Das zeigt sich auch in der Körpersprache. Sie ist halt größer, er nimmt Raum ein, macht ausladende Gesten und erlaubt sich ein lebhaftes Minenspiel. Ja, er hat eine ausgeprägte Körpersprache. Wiederkehrende kraftvolle Gesten unterstreichen seine Aussagen und vermitteln Glaubwürdigkeit. Handkantenschläge, die bei ihm allerdings oft etwas weiblicher aussehen, weil er die Ellbogen nahe an den Körper drückt, sollen seine Aussagen verstärken. Das, und die aufrechte Körperhaltung signalisieren; ich habe keine Angst vor Konfrontationen, Widerstand ist zwecklos. Wer braucht schon vornehme Zurückhaltung? Mit solchem Quatsch halten wir uns nicht auf, das ist was für Looser. Habt euch nicht so! Und seine Körpersprache wirkt authentisch, vermutlich auch, weil er keinen Wert darauf legt sich zu verstellen, wie diese Warmduscher.

 

 

Rapport und Beziehungen

 

Immer wieder zeigt er seine Handflächen, um Offenheit und Ehrlichkeit zu vermitteln. Das ist eine freundliche Geste. Doch wo andere vorsichtiger sind, verwendet er den ausgestreckten Zeigefinger. Es wirkt wie eine Anklage, als würde er eine Pistole auf den Gegner richten. Na und!

Trump bleibt gerne am Rednerpult, wo andere Redner sich hervorwagen, um den Kontakt mit dem Publikum suchen. Er bleibt unverrückbar, zeigt Stärke und Kontrolle, statt Rapport und Beziehung zu fördern. Da gibt es nur Trump und alle anderen sind Publikum.

 

 

 

 

Fazit

 

Trumps Erfolg hat bestätigt, dass es sich lohnen kann, Aufmerksamkeit zu erzeugen, selbst wenn es keine nennenswerte Botschaft gibt. Viele B-Promis haben ihre Erfahrung damit gemacht, doch er hat es so bis ins Weiße Haus geschafft. Doch, je höher der Berg, desto tückischer der Pfad.

Wird er seine Macht dafür einsetzen, die eigenen Eitelkeit zu pflegen, richtet das weitere Schäden an. Haltung lässt sich leichter bewahren als wiedergewinnen. Er wird eine Menge Berater zur Verfügung haben. Dass er ihnen aufmerksam zuhört, erscheint aus gegebenen Gründen unwahrscheinlich. Vorgeschmack gefällig? In der MSNBC-Sendung Morning Joe hat er auf die Frage geantwortet, welche Berater er bei außenpolitischen Fragen nutzt; „Zunächst mal spreche ich mit mir selbst, denn ich habe ein sehr gutes Hirn und ich habe viele Dinge gesagt.“ und über die anderen Politiker in Washington sagt er; „Sie sind dumm. Nicht böse, aber dumm. Sie haben keine Ahnung.“ Na dann…

Es tut mir nicht leid, meine Antworten sind begrenzt. Sie müssen die richtigen Fragen stellen. Für eine Liebesbeziehung zwischen Trump und der Presse müsste ein Paartherapeut nun wohl eine Weile ziemlich strampeln. Drei sind einer zu viel; Trump hat ja ohnehin schon eine enge Beziehung zu Twitter. 140 Zeichen sind mehr als genug. Dort hat er sein Publikum. Und so erinnerte auch seine Sprachwahl sehr an den dort von ihm praktizierten Stil. Staatsmännisch war bisher anders. Er ist noch nicht einmal im Amt und gerät schon aus dem Gleichgewicht. Mal sehen, wer den zu erwartenden diplomatischen Schaden klein hält.

 

 

 

 

Nachsitzen?

 

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