Versprechungen und Integrität: Wer kümmert sich um das Geschwätz von gestern?

Versprechungen und Integrität: Wer kümmert sich um das Geschwätz von gestern?

Aus den Augen, aus dem Sinn

 

Integrität

Welchen Wert haben Versprechen heute noch?

 

Shakespeare meinte zwar; ein gegebenes Versprechen ist eine unbezahlte Schuld, doch was ist von dieser Haltung heute noch übrig? Weit verbreitet ist heute wohl die Überzeugung; Versprechungen kosten nichts. Oder täuscht der Eindruck?

Versprechungen und Integrität

Versprechen und das Versprochene halten ist zweierlei.
Viele versprechen Berge und liefern Maulwurfshügel.

 

Video

Integrität – Wie du sie pflegst und welche Vorteile sie dir im Leben bringt

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Was zählt heute noch eine Versprechung?

 

Insbesondere die Werbung hat hier ihren Anteil daran, dass sich kaum jemand an übertriebenen Versprechungen stört.

Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, meinte Goethe. Wir haben uns irgendwie daran gewöhnt, dass viele Versprechungen nicht ernst gemeint sind. Es wird regelrecht unterstellt, dass sie nicht oder nur zum Teil gehalten werden.

So hat in manchen Bereichen die Aufrüstung mit großzügiger Inaussichtstellung paradiesischer Ergebnisse absurde Formen angenommen. Und das nicht nur bei der Vermarktung von Antifaltencremes, bei denen zwölfjährige Mädchen auf Frauen gestylt und wir davon überzeugt werden sollen, dass sich selbst tiefste Falten über Nacht auflösen.

Hemmungslos und weitgehend ungebremst wird höher und höher gestapelt, bis es wackelt und der Einsturz absehbar ist.

Wer viel verspricht, vergisst auch viel. Da hilft es, wenn Versprechen auch bei den Empfängern möglichst schnell ins Vergessen geraten. Die abnehmende Aufmerksamkeitsspanne kommt dem Phänomen dabei sehr entgegen. Da braucht einen das Geschwätz von gestern kurz darauf, nicht mehr zu kümmern. Das ist ungemein befreiend, vor allem von Hemmungen. Umso größer und lauter geht es zu.

An Versprechen ist jeder so reich, wie er will.

Ovid

 

Wer in einem solchen Umfeld ehrliche Versprechungen macht, geht dadurch das Risiko ein ungehört zu bleiben. Schließlich wird ein großer Anteil der Versprechungen schon mal aus Erfahrung abgezogen und dann bleibt zu wenig übrig. Andererseits besteht eine große Chance darin, in den berechtigten Ruf zu kommen gemachte Versprechungen auch zu halten. Wenige sind bereit diesen Weg zu beschreiten.

 

Gib nicht zu schnell dein Wort, so brauchst du’s nicht zu brechen; viel besser ist es mehr zu halten als zu versprechen.

Friedrich Rückert

 

Lieber eine Zusage weniger, denn wer leichtfertig ja sagt, hält selten Wort. Worte, denen auch Handlungen folgen? Authentizität? In einer Welt, in der wir das nur noch bedingt gewohnt sind, ist kaum etwas bemerkenswerter.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
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→ Kennenlernen und erste Sitzung
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→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie halten Sie es mit Versprechungen, die Sie machen? Welche Bedeutung hat für Sie Integrität?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

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YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2015
Überarbeitung: 30. Juli 2019
AN: #7670
K: CNC
Ü:
ÜP

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Akzeptable Lügen?

 

Gibt es akzeptable Gründe zu lügen?

 

Ich sag nur; „Weihnachtsmann

 

 

Überblick

 

 

 

 

Wann sind Lügen akzeptabel?

 

 

Eltern erzählen ihren Kindern von Osterhase und Weihnachtsmann, um dann anschließend darauf zu bestehen, dass es wichtig ist stets die Wahrheit zu sagen.

Gibt es Gründe und Situationen, in denen es vertretbar erscheint, nicht die Wahrheit zu sagen? Ist es dann in Ordnung sich damit zu beschäftigen, wie das nicht so schnell zu erkennen ist?

Video

Die Sprache der Lüge — Warum wir lügen und was wir lernen können

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P.S.​

 

Gibt es akzeptable Gründe zu lügen?

Vorsicht, Kommentare!

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. Januar 2022
Überarbeitung: 6. Januar 2022
AN: #134
K: CNB
Ü:

Narzissten Grenzen setzen: 10 Tipps, die dir helfen

Narzissten Grenzen setzen: 10 Tipps, um deine Grenzen zu schützen und zu halten

Vor toxischen Menschen schützen
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Narzissten Grenzen setzen: 10 Tipps, um deine Grenzen zu schützen und zu halten

 

Du hast deine Grenze schon mehrfach erklärt. Trotzdem wird sie ignoriert, infrage gestellt oder immer wieder überschritten. Vielleicht entstehen Schuldgefühle, sobald du Nein sagst. Wie kannst du dich gegenüber Menschen mit stark ausgeprägten narzisstischen Verhaltensweisen besser abgrenzen? Hier findest du zehn konkrete Anregungen und eine Übung, die du immer wieder nutzen kannst.

 

Du hast es freundlich erklärt.

Du hast deine Gründe genannt.

Du hast um Verständnis gebeten.

Und du hast gehofft, dass deine Grenze diesmal respektiert wird.

Doch dann beginnt alles von vorn.

Die andere Person diskutiert.

Sie macht dir Vorwürfe.

Vielleicht wirft sie dir vor, egoistisch oder undankbar zu sein.

Oder sie verhält sich so, als hättest du überhaupt keine Grenze ausgesprochen.

Vielleicht fragst du dich inzwischen:

„Wie muss ich mich ausdrücken, damit dieser Mensch endlich versteht, was ich brauche?“

Die Frage ist verständlich.

Und doch lohnt sich ein Perspektivwechsel.

Du kannst deine Grenzen deutlich machen. Du kannst jedoch nicht bestimmen, ob ein anderer Mensch sie respektiert. Was du beeinflussen kannst, ist dein eigenes Verhalten und die Gestaltung des Kontakts.

Genau darum geht es in diesem Beitrag.

 

 

 

Was bedeutet es, einem narzisstischen Menschen Grenzen zu setzen?

 

Der Begriff Narzissmus wird im Alltag sehr unterschiedlich verwendet.

Einige Menschen zeigen deutlich selbstbezogenes, abwertendes oder kontrollierendes Verhalten.

Das bedeutet nicht automatisch, dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliegt.

Eine solche Diagnose erfordert eine fachliche Untersuchung.

Für deinen Selbstschutz ist sie häufig nicht entscheidend.

Wichtiger ist das konkrete Verhalten.

Was geschieht, wenn du Nein sagst?

Wie reagiert die andere Person auf deine Bedürfnisse?

Werden Vereinbarungen respektiert?

Kannst du unterschiedliche Meinungen vertreten, ohne dafür eingeschüchtert oder abgewertet zu werden?

Grenzen helfen dir, deinen persönlichen Handlungsspielraum zu schützen.

Sie betreffen beispielsweise deine Zeit, deine Privatsphäre, deine körperliche Selbstbestimmung, deine finanziellen Entscheidungen oder die Art, wie du behandelt werden möchtest.

Eine Grenze kann lauten:

„Wenn du mich beschimpfst, beende ich das Gespräch.“

Du beschreibst damit dein eigenes Verhalten.

Du versuchst nicht, die andere Person vollständig zu kontrollieren.

Genau dieser Unterschied ist wichtig.

 

 

 

Warum fällt es manchmal so schwer, Grenzen zu setzen?

 

Vielleicht weißt du längst, welche Grenze du brauchst.

Trotzdem schaffst du es bisher kaum, sie einzuhalten.

Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Vielleicht möchtest du Streit vermeiden.

Vielleicht hast du Angst, den anderen Menschen zu verlieren.

Vielleicht fühlst du dich für seine Gefühle verantwortlich.

Oder du hast erlebt, dass auf deine Grenzen mit besonders heftigen Reaktionen geantwortet wird.

Manche Menschen beginnen dann, ihre eigenen Bedürfnisse immer stärker zurückzustellen.

Sie erklären sich ausführlicher.

Sie geben nach.

Oder sie ziehen eine bereits ausgesprochene Grenze wieder zurück.

Solche Reaktionen können auch Anpassungen an eine länger belastende Beziehungssituation sein.

Deshalb ist es wenig hilfreich, dich dafür zu verurteilen.

Wichtiger ist, genauer zu verstehen, was dich bisher daran hindert, deine Grenzen zu schützen.

Besonders bei Drohungen, Gewalt oder kontrollierendem Verhalten können reale Sicherheitsrisiken bestehen. Dann reicht gewöhnliches Kommunikationstraining möglicherweise nicht aus.

 

 

 

1. Kläre zuerst, welche Grenze du tatsächlich brauchst

 

Eine Grenze lässt sich leichter vertreten, wenn du selbst weißt, was sie schützen soll.

Vielleicht stört dich, dass dein Partner jederzeit deine Nachrichten kontrollieren möchte.

Vielleicht ruft ein Familienmitglied ständig unangekündigt an.

Oder jemand macht wiederholt abwertende Bemerkungen über dich.

Bevor du reagierst, frage dich:

  • Welches konkrete Verhalten belastet mich?
  • Welches Bedürfnis oder welcher persönliche Wert ist betroffen?
  • Was möchte ich zukünftig anders gestalten?
  • Was kann ich selbst tatsächlich beeinflussen?

Formuliere deine Grenze möglichst konkret.

Statt:

„Du musst mich endlich respektieren.“

Könntest du sagen:

„Ich möchte, dass meine privaten Nachrichten privat bleiben. Ich werde mein Telefon nicht zur Kontrolle herausgeben.“

Welche Form der Umsetzung angemessen und sicher ist, hängt von deiner tatsächlichen Situation ab.

 

 

 

2. Formuliere deine Grenze kurz und verständlich

 

Viele Menschen suchen nach einer perfekten Formulierung.

Sie hoffen, dass die andere Person ihre Grenze akzeptiert, wenn sie sie nur freundlich, ausführlich und überzeugend genug erklären.

Doch eine Grenze benötigt nicht immer eine lange Begründung.

Oft genügt ein klarer Satz.

 

Beispiele

„Darüber möchte ich heute nicht sprechen.“

„Ich brauche heute Zeit für mich.“

„Über meine finanziellen Entscheidungen bestimme ich selbst.“

„Ich möchte keine unangekündigten Besuche.“

Du kannst freundlich bleiben und trotzdem eindeutig sein.

Besonders wichtig ist, dass deine Worte zu deinen tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten passen.

 

 

 

3. Unterscheide eine Grenze von einer Forderung

 

Eine Forderung beschreibt häufig, was die andere Person tun soll.

Eine persönliche Grenze beschreibt, welches Verhalten du akzeptierst und wie du selbst handeln möchtest.

Dieser Unterschied kann entlastend sein.

Denn du musst den anderen Menschen nicht erst verändern, um deinen Handlungsspielraum zu nutzen.

Beispiel

Forderung:

„Du darfst mich nie wieder anschreien.“

Eigene Grenze:

„Wenn du mich anschreist, unterbreche ich das Gespräch. Wir können weitersprechen, wenn ein ruhiger Austausch möglich ist.“

Die Grenze ist allerdings nur dann praktikabel, wenn du das Gespräch tatsächlich unterbrechen kannst, ohne dadurch gefährdet zu werden.

In bedrohlichen Beziehungen sollte dein Verhalten Teil einer individuellen Sicherheitsplanung sein.

 

 

 

4. Rechne mit Widerstand, ohne ihn automatisch als Scheitern zu betrachten

 

Vielleicht reagiert die andere Person verärgert, sobald du eine neue Grenze setzt.

Sie wirft dir vor, du hättest dich verändert.

Du seist empfindlich geworden.

Oder du würdest die Beziehung zerstören.

Solche Reaktionen können dich verunsichern.

Doch der Ärger eines anderen Menschen beweist nicht, dass deine Grenze falsch ist.

Prüfe stattdessen:

Ist mein Bedürfnis nachvollziehbar?

Ist meine Grenze angemessen?

Bin ich bereit, sie zu respektieren?

Und welche Reaktion wäre in meiner Situation sicher und sinnvoll?

Du musst nicht jede Kritik zurückweisen.

Manchmal lohnt sich eine sachliche Klärung.

Wenn sich dieselbe Diskussion jedoch endlos wiederholt, kann eine weitere Erklärung wenig hilfreich sein.

 

 

 

5. Lass dich nicht in endlose Rechtfertigungen ziehen

 

Vielleicht beginnt ein typisches Gespräch so:

Du sagst Nein.

Die andere Person fragt warum.

Du erklärst deine Gründe.

Sie widerlegt jeden einzelnen davon.

Du lieferst weitere Argumente.

Nach zwanzig Minuten diskutiert ihr über Details, die mit deinem eigentlichen Bedürfnis kaum noch etwas zu tun haben.

Und schließlich gibst du nach.

Dann hilft es, die Gesprächsstruktur zu verändern.

 

Beispiel

„Ich verstehe, dass du dir eine andere Entscheidung wünschst. Ich habe meine Entscheidung getroffen und möchte sie jetzt nicht weiter diskutieren.“

Vielleicht musst du die Aussage einmal wiederholen.

Danach kannst du das Gespräch beenden, sofern das sicher möglich ist.

Eine Grenze benötigt nicht die Zustimmung der anderen Person, um für dich bedeutsam zu sein.

 

 

 

6. Wähle Konsequenzen, die du selbst umsetzen kannst

 

Eine Grenze wird besonders dann schwierig, wenn du Konsequenzen ankündigst, die du nicht umsetzen möchtest oder kannst.

Vielleicht sagst du:

„Wenn das noch einmal passiert, ist die Beziehung beendet.“

Doch innerlich bist du auf eine Trennung noch gar nicht vorbereitet.

Dann entsteht zusätzlicher Druck.

Hilfreicher sind realistische Schritte.

Beispiele

  • Ein Gespräch zu einem geeigneten Zeitpunkt beenden
  • Auf Nachrichten erst antworten, wenn du Zeit und Ruhe hast
  • Bestimmte Themen nicht mehr diskutieren
  • Den Kontakt auf notwendige organisatorische Fragen begrenzen
  • Private Informationen nur mit ausgewählten Personen teilen
  • Unterstützung für eine weitergehende Entscheidung organisieren

Eine Konsequenz sollte deinem Schutz dienen und keine Strafe darstellen.

Wähle nur Schritte, die in deiner Lebenssituation angemessen, rechtlich zulässig und sicher sind.

 

 

 

7. Bereite dich auf Schuldgefühle vor

 

Vielleicht fällt es dir leicht, eine Grenze theoretisch zu formulieren.

Schwierig wird es erst danach.

Die andere Person ist enttäuscht.

Sie zieht sich zurück.

Oder sie sagt, du seist rücksichtslos.

Plötzlich fühlst du dich schuldig.

Und du möchtest deine Grenze zurücknehmen, damit wieder Ruhe entsteht.

Hier hilft es, Gefühle und Verantwortung auseinanderzuhalten.

Du darfst bedauern, dass deine Entscheidung jemanden enttäuscht.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du verpflichtet bist, deine Entscheidung zurückzunehmen.

 

Eine Frage zur Orientierung

„Habe ich tatsächlich etwas Unangemessenes getan, oder fällt es mir schwer, die Enttäuschung des anderen Menschen auszuhalten?“

Diese Frage beantwortet nicht jede Situation.

Sie kann dir jedoch helfen, Schuldgefühle genauer einzuordnen.

 

 

 

8. Schütze deine Aufmerksamkeit und deine innere Stabilität

 

Wiederholte Grenzverletzungen können viel Energie beanspruchen.

Vielleicht überlegst du ständig, wie du reagieren solltest.

Du gehst Gespräche im Kopf erneut durch.

Du suchst nach noch besseren Argumenten.

Oder du wartest angespannt auf die nächste Nachricht.

Dann kann es hilfreich sein, deine Aufmerksamkeit bewusst zu verändern.

 

Eine kurze Übung

Spüre den Kontakt zum Boden.

Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Umgebung.

Lockere unnötige Muskelanspannung.

Frage dich:

„Was ist gerade tatsächlich geschehen?“

„Was liegt in meinem Einflussbereich?“

„Welche Handlung ist jetzt sinnvoll?“

Diese kurze Orientierung kann dir helfen, bewusster zu reagieren.

Sie ersetzt keine weitergehende Unterstützung, wenn du stark belastet bist oder dich unsicher fühlst.

 

 

 

9. Gestalte den Kontakt so, dass er zu deinen Bedürfnissen passt

 

Vielleicht möchtest du den Kontakt zu einem Menschen reduzieren.

Vielleicht benötigst du vorübergehend Abstand.

Oder du musst weiterhin bestimmte Angelegenheiten miteinander regeln.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten.

 

Kontakt bewusst begrenzen

Du kannst beispielsweise vereinbaren, dass organisatorische Fragen nur zu bestimmten Zeiten besprochen werden.

Vielleicht ist schriftliche Kommunikation hilfreicher.

Vielleicht möchtest du persönliche Themen ausklammern.

Oder du entscheidest, auf Provokationen nicht einzugehen.

 

Low Contact und No Contact

Low Contact bezeichnet eine bewusste Reduzierung des Kontakts.

No Contact bedeutet, den Kontakt möglichst vollständig zu beenden.

Welche Vorgehensweise angemessen ist, hängt von deinen Bedürfnissen, Verpflichtungen und möglichen Risiken ab.

Bei gemeinsamen Kindern, beruflichen Verbindungen oder rechtlichen Angelegenheiten kann vollständiger Kontaktabbruch weder praktikabel noch ohne Weiteres zulässig sein.

Bei Gewalt oder Stalking sollte eine Kontaktstrategie mit geeigneten Fachstellen abgestimmt werden.

Mehr über Kontaktsperre, Low Contact und Silent Treatment erfahren →

 

 

 

10. Erkenne, wann zusätzliche Unterstützung erforderlich ist

 

Manchmal gelingt es, mit klarer Kommunikation und konsequentem Verhalten neue Grenzen zu entwickeln.

In anderen Situationen werden Grenzen weiterhin missachtet.

Vielleicht entsteht erheblicher emotionaler Druck.

Vielleicht droht die andere Person mit Konsequenzen.

Oder du hast Angst davor, deine eigenen Entscheidungen umzusetzen.

Dann lohnt es sich, die Situation mit einer unabhängigen und geeigneten Person zu betrachten.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem schwierigen Beziehungskonflikt und einer Situation mit Einschüchterung, Kontrolle oder Gewalt.

Bei Bedrohung, körperlicher Gewalt, Stalking oder anderen erheblichen Gefährdungen hat eine individuelle Sicherheitsplanung Vorrang.

In Deutschland erreichst du bei unmittelbarer Gefahr die Polizei unter 110.

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter 116 016 erreichbar. Der WEISSE RING unterstützt Opfer von Straftaten unter 116 006. Weitere spezialisierte Anlaufstellen helfen abhängig von deiner Situation.

Du musst solche Risiken nicht allein bewältigen.

 

 

 

Die wichtigste Übung: Deine Grenze in drei Schritten

 

Diese Übung eignet sich für Situationen, in denen du eine Grenze klarer erkennen und verlässlich umsetzen möchtest.

Du kannst sie immer wieder verwenden.

Wähle zunächst eine überschaubare Situation, bei der keine akute Gefährdung besteht.

Schritt 1: Meine Grenze

Vervollständige den Satz:

„Ich möchte nicht mehr, dass …“

Beschreibe möglichst konkret, welches Verhalten du meinst.

Beispiel:

„Ich möchte nicht mehr, dass während unserer Gespräche persönliche Beschimpfungen fallen.“

Schritt 2: Mein eigener Handlungsspielraum

Vervollständige den Satz:

„Wenn das geschieht, werde ich …“

Wähle eine Handlung, die du selbst steuern kannst.

Beispiel:

„Wenn Beschimpfungen beginnen, werde ich das Gespräch beenden, sofern das sicher möglich ist.“

Schritt 3: Meine Vorbereitung

Beantworte drei Fragen:

  • Was könnte mich davon abhalten, bei meiner Grenze zu bleiben?
  • Wie möchte ich mit möglichen Schuldgefühlen umgehen?
  • Welche Unterstützung könnte mir helfen?

Sprich deinen Grenzsatz anschließend laut aus.

Prüfe, ob er natürlich klingt.

Und überlege, wie du dich nach dem Gespräch wieder stabilisieren kannst.

Der entscheidende Punkt: Du entwickelst nicht nur einen Satz. Du bereitest dein tatsächliches Verhalten vor.

 

 

 

Was tun, wenn die andere Person deine Grenze absichtlich provoziert?

 

Vielleicht hast du deine Grenze klar ausgesprochen.

Und kurz darauf geschieht genau das Verhalten, das du angesprochen hast.

Dann kann es verlockend sein, besonders ausführlich zu erklären, weshalb dich das verletzt.

Eine weitere Erklärung kann in manchen Situationen sinnvoll sein.

Wenn sich dieselbe Dynamik jedoch regelmäßig wiederholt, lohnt sich eine andere Frage:

„Was habe ich mir für diesen Fall vorgenommen?“

Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Handlungsmöglichkeiten.

Beende beispielsweise ein Gespräch, wenn das sicher und angemessen ist.

Oder reduziere den Kontakt in einem für dich praktikablen Rahmen.

Du musst nicht beweisen, dass deine Grenze berechtigt ist, indem du jede Provokation beantwortest.

 

 

 

Was ist, wenn Grenzen die Beziehung noch schwieriger machen?

 

Manchmal entstehen nach einer neuen Grenzsetzung zunächst zusätzliche Konflikte.

Die andere Person ist es vielleicht gewohnt, dass du nachgibst.

Sie reagiert auf die Veränderung mit Ärger oder Enttäuschung.

Das bedeutet nicht automatisch, dass deine Grenze unangemessen ist.

Es bedeutet allerdings ebenso wenig, dass du jede Eskalation einfach aushalten solltest.

Beobachte die tatsächlichen Reaktionen.

Wird deine Grenze nach anfänglicher Irritation respektiert?

Oder nimmt die Kontrolle zu?

Entstehen Drohungen?

Wird dein Handlungsspielraum weiter eingeschränkt?

In solchen Situationen braucht es möglicherweise eine andere Strategie und zusätzliche Unterstützung.

Selbstschutz bedeutet nicht, unter allen Umständen besonders konsequent aufzutreten. Selbstschutz bedeutet, deine Sicherheit und deine langfristigen Handlungsmöglichkeiten ernst zu nehmen.

 

 

 

Du musst den anderen Menschen nicht verändern, um für dich einzustehen

 

Vielleicht hast du lange darauf gewartet, dass die andere Person deine Sicht versteht.

Dass sie Einsicht zeigt.

Dass sie sich entschuldigt.

Oder dass sie dir bestätigt, dass deine Bedürfnisse berechtigt sind.

Diese Anerkennung kann wünschenswert sein.

Sie ist jedoch nicht immer erreichbar.

Dann kann es hilfreich sein, deine Aufmerksamkeit stärker auf dich selbst zu richten.

Was möchtest du schützen?

Welche Kontakte tun dir gut?

Welche Entscheidungen kannst du treffen?

Und was brauchst du, um bei ihnen zu bleiben?

Du darfst Grenzen setzen, auch wenn ein anderer Mensch sie nicht gutheißt.

 

 

 

Individuelle Unterstützung beim Grenzen setzen und Halten

 

Vielleicht weißt du bereits ziemlich genau, welche Grenze du brauchst.

Doch sobald die andere Person widerspricht, kommen Zweifel auf.

Du fühlst dich schuldig.

Du beginnst, dich zu erklären.

Oder du gibst nach, obwohl du dir etwas anderes vorgenommen hattest.

Dann kann eine individuelle Auseinandersetzung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching betrachten wir deine konkrete Beziehungssituation.

Wir untersuchen, was dich belastet und welche Handlungsmöglichkeiten tatsächlich bestehen.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Eigene Bedürfnisse und Grenzen klarer erkennen
  • Wiederkehrende Konfliktmuster verstehen
  • Schuldgefühle und Selbstzweifel einordnen
  • Grenzen ruhig und verständlich kommunizieren
  • Auf Schuldumkehr und Druck angemessen reagieren
  • Praktikable Konsequenzen entwickeln
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Kontaktgestaltung und Abgrenzung klären
  • Die eigene Handlungsfähigkeit stärken
  • Persönliche Entscheidungen vorbereiten

Wir arbeiten individuell und ohne vorschnelle Diagnosen über abwesende Personen.

Entscheidend sind deine Erfahrungen und das, was dir jetzt hilft.

Die Zusammenarbeit ist persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei narzisstischen Dynamiken erfahren →

 

 

 

Wenn die psychischen Folgen besonders belastend sind

 

Wiederholte Grenzüberschreitungen und emotional verletzende Beziehungen können erhebliche psychische Folgen hinterlassen.

Vielleicht leidest du unter starken Ängsten.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Du hast belastende Erinnerungen.

Oder dein Alltag ist durch seelische Beschwerden deutlich beeinträchtigt.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

Coaching dient vor allem der Klärung, persönlichen Entwicklung und Vorbereitung konkreter Handlungsschritte.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden steht die therapeutische Unterstützung im Vordergrund.

Welcher Rahmen angemessen ist, hängt von deiner Situation ab.

Bei Bedrohung oder Gewalt gehört zusätzlich spezialisierte Opfer- beziehungsweise Gewaltschutzberatung dazu.

 

 

 

Häufige Fragen zu Grenzen gegenüber narzisstischen Menschen

 

Wie setzt man einem Narzissten Grenzen?

Beschreibe möglichst konkret, welches Verhalten du nicht akzeptieren möchtest. Formuliere eine klare eigene Handlungsoption und prüfe, ob du sie sicher umsetzen kannst. Die Reaktion der anderen Person liegt nicht vollständig in deinem Einflussbereich.

Warum respektieren manche Menschen meine Grenzen nicht?

Die Gründe können sehr unterschiedlich sein. Dazu gehören abweichende Erwartungen, mangelnde Rücksichtnahme, Anspruchsdenken oder gezielt kontrollierendes Verhalten. Die tatsächlichen Muster sind wichtiger als eine pauschale Erklärung.

Was mache ich, wenn meine Grenze ignoriert wird?

Prüfe, welche selbstbestimmte Handlung für dich möglich und angemessen ist. Das kann eine erneute kurze Klarstellung, eine Gesprächsunterbrechung, eine Veränderung der Kontaktgestaltung oder die Suche nach Unterstützung sein.

Wie kann ich Nein sagen, ohne Schuldgefühle zu bekommen?

Schuldgefühle lassen sich nicht immer sofort vermeiden. Du kannst jedoch lernen, sie zu erkennen und von tatsächlicher Verantwortung zu unterscheiden. Eine berechtigte Grenze muss nicht zurückgenommen werden, nur weil jemand enttäuscht reagiert.

Sollte ich meine Grenzen immer erklären?

Eine kurze Erläuterung kann Missverständnisse vermeiden. Wiederholte und ausufernde Rechtfertigungen sind nicht immer hilfreich. Wie viel Erklärung sinnvoll ist, hängt von der Situation ab.

Wann ist Kontaktabbruch sinnvoll?

Abstand kann hilfreich oder aus Schutzgründen erforderlich sein. Die passende Kontaktform hängt von deinen Verpflichtungen, Bedürfnissen und Sicherheitsrisiken ab. Bei Gewalt oder Stalking sollte die Planung mit geeigneten Fachstellen erfolgen.

Kann ich Grenzen auch gegenüber Eltern oder Familienmitgliedern setzen?

Ja. Auch familiäre Beziehungen benötigen Grenzen. Die konkrete Gestaltung hängt von deiner Lebenssituation, möglichen Abhängigkeiten und dem tatsächlichen Verhalten der Beteiligten ab.

Kann ich professionelle Hilfe beim Grenzen setzen bekommen?

Ja. Im privaten 1:1-Coaching können wir deine Situation klären, passende Grenzen entwickeln und konkrete Handlungsmöglichkeiten vorbereiten. Bei erheblicher psychischer Belastung kann therapeutische Unterstützung sinnvoll sein.

 

 

 

Du möchtest endlich Grenzen setzen, die du auch halten kannst?

 

Vielleicht hast du schon viel erklärt, gehofft und nachgegeben.

Du möchtest jetzt einen anderen Weg finden.

Einen Weg, bei dem du deine Bedürfnisse ernst nimmst und deinen Handlungsspielraum bewusst gestaltest.

Dann können wir gemeinsam an deiner konkreten Situation arbeiten.

Für deine Anfrage sind einige kurze Angaben hilfreich:

  • In welcher Beziehung stehst du zu der betreffenden Person?
  • Welche Grenzen werden wiederholt überschritten?
  • Was möchtest du verändern?
  • Welche Schwierigkeiten entstehen bei der Umsetzung?
  • Wünschst du eine Sitzung in Berlin oder online?

Die organisatorischen Informationen und aktuellen Honorare findest du auf meiner Honorarseite.

Private 1:1-Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Abgrenzung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Grenzen und persönlicher Selbstbestimmung in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

 

 

Der nächste Schritt

 

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P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2018
Überarbeitung: 12. Juni 2026

Narzissmus: Die 28 häufigsten Fehler im Umgang mit Narzissten

Narzissmus: Die 28 häufigsten Fehler im Umgang mit Narzissten

So schützen Sie sich vor toxischen Menschen, wie Narzissten

Missverständnis

Fehler im Umgang mit Narzissten

 

Vermeiden Sie die häufigsten Fallgruben im Umgang mit narzisstischen Persönlichkeiten. Hier sind die 28 häufigsten Fehler und wie sie sich vermeiden lassen.

Die 28 häufigsten Fehler im Umgang mit Narzissten

 

Vermeiden Sie die häufigsten Fallgruben im Umgang mit narzisstischen Persönlichkeiten. Hier sind die 28 häufigsten Fehler und wie sie sich vermeiden lassen.

 

 

 

Achtung

 

Achtung: Dieser Beitrag gilt nicht der Diagnostik pathologischer Narzissten, sondern dem Ziel, fiesen Zeitgenossen aus dem Weg zu gehen und sich nicht ausnutzen zu lassen. Zur Vereinfachung nenne ich Menschen mit deutlichen narzisstischen Tendenzen — ob Frauen oder Männer — an dieser Stelle Narzissten.

Video

Die 31 häufigsten Fehler im Umgang mit Narzissten | #narzissmus

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Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Hattest du es schon mit toxischen Menschen wie Narzissten zu tun und wie hasst du auf dich acht gegeben? Wie lässt sich ihnen am besten umgehen?

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2021
AN: #649
English version:
Ü:
K:

Narzissten, Neid und Missgunst: Wenn dein Glück zum Problem wird

Narzissten, Neid und Missgunst

Wenn dein Glück zum Problem wird
Missverständnis

Warum manche Menschen dein Glück kaum ertragen – Neid und narzisstische Dynamiken

 

Wenn deine Freude plötzlich zum Problem wird

 

Du erzählst etwas Schönes.

Eine gute Nachricht.

Einen Erfolg.

Etwas, auf das du stolz bist.

Vielleicht bist du einfach gut gelaunt.

Und plötzlich verändert sich die Stimmung.

Eine abwertende Bemerkung.

Ein spöttischer Kommentar.

Ein Themenwechsel.

Ein Vergleich.

Eine kleine Spitze.

Oder wenige Minuten später entsteht aus einem völlig anderen Anlass Streit.

Wenn du solche Situationen immer wieder mit derselben Person erlebst, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Denn in gesunden Beziehungen darf dein Glück Raum haben.

Menschen, denen du am Herzen liegst, müssen weniger jeden deiner Erfolge großartig finden. Sie sollten deine Freude jedoch aushalten können.

 

 

 

Neid gehört zum Menschsein

 

Beginnen wir mit einer wichtigen Unterscheidung.

Neid allein macht einen Menschen weder toxisch noch narzisstisch.

Fast jeder kennt Momente wie:

„Das hätte ich auch gerne.“

„Warum gelingt das ihm und mir gerade weniger?“

„Ich wünschte, ich wäre schon so weit.“

Solche Gefühle können sogar hilfreiche Informationen liefern.

Sie zeigen uns manchmal, wonach wir uns sehnen.

Entscheidend ist, was wir daraus machen.

Ein emotional reifer Mensch kann Neid empfinden und dir deinen Erfolg trotzdem gönnen.

Er kann denken:

„Das hätte ich auch gerne – und ich freue mich trotzdem für dich.“

 

 

 

Wann Neid problematisch wird

 

Schwierig wird es, wenn aus Neid regelmäßig der Versuch entsteht, dein Wohlbefinden zu verkleinern.

Zum Beispiel durch:

Abwertung.

Spott.

Konkurrenz.

Schuldgefühle.

Entwertung deiner Leistung.

ständige Vergleiche.

Rückzug von Zuneigung.

Provokationen.

oder Konflikte genau dann, wenn es dir gut geht.

Dann geht es weniger um einen einzelnen neidischen Moment.

Es entsteht eine Beziehungsmuster.

 

 

 

Narzisstische Dynamiken und fremdes Glück

 

Bei stark narzisstisch geprägten Menschen können Erfolge und Freude anderer besondere Spannungen auslösen.

Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Fremder Erfolg kann einen Vergleich aktivieren.

Aufmerksamkeit liegt plötzlich bei jemand anderem.

Das eigene Selbstbild kann sich bedroht anfühlen.

Die andere Person zeigt Eigenständigkeit.

Oder sie erlebt etwas Schönes, das außerhalb des Einflussbereichs des narzisstisch geprägten Menschen liegt.

Das bedeutet keineswegs, dass jeder Mensch mit narzisstischen Tendenzen gleich reagiert.

Entscheidend ist das konkrete Verhalten.

Was geschieht, wenn es dir gut geht?

 

 

 

Ein erstaunlich wichtiger Beziehungstest

 

Beobachte einmal:

Wie reagiert ein Mensch auf dein Glück?

Du bekommst eine berufliche Chance.

Jemand macht dir ein schönes Kompliment.

Du hast etwas geschafft.

Du findest ein neues Hobby.

Du verbringst eine wunderbare Zeit mit anderen Menschen.

Du wirkst selbstbewusster.

Du entwickelst dich weiter.

Was geschieht?

Kommt Interesse?

Mitfreude?

Neugier?

Oder wird dein Glück schnell relativiert?

Diese Situationen können ausgesprochen aufschlussreich sein.

 

 

 

„So besonders ist das nun auch wieder weniger“

 

Entwertung kann sehr subtil aussehen.

Du erzählst von einem Erfolg.

Die Antwort:

„Das schaffen doch viele.“

Du freust dich über Anerkennung.

„Die Person kennt dich ja kaum.“

Du erzählst von einer schönen Reise.

„Da würde ich freiwillig weniger hinfahren.“

Du hast etwas Neues begonnen.

„Mal sehen, wie lange das hält.“

Jeder einzelne Satz könnte belanglos erscheinen.

Das Muster macht den Unterschied.

Wird deine Freude regelmäßig kleiner, nachdem du sie mit dieser Person geteilt hast?

Das ist eine wichtige Frage.

 

 

 

Vom Teilen zur Vorsicht

 

Mit der Zeit kann etwas Bemerkenswertes passieren.

Du erzählst weniger.

Du spielst Erfolge herunter.

Du wartest mit guten Nachrichten.

Du achtest darauf, weniger begeistert zu wirken.

Vielleicht sagst du:

„Ach, so besonders war es eigentlich gar nicht.“

Obwohl du dich fünf Minuten vorher noch gefreut hast.

Dann hat sich bereits etwas verändert.

Du regulierst dein Glück, um die Reaktion eines anderen Menschen zu regulieren.

 

 

 

Wenn Freude unsicher wird

 

Menschen lernen aus Erfahrungen.

Wenn auf sichtbare Freude regelmäßig Abwertung, Streit oder Rückzug folgen, kann dein Nervensystem beginnen, einen Zusammenhang herzustellen:

Freude bedeutet Gefahr.

Dann kann es passieren, dass du selbst in sicheren Situationen vorsichtiger wirst.

Du hältst dich zurück.

Wartest auf die nächste Störung.

Oder empfindest sogar Schuld, wenn es dir gut geht.

Das kann weit über die ursprüngliche Beziehung hinauswirken.

 

 

 

Glück braucht keine Erlaubnis

 

Vielleicht hast du gelernt:

Erst wenn es der anderen Person gut geht, darf es auch mir gut gehen.

Erst wenn sie zufrieden ist, darf ich mich entspannen.

Erst wenn sie meinen Erfolg anerkennt, darf ich stolz darauf sein.

Das gibt einem anderen Menschen enorm viel Einfluss auf dein inneres Leben.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt kann deshalb lauten:

Mein Erleben braucht weniger die Erlaubnis eines anderen Menschen.

Du darfst dich freuen.

Du darfst stolz sein.

Du darfst genießen.

Du darfst dich entwickeln.

 

 

 

Mitfreude ist Beziehungskompetenz

 

Eine gesunde Beziehung bedeutet weniger, dass Menschen ständig dieselben Gefühle haben.

Dein Partner kann einen schwierigen Tag haben und sich trotzdem über deine gute Nachricht freuen.

Eine Freundin kann selbst gerade beruflich kämpfen und dir trotzdem zu deinem Erfolg gratulieren.

Ein Kollege kann denselben Auftrag gewollt haben und deine Leistung dennoch anerkennen.

Das ist emotionale Reife.

Dein Glück muss weniger das Unglück eines anderen bedeuten.

 

 

 

Eigenständigkeit kann eine Dynamik verändern

 

Deine Freude hat noch eine weitere Bedeutung:

Sie zeigt Eigenständigkeit.

Du hast Interessen.

Beziehungen.

Erfolge.

Gedanken.

Pläne.

Quellen von Freude, die einem anderen Menschen weniger gehören.

In kontrollierenden Beziehungen kann genau das Spannungen erzeugen.

Denn je stärker du wieder Zugang zu deinem eigenen Leben bekommst, desto weniger lässt sich dein innerer Zustand von außen bestimmen.

 

 

 

Wenn nach schönen Momenten regelmäßig Streit entsteht

 

Manche Betroffene berichten von einem auffälligen Muster:

Ein schöner Abend.

Ein Erfolg.

Eine Feier.

Ein Urlaubstag.

Ein besonders inniger Moment mit den Kindern.

Und plötzlich entsteht Streit.

Das bedeutet weniger automatisch, dass der andere Mensch bewusst beschlossen hat:

„Jetzt zerstöre ich diesen Moment.“

Interessanter ist die Beobachtung:

Gibt es ein wiederkehrendes Muster?

Und:

Welche Wirkung hat dieses Muster auf dich?

Du brauchst weniger die vollständige Erklärung der anderen Person, um deine Erfahrungen ernst zu nehmen.

 

 

 

Die Warum-Falle

 

Gerade bei narzisstischen Dynamiken verbringen Betroffene häufig sehr viel Zeit mit der Frage:

Warum macht dieser Mensch das?

Weil er neidisch ist?

Weil er verletzt wurde?

Weil er unsicher ist?

Weil er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat?

Weil seine Kindheit schwierig war?

Diese Fragen können interessant sein.

Für deine nächsten Schritte ist häufig eine andere Frage hilfreicher:

Was geschieht hier mit mir?

Und anschließend:

Was möchte ich damit tun?

 

 

 

Du brauchst keine Diagnose für eine Grenze

 

Das halte ich für besonders wichtig.

Du musst weniger zuverlässig feststellen können, ob jemand „ein Narzisst“ ist.

Du darfst feststellen:

Dieses Verhalten verletzt mich.

Diese Dynamik erschöpft mich.

Ich werde in dieser Beziehung immer kleiner.

Meine Freude bekommt hier kaum Raum.

Meine Grenzen werden regelmäßig überschritten.

Eine Grenze braucht weniger eine psychiatrische Diagnose als eine ausreichende Wahrnehmung deiner eigenen Situation.

 

 

 

Achte auf Muster statt auf Etiketten

 

Ein einzelner schlechter Tag sagt wenig.

Ein ungeschickter Kommentar ebenfalls.

Deshalb beobachte Muster.

Frage dich:

Wie reagiert die Person gewöhnlich auf meine Erfolge?

Wie geht sie mit meiner Eigenständigkeit um?

Darf ich anderer Meinung sein?

Darf ich Freude haben, die mit ihr wenig zu tun hat?

Darf ich Aufmerksamkeit bekommen?

Darf ich mich entwickeln?

Was geschieht, wenn ich Grenzen setze?

Muster sind häufig aussagekräftiger als einzelne Situationen.

 

 

 

Dein Glück kleiner machen ist keine gute Schutzstrategie

 

Vielleicht funktioniert es kurzfristig.

Du erzählst weniger.

Du freust dich leiser.

Du verzichtest auf bestimmte Dinge.

Die andere Person bleibt ruhiger.

Der Preis kann allerdings hoch sein.

Denn Stück für Stück orientiert sich dein Leben stärker daran:

Was löst beim anderen möglichst wenig aus?

statt:

Was entspricht mir und meinem Leben?

Das ist eine entscheidende Verschiebung.

 

 

 

Hol dir deine Freude zurück

 

Wenn du lange in einer solchen Dynamik gelebt hast, kann Freude ungewohnt werden.

Dann beginne klein.

Was tut dir gut?

Was interessiert dich?

Mit welchen Menschen fühlst du dich lebendig?

Wann lachst du?

Was wolltest du schon lange wieder tun?

Welche Menschen freuen sich ehrlich mit dir?

Freude muss weniger spektakulär sein.

Manchmal beginnt sie mit einem Kaffee in Ruhe.

Einem Spaziergang.

Musik.

Einem Gespräch.

Einem eigenen Plan.

Dein Leben darf wieder stärker dir gehören.

 

 

 

Suche Menschen, bei denen du größer werden darfst

 

Eine wertvolle Beziehung erkennst du auch daran, was mit dir in ihr geschieht.

Wirst du freier?

Lebendiger?

Neugieriger?

Mutiger?

Darfst du wachsen?

Darfst du Erfolg haben?

Darfst du widersprechen?

Darfst du deine eigene Persönlichkeit behalten?

Menschen, denen du am Herzen liegst, brauchen weniger eine kleinere Version von dir, damit sie sich größer fühlen können.

 

 

 

Nach belastenden Beziehungen

 

Manche Auswirkungen bleiben bestehen, obwohl der Kontakt längst beendet ist.

Vielleicht erwartest du weiterhin Kritik.

Du erklärst dich übermäßig.

Du spielst Erfolge herunter.

Komplimente machen dich unruhig.

Du fühlst dich schuldig, wenn es dir gut geht.

Dann lohnt es sich, diese Reaktionen weniger als persönlichen Makel zu betrachten.

Sie können erlernte Schutzmuster sein.

Und was gelernt wurde, kann sich auch wieder verändern.

 

 

 

Ein kleiner Realitätscheck

 

Wenn du unsicher bist, frage dich:

1. Was geschieht, wenn ich mich freue?

2. Was geschieht, wenn ich Erfolg habe?

3. Darf ich Aufmerksamkeit bekommen?

4. Darf ich unabhängig sein?

5. Darf ich anderer Meinung sein?

6. Werde ich nach schönen Momenten regelmäßig abgewertet oder in Konflikte gezogen?

7. Habe ich begonnen, mich kleiner zu machen, damit die Beziehung ruhiger bleibt?

Die Antworten können dir wichtige Hinweise geben.

 

 

 

Selbstschutz statt Ferndiagnose

 

Du brauchst weniger herauszufinden, was exakt im Kopf eines anderen Menschen geschieht.

Du brauchst Klarheit darüber:

Was beobachte ich?

Wie wirkt es auf mich?

Welche Grenzen brauche ich?

Welche Gespräche sind sinnvoll?

Welche Distanz tut mir gut?

Welche Unterstützung brauche ich?

Damit verlagerst du deine Aufmerksamkeit von der anderen Person wieder dorthin, wo du tatsächlich Einfluss hast:

zu dir.

 

 

 

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken

 

Der Kontakt mit stark narzisstisch geprägten Menschen kann verunsichern, erschöpfen und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung beeinträchtigen.

Je nach Situation kann es hilfreich sein, gemeinsam zu sortieren:

Was geschieht tatsächlich?

Welche Muster sind erkennbar?

Was gehört zu dir und was zur Dynamik?

Welche Grenzen sind sinnvoll?

Wie kannst du schwierige Gespräche vorbereiten?

Wie bekommst du wieder mehr innere Stabilität und Handlungsspielraum?

Bei seelischen Auswirkungen kann therapeutische Unterstützung sinnvoll sein. Bei anderen Anliegen kommen Coaching, Beratung oder Gesprächsvorbereitung infrage.

Rechtliche Fragen gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.

→ Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Vielleicht hast du lange versucht herauszufinden:

Warum kann dieser Mensch mir mein Glück weniger gönnen?

Die Antwort darauf kann interessant sein.

Für dein Leben ist möglicherweise eine andere Frage wichtiger:

Warum sollte die Reaktion dieses Menschen darüber entscheiden, wie viel Freude ich mir erlaube?

Deine Freude gehört zu deinem Leben.

Deine Entwicklung auch.

Du darfst Menschen wählen, bei denen du weniger kleiner werden musst, damit die Beziehung funktioniert.

Und du darfst Schritt für Schritt wieder entdecken:

Es ist sicher, lebendig zu sein.

Antworten auf häufige Fragen

Sind narzisstische Menschen immer neidisch?

Menschen unterscheiden sich erheblich. Neid allein ist auch kein zuverlässiges Merkmal für Narzissmus. Interessanter sind wiederkehrende Muster aus Konkurrenz, Entwertung, Anspruchsdenken, mangelnder Gegenseitigkeit und problematischem Umgang mit der Eigenständigkeit anderer.

Warum kann fremder Erfolg Konflikte auslösen?

Erfolg kann sozialen Vergleich, Unsicherheit oder Konkurrenz aktivieren. Bei stark narzisstischen Mustern können außerdem Aufmerksamkeit, Status und das Bedürfnis nach Überlegenheit eine Rolle spielen.

Woran erkenne ich, dass mein Glück in einer Beziehung zum Problem geworden ist?

Ein wichtiger Hinweis ist, wenn du beginnst, Freude, Erfolge oder positive Erfahrungen regelmäßig herunterzuspielen, um negative Reaktionen des anderen zu vermeiden.

Muss ich wissen, ob jemand wirklich narzisstisch ist?

Für deinen Selbstschutz ist häufig das konkrete Verhalten wichtiger als das Etikett. Du kannst Grenzen setzen, sobald eine Dynamik dir dauerhaft schadet.

Muss ich wissen, ob jemand wirklich narzisstisch ist?

Für deinen Selbstschutz ist häufig das konkrete Verhalten wichtiger als das Etikett. Du kannst Grenzen setzen, sobald eine Dynamik dir dauerhaft schadet.

Kann sich die Angst vor Freude wieder verändern?

Ja. Erlernte Schutzreaktionen können sich verändern. Hilfreich sind sichere Erfahrungen, verlässliche Beziehungen, Selbstwahrnehmung und je nach Belastung professionelle Unterstützung.

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Hattest du es schon mit toxischen Menschen wie Narzissten zu tun und wie hasst du auf dich acht gegeben? Wie lässt sich mit deren Neid und Missgunst umgehen?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2026

Narzissmus und Fremdgehen: Gehen Narzissten häufiger fremd?

Narzissmus: Gehen Narzissten eher fremd?

So schützen Sie sich vor toxischen Menschen
Missverständnis

Narzissmus und Fremdgehen: Gehen Menschen mit narzisstischen Zügen häufiger fremd?

 

„Gehen Narzissten häufiger fremd?“

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt.

Die schnelle Antwort wäre:

Manche narzisstischen Merkmale können das Risiko für Untreue erhöhen.

Die längere und wichtigere Antwort lautet:

Narzissmus allein erklärt weniger, warum ein konkreter Mensch fremdgeht.

Nicht jeder Mensch mit narzisstischen Zügen ist untreu.

Und nicht jeder Mensch, der fremdgeht, ist narzisstisch.

Interessant ist deshalb weniger das Etikett.

Interessant sind die konkreten Persönlichkeitsmerkmale, Beziehungsmuster und Entscheidungen.

 

 

 

Was sagt die Forschung?

 

Studien zu allgemeinem Narzissmus und Untreue liefern kein völlig einheitliches Bild.

Ein besonders interessanter Befund stammt aus Untersuchungen zum sogenannten sexuellen Narzissmus.

Dabei geht es weniger um Narzissmus insgesamt und stärker um Einstellungen und Erwartungen im sexuellen Bereich.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • sexuelles Anspruchsdenken
  • starke Selbstüberschätzung der eigenen sexuellen Fähigkeiten
  • Ausbeutungsorientierung
  • geringe Berücksichtigung der sexuellen Bedürfnisse des Partners

In longitudinalen Untersuchungen war stärker ausgeprägter sexueller Narzissmus mit einer höheren Wahrscheinlichkeit tatsächlicher Untreue verbunden.

 

 

 

Das ist ein wichtiger Unterschied

 

Die Forschung sagt weniger:

„Narzissten gehen fremd.“

Sie zeigt eher:

Bestimmte narzisstisch geprägte Einstellungen und Beziehungsmuster können Untreue wahrscheinlicher machen.

 

 

 

Warum könnte Anspruchsdenken eine Rolle spielen?

 

Ein möglicher Faktor ist Entitlement, also starkes Anspruchsdenken.

Dann kann innerlich etwas entstehen wie:

„Für mich gelten andere Regeln.“

Oder:

„Ich habe ein Recht darauf, meine Bedürfnisse zu erfüllen.“

Wenn persönliche Wünsche grundsätzlich höher bewertet werden als gemeinsame Vereinbarungen, kann die Hemmschwelle für einen Regelbruch sinken.

Anspruchsdenken erklärt weniger jede Untreue.

Es kann jedoch ein relevanter Teil der Dynamik sein.

 

 

 

Bewunderung und Bestätigung

 

Menschen mit stärker narzisstischen Merkmalen können besonders empfänglich für soziale Bestätigung sein.

Neue romantische oder sexuelle Aufmerksamkeit kann vermitteln:

„Ich bin begehrt.“

„Ich wirke.“

„Ich bin attraktiv.“

Für Menschen, deren Selbstwert stark von solcher Resonanz abhängt, kann diese Erfahrung besonders belohnend sein.

 

 

 

Fremdgehen als Selbstwertregulation?

 

Das kann vorkommen.

Zum Beispiel wenn Aufmerksamkeit von außen dazu dient:

  • sich attraktiver zu fühlen
  • Unsicherheit zu reduzieren
  • das eigene Selbstbild zu bestätigen
  • Status oder Begehrtheit zu erleben

Das bedeutet weniger, dass jede Affäre psychologisch so funktioniert.

Und es bedeutet weniger, dass mangelnde Aufmerksamkeit des Partners eine Untreue verursacht.

Die Entscheidung für Untreue bleibt die Verantwortung der Person, die sie trifft.

 

 

 

Das Bedürfnis nach Neuheit

 

Ein weiterer Faktor kann die Attraktivität neuer Reize sein.

Neue Begegnungen bringen:

  • Aufmerksamkeit
  • Spannung
  • Flirt
  • Unsicherheit
  • Bestätigung

Langfristige Beziehungen funktionieren anders.

Sie enthalten mehr:

  • Verlässlichkeit
  • Alltag
  • gegenseitige Verantwortung
  • Vertrautheit

Für manche Menschen ist gerade die neue Bewunderung besonders reizvoll.

 

 

 

Beziehungsorientierung und Bindung

 

Forschung deutet außerdem darauf hin, dass Narzissmus mit geringerer Beziehungsbindung beziehungsweise geringerer Commitment-Orientierung zusammenhängen kann.

Auch das ist kein Automatismus.

Es kann jedoch bedeuten:

Alternative Partner bleiben psychologisch stärker im Blick.

 

 

 

Untreue braucht weniger eine Persönlichkeitsstörung

 

Menschen gehen aus sehr unterschiedlichen Gründen fremd.

Zum Beispiel können eine Rolle spielen:

  • Unzufriedenheit in der Beziehung
  • sexuelle Unzufriedenheit
  • Gelegenheit
  • Bedürfnis nach Bestätigung
  • Konflikte
  • Bindungsunsicherheit
  • Impulsivität
  • Neuheitsorientierung

Deshalb ist Fremdgehen kein Narzissmus-Test.

 

 

 

Und eine glückliche Beziehung verhindert Untreue weniger garantiert

 

Auch das ist wichtig.

Manchmal wird nach einer Affäre gefragt:

„Was hat in unserer Beziehung gefehlt?“

Diese Frage kann sinnvoll sein.

Sie sollte jedoch weniger automatisch voraussetzen:

„Wenn die Beziehung gut genug gewesen wäre, wäre das nicht passiert.“

Untreue entsteht aus einem Zusammenspiel von Person, Situation, Beziehung und Entscheidung.

 

 

 

Sexuelle Unzufriedenheit kann eine Rolle spielen

 

In Studien war geringere sexuelle Zufriedenheit mit einem höheren Untreuerisiko verbunden.

Doch auch hier gilt:

Unzufriedenheit erklärt eine Entscheidung weniger vollständig.

Menschen können unzufrieden sein und darüber sprechen.

Sie können eine Beziehung verändern.

Sie können sie beenden.

Oder sie können Vereinbarungen brechen.

Das sind unterschiedliche Entscheidungen.

 

 

 

Was ist mit geringer Empathie?

 

Auch dieser Faktor kann relevant sein.

Wer die Folgen des eigenen Verhaltens für den Partner weniger berücksichtigt, kann leichter Entscheidungen treffen, die kurzfristig eigenen Bedürfnissen dienen.

Bei sexuellem Narzissmus wurde geringere sexuelle Empathie in bestimmten Untersuchungen tatsächlich mit Untreue in Verbindung gebracht.

Eine pauschale Aussage wie:

„Narzissten haben keine Empathie und gehen deshalb fremd“

wäre trotzdem zu grob.

 

 

 

Fremdgehen und Ausbeutung

 

Ein weiteres Merkmal sexuellen Narzissmus ist Ausbeutungsorientierung.

Dann wird Sexualität stärker danach betrachtet:

„Was bekomme ich?“

und weniger:

„Was bedeutet mein Verhalten für uns beide?“

Auch das kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, gemeinsame Vereinbarungen geringer zu gewichten.

 

 

 

Grandiosität: „Ich kann mir das erlauben“

 

Bei grandioseren narzisstischen Merkmalen kann zusätzlich ein Gefühl besonderer Attraktivität oder sexueller Kompetenz entstehen.

Zum Beispiel:

„Andere wollen mich ohnehin.“

Oder:

„Ich habe mehr Möglichkeiten als andere.“

Solche Überzeugungen können die Wahrnehmung verfügbarer Alternativen verändern.

 

 

 

Vulnerabler Narzissmus und Untreue

 

Bei vulnerableren narzisstischen Mustern kann die Dynamik anders aussehen.

Dort können stärker eine Rolle spielen:

  • Kränkbarkeit
  • Unsicherheit
  • Angst vor Zurückweisung
  • starkes Bedürfnis nach Bestätigung

Auch daraus kann Aufmerksamkeit außerhalb einer Beziehung attraktiv werden.

Das bedeutet weniger, dass vulnerable narzisstische Menschen zwangsläufig fremdgehen.

 

 

 

Geht es um Sex oder um Bestätigung?

 

Manchmal ist genau das die interessante Frage.

Ein Seitensprung kann vor allem sexuell motiviert sein.

Er kann ebenso stark durch:

  • Aufmerksamkeit
  • Bewunderung
  • Begehrtheit
  • Selbstbestätigung

getragen werden.

Das erklärt möglicherweise, warum manche Affären schon lange vor körperlicher Sexualität beginnen.

 

 

 

Emotionale Untreue

 

Untreue ist weniger auf Geschlechtsverkehr begrenzt.

Paare unterscheiden sich darin, was sie als Vertrauensbruch definieren.

Zum Beispiel:

  • geheime Chats
  • sexuelle Nachrichten
  • intensive emotionale Nähe
  • Dating-Apps
  • Küsse
  • Sex

Entscheidend sind die Vereinbarungen der jeweiligen Beziehung.

 

 

 

Fremdgehen beginnt deshalb häufig vor dem Seitensprung

 

Interessant wird die Frage:

Welche Grenzen wurden vereinbart?

Und:

Welche Kontakte werden bewusst verborgen?

Geheimhaltung kann für eine Beziehung teilweise ebenso relevant sein wie der konkrete sexuelle Akt.

 

 

 

Ist Flirten schon Fremdgehen?

 

Das lässt sich weniger allgemeingültig beantworten.

Für manche Paare ist Flirten völlig in Ordnung.

Für andere überschreitet es eine Grenze.

Eine gute Beziehung braucht deshalb weniger universelle Regeln als klare gemeinsame Vereinbarungen.

 

 

 

Warum Untreue bei narzisstischen Dynamiken besonders verwirrend sein kann

 

Manche Betroffene erleben nach einer Affäre nicht nur den Vertrauensbruch.

Zusätzlich können auftreten:

  • Leugnung
  • Schuldverschiebung
  • Verharmlosung
  • Angriff auf die betroffene Person
  • wechselnde Versionen

Dann geht es plötzlich weniger um die Untreue selbst.

Du beginnst dich möglicherweise zu fragen:

„War ich schuld?“

„Bin ich zu misstrauisch?“

„War das überhaupt Fremdgehen?“

 

 

 

Untreue und Gaslighting

 

Wenn offensichtliche Vorgänge systematisch bestritten oder deine Wahrnehmung untergraben werden, kann zusätzlich eine Gaslighting-Dynamik entstehen.

Zum Beispiel:

„Du bildest dir da etwas ein.“

„Du bist krankhaft eifersüchtig.“

„Das war doch überhaupt nichts.“

Eine abweichende Einschätzung ist weniger automatisch Gaslighting.

Entscheidend ist das wiederkehrende Muster.

→ „Du bist zu empfindlich“: Wann daraus Gaslighting werden kann

 

 

 

„Du hast mich dazu gebracht“

 

Nach aufgedeckter Untreue kann Schuldverschiebung besonders verletzend sein.

Zum Beispiel:

„Du hattest nie Zeit für mich.“

„Du hast mir nicht genug Aufmerksamkeit gegeben.“

„Unsere Beziehung war ohnehin schlecht.“

Solche Punkte können reale Beziehungsprobleme beschreiben.

Sie ändern weniger die Verantwortung für die Entscheidung, eine Vereinbarung zu brechen.

 

 

 

Zwei Fragen gehören auseinander

 

1. Welche Probleme gab es in der Beziehung?

und:

2. Wer hat sich für Untreue entschieden?

Beide Fragen können wichtig sein.

Sie sollten weniger miteinander verwechselt werden.

 

 

 

Wenn die Affäre auffliegt

 

Für die Zukunft der Beziehung kann die Reaktion danach entscheidender sein als viele psychologische Erklärungen.

Kann die Person sagen:

„Ja. Ich habe diese Vereinbarung verletzt.“

Oder entsteht:

  • Leugnung
  • Schuldumkehr
  • weitere Täuschung
  • Abwertung
  • Rechtfertigung ohne Verantwortung

Verantwortungsübernahme ist ein wichtiger Unterschied.

 

 

 

Reue oder nur Angst vor Konsequenzen?

 

Auch diese Frage stellen sich viele Betroffene.

Von außen ist das innere Gefühl weniger zuverlässig messbar.

Hilfreicher ist:

Was geschieht danach?

Zum Beispiel:

  • Werden Fragen beantwortet?
  • werden Vereinbarungen respektiert?
  • endet die Täuschung?
  • werden Folgen anerkannt?
  • ändert sich Verhalten über Zeit?

 

 

 

Versprechen sind weniger Veränderung

 

Nach einer Krise werden häufig große Versprechen gemacht.

„Das passiert nie wieder.“

„Jetzt habe ich verstanden.“

„Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben.“

Solche Aussagen können ehrlich gemeint sein.

Für Vertrauen zählt jedoch langfristig:

ob Verhalten und Versprechen zusammenpassen.

 

 

 

Kann Vertrauen nach Untreue wieder entstehen?

 

Ja, das kann gelingen.

Es ist jedoch weniger selbstverständlich.

Hilfreich sind meist:

  • Ehrlichkeit
  • Verantwortungsübernahme
  • Transparenz
  • Geduld
  • Bereitschaft, Ursachen und Muster zu betrachten
  • verlässliches Verhalten über Zeit

Vertrauen lässt sich weniger einfordern.

Es muss wieder entstehen können.

 

 

 

Und wenn narzisstische Muster stark ausgeprägt sind?

 

Dann lohnt es sich besonders, weniger auf Versprechen und stärker auf Verhalten zu schauen.

Frag:

  • Kann die Person Verantwortung übernehmen?
  • Kann sie deinen Schmerz wahrnehmen, ohne sofort sich selbst ins Zentrum zu stellen?
  • Kann sie eigene Motive reflektieren?
  • Kann sie Grenzen akzeptieren?
  • ändert sich das Verhalten tatsächlich?

Diese Fragen sind meist hilfreicher als die Frage, ob jemand offiziell Narzisst ist.

 

 

 

Wiederholte Untreue

 

Eine einmalige Untreue und ein langjähriges Muster sind weniger dasselbe.

Bei wiederholter Untreue lohnt sich besonders die Frage:

Welche Struktur bleibt trotz aller Gespräche unverändert?

Zum Beispiel:

  • Anspruchsdenken
  • Bestätigungssuche
  • Geheimhaltung
  • geringes Commitment
  • fehlende Verantwortungsübernahme

 

 

 

Du musst die Ursache weniger vollständig verstehen

 

Nach einem Vertrauensbruch entsteht häufig eine intensive Suche:

„Warum?“

Das ist nachvollziehbar.

Vielleicht findest du eine plausible Erklärung.

Vielleicht mehrere.

Manchmal bleibt dennoch Unsicherheit.

Für deine Entscheidung kann eine andere Frage wichtiger werden:

„Was bedeutet dieses Verhalten für unsere Beziehung?“

 

 

 

Hat das Fremdgehen etwas über deinen Wert ausgesagt?

 

Nein.

Dass ein Partner eine Vereinbarung verletzt, misst weniger:

  • deine Attraktivität
  • deinen Wert
  • deine Liebenswürdigkeit

Natürlich kann sich Untreue genau so anfühlen.

Doch die Entscheidung eines anderen Menschen ist weniger ein objektives Urteil über deinen Wert.

 

 

 

Vergleiche mit der anderen Person

 

Nach einer Affäre fragen Menschen häufig:

„Was hat diese Person, das ich nicht habe?“

Diese Frage kann einen sehr schmerzhaften Vergleichskreislauf starten.

Manchmal hatte die Affäre weniger mit einer vermeintlich „besseren“ Person zu tun als mit:

  • Neuheit
  • Gelegenheit
  • Bestätigung
  • Grenzproblemen
  • eigenen Persönlichkeitsmustern

 

 

 

Du musst weniger gegen eine andere Person gewinnen

 

Wenn du dich mit der Affärenperson vergleichst, entsteht leicht ein Wettbewerb:

Wer ist attraktiver?

Wer ist interessanter?

Wer wird gewählt?

Die wichtigere Frage lautet:

Welche Beziehung möchtest du führen?

 

 

 

Soll ich bleiben oder gehen?

 

Darauf gibt es weniger eine allgemeingültige Antwort.

Relevant können sein:

  • War es einmalig oder wiederholt?
  • Wird Verantwortung übernommen?
  • besteht weiterhin Täuschung?
  • sind beide bereit, an der Beziehung zu arbeiten?
  • welche Grenzen sind für dich entscheidend?
  • kann Vertrauen realistisch wieder wachsen?

 

 

 

Bleiben ist weniger Schwäche

 

Menschen können nach Untreue gemeinsam weitergehen.

Das ist weniger automatisch naiv.

 

 

 

Gehen ist weniger Versagen

 

Du darfst ebenso entscheiden:

„Diese Grenze wurde für mich überschritten.“

Du brauchst weniger die Zustimmung des anderen Menschen für diese Entscheidung.

 

 

 

Wenn du dich trennen möchtest

 

Bei stark belastenden oder manipulativen Beziehungen kann eine Trennung sorgfältige Vorbereitung brauchen.

→ Trennung von Menschen mit stark narzisstischen Mustern

 

 

 

Wenn du bleiben möchtest

 

Dann würde ich weniger nur fragen:

„Kann ich vergeben?“

Interessanter sind:

  • Kann wieder Verlässlichkeit entstehen?
  • können beide offen sprechen?
  • werden Grenzen geklärt?
  • werden Muster tatsächlich verändert?

 

 

 

Vergebung ist weniger Pflicht

 

Verarbeitung braucht weniger eine moralische Verpflichtung zur Vergebung.

Du kannst eine Erfahrung verarbeiten und trotzdem entscheiden:

„Diese Beziehung möchte ich weniger fortsetzen.“

 

 

 

Wenn du privat Unterstützung möchtest

 

Nach Untreue können sehr unterschiedliche Fragen im Vordergrund stehen:

  • Soll ich bleiben oder gehen?
  • Welche Grenze brauche ich?
  • Wie führe ich das Gespräch?
  • Wie erkenne ich, ob sich tatsächlich etwas verändert?
  • Wie komme ich aus endlosen Rechtfertigungs- und Beweisschleifen?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Wenn psychische Folgen im Vordergrund stehen

 

Ein schwerer Vertrauensbruch kann starke psychische Belastungen auslösen.

Zum Beispiel:

  • Ängste
  • starkes Grübeln
  • Schlafprobleme
  • anhaltende Alarmbereitschaft
  • depressive Beschwerden

Wenn behandlungsbedürftige Beschwerden im Vordergrund stehen, ist ein therapeutischer Rahmen passend.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Eine Affäre beweist weniger Narzissmus.

Und narzisstische Merkmale beweisen weniger Untreue.

Wir können trotzdem sehr genau betrachten:

  • welches Verhalten stattgefunden hat
  • welche Muster sich wiederholen
  • wie Verantwortung übernommen wird
  • welche Möglichkeiten du hast

 

 

 

Acht Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Welche Vereinbarung wurde tatsächlich verletzt?
  2. War das Verhalten einmalig oder Teil eines Musters?
  3. Wird Verantwortung übernommen?
  4. Gibt es weiterhin Täuschung?
  5. Kann über die Folgen gesprochen werden?
  6. Ändert sich Verhalten über Zeit?
  7. Welche Grenze ist für mich entscheidend?
  8. Welche Beziehung möchte ich künftig führen?

 

 

 

Fazit: Narzissmus kann das Risiko beeinflussen – er erklärt weniger jede Untreue

 

Die Frage:

„Warum gehen Narzissten fremd?“

klingt nach einer einfachen psychologischen Erklärung.

So einfach ist es weniger.

Bestimmte narzisstisch geprägte Merkmale können mit Untreue zusammenhängen.

Dazu können gehören:

  • sexuelles Anspruchsdenken
  • starke Bestätigungssuche
  • Ausbeutungsorientierung
  • geringeres Commitment
  • weniger Berücksichtigung der Bedürfnisse des Partners

Doch:

Nicht jeder Mensch mit narzisstischen Merkmalen geht fremd.

Und nicht jeder untreue Mensch ist narzisstisch.

Für deinen Umgang sind deshalb andere Fragen wichtiger:

Was ist tatsächlich geschehen?

Wird Verantwortung übernommen?

Ist Vertrauen wieder realistisch möglich?

Und welche Entscheidung entspricht deinen Grenzen und deinem Leben?

Diese Fragen führen meist weiter als eine Ferndiagnose.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

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Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2026

Narzissmus: Selbstliebe, Selbsthass oder fragiler Selbstwert?

Narzissmus: Selbstliebe, Selbsthass oder fragiler Selbstwert?

Lieben Narzissten sich selbst oder hassen sie sich?
Missverständnis

Narzissmus: Selbstliebe oder Selbsthass?

 

Lieben Narzissten sich selbst besonders stark?

Oder ist hinter der selbstbewussten Fassade in Wahrheit Selbsthass verborgen?

Beide Vorstellungen sind verbreitet.

Und beide sind zu einfach.

Narzissmus lässt sich weniger mit einem einzigen Satz über Selbstliebe oder Selbsthass erklären.

Interessanter ist:

Wie stabil ist der Selbstwert?

Wovon hängt er ab?

Und was geschieht, wenn das eigene Selbstbild infrage gestellt wird?

 

 

 

Warum Narzissmus häufig mit Selbstliebe verwechselt wird

 

Der Begriff selbst trägt zu diesem Missverständnis bei.

Er geht auf den Mythos von Narziss zurück.

Narziss verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild.

Dadurch entsteht schnell die Vorstellung:

Narzissmus bedeutet zu viel Selbstliebe.

Psychologisch ist das deutlich komplizierter.

 

 

 

Selbstliebe und Narzissmus sind weniger dasselbe

 

Gesunde Selbstliebe beziehungsweise Selbstachtung bedeutet beispielsweise:

  • sich selbst wertzuschätzen
  • eigene Bedürfnisse wahrzunehmen
  • Grenzen zu setzen
  • Fehler akzeptieren zu können
  • andere Menschen ebenfalls wertzuschätzen

Das braucht weniger Überlegenheit.

Du kannst dich mögen, ohne andere kleiner machen zu müssen.

Gesunde Selbstachtung braucht weniger permanente Rangordnung.

 

 

 

Und Selbsthass?

 

Auch die Gegenbehauptung:

„Narzissten hassen sich in Wahrheit selbst.“

ist zu pauschal.

Manche Menschen mit vulnerablen oder pathologisch narzisstischen Mustern erleben:

  • starke Scham
  • Selbstkritik
  • Unsicherheit
  • Gefühle von Unzulänglichkeit

Andere erleben sich durchaus als:

  • kompetent
  • überlegen
  • attraktiv
  • besonders

Narzissmus besitzt weniger nur eine Form des Selbstwerts.

 

 

 

Grandioser Narzissmus und Selbstwert

 

Grandiose narzisstische Merkmale können stärker verbunden sein mit:

  • hohem selbstberichteten Selbstwert
  • Selbstsicherheit
  • Dominanz
  • Extraversion
  • Überlegenheitsgefühl
  • starker Selbstaufwertung

Deshalb wäre es falsch zu behaupten:

„Hinter jedem grandiosen Auftreten steckt heimlich Selbsthass.“

Das lässt sich so weniger aus der Forschung ableiten.

 

 

 

Vulnerabler Narzissmus und Selbstwert

 

Vulnerable narzisstische Ausprägungen sehen häufig anders aus.

Sie können stärker verbunden sein mit:

  • niedrigerem Selbstwert
  • Scham
  • Kränkbarkeit
  • sozialer Unsicherheit
  • starker Empfindlichkeit gegenüber Kritik
  • Rückzug

Auch hier kann Selbstbezogenheit stark ausgeprägt sein.

Sie zeigt sich jedoch weniger als offene Überlegenheit.

 

 

 

Grandios und vulnerabel sind weniger zwei starre Menschentypen

 

Auch das ist wichtig.

Menschen können je nach Situation unterschiedliche Zustände zeigen.

Eine Person kann:

selbstbewusst.

dominant.

und überlegen auftreten.

Und in einer anderen Situation:

stark gekränkt.

beschämt.

oder unsicher reagieren.

Gerade bei stärker ausgeprägtem Narzissmus können grandiose und vulnerable Seiten näher zusammenrücken.

 

 

 

Der interessantere Begriff: Selbstwertregulation

 

Statt nur zu fragen:

„Liebt oder hasst sich dieser Mensch?“

ist häufig eine andere Frage hilfreicher:

„Wie reguliert dieser Mensch seinen Selbstwert?“

Also:

  • Wie wichtig ist Anerkennung?
  • Wie stark wirkt Kritik?
  • Wie bedeutsam ist sozialer Status?
  • Wie wird mit Fehlern umgegangen?
  • Wie abhängig ist das Selbstbild von der Reaktion anderer?

 

 

 

Wenn Selbstwert stark von außen abhängt

 

Bei problematischen narzisstischen Mustern kann externe Bestätigung besonders wichtig werden.

Zum Beispiel:

  • Bewunderung
  • Status
  • Anerkennung
  • Erfolg
  • Überlegenheit

Dann kann eine positive Reaktion anderer das Selbstbild stabilisieren.

Kritik, Zurückweisung oder Niederlagen können es stärker erschüttern.

 

 

 

Das bedeutet weniger, dass Anerkennung ungesund ist

 

Fast jeder Mensch freut sich über Anerkennung.

Das ist normal.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie abhängig wird der eigene Wert davon?

Kann ich mich weiterhin als wertvoll erleben, wenn:

  • jemand mich kritisiert?
  • jemand anderes erfolgreicher ist?
  • ich einen Fehler mache?
  • ich weniger Aufmerksamkeit bekomme?

 

 

 

Stabiler Selbstwert

 

Ein stabilerer Selbstwert kann sagen:

„Ich habe einen Fehler gemacht.“

ohne daraus sofort zu machen:

„Ich bin wertlos.“

Oder:

„Die andere Person war besser.“

ohne daraus zu machen:

„Dann muss ich sie abwerten.“

 

 

 

Fragiler Selbstwert

 

Fragiler Selbstwert muss weniger dauerhaft niedrig sein.

Er kann sogar hoch wirken.

Entscheidend ist, wie abhängig er von bestimmten Bedingungen ist.

Zum Beispiel:

„Ich bin großartig, solange ich bewundert werde.“

oder:

„Ich bin erfolgreich, solange niemand mich überholt.“

 

 

 

Ist grandioser Selbstwert nur eine Fassade?

 

Auch diese Vorstellung ist verbreitet.

Die Forschung liefert dafür jedoch kein einfaches Ja.

Menschen mit grandiosen narzisstischen Merkmalen berichten häufig tatsächlich hohen Selbstwert.

Das bedeutet weniger, dass dieser Selbstwert immer stabil ist.

Es bedeutet:

Wir sollten weniger automatisch davon ausgehen, dass jemand innerlich das Gegenteil dessen empfindet, was er nach außen zeigt.

 

 

 

Warum die Fassade-Erklärung so attraktiv ist

 

Sie wirkt psychologisch elegant:

Je größer das Ego, desto kleiner muss das Selbstwertgefühl darunter sein.

Nur ist menschliche Persönlichkeit weniger so symmetrisch.

Manchmal steckt hinter Überlegenheit Unsicherheit.

Manchmal erlebt sich ein Mensch tatsächlich als überlegen.

Und manchmal wechseln beide Zustände.

 

 

 

Was passiert bei Kritik?

 

Kritik kann einen besonders guten Einblick in Selbstwertregulation geben.

Eine Person mit stabilerem Selbstwert kann vielleicht denken:

„Das gefällt mir weniger. Ich prüfe trotzdem, ob etwas daran ist.“

Bei stärker narzisstischen Mustern kann Kritik eher eine Bedrohung des Selbstbildes darstellen.

Mögliche Reaktionen sind:

  • Rechtfertigung
  • Abwertung
  • Gegenangriff
  • Rückzug
  • starke Kränkung

Keine dieser Reaktionen beweist für sich allein Narzissmus.

 

 

 

Narzisstische Kränkung

 

Von narzisstischer Kränkung wird häufig gesprochen, wenn ein positives oder überhöhtes Selbstbild durch:

  • Kritik
  • Zurückweisung
  • Niederlage
  • Statusverlust

infrage gestellt wird.

Das kann starke emotionale Reaktionen hervorrufen.

Auch hier geht es weniger automatisch um Selbsthass als um bedrohte Selbstwertregulation.

Selbstliebe braucht weniger Bewunderung

Ein Mensch kann sich selbst mögen und gleichzeitig:

  • Fehler haben
  • kritisiert werden
  • weniger erfolgreich sein
  • anderen Menschen Raum lassen

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Selbstliebe muss weniger ständig bewiesen werden.

 

 

 

Selbstaufwertung ist etwas anderes

 

Selbstaufwertung funktioniert stärker über Vergleiche.

Zum Beispiel:

„Ich bin besser.“

„Ich bin erfolgreicher.“

„Ich weiß mehr.“

„Ich verdiene mehr Anerkennung.“

Dann bekommt der soziale Rang größere Bedeutung.

 

 

 

Was hat Arroganz damit zu tun?

 

Arroganz kann eine sichtbare Form von Überlegenheitsdarstellung sein.

Sie beweist jedoch weniger Narzissmus.

Und sie beweist weniger versteckten Selbsthass.

→ Narzissmus und Arroganz

 

 

 

Was hat „gesunder Narzissmus“ damit zu tun?

 

Der Begriff wird unterschiedlich verwendet.

Häufig sind damit eigentlich gesunde Fähigkeiten gemeint wie:

  • Selbstwert
  • Selbstachtung
  • gesunder Stolz
  • Autonomie
  • Selbstbehauptung

Ich finde diese Begriffe meist präziser.

→ Gibt es gesunden Narzissmus?

 

 

 

Narzissmus ist weniger das Gegenteil von Selbstliebe

 

Auch diese Schlussfolgerung wäre zu einfach.

Die Alternative lautet weniger:

Selbstliebe oder Selbsthass.

Vielmehr können unterschiedliche Kombinationen vorkommen von:

  • Selbstwert
  • Selbstaufwertung
  • Scham
  • Anspruchsdenken
  • Bewunderungsbedürfnis
  • Empfindlichkeit gegenüber Bewertung

 

 

 

Warum diese Differenzierung für Betroffene wichtig ist

 

Vielleicht versuchst du schon lange zu verstehen:

„Warum verhält sich dieser Mensch so?“

Dann kann die Erklärung:

„Er hasst sich eben selbst.“

zunächst Orientierung geben.

Sie kann jedoch auch in eine Falle führen.

 

 

 

Verstehen kann zu Überverantwortung führen

 

Vielleicht denkst du:

„Wenn ich ihm nur genug Sicherheit gebe …“

„Wenn ich ihr genug Anerkennung gebe …“

„Wenn ich weniger kritisiere …“

dann wird alles besser.

Das kann dazu führen, dass du zunehmend Verantwortung für den Selbstwert eines anderen Menschen übernimmst.

 

 

 

Du bist weniger für den Selbstwert eines anderen Menschen verantwortlich

 

Du kannst:

  • respektvoll kommunizieren
  • Anerkennung geben
  • Rücksicht nehmen

Du kannst weniger dauerhaft dafür sorgen, dass ein anderer Mensch:

  • sich wertvoll fühlt
  • jede Kritik aushält
  • keine Kränkung erlebt
  • sein Verhalten verändert

Selbstwertregulation bleibt letztlich eine eigene Aufgabe.

 

 

 

Mitgefühl und Grenze schließen sich weniger aus

 

Vielleicht erkennst du hinter problematischem Verhalten Unsicherheit oder Verletzlichkeit.

Das darf Mitgefühl auslösen.

Und du darfst gleichzeitig sagen:

„Dieses Verhalten akzeptiere ich trotzdem weniger.“

 

 

 

Du brauchst weniger die richtige psychologische Erklärung

 

Für deinen Umgang reicht häufig:

Was geschieht konkret?

Wie wirkt es auf mich?

Werden Grenzen respektiert?

Kann Verantwortung übernommen werden?

Das sind handlungsrelevante Fragen.

 

 

 

Wenn du dich ständig um das Ego eines anderen kümmern musst

 

Vielleicht achtest du permanent darauf:

  • wie du etwas formulierst
  • ob du die Person genügend lobst
  • ob du selbst zu erfolgreich wirkst
  • ob eine Grenze als Kränkung erlebt werden könnte

Dann lohnt sich die Frage:

Wie viel meiner Energie fließt inzwischen in die Stabilisierung des Selbstwerts eines anderen Menschen?

 

 

 

Wenn deine Erfolge zum Problem werden

 

Auch das kann auf eine problematische Dynamik hinweisen.

Du erzählst etwas Positives.

Die andere Person reagiert mit:

  • Abwertung
  • Vergleich
  • Relativierung
  • Themenwechsel

Das kann viele Gründe haben.

Wenn es sich regelmäßig wiederholt, lohnt sich ein Blick auf Konkurrenz und Selbstwertregulation.

 

 

 

Wenn Kritik unmöglich wird

 

Eine Beziehung braucht weniger perfekte Kritikfähigkeit.

Doch wenn jede Rückmeldung:

  • zur Eskalation führt
  • als Angriff erlebt wird
  • zur Schuldumkehr führt
  • mit Abwertung beantwortet wird

wird Klärung zunehmend schwierig.

 

 

 

Dann ist Kommunikation weniger das einzige Problem

 

Du kannst sehr sorgfältig formulieren.

Du kannst Ich-Botschaften verwenden.

Du kannst respektvoll bleiben.

Das garantiert weniger, dass die andere Person Kritik annehmen möchte oder kann.

Gute Kommunikation kann viel. Sie kann weniger die Selbstwertregulation eines anderen Menschen übernehmen.

 

 

 

Wenn du privat betroffen bist

 

Wenn eine Beziehung stark durch Kränkung, Bewunderung, Konkurrenz oder Selbstwertkonflikte geprägt ist, können wir gemeinsam betrachten:

  • welche Muster sich wiederholen
  • welche Grenzen du brauchst
  • welche Erwartungen realistisch sind
  • welche Entscheidungen für dich anstehen

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Wenn das Thema im Beruf auftritt

 

Im professionellen Umfeld können Selbstwert- und Statusdynamiken erhebliche Folgen haben.

Zum Beispiel wenn:

  • Widerspruch als Statusangriff erlebt wird
  • andere Erfolge abgewertet werden
  • Kritik kaum möglich ist
  • Entscheidungen stärker dem Ego als der Sache dienen

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Konflikte und professionelle Abgrenzung geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Wenn psychische Folgen im Vordergrund stehen

 

Länger belastende Beziehungen können starke Selbstzweifel, Ängste, innere Alarmbereitschaft oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen.

Dann ist ein therapeutischer Rahmen passender.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können:

  • Verhalten betrachten
  • Muster erkennen
  • Auswirkungen einordnen
  • Handlungsmöglichkeiten entwickeln

Das reicht häufig vollkommen aus.

 

 

 

Sieben Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Wie stabil wirkt der Selbstwert der Person bei Kritik?
  2. Wie wichtig sind Bewunderung und Status?
  3. Kann sie eigene Fehler anerkennen?
  4. Kann sie anderen Erfolge gönnen?
  5. Wie reagiert sie auf Zurückweisung?
  6. Übernehme ich zunehmend Verantwortung für ihren Selbstwert?
  7. Welche Grenze brauche ich unabhängig von der psychologischen Erklärung?

 

 

 

Fazit: Narzissmus ist weniger Selbstliebe oder Selbsthass

 

Die einfache Vorstellung lautet:

Narzissmus ist übertriebene Selbstliebe.

Die ebenso einfache Gegenreaktion lautet:

Nein – Narzissten hassen sich in Wahrheit selbst.

Beide Antworten greifen zu kurz.

Grandiose narzisstische Ausprägungen können durchaus mit hohem Selbstwert und starker Selbstsicherheit verbunden sein.

Vulnerable Ausprägungen häufiger mit niedrigem Selbstwert, Scham und Kränkbarkeit.

Bei stärker pathologischem Narzissmus kann vor allem die Fähigkeit beeinträchtigt sein, den eigenen Selbstwert flexibel und stabil zu regulieren.

Deshalb finde ich eine andere Frage hilfreicher:

„Wie abhängig ist der Selbstwert davon, bewundert, bestätigt oder überlegen zu sein?“

Und wenn du selbst betroffen bist:

„Wie viel Verantwortung übernehme ich inzwischen für den Selbstwert eines anderen Menschen?“

Diese Frage führt meist weiter als die Entscheidung zwischen Selbstliebe und Selbsthass.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Weitere Informationen findest du hier:

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2018
Überarbeitung: 17. Juli 2026

Narzissmus und Niederlagen: Warum Verlieren schwerfallen kann

Narzissmus und Niederlagen: Warum Verlieren besonders schwerfallen kann

Was passiert, wenn Selbstwert stark an Status und Überlegenheit gekoppelt ist – und eine Niederlage dieses Selbstbild infrage stellt?
Missverständnis

Narzissmus und Niederlagen: Warum Verlieren besonders schwerfallen kann

 

Manche Menschen verlieren ungern.

Das ist ziemlich normal.

Eine Niederlage kann enttäuschen.

Sie kann ärgern.

Sie kann am Selbstvertrauen kratzen.

Interessant wird es, wenn Verlieren weit mehr bedeutet als:

„Diesmal war jemand anderes besser.“

Wenn daraus wird:

„Wenn ich verliere, verliere ich an Wert.“

Dann kann eine Niederlage eine deutlich stärkere psychologische Bedeutung bekommen.

 

 

 

Sind Narzissten schlechte Verlierer?

 

So pauschal würde ich es weniger formulieren.

Nicht jeder Mensch mit narzisstischen Merkmalen reagiert gleich.

Und schlechte Verlierer sind weniger automatisch narzisstisch.

Es gibt jedoch einen nachvollziehbaren Zusammenhang:

Bei stärker narzisstischen Ausprägungen können Status, Überlegenheit und soziale Anerkennung besonders wichtig werden.

Dann kann eine Niederlage mehr bedrohen als nur ein konkretes Ergebnis.

 

 

 

Wenn Verlieren zum Statusverlust wird

 

Stell dir zwei Menschen nach einer Niederlage vor.

Der erste denkt:

„Schade. Heute war die andere Person besser.“

Der zweite erlebt:

„Ich darf diesem Menschen gegenüber nicht verlieren.“

Das Ergebnis ist identisch.

Die Bedeutung ist völlig verschieden.

Beim zweiten Menschen wird die Niederlage stärker zur Rangfrage.

 

 

 

Narzissmus und sozialer Rang

 

Forschung zu grandiosem Narzissmus beschreibt eine ausgeprägte Orientierung an Status und sozialem Rang.

Dabei können zwei Strategien eine Rolle spielen:

  • Bewunderung gewinnen
  • Rivalen abwerten oder übertreffen

Solange Bewunderung funktioniert, kann jemand sehr selbstsicher und charmant wirken.

Schwieriger kann es werden, wenn die eigene Position bedroht erscheint.

 

 

 

Bewunderung und Rivalität

 

Ein bekanntes Modell der Narzissmusforschung unterscheidet zwischen:

Narcissistic Admiration

und

Narcissistic Rivalry.

Bei Bewunderungsstreben geht es stärker darum:

„Seht, wie besonders ich bin.“

Bei Rivalität stärker darum:

„Ich darf weniger unter dir stehen.“

Gerade Niederlagen können die zweite Strategie aktivieren.

 

 

 

Was Forschung zu Niederlagen zeigt

 

Experimentelle Studien haben untersucht, wie Menschen mit stärkeren narzisstischen Merkmalen auf soziale Konkurrenz und Niederlagen reagieren.

Dabei zeigte sich unter anderem:

Je stärker bestimmte narzisstische Merkmale ausgeprägt waren, desto stärker konnten Rivalitäts- und Statusverhalten ausfallen.

Das bedeutet weniger:

„Narzissten können nicht verlieren.“

Es bedeutet:

Statusverlust kann für manche Menschen mit stärkeren narzisstischen Merkmalen psychologisch besonders bedeutsam sein.

 

 

 

Was kann nach einer Niederlage passieren?

 

Je nach Person und Situation können unterschiedliche Reaktionen auftreten.

Zum Beispiel:

  • Ärger
  • Kränkung
  • Abwertung des Gewinners
  • Relativierung des Ergebnisses
  • Schuldzuweisung
  • Rückzug
  • verstärkte Konkurrenz

Keine dieser Reaktionen beweist für sich allein Narzissmus.

 

 

 

„Das zählt doch gar nicht“

 

Eine Möglichkeit besteht darin, die Bedeutung der Niederlage nachträglich zu verändern.

Zum Beispiel:

„Dieser Wettbewerb war ohnehin unwichtig.“

„Die anderen hatten einfach Glück.“

„Unter normalen Bedingungen hätte ich gewonnen.“

Manchmal stimmt so etwas.

Interessant wird es, wenn praktisch jede Niederlage auf diese Weise umgedeutet wird.

 

 

 

Selbstwert schützen

 

Menschen neigen generell dazu, Erfolge eher sich selbst und Misserfolge stärker äußeren Umständen zuzuschreiben.

Das ist weniger exklusiv narzisstisch.

Bei stärker narzisstischer Selbstwertregulation kann dieser Mechanismus jedoch ausgeprägter werden.

Dann wird die Frage:

„Was kann ich aus der Niederlage lernen?“

schwerer als:

„Wie verhindere ich, dass die Niederlage etwas über mich aussagt?“

 

 

 

Kränkung ist weniger dasselbe wie Wut

 

Eine Niederlage kann sehr unterschiedliche Gefühle auslösen.

Zum Beispiel:

  • Scham
  • Enttäuschung
  • Ärger
  • Neid
  • Unsicherheit

Gerade bei vulnerableren narzisstischen Mustern kann die Reaktion weniger offen aggressiv wirken.

Jemand zieht sich möglicherweise zurück.

Oder reagiert sehr empfindlich auf das Ergebnis.

 

 

 

Grandioser und vulnerabler Narzissmus reagieren unterschiedlich

 

Grandiosere Ausprägungen können eher mit:

  • offener Konkurrenz
  • Dominanz
  • Selbstbehauptung
  • Abwertung von Rivalen

verbunden sein.

Vulnerablere Ausprägungen können stärker mit:

  • Kränkbarkeit
  • Scham
  • Unsicherheit
  • Rückzug

einhergehen.

Auch deshalb ist die Aussage „Narzissten reagieren so“ wenig hilfreich.

 

 

 

Niederlage oder Demütigung?

 

Ein weiterer Unterschied ist wichtig.

Eine Niederlage bedeutet:

„Ich habe verloren.“

Demütigung bedeutet:

„Ich werde dadurch klein gemacht.“

Menschen unterscheiden sich stark darin, wie schnell sie eine Niederlage als Demütigung erleben.

Wer stark auf Rang und Überlegenheit fokussiert ist, kann beides leichter miteinander verbinden.

 

 

 

Wenn Konkurrenz persönlich wird

 

Dann geht es weniger nur darum:

Wer hat das bessere Ergebnis?

Sondern:

Wer steht über wem?

Das verändert den Konflikt.

Eine sachliche Konkurrenz wird zur Beziehungsaussage.

 

 

 

Warum Gewinner plötzlich abgewertet werden

 

Eine mögliche Strategie zur Wiederherstellung des eigenen Status lautet:

Den Wert des Gewinners reduzieren.

Zum Beispiel:

„Der kann fachlich ohnehin nichts.“

„Sie hat nur Beziehungen.“

„Das Ergebnis ist nichts wert.“

Vielleicht gibt es berechtigte Kritik.

Wenn Abwertung jedoch regelmäßig genau dann beginnt, wenn jemand erfolgreicher ist, lohnt ein genauer Blick.

 

 

 

Neid und Narzissmus

 

Auch Neid kann eine Rolle spielen.

Neid ist zunächst ein menschliches Gefühl.

Er entsteht, wenn jemand etwas besitzt oder erreicht, das wir selbst gern hätten.

Problematisch wird weniger das Gefühl selbst.

Interessant ist:

Was macht jemand daraus?

 

 

 

Ein konstruktiver Umgang mit Neid

 

Kann lauten:

„Das hätte ich auch gern erreicht. Was kann ich daraus lernen?“

Ein destruktiver Umgang eher:

„Wenn ich es nicht habe, darf die andere Person es weniger verdient haben.“

 

 

 

Wenn Verlieren zur Schuldfrage wird

 

Nach einer Niederlage suchen Menschen häufig nach Ursachen.

Das ist sinnvoll.

Schwierig wird es, wenn die Ursache praktisch immer lautet:

„Die anderen sind schuld.“

Dann geht eine wichtige Fähigkeit verloren:

aus Fehlern lernen.

 

 

 

Korrekturfähigkeit ist wichtiger als Fehlerfreiheit

 

Starke Persönlichkeiten machen Fehler.

Gute Führungskräfte verlieren Entscheidungen.

Unternehmer treffen Fehleinschätzungen.

Entscheidend ist weniger:

„Passiert mir das nie?“

Sondern:

„Was mache ich, wenn es passiert?“

 

 

 

Ein guter Verlierer muss die Niederlage weniger mögen

 

Das ist mir wichtig.

Reife bedeutet weniger:

„Verlieren macht mir nichts aus.“

Eine Niederlage darf:

  • ärgern
  • enttäuschen
  • schmerzen

Interessant ist:

Kann der Mensch trotzdem fair und lernfähig bleiben?

 

 

 

Woran du problematisches Verhalten eher erkennst

 

Frag weniger:

„Ist dieser Mensch narzisstisch?“

Frag:

  • Kann er eine Niederlage anerkennen?
  • Kann er Leistungen anderer würdigen?
  • Kann er Verantwortung für eigene Fehler übernehmen?
  • Verändert er nachträglich die Regeln?
  • Greift er den Gewinner persönlich an?
  • Versucht er, verlorenen Status durch Abwertung zurückzugewinnen?

Das sind beobachtbare Verhaltensweisen.

 

 

 

Wenn jemand die Regeln nachträglich verändert

 

Ein interessantes Muster lautet:

Vorher gelten bestimmte Kriterien.

Nach der Niederlage plötzlich andere.

Zum Beispiel:

„Umsatz war doch nie das entscheidende Kriterium.“

obwohl genau daran vorher Erfolg gemessen wurde.

Das kann eine Form des Verschiebens der Messlatte sein.

→ Wenn Maßstäbe nachträglich verschoben werden

 

 

 

Wenn Sieg wichtiger wird als die Beziehung

 

Besonders problematisch wird Konkurrenz, wenn praktisch jeder Konflikt gewonnen werden muss.

Dann wird aus:

„Wir haben unterschiedliche Interessen.“

schnell:

„Einer von uns muss verlieren.“

Das kann Beziehungen stark belasten.

 

 

 

In Partnerschaften

 

Ein Streit braucht weniger einen Sieger.

Wenn Konflikte jedoch als Rangordnung erlebt werden, geht es plötzlich darum:

  • Wer hat recht?
  • Wer setzt sich durch?
  • Wer entschuldigt sich zuerst?
  • Wer gibt nach?

Dann kann die eigentliche Beziehung aus dem Blick geraten.

 

 

Im Beruf

 

Dort kann Konkurrenz durchaus sinnvoll sein.

Unternehmen brauchen:

  • Leistung
  • Ehrgeiz
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Wettbewerb

Problematisch wird es, wenn eine Führungskraft persönliche Statusverluste stärker vermeiden möchte als sachliche Fehlentscheidungen.

 

 

Wenn Führungskräfte nicht verlieren dürfen

 

Dann können Mitarbeitende lernen:

„Widerspruch ist gefährlich.“

Oder:

„Der Chef muss am Ende recht behalten.“

Das kann dazu führen, dass:

  • schlechte Entscheidungen länger verteidigt werden
  • Fehler vertuscht werden
  • Warnungen weniger ausgesprochen werden
  • Verantwortung verschoben wird

 

 

 

Eine Niederlage kann Führung besser machen

 

Eine Führungskraft gewinnt Vertrauen, wenn sie sagen kann:

„Meine Einschätzung war falsch.“

Oder:

„Dein Vorschlag war besser.“

Das reduziert Autorität weniger.

Es kann sie sogar stärken.

 

 

 

Status oder Ergebnis?

 

Eine hilfreiche Frage lautet:

„Geht es hier noch um das beste Ergebnis – oder darum, wer gewinnt?“

Diese Frage kann erstaunlich viel sichtbar machen.

 

 

 

Was tun, wenn jemand schlecht verlieren kann?

 

1. Weniger provozieren

Wenn du weißt, dass eine Person stark auf Statusverlust reagiert, musst du weniger zusätzlich triumphieren.

Das heißt weniger, dich kleinzumachen.

Es heißt:

Konzentriere dich auf das Ergebnis statt auf Demütigung.

 

2. Bleib sachlich

Weniger:

„Ich habe es dir doch gesagt.“

Mehr:

„Das Ergebnis liegt jetzt vor. Lass uns schauen, was daraus folgt.“

 

3. Trenne Ergebnis und Person

Zum Beispiel:

„Diese Entscheidung hat weniger gut funktioniert.“

statt:

„Du kannst das einfach nicht.“

Das reduziert unnötige Eskalation.

 

4. Lass Regeln vorher feststehen

Gerade bei Konkurrenz oder Entscheidungen hilft:

Welche Kriterien gelten?

Wenn sie vorher klar sind, lassen sie sich später schwerer umdeuten.

 

5. Dokumentiere wichtige Vereinbarungen

Im professionellen Umfeld können schriftliche Kriterien und Entscheidungen helfen.

Das reduziert spätere Diskussionen darüber, was angeblich vereinbart war.

 

6. Steig weniger in Statuskämpfe ein

Wenn jemand provoziert:

„Du glaubst wohl, du bist jetzt besser als ich?“

musst du weniger antworten:

„Ja, offenbar.“

Du kannst sagen:

„Darum geht es mir weniger. Es geht um diese konkrete Entscheidung.“

 

7. Beobachte Konsequenzen

Wenn eine Niederlage regelmäßig zu:

  • Vergeltung
  • Abwertung
  • Manipulation
  • Rufschädigung

führt, wird Selbstschutz wichtiger.

Dann geht es weniger darum, den Menschen zu „beruhigen“.

Es geht um deinen Handlungsspielraum.

 

 

 

Musst du absichtlich verlieren?

 

Nein.

Das wäre keine gute allgemeine Strategie.

Du musst weniger schlechter arbeiten, schweigen oder Chancen aufgeben, damit jemand anderes sich überlegen fühlen kann.

Du kannst jedoch entscheiden, wie du mit Sieg und Niederlage umgehst.

Klarheit braucht weniger Triumph.

 

 

 

Wenn du dich ständig kleiner machen musst

 

Dann lohnt sich Aufmerksamkeit.

Vielleicht vermeidest du:

  • Erfolge zu erwähnen
  • Widerspruch
  • bessere Lösungen vorzuschlagen
  • sichtbar zu werden

weil du die Reaktion einer anderen Person fürchtest.

Dann ist weniger das einzelne Gewinnen das Problem.

Die Beziehung zur Macht und Konkurrenz ist es.

 

 

 

Keine Ferndiagnose aus schlechtem Verlieren

 

Ein Mensch kann ein schlechter Verlierer sein und trotzdem weniger narzisstisch.

Andere Gründe können beispielsweise sein:

  • starker Ehrgeiz
  • Unsicherheit
  • Perfektionismus
  • schlechte Emotionsregulation
  • hohe persönliche Bedeutung des Ergebnisses

Ein Verhalten ist weniger eine Diagnose.

 

 

 

Wenn du privat betroffen bist

 

Wenn Konflikte regelmäßig zu Machtkämpfen werden, kann es hilfreich sein, die Dynamik genauer zu betrachten.

Zum Beispiel:

  • Welche Kämpfe wiederholen sich?
  • Welche Grenzen brauchst du?
  • Wo lohnt Klärung?
  • Wo braucht es Distanz?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Wenn das Thema beruflich ist

 

Im professionellen Kontext können Statuskämpfe besonders folgenreich werden.

Dann spielen zusätzlich eine Rolle:

  • Macht
  • Karriere
  • Reputation
  • Entscheidungsbefugnisse
  • wirtschaftliche Folgen

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Konflikte und den Umgang mit Konkurrenz geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Wenn psychische Folgen im Vordergrund stehen

 

Belastende Beziehungen und anhaltende Machtkämpfe können starke Ängste, Selbstzweifel oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen.

Dann ist ein therapeutischer Rahmen passend.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Sieben Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Kann die Person eine Niederlage anerkennen?
  2. Kann sie Leistung anderer würdigen?
  3. Übernimmt sie Verantwortung für eigene Fehler?
  4. Werden Regeln nachträglich verändert?
  5. Wird eine sachliche Niederlage zu einem persönlichen Machtkampf?
  6. Welche Folgen hat das Verhalten für mich?
  7. Welche Grenze oder Strategie brauche ich?

 

 

 

Fazit: Die entscheidende Frage ist weniger, wer gewinnt

 

Niederlagen gehören zum Leben.

Sie können enttäuschen.

Sie können schmerzen.

Und sie können wichtige Informationen liefern.

Bei stärker narzisstisch geprägten Mustern kann Statusverlust besonders bedeutsam werden.

Dann können Rivalität, Abwertung oder Schuldverschiebung stärker hervortreten.

Das bedeutet weniger:

„Narzissten sind immer schlechte Verlierer.“

Hilfreicher ist:

Beobachte, was geschieht, wenn das Selbstbild einer Person nicht bestätigt wird.

Kann sie lernen?

Kann sie anerkennen?

Kann sie sich korrigieren?

Oder muss jemand anderes kleiner werden, damit sie sich wieder größer fühlen kann?

Daran erkennst du häufig mehr als daran, ob jemand gerne gewinnt.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Weitere Informationen findest du hier:

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2018
Überarbeitung: 17. Juli 2026

Gesunder Narzissmus: Gibt es das wirklich?

Gesunder Narzissmus: Gibt es das überhaupt?

Mythen
Missverständnis

Gesunder Narzissmus: Gibt es das überhaupt?

 

„Ein bisschen Narzissmus ist doch gesund.“

Diesen Satz hört man häufig.

Gemeint sind dann meistens Eigenschaften wie:

  • Selbstvertrauen
  • Selbstachtung
  • gesunder Stolz
  • Selbstfürsorge
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • die Fähigkeit, sichtbar zu sein

Doch ist das tatsächlich Narzissmus?

Oder verwenden wir für gesunde psychologische Fähigkeiten einen Begriff, der gleichzeitig für problematische Persönlichkeitsmuster und eine Persönlichkeitsstörung steht?

Die Antwort hängt überraschend stark davon ab, was wir unter Narzissmus verstehen.

 

 

 

Die kurze Antwort

 

Der Ausdruck „gesunder Narzissmus“ wird in Psychologie und Psychotherapie tatsächlich verwendet.

Er ist jedoch weniger eine offizielle Diagnose oder klar abgegrenzte Persönlichkeitskategorie.

Meist sind damit gesunde Fähigkeiten gemeint wie:

  • sich selbst wertschätzen
  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen
  • Erfolge genießen
  • für eigene Interessen eintreten
  • Aufmerksamkeit aushalten
  • sich anderen gegenüber behaupten

Ich finde deshalb heute eine differenziertere Formulierung hilfreicher als mein früheres:

„Gesunden Narzissmus gibt es nicht.“

Treffender wäre:

Es gibt gesunde Formen von Selbstwert, Selbstbezug und Selbstbehauptung. Ob wir sie „gesunden Narzissmus“ nennen wollen, ist vor allem eine Frage der Begrifflichkeit.

 

 

 

Warum der Begriff verwirrend ist

 

„Narzissmus“ wird für sehr unterschiedliche Dinge verwendet.

Zum Beispiel für:

  • normale Persönlichkeitsmerkmale
  • ausgeprägte Selbstbezogenheit
  • grandiose oder vulnerable narzisstische Eigenschaften
  • pathologischen Narzissmus
  • eine narzisstische Persönlichkeitsstörung

Wenn all das mit demselben Wort bezeichnet wird, entstehen Missverständnisse.

 

 

 

Narzisstische Merkmale liegen auf einem Spektrum

 

Menschen unterscheiden sich darin, wie wichtig ihnen beispielsweise:

  • Status
  • Anerkennung
  • Sichtbarkeit
  • Einfluss
  • soziale Bewunderung

sind.

Ein gewisses Maß an Selbstorientierung gehört zum menschlichen Leben.

Du brauchst schließlich auch die Fähigkeit zu sagen:

„Das möchte ich.“

„Darauf bin ich stolz.“

„Diese Grenze ist mir wichtig.“

„Diesen Raum möchte ich einnehmen.“

 

 

 

Selbstliebe ist weniger Narzissmus

 

Ein gutes Verhältnis zu dir selbst bedeutet weniger, dich anderen überlegen fühlen zu müssen.

Du kannst dich wertschätzen und gleichzeitig andere wertschätzen.

Du kannst stolz sein, ohne andere abzuwerten.

Du kannst sichtbar sein, ohne permanent Aufmerksamkeit zu benötigen.

Du kannst deine Bedürfnisse vertreten und gleichzeitig die Bedürfnisse anderer berücksichtigen.

Genau diese Gegenseitigkeit ist entscheidend.

 

 

 

Gesunder Selbstwert oder narzisstische Überhöhung?

 

Ein hilfreicher Unterschied lautet:

Gesunder Selbstwert:

„Ich bin wertvoll.“

Überhöhung:

„Ich bin wertvoller als die anderen.“

Das klingt ähnlich.

Psychologisch ist es etwas anderes.

 

 

 

Selbstvertrauen braucht weniger Rangordnung

 

Ein Mensch mit stabilem Selbstvertrauen kann sagen:

„Ich kann das gut.“

Und gleichzeitig:

„Diese Person kann es besser.“

ohne dadurch den eigenen Wert zu verlieren.

Bei stärker narzisstischer Selbstwertregulation kann der Vergleich dagegen wichtiger werden.

Dann zählt weniger:

„Bin ich gut?“

und stärker:

„Bin ich besser?“

 

 

 

Was sagt die Forschung zu „gesundem Narzissmus“?

 

Die Forschung liefert weniger eine einfache Ja-Nein-Antwort.

Einige Untersuchungen fanden Zusammenhänge zwischen normalen narzisstischen Merkmalen und:

  • Selbstvertrauen
  • positivem Wohlbefinden
  • geringerer Ängstlichkeit
  • geringerer Einsamkeit

Eine bekannte Untersuchung zeigte jedoch etwas besonders Interessantes:

Die positiven Zusammenhänge ließen sich durch den höheren Selbstwert erklären.

Das spricht dafür, genauer hinzusehen.

Vielleicht brauchen wir weniger mehr Narzissmus.

Vielleicht brauchen wir stabileren Selbstwert.

 

 

 

Warum manche Narzissmus-Messungen „gesunde“ Eigenschaften enthalten

 

Ein Teil der Forschung zu sogenanntem normalem Narzissmus verwendet Fragebögen, die auch Eigenschaften erfassen wie:

  • Selbstsicherheit
  • Führungsorientierung
  • Durchsetzungsvermögen
  • Extraversion

Diese Eigenschaften können je nach Situation durchaus hilfreich sein.

Sie sind weniger automatisch pathologisch.

Das erklärt einen Teil der Diskussion darüber, ob Narzissmus auch adaptive Seiten haben kann.

 

 

 

Nicht alles, was attraktiv wirkt, bleibt langfristig hilfreich

 

Narzisstische Eigenschaften können kurzfristig Vorteile haben.

Ein Mensch wirkt möglicherweise:

  • selbstbewusst
  • charismatisch
  • entschlossen
  • ambitioniert
  • durchsetzungsfähig

Das kann bei:

  • Bewerbungen
  • Führungsauswahl
  • Verhandlungen
  • öffentlichen Auftritten

positiv wirken.

Entscheidend wird jedoch, was zusätzlich vorhanden ist.

 

 

 

Wann kippt es?

 

Problematischer wird Selbstorientierung, wenn beispielsweise:

  • Anspruchsdenken zunimmt
  • besondere Behandlung erwartet wird
  • andere Menschen abgewertet werden
  • Kritik kaum noch verarbeitet werden kann
  • Status ständig verteidigt werden muss
  • Beziehungen hauptsächlich der eigenen Bestätigung dienen

Der Unterschied liegt weniger darin, ob jemand sich selbst wichtig nimmt.

Entscheidend ist, was mit den anderen geschieht.

 

 

 

Eine einfache Formel

 

Gesunde Selbstachtung kann sagen:

„Ich bin wichtig – und du auch.“

Problematische narzisstische Dynamik bewegt sich eher in Richtung:

„Damit ich wichtig bin, musst du kleiner werden.“

Diese Unterscheidung finde ich hilfreicher als die Frage, ob jemand fünf oder zehn Prozent „gesunden Narzissmus“ benötigt.

 

 

 

Gesunder Stolz

 

Stolz auf eine Leistung ist weniger problematisch.

Im Gegenteil.

Du darfst sagen:

„Das habe ich gut gemacht.“

Gesunder Stolz braucht weniger:

„Und deshalb bin ich besser als alle anderen.“

 

 

 

Eigene Bedürfnisse ernst nehmen

 

Auch das ist gesund.

Wer die eigenen Bedürfnisse grundsätzlich ignoriert, entwickelt weniger automatisch besondere Empathie.

Häufig entstehen eher:

  • Überforderung
  • Frustration
  • Selbstaufgabe
  • unausgesprochene Erwartungen

Selbstfürsorge bedeutet:

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und sie mit den Bedürfnissen anderer in Beziehung setzen.

 

 

 

Grenzen sind weniger egoistisch

 

Ein weiterer häufiger Irrtum:

„Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“

Nein.

Eine gesunde Grenze bedeutet:

„Hier endet meine Verantwortung.“

Auch das hat weniger mit pathologischem Narzissmus zu tun als mit Selbstachtung und Selbstführung.

 

 

 

Sichtbarkeit ist weniger Narzissmus

 

Im Beruf ist Sichtbarkeit wichtig.

Menschen müssen wissen:

  • was du kannst
  • wofür du stehst
  • welche Verantwortung du übernimmst
  • welchen Beitrag du leistest

Das ist Selbstpositionierung.

Problematischer wird es, wenn Aufmerksamkeit zum Selbstzweck wird.

→ Wenn Sichtbarkeit zum Selbstzweck wird

 

 

 

Selbstmarketing ist weniger Selbstbeweihräucherung

 

Du darfst deine Leistung benennen.

Du darfst Erfolge sichtbar machen.

Glaubwürdiges Selbstmarketing braucht weniger Übertreibung.

Es braucht vor allem:

  • Substanz
  • Belege
  • Kontext
  • angemessene Selbstbeschreibung

→ Selbstbeweihräucherung: Wann Selbstmarketing zu viel wird

 

 

 

Autonomie ist weniger Egoismus

 

Ein autonomer Mensch kann eigene Entscheidungen treffen.

Er braucht weniger permanente Zustimmung.

Gleichzeitig kann er:

  • zuhören
  • Rücksicht nehmen
  • Verantwortung übernehmen
  • andere Perspektiven berücksichtigen

Autonomie und Verbundenheit schließen sich weniger aus.

 

 

 

Was ich heute unter gesundem Selbstbezug verstehe

 

Für mich gehören dazu:

  • ein realistisches Selbstbild
  • Selbstachtung
  • stabiler Selbstwert
  • gesunder Stolz
  • Selbstfürsorge
  • Grenzen
  • Autonomie
  • die Fähigkeit, sichtbar zu sein
  • die Fähigkeit, andere ebenfalls sichtbar sein zu lassen

Ob wir dafür den Begriff „gesunder Narzissmus“ brauchen, ist eine andere Frage.

 

 

 

Warum ich den Begriff weiterhin nur vorsichtig verwende

 

Der Ausdruck kann missverstanden werden.

Jemand hört:

„Ein bisschen Narzissmus ist gesund.“

und macht daraus:

„Ein bisschen Anspruchsdenken, Abwertung und Rücksichtslosigkeit tut gut.“

Darum geht es weniger.

Gesunde Selbstbezogenheit braucht weniger die problematischen Anteile von Narzissmus.

 

 

 

Vielleicht ist „gesunder Selbstwert“ der bessere Begriff

 

Das ist inzwischen meine bevorzugte Sprache.

Statt:

„Du brauchst mehr gesunden Narzissmus.“

würde ich eher sagen:

„Du darfst deinen Selbstwert, deine Selbstachtung und deine Fähigkeit zur Selbstbehauptung stärken.“

Das beschreibt genauer, worum es geht.

 

 

 

Stabiler und fragiler Selbstwert

 

Auch hoher Selbstwert kann unterschiedlich aussehen.

Ein stabilerer Selbstwert braucht weniger permanente Bestätigung.

Er kann Kritik aushalten, ohne vollständig zusammenzubrechen.

Fragiler Selbstwert kann nach außen ebenfalls sehr selbstsicher wirken und gleichzeitig stark von:

  • Anerkennung
  • Status
  • Vergleich
  • Bestätigung

abhängen.

Die Höhe des Selbstwerts allein erzählt deshalb weniger die ganze Geschichte.

 

 

 

Eine hilfreiche Selbstprüfung

 

Frag dich:

  • Kann ich stolz auf mich sein, ohne andere abzuwerten?
  • Kann ich Anerkennung genießen, ohne davon abhängig zu werden?
  • Kann ich Kritik prüfen, ohne sie sofort als Angriff zu erleben?
  • Kann ich Grenzen setzen und gleichzeitig die Grenzen anderer respektieren?
  • Kann ich einen Fehler zugeben, ohne meinen gesamten Wert infrage zu stellen?
  • Kann ich anderen Menschen Erfolg gönnen?

Diese Fragen sagen aus meiner Sicht mehr über gesunden Selbstwert aus als das Etikett „gesunder Narzissmus“.

 

 

 

Gesunder Selbstwert in Führung

 

Für Führungskräfte ist das besonders relevant.

Führung braucht:

  • Selbstvertrauen
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Sichtbarkeit
  • Durchsetzungsvermögen

Gleichzeitig braucht sie:

  • Korrekturfähigkeit
  • Zuhören
  • Respekt
  • Umgang mit Widerspruch

Führung verliert an Qualität, wenn Selbstvertrauen in Unfehlbarkeit kippt.

 

 

 

Executive Presence ist weniger narzisstische Dominanz

 

Menschen mit Executive Presence müssen weniger ständig beweisen, dass sie die wichtigste Person im Raum sind.

Sie können:

  • klar sprechen
  • Raum einnehmen
  • Entscheidungen vertreten
  • andere zu Wort kommen lassen
  • Unsicherheit aushalten

Autorität und Bescheidenheit können gleichzeitig bestehen.

→ Executive Presence

 

 

 

Wann Selbstvertrauen in Hybris kippt

 

Eine weitere Grenze verläuft zur Hybris.

Dort wird aus:

„Ich traue meinem Urteil.“

zunehmend:

„Mein Urteil braucht weniger Korrektur.“

Das ist besonders bei Macht und Erfolg riskant.

→ Hybris: Wenn Selbstvertrauen den Kontakt zur Realität verliert

 

 

 

Ist ein bisschen Narzissmus also gut?

 

Meine Antwort wäre heute:

Einige Eigenschaften, die in bestimmten Narzissmusmodellen mitgemessen werden, können hilfreich sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Selbstvertrauen
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Ambition
  • soziale Präsenz

Ich würde daraus weniger ableiten, dass Menschen Anspruchsdenken, Überhöhung oder Abwertung brauchen.

Die gesunden Anteile lassen sich auch ohne die problematischen kultivieren.

 

 

 

Wenn du zu wenig Raum einnimmst

 

Manche Menschen beschäftigen sich mit „gesundem Narzissmus“, weil sie selbst eher das Gegenteil erleben.

Vielleicht:

  • machst du dich klein
  • stellst deine Bedürfnisse zurück
  • spielst Erfolge herunter
  • vermeidest Sichtbarkeit
  • hast Schwierigkeiten mit Grenzen

Dann lautet das Ziel weniger:

„Werde narzisstischer.“

Sondern:

„Nimm dich selbst ebenfalls ernst.“

 

 

 

Und wenn du sehr viel Raum einnimmst?

 

Dann können andere Fragen interessant werden:

  • Wie viel Raum lasse ich anderen?
  • Wie reagiere ich auf Widerspruch?
  • Wie wichtig ist mir Bewunderung?
  • Kann ich mich korrigieren?
  • Kann ich Erfolg teilen?

Auch das ist Selbstreflexion.

 

 

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung ist etwas anderes

 

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine klinische Diagnose.

Sie ist weniger das Ergebnis davon, dass jemand „zu viel Selbstvertrauen“ besitzt.

Und sie lässt sich weniger durch einen Internettest oder die Beobachtung einzelner Eigenschaften diagnostizieren.

→ Was ist Narzissmus?

 

 

 

Wenn du unter narzisstisch geprägtem Verhalten leidest

 

Dann hilft dir die theoretische Frage nach gesundem Narzissmus möglicherweise weniger.

Wichtiger sind Fragen wie:

  • Was geschieht konkret?
  • Werden deine Grenzen respektiert?
  • Kann die andere Person Verantwortung übernehmen?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten hast du?

→ Hilfe im Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn psychische Folgen im Vordergrund stehen

 

Belastende Beziehungserfahrungen können Ängste, starke Selbstzweifel, innere Alarmbereitschaft oder andere behandlungsbedürftige Beschwerden hinterlassen.

Dann ist ein therapeutischer Rahmen passend.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

 

 

Fazit: Weniger gesundes Ego – mehr stabiler Selbstwert

 

Meine frühere Position zu diesem Thema war sehr eindeutig:

„Gesunden Narzissmus gibt es nicht.“

Heute würde ich es differenzierter formulieren.

Der Begriff „gesunder Narzissmus“ existiert in psychologischer Literatur.

Und bestimmte Eigenschaften, die in Narzissmusmodellen erfasst werden, können durchaus hilfreich sein.

Trotzdem finde ich für das, worum es den meisten Menschen tatsächlich geht, andere Begriffe präziser:

Selbstwert.

Selbstachtung.

gesunder Stolz.

Autonomie.

Selbstbehauptung.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Wie viel Narzissmus ist gesund?“

Sondern:

„Kann ich mich selbst wichtig nehmen, ohne andere dafür kleiner machen zu müssen?“

Wenn das gelingt, sind wir aus meiner Sicht beim Wesentlichen.

 

 

Der nächste Schritt

 

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2018
Überarbeitung: 17. Juli 2026

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

Politisches Wolkenkuckucksheim: Wer wird denn gleich die Wahrheit sagen wollen?

Politik und Wolkenkuckucksheim statt unangenehme Nachrichten: Heraus mit der Wahrheit.

 

Wieso dominieren Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln wo die Wahrheit zu unangenehm ist. Nicht nur in der Politik, …

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/GVYN_3vxatY

Klartext?

 

Klartext wird häufig gefordert, ob in der Politik, den Medien oder in Unternehmen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Tatsächlich wird nicht oft Klartext geredet. Warum dies so ist, liegt auf der Hand. Klartext zu reden erfordert Mut, Ehrlichkeit und einen klaren Standpunkt. Irgendwann beginnt der Sand doch zwischen den Zähnen zu knirschen.

 

 

 

Nur nicht an die Wahrheit gewöhnen

 

Willy Brandt ( u.a. von 1969 bis 1972 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland) sagte in seinem Bericht zur Lage der Nation im Deutschen Bundestag in Bonn am 14. Januar 1970: „Der Respekt vor dem mündigen Bürger verlangt, dass man ihm Schwierigkeiten nicht vorenthält.“

Ein George Bernard Shaw zugeschriebenes Zitat warnte allerdings davor, dass es für Politiker gefährlich sei, die Wahrheit zu sagen; „Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.“

Ein Blick in die tägliche Berichterstattung zeigt, dass George Bernard Shaws Empfehlung von vielen Volksvertretern beherzigt wird. Immer schön nebulös formulieren und die Hintertürchen offenhalten. Wer weiß, woher morgen der Wind weht. Entsprechend dominieren bei den Äußerungen Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln.

Sicher ist sicher, denn wer zu weit voraus prescht, verliert leicht Unterstützer, die nun erkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt.  Wer es möglichst vielen Menschen recht macht, und den Raum für gewünschte Projektionen liefert, ist annehmbarer. Hoch lebe das sogenannte Milton-Modell mit seinen hypnotischen Sprachmustern. Das ist sozusagen das Gegenteil des Metamodells, das zur Klärung und Konkretisierung von Sprache dient. Es dominieren vage Aussagen und Worthülsen, die durch die Erfahrungen und Überzeugungen der Empfänger individuell mit Leben gefüllt werden.

 

 

 

Überbringer schlechter Nachrichten leben gefährlich

 

Töte nicht den Boten.

Sophokles

 

Die Weisheit ist nicht neu. Die Scheu Klartext zu reden hat lange Tradition. Es hat sich herumgesprochen: Überbringer einer schlechten Nachricht werden eher bestraft, als deren Verursacher. Das zeigt nicht erst der Umgang mit Whistleblowern. Im antiken Griechenland war das schon so üblich, im Mittelalter wurde dafür geköpft und Konfuzius wusste; wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Dankbarkeit ist nicht zu erwarten und daran hat sich nicht viel geändert. Entsprechend zahlt es sich auch heute für Politiker selten aus, unangenehme Wahrheiten beim Namen zu nennen. Gerade bei bevorstehenden Wahlen ist das verpönt. Es kostet viel zu viele Stimmen, somit Einfluss und gegebenenfalls den Arbeitsplatz mit all den Annehmlichkeiten.

 

 

 

Blick in das Handbuch der Macht

 

Niccolò Machiavelli empfahl schon im 16. Jahrhundert in seinem Werk Il Principé beziehungsweise Der Fürst, dass nur die Fürsten Großes erreichen, die es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. So mancher Politiker, Spindoktor, Lobbyist, PR-Berater und Imageberater hat sich das hinter die Ohren geschrieben. Weg mit dem Ballast.

 

 

 

Sprachliche Weichspüler

 

Emotionen sind wichtiger als der Stand der Erkenntnisse. Ein wesentliches Instrument der Vernebelung sind sprachliche Weichspüler. Mit ihrer Hilfe wird in die gewünschte Richtung umgedeutet. Schon bei Eric Arthur Blair, bekannt als George Orwell, wurde im Buch 1984 aus dem „Ministry of Defense“ das „Ministry of Love“.

Heute haben wir Euphemismen wie Minuswachstum, Bad Banks, Eigenverantwortung, Reformstau, Restrisiko, Gesundschrumpfen oder Downsizing, … Und auch Weichmacher. Hoch leben die Euphemismen! Von denen habe ich hier einige Exemplare zusammengetragen.

 

 

 

Raus aus dem Wolkenkuckucksheim?

 

Es scheint bei uns mit der humanistischen Bildung dann doch nicht so weit her zu sein, wenn Platons Forderung an einen idealen Staatshüter so konsequent unbeachtet bleibt: „Nicht zu täuschen und wissentlich sich nicht zu täuschen, sondern die Täuschung zu hassen, die Wahrheit dagegen zu lieben.“

 

 

 

Schluss mit Wegducken!

 

Und wenn Sie doch die Wahrheit sagen wollen? Wir brauchen mehr mutige Menschen, jene, die in den Spiegel schauen wollen. Und dazu müssen Sie sich nicht zum Märtyrer machen.

Wer auch unangenehme Wahrheiten aussprechen will, der sollte gut vorbereitet an das Werk gehen, um weder Körperteile noch Ansehen zu verlieren. Falls Sie dabei Unterstützung wünschen, bin ich für Sie da. Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2016
Überarbeitung: 27. September 2019
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