Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Was schützt gegen Propaganda, Fake News und eigenartige Theorien?
Propaganda

Propaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

 

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. In diesem Zusammenhang spielen auch Gegenpropaganda, Fake News und Verschwörungstheorien eine Rolle. Wie funktioniert sie und was schützt? Kleiner Hinweis: Der Aluhut ist es nicht!

Wollt Ihr den totalen Krieg?

 

Am 18. Februar 1943 hielt der Propagandaminister Goebbels im Sportpalast an der Potsdamer Straße in Berlin eine Rede, um die Massen in einer zweistündigen Rede auf den totalen Krieg einzuschwören. Das ausgewählte Publikum jubelte ihm zu. Über das Radio wurde die Rede übertragen und dann an den kommenden zwei Tagen mehrmals ausgestrahlt.

Zwei Wochen vorher, am 2. Februar 1943, hatte die Wehrmacht in Stalingrad kapituliert. Schwer vorstellbar, dass noch jemand glaubte, der Krieg sei noch nicht verloren.

Rhetorisch gesehen war die Sportplatzrede schnell gestrickt, einige sprachliche Mittel sind vergleichsweise einfach zusammengewürfelt worden.

 

Sprachliche Mittel in der Sportpalastrede:

  • Emotionalisierung
  • Superlative
  • Übertreibung
  • Euphemismen
  • imperativer Stil
  • Wiederholungen
  • religiöser Sprachgebrauch
  • wertende Adjektive zur Diffamierung

 

Für viele Menschen gilt sie als Beispiel für perfide Propaganda. Dabei war sie außerhalb des Sportpalasts relativ wirkungslos.

Wenn es um Propaganda geht, sind Nationalsozialismus und Kommunismus, die häufigsten Untersuchungsthemen. Doch es gibt auch heute zahlreiche Beispiele für Propaganda. Nicht nur die sozialen Medien und Fake News werden für vielerlei Interessen eingesetzt.

 

 

 

Was ist Propaganda?

 

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. So soll die Meinungsbildung beeinflusst werden. Propaganda zielt auf die Masse ab. Wer Propaganda betreibt, möchte vor allem die Meinungshoheit erobern und so bestimmen, was die Massen als Wahrheit akzeptieren.

 

 

 

Wer übt Propaganda wie aus?

 

Besonders unrühmliche Beispiele liefert die Propaganda der Nationalsozialisten. Für die Mobilisierung der Massen wurde bei der politischen Arbeit der Fokus auf die Propaganda gelegt. Adolf Hitler hatte bereits in Mein Kampf die Prinzipien beschrieben:

  • Die Konzentration auf wenige Themen und Schlagworte
  • Schön einfach halten und Nachdenken vermeiden
  • Ansprechen der Emotionen der Massen
  • Vermeidung von Differenzierungen
  • Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

 

Am 13. März 1933 – also einen Tag nach der nationalsozialistischen Machtergreifung – wurde von Adolf Hitler die „Gleichschaltung des politischen Willens der Länder“ angeordnet. Genutzt wurde dazu das von diesem Moment von Propagandaminister Joseph Goebbels geleitete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.

Doch nicht nur in der nationalsozialistischen Propaganda wurden diese Prinzipien höchst erfolgreich missbraucht. Propaganda wird von unterschiedlichsten Akteuren und Interessen eingesetzt. Staaten, Medien, Unternehmen, Gruppen, Einzelpersonen nutzen Instrumente der Propaganda für sich und ihre Ziele. Mal geht es darum, Kriege zu legitimieren, sich selbst, die eigene Leistung oder eigene Produkte besser dastehen zu lassen, oder darum, andere Meinungen und Menschen zu diffamieren. Propaganda ist Manipulation. Diese Manipulation dient der Täuschung.

 

 

 

Was schützt vor Propaganda?

 

Propaganda arbeitet mit Ängsten und Hoffnungen. Propaganda verspricht denen, die folgen, zu den Starken, Guten, zu den Siegern zu gehören. Wer folgt, gehört nun zu einer Gruppe und das suggeriert Sicherheit durch den Zusammenhalt. Doch der Preis der vereinfachten Wahrheiten ist Unterwerfung.

Je mündiger und informierter das Publikum, desto eher perlt Propaganda an ihm ab. Deswegen sind diejenigen die Propaganda ausüben auch daran interessiert Einfluss auf die freie Meinungsbildung zu nehmen.

Aufklärung und Information helfen. Und damit es nicht wie Propaganda wirkt, ist Transparenz gefragt. Angebote zur Aufklärung erfolgt möglichst im freien Austausch, im neugierigen Ringen um Perspektiven. So wird die Meinungsbildung gefördert, anstatt mit Gewalt die Sicht korrigiert. Erst echte Einsichten gehen tief genug, um Veränderungen zu fördern. Reine Kosmetik an der Oberfläche sorgt bestenfalls dafür, dass Meinungen nur noch hinter verschlossenen Türen geäußert oder – noch gefährlicher – einseitig bestätigt und radikalisiert werden. Filterblase und Echokammer erschweren die freie Meinungsbildung zusätzlich. Wer im eigenen Saft schmort, bildet sich keine umfassende Meinung mehr, sondern empfindet nur Bestätigung für vorhandene Überzeugungen. Es sind entsprechende Informationen notwendig, mit denen es möglich ist sich eine eigene Meinung zu erarbeiten.

 

 

 

Gegenpropaganda: Propaganda gegen Propaganda

 

Gegenpropaganda ist Propaganda, die sich gegen die Ausbreitung bestimmter Vorstellungen, Gedanken, Vermutungen, Gerüchte oder Ähnliches richtet.

Gut gemeint und schlecht gemacht: Selbst gut gemeinte Gegenpropaganda bleibt Propaganda. Sie hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack, da der manipulierende Charakter bitter auf alles durchfärbt. Das erzeugt Widerstand, selbst bei wünschenswerten Anliegen.

 

 

 

Medien

 

Massenmedien dienen der Meinungsbildung. Da ist die Propaganda nicht weit. Hier wird versucht, kollektive Überzeugungen und Emotionen zu beeinflussen, für bestimmte Handlungen zu motivieren.

Die Mittel für Propaganda sind heute vielfältiger als je zuvor. Wo früher Radio, Film, Fernsehen und Presse die wichtigsten propagandistischen Mittel waren, kommen heute die verschiedenen Netzwerke und digitalen Medien hinzu. Die Auswertungen persönlicher Daten ermöglicht heute eine zunehmend gezieltere Ansprache und Manipulation.

Ähnlich wie Boulevardmedien wird in den sozialen Medien weniger mit Zahlen, Daten, Fakten gearbeitet, sondern mit Emotionen. Die gesunkene Glaubwürdigkeit der klassischen Nachrichten und Medien öffnet selbst skurrilen Quellen Tür und Tor.

Propaganda nutzt die Medien und wird als Waffe spätestens dann eingesetzt, wenn es darum geht, ein bevorstehendes Ereignis so zu beeinflussen, dass das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. Oft gilt es Ereignisse, wie bei Fake News an Ereignisse, für eigene Zwecke zu alternativen Realitäten beziehungsweise alternativen Fakten zu machen.

 

 

 

Alternative Fakten

 

Die Bezeichnung alternative Fakten (englisch: alternative facts) wurde durch Kellyanne Conway, die Beraterin des seit 20. Januar 2017 amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, zum Auslöser von Spott. Sie verteidigte die falschen Angaben des Pressesprechers des Weißen Hauses Sean Spicer über die Größe des Publikums während der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Als der Journalist Chuck Todd von NBC sie während des Interviews fragte, weshalb Spicer widerlegbar falsche Behauptungen äußere, antwortete Conway:

„Don’t be that overly dramatic about it, Chuck. You’re saying it’s a falsehood, and they’re giving — Sean Spicer, our press secretary, gave alternative facts to that.“ Übersetzt: „Chuck, seien Sie nicht so übertrieben dramatisch. Sie sagen, es sei eine falsche Behauptung, und … unser Pressesprecher Sean Spicer präsentierte dazu alternative Fakten.“

Chuck Todd entgegnete daraufhin: „Alternative facts are not facts. They are falsehoods.“, also „Alternative Fakten sind keine Fakten. Es sind Unwahrheiten.“

Fake News wirken mitunter wie Satire, doch das ist nicht ihre Funktion. Mit ihnen soll ein Publikum für bestimmte Zwecke, politisch, sozial oder wirtschaftlich manipuliert werden.

 

 

 

System?

 

Alternative Fakten werden in Donald Trumps Buch The Art of the Deal (deutsch: Die Kunst des Geschäfts) im Sinne von „truthful hyperbole“ (deutsch: wahrheitsgemäße Übertreibung) als eine harmlose Form der Übertreibung und sehr wirksame Form der Werbung dargestellt. Es wird behauptet, dass die Menschen glauben wollen, dass etwas das Größte, Gewaltigste und Spektakulärste ist. Also sollte das Publikum mit Gigantomanie glücklich gemacht werden.

Obwohl diese Machenschaften selbst mit wenig Aufwand erkennbar sind, entfalten sie bei manchen Zielgruppen besonders leicht ihre Wirkung. Sie haben gewissermaßen den Zweck, der Wahrnehmung zu widersprechen. Die Mechanismen sind in uns angelegt. Menschen neigen dazu, neue Informationen mit dem eigenen Wissen abzugleichen. Stimmen sie mit Vorhandenem überein, bestärken sie das eigene Wissen. Widersprechen sie sich, entsteht kognitive Dissonanz. Diesen unangenehmen Zustand wollen Menschen möglichst vermeiden, indem eigenes Wissen mit den neuen Fakten abgestimmt wird. Immensen Einfluss hat dabei heute die Verwirrung und Belastung durch die Vielfalt der widersprüchlichen Informationen in den sozialen Medien.

Die Absicht offensichtlicher Lügen ist die Verwirrung, die Verschiebung des Diskurses, wodurch plötzlich vieles infrage gestellt wird. Diese Zusammenhänge machen sich manche Interessen zunutze und bereichern uns mit alternativen Fakten. Es ist auch eine Machtdemonstration; wer sie trotz besseren Wissens weitererzählt, wird belohnt und wer nicht mitspielt, der wird bestraft. Insofern sind alternative Fakten und die dahinterstehende Strategie weniger harmlos, als die kabarettistischen Reaktionen auf den ersten Blick vermuten lassen.

Aluhut und Weltverschwörung

 

Kriege, Terroranschläge oder Pandemien: In Zeiten der Verunsicherung sind Menschen empfänglicher für eigenartige Ideen. Krisen liefern einen ergiebigen Nährboden für Fantasien. Bei empfundenen Kontrollverlust steigt die Bereitschaft sie zu glauben. Dann haben Verschwörungstheorien leichter verbreitet zu werden. Die Zeit der Coronakrise zeigt das in deutlichem Maße.

Was früher hinter vorgehaltener Hand und flüsternd mit Gleichdenkenden geteilt wurde, wird heute öffentlich herausposaunt. Das Internet hat das erleichtert. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass Verschwörungstheorien, Fake News und Propaganda nicht ausschließlich von vermeintlichen gesellschaftlichen Randpersonen verbreitet und geglaubt werden. Selbst einige Zeitgenossen, die wir bisher für selbstständig denkend gehalten haben, driften ab in Scheinwelten. Sie scheinen nun in entfernten Realitäten unterwegs zu sein. Newton, andere Experten und wissenschaftliche Standards gelten nun nicht mehr.

Im empörten Ton verbreiten sich einfache Erklärungen. Werden dann auch noch die Schuldigen genannt, ist dies für eine erstaunlich große Anzahl von Menschen  attraktiv. Endlich verspricht etwas, Ordnung in eine verwirrende Welt zu bringen, und wenn es noch so bodenlose Verschwörungstheorien sind. An einem Tag ist es Corona-Pandemie, an einem anderen wird Darwin und die Evolution bezweifelt, es existieren sogar Anhänger der These, die Erde wäre eine Scheibe.

Dass die Freiheit, selbst eigenartige Äußerungen verbreiten zu dürfen, als ein Indiz für Demokratie und Meinungsfreiheit gedeutet werden könnte, streiten vehemente Verfechter von Verschwörungstheorien ab. Ein tatsächlicher Austausch verschiedener Standpunkte wird dann oft abgelehnt, beziehungsweise bricht zunehmend die Gesprächsgrundlage weg. Was nicht lässt, wird passend gemacht. Als gesichert geltende Erkenntnisse und angesehene Experten werfen ignoriert, infrage gestellt und als Propagandawerkzeuge gebrandmarkt. Einige Theorien sind liebenswert verschoben, andere extrem und gefährlich, besonders die rassistischen.

Eigene Quellen halten oft nicht einmal einer oberflächlichen Betrachtung stand, doch auf solche Hinweise wird häufig mit Aggression reagiert. Mit verschiedensten Interessen machen sich Menschen und Organisationen die Gelegenheit zunutze. Solch ein Nährboden eignet sich sehr gut für Propaganda. Ein genauer Blick auf die Quelle und Interessen wäre auch hier sehr erhellend, ist jedoch eher selten.

 

Hilfreiche Fragen:

  • Wer hat welche Vorteile?
  • Auf welche Daten stützt sich die Behauptung?
  • Lassen die Daten sich überprüfen?
  • Welche Glaubwürdigkeit haben die Beteiligten?
  • Wer steckt dahinter?
  • Ist das errichtete Modell in sich schlüssig?
  • Wie wird mit anderen Sichtweisen umgegangen?
  • Welche Knöpfe werden gedrückt?
  • Gibt es Hinweise auf Manipulationsversuche?
  • Weshalb will ich die Behauptung glauben?
  • Wie wahrscheinlich ist die Behauptung?

 

 

 

Verschwörungen

 

Gesunder Zweifel ist empfehlenswert. Ein genauerer Blick weist auf die Einflussfaktoren hin:

  • prägende Kultur
  • religiöse Einflüsse beziehungsweise Esoterik
  • Soziale Medien (Echokammer, Bots)
  • Fehlende Bildung beziehungsweise Halbwissen

 

Wobei es wichtig ist auch anzuerkennen, dass es tatsächlich Verschwörungen gab und gibt. Es existieren in der Menschheitsgeschichte einige Beispiele dafür, dass der Masse der Menschen bestimmte Informationen vorenthalten wurden. Oft erst eine ganze Weile später werden mitunter die Archive geöffnet und wir dadurch erfahren, was tatsächlich geschehen ist.

Als Verschwörung wird im Allgemeinen der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen bezeichnet, die einem unlauteren, ehrlosen oder illegalen Zweck dient. Findet die Zusammenarbeit dieser Personen verdeckt statt, wird das als Konspiration bezeichnet, und die Verbindung von Verschwörung und Konspiration als Komplott. Verschwörungen richten sich gegen konkrete Personen, Einrichtungen oder bestehende Zustände. Sie dienen beispielsweise der Vertuschung und Strafvereitelung.

P.S.

 

Was halten Sie von Propaganda und Gegenproganda? Wie schützen wir uns am besten?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. September 2015
Überarbeitung: 13. Mai 2020
Englische Version:
AN: #54654
K: CNB
Ü:

18 Tipps, wie du mutig für deine Überzeugung einstehen. Überzeugen trotz Gegenwind.

18 Tipps, wie du mutig für deine Überzeugung einstehen. Überzeugen trotz Gegenwind.

Wenn Sie nicht mehr über eine Ungerechtigkeit oder eine ungenutze Chance hinwegsehen wollen
Mutig für eine Überzeugung einstehen

Mutig für Überzeugungen einstehen

 

So manch ein Mensch hat eine Meinung, die Beachtung verdient. Oft wird diese Meinung jedoch nicht gehört. Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter. Dann ist es an der Zeit sich zu entscheiden, ob das so bleiben oder die Sicht deutlicher mit anderen Menschen geteilt werden soll. Nicht jeder wagt diesen Schritt. Wie steht es mit Ihnen?

Sie wollen nicht wegsehen?

 

Stellen Sie sich vor, Sie sind es durchaus gewohnt, Ihren Mund aufzumachen,  sich einzubringen und für Überzeugungen einzusetzen. Nach engagierten Gesprächen ist Ihre Position klar. Selbst mit den meisten Personen, die Gegenpositionen vertreten, sind Sie im Austausch und es lassen sich auch dort viele Unstimmigkeiten klären. Sie halten es für wichtig, genau hinzusehen und teilzunehmen.

Dann entdecken Sie ein Anliegen, dass Sie fairer gestalten wollen. Sie suchen nach geeigneten Wegen, sich dafür einzusetzen und starten eine Petition. Nach wenigen Tagen haben mehr als 18.000 Menschen sich mit einer Unterschrift zur Unterstützung gefunden. Das ändert noch nicht die Missstände, doch es ist schon ein gutes Gefühl gehört zu werden.

Auf Umwegen erfahren Sie dann, dass jemand mit Einfluss Ihre Meinungsäußerung missbilligt. Ihr Engagement hat möglicherweise in mehrerlei Hinsicht Konsequenzen. Sie werden womöglich einen höheren Preis für Ihr Engagement zahlen, als Sie vermutet haben. Gegenwind kann viele Formen haben. Was tun?

 

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas sinnvoll ist, egal wie es ausgeht.

Václav Havel

 

Leider verstecken sich zu viele Menschen, bleiben in Deckung. Nicht jeder wagt den Schritt in die Verantwortung. Oft werden mögliche Konsequenzen gescheut, mitunter zu Recht. Einige Menschen haben eine persönliche Meinung, die Beachtung verdient. Ist diese Meinung jedoch bisher nicht laut genug zu hören, dann ist es an der Zeit sich zu entscheiden, ob das so bleiben oder die Sicht deutlicher mit anderen geteilt werden soll.

Was brauchen Sie, um sich mutig für Ihre Überzeugungen einzusetzen?

18 Tipps für den Umgang mit Gegenwind

 

 

1. Chancen, Risiken, Entscheidungen

 

Besser, Sie fragen sich schon frühzeitig; „Welche Chancen und Risiken sind mit welchem Vorgehen verbunden?“ und „Welchen Preis sind Sie bereit, für Ihr Anliegen zu zahlen?“

Erfordert es etwas Zeiteinsatz oder kann es das bisherige Leben gefährden? Es ist besser, diese Überlegung bewusst in die Entscheidung einzubeziehen, als später überrascht zu werden.

Meist nicht erforderlich, sich als Märtyrer den Hyänen zum Fraß vorzuwerfen. In der Regel genügt es den Mut aufzubringen darüber so zu reden, dass andere Menschen sich dazu ebenfalls eine Meinung bilden und gegebenenfalls anschließen können.

Manchmal rennen wir offene Türen ein und, obwohl wir Widerstand erwartet haben, werden wir mit offenen Armen empfangen. Wenn nicht; dann gibt es halt etwas Gegenwind. Ja und? Wer sich in nicht totalitären Systemen wagt eine eigene Meinung zu äußern und dabei kein unnötiges Porzellan zerschlägt, holt sich gegebenenfalls ein paar blaue Flecken. Doch fühlt sich selbst das meist besser an, als alles herunterzuschlucken. Wer den Eindruck hat, den Geschehnissen ausgeliefert zu sein, leidet früher oder später. Menschen, die so innerlichen Druck aufbauen, werden unglücklich, krank und mitunter explodieren sie sogar irgendwann emotional. Dann entlädt sich der Frust in einer Art und Weise, die nicht mehr angemessen ist und trifft leicht Menschen, die damit oft nicht einmal etwas zu tun haben. Also entscheiden Sie weise.

 

 

 

2. Gegenwind als Hinweis den Mainstream zu verlassen

 

Anstatt sich über Gegenwind zu ärgern oder ihn als unangenehm zu empfinden, hilft es, ihn auch als positives Zeichen wahrzunehmen: Es bedeutet, Sie verlassen den Mainstream, kommen aus dem Windschatten vorgefertigter Meinungen und beschreiten nun eigene Wege. Raus aus der vermeintlich sicheren Deckung.

Sie haben nun einen erkennbaren Standpunkt und das wird registriert. Wer polarisiert wird eher wahrgenommen, Sie nehmen jetzt teil! Gratulation!

 

 

 

3. Locker bleiben

 

Wer auf Granit stößt, sollte nicht noch hineinbeißen. Behalten Sie einen kühlen Kopf und die konstruktive Gelassenheit, mit der Sie die besten Entscheidungen treffen und gekonnt handeln. Es gilt mitunter Mauern zu überwinden, wobei es auch in Ordnung ist weit geöffnete Türen zu erkennen und zu durchschreiten, wenn sie zum Ziel führen.

 

 

 

4. Bleiben Sie Ihren Werten treu

 

Gerade, wenn der Gegenwind heftiger und der Ton rauer wird, können Sie zeigen, dass Sie die von Ihnen vertretenen Werte ernst nehmen, sie leben. Das unterscheidet die Helden von den Fanatikern.

Unverschämtheiten und Beleidigungen sind eine Herausforderung, wenn das Ziel ist sich nicht auf das Niveau solcher Leute hinunterziehen zu lassen. Bleiben Sie hingegen sich und Ihren Werten treu, sind Sie umso aufrechter auf dem Weg.

 

 

 

5. Lernbereitschaft

 

Schauen Sie sich die Rückmeldungen genauer an, auch die unbequemen, selbst die unangemessen geäußerten. Möglicherweise gibt es etwas zu lernen. Vielleicht haben Sie ja etwas übersehen. Zumindest haben Sie dann eine bessere Basis für Ihre Argumentation.

 

 

 

6. Behalten Sie den Fokus

 

Stirn: Um sie zu bieten, braucht man Köpfchen. Lassen Sie sich nicht vom Weg abbringen. Richten Sie sich immer wieder auf Ihre Ziele und Prioritäten aus, bleiben Sie flexibel im Hinblick auf den Weg.

Umso präsenter Sie Ihre Zielvorstellung vor Augen haben, desto leichter behalten Sie die Orientierung. Ablenkungsversuche und Nebelkerzen, die Sie vom Weg abbringen sollen, verpuffen so in ihrer Wirkung. Denken Sie groß und in Farbe, visualisieren Sie die Zielszenarien. Vision und Mission sind nicht nur Worte.

 

 

 

7. Umgang mit Angst

 

Es ist eine recht individuelle Angelegenheit wie Menschen mit Kritik umgehen. Einigen ist schon das Verlassen des Mainstreams zu unangenehm und andere genießen die Provokation. Jeder hat ganz eigene Grenzen, ganz eigene Themen, die mit Angst besetzt sind. Je besser wir uns selbst kennen und an uns arbeiten, desto aufgeräumter sind wir auf dem Weg.

 

 

 

8. Motivation

 

Zu überzeugen fällt keinem Überzeugten schwer, meinte Friedrich von Schiller. Zu wissen, weshalb es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen hilft den Mut dafür aufzubringen und dranzubleiben. Gerade bei größeren Herausforderungen ist ein hoher Grad an Motivation erforderlich. Weshalb liegt Ihnen ein Thema so sehr am Herzen? Stellen Sie sich diese Frage und behalten Sie die ansprechende Antwort im Gedächtnis. Am besten arbeiten Sie mit Zielszenarien, die alle Sinne einbeziehen.

 

 

 

 

9. Killerphrasen und …

 

Ob beabsichtigt oder nur unbeholfen; es gibt Menschen, die wandelnden Killerphrasen ähneln. Gespräche mit solchen Zeitgenossen sind anstrengend und entmutigend. Deswegen werden Killerphrasen ja auch Totschlagargumente genannt, sie sind keine Freude.

Passen Sie auf sich und Ihren mentalen Zustand auf. Mehr dazu im Artikel 8 Arten von Killerphrasen erkennen.

 

 

 

10. Manipulation

 

Manipulation hat viele Ursachen und wird auf zahlreichen Wegen versucht. Damit Sie sich schützen, ist es erforderlich, Manipulatoren und deren Manipulationsversuche als solche zu erkennen. Je nach Bedeutung Ihres Vorhabens kann es auch den Versuch geben Sie auf sehr subtile Art zu beeinflussen, sowohl durch Zuckerrohr als auch Peitsche.

 

 

 

11. Umgang mit Rückschlägen

 

Es ist angenehm, wenn Ihr Plan wie am Schnürchen realisiert wird. Doch hat die Realität oft eigene Pläne und Herausforderungen. Dann ist es hilfreich, auch mit Rückschlägen konstruktiv umzugehen.

Mehr dazu im Beitrag 9 Tipps für den Umgang mit Rückschlägen.

 

 

 

12. Inhaltliche Vorbereitung

 

Wer sich mit einem Thema ausgiebig beschäftigt hat, fühlt sich sicherer. Stecken Sie tief genug im Thema? Sorgen Sie dafür, den Überblick zu haben und die Zusammenhänge zu erkennen. Mein persönlicher Favorit bei den Werkzeugen hierfür sind Mindmaps. Deswegen finden Sie hier auch eine ausführliche Anleitung für den professionellen Einsatz von Mind Mapping.

 

 

 

13. Die Beweggründe und Sprache der Zielgruppe kennen

 

Erkunden Sie, was die Menschen bewegt, sowohl die Befürworter, Gegenspieler als auch die Beobachter. Stellen Sie sich auch auf Einwände ein.

Nicht nur die Argumente zählen, sie müssen auch von den Empfängern verstanden werden. Also denken Sie daran, Ihren Kommunikationsstil an die Zuhörer anpassen. Um das zu tun, ist es erforderlich, die Zielgruppe zu kennen, was wiederum viele Einblicke in deren Denken und weitere Argumente ermöglicht.

Auch die interessantesten Zahlen, Daten und Fakten brauchen mitunter Unterstützung, um verstanden zu werden und das entsprechende Publikum zu bewegen. Sorgen Sie für Relevanz Ihre Botschaft, gerade bei den Beispielen.

 

 

 

14. Authentizität

 

Zuhörer spüren, ob jemand sich verstellt oder auch meint, was gesagt wird. Die Körpersprache spielt hier eine wesentliche Rolle. Wenn Ihr Körper etwas anders sagt, als Ihre Worte, dann wird Ihnen nicht geglaubt. Am einfachsten haben Sie es, wenn Sie meinen, was Sie sagen und sich auch so verhalten: Walk your Talk!

 

 

 

15. Beziehung

 

Erst, wenn ausreichend Rapport (Tragfähigkeit einer Beziehung, ausreichendes Vertrauen) hergestellt ist, erreichen Botschaften tatsächlich die Empfänger. Erst dann erhalten sie eine echte Chance.

Wie Sie den Rapport für die Kommunikation fördern, erfahren Sie in einem eignen Beitrag: Rapport: 21+ Tipps für bessere Kommunikation

 

 

 

16. Persönliche Haltung und Respekt

 

Üben Sie sich in Respekt, das verträgt sich sehr gut mit Durchsetzungskraft. Zuhörer nehmen die Haltung sich gegenüber wahr. Versteht der Anbieter einer Idee das als Angebot oder hält er jeden Menschen für dumm, der anders denkt, der es nicht sofort annimmt?

Hand aufs Herz: Im Eifer, sich einer verdienten Sache zu widmen, geht der Respekt andersdenkenden Menschen gegenüber leicht verloren. Filterblase und Echokammereffekt können dann zu einer Haltung führen, die arrogant wirkt. Das bildet dann eine zunehmend tieferen Graben, der es unentschlossenen und andersdenkenden Menschen erschwert, ihre Meinung zu überdenken. Doch genau dazu wollen wir einladen.

 

 

 

17. Mitstreiter

 

Gemeinsam mit anderen Menschen kann es leichter ans Werk gehen. Zumindest, wenn das gemeinsame Ziel und die bei der Realisierung gelebten Werte zueinander passen. Gerade bei größeren Herausforderungen hilft es, sich gegenseitig Mut zu machen.

 

 

 

18. Unterstützung

 

Externe Hilfe kommt am ehesten Themen zugute, die einen entsprechenden Stellenwert haben. Die Aktion Reisebegleitung für Helden bietet solch eine Unterstützung für gesellschaftlich relevante Vorhaben auch ehrenamtlich.

In der Zusammenarbeit mit mir gewinnen Sie zusätzliche Perspektiven, bekommen Inspiration, hilfreiche Kenntnisse und Fertigkeiten sowie konkrete Unterstützung. Als Reisebegleiter für Helden ist es meine Aufgabe Sie zu ermutigen.

Wenn Sie ein entsprechendes Vorhaben wagen, dann lassen Sie sich unterstützen.

Und nun?

 

Wir brauchen mehr Menschen, die sich respektvoll an der Gestaltung der Welt beteiligen. Wie steht es mit Ihnen?  

Umfrageergebnis

 

Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Wofür wollen Sie sich einsetzen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Bleibe deinen Vorsätzen wie gewöhnlichen Gesetzen treu, in der Überzeugung, dass du eine gottlose Tat begehst, wenn du sie missachtest. Epiktet

Artikel zum Thema Heldinnen und Helden

Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden

Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. September 2016
Überarbeitung: 5. Mai 2020
AN: #76334
K: CNB
Ü:

Floskeln: inhaltsleeres Sprachfüllsel … Hier eine Liste zum Ausmisten

Floskeln: inhaltsleeres Sprachfüllsel ... Hier eine Liste zum Ausmisten

Ihre Meinung ist uns wichtig und anderer Unfug. Abgedroschene Floskeln sind schlecht für die Glaubwürdigkeit
Authentisches Selbstmarketing ohne Floskeln

Floskeln

 

Die negativen Beispiele der Floskeln großer Unternehmen nerven. Davon können Sie für Ihr eigenes Selbstmarketing lernen. Womöglich haben sich ja ein paar Floskeln in die eigene Sprache eingeschlichen.

Welche Floskeln schaden?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Alltägliche Floskeln

 

Bei telefonischen Servicenummern ist heutzutage erst nach einer Ewigkeit ein (vermutlich) echter Mensch zu sprechen. Vorher gibt es Werbung und allerlei Floskeln zu ertragen. Ist dagegen noch jemand nicht allergisch?

Was steckt dahinter, wenn heutzutage die meisten Menschen solche Bandansagen, wie „Ihre Meinung ist uns wichtig!“, … im besten Fall als unbedeutende Floskeln empfinden? Oft werden sie eher als Beleidigung empfunden. Zu offensichtlich ist, dass die Glaubwürdigkeit fehlt. Daran ändert auch die besänftigende Musik im Hintergrund nichts.

Was ist da bei wem schiefgegangen? Glauben wir als Konsumenten grundsätzlich nicht mehr an die Aussagen von Unternehmen oder als Wähler nichts mehr der Politik?

Und noch viel interessanter: Sind unsere eigenen Aussagen glaubhafter? Wie steht es beispielsweise mit Floskeln und Buzzwords im eigenen Sprachrepertoire?

Nichts für ungut

 

Augen auf beim Floskel-Kauf: Ist Ihnen bewusst, wie viele Floskeln Sie im Alltag verwenden? Floskeln sagen zwar nicht viel aus, doch trotzdem sind sie Teil der alltäglichen Sprache wie eine Sättigungsbeilage ohne Nährwert.

Wer nicht bereit ist eine klare Meinung zu äußern, schwafelt stattdessen mit Floskeln herum. Außerdem dienen Floskeln oft als Lückenfüller, um Gesprächspausen zu vermeiden. Sie sind uns nach einer Weile selbst so vertraut, dass wir sie kaum noch als Floskeln bemerken, wenn wir sie verwenden.

 

 

 

Was macht ein Wort oder eine Redewendung zu einer Floskel?

 

Floskeln sind wie entkernte Walnüsse

 

Als Floskel wird inhaltsleeres Sprachfüllsel bezeichnet. Meist wird der Begriff abwertend gebraucht. Trotzdem gehören Floskeln zur alltäglichen Kommunikation und den Konventionen der Höflichkeit. Dazu zählen die Begrüßungsfloskeln und Ermunterungsfloskeln. Sie dienen häufig als Lückenfühler, um Pausen zu vermeiden.

Im Grunde ist es nicht das Wort als solches, das es zu einer Floskel macht, sondern die dahinterstehende Haltung. Oder trifft es „fehlende Haltung“ besser? Schon beim reflexhaften „Gesundheit!”, als Antwort auf ein Niesen ist selten ein tatsächlicher Genesungswunsch spürbar. Auch das Begrüßungsritual im Vorbeigehen „Tag!” oder „Guten Tag!” ist bei den meisten Gelegenheiten eine Floskel. Beim „Mahlzeit!“ auf dem Gang nehmen viele noch nicht einmal wahr, wen sie da gerade gegrüßt haben. Es handelt sich also um eine inhaltsleere Sprachfloskel.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es Floskeln oder Phrasen, die Ihnen besonders auf die Nerven gehen?

 

 

 

Steine, billige Steine?

 

Selbst, wenn Sie meinen über den Floskeln zu stehen; ich bin lieber etwas vorsichtig mit dem Steinewerfen im Glashaus.

 

 

 

Selbstreflexion: Blick in den Spiegel

 

Kommen Ihnen manche der folgenden Floskeln bekannt vor?

  • Aber Hallo!
  • Aber, hey…
  • Aller Anfang ist schwer.
  • Alles klar!
  • Alles nur eine Frage der Entscheidung.
  • Alter Schwede!
  • Alternativlos
  • Auf jeden Fall.
  • Besser spät, als nie.
  • Bestimmt haben Sie sich auch schon gefragt, …
  • Da gibt es bestimmt eine App dafür.
  • Da haben sich zwei gefunden.
  • Da kann man nichts machen.
  • Da müssen Sie durch.
  • Da musst du durch
  • Da steckt man nicht drin.
  • Damit kannst du mich jagen.
  • Damit können Sie mich jagen.
  • Das geht ja mal gar nicht!
  • Das geht schon mal gar nicht!
  • Das machen wir nach der Pandemie ..
  • Das ist Ansichtssache.
  • Das ist das Gleiche in Grün.
  • Das ist mal was anderes.
  • Das kannst du drehen und wenden, wie du willst.
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert / Ponyhof
  • Das Leben ist weder ein Wunschkonzert noch ein Ponyhof.
  • Das liegt bestimmt am Wetter.
  • Das stimmt eigentlich.
  • Das wird ein schmerzhafter Einschnitt.
  • Das wird schon wieder.
  • Dass ich das noch erleben darf.
  • Davon geht die Welt nicht unter.
  • Die Nacht ist noch jung.
  • Die Zeit rennt mal wieder.
  • Dynamisch
  • Eigentlich kann ja nichts schiefgehen …
  • Ende gut, alles gut.
  • Er sagt viel, wenn der Tag lang ist.
  • Erfolgsbilanz
  • Ergebnisorientierung
  • Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen!
  • Früher war alles besser.
  • Ganz ehrlich…
  • Ganz großes Kino!
  • Geht nicht, gibt’s nicht.
  • Gleich klatscht das hier, aber kein Beifall!
  • Gut, dass wir darüber gesprochen haben.
  • Gute Frage, nächste Frage.
  • Gute Frage!
  • Ich für meinen Teil…
  • Ich glaube, es hackt.
  • Ich google das mal.
  • Ich hab es ja schon immer gesagt.
  • Ich hab‘ mir sagen lassen…
  • Ich habe da mal eine Frage.
  • Ich habe es ja schon immer gesagt.
  • Ich habe mehr Zeit als Leben.
  • Ich kann so nicht arbeiten.
  • Ich lache mich krank.
  • Ich melde mich.
  • Ich muss mal für kleine Königstiger.
  • Ich will ja nichts sagen, aber…
  • Im Grunde genommen…
  • Interessant.
  • Ja nee, ist klar.
  • Jedem das seine.
  • Jetzt ist es raus!
  • Kann jedem mal passieren.
  • Kann man nichts machen.
  • Kein Stress!
  • Komm‘ du erstmal in mein Alter.
  • Kommt gar nicht in die Tüte.
  • Kommt gar nicht in Frage.
  • Lass gut sein.
  • Mahlzeit.
  • Mal sehen.
  • Mal unter uns …
  • Man sieht sich.
  • Man wird nicht jünger.
  • Mehrwert
  • Meinetwegen, warum nicht?!
  • Morgen ist auch noch ein Tag.
  • Morgens ist echt nicht meine Tageszeit.
  • Motiviert
  • Muss ja.
  • Na, wer sagt’s denn.
  • Neue Innovation
  • Nicht in diesem Ton.
  • Nicht wirklich.
  • Nichts für ungut.
  • Nichts hält ewig!
  • Papperlapapp
  • Passt schon.
  • Positiver Erfolg
  • Proaktiv
  • Prost Mahlzeit!
  • Quantensprung
  • Rechts ist da, wo der Daumen links ist.
  • Sag niemals nie.
  • So einfach ist das.
  • So haben wir nicht gewettet.
  • So ist das Leben.
  • So jung kommen wir nicht mehr zusammen.
  • So sieht’s aus.
  • So, Freunde der Sonne!
  • Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…
  • Stell dich nicht so an.
  • Stimmt’s oder hab ich recht?
  • Teamplayer
  • Tut ja nicht weh.
  • Um mal ganz ehrlich zu sein …
  • Umfangreiche Erfahrungen
  • Und sonst so?
  • Und? Wie ist das Wetter so bei euch?
  • Von mir aus.
  • Warum nicht?!
  • Was muss, das muss.
  • Weniger ist manchmal mehr.
  • Wenn Sie mich fragen …
  • Wenn sie mich fragen,…
  • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
  • Wie gesagt….
  • Wie schon erwähnt ….
  • Willkommen im Club!
  • Wir sehen uns.
  • Wir telefonieren!
  • … Punkt!

Nachschlag?

 

Weitere Beispiele mit abgedroschenen Begriffen aus Politik, Wirtschaft und Kultur finden Sie auf www.floskelwolke.de (externer Link!). Die Journalisten Udo Stiehl und Sebastian Pertsch tragen dort Floskeln, Phrasen und Formulierungen aus den Medien zusammen.

 

 

 

Und nun?

 

Leider schlagen geschliffene Worthülsen zu oft holperige und umso ehrlichere Gedanken. Doch das muss nicht sein!

Schulen Sie Ihre Augen und Ohren. Erkennen Sie glänzende und doch leere Phrasen bei anderen. Machen Sie es besser. Gönnen Sie Ihren Texten den Rotstift. Und noch viel wichtiger: Wie wäre es mit etwas mehr Präsenz? Wenn Sie meinen, was Sie sagen oder schreiben, dann verändert sich etwas zum Positiven. Dann gibt es zwar immer noch Worte, die durch den täglichen Missbrauch als Floskeln gelten und die Sie deshalb vermeiden sollten, doch es wird dann zunehmend deutlicher, dass Sie meinen, was Sie äußern. Und das ist in der heutigen Welt nicht alltäglich!

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.

 

Wie stehen Sie zu Floskeln?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Januar 2014
Überarbeitung: 17. März 2020
AN: #636252
K:
Ü:

Diskussionskultur und Debattenkultur

Diskussionskultur und Debattenkultur

Diskussionen und Debatten statt kommunikativem Notstand
Debattenkultur in Deutschland

Diskussions- und Debattenkultur

 

Was läuft schief in Deutschland und was könnte helfen? Weshalb glauben einige Menschen, die einzige Möglichkeit Einfluss zu nehmen seien Beleidigungen, psychische und körperliche Gewalt?

Beleidigungen, Drohungen und Gewalt

 

Im Radio lief gerade der Hinweis, dass Bürgermeister in Deutschland sich mit Hass ihnen gegenüber auseinanderzusetzen haben.

Weshalb? Bürgermeister sind im Vergleich zu Bundespolitikern erreichbar und bekommen die Wutäußerungen direkter zu spüren. Sie werden als Stellvertreter für die Politiker betrachtet, an die wütende Menschen nicht herankommen. Zu oft handelt es sich dann nicht um sachliche Kommentare, sondern um Beleidigungen, psychische und körperliche Gewalt.

 

 

Ursachen 

 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Und für die Auswüchse darf es keine Rechtfertigung geben. Sie jedoch nur zu verurteilen genügt nicht, wenn es eine Besserung geben soll.

Die Diskussionskultur spielt eine große Rolle. Wer gehört wird, braucht keine Steine zu werfen. Doch eine entsprechende Diskussionskultur wird in Deutschland nicht gepflegt.

 

 

 

Diskussionskultur

 

Stammtische und andere Formen der Echokammer dienen nicht dem Meinungsaustausch und damit der Meinungsbildung, sondern der Bestätigung vorhandener Meinungen. Die Entfremdung nimmt zu!

Auch im Bundestag wird eine lebendige und glaubhafte Debattenkultur nicht gelebt. Wähler finden sich so nicht vertreten und misstrauen den Entscheidungen.

 

 

Und nun?

 

Wir brauchen dringend eine lebendige und glaubhafte Diskussionskultur. Die Politik ist hier aufgefordert echte Debatten zu führen. Jeder einzelne Mensch ist gefordert sich respektvoll zu beteiligen. Und ganz besonders wichtig: Respektvoller Austausch mit Andersdenkenden auf Augenhöhe.

Video

https://youtu.be/mLcNT9fNGeU

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zum Thema? Haben wir in Deutschland eine ausreichende Diskussions- und Debattenkultur? 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Andersdenkende

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. März 2020
Überarbeitung: 10. März 2020
AN: #211
K: CNC
Ü:

Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung

Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung

Autorisierung von Macht: Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie

Macht

Macht und Verantwortung

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Was ist dazu erforderlich und wer ist überhaupt in der Lage verantwortungsvoll mit Macht umzugehen? Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Sind wir so schlimm?

Überblick

 

 

 

 

Keine Macht darf über dem Recht stehen.

Marcus Tullius Cicero

 

 

 

Definition Macht

 

  1. Die Fähigkeit, auf andere Einfluss ausüben zu können, auch gegen deren Willen.
  2. Eine Person, Institution oder Organisation mit der Fähigkeit auf andere – auch gegen deren Willen – Einfluss auszuüben.

 

 

 

 

Macht hat viele Seiten

 

Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.

Publius Cornelius Tacitus

 

Macht hat viele Facetten; dunkle und auch erfreuliche. Beispiel für die Schattenseiten: 1971 hat der Psychologe Philip Zimbardo von der kalifornischen Stanford University mit dem berühmt-berüchtigten Stanford-Prison-Experiment eine der unangenehmen Seiten verdeutlicht. Mit Freiwilligen simulierte er die Machtverhältnisse in einem Gefängnis. Mittels Münzwurf wurde entschieden, wer als Wärter und wer als Gefangener teilnimmt. Das Rollenspiel eskalierte und es kam zu tatsächlichen Misshandlungen, so dass es abgebrochen wurde. Seither steht es als Beispiel für die dunkelsten menschlichen Abgründe hinsichtlich der Machtausübung. Macht kann korrumpieren, schlechten Einfluss ausüben, moralisch verderben. Macht kann jedoch auch für gute Zwecke und respektvoll eingesetzt werden.

Sehr häufig wird nur über die negativen Formen der Macht gesprochen. Doch hat Macht auch das Potenzial für Gutes eingesetzt zu werden. Da zielgerichtete Handlungen wirkungsvoller sind, ist es beispielsweise förderlich so Gruppen zu koordinieren, zu steuern und Interessen gebündelt zu repräsentieren. Häufig auch freiwillig geben Menschen daher Macht an andere ab. Das funktioniert in vielen Bereichen für eine Weile recht gut. Allerdings gibt es zahlreiche spektakuläre historische Beispiele und leider sind nicht alle glorreich. Nicht alle Hoffnungen werden erfüllt.

Wer Macht hat, kann nach eigenen Vorstellungen gestalten und auf andere Menschen einwirken. Wie verantwortungsvoll das geschieht, zeigt sich meist erst zeitverzögert. Macht ist ein zweischneidiges Schwert; es kann Gutes wie Schlechtes bewirken. Außerdem neigen Machtinhaber dazu erworbene Macht und den damit verbundenen Einfluss nicht wieder hergeben zu wollen. Wenn machthungrige Menschen ans Ruder kommen, wollen sie vieles, nur nicht rudern. Den Preis zahlen dann andere Menschen. Viele klammern sich derart an die Macht, dass ihnen alles recht ist, sie zu sichern. Viele sind dann bereit einen sehr hohen Preis dafür zu bezahlen. Vor allem, wenn der auf Kosten anderer beglichen wird. Kein Mensch besitzt so viel Festigkeit, dass man ihm die absolute Macht zubilligen könnte (Albert Camus).

 

 

 

Tugend?

 

 

Der Blick der Menschheit war bisher zu stumpf, zu erkennen, dass die mächtigsten Menschen große Schauspieler waren.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Carl Ludwig Börne: Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut. Je nach Sichtweise wird Macht als etwas Erstrebenswertes oder Verdammenswürdiges betrachtet. So oder so; Macht beschreibt den Einfluss auf ein soziales System und spielt eine große Rolle im Zusammenleben. Macht verändert die Menschen. Und das nicht nur im politischen Geschehen, sondern auch im Alltag. Deshalb lohnt die Beschäftigung mit dem Thema und den Zusammenhängen. Dazu gehören auch Status und Hierarchien.

Damit Menschen kooperieren und Arbeitsteilung betreiben ist es erforderlich das Zusammenleben zu organisieren. Manche übernehmen Führungsaufgaben, andere sind in Positionen, in denen sie ausführen. Gruppen können davon profitieren. So scheinen wir diese Hierarchien zu benötigen, zweifeln sie jedoch gleichzeitig an und bewegen uns zwischen eigenen Zielen und denen der Gemeinschaft.

 

 

 

Basis von Macht

 

Machtbasis:

  • Legitimierte Macht
  • Belohnungen
  • Zwang
  • Identifikation
  • Wissen

 

 

 

Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie

 

Macht benötigt eine Basis, einen Ursprung, sie ist gerade heutzutage üblicherweise nicht einseitig. Auch wenn diejenigen, die sich einem fremden Willen aussetzen, es oft anders empfinden; es gibt Menschen, die Macht ausüben und jene, die es ermöglichen. Ein altbacken klingender Gewerkschaftsspruch bringt es auf den Punkt: „Wenn mein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“

 

 

 

Narzissten und Macht

 

Wenn machthungrige Menschen ans Ruder kommen, wollen sie vieles, nur nicht rudern. Besonders heikel wird es, wenn Narzissten Einfluss gewinnen. Je nach Ausprägung des Narzissmus und der Einschätzung wie weit sich das treiben lässt, leben Narzissten ihre Neigungen aus, wenn sie die Möglichkeiten dafür bekommen. Verstellen sich Narzissten noch solange es für sie förderlich ist, zeigen sie ihr wahres Gesicht, sobald sie meinen es wäre für sie ohne Risiko.

In diesem Artikel geht es nicht um die pathologische Beurteilung, sondern um die Persönlichkeitstendenzen. Narzissten wirken selbstbewusst, sie sind es aber nicht wirklich. Sie machen uns etwas vor, stülpen sich eine Maske über. Sie hoffen, dass ihr wahres Ich nicht erkannt wird und können äußerst aggressiv reagieren, wenn jemand an der Fassade kratzt. Deswegen sind sie meist sehr gut darin ihr Umfeld zu täuschen, zu blenden. Sie lassen gerne andere Menschen dafür zahlen, dass es ihnen selbst gut geht. Deswegen geht es ihnen meist besser, als ihren Opfern — Probleme haben nur die anderen.

Leider gelangen zu viele Narzissten unerkannt in Positionen, die mit Macht verbunden sind. Dort richten sie großen Schaden an, weshalb es hier gilt Aufklärungsarbeit zu leisten und sehr aufmerksam zu sein. Werden die narzisstischen Manöver und Verhaltensweisen offensichtlich, ist der Schaden oft schon groß und der Narzisst schwer wieder loszuwerden. Der Elefant im Porzellanladen stört sich selbst nicht an den Kollateralschäden, sondern nur an der Undankbarkeit des Publikums. Viele Menschen empfinden solche Personen als peinlich, doch sie kommen sehr oft noch ein erstaunliches Stück weiter nach oben.

 

 

 

Autorisierung von Macht

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Fühlen sich die Vertretenen gut repräsentiert und bestätigen sie die Autorisierung, liefert dies die Legitimierung und damit die verbundene Macht. Die kann auch viel Gutes bewirken, wenn sie mit Verantwortungsbewusstsein ausgeübt wird. Und schon sind wir im Bereich der Philosophie.

Schon der Jedi Luke Skywalker wusste um die dunkle Seite der Macht. Also; möge die Macht mit Ihnen sein!

 

 

 

Fazit

 

Mit deutlich mehr Fingerspitzengefühl und System gilt es zu entscheiden, wer welchen Einfluss ausüben sollte. Diejenigen, die unbedingt Macht erwerben wollen, sind oft gerade jene, die sie nicht verantwortungsvoll handhaben werden. Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt sind hier gefordert genauer hinzuschauen.

 

 

 

Synonyme für Macht

 

Vermögen, Fähigkeit, Autorität, Herrschaft, Führung, Leitung, Stärke, Potenz, Dominanz

 

 

Der nächste Schritt

 

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Kontaktformular

 

 

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P.S.

 

Was halten Sie von Macht, deren Verteilung und Einsatz? Wie sorgen wir dafür, dass die Macht in den Händen liegt, in denen sie verantwortungsvoll ausgeübt wird?

Der Zugang zur Macht muss Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind. Platon

Artikel zum Thema Verantwortung

Veränderung beginnt bei dir: Selbstführung statt Selbstoptimierung

Veränderung beginnt im eigenen Einflussbereich: Muster erkennen, Handlungsspielräume nutzen und mit Selbstführung konkrete Veränderungen gestalten.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 6. Februar 2020
AN: #63413
K: CNC
Ü:

Facelifting im Gesicht, am Gesäß, in der Politik, in Unternehmen,…

Facelifting im Gesicht, am Gesäß, in der Politik, in Unternehmen,...

Bedeutungswandel: Von der Straffung bis zur Verschlimmbesserung

Facelifting

Facelifting

 

Facelifting heute auch in der Politik und in Unternehmen statt. Statt am Inhalt wird an der Verpackung gefeilt. Häufig auch hier Verschlimmbesserungen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Aus aktuellem Anlass… Facelifting

 

Ursprünglich meinte Facelifting so etwas wie Gesichtsstraffung. Jedoch, durch die üblichen Ergebnisse solcher Verschlimmbesserungen änderte sich die Bedeutung. Heute wird eine raffinierte chirurgische Methode als Facelifting bezeichnet, bei der Falten durch Narben ersetzt werden. Obwohl dabei in der Regel die örtliche Beibehaltung von Augen, Nase, Mund und Ohren angestrebt wird, sind diese anschließend oft nicht mehr an den erwarteten Stellen zu finden. Das sorgt regelmäßig zu Irritationen bei Gesprächspartnern und die Kommunikationsprozesse erhalten einen eigenwilligen Drall. So ähnlich, wie im Sketch von Loriot und Evelyn Hamann, bei dem eine wandernde Nudel das Gespräch verhindert.

Erhofft wird die ewige Jugend, dass tatsächliche Resultat ist jedoch sehr häufig eine Karnevalsmaske. Doch statt eines grauenvollen Aufschreis sorgen der Stolz und die immense Investition dafür, dass solche kleingeistigen Betrachtungen unterbleiben. Was teuer ist, das  ist auch gut! Basta!

Da sich nicht nur Gesichter liften lassen, sind neben Brüsten und Bäuchen auch Unternehmensdarstellungen, Parteiprogramme und andere Einrichtungen von diesem Phänomen betroffen. Besser, als mit äußerlichem Herumdoktern kosmetisch zu verschlimmbessern, ist die grundlegende Herangehensweise vom Kern, von der Substanz aus, also von innen nach außen. Erst kommt der Inhalt und dann die Verpackung.

 

Innen pfui,
außen dann auch egal.

P.S.

 

Wo begegnet Ihnen das Phänomen Facelifting und wie stehen Sie dazu, wenn sich nur die Verpackung, jedoch nicht der Inhalt ändert?

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Heute wird eine raffinierte chirurgische Methode als Facelifting bezeichnet, bei der Falten durch Narben ersetzt werden. Obwohl dabei in der Regel die örtliche Beibehaltung von Augen, Nase, Mund und Ohren angestrebt wird, sind diese anschließend oft nicht mehr an den erwarteten Stellen zu finden. Karsten Noack

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Fragestunde (Bundestag)

Fragestunde (Bundestag)

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Fragestunde (Bundestag)

​Fragestunde

 

Was gibt es über die Fragestunde zu wissen.

 

Fragestunde

 

Jeder Abgeordnete kann für die Fragestunde in jeder Sitzungswoche bis zu zwei Fragen an die Bundesregierung zur mündlichen Beantwortung richten. Dabei darf jede Frage in zwei Unterfragen unterteilt werden und während der Fragestunde im Plenum dürfen weitere Zusatzfragen gestellt werden. Die Antworten übernehmen meist die Parlamentarischen Staatssekretäre oder Staatsminister der Bundesministerien, mitunter aber auch die Minister selbst. Fragen von nicht anwesenden Abgeordneten beantwortet die Regierung schriftlich, wenn sie bis zum Aufruf ihrer Frage um schriftliche Beantwortung gebeten haben.

P.S.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2013
Überarbeitung: 17. September 2019
Englische Version:
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 10. November 2020
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Immanuel Kant und der kategorische Imperativ – Eine Einführung in Moral und Vernunft

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Was wir als Individuen tun sollten, ist, die Macht der Demokratie zu nutzen, um unseren Stimmen Gehör zu verschaffen und dafür zu sorgen, dass die Menschen mit der Macht dazu es nicht weiterhin ignorieren können.

Greta Thunberg, Klimaaktivistin

 

 

 

In Zusammenhängen denken

 

So ein trauriger Eisbär für schwindender Eisscholle geht für ein paar Minuten nah. Doch der ist noch zu fern, um der Verdrängung entgegenzuwirken. Es ist ein großer Schritt, sich aus der Bequemlichkeit zu lösen und sich für eine lebenswerte Welt einzusetzen. Dann ließe sich noch etwas erreichen.

Soweit so wünschenswert. Allerdings leben wir nicht im luftleeren Raum, eine Entscheidung hat Konsequenz. Nicht immer sind die Zusammenhänge sofort ersichtlich. Noch so gute Absichten garantieren kein glückliches Ergebnis. So ist das in komplexen Systemen.

Und damit das Gesamtergebnis stimmt, ist es wichtig, sich und das eigene Anliegen im Zusammenhang mit der restlichen Welt zu betrachten. Spontan fällt mir jetzt auch noch der Kategorische Imperativ ein, doch ich folge gedanklich an dieser Stelle lieber einem anderen Pfad.

Am besten beschreibt ein Kinderspiel, worum es mir geht. In meiner Kindheit war es noch verbreitet, das Fadenspiel. So ähnlich empfinde ich auch bei den globalen Herausforderungen; ein loser Faden und alles löst sich wie ein Strickpullover auf und vorbei. Begegnen wir beispielsweise nicht der Überbevölkerung, dann haben viele andere Themen keine Chance auf Dauer gelöst zu werden.

 

 

 

Die globalen Herausforderungen

 

Der Klimawandel dominiert aktuell die Diskussion, doch lassen sich die Herausforderungen nicht vernünftig priorisieren. Die 15 wichtigsten Herausforderungen an die Menschheit in Anlehnung an das Millenium Project (externer Link) sind:

1. Nachhaltige Entwicklung der Welt und Klimawandel

2. Versorgung mit sauberem Wasser

3. Bevölkerungswachstum und Ressourcen

4. Autoritäre Regime und Demokratie

5. Langfristige Ziele in der Politik einführen

6. Informationsgesellschaft für alle Menschen

7. Ethisches Wirtschaften, um die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern

8. Bedrohung durch Krankheitserreger

9. Behörden und Institutionen handlungsfähiger machen

10. Ethnische Konflikte, Terrorismus, Massenvernichtungswaffen

11. Gleichberechtigung

12. Organisierte Kriminalität

13. Steigender Energiebedarf der Menschheit

14. Wissenschaftliche und technologische Innovationen für Lebensqualität

15. Ethische Standards als Basis globaler Entscheidungen

 

 

 

 

Ja, und?

 

Empfundene Machtlosigkeit schadet der Seele. Hilflosigkeit macht niedergeschlagen und so versuchen manche dem durch verzweifelte Bemühungen etwas dagegen zu unternehmen. Das lässt punktuelle Aktionen entstehen, die global betrachtet doch nur wie Aktionismus wirken.

Der Wunsch sich einzusetzen ist groß, die Unbeholfenheit auch. Betrachten wir das Beispiel des Tierschutzes: Da werden mit großem Aufwand Tiere aus erbärmlichen Verhältnissen nach Deutschland geholt — per Flugzeug oder, um die misshandelten Tiere nicht noch mehr zu traumatisierten, per PKW — und dabei der persönliche, ökologische Fingerabdruck der Beteiligten deutlich überschritten. Punktuell wird geholfen, die Absicht ist gut, die Gesamtbilanz schlecht. Ich ziehe meinen Hut vor all denen, die sich so sehr für Einzelschicksale einsetzen! Doch wie können wir besser und effektiver im Gesamtzusammenhang handeln? Was muss, um bei dem Beispiel Tierschutz zu bleiben, geschehen, um Populationen so zu kontrollieren, dass das Tierelend ein Ende hätte. Warum verebben Stimmen großer Tierschützer, wie die Paul Watsons, der einst als der „entschlossenste und effektivste Schützer der Meerestiere“ bezeichnet wurde überhaupt wieder? Was können wir unternehmen, um nationale Interessen dem Wohlergehen und dem Erhalt unseres Planeten unterzuordnen, nicht umgekehrt? Oder noch besser, wie können wir den Widerspruch auflösen und der Lebensqualität insgesamt dienen.

Der Tierschutz ist nur eines von vielen Beispielen… Es geht darum, ob und wie wir die Fäden zusammenlaufen lassen. Klimaschutz, Menschenrechte, Ressourcenverteilung….. Das wäre machbar, doch es ist noch zu selten. Ja, wir haben alle unseren Fokus und unsere blinden Flecken.

Leichter wird es bei einer Gesamtbetrachtung nicht, es spielen noch mehr unterschiedliche Interessen eine Rolle. Das erschwert notwendige Entscheidungen zusätzlich. Doch, wenn es uns gelingt gemeinsam ans Werk zu gehen, ist sehr viel möglich.

 

 

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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Antworten auf häufige Fragen

Was besagt der Kategorische Imperativ? Welche Bedeutung hat er heute und welche Rolle sollte er spielen?

Der Kategorische Imperativ beschreibt ein grundlegendes Prinzip der Ethik nach Kant. Alle Handlungen werden daraufhin überprüft, ob sie einer Maxime folgen, die verallgemeinert werden kann und ob die davon betroffenen und daran beteiligten Menschen auch in ihrem Selbstsein berücksichtigt werden.

Eas ist ein ethischer Imperativ?

Ein ethischer Imperativ ist ein Handlungsverständnis, das fragt, was entsprechend des geltenden Werteverständnisses alles gemacht werden kann.

P.S.

 

Wie halten Sie es mit Ursachen-Wirkungs-Beziehungen und wie können wir den Gesamtzusammenhang besser berücksichtigen?

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2013
Überarbeitung: 10. März 2020
Englische Version:
AN: #222
K: CNB
Ü:

Fridays for Future: Die Woche hat 7 Tage! Wer gestaltet die Zukunft?

Fridays for Future: Die Woche hat 7 Tage! Wer gestaltet die Zukunft?

Wie geht es weiter?
Fridays for Future und wohin soll das führen?

Zukunftsgestaltung

 

Wer gehört wird, der wirft keine Steine. So habe ich zumindest einen Artikel genannt. Und tatsächlich, Fridays for Future ist friedlich. Nun ist es eine Frage des Respekts, auch zuzuhören!

Fridays for Future und wohin soll das führen?

 

Wir leben in einer verrückten Zeit. Wobei das wohl jeder über seine Zeit sagen wird. In Berlin und an vielen anderen Orten auf der Welt finden Demonstrationen zum Thema Klimaschutz statt. Die Menschen sind in nie zuvor gesehener Weise aktiv. Greta Thunberg hat etwas Großes ins Rollen gebracht. Das passt nicht jedem Interesse in den Kram. Seit sie 2018 ihren ersten Klimastreik begann, hat sich viel getan. Sie wollte vor den schwedischen Wahlen gegen die Klimapolitik ihres Landes protestieren. Indem sie nicht mehr zur Schule ging, sich stattdessen mit einem Plakat vor dem schwedischen Reichstag in die Öffentlichkeit setzte, inspirierte sie viele weitere Menschen. Die von ihr begonnen Streiks weiteten sich immer mehr aus. Am ersten globalen Klimastreik am 15. März 2019 sollen rund 1,8 Millionen Menschen teilgenommen haben. Allein in Deutschland sollen es am 20. September 2019 (#AlleFürsKlima) schon 1,4 Millionen gewesen sein, um für konsequente Klimapolitik und die Einhaltung des 1,5‑Grad-Ziels zu demonstrieren.

 

Over 4 million on #ClimateStrike today. In 163 countries. And counting…
If you belong to the small number of people who feel threatened by us, then we we have some very bad news for you:
This is just the beginning. Change is coming – like it or not. #FridaysForFuture

Tweet von @GretaThunberg am 21. September 2019

 

 

 

Hoffnung

 

Die Anteilnahme ist für sich erst mal ein sehr erfreulicher Umstand. In einer Zeit, in der überall von Politikverdrossenheit gesprochen wird, ist das gleich in mehrfacher Hinsicht ein sehr wichtiges Zeichen. Nicht nur junge Menschen in vielen Teilen der Erde wollen sich einsetzen, wollen, dass endlich die Vernunft der Zukunft eine Chance gibt. So sind viele auch in Berlin zusammengekommen und nehmen wahr, dass sie nicht allein sind. Wo wenige Tage vorher noch sinngemäß zu lesen war „Greta Thunberg ist in New York und keinen Menschen interessiert es dort!“ quillt nun sogar der Central Park über. Bei aller Besorgnis über den Zustand des Planeten nährt das die Hoffnung, dass es eine Besinnung in der globalen Politik gibt. Jetzt dürfte auch den größten Skeptikern und Gegnern klar sein, dass die Bewegung sich nicht so schnell in Luft auflöst.

 

 

 

Ernüchterung

 

20. September 2019, 1,4 Millionen Menschen meinen ein Zeichen zu setzen und plädieren für den Klimaschutz. Bei so viel Zuspruch glauben viele Teilnehmer ein klares Signal nach Berlin, ein klares Signal an die Politik zu senden. Das kann doch nicht überhört werden, oder?

Dann werden die Ergebnisse der Klimapolitik bekannt und kaum ein Experte kann ein Kopfschütteln vermeiden. Eine Nullnummer, nennen viele das Ergebnis, das die Politik als Durchbruch für die Klimapolitik verkaufen will. Welchen Eindruck macht das und welche Folgen hat das? Nichts erzeugt so viel Wut wie Ohnmacht. Die eigene. Aber auch die fremde.

Die Situation wirft zahlreiche Fragen auf. Wie kann es sein, dass an einer so großen Anzahl von Menschen vorbei, Politik gemacht wird die ignoriert, was gefordert wird?

Der sogenannte Klimakompromiss zeigt auf sehr fatale Weise: Die Koalitionsparteien haben weder die Kraft, das Problem politisch zu lösen, noch die Fähigkeit, diesen Konflikt irgendwie gesellschaftlich zu moderieren. Als Folge denke ich an WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf (externer Link zu Wikipedia) und frage mich, ob das Drama doch noch ein Happyend oder zumindest eine zukunftsweisende Wendung bekommen könnte.

Wer ist in der Lage, die Diskrepanz von Notwendigkeit und Handeln nachvollziehbar zu erklären? Ich bin es nicht! Was geht in Menschen vor, die solche Erfahrungen machen? Ich bin einer von ihnen und suche noch nach Antworten. Was mir im Moment bleibt ist die Erinnerung daran, im Projekt Reisebegleiter für Helden, Unterstützung anzubieten. Frust bringt uns nicht weiter, wir brauchen mehr Menschen, die sich respektvoll für eine lebenswerte Welt einsetzen — so wie das junge Mädchen mit dem Pappschild in der Hand.

P.S.

 

Wie können wir gemeinsam an der Gestaltung der Welt arbeiten?

 

 

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Dürfte ich den anderen Planeten bitte noch einmal sehen?

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. September 2019
Überarbeitung: 21. September 2019
Englische Version:
AN: #342
K: CNB
Ü:

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