Gruppenentscheidungen, smarte Zielfindung, smarte Ziele … ich freue mich, dass wir uns einig sind

Gruppenentscheidungen, smarte Zielfindung, smarte Ziele ... ich freue mich, dass wir uns einig sind

Moderation von Gruppen
Zielfindung

In Gruppen auf Ziele einigen

 

Zielfindung in Gruppen ist mitunter heikel. Umso emotionaler und umstrittener ein Thema ist, desto wichtiger ist die Rolle eines neutralen Moderators.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Smarte Ziele… ich freue mich, dass wir uns einig sind. Alles klar?

 

10 Teilnehmer in einer Besprechung und 11 Meinungen, was vereinbart wurde. Das Übliche halt!

 

 

 

Smarte Zielfindung, smarte Ziele

 

Bei der Zielfindung in Gruppen geht es darum, Erwartungen zu sammeln und gegebenenfalls zwischen den Beteiligten abzustimmen. Als Resultat sind anschließend die Ziele im SMART-Format. Solche Ziele werden als wohlformuliert bezeichnet. Während der Zielfindung werden mögliche Widerstände und Konsequenzen erkundet, um diese schon im Vorfeld zu berücksichtigen.

Ohne die Betrachtung der Ursachen-/Wirkungsbeziehungen lässt sich nicht die Ökologie beurteilen beziehungsweise sicherstellen. Mitunter wird auf Ziele so großer Druck ausgeübt, dass Unstimmigkeiten und Risiken ausgeblendet werden. Doch Konsens lässt sich nicht erpressen. Wenn es doch versucht wird, rächt es sich und geht früher oder später nach hinten los. Die Wirkung erinnert an Sand im Getriebe. In solchen Fällen besteht ein hohes Risiko von Konflikten. Ein reibungsloses Erreichen des Zieles hat so kaum eine Chance.

 

 

 

Zielfindungsworkshop

 

Bei mehreren (Beteiligen) kann die Zielfindung im Rahmen eines Workshops mit Moderator sehr förderlich sein.

Ein Workshop für die gemeinsame Zielfindung beginnt meist mit einer Einführung in das betreffende Thema, die Absichten und Eckdaten. So werden die Voraussetzungen für den Austausch geschaffen.

 

 

 

Moderation der Zielfindung

 

Der Moderator hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Gruppe arbeitsfähig ist und bleibt, um ein tragfähiges Ergebnis erarbeitet wird. Er braucht dazu im betreffenden Themenbereich kein Experte zu sein. Seine Aufgabe ist es, die Situation durch Fragen zu begleiten.

 

Die Aufgaben des Moderators:

  • alle Teilnehmer einbeziehen
  • das Wissen der Gruppenmitglieder für alle greifbar zu machen, Ressourcen
  • Ressourcen und Arbeitsschritte abstimmen, Stimmungen
  • Stimmungen transparent machen und Klärung fördern
  • Gruppenkonsens herstellen
  • Vereinbarung in Form des SMART-Formats verabschieden

 

 

 

Empfehlung zur Wahl des Moderators

 

Umso emotionaler und umstrittener ein Thema ist, desto wichtiger ist die Rolle eines neutralen Moderators. Wenn der Moderator auch Erfahrungen in der Mediation hat, ist das besonders begrüßenswert, da er dann auch in späteren Phasen der Zielerreichung bei Bedarf einen Beitrag leisten kann.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Worauf achten Sie bei der Zielfindung in Gruppen?

Die Qualität der Ziele wirkt wesentlich auf die Qualität der Zukunft. Karsten Noack

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 20. Juni 2018
Überarbeitung: 27. Februar 2019
AN: #43311

Lügner und ihre Lügen erkennen: Verbale und nonverbale Hinweise

Lügner und ihre Lügen erkennen: Verbale und nonverbale Hinweise

Körpersprache und verbale Hinweise: Schluss mit Lug und.Trug!
Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen

Lügner und ihre Lügen erkennen

 

Ausführlicher Artikel mit konkreten Tipps, wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen. Was verraten die verbale Sprache, die Stimme, Augen, die Körpersprache? Es gibt Leute, die sind einfach verdammt gut darin, uns anzulügen. So werden Sie nicht mehr so einfach belogen und betrogen.

Überblick

Wenn man die volle Wahrheit nicht sagen will und doch reden muss, so verwickelt man sich gar bald in die ersten Netze der Unwahrheit, und die konsequente Fortsetzung dieser Netze ist eben die Lüge selbst.

Die Lüge aber ist alles Unrechts Quell und Anfang.

Heinrich Laube

Antworten auf häufige Fragen

Was ist eine Lüge?

Als Lüge wird eine wissentlich falsche Aussage bezeichnet, die jemanden täuschen soll. Meist soll sie dazu dienen einen Vorteil zu erlangen, beispielsweise um eine Handlung zu verdecken und auf diese Weise Nachteile zu vermeiden.

Ist jede Lüge verwerflich?

Ob jede Lüge als verwerflich betrachtet wird oder nicht, ist eine philosophische Frage. Mitunter wird auch aus Höflichkeit gelogen oder um sich oder jemand anderen zu schützen.

Lügen gehört zum Alltag!

 

Es wird erfunden, geschummelt, verfälscht, vertuscht und gelogen, was das Zeug hält. 
Mitunter sind sich die Urheber deren Folgen gar nicht im vollen Umfang bewusst. Menschen lügen, um sich das Leben zu erleichtern, um keine Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, um zu punkten, um Ärger zu vermeiden und aus Bequemlichkeit – für sich selbst und manchmal auch für andere Menschen.

Einige haben deswegen ein schlechtes Gewissen und verraten sich selbst. Doch viele dieser Wahrheitsverdreher überschätzen sich, gehen davon aus nicht ertappt zu werden und treten selbstsicher auf. Manche haben im Laufe der Zeit das Lügen perfektioniert. Aber selbst erfahrene Schwindler, die gewohnt sind, Emotionen zu verbergen, verraten sich über die Körpersprache und ausgerechnet dann, wenn sie besonders gut lügen wollen.

Wer relevante Hinweise kennt, kommt Lügen leichter auf die Spur. Schließlich gibt es neben den verbalen auch sehr viele verräterische nonverbale Hinweise. Die haben ihren Ursprung in den Tiefen des Unbewussten und entziehen sich weitgehend der bewussten Kontrolle von Nicht-Top-Pokerspielern. Diese Körpersignale werden versehentlich gezeigt und ohne es zu wissen wird oft mehr vermittelt, als beabsichtigt. Verräterische Hinweise können beispielsweise Verhaltensweisen sein wie der Griff an die Nase, das Verdecken des Mundes mit der Hand oder das Wegdrehen von einem Gesprächspartner, plötzliche ausladende Gebärden oder eine versteinerte Gestik und Mimik. Diese Hinweise sind von Bedeutung, wenn sie im Zusammenhang mit bestimmten Aussagen auftauchen, mit diesen in Verbindung zu bringen sind und nicht kongruent sind. Doch Achtung: Es können auch übliche Verhaltensweisen sein. Zuckungen und häufiges Blinzeln können Hinweise für Unwahrheiten sein, aber auch durch sogenannte Ticks, Unsicherheit oder trockene Augen hervorgerufen werden.

Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen

Hinweise auf Lügen

Nonverbale Hinweise für Lügen:

 

  1. Augenkontakt
  2. Augenverdrehen
  3. Starrer Blick
  4. Augenblinzeln
  5. Verengte Pupillen
  6. Unechtes Lächeln
  7. Lippenlecken
  8. Verdecken des Mundes
  9. Griff an die Nase
  10. Erröten
  11. Mimik und Gesichtsmuskulatur
  12. Mikroexpressionen
  13. Emotionen
    • a. Angst
    • b. Schuldgefühle
    • c. Freude
    • d. Verachtung
  14. Kinn
  15. Schwitzen
  16. Schlucken
  17. Zittern
  18. Inkongruentes Nicken
  19. Atmung
  20. Kratzen
  21. Selbstberührungen
  22. Symmetrie der Körperhaltung
  23. Barrieren
  24. Verschränkte Hände
  25. Lügen haben kurze Beine?
  26. Hölzerne Bewegungen
  27. Nervöse Anspannung
  28. Nervöses Zucken
  29. Nervöses Verhalten
  30. Gesten
  31. Versuche, Rapport zu fördern
  32. Stimme

Verbale Hinweise für Lügen:

 

  1. Themen-(Wechsel)
  2. Wortwörtliches Wiederholen
  3. Frage wiederholen oder erklären lassen
  4. Lange Einführung
  5. Chronologisch logisch richtig
  6. Beschönigungen
  7. Vorwegnehmen von Fragen
  8. Absicherungen
  9. Drumherum reden
  10. Geheimnistuerei
  11. Allgemeinplätze
  12. Zu schnelle Antworten
  13. Zu langsame Antworten
  14. Häufigere sprachliche Unterbrechungen
  15. Widersprüche
  16. Versprecher
  17. Häufige Verneinungen
  18. Monotones Reden
  19. Unangemessener Humor und Sarkasmus
  20. Eigenartige Formulierungen
  21. Spontane Erleichterung
  22. Übertreibungen
  23. Untertreibungen
  24. Schwüre
  25. Vermeidung von Pronomen
  26. Sinnliches fehlt
  27. Übertriebenes Betonen der Glaubwürdigkeit
  28. Killerphrasen
  29. Schwammige und distanzierende Sprache
  30. Angriffe
  31. Untypische Sprache

Nonverbale Hinweise

 

Je mehr Stress ein Lügner bei seiner Befragung empfindet, desto stärker sind die verräterischen Signale seiner Körpersprache. Die meisten Menschen wollen sich unbewusst für eine Lüge entschuldigen oder andere Emotionen schwellen im Hintergrund, wollen raus und das kann an entsprechenden nonverbalen Hinweisen erkannt werden.

Oft vermitteln Artikel mit Titeln wie „X Gesten, die garantiert auf eine Lüge hinweisen“, „Wie Sie hundertprozentig jede Lüge erkennen“ ein falsches Bild. Einzelne Hinweise bedeuten keinesfalls eindeutig eine Lüge.

Um Körpersprache verantwortungsvoll zu lesen, ist es wichtig, sie in Clustern bzw. Hotspots (Anhäufung von Hinweisen) und in Beziehung zum jeweiligen Kontext zu analysieren. Mehr dazu im Kapitel zur Analyse. Hier zunächst einige Hinweise, die zur Aufdeckung beitragen können.

 

 

 

1. Augenkontakt

 

Von wegen; schau mir in die Augen! Typisch: Ein Lügner vermeidet den Blickkontakt bzw. stellt diesen kurz her, bricht ihn aber auch im Bruchteil einer Sekunde schon wieder ab oder er wird zumindest für einen kurzen Augenblick unterbrochen. Normalerweise halten wir weitgehend Augenkontakt mit unseren Gesprächspartnern. Wer weniger Augenkontakt hält als bisher, macht sich verdächtig. Doch das ist kein hundertprozentiger Hinweis. Es gibt Menschen, die diesen Zusammenhang kennen und sich deswegen dazu zwingen einem Gesprächspartner direkt in die Augen zu schauen, um nicht erwischt zu werden. Wird es unzureichend gemacht, wirkt es verkrampft.

Achtung: Es gibt Menschen, die sich einfach so unsicher fühlen, dass ihnen jeder Augenkontakt unangenehm ist, was dann unverdient unehrlich wirkt.

 

 

 

2. Augenverdrehen

 

Ein möglicher Hinweis sind während des Lügens hin und her kreisende Augen des Lügners, ohne dabei in die Augen des Fragestellers zu schauen.

 

 

 

3. Starrer Blick

 

Ein Sprichwort sagt; nach Starren kommt Wahnsinn! Der Grund, weshalb Lügner oft einen starren Blick haben, könnte die Anspannung und Konzentration auf die Konstruktion der Lüge sein. Das erfordert eine Menge Gehirnleistung, die dann für andere Prozesse fehlt.

 

 

 

4. Augenblinzeln

 

Haben Sie etwas im Auge?

Das Blinzeln ist wichtig für die Gesundheit und Funktion der Augen, damit sich die Tränenflüssigkeit verteilt und der Schmutz weggespült wird. Beim Lügen blinzeln allerdings viele Menschen viel häufiger, als wenn sie gerade die Wahrheit sagen.

Während jemand konzentriert konstruiert wird zunächst seltener geblinzelt. Die Befeuchtung des Auges erfolgt erst anschließend und somit wird dann unbewusst häufiger geblinzelt.

Wenn jemand etwas sieht oder hört, mit dem er nicht ganz einverstanden ist, schließen sich die Augenlider länger als bei normalem Blinzeln.

 

 

 

5. Verengte Pupillen

 

Die Pupillen verändern sich durch die Lichtverhältnisse. Bei dunkler Umgebung sind sie größer, um genügend Licht einzufangen. Bei viel Sonnenschein sind sie kleiner, um die Netzhaut vor übermäßigem Licht zu schützen.

Doch auch unsere Emotionen spiegeln sich in den Augen wider. Pupillen erweitern sich, sobald wir Angst haben, Ekel empfinden oder uns freuen. Das geschieht blitzschnell und unbewusst.

Wer befürchtet bei einer Lüge erwischt zu werden, wird vor Aufregung eine Pupillenerweiterung zeigen.

 

 

 

6. Unechtes Lächeln

 

Viele Menschen versuchen eine Lüge durch ein aufgesetztes Lächeln zu verbergen. Aber ein falsches Lächeln sieht anders aus als ein echtes. Mit einem falschen Lächeln soll oft Angst oder Scham verborgen werden.

Bei einem echten Lächeln sind mehr Muskeln beteiligt als bei einem unvollständig imitierten. Eine fröhliche Mimik zeigt die Attribute des sogenannten Duchenne-Lächelns. Am echten Lachen sind immerhin 17 Gesichtsmuskeln beteiligt und auch der Bauch und der Brustkorb ziehen die Muskulatur ruckartig zusammen. Weil die Lungen sich weiter ausdehnen, wird die Atmung schneller und tiefer. Die Mundwinkel zeigen nach oben, die Muskeln um die Augen kontrahieren unwillkürlich. Dadurch heben sich die Wangen und in den äußeren Augenwinkeln zeigen sich Lachfalten. Vorausgesetzt die entsprechenden Muskeln sind nicht außer Betrieb gesetzt, sind diese Hinweise erkennbar. Doch Antifaltenmittel können Muskeln betäuben. Dann fehlen wichtige Anteile der Mimik und als Folge wirkt das Gesicht oft unbeteiligter, langweiliger und oberflächlicher. Ein echtes Lächeln ist dann nicht mehr möglich.

 

 

 

7. Lippenlecken

 

Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.

Psalm 34:13

 

Es ist weniger eine laszive Andeutung. Manche Menschen habe die Angewohnheit sich die Lippen mit der Zunge anzufeuchten oder sich auf die Lippen zu beißen. Das ist erst einmal wenig aussagekräftig.

Bei manchen Menschen muss sich der aufkommende Druck irgendwie abbauen und manche tun dies auf diesem Weg. Das Anfeuchten der Lippen mit der Zunge während des Sprechens gilt dann als Hinweis, wenn es für die Person untypisch ist und dann ausgeübt wird oder es in Kombination mit anderen nervösen Hinweisen wie Fußtippen oder Trommeln mit den Fingern auftritt.

 

 

 

8. Verdecken des Mundes

 

Drinbleiben! Lügner neigen dazu, den Mund mit der Hand zu bedecken oder die Hände an den Mund zu legen, so als wollten sie verhindern, dass die Lüge herauskommt. Wenn der Mund angespannt scheint und die Lippen geschürzt sind, weist dies oft auf Bedrängnis hin.

 

 

 

9. Griff an die Nase

 

Bill Clintons Aussage mit dem historischen Satz „Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau Monica Lewinsky“ wurde begleitet von 26 Berührungen an der Nase.

Pinocchios Nase wurde länger, wenn er log. Während jemand lügt, nimmt der Drang, die Nase zu berühren, zu. Lügt jemand, reagiert im Belohnungszentrum des Gehirns ein Areal, das bei Emotionen wie Liebe oder Verlegenheit aktiviert wird. Dadurch erhöht sich die Durchblutung eines Muskels im Nasenbereich. Eine Wärmebildkamera würde Auffälligkeiten um die Nase und Augenhöhlen entdecken.

Leichter an den Folgen erkennbar: Die Ausschüttung von Adrenalin wirkt auf die Kapillaren in der Nase, sodass die Nase zu jucken beginnt. Dabei wird sie tatsächlich größer. Bevor Sie jetzt ein Lineal holen: Das ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Wird dann jedoch der Versuchung zu kratzen nachgegeben, wirkt das verdächtig. Allerdings berühren auch unsichere Menschen häufiger die Nase oder etwas Reizendes liegt manchmal in der Luft.

 

 

 

10. Erröten

 

Schamröte? Sie spiegelt zwar Emotionen wider, doch kann sie die unterschiedlichsten Ursachen haben. Beispielsweise kann Erröten durch Nervosität und Unsicherheit verursacht werden und muss nichts mit einer Lüge zu tun haben. 
Insofern ist das Erröten kein sehr hilfreicher Hinweis. Und auch Menschen mit sozialen Ängsten (z. B. Erythrophobie) reagieren oft sehr sensibel mit Erröten.

11. Mimik und Gesichtsmuskulatur

 

Eine natürliche Mimik ist symmetrischer und zeigt sich schon bevor wir zu sprechen beginnen. Unsymmetrische Gesichtsausdrücke können ein Hinweis auf Inkongruenz sein. Wobei Gesichter niemals ganz symmetrisch sind. Auch hier geht es um Unterschiede, insbesondere kurz aufblitzende Mikroexpressionen.

Lügner vermeiden unkontrollierte Mimik und kompensieren das mit kontrollierter Mimik.

Wer sich anstrengt, um sich nichts anmerken zu lassen, kontrolliert seine Mimik. Eine verräterische Nebenwirkung ist, dass die Mimik dadurch verspätet einsetzt. Zuerst wird gesprochen, dann eine Emotion in der Mimik erzeugt.

Ein übertriebener Ausdruck wie häufiges unnatürliches Runzeln der Stirn kann ein Hinweis sein. Lügner lächeln häufiger oder irgendwie ungewöhnlich. Mitunter dauern mimische Gefühlsausdrücke zu lang. Lügner zeigen oft mehr Trauer und Mitgefühl, als von ihnen zu erwarten ist.

 

 

 

12. Mikroexpressionen

 

Einige Elemente der Körpersprache sind äußerst minimal und sehr unauffällig, sie geschehen oft in der Zeitspanne eines Augenblinzelns. Hier braucht es eine Menge Training, um sie zu erkennen. Selbst die Auswertung von Videomaterial braucht oft Stunden oder sogar Tage. 
Aus diesem Grund werden sie auch als Minimal Cues, oder Mikrohinweise (Mikroexpressionen, Micro Expressions) bezeichnet.

Selbst noch so geübte Lügner, die bestens wissen, auf was sie in ihrer Körpersprache zu achten haben, geben Hinweise in Form von Mikrohinweisen (Mikroexpressionen) und somit Emotionen preis. Mikroexpressionen, auch Mikromimik genannt, sind flüchtige Gesichtsausdrücke, die nur für Sekundenbruchteile auftauchen und wieder verschwinden. Sie können willentlich nur schwer unterdrückt werden.

Wer diese Informationen gezielter nutzen möchte, kann das trainieren. Bewusst scheinen die meisten Menschen Mikrohinweise weder an sich noch an anderen zu bemerken. Wir registrieren sie jedoch unbewusst und das macht sich mitunter im sogenannten Bauchgefühl bemerkbar.

 

 

 

13. Emotionen

 

Typische Emotionen beim Lügen sind:

 

 

a. Angst

 

Die Angst ist die häufigste Emotion beim Lügen. Es ist die Angst erwischt zu werden und die Angst vor den Konsequenzen, die Angst etwas zu verlieren oder auch etwas nicht zu bekommen. Um je mehr es geht, desto größer ist der Druck und damit die Angst.

 

Hinweise:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit
  • Erweiterte Pupillen
  • Gesteigertes Seh- und Hörempfinden
  • Erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck
  • Flachere und schnellere Atmung, in manchen Fällen Atemnot
  • Energiebereitstellung in Muskeln
  • Körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl
  • Blasen-, Darm- und Magentätigkeit sind während des Angstzustandes gehemmt.
  • Übelkeit
  • Absonderung von Geruchsstoffen im Schweiß, die bei anderen Menschen unterbewusst Alarmbereitschaft auslösen.
  • Lügner zeigen oft der Hinweise von Bedrängnis mit nach oben und zur Mitte der Stirn gezogenen Augenbrauen, wodurch sich kleine Falten auf der Stirn zeigen.

 

 

b. Schuldgefühle

 

Ein schlechtes Gewissen wegen einer Lüge zeigt sich beispielsweise durch einen weggewendeten Körper, steifes Verhalten, die Füße in die in Richtung Ausgang zeigen und einen traurigen Blick.

 

 

c. Freude

 

Der Anspannung folgt im Anschluss an die Beantwortung einer heiklen Frage die Freude darüber, dass der andere an der Nase herumgeführt wurde.

Erfahrene Lügner empfinden weniger Scham, als vielmehr Freude über eine gelungene Täuschung.

 

 

d. Verachtung

 

Der Gesichtsausdruck zeigt bei einer unbequemen Frage häufig Verachtung beispielsweise durch einseitig eingepresste Mundwinkel.

 

 

 

14. Kinn

 

Wenn jemand die Emotionen Trauer oder Wut vortäuschen möchte, bewegt er dafür oft unter anderem auch das Kinn. Dabei wird das Kinn bei tatsächlicher Trauer oder Wut so gut wie nie benutzt! Deshalb kann dies einen Hinweis auf eine Unstimmigkeit geben.

 

 

 

15. Schwitzen

 

Lügen erzeugt Stress, sodass manche Menschen zu vermehrtem Schwitzen neigen. 
Aber manche Menschen schwitzen auch mehr, weil sie nervös oder schüchtern sind oder aufgrund anderer Umstände wie beispielsweise Hyperhidrosis (externer Link). Und viele Menschen kennen diese eiskalten feuchten Hände, die einen schon bei der Begrüßung irritieren können.

Schwitzen ist ein Indikator, der zusammen mit anderen beachtet werden sollte, so wie Zittern, Erröten und Probleme beim Schlucken.

 

 

 

16. Schlucken

 

Schluck! Lügen führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin, was zuerst den Speichelfluss fördert, aber dann dazu führt, dass sehr wenig nachproduziert wird. Während der Speichel fließt, muss die Person eventuell vermehrt schlucken. Wenn der Speichel nicht länger fließt, wird versucht, der Trockenheit in der Kehle entgegenzuwirken. Der Adamsapfel hüpft bei manchen regelrecht. Lügner versuchen ihre Kehle beim Lügen konstant feucht zu halten, indem sie ständig schlucken, sich räuspern oder versuchen die Kehle auf irgendeine Weise freizumachen.

17. Zittern

 

Lügen erzeugt bei manchen Menschen derartig viel Stress, das sie zu zittern beginnen. Oft sind es dann die Hände, die am deutlichsten betroffen sind.

 

 

 

18. Inkongruentes Nicken

 

Wenn der Kopf gegensätzlich zu dem, was gesagt wird, nickt oder geschüttelt wird, kann das bei inkongruentem Verhalten ein Hinweis für eine Lüge sein. Ebenso, wenn ein Mensch zögert, bevor er nickt, wenn er eine Antwort gibt. Ein ehrlicher Mensch wird als Unterstützung seiner Aussage oder Antwort nicken, und zwar während diese gegeben wird. Die Verzögerung kann ein Hinweis auf einen Täuschungsversuch sein.

 

 

 

19. Atmung

 

Aufgeregte Lügner neigen dazu schneller zu atmen und zeigen eine Reihe kurzer Atemzüge, gefolgt von einem tiefen Atemzug. Der Mund kann trocken wirken, was zu vermehrtem Räuspern führt. Das geschieht wiederum, weil der Körper unter Stress steht, wodurch das Herz schneller schlägt und die Lunge mehr Luft einatmen will.

 

 

 

20. Kratzen

 

Das kratzt mich nicht? Doch!
Häufige Kratzbewegungen an den Armen und im Gesicht sprechen für Nervosität, und auch dafür, dass ein Lügner sich in der eigenen Haut nicht wohlfühlt.

 

 

 

21. Selbstberührungen

 

Den Körper berühren, das Ohr, das Kinn, den Mund, Augenreiben, durch die Haare fahren. All das können Hinweise dafür sein, dass sich jemand unsicher fühlt und Selbstberuhigung und Sicherheit bei sich selbst sucht.

Profis, wie beispielsweise Pokerspieler, vermeiden solche Selbstberührungen.

 

 

 

22. Symmetrie der Körperhaltung

 

Wer die Unwahrheit spricht, neigt eher zu unsymmetrischen Körperhaltungen. Beispielsweise, wenn nur mit einer Schulter gezuckt und so Unwissenheit bekundet werden soll. Dazu gehören auch Schwankungen des Oberkörpers im Zusammenhang mit Aussagen.

 

 

 

23. Barrieren

 

Lügner tendieren dazu, sich zu verstecken oder Barrieren zwischen sich und ihrem Gegenüber errichten zu wollen. In Besprechungen werden Stifte, Notizblöcke und andere Gegenstände irgendwie unnatürlich als Barriere platziert. Im Restaurant wandern Salzstreuer und Co. dazwischen.

Instinktiv nehmen Lügner eher eine geschlossene Körperhaltung ein, was auch als Missbehagen zu kooperieren interpretiert werden kann. All dies lässt sich jedoch auch bewusst vermeiden.

 

 

 

24. Verschränkte Hände

 

Weiße Knöchel signalisieren eine starke innerliche Anspannung, bei der die Hände derartig fest zusammengedrückt werden, dass die Fingerknöchel nicht mehr richtig durchblutet werden. Hier einen Zusammenhang mit einer Ursache zu finden ist schwerer.

 

 

 

25. Lügen haben kurze Beine?

 

Während die Volksweisheit mit der langen Nase zumindest einen wahren physiologischen Hintergrund hat, ist das mit den kurzen Beinen wohl eher metaphorisch zu verstehen.

Wenn wir schon gerade bei den Beinen sind: Zielen die Beine, ein Fuß oder beide Füße bei einer Lüge unnatürlich in Richtung Ausgang, kann dies ein Hinweis auf Fluchtwünsche sein, um der Entdeckung zu entgehen oder sich zumindest bei der Aufdeckung in sichere Entfernung zu begegnen. Verstärkt wird der Hinweis, wenn dabei auch der Blick flehend Richtung Ausgang wandert oder die Füße nervös wippen.

 

 

 

26. Hölzerne Bewegungen

 

Lügner wollen nicht ertappt werden und versuchen ihr Verhalten besonders strikt zu kontrollieren. Dadurch wirken sie bei der Körperhaltung und den Bewegungen steifer, unnatürlicher.

 

 

 

27. Nervöse Anspannung

 

Eine erhöhte innerliche Anspannung kann mit Unehrlichkeit in Verbindung stehen. Auch hier besteht die Herausforderung darin, herauszufinden, worauf die Nervosität basiert; auf dem Unbehagen und dem Druck zu Lügen oder der unangenehmen Situation an sich. Es können auch andere Gründe dazu beitragen. Insofern gilt auch hier die Notwendigkeit der Kalibrierung.

Nervosität als verdächtiges Signal (suspicious sign) ist ein Lügenstereotyp, an dem sehr viele Menschen meinen, Lügen zu erkennen. Wie die Praxis zeigt, wird dies allerdings überbewertet. Tatsächlich erkennen ungeübte Menschen das selten als Hinweis.

 

 

 

28. Nervöses Zucken

 

Nervöse Zuckungen als unwillkürliche Reaktionen können auf Nervosität, aber auch auf neurologischen Ursachen beruhen. Erst nach Kalibrierung geben sie verwertbare Hinweise.

 

 

 

29. Nervöses Verhalten

 

Das Entfernen vermuteter Fusseln, Herumfummeln im Haardesign, das wiederholte Zurechtrücken der Krawatte oder der Manschetten sowie ähnliche Verhaltensweisen können der Angst entwachsen, bei einer Lüge ertappt zu werden und auf Nervosität hindeuten.

Auch das Beißen und Kauen von Fingernägeln kann für Nervosität und Selbstbestrafungstendenzen stehen.

 

 

 

30. Gesten

 

Tendenziell werden die meisten Lügner Fingerzeigen, Gesten mit offener Handfläche, das Zusammenlegen der Fingerspitzen etc. vermeiden. Da Lügner Fehler vermeiden wollen, unterlassen sie Gesten möglichst.

Wenn Lügner diesem Eindruck entgegenwirken wollen, kommt es leicht zu ausgefallenen und übertriebenen Gesten.

 

 

 

31. Versuche, Rapport zu fördern

 

Menschen neigen in harmonischen Situationen unbewusst dazu, sich aneinander anzugleichen. Sie spiegeln Bewegungen. 
Lügner verzichten oft unbewusst auf natürliche Verhaltensweisen, die den Rapport fördern oder versuchen das künstlich zu erreichen. Ein übersteigertes Bestreben, es dem anderen recht zu machen und die Beziehung zu fördern, kann ebenso ein Hinweis sein, wie der Verzicht auf ein harmonisches Zusammenspiel.

Manche Lügner setzen Komplimente ein, um so unangenehmen Fragen zu entkommen. Es ist sehr auffällig, wenn jemand aus dem Blauen heraus in heiklen Momenten unerwartet ein Kompliment macht.

 

 

 

32. Stimme

 

Lügen verursacht Stress und die Stimme neigt dann zu einer höheren Stimmlage. Es kann zum Stolpern oder Stammeln kommen, plötzlich wird langsamer oder schneller gesprochen. Solche Veränderungen lassen sich bemerken.

Ein Wechsel in der Stimme kann ein Hinweis auf eine Lüge sein. Die Veränderung der Tonhöhe, Stottern, Stammeln und Wortwiederholungen weisen auf einen Schreck hin. Ebenso; unruhige Körperteile wie zappelnde Füße, nervöse Finger und Berührungen im Gesicht, plötzliches Erröten oder eine blutleere und somit kalkweiße Gesichtsfarbe.

Verbale Hinweise

 

Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.

Samuel Butler

 

 

 

1. Themen-(Wechsel)

 

Viel aufschlussreicher als ein bestimmtes Verhalten sind Veränderungen zum gewohnten Verhalten. Insbesondere, wenn sich das Verhalten plötzlich verändert. 
Wer sich schuldig fühlt, versucht das unangenehme Thema zu umschiffen oder zumindest möglichst schnell zu wechseln. Ein häufiges Mittel ist Humor oder Sarkasmus. Gelingt es dem Lügner, das ihm unangenehme Thema zu wechseln, erscheint er weniger gestresst, oft sogar erleichtert.

Einige Menschen zeigen die Tendenz sich massiv zu verteidigen, Antworten abzulehnen oder sogar den anderen der Lüge zu bezichtigen. Auch dies können Versuche sein etwas zu verbergen.

 

 

 

2. Wortwörtliches Wiederholen

 

Eine beliebte Verzögerungstaktik von Lügnern ist, eine ihnen gestellte Frage wortwörtlich zu wiederholen, anstatt sie zu beantworten. So wollen sie zusätzliche Zeit für die Suche nach einer geeigneten Antwort gewinnen. Es ist zwar durchaus legitim, Teile einer Frage auch in der Antwort zu verwenden. Das allein ist noch kein Anzeichen für eine Lüge. Doch sobald die gesamte Frage wortwörtlich wiederholt wird, solltest du aufmerksam sein.

 

 

 

3. Frage wiederholen oder erklären lassen

 

Jemand bittet darum, dass eine Frage wiederholt oder erklärt wird, obwohl wir uns ziemlich sicher sind, dass sie sehr wohl verstanden wurde. Dann kann es sich um eine weitere Verzögerungstaktik handeln, mit der Absicht so länger nach einer glaubhaft klingenden Antwort suchen zu können.

 

 

 

4. Lange Einführung

 

In einer wahren Geschichte tauchen in der Einleitung weniger Details auf und der Fokus liegt auf dem Hauptteil, die eigentlichen Geschehnisse. Außerdem folgt oft eine abschließende Reflexion.

Lügner neigen dazu bei der Einführung ihrer Erzählung äußert viele Details unterzubringen, während sie bei der Haupthandlung eher spärliche Details nennen und möglichst rasch zum Ende kommen wollen.

 

 

 

5. Chronologisch logisch richtig

 

Immer schön der Reihe nach! Eine Lüge zu konstruieren ist an sich schon aufwendig genug. Um es sich leichter zu machen, erzählen Lügner möglichst chronologisch. Schritt für Schritt ist leichter zu konstruieren. Doch wenn wir die Wahrheit erzählen, kommt es sehr selten vor, dass wir die Dinge so akribisch der Reihe nach erzählen. Typischerweise erzählen wir sie so, wie sie uns wieder in Erinnerung kommen. Meist fallen uns die emotionalsten, wichtigsten oder bewegendsten Teile zuerst ein und erst anschließend die Vor- und Nachgeschichte.

Profis lernen mit entsprechenden Fragen Unstimmigkeiten aufzudecken.

 

 

 

6. Beschönigungen

 

Lügner streben an, Dinge herunterzuspielen, in die sie verwickelt sind.

 

 

 

7. Vorwegnehmen von Fragen

 

Schnell vom Tisch damit und Fragen vorwegnehmen. Das ist an sich kein ausreichender Hinweis für eine Lüge, da sowohl ehrliche als auch unehrliche Menschen dazu neigen können, Fragen vorwegzunehmen. Allerdings sind die Gründe unterschiedlich. Der ehrliche will es möglichst schnell klären, der unehrliche will es so rasch wie möglich hinter sich bringen.

 

 

 

8. Absicherungen

 

Lügner versuchen sich abzusichern für den Fall, dass ihre Geschichte schließlich doch auffliegt. In ihrer Antwort bauen sie dann einen Ausweg ein, sodass sie sich im schlimmsten Fall noch irgendwie aus der Sache herausreden können.

Entsprechende Aussagen können durchaus auch bei ehrlichen Menschen vorkommen. Sobald sich mögliche Schlupflöcher jedoch häufen, ist Vorsicht geboten.

 

 

 

9. Drumherum reden

 

Sicher ist sicher; lieber ein Hintertürchen offen lassen. Irgendwie wirken die Antworten wie Wischiwaschi. Es fehlen die deutlichen Aussagen, sie sind nicht greifbar. Unangenehme Fragen werden mehr oder weniger elegant umschifft, Fragen und Antworten verschleppt, alles bleibt im Nebel. Es wird mehr oder weniger elegant herumgeeiert, anstatt die Frage zu beantworten. Die wiederholte Vermeidung von direkten Antworten und Aussagen sollte ein Alarmsignal auslösen. Die dahinterliegende Absicht: Was nicht gesagt wird, kann auch nicht gegen einen verwendet werden. Selbst bei weitgehend hemmungslosen Zeitgenossen existiert ein Widerwille, Lügen selbst auszusprechen. Da kommen auch die vielen verfügbaren Weichmacher gerade recht.

 

 

 

10. Geheimnistuerei

 

Wenn jede Information aus der Nase gezogen werden muss: Informationen werden nur auf Nachfrage und dann auch nur soweit erforderlich gegeben.

Eine Variante: Es werden zu viele Details geliefert. Als Folge der Verzweiflung, eine Lüge irgendwie glaubhafter zu machen, wird die Anzahl der Informationen übertrieben. 
Die dahinter liegende Überzeugung: Viel hilft viel und im Nebel geht der Überblick verloren.

 

 

 

11. Allgemeinplätze

 

Es werden Allgemeinplätze statt konkrete Fakten genannt. Sprachliche Hinweise sind: „Wie Sie sicher wissen …“, 
„Wie allgemein bekannt ist …“. Nur nicht unnötig konkret werden. Lügner denken was sie nicht sagen, darauf kann sie auch niemand festnageln.

 

 

 

12. Zu schnelle Antworten

 

Wie aus der vorher geladenen Pistole geschossen: Eine zu schnelle Antwort auf eine Frage, die normalerweise Nachdenken erfordert, kann ein Hinweis auf eine Lüge sein. Oft werden Antworten auf erwartete Fragen vorbereitet und deshalb auffällig schnell gegeben.

 

 

 

13. Zu langsame Antworten

 

Erst einmal sortieren! Ein zu langsames Antworten kann wiederum ein Hinweis dafür sein, dass Aufwand erforderlich ist, um eine Antwort zu konstruieren. Je komplexer gelogen wird, desto schwieriger wird es die Behauptungen schlüssig zu halten. Es ist wie beim Mikado; schließlich soll das Lügengebäude ja nicht wackeln. Entsprechend wird zusätzliche Gehirnleistung benötigt, um Widersprüche zu vermeiden. Und weil Menschen auf der bewussten Ebene nur bedingt – wenn überhaupt – multitaskingfähig sind, fehlen dabei Ressourcen für andere Aufgaben.

Auch das Unterdrücken des Impulses, die Wahrheit zu sagen, wirkt verzögernd.

14. Häufigere sprachliche Unterbrechungen

 

Hoppla! Sprachliche Unterbrechungen, Disfluenzen genannt, sind willkürliche und bedeutungslose Laute wie Seufzen, Ähhs, Räuspern, Lachen und Pausen. Versuchen unehrliche Personen Zeit zu gewinnen, um sich eine Geschichte auszudenken oder weiterzuentwickeln, können dabei sprachliche Disfluenzen zunehmen. Auch hier geht es um die Veränderung und nicht die Unterbrechungen selbst, erst diese Veränderungen liefern im Kontext Hinweise.

 

 

 

15. Widersprüche

 

Sogar im selbst gesponnen Netz kann es zu Verwicklungen kommen. Umso komplexer das Gebäude der Unwahrheiten wird, desto schwieriger wird der konsequente Aufbau. Wird der Stress weiter gesteigert, nehmen die Verstrickungen zu und damit die Wahrscheinlichkeit für Widersprüche.

Wer Unwahrheiten aufspürt, hört umso genauer hin und bleibt am Ball.

 

 

 

16. Versprecher

 

Da könnte der Sigmund Freud einige Hinweise zu geben. Sprachliche Fehlleistungen können auf unbewusste Hemmungen und Unstimmigkeiten hinweisen. Gedachtes vom Hinterstübchen drängt trotz oder gerade wegen des Platzverweises an die Oberfläche und somit in das Gespräch, wie die Spitze eines Eisberges.

 

 

 

17. Häufige Verneinungen

 

Nix da! Eine defensive Haltung kann ein Hinweis auf Unwahrheiten sein.

 

 

 

18. Monotones Reden

 

Monotones Reden dient dazu Gefühle und Hinweise zu vermeiden. Nur keine unnötigen Hinweise liefern! Allerdings tun das auch viele ehrliche Zeitgenossen, weil sie es nicht anders wissen oder können. Es war ja nicht jeder Professor, an den ich mich erinnere, unehrlich. Monoton geredet haben viele.

 

 

 

19. Unangemessener Humor und Sarkasmus

 

Ironie ist das Sagen der Unwahrheit, ohne zu lügen. Sarkasmus ist das kränkende Benennen von abgelehnten Ansichten und Einstellungen anderer. Da beim Sarkasmus die überzeichnende Unwahrheit gesagt wird, wollen Lügner ihre Lüge so klingen lassen und durch Absurdität stärken.

So soll das Thema auch unattraktiv gemacht und ausgeklammert werden. Das Gebiet soll dadurch vermint werden, damit es zukünftig gemieden wird. Dafür wird dem Interviewer häufig ein Schuldgefühl vermittelt.

 

 

 

20. Eigenartige Formulierungen

 

Irgendwie passen die Formulierungen und verwendeten Wörter nicht. Wer versucht seine Schuld zu verbergen, spricht mitunter deutlich gewählter als sonst. Es wirkt, als wenn jemand emotional weniger beteiligt ist, als eine ehrliche Person in einer solchen Situation.

 

 

 

21. Spontane Erleichterung

 

Endlich ist die Kuh vom Eis! Auffällig ist eine spontane Erleichterung, wenn ein Thema gewechselt wurde. Es wirkt, als wenn eine wuchtige Last von den Schultern genommen wurde. Wechseln Sie spontan das Thema und reagiert Ihr Gesprächspartner darauf erleichtert, anstatt mit Irritation, ist der vorhergehende Teil eine besondere Aufmerksamkeit wert.

 

 

 

22. Übertreibungen

 

Insbesondere Emotionen werden gerne übertrieben. Statt etwas nur als „gut“ zu beschreiben wird es als „fantastisch“ und „unglaublich“ bezeichnet. So soll das Gesagte überzeugender wirken. Ein Hinweis; es sollen positive Emotionen mit Superlativen erzeugt werden, während negative Gefühle vermieden werden.

 

 

 

23. Untertreibungen

 

„So schlimm ist das doch nicht!“. Die Folgen sollen relativiert sein, es wird gerne für Verständnis geworben, falls „JEMAND“ so etwas getan hat.

Wer schaufelt schon das eigene Grab selbst tiefer? Wobei genau das mitunter aus strategischen Gründen zur Ablenkung geschieht; Distanzierung durch Verdammung einer Tat.

 

 

 

24. Schwüre

 

Übertriebene Schwüre werden oft als Verschleierungstaktik eingesetzt und sind ein deutlicher Hinweis, wenn jemand sonst nicht zu ihnen neigt.

 

 

 

25. Vermeidung von Pronomen

 

Pronomen sind Wörter wie ich, mein, unsere, etc. In einem normalen Gespräch verwenden wir häufig Pronomen. In einer Lüge hingegen ist dies viel seltener der Fall. Da wird sprachlich vorsichtshalber Distanz gewahrt. Lügner nehmen sich selbst gerne aus den Äußerungen heraus und verallgemeinern. Wer mit etwas nicht in Verbindung gebracht werden möchte, lässt häufiger korrekte Personalpronomen weg und verwendet stattdessen beispielsweise „man“.

 

 

 

26. Sinnliches fehlt

 

Wer etwas selbst erlebt hat, sollte darüber detailliert, lebhaft und inhaltlich stimmig berichten können. Wird die Geschichte jedoch unbeteiligt, knapp und handlungsarm erzählt, spricht das für eine unwahre Behauptung.

In Lügengeschichten ungeübter Lügner fehlen meist olfaktorische Informationen zu Gerüchen sowie kinästhetische wie Empfindungen und Temperaturen. Die meisten Lügner konzentrieren sich auf auditive und vor allem visuelle Konstruktionen, beschreiben also, was zu sehen und zu hören war.

 

 

 

27. Übertriebenes Betonen der Glaubwürdigkeit

 

Wer unverhältnismäßig oft die Unschuld beteuert, Glaubwürdigkeit ohne Beweise einfordert und Wahrheitsliebe betont, macht sich verdächtig.

 

 

 

28. Killerphrasen

 

Mit Killerphrasen soll ein weiteres Nachfragen abgewürgt werden.

 

 

 

29. Schwammige und distanzierende Sprache

 

„Im Grunde nicht!“. Die Verwendung von Sprache, die darauf hinweist, dass jemand sich vom Gesagten selbst distanziert. Besonders das Wort „eigentlich“ ist ein wertvoller Hinweisgeber.

 

 

 

30. Angriffe

 

Der Versuch, ohne ausreichende Grundlage einen Gegenangriff zu starten und einzuschüchtern, ist oft eine Vermeidungsstrategie.

 

 

 

31. Untypische Sprache

 

Mit entsprechender Kalibrierung und umfangreicheren Erfahrungen mit einer Person lassen sich ungewohnte Sprachmuster erkennen, die als Hinweise infrage kommen.

Versucht jemand, der sonst beispielsweise einen starken Dialekt spricht, plötzlich Hochdeutsch zu sprechen oder ungewohnte verschachtelte Sätze zu konstruieren, ist besondere Aufmerksamkeit geboten.

Analyse: Hinweise, keine Beweise

 

Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski in Schuld und Sühne

 

 

Nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wem es nicht so wie Othello mit seiner Desdemona gehen soll, der passt auf, dass nicht die Pferde mit ihm durchgehen.

Es existiert kein einziges eindeutiges Erkennungsmerkmal als absolutes Zeichen für eine Lüge. Auch nicht den angeblichen verräterischen Blick nach oben rechts (Augenzugangshinweise), den manche Beobachter überinterpretieren.

Es gibt nur Erkennungsmerkmale dafür, dass jemand unter Stress steht, sich ärgert oder unwohl fühlt. Und es gibt Abweichungen vom gewöhnlichen Verhalten. Die Kunst liegt nun darin, diese Anzeichen und Abweichungen festzustellen.

Entsprechende körpersprachliche Signale sind also kein Beweis für eine Lüge. Aber sie können auf Punkte hinweisen, die wichtig sein können. Dank gehäufter Signale, die einen Hotspot, einen Cluster (Anhäufung) bilden, wissen wir, welche Fragen wir stellen müssen, um zur Wahrheit zu gelangen.

Es stimmt, wer lügt, ist tendenziell gestresster. Der Umkehrschluss hingegen ist nicht immer zutreffend; wer gestresst ist, muss nicht unbedingt lügen.

Und es gibt noch einen anderen wichtigen Punkt; glaubt jemand den eigenen Lügen, dann kann es gut sein, dass sich kaum oder sogar keine Hinweise zeigen.

Die Analyse von Körpersprache ist nicht immer zu 100 % akkurat. Man kann nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Doch es gibt eine ganze Reihe von Ausdrücken und Bewegungen, die wir erkennen können. 
Indem wir die Summe der Hinweise im jeweiligen Kontext betrachten, erhalten wir verlässlichere Informationen. Alle Hinweise werden im Gesamtkontext mit dem Gesagten und der Situation betrachtet, in der sie auftreten. Schließlich beeinflusst auch die Situation und Umgebung unser Verhalten. Das lässt tragfähigere Schlüsse auf Gefühle, Haltungen und Gedanken zu.

Und dann? Wie finden wir die Wahrheit heraus?

 

Sobald wir einen Hinweis gefunden haben, eine Spur, verfolgen wir diese aufmerksam mit weiteren Beobachtungen und Fragen.

 

 

15 Tipps:

 

  1. Zuerst Kalibrieren
  2. Der Ton macht die Musik
  3. Ablenkungen vermeiden
  4. Rapport fördern
  5. Weit gefasste Fragen
  6. Zuerst Überblick verschaffen
  7. Zusammenhänge, Unterschiede und Inkongruenzen finden
  8. Bei Fragen zeitlich springen
  9. Fragen wiederholen
  10. Vorgänge rückwärts erzählen lassen
  11. Mit ungläubigem Gesichtsausdruck auf Antworten reagieren
  12. Stress erhöhen
  13. Aufzeichnungen
  14. Vorsicht vor dem Othello-Fehler
  15. Faktenüberprüfung

 

 

 

1. Zuerst Kalibrieren

 

Um Unterschiede zu erkennen, gilt es erst einmal den Normalzustand bzw. die zu Emotionen zugehörigen Hinweise zu ermitteln. Für diese Kalibrierung empfiehlt es sich daher ein heikles Gespräch mit harmlosen Fragen zu beginnen. Auf diese Weise erhalten Sie eine Baseline; Sie sehen, welche Körpersprache der Antwortende unter normalen Umständen an den Tag legt. Danach können die heiklen Fragen folgen, die sich um das kritische Thema drehen, welches man behandeln möchte. Rasch merken Sie, an welchen Punkten verdächtige körpersprachliche Signale auftauchen. Es geht um diese Veränderungen! Erst dann können wir das Lügendickicht lichten.

 

 

 

2. Der Ton macht die Musik

 

Wichtig ist, dass Fragen in einem möglichst neutralen Ton gestellt werden. Es gibt nichts Schädlicheres, als wenn in den Fragen bereits ein vorwurfsvoller oder verdächtigender Unterton zu hören ist. Das führt nur dazu, dass der Gesprächspartner sich verschließt.

 

 

 

3. Ablenkungen vermeiden

 

Sorgen Sie dafür das ungeplante Ablenkungen vermieden werden, da diese das Ergründen der Wahrheit beeinflussen.

 

 

 

4. Rapport fördern

 

Lernen Sie von Inspektor Columbo. Lassen Sie sich Ihren Verdacht nicht anmerken. Wer sich angegriffen fühlt, ist schlechter zu lesen.

 

 

 

5. Weit gefasste Fragen

 

Weit gefasste Fragen erschweren eng gefasste Antworten. Das erschwert die Konstruktion von Lügengebäuden und bringt weitere Informationen zutage.

 

 

 

6. Zuerst Überblick verschaffen

 

Verschaffen Sie sich erst einen Überblick und erkunden Sie die Informationen, die Sie erhalten haben, in umgekehrter Reihenfolge. Oft sind die Letzteren die interessanteren, da es bei ihnen mehr Überwindung gebraucht hat, sie preiszugeben.

 

 

 

7. Zusammenhänge, Unterschiede und Inkongruenzen finden

 

Durch gezielte Fragen, aufmerksames Zuhören und registrieren der körpersprachlichen Signale finden wir so nach und nach zur Wahrheit. Der Gesprächspartner wird auf diese Weise bald das Gefühl haben, dass wir mehr wissen, die Wahrheit vermutlich schon kennen und dass es für ihn besser ist, nun mit der Wahrheit herauszurücken. Währenddessen können wir uns kalibrieren und Inkongruenzen im Zusammenhang mit Informationen registrieren. Stimmen Aussagen und Körpersprache überein?

 

 

 

8. Bei Fragen zeitlich springen

 

Da Lügengebilde vorzugsweise chronologisch konstruiert werden, lassen sich durch zeitliche Sprünge bei den Fragen leichter Unstimmigkeiten zutage bringen. So wird es für Lügner schwieriger konsistent zu bleiben.

 

 

 

9. Fragen wiederholen

 

Und noch einmal: Bei Wiederholungen bleiben die ehrlichen Antworten gleich lang, während Lügner zunehmend kürzer und widersprüchlicher antworten. Mehrfache Befragungen führen ggf. zu Widersprüchen. Diese betreffen selten den Kern der Behauptung, sondern die Nebensächlichkeiten verändern sich; Details kommen hinzu, wechseln, und fallen weg. Ein vorbereiteter Lügner wird schon bei der ersten Aufforderung die vorbereiteten Konstruktionen nennen, sodass zeitnahe Aussagen nahezu identisch sind. Können selbst komplexe Sätze auf Nachfragen identisch wiedergegeben werden, spricht dies für konstruierte vorbereitete Erklärungen. Durch verändertes Nachfragen lassen sich Widersprüche fördern.

 

 

 

10. Vorgänge rückwärts erzählen lassen

 

Lügen ist kognitive Schwerstarbeit. Selbst ein professioneller Lügner kann mit dieser Herangehensweise – also die Geschichte rückwärts zu erzählen – Schwierigkeiten bekommen, wenn keine Details vergessen werden sollen. Dadurch nehmen Unstimmigkeiten zu.

 

 

 

11. Mit ungläubigem Gesichtsausdruck auf Antworten reagieren

 

Klappe halten! Stille ist Lügnern unangenehm. Außerdem können sie die Situation so schwer einschätzen, Schweigen gibt kein Feedback. Wenn die Person die Wahrheit sagt, wird sie oftmals wütend oder einfach frustriert reagieren mit zusammengepressten Lippen, nach unten gezogenen Brauen, angespanntes und zusammengekniffenes oberes Augenlid.

 

 

 

12. Stress erhöhen

 

Werden Stress, Schuldgefühle oder Scham gesteigert, können deutlichere Reaktionen provoziert werden. Je überzeugter ein Lügner von den Fähigkeiten des Interviewers ist, desto mehr Stress und Versuche seinerseits, die Anzeichen unter Verschluss zu halten. Aus diesem Grunde sollen bei Lügendetektortests die Befrager auch wie Wissenschaftler wirken, indem sie weiße Kittel tragen und die Wände mit Diplomen geschmückt sind.

 

 

 

13. Aufzeichnungen

 

Wohl eher die Ausnahme und doch so hilfreich. Bei öffentlichen Auftritten steigt die Wahrscheinlichkeit Videoaufnahmen analysieren zu können. Während Gesten und Körperbewegungen leichter zu beobachten sind, erfordert die Mimik mehr Aufmerksamkeit. Mikroexpressionen zu entdecken erfordert mitunter akribische Auswertung und kann mittels Videomaterial Stunden dauern. Ich habe damit schon Nächte verbracht, bis ich mir eine fundierte Meinung gemacht habe.

 

 

 

14. Vorsicht vor dem Othello-Fehler

 

Der eifersüchtige Othello beschuldigte seine Frau Desdemona der Untreue. Vollkommen verzweifelt beteuert sie ihre Unschuld und macht ihren Gatten damit nur noch misstrauischer. Er war so überzeugt davon, dass nur eine Lügnerin so ängstlich reagiert, erwürgte er sie im Ehebett.

 

 

 

15. Faktenüberprüfung

 

Sicher ist sicher; Fakten, die geprüft werden können, sollten geprüft werden. Auch dann, wenn Lügner bestrebt sind Überprüfungen so weit wie möglich zu erschweren.

Achtung: Für Lügengeschichten werden gerne wahre Begebenheiten als Gerüst verwendet. Dann werden Details, Zeit und Ort sowie beteiligte Personen gewechselt. Hier gilt es vor allem die Einzelheiten zu überprüfen, da Lügner hier eher Fehler machen.

Aber Achtung: Schön die Kirche im Dorf lassen

 

Sollten Sie ab sofort nur noch auf Unwahrheiten achten? 
Ob das so eine gute Idee ist, steht zu bezweifeln. Wer nur noch misstrauisch hinter jedem Wort einen Betrug wittert, tut sich und seinem Umfeld damit wohl keinen Gefallen. Ohne Vertrauen geht es nicht! Wenn Sie jeden mit Lampe im Gesicht knallhart verhören, sind Sie bald einsam. Also, alles zu seiner Zeit, wir sind ja nicht in Guantanamo.

Doch es lohnt bei wichtigen Entscheidungen besonders gut darauf Acht zu geben. Wenn mal wieder im Himmel Jahrmarkt ist und das Bauchgefühl Unbehagen meldet, haben Sie es mit den Hinweisen in diesem Artikel leichter.

 

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Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis. Fjodor Michailowitsch Dostojewski in Schuld und Sühne

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2015
Überarbeitung: 16. Februar 2019
AN: #352904
K:
Ü:X

Konflikte an der Wurzel lösen, insbesondere bei der Zusammenarbeit in Teams

Konflikte an der Wurzel lösen, insbesondere bei der Zusammenarbeit in Teams

Lösungen statt Kosmetik. Sicherheitshalber: Coaching, keinerlei Rechtsberatung!
Konflikte an der Wurzel lösen

Übersicht

 

 

 

 

Menschliche Konflikte

 

Konflikte tauchen nicht ohne Grund auf und sie verschwinden nicht, bevor wir uns den Ursachen widmen.
Augen zu und durch, ist keine gute Idee.

Ursachen von Konflikten

 

 

Ein erheblicher Teil von Konflikten resultiert daraus, dass den Beteiligten zu wenig über die anderen bekannt ist, daher zu wenig Verständnis aufbringen kann für die Gründe, aus denen sich die jeweils anderen in einer ganz bestimmten Weise verhalten. Daraus kann unter Umständen sogar die Überzeugung entwickelt werden, andere Bereiche handelten aus Absicht in einer für sie schädlichen Weise. Besonders deutlich wird das in Unternehmen und Organisationen, bei denen die Bereiche sich voneinander abgrenzen sowie in Projekten mit Beteiligten aus solchen Bereichen.

All das führt häufig zu einer Form des Konkurrenzdenkens, bei dem die Abwehr vermeintlicher Intrigen die Wahrnehmung, das Denken und Handeln dominiert.

 

 

 

Zusammenarbeit

 

Henry Ford meinte; Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.

Leicht ist es oft nicht. Früher oder später gibt es eine unterschiedliche Sichtweise auf die Dinge. Bei der Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessen, beispielsweise in einem Projekt, sind Konflikte sehr häufig. Selbst bei besten Absichten sind zumindest Reibereien, unbewusste und auch offene Konflikte sehr wahrscheinlich. Jeder Bereich bringt seine eigene Kultur mit, hat eigene Erfordernisse, die gesetzten Ziele so erfolgreich wie möglich zu erreichen. So ärgerlich die aus der Unterschiedlichkeit resultierenden Konflikte erscheinen, so interessant sind die dadurch möglichen Vorteile, wenn es gelingt die Zusammenarbeit konstruktiv zu gestalten. Erst wenn alle im Team an einem Strang ziehen sind erfolgreiche Projekte schlank, effizient und schnell umsetzbar. In komplexeren Projekten sollte zeitgemäßes Projektmanagement genau dafür sorgen.

 

Geeignete Strukturen bei Komplexität

 

Wenn der Überblick verloren geht, lässt sich nicht nur schlechter entscheiden, es resultieren aus dem Wunsch der persönlichen Absicherung unnötige Konflikte.

Besser: Mit möglichst schlanken und flexiblen Prozessen, wenigen Regeln und geringem bürokratischem Aufwand lässt sich schneller und effizienter zu sichtbaren und funktionierenden Ergebnissen kommen. Das Ergebnis befindet sich im Fokus, die Prozesse berücksichtigen auch die – bisher zu oft ignorierten – menschliche Aspekte. Der Zusammenarbeit wird deshalb die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet, was zu besserer Kommunikation sowie mehr Transparenz und Vertrauen führt.

Die Ausrichtung auf eigenverantwortliche Strukturen innerhalb der Teams ermöglicht es den Rahmen des konkreten Vorhabens für die Lösung der Aufgabe zu gestalten, damit hinderliche Bedingungen identifiziert und vermieden werden.

Komplexität wird bewältigt, indem die Intelligenz der Organisation erschlossen wird, meinte Betriebswirt und Begründer der Managementkybernetik Anthony Safford Beer. Er formulierte dazu schon 1959 ein Modell (Viable System Modell) in dem er darauf hinwies, das Hierarchie und Selbstorganisation ins Gleichgewicht zu bringen sind. Es bedarf der Balance zwischen Autonomie und Hierarchie.

Dafür sind unter anderem die folgenden Fragen zu klären:

  • Welche Freiheiten sind zu gewähren, damit im Sinne des Einzelnen dessen maximales Potenzial im Sinne des Projektes entfalten wird?
  • Wie kann eine Fehlerkultur gelebt werden?
  • Wie geht ein Projektteam damit um, das seine abweichenden Strukturen nicht dem der Ursprungsabteilungen, dem Mutterkonzerns oder dem Joint Venture entsprechen?

 

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Wie gehen Sie mit zwischenmenschlichen Konflikten um?

Konflikte tauchen nicht ohne Grund auf und sie verschwinden nicht, bevor wir uns den Ursachen widmen.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2015
Überarbeitung: 15. Januar 2019
AN: #371

Geschäftsplan bzw. Businessplan

Geschäftsplan bzw. Businessplan

Glossar
Geschäftsplan bzw. Businessplan

Geschäftsplan bzw. Businessplan

Was gehört n in einen guten Businessplan beziehungsweise Geschäftsplan? Ich halte den Geschäftsplan übrigens für ein wichtiges Werkzeug, nicht nur bei der Gründung.

Überblick

 

 

 

 

 

Geschäftsplan bzw. Businessplan

 

Viele Gründer und Unternehmer betrachten Geschäftspläne beziehungsweise Businesspläne als notwendiges Übel, um andere Menschen von ihrer Idee zu überzeugen. Den tatsächlichen Nutzen sehen wenige Ersteller, es gilt als unangenehme Pflicht. Schade, den selbst erfahrene Unternehmer profitieren von gepflegten Geschäftsplänen. Die sind in erster Linie für sie und die Beteiligten nützlich. 

P.S.

 

Welche weiteren Elemente gehören zu einem hilfreichen Geschäftsplan?

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Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 1998
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371

Leben: Der Zeit ausliefern oder sie erfüllt nutzen und genießen. Die Gegenwart ist 3 Sekunden lang.

Die Gegenwart ist 3 Sekunden lang. Zeitverzerrung: Der Zeit ausliefern oder sie erfüllt nutzen und genießen

Das Phänomen der Zeitverzerrung ertragen oder nutzen?
Zeitverzerrung

Zeitverzerrung

 

Vergeht Zeit immer genauso? Was bedeutet das Phänomen der Zeitverzerrung und was ergibt sich daraus?

 

 

 

Übersicht

 

 

 

 

Zeit verrennt oder Zeit zieht sich hin?

 

Subjektiv erleben wir Zeit sehr unterschiedlich: Manchmal scheint die Zeit überhaupt nicht zu vergehen und manchmal vergeht sie wie im Flug. Wobei mancher Flug überhaupt nicht zu Ende gehen scheint, aber dem Gedanken zur Zeitwahrnehmung folge ich lieber später. In manchen lieblosen Präsentationen sitze ich im Publikum und sehne mich nach dem Zahnarzt, da ist der Schmerz schneller wieder vergangen. In Trance liege ich wenige Minuten und genieße meine Selbsthypnose, um mich anschließend so zu fühlen, als hätte ich einige Stunden geruht. Jeder hat vermutlich eigene Beispiele für das Phänomen der Zeitverzerrung. Ich gönne mir heute einen genaueren Blick auf das Phänomen.

 

 

 

 

Zeitverzerrung

 

Zeit wird subjektiv erlebt. Weicht das Erleben einer Zeitspanne sehr von der gemessenen Zeitspanne ab, wird von Zeitverzerrung gesprochen. Ein verändertes Zeitempfinden lässt sich beispielsweise in Trance erzeugen und nutzen.

 

 

 

Arten von Zeitverzerrung

 

Es können Zeitkontraktion und Zeitextraktion unterschieden werden.

 

 

1. Zeitkontraktion, Zeitraffer

 

Bei einer Zeitkontraktion ist das Erleben einer langen Zeitdauer kürzer als die gemessene Zeit. Ein kurzer Zeitraum wird so als sehr lang erlebt.

 

 

 

2. Zeitextraktion, Zeitdehnung

 

Bei einer Zeitextraktion ist das Erleben einer kurzen Zeitspanne länger als die gemessene Zeit. Ein langer Zeitraum wird so als sehr kurz erlebt.

 

 

 

Mögliche Erklärung für das Phänomen

 

Wir Menschen scheinen eine innere Uhr zu haben, die sich an biologischen Rhythmen wie dem Pulsschlag, der Atmung und den Schlaf-Wach-Phasen orientiert. Insbesondere der Herzschlag scheint als körperlicher Maßstab zu dienen, um mit dessen Hilfe einzuschätzen, wie lange ein Zeitabschnitt dauert. Das passt gut zu der Beobachtung, dass das innere körperliche Erregungsniveau unser Zeiterleben beeinflusst.

1. Wenn ein objektiver Vorgang eine hohe geistige Tätigkeit erregt, dann entsteht die Vorstellung, dass der Vorgang längere Zeit andauert
2. Erregt ein objektiver Vorgang eine geringe geistige Tätigkeit, so entsteht die Vorstellung, dass der Vorgang nur geringe Zeit andauert.

Auch die persönliche Bewertung scheint einen deutlichen Einfluss auf die Bewertung der vergangenen Zeit zu haben. Traumata erscheinen beispielsweise im Nachhinein länger.

 

 

 

Und weshalb ist das Thema interessant?

 

Beim Mentaltraining erkunde ich mit meinen Klienten häufiger den Einfluss des Zeitempfindens auf Momente in denen Spitzenleistungen gefragt sind. Insbesondere bei Tennisspielerinnen und der Vorbereitung von Auftritten (Redner, Künstler etc.) lassen sich die Leistungen so deutlich steigern.

Bei der Vorbereitung von Präsentationen lässt sich berücksichtigen, dass Momente voller Eindrücke und Signale als viel länger wahrgenommen werden, als sie tatsächlich sind, während ruhigere Zeiten mit weniger Signalen hingegen wenige Spuren im Gedächtnis hinterlassen und im Rückblick kurz erscheinen.

 

 

 

Die Gegenwart ist 3 Sekunden lang

 

Studien behaupten, dass Menschen Inhalte etwa drei Sekunden lang in ihrem Bewusstsein festhalten können und das als Gegenwart empfinden.

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem subjektiven Zeitempfinden gemacht? Vergeht Zeit immer genauso? Sind wir dem Phänomen ausgeliefert oder können wir es beeinflussen? Zumindest können wir das Beste aus der verfügbaren Zeit machen, doch was bedeutet das ganz persönlich?

Die Zeit schwindet dahin, und wir altern durch unmerkliche Jahre, und die Tage fliehen, da keine Zügel ihnen Einhalt gebieten. Ovid

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Juni 2016
Überarbeitung: 7. Januar 2019
AN: #8340

Qualität: ein mehrdeutiger Begriff!

Qualität ist ein mehrdeutiger Begriff

Alle guten Dinge sind billig; alle schlechten teuer. Henry David Thoreau
Qualität

Qualität

 

Wieviel Qualität ist erforderlich? Was wird gewürdigt, was übersehen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Qualität

 

Aller Anfang ist leicht
und die letzten Stufen werden am schwersten
und seltensten erstiegen

Johann Wolfgang von Goethe

 

Wer sich für ein anspruchsvolles Ziel entschlossen hat, braucht Durchhaltevermögen. Die wenigsten Menschen sind omnipotent. Na, und?! Das Pareto-Prinzip meint wir schaffen in 20 % der Gesamtzeit 80 % des Ergebnisses. Wer sich daran orientiert, erreicht bei eingeschränkten Ressourcen mehr. Oft wird ein 100 % Ergebnis ja auch nicht benötigt. Mitunter wird der Feinschliff noch nicht einmal bemerkt beziehungsweise honoriert.

Aber, manches benötigt absolute Qualität und damit deutlich mehr Aufwand. Einen Aufwand, den viele scheuen und vermeiden, wo sie können.

Pareto-Prinzip

Welche Qualität beziehungsweise, welcher Aufwand ist anzustreben?

 

Perlen vor die …? Mitunter ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, welcher Aufwand sich lohnt. Wie bei allen Investitionen gilt es herauszufinden, welches Verhältnis von Nutzen und Aufwand ideal ist.

Was will der Auftraggeber? Was dem einen genügt, ist einem anderen mitunter noch lange nicht ausreichend. Viele Auftraggeber erwarten maximalen Aufwand und streben minimalen eigenen Einsatz an. Nicht immer findet sich so leicht eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung.

 

 

 

Was ist überhaupt Qualität?

 

Meine Definition für Qualität:

Qualität ist das Vorhandensein zugesicherter beziehungsweise berechtigt zu erwartender Eigenschaften.

 

 

 

Was, wenn Sie mehr Qualität liefern wollen, als gewürdigt wird?

 

Dann haben Sie mindestens die folgenden Optionen:

  1. Liefern Sie trotzdem und falls erforderlich suchen Sie sich einen Zweitjob, um Ihr Hobby zu finanzieren.
  2. Specken Sie ab und liefern die Qualität, die auch honoriert wird.
  3. Wenden Sie sich an eine Zielgruppe, die Ihr Angebot zu würdigen weiß.

 

Raten Sie mal, welche Option ich Ihnen empfehle, damit Sie glücklich werden?

P.S.

 

Wie definieren Sie Qualität?

Artikel

Welche Rolle spielt Integrität in der heutigen Zeit?

Ehrlichkeit, Transparenz, Glaubwürdigkeit und Integrität erwarten wir automatisch von unserem Gegenüber. Wie weit ist es damit her und was liefern wir selbst?

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Der Preis wird vergessen, die Qualität bleibt.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2008
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Warum Entscheidungen morgens leichter fallen

Warum Entscheidungen morgens leichter fallen

Die Macht des Morgens: Warum frühzeitige Entscheidungen besser gelingen

Entscheidungsfindung ist morgens leichter als abends. Die meisten Menschen werden im Laufe des Tages müde, und das gilt auch für das Treffen von Entscheidungen. Dann setzt eine Entscheidungsmüdigkeit ein. Je müder wir sind, desto weniger sind wir in der Lage, gute oder schwierige Entscheidungen zu treffen. Sind wir in einem guten körperlichen und geistigen Zustand, entscheiden wir außerdem wohlwollender. Sind wir müder, sind die Faktoren schwerer zu handhaben und wir neigen dazu, die für uns sicherste Entscheidung zu treffen. Und die muss nicht die wünschenswerteste Option sein. Wollen Sie eine schwierige Entscheidung treffen haben, solltest du dies am Morgen tun, wenn Sie und die anderen Menschen noch frisch sind.      

P.S.​

 

Hast du dazu Fragen oder Kommentare?

Die Wunderfrage als Kreativitätstechnik

Wunderfrage: Anleitung, Tipps und Tricks zur Kreativitätstechnik

Kreativitätstechniken für die private und professionelle Praxis

Wunderfrage als Kreativitätstechnik

Raus aus dem Problem, hinein in die Lösung

 

Problem erkannt, Gefahr gebannt… So setzen Sie die Wunderfrage als Kreativitätstechnik ein.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Wunderfrage

 

Die Wunderfrage ist eng mit dem Namen Steve de Shazer verbunden. Doch sie Technik wurde allerdings auch schon vorher erfolgreich eingesetzt. Besonders kunstfertig nutzte sie Milton H. Erickson als Kristallkugeltechnik.

 

Die Wunderfrage:

„Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute nach Hause, verbringen den Abend wie üblich, legen sich dann ins Bett und schlafen ein. Während Sie schlafen geschieht ein Wunder. Wenn Sie morgens aufwachen hat sich schon alles gelöst. Weil Sie geschlafen haben, ist es unbemerkt geschehen. Woran merken Sie, dass Ihr Thema gelöst ist?“

Diese Frage, schickt Klienten in einen Ziel- und Lösungszustand, der dabei hilft die Lösung zu erfahren, zu erleben und dann beschreiben zu können. Die Wunderfrage kann dort eingesetzt werden, wo sich Menschen in einer Art Problemtrance befinden. Im Problemzustand sind Lösungen nicht erkennbar und die erforderlichen Fähigkeiten stehen nicht zur Verfügung. Mittels Wunderfrage werden die gewünschten Zustände und die notwendigen Handlungsschritte visualisiert und greifbar. Sie erlaubt dem Klienten, sich vorzustellen, was er erreichen möchte, wie er leben will und wie das aussehen soll! Sowohl bewusster als auch unbewusster Verstand werden stimuliert, die einzelnen Schritte, die dafür nötig sind, vorzubereiten und umzusetzen. Der Klient hat sozusagen schon einen Entwurf, eine Referenz des Zielzustands und des Weges. Die Wunderfrage an sich fördert schon eine leichte Trance. Durch den Einsatz von Trance kann das Erleben zusätzlich intensiviert werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Trance während des Dialogs nicht zu tief wird, da dieser sonst erschwert wird. Anschließend kann das Erleben dann durchaus in einer tieferen Trance gesteigert und so eingeprägt werden.

 

 

 

Anwendungsgebiete

 

Als Kreativitätstechnik ist die Wunderfrage eine hervorragende Weise den Problemzustand hinter sich zu lassen und sich dem Zielzustand zu widmen.

Die Wunderfrage ist gut geeignet, um die gewünschten Zustände und die notwendigen Handlungsschritte zu visualisieren, durchzuspielen und zu notieren. Sie erlaubt es, sich vorzustellen, was erreicht werden soll und wie es ist das Ziel zu erreichen.

 

 

 

Ablauf bei der Wunderfrage

 

Die Betrachtung kann allein oder in der Gruppe erfolgen. Leitet ein Moderator die Sitzung, dann besteht seine Aufgaben darin, den Blick der Teilnehmer auf die Lösung zu richten und das Ziel im Auge zu behalten.

 

 

 

Dauer

 

Meist ist eine Dauer von 30 Minuten bis zu einer Stunde empfehlenswert.

 

 

 

Hilfreiche Fragen

 

Die tatsächlichen Fragen richten sich nach Thema, Zielsetzung und Befragtem. Hier erste Beispiele:

  • Wer wird die erste Person sein, die bemerkt, dass das Wunder geschehen ist und woran? 
  • Wer wird was anders machen nach dem Wunder? 
  • Wer wird am meisten darüber überrascht sein, wenn das Problem gelöst ist?
  • Was wird diese Person sehen, was sich geändert hat, das sie nicht für möglich gehalten hat? 
  • Was werden andere wahrnehmen, was Sie positiv überrascht? 
  • Was werden Sie sehen, was die andere Personen anders macht, was Sie nicht für möglich gehalten haben?
  • Wo möchtest Sie gerne sein, wenn Sie zuerst bemerken, dass das Wunder geschehen ist und was möchten Sie dort am liebsten als Erstes bemerken?
  • Wann waren Sie in der Vergangenheit erfolgreich?
  • Was war anders, dass Sie damals veranlasste, erfolgreich zu sein? 
  • Was würden andere Menschen sagen, waren Sie in der Vergangenheit, was ihnen sehr gefallen hat?
  • Was genau wäre anders?
  • Wie würden Sie sich anders verhalten?
  • Was würden Sie tun, wenn der beklagte Zustand beendet wäre?
  • Welche Gedanken sind dann anders?
  • Wie fühlen Sie sich dann?
  • Wann war es in letzter Zeit schon einmal so ein bisschen wie nach dem Wunder?
  • Was können Sie jetzt tun, um ein Stück dieses Wunders schon jetzt passieren zu lassen?

 

 

 

Zusammenfassung

 

Die Wunderfrage öffnet den Lösungsraum, liefert Orientierung und erzeugt gute Zustände. So werden Blockaden aufgelöst und ein kreativer Prozess kann in Gang kommen.

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie die Wunderfrage für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie finden Sie die Wunderfrage?

Je mehr Kreativität genutzt wird, desto bunter blüht sie. Karsten Noack

Artikel zu Kreativitätstechniken

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Solltest du das erste Angebot annehmen? Erfahre, wann Nachverhandeln sinnvoll ist, wie du Angebote bewertest und souverän bessere Entscheidungen triffst.

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 6. Mai 2005
Überarbeitung 17. Dezember 2018
#131

Zeit für Stille? Später! Stille ist faszinierend und das Thema wichtig.

Zeit für Stille? Später! Stille ist faszinierend und das Thema wichtig.

Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille. (Paul Keller)
Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren. Thomas Carlyle

Stille

 

Es braucht weder Neurochirurgen oder andere Experten, um zu erkennen, dass Stille positive Auswirkungen auf Körper und Geist hat. Trotzdem wird das Thema selten ernst genug genommen, hier schon.

Zeit für die Stille

 

 

Es ist schon eine Weile her, doch seitdem widme ich der Stille noch häufiger Aufmerksamkeit. Es war am Mittwoch, 22. November 2017 in Berlin; die Premiere des Films Zeit für Stille. in der Berliner Kulturbrauerei. Ein Film widmet sich der menschlichen Beziehung zu Stille, Geräuschen und den Folgen von Lärm beziehungsweise angenehmen Klangwelten auf unser Leben. Ja, Stille ist ein faszinierendes, ein wichtiges Thema.

Definition

 

Der Begriff Stille stammt vom althochdeutsch stilli (ohne Bewegung, ruhig, ohne Geräusch) ab. Stille bezeichnet in der deutschen Sprache die empfundene Lautlosigkeit, die Abwesenheit von Geräuschen und auch Bewegungslosigkeit. Die umgangssprachliche Steigerung ist die Totenstille. Antonyme sind Geräusch und Lärm.

Wie klingt Stille?

 

Herbst – vorbei an Laubläsern, hinein ins Kino. Die Premiere beginnt mit einem bekannten Klavierstück von Erik Satie, das auch schnell wieder beendet ist. Es folgt ein Stück von John Cage in drei Sätzen. Sein Titel 4′33″ (Four minutes, thirty-three seconds). Während der gesamten Spieldauer des Stückes wird kein einziger Ton gespielt. Im Sommer 1952 inszeniert Cage am Black Mountain College sein Untitled Event. Seitdem regt es Zuhörer wie Komponisten zum Nachdenken über Musik und Stille auf und an.

Worin besteht die  Musik hier? Im Tuscheln und Rascheln des Publikums, den Geräuschen von draußen oder in der Stille? Fragen über Fragen. Manche Menschen macht so etwas sogar aggressiv. Kommentar von John Cage; „Sie müssen es nicht für Musik halten, wenn dieser Ausdruck sie schockiert.“

Auf der Suche nach neuen Hörerfahrungen machte John Cage in einem schalldichten Raum in Cambridge eine bedeutsame Erfahrung.  Er registrierte in diesem Raum unerwartet rhythmische Geräusche. Der zuständige Techniker erklärte ihm später, dass er verschiedene Abläufe in seinem Körper wahrgenommen hatte.

„Ich hörte, dass Schweigen, dass Stille nicht die Abwesenheit von Geräuschen war, sondern das absichtslose Funktionieren meines Nervensystems und meines Blutkreislaufes. Ich entdeckte, dass die Stille nicht akustisch ist. Es ist eine Bewusstseinsveränderung, eine Wandlung. Dem habe ich meine Musik gewidmet. Meine Arbeit wurde zu einer Erkundung des Absichtslosen.“

Gedanken zur Stille

 

Erfordert Stille einen Rahmen, der in der heutigen Welt nur noch in ausgewiesenen Reservaten vorhanden ist? Ist er traditionellen Teezeremonien, Klöstern und Berggipfeln vorbehalten? Was ist mit denjenigen von uns, die in Ballungsräumen leben und arbeiten? Pause.

Ich mache mir einen Kaffee, die Maschine ist nicht gerade leise, mich erfreut das Geräusch. Nun gönne ich mir ganz in Ruhe das Heißgetränk, ein paar Kekse und Gedanken zum Thema Stille. Kein Artikel im klassischen Sinne, sondern eine Reihe von Gedanken, Assoziationen. Es ist eher so eine Art Mindmap in Worten als argumentative Logik. Ein Bild dürfen Sie sich daraus selber bilden.

Szenenwechsel

 

Heute Morgen weckte mich nach einer arbeitsamen Nacht der Presslufthammer der Baustelle gegenüber. Von Stille kann in Berlin ohnehin nur bedingt geredet werden. Seit 5 Jahren wohne und arbeite ich nun mitten in der Berliner West-City neben der Gedächtniskirche. Es hat eine Weile gedauert, bis ich an diesem belebten Ort gut schlafen konnte. Wer aus der Provinz nach Berlin kommt, meint hier ungehemmt lärmen zu können. Rücksichtnahme hat da keinen Platz.

Bei einer Demonstration gegen Fluglärm wurde vor der Tür beispielsweise der Lärm von Turbinen erzeugt, um den damit verbundenen Schmerz zu verdeutlichen. Als ich freundlich einen der Veranstalter ansprach, ob er sich bewusst sei, dass neben dem Demonstrationsort auch Menschen wohnen, meinte er nur; „Da würde ich aber umziehen, hier kann man doch bei all den Demonstrationen nicht leben!“ Ich fragte ihn daraufhin, ob er noch wüsste, weshalb er hier demonstriert und sich selbst gerade zugehört hat.

Lärmschutz geht jeden etwas an. Wir dürfen ruhig, jeder für sich, ab und zu klären, ob der Lärm den wir erzeugen angemessen ist.

Lärm macht krank

 

Stille ist sehr geräuschempfindlich. Die Bewertung macht aus Geräuschen Lärm. Ungewollte Beschallung schlägt aufs Gemüt. Lärm kann einige Beeinträchtigungen verursachen. Ja, Lärm geht auf die Ohren, doch das Gehör selbst ist erst bei hohen Lautstärken betroffen und Tinnitus kann die Folge sein. Die Auswirkungen erstrecken sich über den gesamten Organismus. Der Blutdruck steigt rasant, die Pupillen weiten sich, die Atem- und Herzfrequenz erhöht sich. Es lassen sich Veränderungen der Hirnströme, der Muskelaktivität und des elektrischen Hautwiderstands messen. Die Produktion von Magensaft und Speichel wird reduziert. Einzelne sehr laute Geräusche, wie Explosionen erreichen mehr als 140 dB(A) und können zu Schwerhörigkeit oder Hörverlust führen.

Auch dauerhafter Lärm mit niedrigerem Geräuschpegel kann gesundheitliche Folgen haben. Ist jemand über einen längeren Zeitraum Lärm ausgesetzt, kann das erhebliche Folgen für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit haben. Selbst im Schlaf nimmt das Ohr permanent Geräusche auf und das Gehirn verarbeitet sie.

Weil Lärm den Organismus aktiviert, erschwert es das Einschlafen. Da Geräusche die sogenannte REM-Phase während des Schlafs verkürzen, schränken sie die Erholungsphase ein. Häufige Folgen sind Kopfschmerzen und Gereiztheit. Selbst ein beständiger Geräuschpegel ab 30 dB(A) kann Schlafprobleme verursachen. Das entspricht in etwa einer Unterhaltung im Flüsterton. Ab 45 dB(A), also Zimmerlautstärke, werden im Schlaf Stresshormone ausgeschüttet.

 

Länger andauernder Lärm kann unter anderem folgende Folgen haben:

  • Erhöhtes Risiko von Bluthochdruck und Herzinfarkt
  • Gehörschäden, Hörermüdung, Tinnitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Kommunikations-, Lern- und Konzentrationsstörungen
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung des sozialen Verhaltens, wie beispielsweise zunehmende Aggressivität
  • Hormonelle Reaktionen
    Selbst kurzfristige Lärmbelastung kann die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol zur Folge haben, die den Stoffwechsel beeinflussen können.
  • Psychische Beeinträchtigung durch das Gefühl der Belästigung
  • Erhöhtes Unfallrisiko und Fehleinschätzungen

 

Neu ist das nicht. Das folgende Zitat von Richard Rothe stammt aus dem Jahr 1872:

Wer das unveräußerliche Bedürfnis der Stille in sich trägt, der muß in dieser Welt sehr viel mehr leiden als die andern Menschenkinder.

Wozu ist Stille gut?

 

In der Ruhe liegt die Kraft.

Konfuzius

 

Es braucht weder Neurochirurgen oder andere Experten, um zu erkennen, dass Stille positive Auswirkungen auf Körper und Geist hat.

 

 

Einige positive Begleiterscheinungen von Stille:

 

 

 

a.) Stille statt Stress

 

Während Lärm zu Stress führt, hilft Stille wieder zu sich zu kommen. Stille soll nachweisbar positive Auswirkungen auf den Blutdruck haben.

 

 

 

 

b.) Regeneration

 

Lärm ist unerwünschter Schall. Er beeinträchtigt unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit und langfristig auch unsere Gesundheit. Sowohl Körper als auch Geist kommen bei Stille zur Ruhe, regenerieren sich, die Batterien werden wieder aufgeladen.

 

 

 

 

c.) Denkfähigkeit

 

Bei äußerer und innere Stille löst sich die Ablenkung auf und wir finden zu den wichtigen Fragen leichter passende Antworten. Laotse meinte, wenn man trübes Wasser in Ruhe lässt, wird es wieder klar.

 

 

 

d.) Persönliche Entwicklung

 

Ablenkung kann viele Formen haben. Erst, wenn wir ganz bei uns sind, statt der Reizüberflutung ausgeliefert zu sein, kann persönliche Entwicklung stattfinden.

Man muß aus der Stille kommen, um etwas Gedeihliches zu schaffen. Nur in der Stille wächst dergleichen.

Kurt Tucholsky

 

 

 

 

e.) Gesunder Schlaf

 

Der Körper braucht Ruhephasen, um sich zu erholen und auch der menschliche Geist benötigt einen ungestörten Schlaf, frei von störenden Reizen. Nur so können wir die Eindrücke verarbeiten, die wir täglich aufnehmen und wieder zu Kräften kommen.

Abend wird’s, des Tages Stimmen schweigen.

Karl Theodor Körner

Persönliche Haltung

 

Unsere Welt ist laut und betriebsam. Es gibt fast keinen Ort, an dem es wirklich ruhig ist. Schade! Auch schade ist, dass der Hörsinn des Menschen nicht bewusst beeinflussbar oder abschaltbar ist. An schmerzhaften Lärm können wir uns nicht gewöhnen – mal von Taubheit als nicht wünschenswertem Lösungsversuch abgesehen.

Wir können jedoch unsere Haltung beeinflussen. Zugegeben, manches Geräusch will mir keine Freude machen. Da ist mir dann auch nicht nach Reframing oder Meditation. Da wünsche ich mir den Verursacher einfach nur auf den Mond. Zumal manche Lärmberieselung – das klingt viel zu harmlos – einer Nötigung oder sogar Vergewaltigung ähnelt. Die psychologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen werden trotz zahlreicher Studien noch immer unterschätzt. Und wenn, dann wird nach der Regulierung durch Gesetze gerufen. Doch das funktioniert ja auch in anderen Bereichen nur sehr schleppend.

Wenn sich daran aktuell mit legalen Mitteln nichts ändern lässt, ist es gesünder für Körper und Geist auf den guten persönlichen Zustand zu achten. Sonst wird der Stress noch deutlich intensiver.

Innere Stille

 

Im Einklang mit sich selbst, selbst wenn die Welt tobt und lärmt? Innere Stille? Stille beschreibt die Abwesenheit von Geräuschen im Außen. Tritt doch einmal Stille in unser Leben, dann können viele Menschen nicht damit umgehen. Es meldet sich bei ihnen eine innere Unruhe und das Gefühl, etwas tun zu müssen, etwas zu bewegen, produktiv zu sein. Ich schreibe in der dritten Personen und vergesse dabei fast, dass ich das selbst kenne. Asche über mein Haupt: Während des Yogas beispielsweise plane ich manchmal für einen Moment die anstehenden Aufgaben. Das hat dann allerdings nichts mehr mit Yoga zu tun. Erst, wenn ich mir erlaube im Hier-und-Jetzt zu sein, bin ich präsent. Leicht gesagt, nicht immer so leicht gemacht und doch so lohnenswert. Viel Lärm um nichts, viel Stille um viel. Was ist das Leben doch für eine kontinuierliche Lerngelegenheit.

 

Ein untrainierter Geist benimmt sich wie ein ungezo­genes Kind und reißt uns immer wieder aus unserer Mitte.

Klangwelten

 

Stille ist zu einem raren Gut geworden in unserer hektischen Welt. Oft erinnern uns erst Naturgeräusche, wie das Geräusch des Windes, ein plätschernder Bach oder das Rauschen des Meeres an unsere Verbundenheit mit der Welt und somit an unser eigenes Wesen. Ich liebe es, eigene Aufzeichnungen eines heftigen Gewitterregens zu erleben. Ist dann mal wieder eine lautstarke Demonstration oder ein lebhaft randalierender Fußballverein vor der Tür, lege ich einen Klangteppich darüber. Dadurch wird es zwar auch nicht stiller, doch wenigstens ist es dann mein Klangraum. Bei aller Gastfreundschaft, der ungebetene auditive Eindringling bleibt so draußen. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert das für mich recht gut.

Allerdings gibt es auch andere Gründe für die Selbstberieselung.

Weshalb Stille gemieden wird — Om

 

„We are involved in a life that passes understanding and our highest business is our daily life.“ bedauerte John Cage. Nur nicht innehalten, schnell weiter.

So mancher überhört die Stille gern, denn sie bringt auch zutage, vor was wir mitunter flüchten wollen. Wer die Stille nicht erträgt, erträgt auch nicht sich selbst. Dann wird schnell für Ablenkung gesorgt, um den vermeintlich gefährlichen oder zumindest unbequemen Gedanken zu entkommen. Nur nie die Kopfhörer abnehmen, wer weiß, welche Erkenntnisse sich sonst einstellen. Dabei lohnt die Ordnung der Gedanken — die Integration. Ob aktiv oder durch Meditation; es tut gut und ist weit konstruktiver als Verdrängung. Zugegeben; innere Stille erfordert in unserer Kultur eher selten praktizierte Fähigkeiten. Nicht jeder wandelt auf den Spuren von Carlos Castanedas Don JuanDer vertrat den Standpunkt, dass die innere Stille durch Disziplin erworben wird. Sie muss Stück für Stück, Sekunde um Sekunde gesammelt werden. Es ist erforderlich, sich zum Schweigen zwingen, und sei es nur kurz. So soll sich die Schwelle zur inneren Stille überschreiten lassen und die Welt hält an.

Für mich ist Stille im Wesentlichen die Abwesenheit von Absicht.

John Cage

 

Also hinein ins Vergnügen. Yoga (Poweryoga? Nein, nicht als Sport, sondern als Gelegenheit über den Körper den Geist zu erreichen), Meditation oder Achtsamkeits-App bieten sich als Rahmen an. Tun oder nicht tun, dürfen wir es selbst.

Stille und Entscheidungen

 

Das Leben in der Welt ist im Fluss, in einer andauernden Veränderung. Das ist an und für sich etwas Wundervolles. Es kann jedoch überhandnehmen, sodass einen die Eindrücke des Lebens derart zerstreuen, dass wir von ihnen vereinnahmt werden. Dann wird es schwer, bei all dem Lärm noch einen klaren Gedanken fassen zu können. Zuviel ist zu viel!

Bei Lärm sind wir jenseits der inneren Mitte unterwegs. Da sind Fehlentscheidungen wahrscheinlicher. Selbst die gewählte Musikberieselung erschwert es, sich selbst wahrzunehmen. Erst die Stille ermöglicht es, die innere Stimme zu hören und zu verstehen. Aber wie sollen wir in uns hineinhören, wenn die Beschallung uns mit sich nimmt? Überstimuliert kommen wir schwer zu uns selbst.

Stille gut und schön. Ja, und?

 

Der Film zeigt die Straßen der lautesten Stadt der Welt, Mumbai, während der wilden Festzeit und andere auditive Exzesse. Besinnliche Momente und Kyoto, rauschende Felder und andere inspirierende Bilder berauschen die Zuschauer, doch so richtig interessant wird es nach dem Kinobesuch. Sind wir bereit, uns für die Ruhe in uns selbst einzusetzen? Ich wünsche es uns.

Auch wenn wir sie in der Hektik des Alltags manchmal nicht wahrnehmen können, ist die Stille erreichbar. Nur, wo ist sie?

Das Gute liegt oft so nah. Es geht nicht darum, die Stille in der äußeren Welt zu suchen, sondern im Inneren zu finden. Wenn wir Zugang zur Stille finden, können wir uns erholen und dem Leben mit mehr Leichtigkeit begegnen. Es tut gut, sie zu pflegen, beziehungsweise sich wieder mit ihr vertraut zu machen. Geben wir der Stille in unserem Inneren den nötigen Raum, steigern wir dadurch unsere Lebensqualität.

 

Manchem glückt es, überall ein Idyll zu finden: und wenn er’s nicht findet, so schafft er’s sich.

Theodor Fontane

Zahlen, Daten zum Film

 

Originaltitel: In Pursuit of Silence
Produktionsland: USA
Produktionszahl: 2016
Regie: Patrick Shen
Sprache: Englisch
Untertitel: Deutsch
FSK: o. Altersbeschränkung
Laufzeit:  81 Min.
Kinostart: 30. November 2017
DVD VÖ: April 2018
Homepage: www.zeit-fuer-stille.de

Trailer bei YouTube (externer Link):
https://youtu.be/6WjVIGcSFks

P.S.

 

Welches Verhältnis haben Sie zur Stille?

Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren. Thomas Carlyle

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 29. November 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4335
K:CNB
Ü:

So finden Sie mit der Kartenabfrage Ideen und ordnen Gedanken

Schritt für Schritt: Karten-Methode, Kartenabfrage für die Ideenfindung und Ordnung von Gedanken.

Die Kartenabfrage als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe.
Karten-Methode

Kartenabfrage als Kreativitätstechnik

 

Die Kartenabfrage dient als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe. Bei einem mündlichen Brainstorming kommt häufig nicht jeder zu Wort. Die schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, eigene Ideen einzubringen. Hier eine Anleitung Schritt für Schritt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Brainstorming mit Karten

 

Diese schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, seine Ideen vorzutragen. Sie ist also besonders geeignet, um auch zurückhaltendere Teilnehmer zu Wort kommen zu lassen. Mitmachen können bis zu zehn Personen. Ein Durchgang dauert in etwa 30 Minuten, wobei zu erwähnen ist, dass zahlreiche Varianten der Karten-Technik existieren.

Benötigt werden ein Pinboard mit Stecknadeln, dick schreibende Filzstifte und reichlich Karten. Die Karten sollten ruhig aus etwas festerem Material (Pappe) und von heller Farbe sein, damit die Schrift darauf später gut zu lesen ist. Außerdem sollte die Fragestellung am Pinboard angebracht werden und während der gesamten Übung dort hängen bleiben. Los geht’s!

 

 

 

Ablauf Schritt für Schritt

 

1. Situationsbeschreibung und Aufgabenstellung

 

Zunächst erläutert der Moderator das zu bearbeitende Problem und formuliert die sich daraus ergebende Aufgabenstellung, die für alle sichtbar notiert wird.

 

 

 

2. Ideensammlung

 

Anschließend schreibt jeder Teilnehmer seine Ideen zur Problemlösung auf die Karten – jeweils eine Idee pro Karte.

Nach der vereinbarten Zeit (ca. 10 Minuten sind meist ausreichend) oder die kreative Produktion zur Ruhe kommt, sammelt der Moderator alle Karten ein.

 

 

3. Übersicht und Struktur

 

Der Moderator heftet die Karten mit den Ideen gut sichtbar an ein Pinboard mit Nadel, an ein Whiteboard mit Magneten oder etwas Ähnliches.

Dann sortieren alle Teilnehmer gemeinsam die Lösungsideen auf den Karten. Zuerst werden die Karten zusammengehängt, die ähnliche oder gleiche Aussagen tragen. So entstehen sogenannte Cluster, für die dann eine passende Überschrift gesucht wird. Innerhalb der Cluster werden die Vorschläge dann in eine Rangfolge gebracht. Mögliche Kriterien hierfür können etwa sein: Kosten, Praktikabilität, Umsetzungsfreundlichkeit, notwendige Ressourcen etc.

Es können dabei auch Verbindungen und Bezüge zwischen einzelnen Lösungen gezogen werden. So erhält die Kartenlandschaft Ansätze eines Clusters oder einer Mind Map.

 

 

 

4. Auswahl

 

Die Ideen werden mit dem gesamten Team diskutiert. Zur Auswahl stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist das Ausschlussverfahren.

Beim Ausschlussverfahren werden einzelne Karteikarten so lange aussortiert, bis eine übersichtliche Auswahl vielversprechender Ideen übrig ist, die dann weiter optimiert werden soll. Weil der gesamte Prozess an der Pinnwand visualisiert wird, stehen die Ideen im direkten Vergleich. Jeder Teilnehmer kann sich einbringen.

Eine andere Methode zur Abstimmung in der Gruppe ist das Punkteverfahren. Die Anleitung finden Sie im Artikel Eine Option im Team wählen: Punktabstimmung (Mehrpunkteabstimmung) bei der Ideenbewertungen und Entscheidungen in Gruppen.

 

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie die Methode mit der Kartenabfrage für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

Der nächste Schritt

 

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

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Gut informiert entscheiden

 

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Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Hast du mit dieser oder einer anderen Kreativitätstechnik Erfahrungen gemacht?

Wer häufiger quer denkt, darf auch mal schief liegen. Karsten Noack

Artikel zu Kreativitätstechniken

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. März 2011
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43354
K:CNB
Ü: