Lampenfieber und Redeangst — Hilfe zur Selbsthilfe

Lampenfieber und Redeangst — Hilfe zur Selbsthilfe

Redeangst, Logophobie, Redehemmung, Auftrittsangst oder Lampenfieber
Lampenfieber und Redeangst

Lampenfieber und Redeangst — Hilfe zur Selbsthilfe

 

In diesem Beitrag geht es um Tipps zur Selbsthilfe bei Lampenfieber und Redeangst. Was ist wie möglich?

Redeangst und Lampenfieber

 

Die Angst vor öffentlichen Auftritten ist eine häufige Form der Angst. Sie kann von leichter Nervosität bis hin zu lähmender Angst und Panik reichen. Viele Menschen, die unter dieser Angst leiden, meiden öffentliche Auftritte ganz, oder sie ertragen sie mit zitternden Händen und einer zittrigen Stimme. Aber mit Vorbereitung und Ausdauer können Sie Ihre Angst überwinden.

 

 

 

Redeangst und Lampenfieber: Tipps zur Selbsthilfe

 

Im Internet, in Büchern und Kursen werden mit guter Absicht Hilfen, Tipps und Übungen angeboten. Sie sollen dabei helfen, mit der Angst umgehen zu lernen. Bei einfachem Lampenfieber gibt es zahlreiche Tipps zu Minderung und Auflösung. Redeangst erfordert einen erfahrenen Therapeuten. Dennoch können Sie selbst dazu beitragen, Ihre Ängste auch dann zu reduzieren.

 

 

 

1. Routine entwickeln

 

Bei Lampenfieber ist es hilfreich, im geschützten Rahmen Vortragssituationen zu proben, bei denen das Anspruchsniveau individuell gesteigert wird. Dabei kommt es allerdings ganz wesentlich auf die Qualität des Feedbacks an. Mit ehrlichem und konstruktivem Feedback kann die Selbstwahrnehmung verbessert und mit positiven Erfahrungen Sicherheit gewonnen werden. Falsches Feedback wiederum kann vieles verschlimmern. Bei Redeangst ist hier besondere Vorsicht angebracht und selbst bei Wiederholungen, die sonst ausreichen, um Routine zu entwickeln, wird die Redeangst meist nicht besser.

 

 

 

2. Ihr Thema kennen

 

Kennen Sie Ihr Thema. Je besser Sie verstehen, worüber Sie sprechen – und je mehr Sie sich für das Thema interessieren -, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie einen Fehler machen oder vom Thema abschweifen. Und wenn Sie sich doch verirren, können Sie sich schnell wieder erholen. Nehmen Sie sich etwas Zeit, um zu überlegen, welche Fragen die Zuhörer stellen könnten, und halten Sie Ihre Antworten bereit.

 

 

 

3. Gute Organisation

 

Organisieren Sie sich. Planen Sie im Voraus sorgfältig die Informationen, die Sie präsentieren möchten, einschließlich aller Requisiten, Audio- und visuellen Hilfsmittel. Je besser Sie organisiert sind, desto weniger nervös werden Sie sein. Verwenden Sie eine Gliederung auf einer kleinen Karte, um den Überblick zu behalten. Wenn möglich, besuchen Sie den Ort, an dem Sie sprechen werden, und sehen Sie sich die vorhandene Ausrüstung vor Ihrer Präsentation an.

 

 

4. Üben, üben, üben und proben

 

Üben Sie, und dann üben Sie noch mehr. Üben Sie Ihre komplette Präsentation mehrmals. Üben Sie vor Personen, die Sie gut kennen, und bitten Sie um Feedback. Es kann auch hilfreich sein, mit einigen Personen zu üben, mit denen Sie weniger vertraut sind. Überlegen Sie, ob Sie ein Video von Ihrer Präsentation machen wollen, damit Sie sie sich ansehen und Verbesserungsmöglichkeiten erkennen können.

 

 

 

5. Atemtechniken

 

Lernen und nutzen Sie Atemtechniken. Dies kann sehr beruhigend sein. Gönnen Sie sich zwei oder mehr tiefe, langsame Atemzüge, bevor Sie das Podium betreten und auch während Ihrer Rede. Konzentrieren Sie sich auf die Ausatmung.

 

 

 

6. Visualisierungen

 

Visualisieren Sie Ihren Erfolg. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Präsentation gut verlaufen wird. Positive Gedanken können dazu beitragen, Ihre negative Einstellung zu Ihrer sozialen Leistung zu verringern und Ängste abzubauen.

 

 

 

7. Dialoge führen

 

Stellen Sie sich vor, Sie führen Dialoge oder sprechen jeweils zumindest zu einem Menschen. Das fühlt sich vertrauter an.

 

 

 

8. Freunden Sie sich mit Pausen und Stille an

 

Haben Sie keine Angst vor einem Moment der Stille. Wenn Sie nicht mehr wissen, was Sie sagen, oder wenn Sie nervös werden und Ihr Gedächtnis versagt, kann es Ihnen vorkommen, als ob Sie eine Ewigkeit geschwiegen hätten. In Wirklichkeit sind es wahrscheinlich nur ein paar Sekunden. Selbst wenn es länger dauert, werden Ihre Zuhörer wahrscheinlich nichts dagegen haben, wenn Sie eine Pause machen, um über das Gesagte nachzudenken. Atmen Sie einfach ein paar Mal langsam und tief durch.

 

 

9. Erfolge feiern

 

Erkennen Sie Ihren Erfolg an. Nach Ihrer Rede oder Präsentation solltest du sich selbst auf die Schulter klopfen. Es mag nicht perfekt gewesen sein, aber wahrscheinlich sind Sie viel kritischer mit sich selbst als Ihr Publikum. Überprüfen Sie, ob eine Ihrer Befürchtungen tatsächlich eingetreten ist. Jeder macht Fehler. Betrachten Sie jeden Fehler, den Sie gemacht haben, als eine Gelegenheit, Ihre Fähigkeiten zu verbessern.

 

 

 

10. Holen Sie sich Unterstützung

 

Holen Sie sich Unterstützung. Schließen Sie sich einer Gruppe an, die Unterstützung für Menschen bietet, die Schwierigkeiten mit dem Sprechen in der Öffentlichkeit haben. Eine Anlaufstelle bei Lampenfieber ist Toastmasters™, eine gemeinnützige Organisation mit lokalen Ortsgruppen, die sich auf das Üben von Sprech- und Führungsfähigkeiten konzentriert.

Wenn Sie Ihre Angst nicht allein durch Übung überwinden können, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Psychotherapie mit Hypnobalancing hat sich hier sehr bewährt.

 

 

 

Fazit

 

Nervosität oder Angst in bestimmten Situationen ist weit verbreitet, und öffentliches Reden lässt kaum jemanden kalt. Lampenfieber, Prüfungsangst und Schreibblockaden betreffen viele Menschen in unterschiedlicher Ausprägung. Menschen mit schwerer Redeangst, Leistungsangst, die auch in anderen sozialen Situationen erhebliche Ängste auslöst, können an einer sozialen Angststörung (auch soziale Phobie und Sozialphobie genannt) leiden. Hier ist mehr erforderlich, als bei Lampenfieber. Das hat dann auch weder etwas in Coaching, noch im Training zu suchen. Wer Redeangst wie Lampenfieber behandelt, kommt nicht sehr weit.

Angststörungen erfordern eine kompetente Behandlung, dann lassen sie sich auch auflösen. Bei einfachem Lampenfieber gibt es zahlreiche Tipps zu Minderung und Auflösung. Redeangst erfordert einen erfahrenen Therapeuten.

 

 

 

Ist es Lampenfieber oder Redeangst?

 

Lampenfieber und Redeangst sind keine Synonyme. Das die Bezeichnungen so oft synonym verwendet werden hat Folgen. Was bei Lampenfieber gut funktioniert, wirkt bei Redeangst kaum und kann sie sogar noch verschlimmern. Hinweis finden Sie im Artikel Redeangst: Wenn das Lampenfieber keines ist.

 

Unterstützung bei Lampenfieber, Redeangst und Auftrittsdruck

 

Wer beruflich oder öffentlich sichtbar wird, ist immer wieder gefordert, klar zu sprechen, überzeugend zu präsentieren und für die eigenen Ideen einzustehen.

Lampenfieber kann dabei eine hilfreiche Kraft sein.
Es weckt Energie, Aufmerksamkeit und Präsenz.

Manchmal wird aus dieser Auftrittsenergie eine starke innere Belastung.

Die Stimme wird enger.
Der Körper spannt sich an.
Der Kopf wird schneller.
Der Zugang zu Wissen, Erfahrung und Ausdruck fühlt sich erschwert an.

Dann halten sich Menschen zurück, obwohl sie etwas Wertvolles beizutragen haben.

Das ist besonders schade, wenn Fachwissen, Erfahrung und gute Gedanken vorhanden sind und im entscheidenden Moment zu wenig sichtbar werden.

Wenn Lampenfieber, Redeangst oder Leistungsdruck die eigene Wirkung beeinträchtigen, lohnt sich gezielte Unterstützung.

Seit 1998 begleite ich Menschen dabei, sich und ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren. Dabei habe ich viele Rednerinnen, Redner, Führungskräfte, Selbstständige und Fachleute unterstützt, die vor Auftritten, Präsentationen, Gesprächen oder Medienmomenten starke innere Anspannung erlebt haben.

In meiner Arbeit verbinden sich Erfahrungen aus Kommunikation, Psychologie, Coaching, Rhetorik, Marketing und Auftrittsvorbereitung.

Da Lampenfieber manchmal tiefer reicht als reine Auftrittsunsicherheit, bringe ich zusätzlich die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie mit. So kann im gemeinsamen Gespräch geklärt werden, welcher Rahmen passt: Coaching, Auftrittsvorbereitung, Mentaltraining oder ein therapeutischer Weg.

Ziel ist ein Auftritt, bei dem vorhandene Fähigkeiten wieder leichter zugänglich werden.

Klarer denken.
Ruhiger sprechen.
Präsenter wirken.
Die eigene Botschaft überzeugender vermitteln.

Termine sind in Berlin und online per Video möglich.

Die aktuellen Honorare stehen auf der Honorarseite.

Mehr über mich steht in meinem Profil.

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb helfen Atemtechniken bei Redeangst und Lampenfieber?

Atemtechniken können bei Redeangst und Lampenfieber helfen, weil sie dazu beitragen, den Körper zu beruhigen und die Angst zu verringern. Stress und Angst führen häufig dazu, dass sich der Atem beschleunigt und die Atmung oberflächlich wird. Dies kann dazu führen, dass sich der Körper angespannt anfühlt und dass die Angst zunimmt.

Atemtechniken können dazu beitragen, die Atmung zu beruhigen und zu regulieren, was dazu beitragen kann, den Körper zu entspannen und die Angst zu verringern. Sie können auch dazu beitragen, den Sauerstofffluss im Körper zu regulieren und das Stresshormon Cortisol zu verringern, was dazu beitragen kann, das Wohlbefinden zu verbessern.

Es ist wichtig, dass Sie sich Zeit nehmen, um Atemtechniken zu üben und sie in stressigen Situationen automatisch einsetzen zu können. Sie können auch versuchen, eine Atemübung als Teil Ihrer täglichen Routine zu integrieren, um sich auf Prüfungen oder Reden vorzubereiten.

Welche Atemtechniken helfen bei Lampenfieber und Redeangst?

Lampenfieber und Redeangst können durch Atemtechniken reduziert werden, die helfen, den Körper zu beruhigen und die Angst zu verringern. Hier sind einige Atemtechniken, die bei Lampenfieber und Redeangst helfen können:

  1. Tiefes Atmen: Tiefes Atmen hilft, den Körper zu beruhigen und die Angst zu verringern. Um tief zu atmen, können Sie versuchen, beim Einatmen den Bauch aufzublähen und beim Ausatmen zusammenzuziehen.

  2. Abwechselndes Nasen- und Mundatmen: Diese Atemtechnik hilft, den Sauerstofffluss im Körper zu regulieren und die Angst zu verringern. Um abwechselndes Nasen- und Mundatmen auszuführen, atmen Sie beim Einatmen durch die Nase ein und beim Ausatmen durch den Mund aus.

  3. Langsames Ausatmen: Ein langsames Ausatmen hilft, den Körper zu beruhigen und die Angst zu verringern. Um langsam auszuatmen, können Sie versuchen, das Ausatmen über einen längeren Zeitraum zu verlängern, indem Sie beim Ausatmen durch den Mund langsam Luft ausblasen.

  4. Bauchatmung: Bauchatmung hilft, den Körper zu beruhigen und die Angst zu verringern. Um Bauchatmung auszuführen, atmen Sie tief ein und füllen Sie den Bauch mit Luft, während Sie den Brustkorb entspannen. Beim Ausatmen lassen Sie die Luft langsam aus dem Bauch entweichen.

 

Es ist wichtig, dass Sie sich Zeit nehmen, um Atemtechniken zu üben, damit sie in stressigen Situationen automatisch einsetzen können. Sie können auch versuchen, eine Atemübung als Teil Ihrer täglichen Routine zu integrieren, um sich auf Prüfungen oder Reden vorzubereiten.

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zu Lampenfieber und Redeangst? Welche Selbsthilfe ist möglich?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

Lampenfieber: 14 Fragen & was wirklich hilft

Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. März 2015
Überarbeitung: 16. November 2016
AN: #958
K: CNC
Ü:

Redeangst & Lampenfieber: Ursachen und Unterschiede

Redeangst & Lampenfieber: Ursachen und Unterschiede

Lampenfieber, Redeangst, Logophobie, Redehemmung, Auftrittsangst,...
Redeangst

Redeangst und Lampenfieber: Woher kommt die Angst vor dem Sprechen?

 

Warum wird ein Mensch vor einer Präsentation etwas nervös – während ein anderer schon Tage vorher kaum noch an etwas anderes denken kann?

Warum hilft Übung manchen Menschen sehr schnell?

Und warum stehen andere seit Jahren regelmäßig vor Publikum und erleben trotzdem intensive Angst?

Die Antwort lautet:

Es gibt nicht die eine Ursache für Lampenfieber oder Redeangst.

Oft wirken mehrere Faktoren zusammen.

Zum Beispiel:

  • Bedeutung der Situation
  • Angst vor negativer Bewertung
  • frühere Erfahrungen
  • hohe eigene Ansprüche
  • starke Selbstbeobachtung
  • Vermeidung
  • ungünstige Sicherheitsstrategien
  • allgemein erhöhte Anspannung

Je genauer wir verstehen, was bei dir geschieht, desto gezielter lässt sich damit arbeiten.

 

 

 

Lampenfieber und Redeangst sind weniger dasselbe

 

Die Begriffe werden im Alltag häufig miteinander vermischt.

Ich halte eine Unterscheidung für hilfreich.

 

 

Lampenfieber

 

Lampenfieber ist eine normale Aktivierung vor einer Situation, die Bedeutung hat.

Zum Beispiel vor:

  • einer Präsentation
  • einer Rede
  • einem wichtigen Meeting
  • einer Prüfung
  • einer Verhandlung
  • einem Auftritt vor Kamera oder Mikrofon

Der Puls kann steigen.

Die Atmung verändert sich.

Die Aufmerksamkeit wird enger.

Vielleicht fühlen sich Hände oder Stimme anders an.

Das kann unangenehm sein.

Und trotzdem bleibt der Zugang zu deinen Fähigkeiten grundsätzlich erhalten.

 

 

Redeangst

 

Bei Redeangst steht die Angst vor dem Sprechen, Präsentieren oder Auftreten stärker im Mittelpunkt.

Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein.

Manche Menschen erleben vor allem intensive Erwartungsangst.

Andere vermeiden Auftritte.

Wieder andere funktionieren nach außen und erleben innerlich erheblichen Stress.

Redeangst ist dabei zunächst eine Beschreibung des Problems und weniger automatisch eine Diagnose.

Bei ausgeprägten, anhaltenden Beschwerden kann die Angst beispielsweise im Rahmen einer sozialen Angststörung auftreten.

Dann ist eine fachliche diagnostische Einordnung sinnvoll.

 

 

 

Wann wird aus normaler Nervosität ein größeres Problem?

 

Entscheidend ist weniger allein, wie stark sich die Angst in einem einzelnen Moment anfühlt.

Interessanter sind Fragen wie:

  • Wie lange beschäftigt dich die Angst vor dem Auftritt?
  • Wie stark beeinflusst sie deinen Alltag?
  • Vermeidest du berufliche oder private Möglichkeiten?
  • Bleibt die Angst trotz vieler Auftrittserfahrungen bestehen?
  • Wie stark sind körperliche und gedankliche Reaktionen?
  • Wie sehr bestimmt die Angst deine Entscheidungen?

Je stärker Angst und Vermeidung dein Leben oder deine beruflichen Möglichkeiten einschränken, desto wichtiger wird eine genauere fachliche Einordnung.

 

 

 

Warum bekommen wir überhaupt Lampenfieber?

 

Weil die Situation Bedeutung besitzt.

Vielleicht möchtest du:

  • überzeugen
  • kompetent wirken
  • eine Entscheidung erreichen
  • eine Prüfung bestehen
  • einen wichtigen Kunden gewinnen
  • eine Idee vertreten
  • deine Karriere voranbringen

Dein Organismus reagiert darauf mit Aktivierung.

Aufmerksamkeit steigt.

Der Körper stellt Energie bereit.

Diese Reaktion ist zunächst sinnvoll.

Das Ziel muss deshalb weniger völlige Ruhe sein.

Wichtiger ist, dass du trotz Aktivierung Zugang zu deinem Denken, deiner Stimme und deiner Botschaft behältst.

 

 

 

Mögliche Ursachen und Verstärker von Redeangst

 

1. Angst vor negativer Bewertung

 

Eine der zentralen Fragen lautet:

„Was denken die anderen über mich?“

Vielleicht befürchtest du:

  • inkompetent zu wirken
  • dich zu blamieren
  • sichtbar nervös zu sein
  • eine Frage nicht beantworten zu können
  • den roten Faden zu verlieren
  •  
  • kritisiert oder abgelehnt zu werden

Je stärker der Auftritt als Bewertung deiner Person erlebt wird, desto größer kann der Druck werden.

Das ist auch deshalb relevant, weil Angst vor Beobachtung und negativer Bewertung eine wichtige Rolle bei sozialer Angst spielen kann.

 

 

2. Die Aufmerksamkeit richtet sich immer stärker auf dich selbst

 

Du stehst vor Menschen und möchtest wissen, wie du wirkst.

Also beobachtest du dich.

Wie klingt meine Stimme?

Zittere ich?

Bin ich rot?

Wirke ich unsicher?

War dieser Satz gut?

Je stärker diese Selbstbeobachtung wird, desto weniger Aufmerksamkeit bleibt für deine eigentliche Aufgabe.

Und jede kleine Veränderung im Körper kann plötzlich wie ein Warnsignal wirken.

Aus Selbstkontrolle kann so zusätzliche Angst entstehen.

 

 

3. Ein früheres unangenehmes Erlebnis

 

Vielleicht hattest du einmal einen Blackout.

Jemand hat dich ausgelacht.

Eine Lehrkraft hat dich bloßgestellt.

Ein Vorgesetzter hat dich vor anderen scharf kritisiert.

Eine Präsentation ging deutlich schlechter als erwartet.

Solche Erfahrungen können später bedeutsam werden.

Vor einem neuen Auftritt entsteht dann möglicherweise:

„Was, wenn das wieder passiert?“

Das frühere Ereignis ist vorbei.

Die Erwartung kann jedoch die aktuelle Situation weiterhin prägen.

 

 

4. Die Angst vor sichtbarer Angst

 

Manche Menschen fürchten weniger die Präsentation selbst als ihre eigenen Symptome.

Zum Beispiel:

  • Erröten
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Herzklopfen
  • eine unsichere Stimme
  • einen Blackout

Dann entsteht eine zweite Ebene:

Angst davor, dass andere die Angst sehen.

Jetzt wird jede körperliche Veränderung besonders aufmerksam beobachtet.

Das kann den Kreislauf weiter verstärken.

 

 

5. Perfektionismus

 

„Ich darf keinen Fehler machen.“

„Ich muss jede Frage beantworten können.“

„Ich muss absolut souverän wirken.“

„Jeder Satz muss sitzen.“

Solche Ansprüche erhöhen die Fallhöhe.

Denn ein normaler Versprecher wird dann weniger als kleiner Moment erlebt.

Er wird zum Beweis:

„Jetzt merken alle, dass ich es nicht kann.“

Hohe Qualität ist hilfreich. Unfehlbarkeit ist ein ungünstiges Auftrittsziel.

 

 

6. Die Bedeutung der Situation

 

Nicht jeder Auftritt löst dieselbe Aktivierung aus.

Vielleicht kannst du problemlos vor deinem Team sprechen.

Und eine Präsentation vor dem Vorstand fühlt sich vollkommen anders an.

Oder:

Interne Meetings sind leicht.

Eine Keynote vor 500 Menschen verändert alles.

Die fachliche Aufgabe kann ähnlich sein.

Die wahrgenommene Tragweite ist es weniger.

Je mehr du glaubst verlieren oder gewinnen zu können, desto stärker kann dein System reagieren.

 

 

7. Unsicherheit über Inhalt und Struktur

 

Manchmal ist Nervosität sehr nachvollziehbar.

Du weißt selbst noch weniger genau:

  • Was ist meine Kernbotschaft?
  • Wie beginne ich?
  • Welche Reihenfolge ist sinnvoll?
  • Was mache ich bei Rückfragen?
  • Wie komme ich zum Schluss?

Dann versucht dein Kopf während des Auftritts gleichzeitig zu denken, zu strukturieren und zu sprechen.

Gute Vorbereitung kann diese zusätzliche Belastung reduzieren.

Sie erklärt allerdings weniger jede Redeangst.

 

 

8. Vermeidung

 

Vermeidung kann kurzfristig sehr wirksam sein.

Du hältst die Präsentation weniger.

Du lässt einen Kollegen sprechen.

Du meldest dich weniger zu Wort.

Du sagst eine Gelegenheit ab.

Die Erleichterung kommt schnell.

Und genau darin liegt das Problem.

Dein System kann lernen:

„Gut, dass ich das vermieden habe. Die Situation war offenbar gefährlich.“

So kann sich die Angst langfristig stabilisieren.

 

 

9. Sicherheitsverhalten

 

Nicht jede Vermeidung ist offensichtlich.

Manche Menschen halten den Vortrag zwar, sichern sich jedoch ständig ab.

Zum Beispiel durch:

  • ein vollständig ausformuliertes Manuskript
  • extrem viel Vorbereitung
  • ständiges Kontrollieren der eigenen Symptome
  • Vermeidung von Blickkontakt
  • sehr schnelles Sprechen
  • Festhalten am Rednerpult
  • ständiges Ablesen
  • Vermeidung spontaner Fragen

Einzelne dieser Verhaltensweisen können situativ sinnvoll sein.

Problematisch wird es, wenn innerlich die Überzeugung entsteht:

„Nur weil ich das getan habe, ist nichts Schlimmes passiert.“

Dann bekommt die Angst weniger Gelegenheit, neue Erfahrungen zu machen.

 

 

10. Erwartungsangst

 

Der Auftritt ist nächsten Freitag.

Und bereits am Montag kreisen die Gedanken.

Was könnte passieren?

Welche Fragen kommen?

Was, wenn ich blockiere?

Was, wenn jemand merkt, dass ich nervös bin?

Je mehr der Auftritt gedanklich vorweggenommen wird, desto länger kann der Körper in Alarmbereitschaft bleiben.

Die Belastung beginnt dann lange vor der eigentlichen Situation.

 

 

11. Grübeln nach dem Auftritt

 

Auch nach dem Termin kann der Kreislauf weitergehen.

Du erinnerst dich weniger an die zehn Dinge, die funktioniert haben.

Du denkst an den einen Satz, der weniger elegant war.

An eine Pause.

An einen Gesichtsausdruck im Publikum.

An die Frage, auf die deine Antwort kürzer hätte sein können.

So entsteht rückblickend möglicherweise ein deutlich negativeres Bild des Auftritts, als die Situation insgesamt rechtfertigt.

Und dieses Bild wird zur Grundlage der nächsten Erwartungsangst.

 

 

12. Allgemeine Belastung und Stress

 

Auch der Gesamtzustand spielt eine Rolle.

Schlafmangel.

hohe berufliche Belastung.

anhaltender Stress.

Konflikte.

körperliche Erschöpfung.

Wenn dein System ohnehin stark beansprucht ist, kann die zusätzliche Aktivierung vor einem Auftritt deutlicher ausfallen.

 

 

 

Ist fehlendes Selbstvertrauen die Ursache?

 

Manchmal.

Als alleinige Erklärung ist „zu wenig Selbstvertrauen“ jedoch zu ungenau.

Ein Mensch kann in fast allen Bereichen seines Lebens sehr selbstsicher sein und trotzdem intensive Redeangst erleben.

Ebenso können erfahrene Führungskräfte, Unternehmer oder Experten vor bestimmten Auftritten stark angespannt sein.

Interessanter ist:

Was genau wird in dieser Situation befürchtet?

Und:

Welche Bedeutung hat dieser Auftritt für dich?

 

 

 

Ist mangelnde Erfahrung die Ursache?

 

Bei gewöhnlichem Lampenfieber kann Erfahrung sehr hilfreich sein.

Wiederholung schafft Vertrautheit.

Du lernst:

Ich kann vor Menschen sprechen.

Ich kann Fehler auffangen.

Ich kann Fragen beantworten.

Ich muss weniger alles kontrollieren.

Bei ausgeprägter Redeangst reicht häufiges Auftreten allein jedoch weniger.

Manche Menschen präsentieren seit Jahren regelmäßig und erleben weiterhin intensive Angst.

Dann ist „Du musst es einfach öfter machen“ zu kurz gedacht.

 

 

 

Sind Introvertierte häufiger von Redeangst betroffen?

 

Introversion und Redeangst sind unterschiedliche Dinge.

Ein introvertierter Mensch kann hervorragend und souverän vor Publikum sprechen.

Ein extrovertierter Mensch kann starke Redeangst erleben.

Deshalb halte ich die Behauptung für wenig hilfreich, gute Redner müssten besonders kontaktfreudig sein.

Auftrittskompetenz lässt sich entwickeln – unabhängig davon, wie gesellig jemand ist.

 

 

 

Was geschieht körperlich?

 

Wenn dein Gehirn eine Situation als bedeutsam oder bedrohlich bewertet, kann der Körper mit erhöhter Aktivierung reagieren.

Mögliche Reaktionen sind:

  • schnellerer Herzschlag
  • veränderte Atmung
  • Muskelanspannung
  • Schwitzen
  • Zittern
  • trockener Mund
  • Magen-Darm-Reaktionen
  • Hitze- oder Kältegefühl

Unter hoher Anspannung kann außerdem der Zugriff auf Sprache und Gedächtnisinhalte schwieriger erscheinen.

Dann entsteht das bekannte Gefühl:

„Mein Kopf ist plötzlich leer.“

Solche Symptome können wiederum selbst beängstigend werden.

Damit entsteht ein Kreislauf aus Wahrnehmung, Bewertung und weiterer Aktivierung.

 

 

 

Warum entsteht ein Blackout?

 

Ein Blackout bedeutet häufig weniger, dass dein Wissen verschwunden ist.

Unter hoher Aktivierung wird der Zugriff darauf schwieriger.

Besonders ungünstig ist es, wenn du zusätzlich denkst:

„Ich darf jetzt auf keinen Fall den Faden verlieren.“

Dann steigt der Druck weiter.

Eine klare Gedankenstruktur ist deshalb häufig hilfreicher als das Auswendiglernen exakter Formulierungen.

Zum Beispiel:

Problem → Bedeutung → Lösung → nächster Schritt.

Wenn ein Satz verloren geht, bleibt die Struktur erhalten.

 

 

 

Die Rolle der Atmung

 

Bei starker Aktivierung kann die Atmung schneller oder unruhiger werden.

Manche Menschen beginnen dann besonders tief oder häufig einzuatmen.

Das kann körperliche Empfindungen zusätzlich verstärken.

Hilfreicher ist häufig:

ruhiger statt tiefer.

Eine sanft verlängerte Ausatmung kann ein einfaches Werkzeug sein.

Sie ist jedoch weniger die alleinige Lösung für Redeangst.

→ Atembremse bei Lampenfieber

 

 

 

Warum hilft positives Denken allein oft wenig?

 

„Das wird schon.“

„Ich bin vollkommen souverän.“

„Ich habe überhaupt keine Angst.“

Wenn dein inneres Erleben etwas völlig anderes meldet, können solche Sätze wenig überzeugend wirken.

Hilfreicher sind realistische Gedanken.

Zum Beispiel:

„Ich bin angespannt, und ich kann trotzdem sprechen.“

„Ich muss weniger perfekt sein, um etwas Wertvolles beizutragen.“

„Eine kritische Frage ist eine Frage – keine Katastrophe.“

„Ich kann kurz nachdenken, bevor ich antworte.“

 

 

 

Warum ist die genaue Ursache trotzdem nicht immer entscheidend?

 

Es kann hilfreich sein zu verstehen, wie ein Problem entstanden ist.

Für Veränderung ist jedoch ebenso wichtig:

Was hält die Angst heute aufrecht?

Vielleicht liegt das ursprüngliche Erlebnis viele Jahre zurück.

Heute wird die Angst jedoch stabilisiert durch:

  • Vermeidung
  • Selbstbeobachtung
  • Katastrophengedanken
  • Sicherheitsverhalten
  • Perfektionismus
  • Grübeln vor und nach Auftritten

Diese aktuellen Muster sind häufig besonders relevant für die weitere Arbeit.

 

 

 

Was hilft bei gewöhnlichem Lampenfieber?

 

Bei Lampenfieber kann eine Kombination verschiedener Ansätze hilfreich sein.

Zum Beispiel:

  • gute inhaltliche Vorbereitung
  • eine klare Gedankenstruktur
  • realistische Probeläufe
  • Umgang mit körperlicher Aktivierung
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • flexibler Umgang mit Fehlern
  • Vorbereitung kritischer Fragen
  • Erfahrung unter realistischen Bedingungen

→ Was bei Lampenfieber helfen kann

 

 

 

Was hilft bei ausgeprägter Redeangst?

 

Wenn Angst stark, anhaltend und einschränkend ist, reicht ein gewöhnliches Präsentationstraining möglicherweise weniger weit.

Dann sollte zuerst geklärt werden, womit wir es tatsächlich zu tun haben.

Bei sozialer Angst gehören beispielsweise Angst vor negativer Bewertung, selbstfokussierte Aufmerksamkeit, Vermeidung und Sicherheitsverhalten zu wichtigen Ansatzpunkten.

Eine fachgerechte Behandlung kann dann unter anderem mit gezielten psychotherapeutischen Verfahren arbeiten.

Die passende Unterstützung hängt von der individuellen Situation und einer fachlichen Einschätzung ab.

 

 

 

Lampenfieber oder soziale Angststörung?

 

Eine soziale Angststörung betrifft Angst in Situationen, in denen Menschen sich beobachtet, bewertet oder möglicherweise abgelehnt fühlen.

Das kann viele soziale Situationen betreffen.

Bei manchen Menschen konzentriert sich die Angst stärker auf Leistungssituationen wie:

  • Reden
  • Präsentationen
  • Auftritte

Für eine Diagnose reicht Nervosität vor einer Präsentation weniger aus.

Entscheidend sind unter anderem Ausmaß, Dauer, Vermeidung und Beeinträchtigung.

Eine Diagnose gehört deshalb in eine fachliche diagnostische Abklärung und weniger in einen Selbsttest im Internet.

 

 

 

Coaching oder Therapie?

 

Diese Unterscheidung ist mir wichtig.

 

Coaching, Training und Mentaltraining

Bei gewöhnlichem Lampenfieber kann es beispielsweise um Folgendes gehen:

  • Präsentationsvorbereitung
  • Auftrittssicherheit
  • mentale Vorbereitung
  • Stimme und Körpersprache
  • kritische Fragen
  • realistische Simulation

 

 

Psychotherapeutischer Rahmen

 

Wenn eine ausgeprägte Angstproblematik im Vordergrund steht, die erheblichen Leidensdruck oder deutliche Einschränkungen verursacht, sollte geprüft werden, ob ein therapeutischer Rahmen angemessen ist.

Meine Coaching- und Therapieangebote halte ich organisatorisch und fachlich voneinander getrennt.

Informationen zur Psychotherapie bei Ängsten findest du auf meiner spezialisierten Website:

→ Psychotherapie und Hypnotherapie bei Ängsten

 

 

 

Berufliches Lampenfieber bei wichtigen Auftritten

 

Manchmal ist die Ursache weniger eine grundsätzlich ausgeprägte Redeangst.

Die Situation hat einfach außergewöhnlich viel Gewicht.

Zum Beispiel:

  • Vorstandspräsentation
  • Aufsichtsratssitzung
  • entscheidender Pitch
  • große Keynote
  • Medienauftritt
  • wichtige Verhandlung
  • Karriereschritt

Dann können wir die innere Vorbereitung direkt mit der konkreten Auftrittsvorbereitung verbinden.

Kernbotschaft.

Struktur.

kritische Fragen.

Simulation.

Aufmerksamkeitssteuerung.

Präsenz.

 

 

 

Welcher Rahmen gilt bei beruflichem Lampenfieber?

 

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das gilt auch dann, wenn Lampenfieber oder Auftrittsdruck das konkrete Thema sind.

Für andere Fach- und Führungskräfte gilt:

Allgemeine Entwicklung von Auftrittssicherheit → BUSINESS 1:1.

Konkrete High-Stakes-Situation mit hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite → EXECUTIVE SPARRING.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Seit 1998 Arbeit mit Lampenfieber, Auftritten und Ängsten

 

Seit 1998 unterstütze ich Menschen bei wichtigen Auftritten, Kommunikation und Präsentationen.

Gleichzeitig arbeite ich therapeutisch mit Ängsten und Angststörungen.

Diese Kombination hilft mir besonders bei einer Frage:

Ist das gerade normales Lampenfieber, ein Auftrittsthema oder eine Angstproblematik, die einen anderen Rahmen braucht?

Diese Unterscheidung ist häufig wichtiger als die nächste schnelle Technik.

 

 

 

Fünf Fragen zur ersten Orientierung

 

Keine dieser Fragen ersetzt eine diagnostische Abklärung.

Sie können dir jedoch helfen, genauer hinzusehen:

  1. Wie lange vor einem Auftritt beginnt meine Angst?
  2. Welche Situationen vermeide ich aufgrund dieser Angst?
  3. Wie stark beeinflusst sie meinen beruflichen oder privaten Alltag?
  4. Wird die Angst durch Erfahrung allmählich leichter oder bleibt sie unverändert stark?
  5. Habe ich vor allem Respekt vor wichtigen Auftritten – oder richtet sich mein Leben zunehmend nach der Angst?

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du herausfinden möchtest, welcher Umgang mit deinem Lampenfieber oder deiner Redeangst sinnvoll ist, beschreibe bei deiner Anfrage möglichst konkret:

  • in welchen Situationen die Angst auftritt
  • wie lange vorher sie beginnt
  • wie stark sie sich zeigt
  • welche Situationen du möglicherweise vermeidest
  • wie lange du das bereits kennst
  • was du erreichen möchtest
  • ob ein konkreter Auftritt bevorsteht

Bei beruflichem Lampenfieber ordne ich dein Anliegen dem passenden Coaching- beziehungsweise Sparring-Rahmen zu.

Bei Hinweisen auf eine ausgeprägtere Angstproblematik sollte zunächst geklärt werden, welcher therapeutische Rahmen fachlich passend ist.

→ Unterstützung bei Lampenfieber anfragen

 

 

 

Fazit: Nicht jede Aufregung ist Redeangst

 

Lampenfieber gehört für viele Menschen zu wichtigen Auftritten.

Es zeigt zunächst:

Diese Situation hat Bedeutung.

Redeangst kann darüber hinausgehen.

Und eine ausgeprägte Angst vor Bewertung oder Leistungssituationen kann Teil einer behandlungsbedürftigen Angstproblematik sein.

Deshalb ist die wichtigste Frage weniger:

„Wie werde ich die Nervosität möglichst schnell los?“

Sondern:

„Was geschieht bei mir eigentlich – und was hält dieses Muster heute aufrecht?“

Je klarer diese Antwort wird, desto gezielter lässt sich daran arbeiten.

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Artikel zu Lampenfieber, Redeangst und Co.

Lampenfieber: 14 Fragen & was wirklich hilft

Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. März 2020
Überarbeitung: 6. November 2026

16 Tipps für den Umgang mit Stress

16 Tipps für den Umgang mit Stress

Gestalten, statt ...
Atembremse

Tipps für den Umgang mit Stress

 

Wie wäre es mit einigen Ideen für den konstruktiven Umgang mit Stress?

 

 

 

Überblick

 

 

Video

https://youtu.be/qjukOIbj3Cg

16 Tipps für den Umgang mit Stress

 

Stress macht auf Dauer krank, ist Gift für Körper und Geist. Stress ist auch an Ängsten beteiligt. Wenn Sie sich gestresst fühlen, können Ihnen die folgenden Tipps helfen:

 

 

 

1. Nehmen Sie eine Auszeit

 

Nehmen Sie eine Auszeit, selbst wenn der Kalender nur eine kurze Pause hergibt. Musik hören oder noch besser selber singen und um den Schreibtisch tanzen, einen Spaziergang machen, meditieren, eine Massage oder Entspannungstechnik genießen. Etwas Abstand hilft, einen klaren Kopf zu bekommen.

Achten Sie darauf, dass die Pause Ihnen guttut und keinen zusätzlichen Stress erzeugt. Nur mal schnell auf das Smartphone schauen …

 

 

 

2. Gesunde und regelmäßige Ernährung

 

Essen Sie regelmäßig ausgewogene Mahlzeiten. Lassen Sie keine Mahlzeiten ausfallen und ernähren Sie sich gesund.

 

 

 

3. Begrenzen Sie den Konsum von Alkohol und Koffein

 

Zugegeben; ich genieße guten Kaffee. Menschen reagieren unterschiedlich auf Koffein. Wie so oft macht die Menge das Gift. Begrenzen Sie den Konsum von Alkohol und Koffein. Beides kann Stress, Unruhe und Ängste vergrößern.

Achtung: Koffein ist heute in vielen Getränken enthalten.

 

 

 

4. Genügend erholsamer Schlaf

 

Sorgen Sie für genügend, erholsamen und gesunden Schlaf. Wenn Sie Stress haben, braucht Ihr Körper zusätzlichen Schlaf und Ruhe. Allerdings kann schlechter Schlaf den Stress noch erhöhen.

 

 

 

5. Bewegung

 

Achten Sie auf Bewegung. Ihr Körper braucht Bewegung, damit Sie sich wohlfühlen. Dabei geht es vor allem um Selbstbeherrschung und Gelassenheit, anstatt um Leistungsdenken. Pflegen Sie Ihre Gesundheit.

 

 

 

6. Atmung

 

Achten Sie auf Ihre Atmung. Wählen Sie eine für Sie geeignete Atemtechnik. Anregungen finden Sie auf meiner Homepage. Beispielsweise in den Artikeln Nutzen Sie die Atembremse als Atemtechnik bei Lampenfieber und Stress, Atemtechniken und Tiefvollatmung: Nehmen Sie sich Zeit zum Durchatmen, Seele und Stimme danken es!

 

 

 

7. Nicht alles kontrollieren

 

Akzeptieren Sie, dass Sie nicht alles kontrollieren können. Nehmen Sie Einfluss, wo Sie können und wollen, setzen Sie Ihre Ressourcen gezielt ein. Üben Sie sich in Gelassenheit. Der folgende Artikel kann Sie dabei unterstützen. 17 Tipps für Gelassenheit. So lässt sich Gelassenheit fördern.

 

 

 

8. Humor

 

Erlauben Sie sich etwas Humor. Humor bedeutet, die Perspektiven zu erweitern und Routinen zu durchbrechen. Humor trägt Sie ein gutes Stück. Wenn Sie es sogar zu einem herzhaften Lachen bringen, dann ist der gesamte Körper beteiligt. Lachen steigert das Wohlbefinden. Lachen entspannt seine Muskulatur, führt seinem Körper mehr Sauerstoff zu und lässt sein Gehirn Glückshormone ausschütten. So baut Lachen Stress und Spannungen ab, stärkt das Immunsystem und schafft zudem eine meditative Pause für das Gehirn.

 

 

 

9. Positive mentale Haltung

 

Pflegen Sie eine positive mentale Haltung. Üben Sie negative Gedanken durch positive zu ersetzen. Die schönen Dinge des Lebens zu sehen und zu genießen, setzt Glückshormone frei.

 

 

 

10. Singletasking statt Multitasking

 

Widmen Sie ihre Aufmerksamkeit konzentriert einer Aufgabe, anstatt sich beim Versuch von Multitasking zu zerfasern. Also ruhig mal das Smartphone ausschalten und die Tür schließen.

 

 

 

11. Körpersprache

 

„Kopf hoch und Brust raus“. Eine gute Körperhaltung richtet auch die Seele auf. Sogenannte Power Posen signalisieren Körper und Geist Kraft und Souveränität. Dadurch wird Testosteron ausgeschüttet und der Cortisolspiegel sinkt.

 

 

 

12. Entspannungstechniken

 

Anspannung macht unbeweglicher und verkrampfter. Erlernen und pflegen Sie eine Entspannungstechnik, die zu Ihnen passt. In Beiträgen stelle ich einige Entspannungstechniken vor. Es ist sehr angenehm den Geist zu befreien und Meditieren geht auch ohne Nadelkissen.

 

 

 

13. Überblick

 

Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, erzeugt Stress. Also sorgen Sie für den Überblick. Nutzen Sie Werkzeuge, die Ihnen berechtigterweise den Eindruck vermitteln, den Überblick zu haben: ein persönliches System der Selbstorganisation. Eines meiner liebsten Werkzeuge dafür sind Mindmaps.

 

 

 

14. Teilnehmen

 

Nehmen Sie teil, anstatt sich zurückzuziehen. Pflegen Sie soziale Kontakte. Einfach unbeschwert und gelassen dabei sein … Für leistungsorientierte Menschen kann das schon eine immense Herausforderung sein. Die helfen auch dabei, sich daran zu erinnern, was das Leben versüßt und gepflegt werden will.

 

 

 

15. Ängste

 

Finden Sie heraus, was Ihren Stress und möglicherweise Ängste auslöst. Ist es die Arbeit, Selbstständigkeit, Familie, Schule oder etwas, das Sie nicht identifizieren können? Führen Sie ein Journal, wann Sie das Gefühl haben, gestresst oder ängstlich zu sein, und suchen Sie nach einem Muster. Achten Sie vor allem darauf, was Ihnen guttut.

 

 

 

16. Gute Gespräche und …

 

Sprechen Sie mit jemandem, der gut zuhören kann. Sagen Sie Freunden und Familie wie es Ihnen geht und lassen Sie sie wissen, wie sie Ihnen helfen können. Sprechen Sie mit einem Coach oder Therapeuten, um von professioneller Hilfe zu profitieren.

P.S.

 

Wie gehen Sie mit Stress um? In den Kommentaren ist genug Raum für viele weitere Ideen. Ich werde hier mit der Zeit weitere Gedanken hinzufügen.

Artikel zu Stress

Gefährliche Ideen. Warum unbequeme Fragen wichtig sind

Was sind gefährliche Ideen? Warum unbequeme Fragen, Widerspruch und starke Gegenargumente zu klarerem Denken und besseren Entscheidungen führen können.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Januar 2013
Überarbeitung: 17. Februar 2021
AN: #43315

Lampenfieber nur Einbildung? Was wirklich passiert

Lampenfieber nur Einbildung? Was wirklich passiert

Warum sich Aufregung real anfühlt
Lampenfieber und Redeangst sind doch nur eingebildet, oder?

Lampenfieber nur Einbildung? Warum es sich so real anfühlt

 

„Das bildest du dir doch nur ein.“

So ein Satz soll manchmal beruhigen.

Bei Lampenfieber erreicht er häufig das Gegenteil.

Denn wer Herzklopfen, trockenen Mund, Muskelspannung oder innere Unruhe erlebt, weiß:

Das fühlt sich ausgesprochen real an.

Und das ist es auch.

Interessanter ist eine andere Frage:

Entspricht das, was du innerlich erlebst, immer genau dem, was körperlich messbar oder von außen sichtbar ist?

Darauf lautet die Antwort:

Nein.

 

 

 

Lampenfieber ist weniger eingebildet

 

Lampenfieber kann mit realen körperlichen Veränderungen verbunden sein.

Zum Beispiel:

  • schnellerem Herzschlag
  • veränderter Atmung
  • Muskelspannung
  • Schwitzen
  • trockenem Mund
  • Unruhe

Gleichzeitig erleben Menschen diese Veränderungen sehr unterschiedlich.

Zwei Personen können eine ähnliche körperliche Aktivierung haben.

Die eine denkt:

„Ich bin wach. Das hier ist wichtig.“

Die andere:

„Oh nein. Ich verliere die Kontrolle.“

Das körperliche Signal kann ähnlich sein.

Das subjektive Erleben völlig unterschiedlich.

 

 

 

Gefühlte Nervosität ist weniger dasselbe wie messbare Aktivierung

 

Das ist ein wichtiger Punkt.

Wie nervös du dich fühlst, lässt sich weniger direkt aus Puls, Hautleitfähigkeit oder anderen einzelnen Körperwerten ablesen.

Forschung zur öffentlichen Sprechangst zeigt, dass subjektiv berichtete Angst und physiologische Aktivierung durchaus auseinanderliegen können.

Das bedeutet weniger, dass deine Angst „nur im Kopf“ ist.

Es bedeutet:

Angst ist mehr als ein einzelner Körperwert.

 

 

 

Dein Erleben besteht aus mehreren Ebenen

 

Bei Lampenfieber kommen häufig mehrere Dinge zusammen:

  • körperliche Aktivierung
  • Aufmerksamkeit
  • Gedanken
  • Bewertungen
  • Erwartungen
  • Erinnerungen

Du spürst beispielsweise dein Herz.

Dann entsteht der Gedanke:

„Das schlägt viel zu schnell.“

Jetzt richtest du noch mehr Aufmerksamkeit darauf.

Das Herz wird innerlich immer wichtiger.

Und damit kann sich das gesamte Erleben verstärken.

 

 

 

Aufmerksamkeit verändert, was du wahrnimmst

 

Wenn du vor einem wichtigen Auftritt ständig prüfst:

Wie schlägt mein Herz?

Wie klingt meine Stimme?

Zittere ich?

Wie fühlt sich mein Gesicht an?

dann werden genau diese Signale besonders präsent.

Was viel Aufmerksamkeit bekommt, fühlt sich häufig bedeutender an.

Das macht das Signal weniger eingebildet.

Es verändert jedoch seine subjektive Gewichtung.

 

 

 

Warum Angst Körpersignale negativ einfärben kann

 

Bei Angst spielt weniger nur die Wahrnehmung eines Körpersignals eine Rolle.

Entscheidend ist auch seine Bewertung.

Ein schneller Puls kann interpretiert werden als:

„Mein Körper stellt Energie bereit.“

Oder:

„Jetzt gerät alles außer Kontrolle.“

Neuere Forschung zur sogenannten Interozeption – also der Wahrnehmung innerer Körperzustände – zeigt, dass Angst insbesondere mit stärkerer negativer Bewertung und stärkerer negativer Aufmerksamkeit gegenüber Körpersignalen zusammenhängen kann.

 

 

 

Das bedeutet weniger: „Du denkst dir das aus“

 

Eine wichtige Unterscheidung:

Bewertung beeinflusst Erleben.

Das bedeutet weniger:

„Du bist selbst schuld.“

Oder:

„Das existiert nur in deiner Fantasie.“

Körper, Gedanken, Aufmerksamkeit und Erfahrung wirken zusammen.

Genau deshalb ist die Frage:

„Ist es körperlich oder psychisch?“

häufig zu simpel.

 

 

 

Wie andere deine Nervosität wahrnehmen

 

Ein weiterer interessanter Unterschied besteht zwischen:

Wie nervös fühle ich mich?

und:

Wie nervös wirke ich?

Diese beiden Dinge können deutlich auseinanderliegen.

Du bemerkst jeden inneren Impuls.

Dein Publikum sieht nur einen Teil davon.

In Studien zu öffentlicher Sprechangst bewerteten stärker sozial ängstliche Personen ihre eigene Redeleistung teilweise negativer als externe Beobachter.

Das passt zu einer Erfahrung, die ich häufig in der Praxis sehe:

Innen fühlt sich der Auftritt deutlich unsicherer an, als er außen wirkt.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Du beendest eine Präsentation und denkst:

„Man hat mir die Nervosität vollkommen angesehen.“

Dann siehst du eine Videoaufnahme.

Und stellst fest:

Die Stimme war etwas schneller.

Sonst kaum etwas.

Das bedeutet weniger:

„Ich habe mir meine Nervosität eingebildet.“

Die bessere Schlussfolgerung lautet:

„Mein inneres Erleben war intensiver als meine sichtbare Wirkung.“

→ Lampenfieber und Selbsteinschätzung

 

 

 

Gedanken können Lampenfieber verstärken

 

Vor einem wichtigen Auftritt tauchen möglicherweise Gedanken auf wie:

„Ich werde einen Blackout haben.“

„Alle werden meine Nervosität sehen.“

„Ich werde mich blamieren.“

Solche Gedanken können die Aktivierung beeinflussen.

Besonders dann, wenn sie innerlich wie Tatsachen behandelt werden.

Hilfreicher ist:

Ein Gedanke ist zunächst ein Gedanke.

Keine Prognose.

 

 

 

Innere Bilder wirken ebenfalls

 

Vielleicht stellst du dir bereits Tage vorher vor:

wie du vorne stehst.

keinen Satz herausbekommst.

kritische Blicke siehst.

und anschließend am liebsten verschwinden möchtest.

Dann wird die Situation mental schon sehr oft durchgespielt.

Leider als Misserfolgsszenario.

Auch deshalb kann mentale Vorbereitung sinnvoll sein.

Weniger als:

„Alles wird perfekt.“

Mehr als:

„Auch wenn etwas schwierig wird, kann ich mich wieder orientieren.“

 

 

 

Was ist mit der Atmung?

 

Unter Anspannung kann sich die Atmung verändern.

Manche Menschen beginnen schneller oder tiefer zu atmen.

Bei ausgeprägter Überatmung können körperliche Empfindungen wie Schwindel, Kribbeln oder Benommenheit entstehen.

Deshalb kann eine ruhigere Atmung hilfreich sein.

Wichtig ist jedoch:

Eine Atemtechnik ist weniger die universelle Lösung für Lampenfieber.

Atembasierte Interventionen können Angstsymptome unterstützen, ihre Wirkung variiert jedoch zwischen Methoden und Situationen.

Für Lampenfieber ist häufig eine einfache Orientierung ausreichend:

ruhiger statt tiefer.

Einatmen.

Etwas länger ausatmen.

Dann Aufmerksamkeit wieder zur Aufgabe.

→ Atembremse bei Lampenfieber

 

 

 

Warum ich die alte CO₂-Erklärung vorsichtiger formulieren würde

 

Hyperventilation und Veränderungen im Kohlendioxidhaushalt können körperliche Symptome beeinflussen.

Die Zusammenhänge zwischen Atmung, Angst und Bewertung sind jedoch komplex.

Deshalb würde ich weniger behaupten:

„Das Problem liegt an falscher Atmung und wird durch richtige Atmung wieder normalisiert.“

Atmung kann ein Faktor sein.

Sie erklärt weniger jedes Lampenfieber.

 

 

 

Lampenfieber ist weniger nur Biologie

 

Ebenso wenig reicht die Erklärung:

„Das ist einfach Kampf oder Flucht.“

Bei einem wichtigen Auftritt wirken soziale Bewertung, Erwartungen, persönliche Bedeutung, Erfahrung und körperliche Aktivierung zusammen.

Reales öffentliches Sprechen kann durchaus deutliche physiologische Reaktionen hervorrufen.

Doch die Intensität des subjektiven Erlebens lässt sich weniger aus einem einzelnen physiologischen Wert erklären.

 

 

 

Das Publikum sieht weniger, als du fühlst

 

Du fühlst vielleicht:

80 Prozent Nervosität.

Das bedeutet weniger:

80 Prozent deiner Nervosität sind sichtbar.

Das Publikum sieht:

deinen Ausdruck.

deine Stimme.

deine Bewegungen.

deine Worte.

Es spürt weniger deinen Puls von innen.

Diese Unterscheidung kann entlasten.

 

 

 

Und trotzdem muss dir deine Angst weniger egal sein

 

Der Satz:

„Niemand merkt deine Nervosität.“

hilft weniger jedem.

Denn die innere Belastung kann erheblich sein, selbst wenn andere wenig davon sehen.

Deshalb lautet das Ziel weniger:

„Solange niemand etwas merkt, ist alles gut.“

Interessanter ist:

„Wie kann ich trotz Aktivierung wieder leichter auf meine Fähigkeiten zugreifen?“

 

 

 

Was hilft bei gewöhnlichem Lampenfieber?

 

Je nach Situation können unter anderem hilfreich sein:

  • realistische Vorbereitung
  • eine klare Gedankenstruktur
  • Probeläufe
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • ruhigeres Atmen
  • Bewegung
  • ein realistischer Umgang mit eigenen Erwartungen

→ Was bei Lampenfieber wirklich helfen kann

 

 

 

Realität prüfen statt Vermutungen glauben

 

Wenn du denkst:

„Meine Nervosität ist unübersehbar.“

dann prüfe diese Annahme.

Zum Beispiel durch:

  • Videoaufnahmen
  • konkretes Feedback
  • realistische Probeläufe

Frag weniger:

„War ich gut?“

Sondern:

„Wie sichtbar war meine Nervosität tatsächlich?“

„Wie verständlich war meine Botschaft?“

„Wie wirkte ich bei einer kritischen Frage?“

 

 

 

Was du aus einer Videoaufnahme lernen kannst

 

Vor der Aufnahme denkst du vielleicht:

„Meine Hände zittern extrem.“

Im Video siehst du:

eine kleine Bewegung.

Oder du denkst:

„Ich habe ewig geschwiegen.“

Die Pause dauerte zwei Sekunden.

Das Video macht dein inneres Erleben weniger falsch.

Es ergänzt es um eine Außenperspektive.

 

 

 

Und wenn deine Nervosität tatsächlich sichtbar ist?

 

Dann ist das ebenfalls weniger automatisch ein Problem.

Menschen dürfen vor wichtigen Situationen aufgeregt sein.

Die entscheidendere Frage lautet:

Kannst du trotzdem verständlich kommunizieren?

Eine leicht zittrige Stimme kann mit einer sehr guten Botschaft zusammen auftreten.

Ein schnellerer Puls und kompetentes Verhalten schließen sich weniger aus.

 

 

 

Was ist, wenn du den Körper ständig kontrollierst?

 

Dann kann genau diese Kontrolle zum zusätzlichen Problem werden.

Du überprüfst:

Stimme.

Hände.

Atmung.

Gesicht.

Puls.

Und verlierst dabei Aufmerksamkeit für deine eigentliche Aufgabe.

Dann ist ein wichtiger Schritt:

Weniger Körperkontrolle. Mehr Außenorientierung.

 

 

 

Die bessere Frage

 

Statt:

„Wie nervös bin ich gerade?“

frag:

„Was möchte ich diesem Menschen jetzt vermitteln?“

Statt:

„Sieht man mir meine Unsicherheit an?“

frag:

„Ist mein Punkt verständlich?“

Damit verändert sich dein Fokus.

 

 

 

Lampenfieber oder Redeangst?

 

Auch diese Unterscheidung ist wichtig.

Lampenfieber ist eine normale Aktivierung vor bedeutsamen Auftritten.

Bei ausgeprägter Rede- oder Auftrittsangst kann die Belastung deutlich weiter reichen.

Zum Beispiel:

  • starke Erwartungsangst
  • systematische Vermeidung
  • erhebliche berufliche oder persönliche Einschränkungen
  • anhaltend starke Angst trotz vieler Auftrittserfahrungen

Öffentliche Sprechangst kann zudem als spezifisch ausgeprägte Form sozialer Angst auftreten.

→ Ursachen von Redeangst und Lampenfieber

 

 

 

„Nur Einbildung“ wird ausgeprägter Angst weniger gerecht

 

Wenn ein Mensch aufgrund seiner Angst Auftritte vermeidet, berufliche Möglichkeiten ausschlägt oder über Wochen stark belastet ist, hilft der Satz:

„Das bildest du dir nur ein.“

weniger.

Die Belastung ist real.

Dann braucht es eine genauere fachliche Einordnung.

 

 

 

Coaching oder Therapie?

 

Bei beruflichem Lampenfieber können Coaching, Auftrittsvorbereitung, Mentaltraining und realistische Simulation sinnvoll sein.

Wenn eine behandlungsbedürftige Angstproblematik im Vordergrund steht, gehört sie in einen therapeutischen Rahmen.

Meine Coaching- und Therapieangebote halte ich fachlich und organisatorisch getrennt.

→ Psychotherapie und Hypnotherapie bei Ängsten

 

 

 

Bei wichtigen beruflichen Auftritten

 

Gerade bei High-Stakes-Situationen kann die Innenwahrnehmung besonders intensiv werden.

Vorstand.

Aufsichtsrat.

Investoren.

Medien.

eine große Keynote.

Dann lässt sich im Training konkret prüfen:

  • Wie stark ist deine Aktivierung?
  • Wie stark verändert sie tatsächlich deine Wirkung?
  • Was ist hauptsächlich Innenwahrnehmung?
  • Wo gibt es sichtbare Veränderungen?
  • Welche davon sind überhaupt relevant?

Das schafft Klarheit statt Spekulation.

 

 

 

Welcher Rahmen gilt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das gilt auch dann, wenn Lampenfieber, Selbstwahrnehmung oder körperliche Stressreaktionen das konkrete Thema sind.

Für andere Fach- und Führungskräfte gilt:

Allgemeine Entwicklung von Präsentations- und Auftrittssicherheit → BUSINESS 1:1.

Konkrete High-Stakes-Situation mit hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite → EXECUTIVE SPARRING.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Seit 1998 Unterstützung bei Lampenfieber und wichtigen Auftritten

 

Seit 1998 unterstütze ich Menschen bei Präsentationen, Reden und wichtigen Auftritten.

Dabei begegnet mir immer wieder:

Das innere Erleben und die äußere Wirkung können erheblich voneinander abweichen.

Deshalb arbeite ich gern mit:

  • realistischen Simulationen
  • konkretem Feedback
  • Video
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • mentaler Vorbereitung

Das Ziel ist weniger, dir einzureden:

„Es ist doch gar nichts.“

Das Ziel ist:

genauer zu verstehen, was tatsächlich passiert und was dir hilft.

 

 

 

Eine kleine Übung

 

Bewerte vor deinem nächsten Probelauf zwei Dinge getrennt.

1. Wie nervös fühle ich mich?

0 bis 10.

2. Wie gut konnte ich meine Botschaft vermitteln?

0 bis 10.

Dann hole dir eine Außenbewertung.

Zum Beispiel:

Wie nervös wirkte ich?

Wie klar war meine Botschaft?

Vergleiche anschließend die Werte.

Vielleicht findest du etwas Interessantes:

Du kannst dich sehr nervös fühlen und trotzdem überzeugend kommunizieren.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn Lampenfieber deine Wahrnehmung und Wirkung bei wichtigen Auftritten deutlich beeinflusst, beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • welche Situation bevorsteht
  • was du körperlich erlebst
  • was du glaubst, dass andere davon wahrnehmen
  • was du erreichen möchtest
  • wann der Termin stattfindet

Dann können wir die Situation realistisch vorbereiten und Innenwahrnehmung mit Außenwirkung abgleichen.

→ Unterstützung bei einem wichtigen Auftritt anfragen

 

 

 

Fazit: Real erlebt heißt weniger objektiv gemessen

 

Lampenfieber ist keine bloße Einbildung.

Körperliche Aktivierung ist real.

Gedanken sind real erlebt.

Angst ist real erlebt.

Und gleichzeitig gilt:

Dein inneres Erleben ist weniger ein objektives Messgerät.

Vielleicht fühlst du dich wesentlich nervöser, als du wirkst.

Vielleicht bewertest du ein Körpersignal gefährlicher, als es sein müsste.

Vielleicht hältst du eine kurze Pause für einen Blackout.

Deshalb ist die bessere Frage weniger:

„Bilde ich mir das alles nur ein?“

Sondern:

„Was passiert tatsächlich – was erlebe ich dabei – und was davon ist für meinen Auftritt wirklich relevant?“

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Lampenfieber

Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

Lampenfieber: 14 Fragen & was wirklich hilft

Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 2018
Überarbeitung: 1. Juli 2026

Versagensangst: Ursachen, Folgen & 10 Wege zu mehr Handlungsspielraum

Versagensangst: Ursachen, Folgen & 10 Wege zu mehr Handlungsspielraum

Was steckt hinter Versagensangst?
Angst

Versagensangst: Wenn die Angst vor dem Scheitern Entscheidungen und Leistung beeinflusst

 

Was, wenn ich scheitere?

Was, wenn ich die Erwartungen nicht erfülle?

Was, wenn andere merken, dass ich weniger kann, als sie denken?

Solche Gedanken können antreiben.

Sie können ebenso blockieren.

Genau darin liegt die Besonderheit von Versagensangst.

Sie führt nicht immer dazu, dass Menschen aufgeben.

Manche vermeiden Herausforderungen.

Andere arbeiten noch härter.

Und manche wirken nach außen ausgesprochen leistungsfähig, während innerlich ständig die Sorge mitläuft:

„Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“

 

 

Was ist Versagensangst?

 

Versagensangst beschreibt die Befürchtung, bei einer wichtigen Aufgabe, Entscheidung oder Leistung zu scheitern und die möglichen Folgen dieses Scheiterns nicht gut bewältigen zu können.

Dabei geht es häufig um mehr als das sachliche Ergebnis.

Ein mögliches Scheitern kann verbunden werden mit Befürchtungen wie:

  • Ansehen zu verlieren
  • andere zu enttäuschen
  • sich zu blamieren
  • als weniger kompetent wahrgenommen zu werden
  • den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen

Deshalb ist Versagensangst oft weniger eine Angst vor einem einzelnen Fehler als vor dessen Bedeutung.

 

Versagensangst ist keine eigene Diagnose

 

Der Begriff wird in Psychologie und Alltag verwendet.

Er bezeichnet jedoch keine eigenständige psychische Störung.

Versagensangst kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Sie kann:

  • eine normale Reaktion auf eine wichtige Situation sein
  • mit leistungsbezogener Angst zusammenhängen
  • mit Perfektionismus verbunden sein
  • Vermeidung fördern
  • Teil einer ausgeprägteren Angstproblematik sein

Deshalb lohnt sich eine differenzierte Betrachtung.

 

Versagensangst ist nicht dasselbe wie Prüfungsangst

 

Prüfungsangst bezieht sich auf Prüfungs- und Bewertungssituationen.

Versagensangst kann deutlich weiter reichen.

Sie kann beispielsweise auftreten bei:

  • beruflichen Entscheidungen
  • Präsentationen
  • Verhandlungen
  • Führungsaufgaben
  • Selbstständigkeit
  • Karriereschritten
  • kreativen Projekten

Prüfungsangst kann also eine spezielle Form leistungsbezogener Angst sein.

Versagensangst ist der breitere Begriff.

 

 

Die Angst gilt häufig weniger dem Fehler als seiner Bedeutung

 

Stell dir vor, zwei Menschen machen denselben Fehler.

Die erste Person denkt:

„Ärgerlich. Was kann ich daraus lernen?“

Die zweite denkt:

„Jetzt sehen alle, dass ich nicht gut genug bin.“

Der Fehler ist derselbe.

Die psychologische Bedeutung ist vollkommen unterschiedlich.

Genau hier kann Versagensangst entstehen oder sich verstärken.

 

Typische Gedanken bei Versagensangst

 

Zum Beispiel:

  • „Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“
  • „Wenn das schiefgeht, war alles umsonst.“
  • „Andere werden mich für unfähig halten.“
  • „Wenn ich es nicht perfekt mache, habe ich versagt.“
  • „Ich sollte erst anfangen, wenn ich sicher bin, dass es funktioniert.“

Solche Gedanken können sich sehr vernünftig anhören.

Sie enthalten jedoch häufig überzogene Schlussfolgerungen über die Bedeutung eines möglichen Misserfolgs.

 

 

Versagensangst kann zwei sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen

 

Das ist wichtig.

Versagensangst führt nicht immer zu Rückzug.

 

Reaktion 1: Vermeidung

Eine Aufgabe wird:

  • aufgeschoben
  • abgelehnt
  • nicht begonnen
  • frühzeitig beendet

Dann sinkt kurzfristig der Druck.

Langfristig kann der Handlungsspielraum kleiner werden.

 

Reaktion 2: Übermäßiger Einsatz

Andere reagieren mit:

  • extremer Vorbereitung
  • Kontrolle
  • langen Arbeitszeiten
  • ständiger Selbstbeobachtung
  • kaum akzeptierten Pausen

Von außen wirkt das möglicherweise wie Ehrgeiz.

Innerlich wird Leistung jedoch stärker von Angst als von Interesse oder Zielorientierung getragen.

 

 

Versagensangst kann also durchaus Leistung erzeugen

 

Das macht das Thema komplizierter.

Angst vor dem Scheitern kann Menschen kurzfristig zu hoher Anstrengung motivieren.

Das bedeutet nicht automatisch, dass dieses Muster langfristig hilfreich ist.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie viel Freiheit bleibt noch?

Kannst du entscheiden, wie viel Einsatz sinnvoll ist?

Oder fühlt sich jede Reduktion sofort wie Gefahr an?

 

Versagensangst und Vermeidung

 

Vermeidung kann sehr unterschiedlich aussehen.

Nicht immer heißt sie:

„Ich tue es nicht.“

Sie kann auch lauten:

  • „Ich bereite mich noch etwas länger vor.“
  • „Der Zeitpunkt ist noch nicht ideal.“
  • „Ich brauche noch mehr Informationen.“
  • „Ich starte, sobald ich wirklich bereit bin.“

Das klingt zunächst verantwortungsvoll.

Manchmal ist es das auch.

Manchmal ist Vorbereitung jedoch zu einer Strategie geworden, mit der Unsicherheit vermieden wird.

Aufschieben schützt kurzfristig vor Bewertung

 

Wenn du eine Aufgabe nicht abschließt, kann sie auch noch nicht bewertet werden.

Das reduziert kurzfristig unangenehme Gefühle.

Gleichzeitig steigt häufig der Zeitdruck.

Und damit möglicherweise die Angst.

So kann ein Kreislauf entstehen:

Angst → Aufschieben → Zeitdruck → mehr Angst.

 

Versagensangst und Perfektionismus

 

Beides kann eng miteinander verbunden sein.

Besonders problematisch wird Perfektionismus, wenn Fehler nicht nur als unerwünscht erlebt werden, sondern als persönliche Niederlage.

Dann kann sich die Logik entwickeln:

„Wenn ich perfekt bin, kann mir nichts passieren.“

Nur lässt sich Fehlerfreiheit kaum garantieren.

Der Versuch erzeugt daher oft noch mehr Kontrolle und Druck.

 

 

Hohe Standards sind nicht automatisch problematisch

 

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Es ist vollkommen legitim:

  • ehrgeizig zu sein
  • hohe Qualität anzustreben
  • sich sorgfältig vorzubereiten

Problematisch wird es eher, wenn der eigene Wert oder die eigene Sicherheit davon abhängt, dass Fehler ausbleiben.

 

Ein hilfreicher Unterschied

„Ich möchte das sehr gut machen.“

ist etwas anderes als:

„Ich muss das sehr gut machen, sonst stimmt etwas mit mir nicht.“

 

Versagensangst und Scham

 

Bei ausgeprägter Versagensangst geht es häufig nicht nur um Enttäuschung.

Es kann auch um die Befürchtung gehen:

„Wenn ich scheitere, verliere ich Ansehen.“

Oder:

„Dann sehen andere, dass ich nicht gut genug bin.“

Damit verschiebt sich die Bedeutung eines Fehlers.

Aus:

„Etwas ist misslungen.“

wird:

„Mit mir stimmt etwas nicht.“

Diese beiden Aussagen sollten sorgfältig getrennt werden.

 

Ein Ergebnis ist keine Identität

 

Ein Projekt kann scheitern.

Eine Präsentation kann misslingen.

Eine Entscheidung kann sich als falsch herausstellen.

Das sind Informationen über:

eine Situation.

Nicht automatisch über:

den Wert eines Menschen.

 

 

Woher kommt Versagensangst?

 

Es gibt selten eine einzige Ursache.

Versagensangst kann aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren entstehen.

Hohe oder starre Erwartungen

Wenn Erfolg als selbstverständlich und Fehler als kaum akzeptabel erlebt werden, kann Leistung schnell mit Druck verbunden werden.

 

Erfahrungen mit Kritik oder Beschämung

Wiederholte Erfahrungen, bei denen Fehler mit starker Abwertung oder Beschämung verbunden waren, können beeinflussen, wie spätere Leistungssituationen erlebt werden.

 

Eigene Schlussfolgerungen

Menschen ziehen aus Erfahrungen unterschiedliche Schlüsse.

Zum Beispiel:

„Ich muss besonders gut sein, damit ich sicher bin.“

 

Temperament und Sensibilität

Menschen unterscheiden sich darin, wie stark sie auf Bedrohung, Unsicherheit und Bewertung reagieren.

Das kann eine Rolle spielen.

Eine einfache Aussage wie:

„Versagensangst wird vererbt.“

wäre jedoch zu pauschal.

 

Familie und frühe Erfahrungen können eine Rolle spielen

 

Forschung weist darauf hin, dass sich Einstellungen zu Leistung und Scheitern innerhalb von Familien ähneln können.

Dabei können verschiedene Prozesse zusammenwirken:

  • Vorbildverhalten
  • Erwartungen
  • Umgang mit Fehlern
  • Reaktionen auf Leistung
  • individuelle Unterschiede

Daraus folgt keine zwangsläufige Entwicklung.

Menschen können solche Muster erkennen und verändern.

 

Versagensangst im Beruf

 

Im beruflichen Kontext ist Versagensangst besonders interessant.

Denn sie kann sehr kompetent aussehen.

Zum Beispiel als:

  • extreme Vorbereitung
  • hoher Qualitätsanspruch
  • ständige Kontrolle
  • große Einsatzbereitschaft

Die Frage ist:

Was treibt dieses Verhalten?

Interesse am Ergebnis?

Oder die ständige Befürchtung, ein Fehler könnte gravierende persönliche Folgen haben?

 

 

Versagensangst kann Karriereentscheidungen beeinflussen

 

Zum Beispiel:

  • eine Beförderung wird nicht angenommen
  • eine Führungsrolle wird vermieden
  • eine gute Idee wird nicht vorgestellt
  • eine Selbstständigkeit wird immer weiter verschoben
  • eine wichtige Bewerbung wird gar nicht erst abgeschickt

Dann schützt die Angst kurzfristig vor möglichem Scheitern.

Gleichzeitig verhindert sie mögliche Entwicklung.

 

Die Kosten der Vermeidung sind oft unsichtbar

 

Wenn du etwas ausprobierst und scheiterst, ist das Ergebnis sichtbar.

Wenn du etwas aus Angst nie ausprobierst, bleibt unsichtbar, was möglich gewesen wäre.

Genau deshalb kann Vermeidung so lange plausibel wirken.

Ihr Preis zeigt sich häufig erst mit Abstand.

 

 

Versagensangst bei Präsentationen und wichtigen Auftritten

 

Hier kann sich die Angst beispielsweise zeigen als:

  • Angst vor einem Versprecher
  • Sorge vor kritischen Fragen
  • Angst vor einem Blackout
  • übermäßige Kontrolle jedes Satzes
  • ständige Beobachtung der Publikumsreaktionen

Dann richtet sich Aufmerksamkeit zunehmend auf:

„Mache ich gerade alles richtig?“

Diese Aufmerksamkeit fehlt möglicherweise genau dort, wo sie gebraucht wird:

  • bei der Botschaft
  • beim Publikum
  • bei der Situation

→ Was, wenn bei einer Präsentation etwas schiefgeht?

 

Versagensangst und Entscheidungen

 

Auch Entscheidungen können schwierig werden.

Denn jede echte Entscheidung enthält Unsicherheit.

Wer absolute Sicherheit verlangt, bevor er entscheidet, kann lange warten.

Dann lautet die innere Frage nicht mehr:

„Welche Entscheidung ist unter den gegebenen Informationen am besten begründet?“

Sondern:

„Welche Entscheidung garantiert, dass ich später keinen Fehler bereue?“

Diese Garantie gibt es selten.

 

 

Sicherheit oder Entscheidungsfähigkeit?

 

Ein hilfreicher Perspektivwechsel lautet:

Gute Entscheidungen brauchen keine vollständige Sicherheit.

Sie brauchen:

  • relevante Informationen
  • klare Kriterien
  • eine realistische Risikoeinschätzung
  • die Fähigkeit, mit verbleibender Unsicherheit umzugehen

→ Entscheidungsangst: Wenn Entscheidungen Angst machen

 

Was hilft bei Versagensangst?

 

Eine allgemeingültige Methode gibt es nicht.

Hilfreich kann zunächst sein, genauer zu verstehen:

Was genau bedeutet Versagen für mich?

Diese Frage führt häufig näher an den Kern als:

„Wie werde ich die Angst schnell los?“

1. Definiere das befürchtete Versagen konkret

 

Statt:

„Ich könnte versagen.“

frage:

„Was genau müsste passieren, damit ich diese Situation als Versagen bezeichnen würde?“

Oft wird dadurch sichtbar, dass der Begriff sehr viel größer geworden ist als das tatsächliche Risiko.

2. Trenne Ergebnis und persönliche Bedeutung

 

Ein Misserfolg beantwortet möglicherweise die Frage:

„Hat dieser Weg funktioniert?“

Er beantwortet nicht automatisch:

„Wie wertvoll oder fähig bin ich?“

3. Prüfe deine Standards

 

Frag:

Was wäre hier wirklich eine gute Leistung?

Und:

Was verlange ich zusätzlich, nur damit ich mich sicher fühle?

Zwischen Qualität und Sicherheitskontrolle besteht ein Unterschied.

4. Unterscheide Vorbereitung von Beruhigungsritualen

 

Gute Vorbereitung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines guten Ergebnisses.

Endlose Vorbereitung soll manchmal etwas anderes leisten:

das Gefühl vollständiger Sicherheit herstellen.

Wenn immer noch eine weitere Kontrolle nötig erscheint, lohnt sich diese Unterscheidung.

5. Plane Fehler mit ein

 

Das klingt zunächst ungewöhnlich.

Frag:

„Was mache ich, wenn tatsächlich etwas schiefgeht?“

Damit verschiebt sich der Fokus.

Von:

„Es darf nichts passieren.“

zu:

„Ich kann reagieren, wenn etwas passiert.“

6. Trainiere Handlungsfähigkeit statt Fehlerfreiheit

 

Das ist besonders bei wichtigen Gesprächen, Präsentationen und Verhandlungen hilfreich.

Du kannst beispielsweise üben:

  • kritische Fragen zu beantworten
  • nach einem Versprecher weiterzureden
  • eine unerwartete Situation aufzugreifen
  • eine Wissenslücke offen zu benennen

Damit wächst weniger die Illusion vollständiger Kontrolle.

Es wächst die Erfahrung:

„Ich kann auch mit Abweichungen umgehen.“

7. Reduziere Vermeidung schrittweise

 

Wenn Angst zu Vermeidung geführt hat, kann es hilfreich sein, Handlungsspielraum schrittweise zurückzugewinnen.

Die konkrete Vorgehensweise hängt davon ab:

  • wie stark die Angst ist
  • worum es geht
  • welche Erfahrungen bereits bestehen

Bei ausgeprägter Angstproblematik gehört das in einen therapeutischen Rahmen.

8. Prüfe, was du tatsächlich kontrollieren kannst

 

Du kannst beeinflussen:

  • deine Vorbereitung
  • deine Entscheidungen
  • deine Kommunikation
  • deine Reaktion auf Veränderungen

Du kannst nicht vollständig kontrollieren:

  • wie andere reagieren
  • ob unerwartete Ereignisse auftreten
  • ob jede Entscheidung den gewünschten Ausgang hat

Versagensangst verlangt häufig Kontrolle genau dort, wo sie nicht vollständig möglich ist.

9. Definiere Erfolg breiter

 

Erfolg kann mehr bedeuten als:

„Das Ergebnis war exakt so, wie ich es wollte.“

Erfolg kann ebenso bedeuten:

  • eine wichtige Entscheidung getroffen zu haben
  • eine schwierige Situation bewältigt zu haben
  • etwas gelernt zu haben
  • eine Grenze erweitert zu haben
  • eine vernünftige Entscheidung unter Unsicherheit getroffen zu haben

10. Beobachte die Sprache deiner Angst

 

Versagensangst arbeitet häufig mit absoluten Formulierungen:

  • „Ich muss.“
  • „Ich darf auf keinen Fall.“
  • „Das wäre eine Katastrophe.“
  • „Dann ist alles vorbei.“

Solche Formulierungen können das Erleben zusätzlich verschärfen.

Präzisere Sprache schafft häufig mehr Handlungsspielraum.

 

Eine hilfreiche Frage: Was wäre das realistische Worst-Case-Szenario?

 

Nicht die dramatischste Vorstellung.

Sondern:

Was könnte tatsächlich passieren?

Dann:

Wie wahrscheinlich ist das?

Und:

Was könnte ich dann tun?

Die letzte Frage ist besonders wichtig.

Denn Angst unterschätzt häufig die eigene Fähigkeit, mit einem ungünstigen Ausgang umzugehen.

 

Was wäre, wenn Scheitern Informationen liefert?

 

Das bedeutet nicht, jeden Misserfolg schönzureden.

Manche Fehler sind teuer.

Manche Entscheidungen haben ernsthafte Folgen.

Gerade deshalb lohnt sich eine nüchterne Auswertung.

Frag:

  • Was hat funktioniert?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Welche Annahme war falsch?
  • Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Damit wird aus einem Ergebnis eine Informationsquelle.

 

Die Alternative zur Versagensangst ist nicht Gleichgültigkeit

 

Das ist mir wichtig.

Weniger Angst vor Fehlern bedeutet nicht:

„Es ist mir egal, was passiert.“

Du kannst:

  • Verantwortung übernehmen
  • hohe Standards haben
  • Risiken ernst nehmen

und trotzdem akzeptieren, dass Ergebnisse nie vollständig kontrollierbar sind.

 

 

Verantwortung ohne Selbstabwertung

 

Wenn etwas schiefgeht, kannst du sagen:

„Diese Entscheidung war falsch.“

Oder:

„Meine Vorbereitung war unzureichend.“

Das ist Verantwortung.

Etwas anderes wäre:

„Ich bin ein Versager.“

Das ist keine Analyse.

Es ist eine globale Bewertung der eigenen Person.

 

 

Versagensangst bei Führungskräften

 

Bei Führungskräften kann Versagensangst besonders schwer erkennbar sein.

Denn sie kann sich zeigen als:

  • Mikromanagement
  • übermäßige Kontrolle
  • lange Entscheidungswege
  • geringe Fehlertoleranz
  • ständiges Nachprüfen

Das wirkt nicht nur auf die Führungskraft.

Es wirkt auf das gesamte Umfeld.

 

 

Wenn die Angst der Führungskraft das System prägt

 

Wer eigene Fehler schwer aushält, reagiert möglicherweise auch stärker auf Fehler anderer.

Dann lernen Mitarbeitende:

„Hier sollte möglichst nichts schiefgehen.“

Das kann dazu führen, dass:

  • Risiken später gemeldet werden
  • Probleme beschönigt werden
  • Experimente vermieden werden
  • Entscheidungen nach oben delegiert werden

Versagensangst kann so vom individuellen Muster zum Organisationsproblem werden.

 

Die stärkere Führungsfrage lautet

 

Nicht:

„Wie verhindere ich jeden Fehler?“

Sondern:

„Welche Fehler dürfen passieren, welche dürfen nicht passieren und wie lernen wir möglichst schnell daraus?“

Das ist eine wesentlich differenziertere Form von Verantwortung.

 

 

Wann Coaching sinnvoll sein kann

 

Coaching kann sinnvoll sein, wenn es beispielsweise um:

  • berufliche Entscheidungen
  • Perfektionismus im Arbeitskontext
  • übermäßige Vorbereitung
  • Vermeidung von Sichtbarkeit
  • Führungsverhalten
  • Selbstführung unter Druck

geht.

Dabei kann geklärt werden:

Was genau befürchte ich?

Welche Annahmen treiben das Muster?

Welche realen Risiken bestehen?

Welche Handlungsoptionen habe ich?

 

Wann Versagensangst in einen therapeutischen Rahmen gehört

 

Wenn Angst deutlich über eine berufliche Herausforderung hinausgeht und beispielsweise:

  • starkes Vermeidungsverhalten
  • anhaltende erhebliche Belastung
  • Panikreaktionen
  • ausgeprägte Angst vor Bewertung
  • deutliche Einschränkungen des Alltags

mit sich bringt, kann Psychotherapie der passendere Rahmen sein.

Meine therapeutische Arbeit zu Ängsten und Angststörungen findet getrennt von meiner Coachingarbeit statt.

→ Informationen zu meiner therapeutischen Arbeit bei Ängsten

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn Versagensangst beispielsweise berufliche Entscheidungen, Sichtbarkeit, Perfektionismus oder die Vorbereitung wichtiger Situationen beeinflusst.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Entscheidung, Präsentation, Verhandlung oder Führungssituation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

12 Fragen im Umgang mit Versagensangst

 

  1. Was genau wäre in dieser Situation für mich ein Versagen?
  2. Was befürchte ich dann konkret?
  3. Welche dieser Folgen sind realistisch?
  4. Welche Bedeutung gebe ich einem möglichen Fehler?
  5. Verwechsle ich ein schlechtes Ergebnis mit persönlichem Wert?
  6. Bereite ich mich sinnvoll vor oder suche ich vollständige Sicherheit?
  7. Was vermeide ich aus Angst vor Bewertung?
  8. Welche Chancen kostet mich diese Vermeidung?
  9. Was liegt tatsächlich in meinem Einfluss?
  10. Wie würde ich reagieren, wenn etwas schiefgeht?
  11. Welche Definition von Erfolg wäre realistischer?
  12. Was würde ich tun, wenn ich weniger Angst vor dem Scheitern hätte?

 

Fazit: Die entscheidende Fähigkeit ist nicht, niemals zu scheitern

 

Fehler lassen sich reduzieren.

Risiken lassen sich prüfen.

Vorbereitung lässt sich verbessern.

Vollständige Sicherheit lässt sich selten herstellen.

Versagensangst wird besonders belastend, wenn ein möglicher Misserfolg mehr bedeutet als:

„Dieses Ergebnis entspricht nicht meinen Erwartungen.“

Wenn daraus wird:

„Dann bin ich nicht gut genug.“

verschiebt sich die gesamte Situation.

Deshalb geht es weniger darum, jede Angst vor dem Scheitern abzuschaffen.

Eine gewisse Sorge kann sorgfältige Vorbereitung und verantwortliche Entscheidungen unterstützen.

Entscheidend ist, dass sie dir Handlungsspielraum lässt.

Die stärkere Alternative zu Versagensangst ist nicht Fehlerfreiheit.

Es ist die Erfahrung, auch mit einem Fehler, einer Unsicherheit oder einem enttäuschenden Ergebnis handlungsfähig bleiben zu können.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

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→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
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Artikel zum Thema Angst

8 Tipps für Zuversicht: Es kommt der Tag, der alles lösen wird. (Friedrich von Schiller)

Sie ist mächtig: Die Kraft der Zuversicht. Hier sind 8 Tipps, um Zuversicht zu fördern. Die Hoffnung stirbt sprichwörtlich zuletzt. Und tatsächlich: Kaum etwas spornt Menschen so sehr an wie die Kraft der Zuversicht – die Aussicht, dass ihr Vorhaben gelingen kann, ihre Probleme beziehungsweise Herausforderungen überwunden werden. Mit dieser Aussicht gelingt es Menschen selbst Schicksalsschläge leichter und schneller zu überwinden und den Lebensmut nicht zu verlieren.

Hilfe bei Redeangst: Wenn das Lampenfieber keines ist

Hilfe bei Redeangst: Wenn das Lampenfieber keines ist

Wenn nach zahlreichen Redegelegenheiten, Rhetorik- und Kommunikationstrainings, angeblich bewährten Techniken und Übungen gegen Lampenfieber und Nervosität beim Auftritt, die Intensität des Lampenfiebers immer noch nicht abgenommen hat, könnte es daran liegen, das es kein Lampenfieber ist. Redeangst, Logophobie, Redehemmung, Auftrittsangst sind anders als Lampenfieber.

mehr lesen

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Mai 2011
Überarbeitung: 14. April 2026

5 Strategien bei Lampenfieber und Redeangst

5 Strategien bei Lampenfieber und Redeangst

Hilfe bei Lampenfieber und sogar Redeangst, Logophobie, Redehemmung, Auftrittsangst ...
Redeangst

5 Strategien bei Lampenfieber und Redeangst

 

Was hilft, wenn du vor Menschen sprechen möchtest und dein eigenes Stressniveau dir dabei im Weg steht?

Darauf gibt es weniger die eine Technik.

Denn Lampenfieber und ausgeprägte Redeangst sind weniger dasselbe.

Bei gewöhnlichem Lampenfieber können Vorbereitung, Erfahrung und einige gezielte Strategien viel bewirken.

Bei stärkerer und anhaltender Redeangst reicht ein klassischer Präsentationstipp häufig weniger weit.

Trotzdem gibt es einige Prinzipien, die helfen können, genauer mit der eigenen Reaktion umzugehen.

Hier sind fünf davon.

 

 

 

Zuerst: Lampenfieber oder Redeangst?

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Lampenfieber ist eine normale Aktivierung vor einer bedeutsamen Situation.

Vielleicht spürst du:

  • einen schnelleren Puls
  • mehr Körperspannung
  • eine veränderte Stimme
  • innere Unruhe

Und trotzdem kannst du grundsätzlich sprechen, denken und handeln.

Ausgeprägte Rede- oder Auftrittsangst kann weiter reichen.

Dann können beispielsweise:

  • starke Erwartungsangst bereits Tage oder Wochen vorher entstehen
  • Auftritte systematisch vermieden werden
  • berufliche oder persönliche Möglichkeiten eingeschränkt werden
  • die Angst trotz vieler Erfahrungen bestehen bleiben

Je genauer klar ist, womit du es zu tun hast, desto passender kann die Strategie sein.

→ Ursachen von Redeangst und Lampenfieber

 

 

 

Strategie 1: Bereite Gedanken vor statt Wortfolgen

 

Viele Menschen reagieren auf Lampenfieber mit noch mehr Kontrolle.

Sie schreiben jeden Satz aus.

Lernen Formulierungen auswendig.

Und versuchen anschließend, den vorbereiteten Text möglichst exakt wiederzugeben.

Das kann Sicherheit geben.

Es kann jedoch auch neue Abhängigkeit erzeugen.

Wenn ein Satz fehlt, scheint plötzlich der gesamte Ablauf gefährdet.

Robuster ist eine klare Gedankenstruktur.

Zum Beispiel:

Problem → Bedeutung → Lösung → nächster Schritt.

Oder:

Drei Kernbotschaften, die auf jeden Fall ankommen sollen.

Dann kannst du deine Sprache im Moment entstehen lassen.

 

Warum das helfen kann

Du musst weniger zwei Dinge gleichzeitig tun:

denken

und einen auswendig gelernten Wortlaut überwachen.

Stattdessen weißt du:

Was möchte ich sagen?

Und suchst dafür die passenden Worte.

 

Wichtig

Das bedeutet weniger:

„Sprich grundsätzlich ohne Vorbereitung.“

Gerade bei wichtigen Auftritten ist gute Vorbereitung entscheidend.

Bereite die Struktur gründlich vor.

Lass die Formulierung beweglich.

 

 

 

Strategie 2: Beobachte weniger, bekämpfe weniger

 

Ein schneller Puls.

Trockener Mund.

Eine wärmere Gesichtshaut.

Eine Stimme, die sich etwas anders anfühlt.

Viele Menschen reagieren darauf sofort mit:

„Das muss weg.“

Dann beginnt die Kontrolle.

Wie stark ist es?

Wird es schlimmer?

Merken die anderen etwas?

Diese Selbstbeobachtung kann zusätzliche Aufmerksamkeit binden.

Eine andere Haltung lautet:

„Ja, da ist Aktivierung. Und jetzt gehe ich zurück zu meiner Aufgabe.“

Das bedeutet weniger, Symptome gut finden zu müssen.

Es bedeutet:

Du musst weniger mit ihnen kämpfen, um handeln zu können.

→ Lampenfieber? Ja, und?

 

 

 

Strategie 3: Reguliere deinen Körper, ohne ihn zum Hauptprojekt zu machen

 

Der Körper gehört zum Lampenfieber.

Deshalb kann körperliche Regulation hilfreich sein.

Zum Beispiel:

  • einige Minuten Bewegung vor dem Auftritt
  • ein stabiler und weniger starrer Stand
  • ruhigeres Atmen
  • ein etwas reduziertes Sprechtempo
  • bewusste Pausen

Wichtig ist:

Die Technik soll dich zurück zur Aufgabe bringen.

Sie sollte weniger zum neuen Kontrollritual werden.

 

Atmung

Ich würde weniger empfehlen, besonders tief einzuatmen.

Hilfreicher ist häufig:

ruhiger statt tiefer.

Einatmen.

Etwas länger ausatmen.

Einige Atemzüge.

Dann wieder zum Inhalt.

→ Atembremse bei Lampenfieber

 

Bewegung

Wenn dein Körper stark aktiviert ist, musst du weniger vollkommen still bleiben.

Ein kurzer Spaziergang oder einige Minuten Bewegung können einen guten Übergang schaffen.

→ Bewegung bei Lampenfieber

 

 

 

Strategie 4: Trainiere Störungen statt nur den perfekten Ablauf

 

Viele Proben sehen so aus:

Alles ist ruhig.

Niemand unterbricht.

Die Folien funktionieren.

Die Fragen kommen am Ende.

Und anschließend soll genau diese Übung auf eine reale Situation mit Menschen übertragen werden.

Das ist begrenzt hilfreich.

Realistische Vorbereitung enthält Abweichungen.

Zum Beispiel:

  • eine kritische Frage
  • eine Unterbrechung
  • Zeitdruck
  • eine Nachfrage mitten im Gedanken
  • einen kurzen Fadenverlust

Dann trainierst du weniger nur:

„Ich kann meinen Vortrag halten.“

Du trainierst:

„Ich kann mich wieder orientieren, wenn etwas anders läuft als geplant.“

 

Das ist besonders wichtig bei der Angst vor einem Blackout

Übe einen Fadenverlust absichtlich.

Stoppe mitten in einer Probe.

Mach eine Pause.

Fasse den letzten Gedanken zusammen.

Finde deine Kernbotschaft.

Und mach weiter.

→ Blackout bei Präsentationen: Ursachen und Prävention

 

 

 

Strategie 5: Richte Aufmerksamkeit auf die Aufgabe statt auf deine Wirkung

 

Unter Lampenfieber entsteht leicht eine innere Kamera.

Du beobachtest dich selbst.

Wie stehe ich?

Wie klinge ich?

Wie sehe ich aus?

Wie wirkt meine Nervosität?

Je stärker diese Selbstbeobachtung wird, desto weniger Aufmerksamkeit bleibt für das eigentliche Gespräch.

Ein hilfreicher Wechsel lautet:

Weg von:

„Wie wirke ich?“

Hin zu:

„Was braucht mein Gegenüber jetzt von mir?“

Oder:

„Was soll nach meinem Beitrag klarer sein?“

Damit wird aus einer Prüfung deiner Person wieder eine Kommunikationsaufgabe.

 

 

 

Was ist mit dem Gedanken: „Das Publikum will, dass ich Erfolg habe“?

 

Dieser bekannte Rat kann manchmal beruhigen.

Er ist jedoch weniger zuverlässig.

Vielleicht sitzt dir tatsächlich ein wohlwollendes Publikum gegenüber.

Vielleicht auch ein kritischer Vorstand.

eine skeptische Kundin.

ein Prüfungsgremium.

oder ein Journalist.

Du brauchst weniger die Vorstellung:

„Alle mögen mich.“

Stärker ist:

„Ich kann auch mit kritischen Menschen professionell kommunizieren.“

 

 

 

Was ist mit positivem Denken?

 

Auch hier würde ich differenzieren.

Gedanken wie:

„Alles wird großartig.“

oder:

„Ich bin vollkommen ruhig.“

helfen weniger, wenn dein inneres Erleben etwas anderes meldet.

Hilfreicher sind realistische Gedanken.

Zum Beispiel:

„Ich bin aufgeregt und kann trotzdem sprechen.“

„Ich kann eine Frage weniger sofort beantworten und trotzdem kompetent sein.“

„Ein Versprecher verändert meine Kernbotschaft weniger.“

 

 

 

Warum die fünf Strategien bei Redeangst weniger automatisch reichen

 

Bei ausgeprägter Redeangst geht es häufig weniger um einen Mangel an Präsentationstipps.

Möglicherweise spielen zusätzlich eine Rolle:

  • starke Angst vor negativer Bewertung
  • Vermeidung
  • ausgeprägte Selbstbeobachtung
  • Sicherheitsverhalten
  • Erwartungsangst
  • Grübeln nach Auftritten

Dann kann der Satz:

„Du musst einfach besser atmen und freier reden.“

deutlich zu kurz greifen.

 

 

 

Vermeidung kann die Angst stabilisieren

 

Du sagst die Präsentation ab.

Lässt andere sprechen.

Meldest dich weniger zu Wort.

Oder gestaltest deine beruflichen Entscheidungen so, dass du möglichst selten auftreten musst.

Kurzfristig entsteht Erleichterung.

Und genau diese Erleichterung kann problematisch werden.

Denn dein System kann daraus lernen:

„Gut, dass ich diese Situation vermieden habe.“

Damit bekommt die Angst weniger Gelegenheit, neue Erfahrungen zu machen.

 

 

 

Sicherheitsverhalten ist manchmal schwerer zu erkennen

 

Du vermeidest die Situation weniger vollständig.

Du hältst die Präsentation.

Und trotzdem sicherst du dich ständig ab.

Zum Beispiel durch:

  • vollständig ausformulierte Manuskripte
  • extrem viel Vorbereitung
  • ständige Kontrolle der eigenen Symptome
  • Vermeidung von Blickkontakt
  • sehr schnelles Sprechen
  • Vermeidung von Fragen

Einige dieser Strategien können situativ sinnvoll sein.

Relevant wird die Frage:

„Glaube ich anschließend, nur wegen dieser Strategie sei nichts Schlimmes passiert?“

 

 

 

Mehr auftreten hilft – wenn neue Erfahrungen entstehen

 

Routine kann Lampenfieber reduzieren.

Sie muss es weniger automatisch.

Wenn du bei jedem Auftritt dieselben Befürchtungen, dieselben Sicherheitsstrategien und dieselbe Selbstkritik wiederholst, kann viel Erfahrung erstaunlich wenig verändern.

Interessanter ist:

Was lernst du aus dem Auftritt?

Zum Beispiel:

„Ich kann trotz Nervosität sprechen.“

„Eine Pause ist weniger katastrophal als erwartet.“

„Ich kann nach einer Unterbrechung zurückfinden.“

→ Lampenfieber und Konfrontation

 

 

 

Eine einfache Vorbereitung für deinen nächsten Auftritt

 

Beantworte vor der nächsten Präsentation diese fünf Fragen:

  1. Was sind meine drei Kernbotschaften?
  2. Was befürchte ich konkret?
  3. Was werde ich tun, wenn genau das passiert?
  4. Worauf möchte ich während des Auftritts meine Aufmerksamkeit richten?
  5. Welche eine Erfahrung möchte ich aus diesem Auftritt mitnehmen?

Das ist häufig wertvoller als eine lange Liste isolierter Tricks.

 

 

 

Nach dem Auftritt: weniger Selbstgericht, mehr Auswertung

 

Frag anschließend:

  1. Was hatte ich vorher erwartet?
  2. Was ist tatsächlich passiert?
  3. Was hat funktioniert?
  4. Was möchte ich beim nächsten Mal anders machen?

Weniger hilfreich ist:

„Wo war ich überall nicht perfekt?“

Gute Nachbereitung erzeugt Lernen.

 

 

 

Was hilft bei gewöhnlichem Lampenfieber?

 

Häufig ist eine Kombination sinnvoll.

Zum Beispiel:

  • gute Vorbereitung
  • klare Gedankenstruktur
  • realistische Probeläufe
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • Umgang mit körperlicher Aktivierung
  • Flexibilität bei Fehlern und Unterbrechungen
  • zunehmende Erfahrung

Die eine magische Technik gibt es weniger.

→ 14 Fragen zu Lampenfieber und was wirklich hilft

 

 

 

Wann braucht Redeangst einen anderen Rahmen?

 

Wenn Angst stark, anhaltend und einschränkend ist, sollte sie weniger nur als Präsentationsproblem behandelt werden.

Zum Beispiel wenn du:

  • wichtige Auftritte regelmäßig vermeidest
  • schon lange vorher stark belastet bist
  • berufliche oder persönliche Chancen aufgrund der Angst ausschlägst
  • in zahlreichen sozialen Bewertungssituationen starke Angst kennst
  • trotz vieler Auftrittserfahrungen kaum Entlastung erlebst

Dann ist eine fachliche Einordnung sinnvoll.

 

 

 

Coaching oder Therapie?

 

Diese Bereiche halte ich bewusst getrennt.

 

Coaching, Auftrittsvorbereitung und Mentaltraining

Bei beruflichem Lampenfieber kann es beispielsweise gehen um:

  • Präsentationsvorbereitung
  • mentale Vorbereitung
  • Stimme
  • Körpersprache
  • Probeläufe
  • kritische Fragen
  • Umgang mit körperlicher Aktivierung

 

Therapeutischer Rahmen

Wenn eine behandlungsbedürftige Angstproblematik im Vordergrund steht, gehört sie in einen therapeutischen Rahmen.

Informationen zu meiner psychotherapeutischen Arbeit findest du auf der dafür getrennten Website:

→ Psychotherapie und Hypnotherapie bei Ängsten

 

 

 

Bei wichtigen beruflichen Auftritten

 

Bei einer Vorstandspräsentation, einem Pitch oder einer Keynote reicht eine allgemeine Strategie gegen Nervosität häufig weniger weit.

Dann verbinden wir die innere Vorbereitung mit der konkreten Aufgabe.

Zum Beispiel:

  • Kernbotschaft
  • Entscheidungsziel
  • kritische Fragen
  • Auftrittspräsenz
  • Selbstregulation
  • realistische Simulation

Es geht weniger nur darum, ruhiger zu werden.

Es geht darum, unter Druck klar und handlungsfähig zu bleiben.

 

 

 

Welcher Rahmen gilt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das gilt auch dann, wenn Lampenfieber oder Auftrittsdruck das konkrete Thema sind.

Für andere Fach- und Führungskräfte gilt:

Allgemeine Entwicklung von Auftrittssicherheit → BUSINESS 1:1.

Konkrete High-Stakes-Situation mit hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite → EXECUTIVE SPARRING.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Seit 1998 Unterstützung bei Lampenfieber und wichtigen Auftritten

 

Seit 1998 unterstütze ich Menschen bei Reden, Präsentationen, anspruchsvollen Gesprächen und Auftrittssituationen.

Dabei zeigt sich immer wieder:

Die beste Strategie ist weniger diejenige, die auf einer Liste besonders überzeugend klingt.

Sie muss zu der tatsächlichen Situation und zu dem passen, was die Anspannung aufrechterhält.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn Lampenfieber deine Wirkung bei wichtigen Auftritten stärker beeinträchtigt, als du möchtest, beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • welche Situation bevorsteht
  • wie sich die Anspannung zeigt
  • was du bisher dagegen tust
  • was du besonders befürchtest
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist

Dann lässt sich besser einschätzen, welche Strategie und welcher Rahmen sinnvoll sind.

→ Unterstützung bei einem wichtigen Auftritt anfragen

 

 

 

Fazit: Nicht mehr Tricks – bessere Strategie

 

Lampenfieber lädt dazu ein, möglichst viele Techniken zu sammeln.

Noch eine Atemübung.

Noch ein mentaler Trick.

Noch eine Körpersprache-Regel.

Das kann schnell unübersichtlich werden.

Hilfreicher ist:

Kenne deine Botschaft.

Bekämpfe deine Aktivierung weniger.

Reguliere deinen Körper pragmatisch.

Trainiere reale Schwierigkeiten.

Richte Aufmerksamkeit auf deine Aufgabe.

Und wenn die Angst deutlich über gewöhnliches Lampenfieber hinausgeht:

Behandle sie weniger wie ein Präsentationsproblem.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. März 2020
Überarbeitung: 6. September 2026

15 Atemtechniken bei Lampenfieber und …

15 Atemtechniken bei Lampenfieber

Dich und die Botschaft überzeugend präsentieren: Hilfe bei Lampenfieber und Redeangst

Atmung und Lampenfieber

Atmung und Lampenfieber

 

Zwischen Atmung und Psyche findet eine Wechselwirkung statt. Atemtechniken reduzieren Lampenfieber. Da sich die Atmung ihrerseits auf die Herzfrequenz auswirkt, haben Sie sogar die Möglichkeit durch langsames Atmen Ihren Herzschlag zu beruhigen, anstatt ihn durch heftige Atmung zu beschleunigen.

Wechselwirkung von Atmung und Lampenfieber

 

Atmung und Psyche stehen in einer sehr engen Wechselwirkung. Das kann nachteilig sein, denn zu einer Stressreaktion gehört eine schlechte Atmung und eine schlechte Atmung vergrößert den Stress. Die meisten Prozesse im Körper können wir willentlich nicht beeinflussen, weder wie Herzschlag, Verdauung noch Harnproduktion. Das sogenannte vegetative Nervensystem ist nur auf Umwegen zu beeinflussen.

Eine Ausnahme macht die Atmung, die wir bis zu einem gewissen Grad bewusst steuern können. Da sich die Atmung ihrerseits auf die Herzfrequenz auswirkt, haben Sie sogar die Möglichkeit durch langsames Atmen Ihren Herzschlag zu beruhigen, anstatt ihn durch heftige Atmung zu beschleunigen. Angst steht mit Herzklopfen oder sogar Herzrasen, raschem und flachem Atem in Verbindung. Nutzen Sie diesen Zusammenhang, indem Sie sich durch gezieltes, ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand versetzen.

 

In der Tat ist es ein allgemeiner Eindruck, den alle Menschen empfinden, wiewohl sie ihn nicht alle wahrnehmen, dass man auf hohen Bergen, wo die Luft rein und dünn ist, mehr Freiheit zu atmen, mehr Leichtigkeit im Körper, mehr Heiterkeit im Geiste an sich spürt.

Jean-Jacques Rousseau

Atemtechniken bei Ängsten, wie dem Lampenfieber

 

Die folgenden Zusammenhänge helfen im Umgang mit Lampenfieber. Die Körperfunktionen werden durch zentrale Hirnnerven gesteuert. Der einflussreichste Nerv im Zusammenhang mit der Reduktion von Lampenfieber ist der Nervus vagus. Er ist für die Tätigkeiten der Atmung, Verdauung, den Herzschlag, die Motorik des Kehlkopfs und den Rachenbereich zuständig. Da sehr viele Körperfunktionen durch diesen Nerv beeinflusst werden, ist die bewusste Regulierung der Atmung eine praktikable Möglichkeit, die genannten Körperfunktionen zu beruhigen.

Ein vermeintlich simpel klingendes und doch sehr wirkungsvolles Mittel bei Lampenfieber besteht in einer besseren Atmung. Aufmerksames Atmen hilft dabei, den Augenblick zu finden, uns zu beruhigen und zu fokussieren. Die Konzentration wird dabei auf die momentanen Gedanken gelenkt und wir setzen uns damit auseinander.

Der sprichwörtliche Hinweis bei Stress, erst einmal tief durchzuatmen, hat durchaus seine Berechtigung. Bei automatischen Stressreaktionen wie bei Lampenfieber beschleunigen sich sowohl die Atmung, der Puls und die Herzfrequenz. Der eigene Körper scheint zu entgleiten, Sie spüren Hitze und gleichzeitig Kälte, oftmals sogar kalten Schweiß auf der Stirn oder am Rücken. Die gut vorbereitete Rede und all das Wissen scheinen nicht mehr erreichbar, vieles ist in Sekundenschnelle wie gelähmt.

Um diesem Stresszustand vorzubeugen, meine Empfehlung; sich bereits vor einer bevorstehenden stressigen Situation mit einer passenden Atemtechnik ausrüsten.

Mit Atemtechniken kann Lampenfieber abgebaut werden. Allerdings sind nicht alle Empfehlungen hilfreich. Wer dem oft gehörten Ratschlag folgt, längere Zeit besonders tief ein und auszuatmen, steigert das Unbehagen oft zusätzlich. Besser:

1. Die Atmung beruhigen

 

8 bis 12 Atemzüge je Minute sind üblich. Achten Sie besonders in Angstsituationen darauf, nur 6 oder sogar noch seltener pro Minute zu atmen. Lassen Sie sich überraschen, wie beruhigend sich das bemerkbar macht. Während Sie sich auf die Atmung konzentrieren, treten die unangenehmen Empfindungen und Gedanken.

2. Fokus auf die Ausatmung

 

Beim Auftrittscoaching zeigt sich regelmäßig, dass bereits eine einzige Voll- oder Tiefenatmung, sehr viel bewirkt. Dabei wird der Atembereich gut mit Atemluft gefüllt, der Atem fließt unhörbar langsam ein und aus. Damit das gefördert wird, ist vor allem der Ausatmung Aufmerksamkeit zu widmen.

Bemühen Sie sich deswegen vor allem um eine verhältnismäßig lange und tiefe Ausatmung. Denn diese Phase bringt die eigentliche Entspannung. Die Ausatmung sollte möglichst doppelt oder dreifach so lange andauern als die Einatmung.

3. Durch die Nase einatmen

 

Atmen Sie möglichst immer durch die Nase ein. Wenn Sie die Luft bei geschlossenem Mund gleichsam hineinziehen, unterstützen Sie automatisch die beruhigende Bauchatmung. Es hilft, dabei die Arme hinter dem Kopf zu verschränken und so die Brustatmung zu steuern. All das vermittelt Ihnen das Gefühl, ganz durchatmen zu können.

4. Düfte

 

Nutzen Sie für die Unterstützung der Nasenatmung einen für Sie angenehmen Duft, wie Minze. Einigen Menschen genügt es schon, sich den Duft vorzustellen.

5. Zwerchfellatmung

 

Die Zwerchfellatmung beruhigt sehr schnell. Der Herzschlag wird ruhiger, Gehirn und Muskeln werden besser durchblutet, die Hauttemperatur sinkt und die Schweißbildung reduziert sich.

6. Bauchatmung

 

Legen Sie eine Hand unterhalb des Bauchnabels auf den Bauch. Spüren Sie bei jedem Atemzyklus die Bauchbewegung. Achten Sie darauf, wie bei jeder Ausatmung die Bauchmuskulatur aktiviert wird und sich der Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule bewegt. Mit der Ausatmung löst sich auch die Anspannung der Bauchmuskulatur und der Bauchnabel kehrt nach vorne zurück. Verlängern und vertiefen Sie die Ausatmung. Beobachten Sie, wie sich nach wenigem Atemzyklen ein Entspannungsgefühl einstellt.

Während Sie reden, achten Sie darauf, ob während des Sprechvorgangs Ihre Bauchmuskulatur aktiviert ist und Ihr Bauchnabel nach innen zieht. Es hilft den Kehlkopf- und Halsbereich zu entspannen, so als würden Sie gähnen. Wenn Sie Atemluft benötigen, lassen Sie einfach die Bauchmuskulatur los und Sie atmen ganz automatisch ein, ohne dabei hörbar und aktiv Luft holen zu müssen.

7. Die Atmung fließen lassen

 

Erlauben Sie sich von Zeit zu Zeit möglichst wenig bewussten Einfluss auf die Atmung zu nehmen, sondern lernen den Atem zu beobachten, ihn geschehen zu lassen.

8. Lippenbremse

 

Setzen Sie beim Ausatmen die Technik der Lippenbremse ein. Lassen Sie dabei die Luft durch die nur etwas geöffneten Lippen entweichen. Die Lippenbremse verlangsamt die Ausatmung und fördert wesentlich die Entspannung. Machen Sie beim Ausatmen ein Geräusch wie „pfff“, „Uuu“ oder „Oouumm“.

9.  Summen

 

Summen Sie eine Melodie, die Ihnen guttut. Das beruhigt sie geistig und körperlich.

 

10. Atempause

 

Lassen Sie nach dem Ausatmen einen Moment der Atempause zu, bis Ihr Körper wieder nach Atemluft und einem Einatmen verlangt. Halten Sie nach dem Einatmen nicht die Luft an, sondern leiten Sie fließend zur Ausatmung über.

11. Visualisierung

 

Stellen Sie sich beim Einatmen vor, dass Sie mit dem Einatmen neben erfrischenden Sauerstoff auch Kraft, Energie und Sicherheit aufnehmen und beim Ausatmen Ballast loslassen.

12. Stand

 

Ein sicherer Stand fördert die innere Sicherheit und die dazu gehörige Atmung. Deswegen lohnt es sich einen sicheren Stand zu verinnerlichen. Das wirkt sich auch sehr gut gegen Schwindel und Ohnmachtsängste.

13. Seufzen

 

Verbinden Sie das Ausatmen mit entspanntem Seufzen und Stöhnen. Stöhnen Sie alles weg, was Sie hemmt, belastet und blockiert.

14. Zählen

 

Während die Atmung sonst ein automatisierter Prozess ist und keinerlei Konzentration auf sich lenkt, konzentrieren Sie sich während dieser Atemübung gezielt auf die Zeitspanne beim Ein- und Ausatmen und zählen die Sekunden mit. Indem Sie sich mit der Atemtechnik beschäftigen, geraten die Gedanken an das Lampenfieber in den Hintergrund.

Zuerst atmen Sie tief und langsam ein, anschließend noch langsamer und ohne Pause ausatmen. Diese Übung wiederholen Sie mehrmals, wobei die Einatmung rund 4 Sekunden und die Ausatmung rund 6 Sekunden beträgt. Besonders wichtig ist dabei ruhig zu atmen und sich weitestgehend auf die Atmung selbst zu konzentriert.
Je nach Ausschüttung der Stresshormone kann sich die Besserung bereits nach einer Minute, bei intensivem Lampenfieber auch erst nach einigen Minuten einstellen.

Diese Atemtechnik ist in vielen Situationen hilfreich. Für Redner empfehlenswert ist es, sich kurz vor dem Auftritt die Zeit zu nehmen, um sich zu sammeln und mit Hilfe dieser Atemtechnik in einen guten Zustand zu versetzen.

15. Ausatmen

 

Atmen Sie entspannt bis in den Bauchraum hinein ein, so dass sich der Bauch dabei etwas hebt. Und dann atmen Sie druckvoll und zügig aus. Das machen Sie drei Mal, gefolgt von einer kurzen Pause mit normaler Atmung, um es dann wieder drei Mal zu wiederholen. Das hilft Ihnen, wenn der nächste Adrenalinschub kommt.

Die Wirkung von Atemtechniken bei Lampenfieber

 

Atemtechniken tragen zur Beruhigung bei und lenken den körperlichen und mentalen Kreislauf in geregelte Bahnen. Jeder reagiert bei Lampenfieber anders auf Atemtechniken. Manche Betroffene sind begeistert über die Wirkung und andere spüren nur eine kleine Entlastung. Bei intensivem Lampenfieber bringt oft erst eine Kombination mit anderen Methoden wie beispielsweise Hypnobalancing™ die ersehnte spürbare Besserung. Das Publikum wird dann kaum ahnen, dass Sie noch vor wenigen Minuten mit Nervosität, Lampenfieber und Redeangst zu kämpfen hatten.

Unterstützung bei Lampenfieber, Redeangst und Auftrittsdruck

 

Wer beruflich oder öffentlich sichtbar wird, ist immer wieder gefordert, klar zu sprechen, überzeugend zu präsentieren und für die eigenen Ideen einzustehen.

Lampenfieber kann dabei eine hilfreiche Kraft sein.
Es weckt Energie, Aufmerksamkeit und Präsenz.

Manchmal wird aus dieser Auftrittsenergie eine starke innere Belastung.

Die Stimme wird enger.
Der Körper spannt sich an.
Der Kopf wird schneller.
Der Zugang zu Wissen, Erfahrung und Ausdruck fühlt sich erschwert an.

Dann halten sich Menschen zurück, obwohl sie etwas Wertvolles beizutragen haben.

Das ist besonders schade, wenn Fachwissen, Erfahrung und gute Gedanken vorhanden sind und im entscheidenden Moment zu wenig sichtbar werden.

Wenn Lampenfieber, Redeangst oder Leistungsdruck die eigene Wirkung beeinträchtigen, lohnt sich gezielte Unterstützung.

Seit 1998 begleite ich Menschen dabei, sich und ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren. Dabei habe ich viele Rednerinnen, Redner, Führungskräfte, Selbstständige und Fachleute unterstützt, die vor Auftritten, Präsentationen, Gesprächen oder Medienmomenten starke innere Anspannung erlebt haben.

In meiner Arbeit verbinden sich Erfahrungen aus Kommunikation, Psychologie, Coaching, Rhetorik, Marketing und Auftrittsvorbereitung.

Da Lampenfieber manchmal tiefer reicht als reine Auftrittsunsicherheit, bringe ich zusätzlich die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie mit. So kann im gemeinsamen Gespräch geklärt werden, welcher Rahmen passt: Coaching, Auftrittsvorbereitung, Mentaltraining oder ein therapeutischer Weg.

Ziel ist ein Auftritt, bei dem vorhandene Fähigkeiten wieder leichter zugänglich werden.

Klarer denken.
Ruhiger sprechen.
Präsenter wirken.
Die eigene Botschaft überzeugender vermitteln.

Termine sind in Berlin und online per Video möglich.

Die aktuellen Honorare stehen auf der Honorarseite.

Mehr über mich steht in meinem Profil.

 

 

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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Es ist und bleibt ein Glück, vielleicht das Höchste, frei atmen zu können. Theodor Fontane

Artikel zur Stimme

Räuspern: Frosch im Hals … nicht gut für die Stimme

Viele Rednerinnen und Redner kennen dieses Kratzen, den Frosch im Hals. Was tun beziehungsweise was besser nicht?

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 2005
Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #221
K: CNB
Ü:

Intensives Lampenfieber und Redeangst im Studium

Intensives Lampenfieber und Redeangst im Studium

Dich und dein Angebot überzeugend präsentieren: Hilfe bei Lampenfieber und Redeangst

 

Redeangst im Studium

Lampenfieber und Redeangst im Studium

 

Intensives Lampenfieber und Redeangst im Studium sind häufig. Das hat Folgen! Informationen zur Hilfe in Berlin und online.

Überblick

 

 

 

 

Lampenfieber und Redeangst sind bei Studenten relativ weit verbreitet und doch tabu

 

Etwas Lampenfieber hat so gut wie jeder, der vor Publikum tritt. Manchmal geht es jedoch über das gesunde Maß hinaus. Intensives Lampenfieber und selbst Redeangst sind schon im Studium recht häufig. Wenige Studierende berichten davon. In vielen Seminaren zu beobachten, dass nur wenige Teilnehmer mitreden, während die Mehrheit schweigt. Wer genauer beobachtet, merkt, dass sich an Diskussion nicht unbedingt diejenigen Personen beteiligen, die besonders viel zu sagen hätten. Oft gibt es gerade unter den schweigsamen Anwesenden einige, die interessante Beiträge leisten könnten. Doch davon ist erst im persönlichen Gespräch zu erfahren.

 

 

 

Folgen von intensivem Lampenfieber und Redeangst

 

Die aktive Beteiligung an der Diskussion in Seminaren hängt im Wesentlichen davon ab, ob es gelingt, die Angst vor dem Reden in Anwesenheit anderer Personen zu überwinden. Insofern spielt sich bei der Redeangst ein ähnlicher Prozess wie bei der Prüfungsangst ab. Die als Druck empfundene Anforderung, sich mit seinem Wissen und Können vor anderen Personen zu exponieren, löst Stressreaktionen aus; Herzklopfen, Zittern der Hände, trockenen Mund. Weil oft befürchtet wird, bei den anderen anwesenden Personen mit dem Auftritt einen negativen Eindruck zu machen, meldet sich die Angst und durch die möglicherweise negative Bewertung des Publikums fühlt sich das Selbstwertgefühl bedroht, deshalb wird in solchen Fällen soweit möglich vermieden in eine solche Situation zu kommen. Weil das in Seminaren leichter als in Prüfungen ist, führt das leicht in ein Muster der Vermeidung. Wer auf den Beitrag verzichtet, muss auch die Angst nicht aushalten, zumal die Nichtbeteiligung meist ohne direkte negative Folgen bleibt. In vielen Bereichen ist es möglich, auch ohne Redebeteiligung im Seminar durch das Studium zu kommen. Doch, wer sich nicht aktiv an den Diskussionen beteiligt, senkt damit das eigene Selbstwertgefühl. Die Schweigenden fühlen sich dabei häufig ziemlich schlecht, nicht vollwertig. Anschließend ärgern sich viele über sich selbst. Der Druck wird dadurch stetig größer. Viele betrachten Referate als Gefahr – dabei sind sie eine Chance, wichtige Fertigkeiten einzuüben.

 

 

 

Einschränkende Gedanken

 

Redeängstliche neigen dazu, sie sich in ihren Fähigkeiten und Leistungen zu unterschätzen und zu Selbstzweifeln. Oft haben Sie ihren Eltern weniger Bestärkung und mehr Kritik hinsichtlich ihres Verhaltens bei der Kommunikation empfunden. Daraus kann sich ein Konflikt zwischen dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und der Angst vor Zurückweisung entwickeln. Die Furcht vor einem möglichen Kontrollverlust und Frust bei Misserfolg hemmen massiv das Bedürfnis nach Selbstdarstellung. Die negativen Folgen sowohl für Privatleben und Karriere stellen sich früher oder später ein.

 

 

 

Hilfe bei intensivem Lampenfieber und auch bei Redeangst

 

Die Hilfe bei der Auflösung solcher Redeangst setzt bei früheren Erfahrungen, Überzeugungen und Glaubenssätzen, Denk- und Verhaltensmustern an. Häufig ist auch eine begleitende Förderung kommunikativer Kompetenzen sehr förderlich. Diese Hilfe sollte möglichst früh genutzt werden, da sich Redeangst spätestens nach dem Studium als sehr einschränkend, nicht nur für die Karriere, erweist. Das Vermeidungsverhalten führt sogar oft zu Entscheidungen für weniger erfüllende Tätigkeiten, wenn dadurch dann nur nicht vor Gruppen präsentiert werden muss. Um so früher daran gearbeitet wird, desto besser.

Video

https://youtu.be/GdWl9lrEi6o

Unterstützung bei Lampenfieber, Redeangst und Auftrittsdruck

 

Wer beruflich oder öffentlich sichtbar wird, ist immer wieder gefordert, klar zu sprechen, überzeugend zu präsentieren und für die eigenen Ideen einzustehen.

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Die Stimme wird enger.
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Das ist besonders schade, wenn Fachwissen, Erfahrung und gute Gedanken vorhanden sind und im entscheidenden Moment zu wenig sichtbar werden.

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Seit 1998 begleite ich Menschen dabei, sich und ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren. Dabei habe ich viele Rednerinnen, Redner, Führungskräfte, Selbstständige und Fachleute unterstützt, die vor Auftritten, Präsentationen, Gesprächen oder Medienmomenten starke innere Anspannung erlebt haben.

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Da Lampenfieber manchmal tiefer reicht als reine Auftrittsunsicherheit, bringe ich zusätzlich die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie mit. So kann im gemeinsamen Gespräch geklärt werden, welcher Rahmen passt: Coaching, Auftrittsvorbereitung, Mentaltraining oder ein therapeutischer Weg.

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Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

Lampenfieber: 14 Fragen & was wirklich hilft

Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #4336