Pflegen Sie Ihre Leidenschaften, sie entfalten Kraft

Pflegen Sie Ihre Leidenschaften, sie entfalten Kraft, auch in Präsentationen

Die Kraft der Leidenschaft
Pflegen Sie Ihre Leidenschaften, sie entfalten Kraft

Leidenschaft

 

Welche Bedeutung hat Leidenschaft im Leben? Wobei hilft sie, wann schadet sie?

Überblick

 

 

 

 

Leidenschaften

 

Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er nur.

Nicolas Chamfort

 

Eine Idee will verfolgt werden, ein Vorhaben gehegt und gepflegt, der Antrieb ist im gesamten Körper spürbar. So kann sich Leidenschaft zeigen.

Sind Sie ein leidenschaftlicher Mensch, leben Sie mit Begeisterung? Das Leben ist zu kurz, um es nur zu absolvieren. Wofür brennen Sie? Wer seine Leidenschaften kennt profitiert von der Energie, die Begeisterung freisetzt.

Es ist zwar ab und an zu hören; „Leidenschaft ist, was Leiden schafft!“, doch für mich ist das Wort positiv besetzt. Eine Leidenschaft ist etwas für das ich Feuer und Flamme bin, dem ich mich mit ganzer Hingabe widmen möchte. Das kann sich auf einen geliebten Menschen richten oder eine Tätigkeit. Wenn ich etwas wirklich liebe, es liebend gerne mache, Feuer und Flamme bin, Begeisterung und völlige Hingabe verspüre, dann ist das für mich Leidenschaft in ihrer vollen Ausprägung.

Widmen wir uns einer Leidenschaft, dann ermöglicht das Flow-Erleben, wie es der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi beschreibt. Dann sprühen leidenschaftliche Menschen nur so vor Energie. Das gibt uns die Kraft und die Ausdauer, uns mit ganzem Herzen einem Ziel zu verschreiben. So können wir für uns und andere Menschen Positives bewirken. „Ohne Leidenschaft gibt es keine Genialität.“ meinte der Historiker Theodor Mommsen oder nüchterner der Philosoph und Schriftsteller Prentice Mulford; „Was man aber gerne macht, macht man gut.“

 

 

 

Was ist Leidenschaft?

 

Leidenschaft ist ein Zustand extremer und stark ausgeprägter emotionaler Zuneigung gegenüber einer Sache oder eines Menschen. Sie hat viele Gesichter.

Leidenschaft beschreibt eine emotionale, in verschiedenen Formen und Ausmaßen auftretende Zuneigung, welche zum Beispiel die Intension für Sammler, Anhänger eines Sportvereins oder ein gewöhnliches Hobby sein kann. Für uns ist die Leidenschaft ein oftmals nicht vollkommen logischer Antrieb, der uns dazu bringt, gewisse Dinge zu wollen oder zu tun. Leidenschaft liefert den Fokus, lässt uns durchhalten, selbst bei Widerstand, wie Rückschlägen und Kritik. Ja, manch ein leidenschaftlicher Mensch hat in der Menschheitsgeschichte tatsächlich dafür gebrannt — auf dem Scheiterhaufen. Das ist heutzutage allerdings in der hiesigen Kultur unüblicher. Leidenschaft setzt unglaubliche – mitunter nahezu unmenschlich wirkende – Kräfte frei und überdauert kurzfristige Begeisterung.

 

 

 

Sonnenseite

 

Sich aufbäumen, Wellen schlagen, sich einsetzen, um anschließend umso zufriedener in sich zu ruhen. Für mich ist der Begriff der Leidenschaft weitgehend positiv besetzt, trotz der Wortherkunft und des Spruchs „Leidenschaft ist das, was Leiden schafft“. Leidenschaft für eine bessere Welt, für erfüllende Beziehungen, für die Pflege schützenswerter ideeller und auch materieller Errungenschaften. In den meisten Fällen ist Leidenschaft etwas Positives, sie kann aber auch skurrile oder sogar ungesunde Formen annehmen.

 

 

 

Schattenseiten

 

Keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft.

Helmut Schmidt

 

So schön es ist, für eine Leidenschaft zu schwärmen, sich zu erwärmen. Leidenschaft kann auch zum Verhängnis werden und bei Nichterreichen oder Scheitern des leidenschaftlichen Strebens negative Auswirkungen entfalten. Beispiel, wenn eine leidenschaftliche Liebe nicht erwidert wird oder ein leidenschaftlich verfolgtes Ziel nicht erreicht wird. Manche Menschen bezeichnen Leidenschaft gar als Tor zur Hölle und hat dabei extreme Beispiele vor Augen, die in die Kategorie Extremismus und Fundamentalismus gehören. Da handelt es sich dann um sehr ungesund ausufernde Formen.

 

 

 

Leidenschaft in Gesprächen, Reden und Präsentationen

 

Eine Leidenschaft für die Leidenschaft haben.

 

Die größten Reden, die mir gerade in den Sinn kommen, beeindrucken durch die Leidenschaft, mit denen die Rednerinnen und Redner sie in die Welt tragen. Sie scheinen sich mit Haut und Haaren ihrem Anliegen verschrieben zu haben, dafür zu brennen — und der Funke springt über. Menschen fühlen sich von Enthusiasmus, von Euphorie und Hingabe, enorm angezogen. Die Leidenschaft lässt die Augen funkeln und weckt die Geister.

Davon könnten auch viele aktuelle Anliegen eine gute Portion vertragen. Selbst die professionellen Redebeiträge in Besprechungen, bei Tagungen, Konferenzen und vor der Kamera profitieren zumindest von einer angemessenen Begeisterung. Mehr dazu im Artikel Die Macht der Begeisterung in Gesprächen und Präsentationen.

 

 

 

1. Teilen Sie Ihre Leidenschaft mit anderen Menschen

 

Geben Sie Ihre Gedanken preis. Machen Sie Angebote ohne knallhart zu predigen, zu behaupten, dass Sie die einzige Wahrheit vertreten. Dass Sie von der Richtigkeit überzeugt sind, dürfen Sie hingegen sagen. Laden Sie andere Menschen zum Dialog ein, diskutieren und argumentieren Sie.

 

 

 

2. Locker bleiben

 

Bei aller Begeisterung und Überzeugung passen Sie lieber auf, dass Sie nicht zur dunklen Seite der Macht konvertieren, zum Bekehrer oder Fanatiker werden. Solche Typen sind anstrengend und unangenehm, neigen dazu, andere Menschen zu verletzen.

 

 

 

3. Leben Sie die Werte

 

Zeigen Sie, dass Sie es ernst meinen und sich selbst an das halten, was Sie anderen Menschen vermitteln wollen. Walk your talk! Was könnte überzeugender sein, als wenn Sie zeigen, dass es funktioniert und glücklich macht?

 

 

 

4. Wozu

 

Bieten Sie Antworten auf das Wozu, den Sinn, an. Wer kann woran welchen Anteil haben und wie fügt es sich zum großen Ganzen zusammen?

 

 

 

5. Nicht übertreiben!

 

Euphorie ist ansteckend, kann ab einem gewissen Maß allerdings auch verschrecken. Nehmen Sie die Menschen dort ab, wo sie sind, sodass sie eine Chance haben mitzukommen. Anregungen dazu finden Sie im Artikel Rapport: 21+ Tipps für bessere Kommunikation.

 

 

 

6. Lebendigkeit

 

Teilen Sie Ihre Gedanken so, dass alle Sinne angesprochen werden. Sorgen Sie dafür, dass zumindest Hören, Sehen, Fühlen aktiviert werden.

Synonyme

 

Affekt, Begeisterung, Eifer, Ekstase, Erregung, Feuer, Enthusiasmus, Elan, Engagement, Emotion, Freude, freudige Erregung, Faible, Gefühlsüberschwang, Gefühlswallung, Gier, Geilheit, Libido, Rausch, seelische Regung, Verzücktheit, Verzückung, Inbrunst, Hingabe, Hingebung, Passion, Schmackes, Sehnsucht, Lust, Begierde, Triebhaftigkeit, Lüsternheit, Verlangen, Wollust,…

P.S.

 

Welche Leidenschaften pflegen Sie oder bevorzugen Sie es von Begeisterung zu sprechen?

Die Stärke unserer Aufmerksamkeit entspricht der Stärke unserer Leidenschaft. Claude-Adrien Helvetius

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. Dezember 2018
Überarbeitung: 18. September 2019
Englische Version:
AN: #71711
K: CNB
Ü:

Jahreshalbzeit! Und was machen wir jetzt mit dem Rest?

Jahreshalbzeit, was machen wir jetzt mit dem Rest? Hier ein paar Tipps!

Noch kann es ein hervorragendes Jahr werden. Wie wäre es mit ein paar Anregungen?

 

Durchstarten - NOACK Coaching & Training Berlin

Es sind noch einige Monate des Jahres übrig

 

Das 1. Halbjahr ist vorbei. War es erfolgreich, gibt es für das 2. Halbjahr etwas zu lernen? Wie geht es weiter?

Überblick

 

 

 

 

 

Es ist noch etwas übrig vom Jahr

 

Wie steht es mit dem Jahresziel? Noch kann es ein hervorragendes Jahr werden, denn es sind noch einige Tage übrig vom Jahr. Also ran ans Werk. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

 

 

 

Wendepunkt

 

Der 1. Juli ist für das Jahr, wie der Mittwoch für die Arbeitswoche. Und bevor ich dazu Post bekomme; genau genommen wäre es der 21. Juni mit der Sommersonnenwende. Aber wer will schon als Erbsenzähler gelten?

Also: Bergfest, es ist Jahreshalbzeit! Zwischenstand, Rückblick, Ausblick.

Erinnern Sie sich noch an den letzten Jahreswechsel? Hatten Sie sich gute Vorsätze gesetzt? Was ist daraus geworden? Das erste Halbjahr ist vorbei, die Tage werden kürzer und der Countdown bis zum nächsten Jahreswechsel läuft. Wenn das kein geeigneter Moment für eine Zwischenbilanz ist. Blick in den Rückspiegel: Wo zwischen Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen und Jahresplansoll übererfüllt stehen die Projekte?

Gute Vorsätze sind eine prima Sache. Es lassen sich dicke Bücher und großformatige To-Do-Listen mit ihnen füllen. Auf riesigen Plakaten machen sie sich gut über dem Schreibtisch und manchmal werden sie sogar realisiert. Allzu oft enden sie jedoch als Wegbepflasterung.

Es ist aber auch nicht immer so einfach. Vor allem den passenden Moment zu erwischen scheint manchmal komplizierter als die Lösung einer Differenzialgleichung. Fehlen in der Gleichung die Faktoren Zeit und Motivation geht sie nicht auf, dafür tauchen sehr gerne ungünstige Umstände auf und schon geht sie nicht mehr auf. Verpasst!

Ich trage wohl ein paar Eulen nach Athen, doch bekanntlich ist Wissen und Handeln ja nicht zwangsläufig miteinander verehelicht. Wenn es daher nicht so bei der Umsetzung Ihrer Ziele klappt, dann prüfen Sie doch einmal folgende Punkte:

1. Waren die Ziele smart genug?

 

Haben Sie Ihre Ziele wirklich klar und eindeutig genug formuliert? Die Kriterien für smarte Ziele finden Sie im Artikel SMARTe Ziele.

 

 

 

2. Haben Sie zu schnell aufgeben?

 

Typischerweise sind viele Menschen am Anfang eines Vorhabens hoch motiviert ihre guten Vorsätze schnellstens umzusetzen. Doch wenn es nicht so recht vorangeht, geht der Schwung irgendwann verloren.

Außerdem ist der Mensch ein Gewohnheitstier. So erstrebenswert Veränderungen sind, für die alten eingefahrenen Verhaltensmuster wird weniger Energie benötigt. Gerade bei Stress kehren wir daher leicht in alte Muster zurück und ohne es zu bemerken, laufen dann wieder die alten Programme ab. Wenn es dann nicht gelingt, den neuen Vorsätzen treu zu bleiben, geben viele Menschen zu schnell auf. Der innere Schweinehund findet dafür dann mehr oder weniger plausible Ausreden, weshalb es besser ist, das Vorhaben fallen zu lassen. Wie so oft; eine Frage guter Entscheidungen!

 

 

 

3. Was braucht es um dranzubleiben?

 

Beharrlichkeit siegt, wenn wir dranbleiben bis eine neue Gewohnheit sich eingeprägt hat. Gewohnheiten sind tief verankert, sodass die dazugehörigen Verhaltensmuster nahezu automatisch ablaufen, ohne, dass wir darüber nachdenken müssen. Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen, um neue Gewohnheiten zu entwickeln. Sind diese Gewohnheiten erst einmal etabliert, wird es deutlich einfacher.

 

 

 

4. Ist das Ziel vielleicht doch nicht so erstrebenswert?

 

Vielleicht lohnt der Aufwand ja doch nicht oder die Nachteile wiegen mehr, als ursprünglich erwartet? Prüfen Sie, ob die Vorstellung das Ziel erreicht zu haben bei Ihnen ein angenehmes Gefühl auslöst. Das sollte es, wenn es ein verlockendes Ziel ist. Und dann erzeugt es auch eine starke Zugkraft, gibt Kraft durchzuhalten. Wenn es das nicht macht, fehlt noch etwas. Oder spüren Sie innere Widerstände?

 

 

 

5. Sind innere Widerstände aufgetaucht?

 

Da hilft kein Ignorieren; Bedenken und negative Überzeugungen nagen weiter an einem. Besser ist es sie ernst zu nehmen und sie zu klären. Auch hinter Selbstsabotage steckt letztlich eine positive Absicht, die berücksichtigt werden will. So richtig Gasgeben können Sie nur dann, wenn Sie die zweifelnden, zögernden inneren Anteile mit ins Boot nehmen.

 

 

 

6. Und was machen wir jetzt mit dem Rest?

 

Was wollen wir am Ende des Jahres erzählen, was erlebt haben? Noch können wir es beeinflussen. Wie wird dieses Jahr zu einem Jahr, an das wir uns später gerne erinnern?

Wie wäre es das zweite Halbjahr zu nutzen und den guten Vorsätzen eine verdiente Chance geben? Das ist doch bestimmt besser, als bis zum 1. Januar zu warten, oder?

Anregungen

 

Hier ein paar Anregungen für eine konstruktive Gestaltung.

 

1. Was ist in diesem Jahr bisher gut gelaufen?

 

Wo wollen Sie anknüpfen? Was tut Ihnen gut? Überhaupt; feiern Sie die Erfolge, das Leben!

 

 

2. Was hat in diesem Jahr noch nicht so gut gelaufen?

 

Sind da noch Potenziale? Dann wissen Sie mit Blick auf diese Liste, wo noch etwas zu holen ist. Und wenn die Liste kurz ausfällt, dann lässt sich damit auch gut leben, oder?

 

 

3. Was können Sie ich aus den bisherigen Erfahrungen lernen?

 

Gibt es noch hilfreiche Einblicke, die Sie aus den Lektionen gewinnen können und was machen Sie damit?

Was hat Sie bisher gebremst und wie lässt sich das positiver gestalten?

 

Intelligenz ist die Fähigkeit aus Erfahrungen zu lernen.

 

 

4. Was wollen Sie beibehalten, was verändern, was beenden?

 

Der beste Plan lebt von guter Steuerung. Manchmal ist es auch besser einzelne Herausforderungen zu vertagen oder zu beenden und die Prioritäten zu berücksichtigen. Dann bekommen die wichtigsten Ziele mehr Aufmerksamkeiten.

 

 

5. Zukunftsgestaltung

 

Welche Berücksichtigung findet all das in Ihrer Planung für die Zukunft, Ihre Vision und Mission? Was wollen Sie damit erreichen und wie wird Ihr Leben sein, wenn Sie es erreicht haben. Denken Sie in erfüllenden Szenarien. Nutzen Sie entsprechende Techniken, wie Mentaltraining, um es möglichst intensiv zu erleben.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was machen wir jetzt mit dem Rest des Jahres?

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 1. Juli 2007
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:X

Persönliche Werte: Was wirklich zählt und Entscheidungen bestimmt

Werte: Was wirklich zählt und unsere Entscheidungen bestimmt

Welchen Wert haben Werte? Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge. (Arthur Schopenhauer)

Persönliche Werte und Entscheidungen

 

Welchen Wert haben Werte? „Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.“ Dieses Zitat von Arthur Schopenhauer lädt uns ein, über die oft verborgene Bedeutung von Werten nachzudenken. Warum erkennen wir den Wert von Dingen oder Überzeugungen oft erst, wenn sie bedroht oder verloren sind? Dieser Gedanke bildet den Ausgangspunkt für die Frage: Wie können wir unsere Werte bewusst wahrnehmen und ihnen in unserem Alltag die gebührende Bedeutung geben?

Persönliche Werte sind von hoher Bedeutung. Es sind grundlegende Überzeugungen und Einstellungen zum Leben. Wertvorstellungen liefern die Orientierung, bewusst und unbewusst. Sie bilden so die Basis für viele Entscheidungen und Handlungen.
Persönliche Werte: Die Basis für bewusste Entscheidungen

Sich selbst zu kennen lohnt. Wenn Ihre Werte für Sie klar sind, werden Sie bessere Entscheidungen leichter treffen.

Karsten Noack

Video

Werte: Was sie sind und warum sie wichtig für dein Leben sind

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Werte

 

An vielen Stellen wird von Werten gesprochen und es herrscht weitgehend Einigkeit, dass Werte wichtig sind. Es existieren auch zahlreiche Werte, für die sich die Mehrzahl der Menschen aussprechen. Haariger wird es, wenn es um die Bedeutung und die Priorisierung bei Werten geht. Dann werden, mit dem Hinweis, dass der Zweck die Mittel heilige, Werte verletzt, um anderen zu mehr Geltung zu verhelfen.

 

 

 

Definition

 

Was genau sind Wertvorstellungen beziehungsweise kurz Werte?

Die trockene Definition; Werte als Wertvorstellungen sind allgemein erstrebenswerte, moralisch oder ethisch als gut befundene spezifische Wesensmerkmale eines Menschen innerhalb einer Gruppe, die diese Werte teilt (Wertegemeinschaft).

Es gibt persönliche Werte (Freundlichkeit, Vertrauen etc.), geistige Werte (Intelligenz), religiöse Werte (Glaube), sittliche Werte (Benehmen) und materielle Werte (Geld, Macht, Besitz etc.). Aus Werten wie beispielsweise dem Wert der Achtung des Eigentums lassen sich soziale Normen als konkrete Vorschriften für das soziale Handeln ableiten, wie Gesetze, die Diebstahl verbieten. Werte sind ein zentraler Bestandteil vieler Verhaltensvorschriften, jedoch sind sie nicht selber Verhaltensvorschriften.

Werte sind das, was wir auf keinen Fall verlieren wollen, wofür es sich aus unserer Sicht zu kämpfen lohnt.

 

 

Beispiele

 

Beispiele für eher absolute Werte:

  • Gesundheit
  • Mut
  • Flexibilität

 

 

Beispiele für relative Werte:

  • Harmonie
  • Intuition
  • Intelligenz
  • Kreativität
  • Offenheit

 

 

 

„Wofür mache ich das?“

 

Persönliche Werte, in dem auf diesen Seiten verwendeten Sinn, sind grundlegende Überzeugungen und Einstellungen zum Leben. Sie liefern die Motivation für Entscheidungen und Handlungen. Es handelt sich bei den Werten um eine Ebene im Modell der Neurologischen Ebenen nach Robert Dilts.

 

 

 

Gültigkeit von Werten

 

Sind Werte eine subjektive Geschmacksache? Oder gelten sie objektiv? In der Praxis gibt es je nach Kontext Werte, über die mehr oder weniger Einigkeit herrscht. Sie werden innerhalb von Gruppen über die Sozialisation an nachfolgende Generationen weitergegeben. Im Laufe der Zeit unterliegen sie Veränderungen, weil auch die Welt sich verändert. Die Globalisierung hat beispielsweise einen großen Anteil daran, dass sich Werte verändern. Deswegen ist die Auseinandersetzung für sich selbst und in der jeweiligen Gemeinschaft so wichtig. Gemeinsame Werte bilden die Grundlage für ein konstruktives Zusammenleben.

Selbst als Errungenschaften gefeierte Werte, wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Geschlechtergleichheit, freie Lebensgestaltung etc. sind nur so lange gegeben, wie nicht andere Werte von der dominierenden Kultur als wichtiger angesehen werden. Viele Fortschritte werden in unserem Kulturkreis als selbstverständlich angesehen, obwohl viele andere Kulturen das anders sehen.

Liste mit Werten

  1. Abenteuer
  2. Abgeklärtheit
  3. Abwechslung
  4. Achtsamkeit
  5. Aggressivität
  6. Ahnung
  7. Akribie
  8. Aktivität
  9. Akzeptanz
  10. Albernheit
  11. Altruismus
  12. Anerkennung
  13. Angemessenheit
  14. Angepasstheit
  15. Anpassungsfähigkeit
  16. Anstand
  17. Antrieb
  18. Anwendbarkeit
  19. Anziehungskraft
  20. Aufgeschlossenheit
  21. Aufmerksamkeit
  22. Aufopferung
  23. Aufregung
  24. Aufrichtigkeit
  25. Ausbildung
  26. Ausdauer
  27. Ausdrucksfähigkeit
  28. Ausgeglichenheit
  29. Ausgelassenheit
  30. Authentizität
  31. Bedachtsamkeit
  32. Beflissenheit
  33. Befreiung
  34. Begierde
  35. Beharrlichkeit
  36. Beherrschung
  37. Beliebtheit
  38. Bereitschaft
  39. Bereitwilligkeit
  40. Berühmtheit
  41. Beschaulichkeit
  42. Bescheidenheit
  43. Beschränkung
  44. Besonnenheit
  45. Bestätigung
  46. Bewusstheit
  47. Bindung
  48. Bissigkeit
  49. Brauchbarkeit
  50. Brillanz
  51. Charme
  52. Coolness
  53. Dankbarkeit
  54. Demut
  55. Der Beste sein
  56. Dienst
  57. Direktheit
  58. Diskretion
  59. Disziplin
  60. Dominanz
  61. Dreistigkeit
  62. Durchsetzungsvermögen
  63. Dynamismus
  64. Echtheit
  65. Edelmut
  66. Effektivität
  67. Effizienz
  68. Ehre
  69. Ehrfurcht
  70. Ehrgeiz
  71. Ehrlichkeit
  72. Eifer
  73. Eigenständigkeit
  74. Einen Unterschied machen
  75. Einfachheit
  76. Einfallsreichtum
  77. Einfluss
  78. Einfühlungsvermögen
  79. Einheit
  80. Einsamkeit
  81. Einsicht
  82. Einsichtigkeit
  83. Einzigartigkeit
  84. Ekstase
  85. Eleganz
  86. Energie
  87. Entdeckung
  88. Enthusiasmus
  89. Entschlossenheit
  90. Entspannung
  91. Erfahrung
  92. Erfindungsgabe
  93. Erfolg
  94. Erhabenheit
  95. Erholung
  96. Erkenntnis
  97. Ermunterung
  98. Ernsthaftigkeit
  99. Errungenschaft
  100. Erwartung
  101. Expertise
  102. Extravaganz
  103. Extraversion
  104. Exzellenz
  105. Fairness
  106. Familie
  107. Faszination
  108. Finanzielle Unabhängigkeit
  109. Findigkeit
  110. Fitness
  111. Fleiß
  112. Flexibilität
  113. Flow
  114. Fokus
  115. Frechheit
  116. Freiheit
  117. Freizügigkeit
  118. Freude
  119. Freundlichkeit
  120. Frevelhaftigkeit
  121. Frieden
  122. Frohmut
  123. Frohsinn
  124. Frömmigkeit
  125. Führung
  126. Furchtlosigkeit
  127. Gastfreundschaft
  128. Geben
  129. Gehorsam
  130. Gelassenheit
  131. Genauigkeit
  132. Genügsamkeit
  133. Genuss
  134. Gerechtigkeit
  135. Gerissenheit
  136. Geschicklichkeit
  137. Geschwindigkeit
  138. Gemütlichkeit
  139. Geselligkeit
  140. Gewandtheit
  141. Gewinnen
  142. Gewissheit
  143. Glanz
  144. Glaube
  145. Glaubwürdigkeit
  146. Glück
  147. Glückseligkeit
  148. Gnade
  149. Großzügigkeit
  150. Gründlichkeit
  151. Güte
  152. Gutmütigkeit
  153. Harmonie
  154. Hartnäckigkeit
  155. Heiligkeit
  156. Heimlichkeit
  157. Heiterkeit
  158. Heldenmut
  159. Heldentum
  160. Herausforderung
  161. Herkunft
  162. Herz
  163. Herzlichkeit
  164. Hilfsbereitschaft
  165. Hingabe
  166. Hochgefühl
  167. Hoffnung
  168. Höflichkeit
  169. Humor
  170. Hygiene
  171. Inspiration
  172. Integrität
  173. Intelligenz
  174. Intensität
  175. Intimität
  176. Introversion
  177. Intuition
  178. Investierung
  179. Jugendlichkeit
  180. Kameradschaft
  181. Klarheit
  182. Klugheit
  183. Komfort
  184. Kongruenz
  185. Können
  186. Kontinuität
  187. Kontrolle
  188. Konzentration
  189. Kooperation
  190. Korrektheit
  191. Kreativität
  192. Kühnheit
  193. Langlebigkeit
  194. Lebendigkeit
  195. Lebenskraft
  196. Lebhaftigkeit
  197. Leidenschaft
  198. Leistung
  199. Leitung
  200. Lernen
  201. Liebe
  202. Logik
  203. Loyalität
  204. Macht
  205. Mäßigung
  206. Milde
  207. Mitarbeiterführung
  208. Mitbenutzung
  209. Mitgefühl
  210. Mitwirkung
  211. Mode
  212. Motivation
  213. Mumm
  214. Mündigkeit
  215. Mut
  216. Nächstenliebe
  217. Nähe
  218. Natürlichkeit
  219. Nerv
  220. Neugier
  221. Nützlichkeit
  222. Offenheit
  223. Optimismus
  224. Ordnung
  225. Ordnungsliebe
  226. Organisation
  227. Originalität
  228. Perfektion
  229. Pflicht
  230. Phantasie
  231. Philanthropie
  232. Pietät
  233. Potenz
  234. Pragmatismus
  235. Präsenz
  236. Präzision
  237. Privatsphäre
  238. Proaktiv sein
  239. Professionalität
  240. Pünktlichkeit
  241. Raffinesse
  242. Rätselhaftigkeit
  243. Realismus
  244. Reflektion
  245. Reichhaltigkeit
  246. Reichtum
  247. Reife
  248. Reinheit
  249. Reinlichkeit
  250. Religiösität
  251. Respekt
  252. Revolution
  253. Ruhe
  254. Ruhm
  255. Sauberkeit
  256. Scharfsinn
  257. Schlauheit
  258. Schönheit
  259. Seele
  260. Selbstbeherrschung
  261. Selbstlosigkeit
  262. Selbstvertrauen
  263. Seltsamkeit
  264. Sensitivität
  265. Sexualität
  266. sicheres Auftreten
  267. Sicherheit
  268. Sieg
  269. Signifikanz
  270. Sinnlichkeit
  271. Sittsamkeit
  272. Solidarität
  273. Sorgfalt
  274. Spannung
  275. Sparsamkeit
  276. Spaß
  277. Spiritualität
  278. Spontanität
  279. Sprachkompetenz
  280. Stabilität
  281. Stärke
  282. Stille
  283. Strebsamkeit
  284. Strenge
  285. Struktur
  286. Sympathie
  287. Synergie
  288. Tapferkeit
  289. Teamwork
  290. Tiefe
  291. Traditionalismus
  292. Transzendenz
  293. Träumen
  294. Treue
  295. Tugend
  296. Überfluss
  297. Überlegenheit
  298. Überraschung
  299. Überzeugung
  300. Umgänglichkeit
  301. Unabhängigkeit
  302. Uneigennützigkeit
  303. Unerschrockenheit
  304. Unerschütterlichkeit
  305. Unterhaltung
  306. Unterstützung
  307. Unversehrtheit
  308. Unvoreingenommenheit
  309. Urteilsfähigkeit
  310. Verantwortung
  311. Verbindung
  312. Verbissenheit
  313. Verehrung
  314. Vergnügen
  315. Vermögen
  316. Vernunft
  317. Versicherung
  318. Verspieltheit
  319. Verständnis
  320. Vertrauen
  321. Vertrauenswürdigkeit
  322. Verwegenheit
  323. Vielfalt
  324. Vision
  325. Vitalität
  326. Vollendung
  327. Vorfreude
  328. Vorsatz
  329. Wachsamkeit
  330. Wachstum
  331. Wahrheit
  332. Wahrnehmungsvermögen
  333. Wärme
  334. Weisheit
  335. Widerstandsfähigkeit
  336. Wildheit
  337. Wirtschaft
  338. Wissen
  339. Wissensdurst
  340. Witzigkeit
  341. Wohlgefallen
  342. Wohlstand
  343. Wortgewandtheit
  344. Wunder
  345. Würde
  346. Zeitlosigkeit
  347. Zufriedenheit
  348. Zugänglichkeit
  349. Zugehörigkeit
  350. Zuneigung
  351. Zuverlässigkeit
  352. Zuversicht
  353. Zweckmäßigkeit

Wozu soll das gut sein?

 

Diese Liste mit Werten dient als Orientierungshilfe. Sie ist lang, enthält einige Synonyme und ist dennoch nicht vollständig. Sie kennen weitere Werte? Dann können Sie dazu das Kommentarfeld nutzen und ich werde sie aufnehmen.

Diese Liste mit Werten hilft Ihnen beispielsweise dabei, einen klareren Blick dafür zu bekommen, was Ihnen persönlich wichtig ist. Sie könnten diese Seite ausdrucken, die Werte markieren, die sich am besten für Sie anfühlen und diese nach Wichtigkeit sortieren. Während Sie die Liste durchgehen, kann es gut sein, dass einige Werte wenig oder gar keine Bedeutung für Sie und manche vielleicht sogar negativ betrachtet werden. Schauen Sie genauer hin und fischen Sie die Werte heraus, die Sie magisch anziehen. Dann kennen Sie Ihre Prioritäten.

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Welche Beachtung schenkst du Werten? Welche Werte bleiben, wenn der Zeitgeist sich verändert?

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Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2012
Überarbeitung: 23. Juni 2019
Englische Version: https://www.karstennoack.com/using-values-as-the-driving-force-for-decision-making/
AN: #654240
K:
Ü:

Routinen und Glaubenssätze hinterfragen: Mehr Wahlfreiheit im Denken und Handeln | Karsten Noack

Routinen und Glaubenssätze hinterfragen: Was trägt noch – und was begrenzt dich längst?

Mehr Wahlfreiheit im Denken und Handeln
Mutig auch heilige Kühe genauer betrachten: Glaubenssätze

Routinen und Glaubenssätze hinterfragen: Was trägt noch – und was begrenzt dich längst?

 

Manche Dinge tun wir, weil sie sich bewährt haben.

Andere, weil wir sie schon immer so gemacht haben.

Und manchmal kennen wir den Unterschied selbst kaum noch.

Das gilt für Routinen.

Und ebenso für Überzeugungen.

Sie können Orientierung geben.

Entscheidungen erleichtern.

den Alltag vereinfachen.

Doch was einmal hilfreich war, muss nicht für immer passend bleiben.

Eine gute Routine spart Entscheidungen. Eine ungünstige Routine verhindert sie.

 

 

 

Routinen sind zunächst etwas Nützliches

 

Ohne Routinen wäre der Alltag anstrengend.

Wir müssten ständig neu entscheiden:

Wann stehe ich auf?

Wie beginne ich meinen Arbeitstag?

Wann beantworte ich E-Mails?

Wie bereite ich ein Meeting vor?

Routinen reduzieren Entscheidungsaufwand.

Genau darin liegt ihr Wert.

 

 

 

Automatisierung entlastet

 

Wenn bestimmte Abläufe vertraut sind, brauchst du weniger bewusste Aufmerksamkeit.

Das schafft Raum für andere Aufgaben.

Deshalb sind Routinen nicht der Feind von Freiheit.

Sie können Freiheit ermöglichen.

 

 

 

Wann wird eine Routine zum Problem?

 

Dann, wenn sie weiterläuft, obwohl ihr ursprünglicher Zweck verschwunden ist.

Zum Beispiel:

Ein wöchentliches Meeting existiert seit acht Jahren.

Niemand weiß mehr genau, wozu.

Es findet trotzdem statt.

Jeden Dienstag.

Das ist Routine ohne Prüfung.

 

 

 

„Das haben wir immer so gemacht“ ist noch kein Argument

 

Vielleicht gab es gute Gründe.

Vielleicht gelten sie noch.

Vielleicht auch nicht.

Die hilfreiche Frage lautet:

Welches Problem löst diese Routine heute?

Wenn darauf niemand eine gute Antwort hat, lohnt sich ein genauerer Blick.

 

 

 

Routinen können unsichtbar werden

 

Gerade weil sie vertraut sind.

Du bemerkst nicht mehr:

warum du etwas tust.

nur, dass du es tust.

Deshalb ist gelegentliche Reflexion wertvoll.

 

 

 

Eine Routine braucht keinen dauernden Zweifel

 

Das Gegenteil wäre ebenso unpraktisch.

Wenn du jeden Morgen neu prüfst, ob Zähneputzen wirklich sinnvoll ist, verlierst du genau den Vorteil der Routine.

Es geht nicht darum, alles ständig infrage zu stellen.

Es geht darum, gelegentlich bewusst zu prüfen:

Erfüllt dieser Ablauf noch seinen Zweck?

 

 

 

Routinen und Flexibilität

 

Eine gute Routine ist stabil genug, um zu tragen.

Und flexibel genug, um angepasst zu werden.

Zum Beispiel:

Du planst konzentrierte Arbeit grundsätzlich am Vormittag.

Das ist deine Routine.

Ein wichtiger Kundentermin verändert an einem Tag den Ablauf.

Kein Problem.

 

 

 

Die Routine dient dir – nicht du der Routine

 

Dieser Satz ist für mich entscheidend.

Wenn das Einhalten einer Routine wichtiger wird als ihr Zweck, hat sich etwas verschoben.

 

 

 

Was sind Glaubenssätze?

 

Der Begriff „Glaubenssatz“ wird im Coaching häufig für relativ stabile Annahmen über:

  • uns selbst
  • andere Menschen
  • Beziehungen
  • Arbeit
  • Erfolg
  • die Welt

verwendet.

Zum Beispiel:

„Ich muss alles selbst machen.“

„Wenn ich Nein sage, enttäusche ich andere.“

„Gute Führungskräfte müssen immer sicher wirken.“

„Ich bin schlecht in Konflikten.“

 

 

 

Ich verwende den Begriff pragmatisch

 

„Glaubenssatz“ ist kein eindeutig abgegrenzter wissenschaftlicher Fachbegriff.

Je nach psychologischem Ansatz werden ähnliche Phänomene beispielsweise als:

Überzeugungen.

Annahmen.

Schemata.

Grundannahmen.

innere Regeln.

beschrieben.

Entscheidend ist für die praktische Arbeit weniger das Etikett.

Interessanter ist:

Welche Annahme beeinflusst gerade dein Verhalten?

 

 

 

Überzeugungen sind keine objektiven Tatsachen

 

Das klingt selbstverständlich.

Ist es im Alltag oft nicht.

Der Satz:

„So bin ich eben.“

kann sich wie eine Tatsache anfühlen.

Vielleicht beschreibt er allerdings nur:

eine häufige Erfahrung.

ein gelerntes Muster.

eine bisherige Interpretation.

 

 

 

Eine Überzeugung kann einmal sinnvoll gewesen sein

 

Zum Beispiel:

„Ich muss mich auf mich selbst verlassen.“

Vielleicht war diese Haltung in einer früheren Situation sehr hilfreich.

Später kann sie dazu führen, dass du:

kaum delegierst.

Unterstützung ablehnst.

Verantwortung an dich ziehst.

Dann ist nicht entscheidend, ob die Überzeugung „gut“ oder „schlecht“ ist.

Entscheidend ist:

Wie wirkt sie heute?

 

 

 

Glaubenssätze sind selten einfach positiv oder negativ

 

Das finde ich wichtig.

Zum Beispiel:

„Ich möchte zuverlässig sein.“

Das kann sehr hilfreich sein.

Wenn daraus wird:

„Ich darf niemals jemanden enttäuschen.“

kann dieselbe Grundidee anfangen, Handlungsspielraum zu begrenzen.

 

 

 

Kontext entscheidet mit

 

Eine Überzeugung kann in einer Situation hilfreich und in einer anderen hinderlich sein.

Deshalb suche ich weniger nach:

„negativen Glaubenssätzen“

und stärker nach:

zu starren Regeln.

 

 

 

Innere Regeln erkennen

 

Sie verstecken sich häufig in Sätzen mit:

immer.

nie.

muss.

darf nicht.

so bin ich.

das geht bei mir nicht.

Solche Wörter beweisen noch nichts.

Sie können jedoch Hinweise geben.

 

 

 

Beispiel: „Ich muss immer vorbereitet sein“

 

Das kann eine hervorragende Arbeitsregel sein.

Vor einem wichtigen Vortrag:

sehr sinnvoll.

In jedem spontanen Gespräch:

möglicherweise einschränkend.

Dann könnte eine flexiblere Regel lauten:

„Bei wichtigen Situationen bereite ich mich sorgfältig vor. Und ich kann auch mit Unvorhergesehenem umgehen.“

 

 

 

Es geht nicht darum, aus jedem Satz eine Affirmation zu machen

 

Wenn du glaubst:

„Ich kann keine Präsentationen halten.“

hilft vielleicht wenig:

„Ich bin der beste Redner der Welt.“

Wenn du das selbst nicht glaubst, erzeugt der Satz kaum neue Realität.

 

 

 

Realistische Alternativen tragen weiter

 

Zum Beispiel:

„Präsentationen fallen mir derzeit schwer. Ich kann lernen, damit sicherer umzugehen.“

Das ist weniger spektakulär.

Und häufig belastbarer.

 

 

 

Überzeugungen prüfen statt bekämpfen

 

Manchmal wird im Coaching von „Glaubenssätzen auflösen“ gesprochen.

Das klingt, als müsste etwas innerlich entfernt werden.

Ich finde eine andere Perspektive oft hilfreicher:

Überzeugungen prüfen, differenzieren und erweitern.

 

 

 

Eine gute Prüffrage

Unter welchen Bedingungen stimmt dieser Satz?

Das Wort „immer“ verliert dabei häufig schnell seine Überzeugungskraft.

 

 

 

Weitere Fragen

 

Woher weiß ich das?

Welche Erfahrungen sprechen dafür?

Welche Erfahrungen passen nicht dazu?

Was würde ich einem anderen Menschen in derselben Situation sagen?

Jetzt beginnt Differenzierung.

 

 

 

Beweise und Gegenbeispiele

 

Angenommen, du glaubst:

„Ich bin schlecht darin, Grenzen zu setzen.“

Frage:

Gab es Situationen, in denen du eine Grenze gesetzt hast?

Vielleicht:

im Beruf.

bei einem Vertrag.

gegenüber einem Dienstleister.

Dann lautet die Realität möglicherweise:

Ich kann Grenzen setzen. In bestimmten Beziehungen fällt es mir deutlich schwerer.

Das ist genauer.

Und eröffnet Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

Präzision schafft Spielraum

 

Aus:

„Ich kann keine Konflikte.“

wird vielleicht:

„Wenn mir die Beziehung besonders wichtig ist, vermeide ich Konflikte länger, als mir guttut.“

Jetzt kannst du an einem konkreten Muster arbeiten.

 

 

 

Selbstbild und Identität

 

Besonders stark wirken Überzeugungen, wenn sie als Identität formuliert werden.

Zum Beispiel:

„Ich bin introvertiert, deshalb kann ich keine Führungskraft sein.“

Hier werden zwei Dinge verbunden:

eine Eigenschaft.

eine Schlussfolgerung.

Die Eigenschaft mag stimmen.

Die Schlussfolgerung muss es nicht.

 

 

 

Trenne Beobachtung und Bedeutung

 

Das ist eine sehr hilfreiche Denkbewegung.

Was beobachte ich?

und:

Was schließe ich daraus?

Oft versteckt sich der begrenzende Teil erst in der Schlussfolgerung.

 

 

 

Überzeugungen beeinflussen Wahrnehmung

 

Wenn du glaubst:

„Niemand nimmt mich ernst.“

wirst du Situationen, die dazu passen, wahrscheinlich besonders aufmerksam registrieren.

Neutrale oder gegenteilige Erfahrungen können leichter übersehen werden.

 

 

 

Das bedeutet nicht, dass du dir alles einbildest

 

Vielleicht wirst du tatsächlich häufig übergangen.

Gerade deshalb ist die Unterscheidung wichtig:

Was geschieht beobachtbar?

Welche Bedeutung gebe ich dem?

Nur dann kannst du angemessen reagieren.

 

 

 

Bestätigungsfehler

 

Menschen suchen und bewerten Informationen häufig so, dass bestehende Überzeugungen bestätigt werden.

Das macht Überzeugungen stabil.

Auch dann, wenn es längst Gegenbeispiele gibt.

 

 

 

Neue Erfahrungen können Überzeugungen verändern

 

Du kannst lange darüber nachdenken:

„Vielleicht kann ich doch Nein sagen.“

Eine tatsächliche Erfahrung kann stärker sein.

Du sagst Nein.

Die Beziehung überlebt.

Vielleicht ist die andere Person enttäuscht.

Und du stellst fest:

Ich kann Enttäuschung aushalten.

Das verändert den Erfahrungsbestand.

 

 

 

Veränderung braucht manchmal Verhalten

 

Nicht jede Überzeugung lässt sich ausschließlich am Schreibtisch überprüfen.

Manche brauchen kleine Experimente.

Zum Beispiel:

eine andere Reaktion.

eine klare Frage.

eine Grenze.

eine kleine sichtbare Positionierung.

Dann entsteht neue Information.

 

 

 

Kleine Experimente statt großer Beweise

 

Du musst nicht sofort das Gegenteil deiner bisherigen Gewohnheit tun.

Wenn du ungern delegierst, musst du nicht morgen sämtliche Verantwortung abgeben.

Delegiere eine begrenzte Aufgabe mit klarem Entscheidungsrahmen.

Beobachte, was passiert.

 

 

 

Das Experiment braucht ein Ergebnis, das wirklich etwas zeigt

 

Wenn du einer Person eine unwichtige Aufgabe gibst und anschließend alles kontrollierst, hast du kaum getestet, ob Delegation funktionieren kann.

Ein gutes Experiment muss der Überzeugung eine faire Prüfung ermöglichen.

 

 

 

Routinen können Überzeugungen stabilisieren

 

Diese Verbindung ist besonders interessant.

Du glaubst:

„Ohne mich geht hier alles schief.“

Deshalb kontrollierst du jede Aufgabe.

Dadurch lernen andere:

Entscheidungen besser bei dir abzusichern.

Dann denkst du:

„Siehst du? Ohne mich entscheiden sie nichts.“

Die Überzeugung erzeugt eine Routine.

Die Routine produziert Erfahrungen, die die Überzeugung scheinbar bestätigen.

 

 

 

Selbstverstärkende Muster

 

Genau deshalb lohnt es sich, Denken und Verhalten gemeinsam zu betrachten.

Die Frage ist nicht nur:

Was glaube ich?

Sondern auch:

Was tue ich aufgrund dieser Überzeugung – und welche Reaktionen erzeuge ich dadurch?

 

 

 

Beispiel Führung

 

Eine Führungskraft glaubt:

„Mitarbeitende brauchen klare Kontrolle.“

Sie entscheidet deshalb nahezu alles selbst.

Das Team wird vorsichtiger und passiver.

Die Führungskraft interpretiert das als:

„Genau deshalb muss ich kontrollieren.“

Der Kreis schließt sich.

 

 

 

Routinen in Organisationen

 

Nicht nur Einzelpersonen besitzen Routinen und Überzeugungen.

Auch Teams und Unternehmen entwickeln sie.

Zum Beispiel:

„Bei uns muss jede Entscheidung über drei Ebenen.“

„Kunden wollen das so.“

„Diese Abteilung funktioniert eben nicht anders.“

„Das lässt Legal niemals zu.“

Vielleicht stimmt das.

Vielleicht stammt die Regel aus einer längst vergangenen Situation.

 

 

 

Organisatorische Glaubenssätze

 

Solche Sätze können zu kulturellen Selbstverständlichkeiten werden.

Sie stehen in keinem Handbuch.

Und wirken trotzdem.

Deshalb lohnt sich bei Veränderungsprojekten nicht nur die Frage:

„Welche Prozesse ändern wir?“

Sondern auch:

„Welche Annahmen halten die bisherigen Prozesse aufrecht?“

 

 

 

Heilige Kühe

 

Der Ausdruck wird häufig für Dinge verwendet, die kaum noch hinterfragt werden dürfen.

Zum Beispiel:

eine Tradition.

ein Produkt.

eine Organisationsstruktur.

eine Person.

eine Vorgehensweise.

Das Bild ist zugespitzt.

Die zugrunde liegende Frage ist sinnvoll:

Welche Annahme behandeln wir so, als dürfte sie nicht geprüft werden?

 

 

 

Heilige Kühe nicht aus Prinzip schlachten

 

Auch das ist wichtig.

Nur weil etwas alt ist, ist es nicht schlecht.

Nur weil etwas Tradition ist, ist es nicht überholt.

Manche Routinen haben über Jahrzehnte funktioniert, weil sie tatsächlich sinnvoll sind.

Die Aufgabe lautet nicht:

„Alles Alte weg.“

Sondern:

„Was trägt – und warum?“

 

 

 

Veränderung um der Veränderung willen hilft wenig

 

Organisationen kennen auch die gegenteilige Krankheit.

Jede neue Führungskraft möchte:

Strukturen verändern.

Prozesse umbauen.

Begriffe austauschen.

Manchmal wäre die klügere Entscheidung:

Das funktioniert. Wir lassen es so.

 

 

 

Routinen prüfen

 

Eine einfache Methode:

1. Was tun wir regelmäßig?

Routine sichtbar machen.

2. Welchen Zweck hatte sie ursprünglich?

Entstehungsgrund verstehen.

3. Gilt dieser Grund noch?

Aktualität prüfen.

4. Was kostet die Routine heute?

Zeit, Geld, Aufmerksamkeit, Flexibilität?

5. Was würde passieren, wenn wir sie vier Wochen aussetzen?

Experiment ermöglichen.

 

 

 

Überzeugungen prüfen

 

Ähnlich kannst du mit inneren Regeln arbeiten.

1. Wie lautet der Satz?

Möglichst konkret.

2. Was spricht dafür?

Nicht vorschnell wegdiskutieren.

3. Was spricht dagegen?

Gegenbeispiele suchen.

4. In welchen Situationen stimmt er?

Kontext präzisieren.

5. Welche Handlung folgt daraus?

Verhalten erkennen.

6. Welche Alternative wäre realistischer und flexibler?

Spielraum erweitern.

 

 

 

Beispiel

 

Aus:

„Ich darf niemals Schwäche zeigen.“

wird vielleicht:

„In verantwortungsvollen Situationen möchte ich Orientierung geben. Gleichzeitig darf ich offen sagen, wenn mir Informationen fehlen oder mich etwas belastet.“

Das ist keine positive Selbstsuggestion.

Es ist eine differenziertere Regel.

 

 

 

Glaubenssätze und Entscheidungen

 

Überzeugungen beeinflussen, welche Optionen wir überhaupt sehen.

Wenn du glaubst:

„In meinem Alter wechselt niemand mehr den Beruf.“

dann taucht ein Berufswechsel möglicherweise gar nicht erst als echte Option auf.

Die Entscheidung wird getroffen, bevor du bewusst darüber nachdenkst.

 

 

 

Deshalb lohnt sich bei festgefahrenen Entscheidungen eine Zusatzfrage

 

Welche Annahme begrenzt gerade die möglichen Antworten?

Vielleicht lautet sie:

Das darf ich nicht.

Das geht nicht.

Dafür bin ich zu alt.

Dafür bin ich zu jung.

Das enttäuscht andere.

Das würde niemand verstehen.

 

 

 

Eine Annahme ist noch keine Tatsache

 

Prüfe:

Was weiß ich?

Was vermute ich?

Was befürchte ich?

Was interpretiere ich?

Diese Trennung verbessert Entscheidungen.

 

 

 

Glaubenssätze und Selbstwert

 

Besonders belastend können globale Aussagen über die eigene Person sein.

Zum Beispiel:

„Ich bin nicht gut genug.“

„Mit mir stimmt etwas nicht.“

„Ich bekomme das nie hin.“

Solche Sätze sind sehr umfassend.

Und gerade deshalb schwer sinnvoll zu prüfen.

 

 

 

Globales Urteil in konkrete Beobachtung übersetzen

 

Statt:

„Ich bin nicht gut genug.“

frage:

Wofür genau?

Nach welchem Maßstab?

In welcher Situation?

Aus einem globalen Urteil wird ein konkretes Thema.

 

 

 

Das verändert den Handlungsspielraum

 

Vielleicht lautet das eigentliche Thema:

„Bei Präsentationen vor der Geschäftsführung verliere ich unter kritischen Fragen schnell meinen roten Faden.“

Damit lässt sich arbeiten.

Mit:

„Ich bin nicht gut genug.“

kaum.

 

 

 

Wann tiefere Arbeit sinnvoll sein kann

 

Manche Überzeugungen sind stark mit belastenden Erfahrungen verbunden.

Dann genügt eine rationale Gegenfrage möglicherweise nicht.

Besonders wenn ein Thema:

  • starke Angst auslöst
  • mit traumatischen Erfahrungen verbunden ist
  • den Alltag erheblich einschränkt
  • immer wieder intensive emotionale Reaktionen auslöst

kann psychotherapeutische Unterstützung angemessener sein als Coaching.

 

 

 

Coaching und Therapie unterscheiden

 

Im Coaching kann es beispielsweise um:

berufliche Entscheidungen.

Selbstführung.

Rollen.

Kommunikationsmuster.

Gewohnheiten.

gehen.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden gehört die Arbeit in einen therapeutischen Rahmen.

 

 

 

Es gibt keine Technik, die jeden Glaubenssatz einfach „löscht“

 

Das würde ich sehr deutlich sagen.

Menschen verändern Überzeugungen auf unterschiedliche Weise.

Zum Beispiel durch:

  • neue Informationen
  • Reflexion
  • neue Erfahrungen
  • verändertes Verhalten
  • Feedback
  • therapeutische Arbeit

Welche Ebene sinnvoll ist, hängt vom Thema ab.

 

 

 

Neue Erfahrungen brauchen Wiederholung

 

Eine einzelne gute Erfahrung kann wichtig sein.

Und trotzdem kehrt ein altes Muster zurück.

Das ist kein Beweis, dass Veränderung unmöglich ist.

Neue Erfahrungen brauchen häufig mehrere Wiederholungen, bis sie im Alltag verlässlich verfügbar werden.

 

 

 

Rückfall oder Information?

 

Du reagierst einmal wieder nach dem alten Muster.

Dann könntest du denken:

„Siehst du, ich habe mich überhaupt nicht verändert.“

Oder:

„Unter welchen Bedingungen wurde das alte Muster wieder wahrscheinlicher?“

Das liefert mehr Information.

 

 

 

Veränderung ist selten linear

 

Menschen entwickeln sich nicht wie Softwareupdates.

Alte Reaktionen können unter:

Stress.

Müdigkeit.

Zeitdruck.

bestimmten Beziehungen.

wieder auftauchen.

Entscheidend ist, ob dein Repertoire insgesamt größer wird.

 

 

 

Das Ziel ist Wahlfreiheit

 

Nicht:

nie mehr alte Gedanken.

nie mehr alte Routinen.

immer die perfekte Reaktion.

Sondern:

mehr Möglichkeiten zwischen Reiz und Reaktion.

 

 

 

Selbstführung und innere Regeln

 

Selbstführung braucht Regeln.

Zum Beispiel:

„Wichtige Entscheidungen treffe ich nicht aus akutem Ärger.“

Das kann eine sehr hilfreiche persönliche Regel sein.

Doch auch Regeln sollten ihrem Zweck dienen.

 

 

 

Die Frage lautet nicht: Habe ich Regeln?

 

Sondern:

Helfen mir meine Regeln dabei, so zu handeln, wie ich handeln möchte?

 

 

 

Routinen und Kreativität

 

Routinen werden gelegentlich als Gegenteil von Kreativität dargestellt.

Das ist zu einfach.

Eine feste Schreibzeit kann kreative Arbeit erleichtern.

Ein immer gleicher Denkweg kann sie einschränken.

 

 

 

Struktur und Variation gehören zusammen

 

Du kannst:

eine stabile Arbeitsroutine besitzen.

und regelmäßig neue Perspektiven suchen.

Beides widerspricht sich nicht.

 

 

 

Perspektivwechsel bewusst einbauen

 

Zum Beispiel:

einen anderen Ort nutzen.

mit einer anderen Person sprechen.

die Gegenposition formulieren.

die Fragestellung verändern.

So bleibt eine Routine tragfähig, ohne dein Denken zu verengen.

 

 

 

Überzeugungen in Führung

 

Führungskräfte besitzen oft starke innere Regeln.

Zum Beispiel:

„Ich muss Stärke zeigen.“

„Konflikte sollte ich schnell lösen.“

„Eine gute Führungskraft ist immer erreichbar.“

„Wenn ich delegiere, verliere ich Kontrolle.“

Solche Sätze beeinflussen Verhalten.

 

 

 

Eine hilfreiche Führungsfrage

 

Welche meiner Führungsregeln habe ich bewusst gewählt – und welche habe ich einfach übernommen?

Vielleicht aus:

früheren Unternehmen.

der eigenen Familie.

früheren Vorgesetzten.

einem bestimmten Führungsideal.

 

 

 

Executive Presence und Glaubenssätze

 

Auch Wirkung kann durch innere Regeln eingeschränkt werden.

Zum Beispiel:

„Ich muss sofort antworten, sonst wirke ich unsicher.“

Dann wird jede Pause bedrohlich.

Eine flexiblere Annahme wäre:

„Bei wichtigen Fragen darf ich kurz denken, bevor ich antworte.“

Dasselbe Gespräch fühlt sich anders an.

 

 

 

Organisationen brauchen Widerspruch

 

Wenn eine Annahme lange genug geteilt wird, wirkt sie irgendwann wie Realität.

Deshalb brauchen Teams Menschen, die gelegentlich fragen:

Warum genau machen wir das so?

Das ist nicht automatisch Widerstand.

Es kann Qualitätskontrolle sein.

 

 

 

Gleichzeitig braucht Veränderung Respekt für Bestehendes

 

Wer neu in eine Organisation kommt und sofort jede Routine für unsinnig erklärt, übersieht möglicherweise:

Geschichte.

Erfahrungen.

Abhängigkeiten.

Darum:

erst verstehen, dann verändern.

 

 

 

Zehn Fragen für einen persönlichen Realitätscheck

 

1. Welche Routine läuft bei mir auf Autopilot?

Ohne bewusste Entscheidung.

2. Welchen Zweck erfüllt sie heute?

Nicht nur früher.

3. Was würde passieren, wenn ich sie verändere?

Konsequenzen prüfen.

4. Welche innere Regel beeinflusst mich besonders?

Möglichst als Satz formulieren.

5. Woher kenne ich diese Regel?

Herkunft kann helfen, muss aber nicht immer geklärt werden.

6. Wann stimmt sie?

Kontext erkennen.

7. Wann stimmt sie nicht?

Gegenbeispiele suchen.

8. Was tue ich aufgrund dieser Überzeugung?

Verhalten sichtbar machen.

9. Welche realistischere Alternative würde mehr Wahlfreiheit schaffen?

Keine Schönfärberei.

10. Welche kleine Erfahrung könnte ich sammeln?

Eine neue Reaktion testen.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was ist eine Routine?

Eine Routine ist ein wiederkehrender Ablauf, der mit wenig bewusster Entscheidung durchgeführt werden kann. Routinen können den Alltag strukturieren und Aufmerksamkeit sparen.

Sind Routinen schlecht?

Nein. Viele Routinen sind ausgesprochen hilfreich. Problematisch werden sie eher dann, wenn sie weiterlaufen, obwohl ihr ursprünglicher Zweck nicht mehr besteht oder sie unnötig Handlungsspielraum begrenzen.

Was ist ein Glaubenssatz?

Im Coaching wird der Begriff meist für relativ stabile Annahmen über die eigene Person, andere Menschen oder die Welt verwendet. Wissenschaftlich ist der Begriff nicht einheitlich definiert.

Kann ich Glaubenssätze verändern?

Ja, Überzeugungen können sich verändern. Das kann durch neue Informationen, Reflexion, Erfahrungen, anderes Verhalten oder je nach Thema auch therapeutische Arbeit geschehen.

Muss ich die Ursache eines Glaubenssatzes kennen?

Nicht immer. Die Herkunft kann hilfreich sein, besonders bei wiederkehrenden Mustern. Häufig kannst du jedoch bereits viel gewinnen, wenn du erkennst, wie eine Annahme heute wirkt und welche Alternative du ausprobieren möchtest.

Was ist eine „heilige Kuh“?

Übertragen bezeichnet der Ausdruck etwas, das kaum hinterfragt werden darf, beispielsweise eine etablierte Regel, Tradition oder Überzeugung. Das Bild sollte allerdings nicht dazu verleiten, alles Bestehende automatisch abzuwerten.

Wie erkenne ich einen hinderlichen Glaubenssatz?

Ein Hinweis kann sein, dass eine sehr allgemeine innere Regel deinen Handlungsspielraum regelmäßig einschränkt, obwohl es Gegenbeispiele oder sinnvollere Alternativen gibt.

Sollte ich negative Glaubenssätze durch positive ersetzen?

Ich halte realistische und flexible Formulierungen häufig für hilfreicher als möglichst positive Gegensätze. Eine neue Überzeugung sollte zu Erfahrungen passen und im Alltag tragfähig sein.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Wir brauchen Routinen.

Wir brauchen Annahmen.

Ohne sie müsste jeder Tag bei null beginnen.

Das Problem entsteht nicht dadurch, dass wir innere Regeln besitzen.

Es entsteht dort, wo wir vergessen, dass Regeln überprüfbar sind.

Reife Selbstführung bedeutet nicht, ohne Routinen und Überzeugungen zu leben. Sie bedeutet, regelmäßig zu prüfen, ob sie dir noch dienen – oder ob du inzwischen ihnen dienst.

 

 

 

Wenn eine alte Regel deinen Handlungsspielraum begrenzt

 

Manchmal erkennst du ein Muster und kommst trotzdem allein nicht weiter.

Vielleicht betrifft es:

  • eine wichtige Entscheidung
  • Grenzen
  • eine berufliche Rolle
  • Delegation
  • Konflikte
  • Selbstführung

Im persönlichen 1:1 können wir untersuchen, welche Annahmen und Routinen die Situation prägen und welche anderen Handlungsmöglichkeiten tatsächlich tragfähig sind.

Dabei geht es nicht darum, dir „positive Glaubenssätze“ einzureden.

Es geht um mehr Klarheit, realistische Alternativen und einen größeren Handlungsspielraum.

Online oder persönlich in Berlin.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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  • worum es geht
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  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

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P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Coaching zu Glaubenssätzen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. August 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Provokation & Tabubruch: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne Vertrauen zu verlieren

Tabubruch und Provokation: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne die Botschaft zu beschädigen

Provokation & Tabubruch: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne Vertrauen zu verlieren

Tabubruch und Provokation: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne die Botschaft zu beschädigen

 

Provokation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Das ist ihre Stärke.

Und manchmal ihr größtes Problem.

Denn Aufmerksamkeit allein beantwortet noch keine dieser Fragen:

  • Wird die Botschaft verstanden?
  • Bleibt der richtige Gedanke hängen?
  • Wächst Glaubwürdigkeit?
  • Entsteht konstruktive Auseinandersetzung?
  • Oder erinnert sich das Publikum am Ende nur an den Tabubruch?

Genau deshalb ist Provokation rhetorisch interessant.

Sie kann eine Botschaft verstärken.

Sie kann sie ebenso überdecken.

 
 
 

Was ist ein Tabubruch?

 

Ein Tabu bezeichnet eine soziale Grenze.

Bestimmte Themen, Wörter oder Verhaltensweisen gelten in einem konkreten kulturellen oder sozialen Kontext als:

  • unangemessen
  • anstößig
  • beschämend
  • respektlos
  • oder nicht öffentlich besprechbar

Ein Tabubruch überschreitet eine solche Grenze.

Das kann bewusst geschehen.

Oder unbeabsichtigt.

 
 
 

Tabus verändern sich

 

Was in einer Generation kaum öffentlich ausgesprochen wurde, kann später selbstverständlich diskutiert werden.

Umgekehrt entstehen neue gesellschaftliche Sensibilitäten und Grenzen.

Tabus sind deshalb nicht statisch.

Sie hängen unter anderem ab von:

  • Zeit
  • Kultur
  • Milieu
  • Situation
  • Publikum

Das macht den gezielten Tabubruch anspruchsvoll.

Was für eine Gruppe mutig wirkt, kann für eine andere banal oder respektlos sein.

 
 
 

Was ist Provokation?

 

Provokation ist breiter als Tabubruch.

Du kannst provozieren, ohne ein gesellschaftliches Tabu zu verletzen.

Zum Beispiel durch:

  • eine unerwartete These
  • eine unbequeme Frage
  • einen starken Kontrast
  • eine überraschende Perspektive
  • eine bewusste Zuspitzung

Provokation unterbricht Erwartung.

Genau dadurch kann Aufmerksamkeit entstehen.

 
 
 

Warum Provokation Aufmerksamkeit erzeugen kann

 

Menschen reagieren auf Abweichungen.

Wenn etwas:

  • unerwartet
  • ungewohnt
  • emotional
  • oder normverletzend

wirkt, bekommt es leichter Aufmerksamkeit.

Das erklärt, warum provokante:

  • Werbung
  • Schlagzeilen
  • Reden
  • Kampagnen
  • Social-Media-Beiträge

häufig wahrgenommen werden.

Die entscheidende Frage kommt danach:

Was macht diese Aufmerksamkeit mit der Botschaft?

 
 
 

Aufmerksamkeit ist nur der Anfang

 

Viele Kommunikationsfehler entstehen, weil Aufmerksamkeit mit Wirkung verwechselt wird.

Ein Beitrag kann:

  • viele Klicks
  • viele Kommentare
  • große Empörung
  • starke Erinnerung

erzeugen.

Und trotzdem:

  • die falsche Botschaft vermitteln
  • Vertrauen beschädigen
  • von der Sache ablenken
  • eine Organisation schlechter aussehen lassen

Aufmerksamkeit ist ein Kommunikationsziel unter mehreren.

Nicht automatisch das wichtigste.

 
 
 

Provokation kann funktionieren und trotzdem schaden

 

Gerade Werbung zeigt dieses Spannungsfeld gut.

Provokante beziehungsweise tabuisierte Inhalte können Aufmerksamkeit und Erinnerungsleistung erhöhen.

Gleichzeitig können sie:

  • die Haltung gegenüber einer Marke verschlechtern
  • soziale Ablehnung erzeugen
  • die Kaufabsicht reduzieren

Das bedeutet:

„Es ist aufgefallen“ ist noch kein Erfolgskriterium.

 
 
 

Die entscheidende Frage lautet: Wofür provozierst du?

 

Provokation kann sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Aufmerksamkeit

Menschen sollen überhaupt erst hinschauen oder zuhören.

 

Irritation

Ein gewohntes Denkmuster soll kurz unterbrochen werden.

 

Perspektivwechsel

Das Publikum soll eine Frage aus einer anderen Richtung betrachten.

 

Konfrontation

Ein unbequemes Thema soll nicht länger umgangen werden.

 

Positionierung

Eine Person oder Marke möchte deutlich zeigen, wofür sie steht.

All das kann legitim sein.

Problematisch wird Provokation dort, wo die eigentliche Antwort lautet:

„Damit überhaupt jemand reagiert.“

 
 
 

Provokation ohne Botschaft nutzt sich schnell ab

 

Wenn die Form stärker wird als der Inhalt, entsteht ein Problem.

Dann braucht der nächste Auftritt:

  • mehr Lautstärke
  • mehr Grenzüberschreitung
  • mehr Schock
  • mehr Zuspitzung

um denselben Aufmerksamkeitseffekt zu erzeugen.

Das ist kommunikativ teuer.

Denn irgendwann bestimmt nicht mehr die Botschaft die Form.

Die Notwendigkeit weiterer Eskalation bestimmt sie.

 
 
 

Der Eskalationseffekt

 

Wer regelmäßig über Provokation auffällt, schafft Erwartungen.

Das Publikum denkt:

„Was kommt diesmal?“

Dann wird Normalität schwerer.

Die Kommunikationsstrategie beginnt, sich selbst zu treiben.

Das kann besonders bei:

  • Marken
  • Influencern
  • politischen Akteuren
  • Künstlern
  • Rednern

sichtbar werden.

 
 
 

Provokation oder bloße Aufmerksamkeitssuche?

 

Ein hilfreicher Test lautet:

Würde der Gedanke auch ohne die Provokation tragen?

Wenn die Antwort Nein lautet, besteht möglicherweise vor allem:

Inszenierung.

Wenn die Antwort Ja lautet, kann Provokation eine vorhandene Botschaft verstärken.

 
 
 

Ein guter Tabubruch öffnet etwas

 

Produktive Tabubrüche können:

  • Schweigen beenden
  • unsichtbare Probleme sichtbar machen
  • überholte Normen infrage stellen
  • Betroffenen Sprache geben
  • gesellschaftliche Diskussion ermöglichen

Dann ist der Tabubruch nicht das Ziel.

Er öffnet einen Raum für:

etwas Relevantes.

 
 
 

Nicht jedes Tabu verdient Schutz

 

Manche Tabus haben dazu beigetragen, dass wichtige Themen lange kaum besprochen wurden.

Zum Beispiel können Themen rund um:

  • Krankheit
  • psychische Belastung
  • Sexualität
  • Gewalt
  • Sterben

mit Scham oder Schweigen verbunden sein.

Ein bewusster Umgang damit kann gesellschaftlich hilfreich sein.

Das bedeutet nicht, dass jede Form der Grenzüberschreitung hilfreich ist.

Ein relevantes Thema verdient nicht automatisch jede denkbare Darstellungsform.

 
 
 

Manche Grenzen haben eine Funktion

 

Andere Tabus oder soziale Normen schützen beispielsweise:

  • Würde
  • Privatsphäre
  • Persönlichkeitsrechte
  • gegenseitigen Respekt

Deshalb ist:

„Ich breche ein Tabu“

noch kein Qualitätsmerkmal.

Die entscheidende Frage lautet:

Welche Grenze breche ich – und warum?

 
 
 

Provokation und Respekt schließen sich nicht aus

 

Eine Aussage kann unbequem sein und trotzdem respektvoll formuliert werden.

Zum Beispiel:

„Vielleicht ist nicht dein Zeitmanagement das Problem. Vielleicht hast du zu viele Aufgaben akzeptiert, die gar nicht zu deinen Prioritäten gehören.“

Das kann provozieren.

Es braucht keine Beleidigung.

Provokation kann aus:

  • Klarheit
  • Kontrast
  • ungewohnter Perspektive

entstehen.

Nicht nur aus Grenzverletzung.

 
 
 

Die stärkste Provokation ist manchmal ein klarer Satz

 

Viele Menschen verbinden Provokation mit:

  • Schimpfwörtern
  • Sexualität
  • Schockbildern
  • Beleidigungen

Das ist eine sehr enge Vorstellung.

Ein Satz wie:

„Vielleicht ist dein Problem nicht fehlende Motivation, sondern ein Ziel, das du gar nicht mehr willst.“

kann sehr viel stärker irritieren.

Gerade weil er:

inhaltlich provoziert.

 
 
 

Inhaltliche Provokation ist häufig nachhaltiger als sprachlicher Schock

 

Sie stellt:

  • Annahmen
  • Gewohnheiten
  • Selbstverständlichkeiten

infrage.

Das Publikum reagiert dann auf:

den Gedanken.

Nicht nur auf:

die Verpackung.

 
 
 

Fäkalsprache: Kann das funktionieren?

 

Natürlich.

Ein ungewöhnliches oder grobes Wort kann:

  • überraschen
  • Nähe erzeugen
  • eine Situation emotional verdichten
  • Authentizität vermitteln

Es kann ebenso:

  • billig wirken
  • Professionalität beschädigen
  • Menschen unnötig abstoßen
  • vom Inhalt ablenken

Die Wirkung hängt stark vom Kontext ab.

 
 
 

Die Frage ist nicht: Darf ich dieses Wort sagen?

 

Interessanter ist:

Was leistet dieses Wort hier?

Bringt es:

  • Präzision?
  • Emotion?
  • Nähe?
  • Kontrast?

Oder liefert es lediglich:

einen kleinen Schock?

 
 
 

Fluchen kann authentisch sein – und trotzdem unpassend

 

Authentizität bedeutet nicht:

jeden Impuls ungefiltert auszudrücken.

Professionelle Kommunikation berücksichtigt:

  • eigene Persönlichkeit
  • Publikum
  • Anlass
  • Rolle
  • Ziel

Ein Ausdruck kann vollkommen authentisch sein und trotzdem für den konkreten Anlass die falsche Wahl.

 
 
 

Provokation bei Reden und Präsentationen

 

Hier kann sie besonders wirkungsvoll sein.

Zum Beispiel im Einstieg.

Eine unerwartete These kann Aufmerksamkeit bündeln.

Beispielsweise:

„Die meisten Präsentationen scheitern nicht an schlechten Folien.“

Das erzeugt eine offene Frage:

Woran dann?

Die Provokation führt direkt in den Inhalt.

Genau so sollte es sein.

 
 
 

Provokation braucht eine Auflösung

 

Wenn du mit einer starken Aussage beginnst, sollte später nachvollziehbar werden:

Warum hast du sie gemacht?

Sonst bleibt:

  • Irritation
  • Empörung
  • Verwirrung

ohne Erkenntnis.

Die Provokation eröffnet den Gedanken.

Die Argumentation muss ihn anschließend tragen.

 
 
 

Clickbait ist das verwandte Problem

 

Online lässt sich dieselbe Mechanik beobachten.

Eine Überschrift verspricht:

maximale Überraschung.

Dann liefert der Inhalt wenig.

Kurzfristig kann das Klicks erzeugen.

Langfristig lernt das Publikum:

Die Versprechen sind größer als der Inhalt.

Das kostet Vertrauen.

 
 
 

Aufmerksamkeit auf Kredit

 

So lässt sich Clickbait betrachten.

Du bekommst Aufmerksamkeit:

vorab.

Der Inhalt muss sie anschließend rechtfertigen.

Wenn er das regelmäßig nicht tut, sinkt die Glaubwürdigkeit.

 
 
 

Provokation in sozialen Medien

 

Soziale Medien belohnen häufig Inhalte, die Reaktionen erzeugen.

Das kann Anreize schaffen für:

  • stärkere Zuspitzung
  • Konflikt
  • Empörung
  • Polarisierung

Dann verschiebt sich leicht das Ziel.

Aus:

„Ich möchte etwas Relevantes vermitteln.“

wird:

„Ich brauche Reaktion.“

 
 
 

Reaktion ist nicht dasselbe wie Resonanz

 

Das ist eine hilfreiche Unterscheidung.

Reaktion kann sein:

  • Empörung
  • Widerspruch
  • Spott
  • Neugier

Resonanz bedeutet stärker:

Ein Gedanke hat tatsächlich etwas ausgelöst, das über den ersten Reflex hinausgeht.

 
 
 

Provokation in der Werbung

 

Werbung nutzt Provokation häufig, um in einem überfüllten Aufmerksamkeitsmarkt aufzufallen.

Das kann funktionieren.

Forschung zu Tabuwerbung zeigt, dass solche Inhalte Aufmerksamkeit und Erinnern erhöhen können.

Gleichzeitig können negative Bewertungen der Marke entstehen.

Deshalb sollte nicht nur gefragt werden:

„Erinnert sich jemand an die Werbung?“

Sondern:

„Woran erinnert sich die Person – und mit welcher Haltung?“

 
 
 

Provokation kann die Marke verschlucken

 

Ein bekanntes Problem:

Menschen erinnern sich an:

  • das Motiv
  • den Skandal
  • den Witz

und kaum an:

das eigentliche Angebot.

Dann hat die Kommunikation Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Zuordnung ist jedoch schwach.

 
 
 

Die Botschaft sollte stärker sein als der Schock

 

Ein einfacher Test lautet:

Was soll das Publikum am nächsten Tag erzählen?

Nur:

„Hast du gesehen, was der gesagt hat?“

Oder:

„Der hat einen interessanten Gedanken formuliert.“

Das ist ein großer Unterschied.

 
 
 

Provokation in Führung und Unternehmen

 

Auch Führungskräfte können bewusst provozieren.

Zum Beispiel mit einer Frage wie:

„Welche unserer Regeln würden wir heute nicht mehr einführen?“

Das kann Denken öffnen.

Provokation kann hier ein Werkzeug sein, um:

  • Selbstverständlichkeiten zu prüfen
  • blinde Flecken sichtbar zu machen
  • Diskussion anzustoßen

Sie sollte jedoch nicht zum:

Machtdemonstrationsinstrument

werden.

 
 
 

Provokation von oben hat eine andere Wirkung

 

Hierarchie verändert Kommunikation.

Ein provokanter Satz eines Kollegen kann als Denkanstoß wahrgenommen werden.

Derselbe Satz von einer Führungskraft kann wie:

  • Kritik
  • Drohung
  • Bewertung

wirken.

Deshalb sollte eine Führungskraft besonders aufmerksam prüfen:

Welche Wirkung erzeugt meine Rolle zusätzlich zur Formulierung?

 
 
 

Provokation und Humor

 

Humor kann Provokation leichter machen.

Er kann Spannung reduzieren und eine unerwartete Perspektive öffnen.

Doch Humor schützt nicht automatisch vor Wirkung.

Der Satz:

„War doch nur ein Witz.“

macht eine verletzende Aussage nicht automatisch harmlos.

Auch humorvolle Provokation braucht:

  • Kontextgefühl
  • Publikumskenntnis
  • Verantwortung

 
 
 

Provokation nach unten ist besonders riskant

 

Humor auf Kosten von Personen mit weniger:

  • Status
  • Macht
  • Einfluss

wirkt schnell anders als eine Provokation gegen etablierte Macht.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Wer trägt den Preis für den Effekt?

 
 
 

Provokation und Ironie

 

Ironie kann elegant sein.

Sie enthält jedoch ein besonderes Risiko:

Sie kann missverstanden werden.

Gerade bei:

  • unbekanntem Publikum
  • schriftlicher Kommunikation
  • internationalen Kontexten
  • angespannten Situationen

fehlen möglicherweise Signale, die die ironische Absicht deutlich machen.

→ Ironie in der Kommunikation

 
 
 

Provokation und Polarisierung

 

Provokation kann Menschen zwingen, Position zu beziehen.

Das kann hilfreich sein.

Es kann ebenso Zwischentöne zerstören.

Dann entsteht aus einer komplexen Frage:

dafür oder dagegen.

Polarisierung erhöht häufig Aufmerksamkeit.

Sie erhöht nicht automatisch Erkenntnis.

 
 
 

Die Mitte ist kommunikativ oft unspektakulär

 

Differenzierte Aussagen enthalten:

  • Bedingungen
  • Ausnahmen
  • Unsicherheit
  • Abwägung

Das macht sie sachlich häufig besser.

Und kommunikativ weniger explosiv.

Genau deshalb ist gute Kommunikation manchmal weniger spektakulär als schlechte.

 
 
 

Wann Provokation besonders riskant ist

 

Zum Beispiel wenn:

  • Menschen persönlich betroffen sind
  • Trauer oder Krankheit eine Rolle spielen
  • hohe Machtunterschiede bestehen
  • der Kontext öffentlich ist
  • juristische Konsequenzen möglich sind
  • die Organisation bereits unter Vertrauensproblemen leidet

Dann sollte der mögliche Aufmerksamkeitsgewinn besonders sorgfältig gegen mögliche Schäden abgewogen werden.

 
 
 

Wann Provokation hilfreich sein kann

 

Zum Beispiel wenn:

  • ein relevantes Thema übersehen wird
  • eine festgefahrene Denkweise aufgebrochen werden soll
  • ein Widerspruch sichtbar gemacht werden muss
  • ein Publikum gedanklich aktiviert werden soll
  • die Provokation direkt zur Botschaft führt

 
 
 

Sieben Fragen vor einer Provokation

 

  1. Was möchte ich damit erreichen?
  2. Welche Botschaft soll danach klarer sein?
  3. Würde mein Argument auch ohne die Provokation tragen?
  4. Wen könnte die Form unnötig treffen?
  5. Passt sie zu meiner Rolle?
  6. Was passiert, wenn jemand sie wörtlich nimmt?
  7. Ist die zu erwartende Wirkung den möglichen Preis wert?

 
 
 

Eine achte Frage ist besonders wichtig

 

Bin ich bereit, die Wirkung meiner Provokation zu verantworten?

Das ist etwas anderes als:

„Ich habe es doch gar nicht so gemeint.“

Kommunikation besteht aus:

  • Absicht
  • Botschaft
  • Wirkung

Professionelle Kommunikation berücksichtigt alle drei Ebenen.

 
 
 

Absicht entschuldigt nicht jede Wirkung

 

Du kannst etwas:

humorvoll

gemeint haben.

Und es kann:

verletzend

wirken.

Die angemessene Reaktion lautet dann weniger:

„Du hast meinen Humor nicht verstanden.“

Interessanter ist:

„Was ist hier kommunikativ passiert?“

 
 
 

Ebenso wenig ist jede Empörung ein Beweis für schlechte Kommunikation

 

Auch das gehört zur Differenzierung.

Eine relevante Aussage kann Menschen verärgern.

Unbequeme Kritik kann:

  • Widerstand
  • Abwehr
  • Empörung

auslösen.

Das macht sie nicht automatisch falsch.

Die entscheidende Frage bleibt:

Ist die Aussage sachlich begründet und die Form angemessen?

 
 
 

Provokation darf etwas kosten

 

Eine echte Positionierung wird nicht immer allen gefallen.

Wer jede negative Reaktion vermeiden möchte, kommuniziert schnell:

beliebig.

Deshalb lautet die Alternative zu provokativer Kommunikation nicht:

Harmlosigkeit.

Die Alternative lautet:

bewusste Klarheit.

 
 
 

Klarheit ist nicht dasselbe wie Härte

 

Du kannst deutlich sagen:

„Diese Entscheidung halte ich für falsch.“

Ohne zu sagen:

„Wer das entscheidet, hat keine Ahnung.“

Der erste Satz kritisiert eine Entscheidung.

Der zweite wertet Personen ab.

Beides erzeugt Wirkung.

Nur eine Variante hält die Diskussion leichter bei der Sache.

 
 
 

Provokation als rhetorisches Mittel

 

Rhetorisch lässt sich Provokation gut einsetzen als:

  • These
  • Frage
  • Kontrast
  • Paradox
  • bewusste Übertreibung

Wichtig ist:

Das Publikum sollte irgendwann verstehen, was die Provokation leisten sollte.

 
 
 

Provokante Fragen sind häufig besonders stark

 

Zum Beispiel:

„Welche Ihrer erfolgreichsten Entscheidungen würden Sie heute nicht mehr treffen?“

Oder:

„Welche Probleme in Ihrem Unternehmen bestehen nur deshalb weiter, weil niemand zuständig sein möchte?“

Eine solche Frage provoziert Denken.

Sie muss niemanden beleidigen.

 
 
 

Selbstprovokation kann besonders glaubwürdig sein

 

Wer nur andere provoziert, wirkt schnell belehrend.

Wer auch eigene:

  • Annahmen
  • Fehler
  • Widersprüche

offenlegt, erzeugt eine andere Gesprächssituation.

Dann lautet die Botschaft:

„Ich stelle nicht nur euch infrage. Ich prüfe auch mich selbst.“

 
 
 

Provokation in wichtigen Reden

 

Bei einer wichtigen Rede sollte die Provokation der Dramaturgie dienen.

Prüfe:

  • Warum kommt sie genau hier?
  • Was soll danach passieren?
  • Wie wird sie aufgelöst?
  • Welche Kernbotschaft verstärkt sie?

Wenn diese Fragen keine klaren Antworten haben, ist die Provokation möglicherweise entbehrlich.

 
 
 

Provokation bei Executive-Kommunikation

 

Je höher Verantwortung und Sichtbarkeit, desto größer können die Folgen eines einzelnen Satzes sein.

Ein zugespitztes Zitat kann:

  • intern motivieren
  • extern missverstanden werden
  • medial verkürzt werden
  • Reputation beeinflussen

Deshalb lohnt sich dort besonders die Frage:

Funktioniert meine Aussage auch außerhalb des Raums, in dem ich sie äußere?

 
 
 

Der Screenshot-Test

 

Für öffentliche Kommunikation ist ein einfacher Test hilfreich:

Wie wirkt dieser Satz, wenn er morgen ohne Kontext als Screenshot verbreitet wird?

Das ist keine Aufforderung zu ängstlicher Kommunikation.

Es ist eine Erinnerung daran:

Öffentliche Aussagen können ihren ursprünglichen Kontext verlassen.

 
 
 

Wenn Provokation schiefgeht

 

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten.

Missverständnis klären

Erkläre, was du gemeint hast.

Wirkung anerkennen

Wenn die Form unnötig verletzt hat, lässt sich das benennen.

Formulierung korrigieren

Du kannst sagen:

„Die Zuspitzung war unnötig. Mein eigentlicher Punkt ist …“

Bei der Sache bleiben

Wenn die Aussage bewusst und sachlich begründet war, darfst du sie auch halten.

 
 
 

Eine Korrektur kostet weniger als hartnäckige Verteidigung

 

Menschen verteidigen missglückte Provokationen manchmal weiter, weil eine Korrektur wie Schwäche wirkt.

Das Gegenteil kann der Fall sein.

Eine klare Korrektur signalisiert:

  • Urteilsfähigkeit
  • Verantwortung
  • Souveränität

Du musst keine schlechte Formulierung retten, nur weil sie von dir stammt.

 
 
 

12 Fragen für wirksame Provokation

 

  1. Was ist meine eigentliche Botschaft?
  2. Warum braucht sie hier Provokation?
  3. Wen möchte ich erreichen?
  4. Welche Norm oder Erwartung breche ich?
  5. Warum ist diese Grenzüberschreitung sinnvoll?
  6. Wen könnte sie unnötig verletzen?
  7. Passt sie zu meiner Rolle und Positionierung?
  8. Bleibt der Inhalt stärker als der Effekt?
  9. Würde die Aussage auch ohne den Schock tragen?
  10. Kann sie ohne Kontext missverstanden werden?
  11. Bin ich bereit, die Wirkung zu verantworten?
  12. Was soll das Publikum anschließend denken oder tun?

 
 
 

Aufmerksamkeit ohne Tabubruch

 

Es gibt viele andere Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Zum Beispiel:

  • eine relevante Frage
  • eine überraschende Information
  • eine starke Geschichte
  • ein klarer Konflikt
  • ein unerwarteter Kontrast
  • eine präzise Kernbotschaft

Tabubruch ist damit:

eine Möglichkeit.

Nicht:

die Voraussetzung für Aufmerksamkeit.

 
 
 

Relevanz schlägt Provokation

 

Ein Publikum hört besonders aufmerksam zu, wenn es erkennt:

„Das betrifft mich.“

Dann braucht es häufig deutlich weniger künstliche Zuspitzung.

Provokation kann Aufmerksamkeit öffnen.

Relevanz kann sie tragen.

 
 
 

Wenn du einen wichtigen Auftritt vorbereitest

 

Dann kann es sinnvoll sein, provokante Formulierungen vorab zu prüfen.

Zum Beispiel:

  • Passt der Einstieg zur Botschaft?
  • Wo liegt die Grenze zwischen Klarheit und unnötiger Härte?
  • Wie reagiert ein kritisches Publikum?
  • Welche Formulierung könnte aus dem Kontext gerissen werden?
  • Welche Alternative erzielt dieselbe Wirkung mit geringerem Risiko?

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 
 
 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Sprache, Positionierung, Reden, Präsentationen oder schwierige Kommunikationssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Aussage, Rede, Präsentation oder öffentliche Kommunikation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 
 
 

Fazit: Provokation ist ein Verstärker, kein Ersatz für Substanz

 

Provokation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Sie kann:

  • Denken anregen
  • Tabus sichtbar machen
  • festgefahrene Perspektiven öffnen
  • eine Botschaft verstärken

Sie kann ebenso:

  • Menschen unnötig verletzen
  • Vertrauen beschädigen
  • vom Inhalt ablenken
  • nur noch sich selbst inszenieren

Deshalb ist weniger entscheidend:

„Wie provozierend kann ich sein?“

Interessanter ist:

„Welchen Beitrag leistet diese Provokation zu meiner Botschaft?“

Wenn darauf keine gute Antwort folgt, brauchst du vermutlich eine andere Form.

Provokation ist ein Verstärker. Sie kann einen starken Gedanken stärker machen. Einen schwachen Gedanken ersetzt sie nicht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Wer interessieren will, muss provozieren. Salvador Dali

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Es gibt ja leider Sachen und Geschichten,
 nie reizend und pikant,
 nur werden sie von Tanten und von Nichten 
niemals genannt. Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,
 sei zart und schweig auch du! Bedenk. 
Man liebt den Käse wohl – indessen, man deckt ihn zu. Wilhelm Busch

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Keine Kritik ist genug Lob

 

Richtig betonen: Bogensätze statt Girlandensätze

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

 

Als Coach war ich in diesem Jahr für ein Unternehmen tätig, dass sich vorgenommen hat, die definierten Werte auch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Im Nachgang gab ich für deren Mitarbeiterzeitung ein Interview zum Thema Wertschätzung. Hier meine Antworten und ergänzenden Anmerkungen.

 

 

 

Was ist wertschätzender Umgang?

 

Der Begriff Wertschätzung verkommt zum Buzzword, er wird heute inflationär verwendet und selten ehrlich gemeint. Obwohl Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung für Leistungen verwechselt wird, reicht echte Wertschätzung deutlich weiter. Sie betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen.

Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Anerkennung und Wohlwollen. Wertschätzung zeichnet sich durch Interesse, Aufmerksamkeit,  Zugewandtheit und Freundlichkeit aus.

Wertschätzung ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis im Berufs- genauso wie im Privatleben. Wir wollen, mit dem, was wir sind, was wir tun und leisten, gesehen und anerkannt, also wertgeschätzt werden.

Vorteile echter Wertschätzung

… für das Unternehmen

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Mitarbeiterbindung, geringere Fluktuation
    Attraktivität als Arbeitgeber
  • Steigerung der Motivation
    Leistungsbereitschaft
    Kreativität
  • Gesündere Mitarbeiter
    Reduzierte Fehlzeiten
  • Verbesserte Kommunikation

… für die Mitarbeiter

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Wohlbefinden
    Konzentration
  • Steigerung der Motivation
    Kreativität
  • Gesundheit
    Positive psychische und physische Auswirkungen
  • Verbesserte Kommunikation

Wertschätzen hat direkt mit Geld zu tun, oder?

 

Geld ist ein flexibles Hilfsmittel für den Austausch von Leistungen. So gilt guter Verdienst für gute Arbeit als fair. Doch Geld allein genügt nicht für ein erfüllendes Berufsleben. Wir Menschen werden bewusst und unbewusst durch unsere Werte gesteuert. Unsere Werte treiben uns an, sie sind der Motor unserer Motivation. Sie stehen dafür, was uns im Privat- und Berufsleben besonders wichtig ist. Werden grundlegende Werte nicht befriedigt, fehlt etwas, das sich mit Geld nur bedingt ausgleichen lässt

 

 

 

Wie zeigen Unternehmen Wertschätzung?

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen?

Menschen verabscheuen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe zu sein. Teil eines großen Ganzen zu sein, kann hingegen sehr motivierend sein.

Lob aus der Gießkanne schadet. Wertschätzung ist stets individuell. Ohne ehrliches Interesse bleibt es an der Oberfläche und perlt ab. Die tatsächliche Haltung dringt früher oder später durch.

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die kommunizierten Werte dann auch konsequent leben. Und das ist eher eine Seltenheit! Zu oft wird Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Umso erfreulicher, wenn Unternehmen auch die nächste Stufe nehmen. Es gibt nur wenige glaubhafte Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Erklärungen auf dem Papier. Ein Slogan verbessert noch keine Unternehmenskultur. Zugegeben, die Werte vom Papier in den Alltag zu transportieren ist eine dauerhafte Herausforderung und keine leichte. Es erfordert einige Aufmerksamkeit, doch es lohnt sich für alle Beteiligten.

 

 

 

Tipps für die Mitarbeiter: Was kann jeder einzelne tun?

 

Das Thema ist ja nicht nur geeignet, sich das Verhältnis Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzusehen, sondern auch das der Kollegen untereinander. Wie kann ich zeigen, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen wertschätze?

Den Mund aufmachen und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte nur Menschen. Es ist kaum möglich zu oft genug Danke zu sagen und es kostet so wenig. Mit Menschen, die sich geschätzt fühlen, arbeitet es sich besser zusammen. Wer andere Menschen mit Respekt behandelt, wird in den meisten Fällen ebenfalls mit Respekt behandelt. Dabei spielt übrigens auch die Körpersprache eine große Rolle, weil sie zeigt, ob das Gesagte auch tatsächlich gemeint ist.

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder durchaus mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut.

 

 

Noch ein paar Beispiele?

 

  • Menschen auf Augenhöhe begegnen
  • Lächeln
    Ein echtes Lächeln vermittelt Wärme und Sympathie, Zeichen der Wertschätzung.
  • Interesse
    Zuhören und ungeteilte Aufmerksamkeit
  • Verzicht auf Floskeln und Lippenbekenntnisse
  • Aufmerksamkeiten

 

 

 

Weshalb tun sich manche Menschen damit so schwer?

 

Viele Menschen tun sich schwer mit der Wertschätzung. Ein Grund dafür: Weil wir nicht geben können, was wir selbst nicht spüren. Ohne stabiles Selbstwertgefühl gibt es auch keine Wertschätzung für andere Menschen. Wer selbst glaubt, nicht wertvoll zu sein, ist kaum in der Lage, sich selbst und andere wirklich wertzuschätzen. Stattdessen dominieren Neid und Missgunst – ich bin zuerst dran -, die leider in unserer Gesellschaft zu viel Raum eingenommen haben. Wer Wertschätzung an den Tag legt, macht die Welt ein Stück lebenswerter.

Umfrageergebnisse

 

Fühlen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt?

%

Selten bis nie

%

Gerade so ausreichend

%

Oftmals

Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 633)

Wertschätzung im Unternehmen ist …

%

selten ernst gemeint.

%

meist ernst gemeint.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 645)

Ergänzende Artikel

 

Echte Kultur offenbart sich in der Wertschätzung der Persönlichkeit. Paul de Lagarde

Interview zum Thema Wertschätzung in Unternehmen

 

Im Anschluss an ein Projekt wurde ich interviewt. Hier die Fragen und meine Antworten:

 

Respekt, Wohlwollen und Anerkennung

 

Karsten Noack arbeitet seit fast 20 Jahren als Coach und Berater, für Unternehmen und Führungskräfte. Beim Mitarbeiterfest der STADT UND LAND hat er mit den Kolleginnen und Kollegen über wertschätzenden Umgang im Unternehmen gesprochen. Wir haben nachgefragt, was für ihn dahintersteckt:

 

 

Herr Noack, was ist wertschätzender Umgang? 

 

Der Begriff Wertschätzung wird heute beinahe inflationär und leider viel zu oft falsch verwendet. Umgangssprachlich wird Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung von Leistung gleichgesetzt. Echte Wertschätzung geht weiter, betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen. Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Wohlwollen und Anerkennung. Wertschätzung drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus. 

 

 

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen? 

 

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die geteilten auch Werte konsequent leben. Leider ist das allerdings eher die Ausnahme! Umso erfreulicher, dass die STADT UND LAND bereit war, diesen nächsten Schritt weiterzugehen. Das ist eine der wenigen glaubhaften Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Absichtserklärungen auf dem Papier. 

 

 

 

Haben Sie auch einen Tipp für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst? Was kann jeder einzelne Mitarbeiter beitragen? 

 

Jeder von uns kann den Mund aufmachen, sich in geeigneter Weise ausdrücken und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte weiterhin Menschen. Danke können wir nicht oft genug sagen. Es kostet so wenig und bringt so viel. 

 

 

 

Und wie kann ich meinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber ausdrücken, dass ich sie wertschätze?

 

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder ruhig mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und auch ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut. 

P.S.

 

Wie stehst du zum Thema Wertschätzung?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2017
Überarbeitung: 13. August 2019
Englische Version:
AN: #64160
K: CNB
Ü:

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit durch stimmige Worte und Taten

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit entsteht, wenn Worte und Handlungen zusammenpassen

Glaubwürdigkeit durch stimmige Worte und Taten
Walk your Talk oder Wasser predigen und Wein saufen?

Walk your Talk: Glaubwürdigkeit entsteht, wenn Worte und Handlungen zusammenpassen

 

Wasser predigen und Wein trinken.

Die Redewendung ist alt.

Das Thema bleibt aktuell.

Menschen sagen:

  • was ihnen wichtig ist
  • wofür sie stehen
  • was andere tun sollten

Interessant wird es dort, wo sich zeigt:

Wie handeln sie selbst?

Im Englischen gibt es dafür die bekannte Aufforderung:

Walk your talk.

Sinngemäß:

Lebe das, wofür du eintrittst.

Denn Glaubwürdigkeit entsteht nicht nur durch Worte.

Sie entsteht besonders dort, wo andere erleben:

Worte und Verhalten passen zusammen.

 

 

 

Was bedeutet „Walk your Talk“?

 

„Walk your talk“ bedeutet nicht:

niemals widersprüchlich zu sein.

Menschen sind keine vollkommen konsistenten Wesen.

Wir:

  • ändern unsere Meinung
  • machen Fehler
  • erkennen Widersprüche manchmal erst später
  • werden unseren eigenen Ansprüchen nicht immer gerecht

Interessanter ist deshalb eine andere Frage:

Wie gehen wir damit um?

Glaubwürdigkeit wächst, wenn Menschen erkennen können:

  • Was meinst du ernst?
  • Woran orientierst du dein Handeln?
  • Was geschieht, wenn du davon abweichst?
  • Wie gehst du mit eigenen Fehlern um?

Integrität bedeutet deshalb nicht:

Perfektion.

Sie bedeutet eher:

eine erkennbare Verbindung zwischen Werten, Worten und Verhalten.

 

 

 

Warum Übereinstimmung zwischen Worten und Taten so wichtig ist

 

Stell dir eine Führungskraft vor, die sagt:

„Bei uns dürfen Fehler offen angesprochen werden.“

Dann passiert ein Fehler.

Und die erste Reaktion lautet:

„Wer war das?“

Mit deutlichem Ärger.

Was lernen Mitarbeitende?

Nicht:

„Fehler dürfen offen angesprochen werden.“

Sondern:

„Sei vorsichtig, wenn etwas schiefgeht.“

Das tatsächliche Verhalten besitzt dann mehr Gewicht als:

die offizielle Botschaft.

Genau deshalb ist „Walk your talk“ besonders in Führung relevant.

 

 

 

Worte schaffen Erwartungen

 

Wenn du etwas versprichst, entsteht:

eine Erwartung.

Wenn du einen Wert betonst, entsteht:

ein Maßstab.

Wenn du andere aufforderst, etwas zu tun, entsteht:

die Frage, ob dieser Maßstab auch für dich gilt.

Je größer die Diskrepanz zwischen:

gesagtem Anspruch

und:

erlebtem Verhalten

wird, desto wahrscheinlicher entsteht:

ein Glaubwürdigkeitsproblem.

 

 

 

Glaubwürdigkeit entsteht in der Wahrnehmung anderer

 

Du kannst dich selbst für:

  • zuverlässig
  • integer
  • fair

halten.

Entscheidend für deine Glaubwürdigkeit ist trotzdem:

was andere erleben.

Das macht Glaubwürdigkeit zu einer zugeschriebenen Eigenschaft.

Du kannst sie nicht einfach:

verkünden.

Sie entsteht über:

  • Erfahrungen
  • Beobachtungen
  • wiederholtes Verhalten

 

 

 

Wasser predigen und Wein trinken

 

Die Redewendung trifft einen bestimmten Widerspruch:

Für andere gelten Regeln, an die ich mich selbst nicht halte.

Zum Beispiel:

 

Respekt verlangen und selbst respektlos kommunizieren

Dann verliert der Appell an Respekt an Kraft.

Sparsamkeit fordern und selbst demonstrativ verschwenden

Dann entsteht die Frage, wie ernst das Sparziel tatsächlich gemeint ist.

Offenheit verlangen und Kritik bestrafen

Dann lernen Menschen schnell:

Offenheit ist nur erwünscht, solange sie angenehm bleibt.

Verantwortung verlangen und eigene Fehler abschieben

Dann wird Verantwortung zur:

Forderung an andere.

 

 

 

Vorbildwirkung ist stärker als viele Appelle

 

Menschen beobachten nicht nur:

was du sagst.

Sie beobachten:

was du tatsächlich tust.

Besonders in Führung.

Eine Organisation kann beispielsweise zehnmal erklären:

„Qualität steht an erster Stelle.“

Wenn Entscheidungen regelmäßig zeigen:

Zeitdruck steht an erster Stelle

wird genau das zur gelebten Botschaft.

Deshalb würde ich sagen:

Verhalten ist ein Kommunikationskanal.

 

 

 

Glaubwürdigkeit braucht keine moralische Perfektion

 

Hier liegt für mich eine wichtige Grenze.

„Walk your talk“ kann missverstanden werden als:

„Du musst jeden eigenen Anspruch immer vollkommen erfüllen.“

Das ist unrealistisch.

Wer hohe Ansprüche formuliert, kann:

  • scheitern
  • lernen
  • korrigieren

Die entscheidende Frage lautet:

Wird der Widerspruch geleugnet oder ehrlich behandelt?

Zum Beispiel:

„Ich habe hier selbst nicht nach dem gehandelt, was ich von meinem Team erwarte. Das war falsch.“

Ein solcher Satz kann Glaubwürdigkeit:

eher stärken als schwächen.

 

 

 

Wann Inkonsistenz problematisch wird

 

Besonders kritisch wird sie, wenn sie:

  • wiederholt auftritt
  • systematisch zugunsten der eigenen Person ausfällt
  • geleugnet wird
  • mit moralischen Ansprüchen an andere verbunden ist

Dann entsteht nicht einfach:

ein menschlicher Fehler.

Es entsteht:

ein Muster.

Und Muster prägen Reputation.

 

 

 

Meinungen dürfen sich verändern

 

Konsistenz bedeutet nicht:

für immer dieselbe Position zu vertreten.

Neue Informationen können eine Einschätzung verändern.

Das ist kein Glaubwürdigkeitsverlust.

Im Gegenteil.

Es kann Glaubwürdigkeit stärken, wenn jemand sagt:

„Mit den damaligen Informationen kam ich zu dieser Einschätzung. Heute liegen neue Informationen vor. Deshalb ändere ich meine Position.“

Problematischer wäre:

den früheren Standpunkt rückwirkend umzuschreiben.

 

 

 

Versprechen sollten sorgfältig gemacht werden

 

Ein häufiger Weg zum Glaubwürdigkeitsproblem beginnt mit:

zu großen Versprechen.

Zum Beispiel:

„Das erledige ich garantiert bis morgen.“

Obwohl bereits klar ist:

Das wird schwierig.

Kurzfristig wirkt das vielleicht:

hilfsbereit oder entschlossen.

Langfristig ist eine realistische Zusage stärker.

Zum Beispiel:

„Bis morgen schaffe ich den ersten Teil. Den Rest kann ich am Donnerstag liefern.“

Glaubwürdigkeit profitiert von:

belastbaren Zusagen.

 

 

 

Wenn du ein Versprechen nicht halten kannst

 

Dann ist frühe Kommunikation hilfreich.

Nicht erst:

wenn die Frist bereits vorbei ist.

Zum Beispiel:

„Ich sehe heute, dass ich die vereinbarte Frist nicht halten kann. Der neue realistische Termin ist Freitag.“

Das repariert nicht automatisch alles.

Es zeigt jedoch:

Verantwortungsübernahme.

 

 

 

Integrität in Führung

 

Für Führungskräfte ist die Übereinstimmung zwischen Worten und Verhalten besonders relevant.

Denn Führungskräfte setzen:

implizite Regeln.

Menschen beobachten:

  • Was wird tatsächlich belohnt?
  • Was wird toleriert?
  • Wer muss Regeln einhalten?
  • Was geschieht unter Druck?

Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich:

welcher Wert wirklich gilt.

 

 

 

Werte werden unter Druck sichtbar

 

Es ist leicht zu sagen:

„Wir behandeln Menschen respektvoll.“

Interessant wird es:

wenn ein Konflikt eskaliert.

Es ist leicht zu sagen:

„Wir entscheiden transparent.“

Interessant wird es:

wenn eine unangenehme Entscheidung ansteht.

Es ist leicht zu sagen:

„Fehler sind Lernchancen.“

Interessant wird es:

wenn ein teurer Fehler passiert.

Werte zeigen ihre Bedeutung besonders dort, wo ihre Einhaltung etwas kostet.

 

 

 

Walk your Talk und Vertrauen

 

Vertrauen entsteht nicht aus:

einem schönen Satz.

Es entwickelt sich aus:

wiederholten Erfahrungen.

Menschen beobachten beispielsweise:

  • Werden Zusagen eingehalten?
  • Werden Fehler offen behandelt?
  • Gelten Regeln für alle?
  • Bleibt Verhalten auch unter Druck einigermaßen konsistent?

Je besser diese Erfahrungen zusammenpassen, desto leichter wird:

Vertrauen.

 

 

 

Vertrauen kann beschädigt und wieder aufgebaut werden

 

Ich würde deshalb nicht sagen:

„Verlorene Glaubwürdigkeit ist endgültig verloren.“

Das ist zu absolut.

Vertrauen kann schwer beschädigt werden.

Wiederaufbau braucht dann häufig:

  • Verantwortungsübernahme
  • nachvollziehbare Veränderung
  • Zeit
  • wiederholt andere Erfahrungen

Ein Entschuldigungssatz allein reicht selten.

Das neue Verhalten muss über Zeit glaubwürdig werden.

 

 

 

Walk your Talk heißt auch: Was erwartest du von anderen?

 

Ein hilfreicher Selbsttest:

Welche Forderungen stelle ich regelmäßig an andere?

Zum Beispiel:

  • Sei pünktlich.
  • Übernimm Verantwortung.
  • Kommuniziere offen.
  • Bleib respektvoll.
  • Halte Zusagen ein.

Dann folgt die interessantere Frage:

Wie sichtbar lebe ich selbst diesen Anspruch?

Nicht perfekt.

Sondern:

erkennbar.

 

 

 

Fünf Fragen für mehr Glaubwürdigkeit

 

  1. Welche Werte und Standards fordere ich von anderen?
  2. Woran lässt sich erkennen, dass ich sie selbst ernst nehme?
  3. Wo stimmen Anspruch und Verhalten derzeit nicht überein?
  4. Was tue ich, wenn ich ein Versprechen nicht halten kann?
  5. Wie gehe ich mit eigenen Fehlern und Widersprüchen um?

 

 

 

Ein einfacher Konsistenzcheck

 

Nimm einen Wert, für den du stehen möchtest.

Zum Beispiel:

Verlässlichkeit.

Dann frage:

„Welche drei Situationen der letzten zwei Wochen zeigen diesen Wert in meinem Verhalten?“

Wenn dir kaum Beispiele einfallen, lohnt sich:

genauer hinzusehen.

Denn Werte werden nicht dadurch sichtbar:

dass wir sie besonders häufig nennen.

Sondern dadurch:

dass sie unser Verhalten beeinflussen.

 

 

 

Glaubwürdigkeit und persönliche Wirkung

 

Gute Kommunikation kann Glaubwürdigkeit unterstützen.

Sie kann:

  • Gedanken verständlich machen
  • Entscheidungen erklären
  • Haltung sichtbar machen

Kommunikation kann jedoch:

inkonsistentes Verhalten langfristig nicht kompensieren.

Je größer die Differenz zwischen Darstellung und Erfahrung wird, desto stärker entsteht:

Misstrauen.

→ Integrität: Wie Werte und Verhalten zusammenpassen

 

 

 

Unterstützung bei glaubwürdiger Führung und Kommunikation

 

Gerade in verantwortungsvollen Rollen entstehen Situationen, in denen Worte und Handlungen besonders genau beobachtet werden.

Zum Beispiel bei:

  • Veränderungen
  • Krisen
  • Konflikten
  • schwierigen Entscheidungen
  • öffentlichen Auftritten

Dabei können wir unter anderem betrachten:

  • Welche Botschaft soll vermittelt werden?
  • Welche Entscheidungen müssen dazu passen?
  • Wo entstehen Widersprüche?
  • Wie lassen sich schwierige Abweichungen transparent erklären?

Das Ziel ist nicht:

perfekt zu wirken.

Das Ziel ist:

glaubwürdig zu handeln und zu kommunizieren.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um persönliche Wirkung, Glaubwürdigkeit, Kommunikation oder wiederkehrende Führungssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Glaubwürdigkeit zeigt sich im Verhalten

 

„Walk your talk“ ist eine einfache Formulierung für eine anspruchsvolle Aufgabe.

Sie bedeutet nicht:

niemals zu scheitern.

Sie bedeutet:

den eigenen Worten Bedeutung zu geben.

Durch:

  • Handlungen
  • Entscheidungen
  • Verlässlichkeit
  • einen offenen Umgang mit Abweichungen

Menschen müssen nicht über Wasser laufen, um glaubwürdig zu sein.

Sie dürfen:

  • Fehler machen
  • lernen
  • ihre Meinung ändern

Entscheidend ist:

ob das Verhalten insgesamt erkennen lässt, dass die eigenen Worte ernst gemeint sind.

Glaubwürdigkeit verlangt keine Perfektion. Sie verlangt, dass zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir tun, eine erkennbare Verbindung besteht.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2017
Überarbeitung: 18. Oktober 2026

Laudatio halten: Aufbau, Beispiele und 12 Tipps

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

Tipps und Unterstützung für eine überzeugende Laudatio
Tipps für die Vorbereitung einer Laudatio / Lobrede

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

 

Eine gute Laudatio sagt mehr als: „Dieser Mensch hat Großartiges geleistet.“ Sie zeigt, weshalb diese Leistungen Bedeutung haben.

Vielleicht sollst du einen Menschen würdigen.

Für einen Preis.

Ein Jubiläum.

Eine Ehrung.

Eine berufliche Leistung.

Oder einen besonderen persönlichen Anlass.

Dann stehst du vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Du möchtest Wertschätzung ausdrücken, ohne in Floskeln zu geraten.

Du möchtest persönlich sprechen, ohne privat zu werden.

Du möchtest Leistungen würdigen, ohne einen Lebenslauf vorzulesen.

Und du möchtest erreichen, dass sich die geehrte Person wirklich gesehen fühlt.

Eine gute Laudatio zählt Leistungen auf. Eine hervorragende Laudatio macht ihre Bedeutung sichtbar.

 

 

 

Was ist eine Laudatio?

 

Eine Laudatio ist eine würdigende Rede zu Ehren eines Menschen, einer Gruppe oder gelegentlich auch einer Institution.

Sie wird beispielsweise gehalten bei:

  • Preisverleihungen
  • Ehrungen
  • Jubiläen
  • Verabschiedungen
  • beruflichen Auszeichnungen
  • kulturellen Veranstaltungen
  • akademischen Anlässen
  • besonderen persönlichen Ereignissen

Die Aufgabe besteht darin, Leistungen, Haltung und Bedeutung der geehrten Person für das Publikum lebendig werden zu lassen.

Das unterscheidet eine Laudatio deutlich von einem Lebenslauf.

Ein Lebenslauf berichtet, was geschehen ist.

Eine Laudatio zeigt, weshalb es Bedeutung hat.

 

 

 

Die wichtigste Frage vor jeder Laudatio

 

Bevor du formulierst, solltest du eine Frage beantworten:

Was soll das Publikum nach dieser Rede über diesen Menschen verstanden haben?

Vielleicht lautet deine Antwort:

Dieser Mensch hat etwas verändert.

Er hat andere Menschen geprägt.

Sie hat Mut gezeigt.

Sie hat Verantwortung übernommen.

Er hat eine Idee konsequent verfolgt.

Sie verbindet fachliche Exzellenz mit Menschlichkeit.

Dieser zentrale Gedanke wird zum roten Faden deiner Laudatio.

Ohne einen solchen roten Faden entsteht schnell eine Aneinanderreihung von Stationen, Eigenschaften und Komplimenten.

 

 

 

Die größte Gefahr: der vorgelesene Lebenslauf

 

Viele Laudationen beginnen ungefähr so:

„Geboren wurde sie im Jahr … Danach studierte sie … Anschließend arbeitete sie … Im Jahr … wechselte sie zu …“

Solche Informationen können wichtig sein.

Eine Rede gewinnt jedoch erst dann Leben, wenn Fakten mit Bedeutung verbunden werden.

Statt zehn berufliche Stationen aufzuzählen, wähle lieber zwei oder drei Momente, die etwas über diesen Menschen erzählen.

Zum Beispiel:

  • eine Entscheidung
  • eine Herausforderung
  • eine ungewöhnliche Haltung
  • eine prägende Begegnung
  • eine Situation, die seinen Charakter sichtbar macht

Menschen erinnern sich an Geschichten leichter als an Jahreszahlen.

 

 

 

Eine einfache Struktur für deine Laudatio

 

Eine überzeugende Laudatio kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein.

Die folgende Struktur funktioniert für viele Anlässe besonders gut.

 

1. Beginne mit einem starken Moment

Starte möglichst nah am Menschen.

Zum Beispiel mit:

  • einer kurzen Szene
  • einem überraschenden Satz
  • einer charakteristischen Beobachtung
  • einer persönlichen Begegnung
  • einer Frage

Zum Beispiel:

„Wer mit Anna Müller arbeitet, erlebt früher oder später diesen einen Moment: Alle erklären, weshalb etwas schwierig ist. Anna fragt: Was brauchen wir, damit es trotzdem gelingt?“

Schon dieser Einstieg erzählt mehr über einen Menschen als mehrere Lebenslaufdaten.

 

 

2. Zeige, was diesen Menschen besonders macht

 

Welche Eigenschaft zieht sich durch sein Handeln?

Mut?

Neugier?

Ausdauer?

Integrität?

Kreativität?

Menschlichkeit?

Fachliche Konsequenz?

Wähle lieber wenige prägnante Eigenschaften als eine lange Liste positiver Adjektive.

 

 

3. Erzähle eine konkrete Geschichte

 

Eine gute Geschichte macht Eigenschaften sichtbar.

Statt zu sagen:

„Er ist unglaublich hilfsbereit.“

erzähle eine Situation, in der diese Hilfsbereitschaft sichtbar wurde.

Das Publikum darf die Schlussfolgerung selbst ziehen.

Dadurch wirkt deine Würdigung glaubwürdiger.

 

 

4. Ordne die Leistung ein

 

Was wurde erreicht?

Und weshalb ist diese Leistung bemerkenswert?

Welche Widerstände gab es?

Welche Wirkung entstand?

Welche Menschen profitierten davon?

Was wäre ohne diesen Beitrag anders?

Damit bekommt die Leistung Kontur.

 

 

5. Zeige den Menschen hinter der Leistung

 

Auszeichnungen gelten häufig einer Leistung.

Menschen interessieren sich zugleich für den Menschen dahinter.

Welche Haltung hat diese Leistung ermöglicht?

Wie geht die Person mit anderen um?

Was zeichnet sie jenseits der offiziellen Erfolge aus?

Hier entsteht häufig der emotional stärkste Teil einer Laudatio.

 

 

6. Führe zum Anlass zurück

 

Jetzt beantwortest du die entscheidende Frage:

Warum wird dieser Mensch heute geehrt?

Formuliere die Antwort klar.

Dieser Moment darf groß sein.

Eine Ehrung lebt von Würdigung.

 

 

7. Ende mit einem Satz, der bleibt

 

Der letzte Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vermeide ein Ende wie:

„Ja, das war es eigentlich. Vielen Dank.“

Führe stattdessen noch einmal zum Kern deiner Würdigung.

Zum Beispiel:

„Für all das, was du geschaffen hast – und für die Art, wie du es geschaffen hast – gebührt dir heute diese Auszeichnung.“

Dann:

Name nennen. Würdigung aussprechen. Pause.

 

 

 

12 Tipps für eine überzeugende Laudatio

 

1. Sprich über einen Menschen, nicht über einen Lebenslauf

 

Daten liefern Orientierung.

Geschichten schaffen Bedeutung.

Nutze Fakten deshalb bevorzugt dort, wo sie etwas erklären.

 

 

2. Finde eine zentrale Botschaft

 

Eine Laudatio gewinnt Kraft, wenn sich ein Gedanke durch die gesamte Rede zieht.

Frage dich:

Wenn mein Publikum nur einen Gedanken behält – welcher soll es sein?

 

 

3. Recherchiere gründlich

 

Sprich mit Menschen, die die geehrte Person gut kennen.

Frage nach konkreten Situationen.

Nicht nur:

„Wie ist sie?“

Sondern:

„Wann hast du diese Eigenschaft besonders erlebt?“

Solche Fragen liefern Geschichten.

 

 

4. Prüfe Fakten

 

Namen.

Funktionen.

Jahreszahlen.

Projekttitel.

Auszeichnungen.

Eine fehlerhafte Information fällt bei einer Ehrung besonders unangenehm auf.

 

 

5. Wähle Geschichten sorgfältig

 

Eine Geschichte sollte zur Würdigung beitragen.

Eine lustige Anekdote kann hervorragend funktionieren.

Sie sollte den Geehrten dabei respektvoll zeigen.

Die Frage lautet:

Würde sich diese Person mit dieser Geschichte wohlfühlen?

 

 

6. Vermeide Insider, die kaum jemand versteht

 

Eine Laudatio richtet sich an den gesamten Raum.

Wenn eine Geschichte Hintergrundwissen benötigt, gib dem Publikum kurz den notwendigen Kontext.

 

 

7. Vorsicht mit Superlativen

 

„Einzigartig.“

„Genial.“

„Unglaublich.“

„Der Beste überhaupt.“

Solche Wörter verlieren schnell ihre Wirkung.

Konkrete Beispiele überzeugen stärker.

 

 

8. Nutze Humor mit Respekt

 

Humor kann einer Laudatio Wärme geben.

Besonders gut funktioniert Humor, der liebevoll etwas Typisches sichtbar macht.

Vermeide Pointen auf Kosten der geehrten Person.

Bei einer Laudatio steht Würdigung im Mittelpunkt.

 

 

9. Sprich zu den Menschen im Raum

 

Eine Laudatio ist kein vorgelesener Artikel.

Schau zur geehrten Person.

Schau ins Publikum.

Lass wichtige Gedanken wirken.

Sprich so, als würdest du etwas erzählen, das dir wirklich wichtig ist.

 

 

10. Schreibe für das Sprechen

 

Gesprochene Sprache braucht andere Sätze als geschriebene Sprache.

Kurze Sätze helfen.

Klare Gedanken helfen.

Pausen helfen.

Lies deinen Entwurf laut.

Du hörst dabei sofort, wo ein Satz zu kompliziert geworden ist.

 

 

11. Kürze konsequent

 

Fast jede Rede gewinnt durch Kürzung.

Frage bei jedem Abschnitt:

Trägt dieser Gedanke wirklich zur Würdigung bei?

Wenn zwei Geschichten dasselbe zeigen, behalte die stärkere.

Eine konzentrierte Laudatio wirkt häufig großzügiger als eine sehr lange.

 

 

12. Probe die Rede laut

 

Eine Laudatio existiert erst vollständig, wenn sie gesprochen wird.

Probe sie deshalb laut.

Prüfe:

  • Wie klingt der Einstieg?
  • Wo entstehen gute Pausen?
  • Welche Wörter brauchen Betonung?
  • Wo wird der Text zu lang?
  • Wie wirkt der Schluss?

Gerade bei einer wichtigen Ehrung lohnt sich ein vollständiger Probelauf.

 

 

 

Wie persönlich darf eine Laudatio sein?

 

Persönlich ist gut.

Privat braucht Fingerspitzengefühl.

Eine persönliche Beobachtung kann eine Laudatio besonders wertvoll machen.

Zum Beispiel:

„Was mich an dir seit unserer ersten Zusammenarbeit beeindruckt, ist …“

Damit zeigst du eine echte Beziehung zur geehrten Person.

Private Informationen, sensible Erlebnisse oder überraschende Enthüllungen gehören nur dann in die Rede, wenn ihre Veröffentlichung eindeutig angemessen ist.

Die geehrte Person sollte sich durch die Laudatio gesehen und gewürdigt fühlen.

Bloßstellung gehört auf eine andere Bühne.

 

 

 

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

 

Die passende Länge hängt vom Anlass und vom Veranstaltungsformat ab.

Viele Laudationen funktionieren sehr gut in etwa fünf bis zehn Minuten.

Bei großen Preisverleihungen können andere Vorgaben gelten.

Entscheidend ist weniger die absolute Länge als die dramaturgische Dichte.

Eine siebenminütige Rede kann lang wirken.

Eine zehnminütige Rede kann wie ein Augenblick vergehen.

Das hängt davon ab, ob jeder Teil etwas beiträgt.

 

 

 

Soll ich meine Laudatio auswendig lernen?

 

Vollständiges Auswendiglernen ist selten erforderlich.

Viel wichtiger ist, dass du deinen Aufbau und deine wichtigsten Gedanken sicher kennst.

Je vertrauter dir deine Rede ist, desto leichter kannst du Kontakt zum Publikum halten.

Für viele Redner funktioniert ein vollständig formulierter Text gut, wenn er intensiv laut geprobt wurde.

Andere arbeiten lieber mit Stichpunkten.

Wähle die Form, die dir Sicherheit gibt und gleichzeitig lebendiges Sprechen ermöglicht.

 

 

 

Laudatio mit Manuskript: Worauf achten?

 

Wenn du mit Manuskript sprichst, gestalte es für deine Augen und deine Stimme.

  • große Schrift
  • großer Zeilenabstand
  • kurze Absätze
  • deutliche Seitenzahlen
  • keine Trennung wichtiger Sätze über zwei Seiten
  • markierte Schlüsselbegriffe

Schau regelmäßig auf.

Besonders bei persönlichen Aussagen gehört dein Blick zur geehrten Person.

 

 

 

Eine Laudatio schreiben lassen?

 

Bei einer wichtigen Rede entsteht schnell der Wunsch, den gesamten Text schreiben zu lassen.

Das kann funktionieren.

Besonders überzeugend wird die Rede jedoch, wenn deine persönliche Perspektive darin hörbar bleibt.

Deshalb arbeite ich bei wichtigen Reden bevorzugt gemeinsam mit dem Redner oder der Rednerin.

Wir klären:

  • Was soll diese Laudatio bewirken?
  • Was zeichnet die geehrte Person wirklich aus?
  • Welche Geschichten gehören hinein?
  • Welche Dramaturgie trägt?
  • Welche Formulierungen passen zu dir?
  • Wie entsteht ein überzeugender Schluss?

So entsteht eine Rede, die professionell vorbereitet ist und trotzdem nach dir klingt.

 

 

Der entscheidende Gedanke

Bei einer Laudatio geht es um einen Menschen.

Um seine Leistungen.

Um seine Haltung.

Um die Spuren, die er hinterlassen hat.

Und um die Frage, weshalb all das heute gewürdigt wird.

Wenn diese Antwort klar ist, wird auch deine Rede klarer.

Eine starke Laudatio lässt einen Menschen für einige Minuten durch die Augen derjenigen sichtbar werden, die seinen Wert erkannt haben.

 

 

 

Wenn diese Laudatio wirklich zählen soll

 

Vielleicht steht eine wichtige Preisverleihung, Ehrung, Verabschiedung oder ein Jubiläum bevor.

Vielleicht hast du bereits einen Entwurf.

Vielleicht existieren bisher einzelne Geschichten und Gedanken.

Oder du möchtest von Anfang an eine klare Dramaturgie entwickeln.

Im persönlichen 1:1 können wir unmittelbar an deiner konkreten Laudatio arbeiten:

  • Kernbotschaft klären
  • Material und Geschichten auswählen
  • Dramaturgie entwickeln
  • Formulierungen schärfen
  • Einstieg und Schluss optimieren
  • Rede laut proben
  • Stimme und Körpersprache einbeziehen
  • den tatsächlichen Auftritt vorbereiten

So entsteht eine Laudatio, die würdigt, berührt und zu dir passt.

Online oder persönlich in Berlin.

Antworten auf häufige Fragen

Was gehört in eine Laudatio?

In einer Laudatio werden Verdienste gewürdigt, meist einer Person, mitunter auch einer Gruppe oder einer Institution. In die Lobrede gehören in erster Linie die Verdienste, dann Dank und Wünsche.

Was ist eine Laudatio?

Eine Laudatio ist eine Lobreden in der die Verdienste einer Person, einer Gruppe oder einer Institution, gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen die Verdienste, dann Dank und Wünsche. Anlass kann ein Jubiläum oder eine Preisverleihung sein.

Der häufigste Fehler bei einer Laudatio?

Bei einer Laudatio geht es um die Person, die Gruppe oder die Institution, die gewürdigt werden soll. Laudatoren neigen allerdings dazu, das zu vergessen und bringen sich selbst zu sehr ein. Das ist der häufigste Fehler, der bei Lobreden zu beobachten ist.

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

Eine Laudatio sollte so lang sein, wie der Inhalt und die Botschaft erfordern und nicht länger. Selten gelingt es bei solchen Gelegenheiten, die Aufmerksamkeit mehr als 10 Minuten aufrechtzuerhalten. Wie so oft gilt, was nicht hilft, schadet.

Wie beendet man eine Laudatio?

Führe am Ende zum Kern der Ehrung zurück. Formuliere klar, weshalb dieser Mensch heute gewürdigt wird. Der letzte Satz darf emotional und prägnant sein.

Darf eine Laudatio lustig sein?

Ja. Humor kann Wärme und Nähe erzeugen. Besonders gut funktioniert respektvoller Humor, der etwas Liebenswertes oder Charakteristisches über die geehrte Person zeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Laudatio und Lobrede?

Die Begriffe werden häufig ähnlich verwendet. Eine Laudatio bezeichnet meist eine feierliche Würdigung anlässlich einer Ehrung, Preisverleihung oder eines besonderen Ereignisses. „Lobrede“ ist der allgemeinere deutsche Begriff.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

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Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

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→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

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Auf was achtest du bei einer Laudatio?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. November 2015
Überarbeitung: 26. September 2019

Finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen

Finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen

Damit Sie sich und Ihr Angebot für diew Karriere überzeugend präsentieren
Typische Fragen in Bewerbungsgesprächen

Vorstellungsgesprächen

 

Es gibt einige typische Fragen in Bewerbungsgesprächen, die so gut wie immer auftauchen. Aber Vorsicht vor Wischi-Waschi-Musterantworten! Finden Sie eigene Antworten, nutzen Sie die Gelegenheit und präsentieren Sie sich mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Angebot. Beides gehört zusammen, überzeugt zusammen!

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Karriere: Die häufigsten Fragen in Bewerbungsgesprächen

 

Zur Karriere gehören zahlreiche Schritte, Herausforderungen, die zu weiteren Herausforderungen führen. Dazu gehört auch der Bewerbungsprozess. Eine Hürde nach der anderen will genommen werden.

In der Regel können Bewerber:innen, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, davon ausgehen schon etwas richtig gemacht zu haben, sonst wären sie bei entsprechendem Wettbewerb ja auch nicht eingeladen worden. Wer so weit gekommen ist verschenkt doch keine Gelegenheit, oder?

 

 

 

Heikle Bewerbungsfragen

 

Was für eine Überraschung! Wer hätte denn so etwas ahnen können? Zumindest für unvorbereitete Bewerber:innen scheinen manche Fragen im Bewerbungsgespräch wie aus dem Nichts aufzutauchen. Dabei sind die meisten von ihnen absehbar. Das wissen auch die Personalverantwortlichen und trotzdem dürfen die sich öfters darüber wundern, wie unvorbereitet oder eigenartig manche Antworten ausfallen. Wobei nichtssagende Antworten auch keine Punkte bringen. Schließlich bieten die Antworten und die Qualität der Vorbereitung Einblick in das Wesen der Bewerber:innen. Wer schon für das Bewerbungsgespräch nicht willens oder in der Lage ist sich kompetent vorzubereiten, sortiert sich selbst aus. Außer, es ist auch nicht für die Stelle relevant. Aber, … wo ist das der Fall?

 

 

 

Eine wunderbare Gelegenheit für motivierte Bewerber:innen

 

Ob ein Bewerber:innen sich auskennt, ist an seinen Antworten zu erahnen. Wobei auch Bewerber:innen gute Fragen stellen sollten. Denn ob ein Mensch klug ist, lässt sich noch besser an seinen Fragen erkennen.

 

Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.

Lucius Annaeus Seneca

 

 

 

Vorbereitung auf wichtige Bewerbungsgespräche

 

Wie so oft ist der Erfolg von der entsprechenden Vorbereitung abhängig. Eine Reihe von Bewerbungsfragen dafür finden Sie auf dieser Seite. Sie können mit den Beispielen im Artikel passende Antworten finden oder sich mit meiner Unterstützung optimal vorbereiten.

 

 

 

 

Wie Sie antworten können

 

Manches überrascht, vieles in Vorstellungsgesprächen ist absehbar. Hier einige Tipps zum Umgang mit typischen Fragen in Bewerbungsgesprächen:

 

 

 

1. Standardantworten

 

Zahlreiche Ratgeber liefern Listen mit Fragen, die in Bewerbungsgesprächen häufig anzutreffen sind. Passend dazu sind auch mehr oder wenige durchdachte Musterantworten im Angebot. Sie zu kennen kann durchaus der Vorbereitung dienen, doch es birgt auch Gefahren, weil standardisierte Antworten leicht ins Abseits führen. Schließlich will der potenzielle Arbeitgeber etwas über die Bewerber:innen erfahren und nicht ständig Antworten aus der Retorte hören. Ein wesentliches Ziel eines Bewerbungsgesprächs ist das gegenseitige Kennenlernen. Wie soll das möglich sein, wenn Sie mit fremden Aussagen antworten?

 

 

 

2. Eigene Antworten

 

Nutzen Sie die Gelegenheit und präsentieren Sie sich mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Angebot. Beides gehört zusammen, beides muss  überzeugend! Wenn es sich nicht um ein Verhör, sondern um ein echtes Gespräch handelt, haben sich alle Beteiligten gut vorbereitet, hören interessiert zu, fragen und antworten, tauschen sich aus, bilden sich eine Meinung voneinander. Ein gutes Bewerbungsgespräch ist keine Einbahnstraße.

Eine Vorauswahl hat stattgefunden und nun will der Vertreter des Arbeitgebers herausfinden, ob der bisherige Eindruck, der meist aus den Bewerbungsunterlagen und mitunter auch Empfehlungen oder Recherchen gewonnen wurde, sich mit dem persönlichen Eindruck deckt.

Dazu interessiert ihn beispielsweise:

  • Wie motiviert ist der Bewerber:innen?
  • Welches Engagement ist bei der Bewerbung zu erkennen?
  • Hat er oder sie sich vorbereitet?
  • Welche menschlichen Eigenarten und Fähigkeiten sind zu erkennen?
  • Passt der Bewerber:innen zu uns?

 

 

 

3. Vorbereitet oder unvorbereitet

 

Man sollte mangelnde Vorbereitung nicht in Bausch und Bogen kritisieren oder sogar verdammen, sondern vielmehr auch den Wunsch nach Herausforderung herauszulesen verstehen. Sie sind ein Meister der Stegreifrede? Hervorragend! Allerdings erinnere ich vorsichtshalber nochmals daran, dass es auch dann hilfreich ist, sich vorher darüber im Klaren zu sein, wohin die Reise gehen soll. Hoch lebe die Kunst der professionellen ImproRhetorik™. Allerdings…

Eine attraktive Position ist eine fundierte Vorbereitung wert. Es gilt eigene Antworten zu finden, die sowohl authentisch zur eigenen Persönlichkeit passen, der Aufgabe und Position und damit dem Arbeitgeber entsprechen. Dabei hat sich gezeigt, dass es am förderlichsten ist, wenn die Prinzipien für erfolgreiche Bewerbungsgespräche, Techniken und Strategien frühzeitig verinnerlicht werden.

 

Tipps zur Vorbereitung auf typische Fragen im Bewerbungsgespräch

 

Widmen Sie bei der Vorbereitung der eigenen Positionierung besondere Aufmerksamkeit. Wohin wollen Sie? Für was stehen Sie? Welche Schnittmengen gibt es bei den gemeinsamen Interessen? 
So können Sie Fragen authentisch beantworten, ohne sie auswendig zu lernen. 
Wobei sich Probeläufe sehr bewährt haben.

 

 

 

1. Typische Fragen

Eröffnungsfragen

 

  • Können Sie bitte etwas über sich erzählen?
  • Weshalb sollten wir Sie einstellen?
  • Weshalb haben Sie sich bei uns beworben?
  • Weshalb wollen Sie gerade diese Stelle?
  • Beschreiben Sie kurz Ihren bisherigen beruflichen Werdegang.
  • Auf welche für diese Stelle relevanten Erfahrungen können Sie verweisen?
  • Wie beschreiben Sie Ihren idealen Vorgesetzten?
  • Was wollen Sie von mir wissen?

 

Fragen zur Motivation

 

  • Weshalb wollen Sie Ihren bisherigen Arbeitsplatz aufgeben?
  • Was für Gehaltsvorstellungen haben Sie?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Welche Aufgaben verbinden Sie mit der Stelle?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?
  • Was würden Sie machen, wenn Sie diese Stelle nicht bekommen?
  • Haben Sie Fragen?

Fragen zum Arbeitsstil

 

  • Können Sie bitte Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Wie gehen Sie mit Druck um?
  • Beschreiben Sie einen Moment, in dem es nicht so lief, wie Sie es sich gewünscht haben und was Sie dann getan haben?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Was würden Sie als Schwerpunkt der ersten 100 Tage betrachten?
  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie gehen Sie mit schwierigen Menschen um?
  • Wie verschaffen Sie sich den Respekt Ihrer Kollegen?
  • Wie überzeugen Sie andere Menschen?
  • Sehen Sie sich eher als Führungskraft oder als Mitarbeiter?
  • Woran erkennen Sie, ob Sie gute Arbeit geleistet haben?
  • Welche Rolle übernehmen Sie in Gruppen?
  • Wie motivieren Sie sich?
  • Was stört Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  • Welche Führungserfahrung haben Sie?
  • Was verstehen Sie unter Teamarbeit?

Fragen zur Persönlichkeit

 

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen? Die dahinter vermutlich verborgene Frage: Sind Sie ehrlich und selbstkritisch?
  • Wo möchten Sie in 3, 5, 10 Jahren stehen?
  • Was würde Sie am meisten demotivieren?
  • Wie gehen Sie mit Konflikten um?
  • Welche Frage würden Sie an meiner Stelle haben?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Wie reagieren Sie auf Stress?
  • Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
  • Wie mache ich mich als Interviewer?
  • Welche Frage würden Sie an meiner Stelle haben?

 

Persönliche Werte

 

  • Welche 5 Begriffe beschreiben am besten Ihre Persönlichkeit?
  • Welche Person hat den größten Einfluss auf Sie ausgeübt?
  • Welche Vorbilder haben Sie?
  • Was bedauern Sie am meisten und warum?
  • Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Was war die größte Lektion in Ihrem Leben?
  • Was ist Ihnen besonders wichtig im Leben?
  • Möchten Sie in nächster Zeit eine Familie gründen?
  • Was würden Sie im Vergleich zur letzten Tätigkeit bei uns anders machen?
  • Welche Interessen haben Sie?

2. Selbstpräsentation in Bewerbungsgesprächen

 

Punkten im Vorstellungsgespräch? „Erzählen Sie doch bitte etwas über sich!“, sagt der Personaler. Und Sie legen los mit einer sorgfältig auf das Unternehmen abgestimmten Präsentation Ihrer beruflichen Entwicklung. Sie präsentieren sich und Ihr Angebot so überzeugend, dass die Wahl nur noch auf Sie fallen kann. Noch Fragen?

3. Unterstützung

 

Nutzen Sie die Unterstützung von Experten, um Ihre Karriere voranzubringen. Dabei haben sich ganz unterschiedliche Bereiche als nützlich erwiesen. Ich bin Ihre Unterstützung, wenn es darum geht, wie Sie sich und Ihre Angebot überzeugend präsentieren. Wollen Sie die Gelegenheit beim Schopf packen und sich optimal vorbereiten, einen Probelauf mit konstruktivem Feedback?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Kennen Sie weitere Fragen, für die sich eine Vorbereitung lohnt?

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2007
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #43315