Innere Kündigung: 10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit

Innere Kündigung

10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit
Raus aus der Falle: Tipps bei innerer Kündigung

Innere Kündigung: 10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit

 

Wenn du innerlich längst gegangen bist und trotzdem jeden Morgen zur Arbeit fährst

 

Du funktionierst noch.

Du erledigst, was erforderlich ist.

Du erscheinst zu Meetings.

Beantwortest Nachrichten.

Machst deine Arbeit.

Und innerlich bist du immer weniger dabei.

Der Sonntagabend fühlt sich schwer an.

Montagmorgen beginnt mit Widerstand.

Du zählst die Stunden bis zum Feierabend.

Neue Ideen lösen kaum noch Interesse aus.

Vielleicht denkst du:

„Ich will hier einfach meine Ruhe haben.“

Das wird häufig als innere Kündigung bezeichnet.

Für mich ist dabei eine Sache besonders wichtig:

Innere Kündigung ist weniger ein Charakterfehler als ein Signal.

Etwas in deiner beruflichen Situation passt seit längerer Zeit kaum noch.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Wie zwinge ich mich wieder zu mehr Motivation?“

Sondern:

„Was ist hier aus dem Gleichgewicht geraten – und was kann ich jetzt gestalten?“

 

 

 

Was bedeutet innere Kündigung?

 

Von innerer Kündigung sprechen wir, wenn Menschen formal weiterhin in ihrem Arbeitsverhältnis bleiben und sich emotional zunehmend davon zurückziehen.

Das kann sich zeigen durch:

geringeres Engagement,

weniger Eigeninitiative,

innere Distanz,

Zynismus,

Dienst nach Vorschrift,

weniger Interesse an Entwicklung,

und den Wunsch, möglichst wenig zusätzliche Energie in die Arbeit zu investieren.

Von außen kann jemand weiterhin zuverlässig funktionieren.

Innerlich hat sich die Beziehung zur Arbeit längst verändert.

 

 

 

Innere Kündigung beginnt häufig lange vor dem Rückzug

 

Die wenigsten Menschen wachen morgens auf und beschließen:

„Ab heute ist mir alles egal.“

Häufig gibt es eine Vorgeschichte.

Vielleicht hast du dich lange engagiert.

Ideen eingebracht.

Verantwortung übernommen.

Probleme angesprochen.

Auf Veränderung gehofft.

Und irgendwann entstand der Eindruck:

Es verändert sich ohnehin kaum etwas.

Dann wird Rückzug zur verständlichen Reaktion.

 

 

 

Was steckt dahinter?

 

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.

Zum Beispiel:

fehlende Anerkennung,

geringer Gestaltungsspielraum,

unklare Erwartungen,

dauerhafte Überlastung,

Unterforderung,

Konflikte,

schwierige Führung,

mangelnde Fairness,

fehlende Entwicklungsmöglichkeiten,

Wertekonflikte,

Vertrauensverlust,

oder die Erfahrung, mit eigenen Ideen kaum etwas bewirken zu können.

Deshalb hilft weniger die pauschale Forderung:

„Motivier dich wieder.“

Zuerst braucht es Klarheit darüber, was die Motivation überhaupt verdrängt hat.

 

 

 

Innere Kündigung oder Erschöpfung?

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Wer erschöpft ist, kann ebenfalls:

weniger Initiative zeigen,

sich zurückziehen,

reizbarer werden,

weniger Freude empfinden,

oder morgens kaum noch Energie für die Arbeit haben.

Dann liegt die zentrale Aufgabe möglicherweise weniger in Karriereplanung und stärker in Regeneration und angemessener Unterstützung.

Auch anhaltende Niedergeschlagenheit, Schlafprobleme, starke Ängste oder deutliche körperliche Beschwerden verdienen Aufmerksamkeit.

Dein Zustand liefert wichtige Informationen darüber, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

 

 

 

1. Nimm das Signal ernst

 

Innere Kündigung verschwindet häufig weniger dadurch, dass du noch einige Monate die Zähne zusammenbeißt.

Frage dich:

Seit wann geht es mir so?

Was hat sich verändert?

Welche Ereignisse waren entscheidend?

Was fehlt mir heute?

Was kostet mich besonders viel Energie?

Damit wird aus diffusem Frust eine Situation, die sich untersuchen lässt.

 

 

 

2. Trenne Arbeitsplatz und Beruf

 

Vielleicht denkst du:

„Ich habe einfach keine Lust mehr auf meinen Beruf.“

Das kann stimmen.

Es kann ebenso sein, dass du vor allem diese konkrete Konstellation satt hast.

Diese Führungskraft.

Dieses Team.

Diese Aufgabenverteilung.

Diese Unternehmenskultur.

Diese Arbeitsbedingungen.

Frage deshalb:

Wie würde ich dieselbe Tätigkeit unter guten Bedingungen erleben?

Und:

Was genau möchte ich wirklich hinter mir lassen?

Diese Unterscheidung kann sehr viel verändern.

 

 

 

3. Finde den eigentlichen Verlust

 

Innere Kündigung entsteht häufig dort, wo etwas Wesentliches verloren gegangen ist.

Vielleicht:

Sinn.

Einfluss.

Anerkennung.

Fairness.

Lernen.

Zugehörigkeit.

Autonomie.

Vertrauen.

Perspektive.

Frage:

Was war früher vorhanden, das heute fehlt?

Und:

Was müsste sich verändern, damit wieder mehr Beteiligung möglich wäre?

 

 

 

4. Prüfe deinen tatsächlichen Einfluss

 

Frust lässt Situationen schnell unveränderbar erscheinen.

Deshalb lohnt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme.

Was kannst du selbst verändern?

Welche Aufgaben lassen sich anders gestalten?

Welche Gespräche stehen aus?

Welche Verantwortung könntest du neu klären?

Welche Zusammenarbeit lässt sich verändern?

Welche Weiterbildung eröffnet Möglichkeiten?

Welche internen Wechsel sind denkbar?

Welche Optionen außerhalb des Unternehmens existieren?

Handlungsfähigkeit beginnt dort, wo aus „alles“ wieder einzelne beeinflussbare Faktoren werden.

 

 

 

5. Sprich über das, was sich verändern soll

 

Wenn eine Veränderung innerhalb des Unternehmens grundsätzlich denkbar ist, braucht sie häufig ein Gespräch.

Mit Führungskraft.

Personalverantwortlichen.

Projektleitung.

Oder anderen relevanten Personen.

Bereite dieses Gespräch sorgfältig vor.

Weniger:

„Ich bin total unzufrieden.“

Konkreter:

„Ich möchte über meine aktuelle Arbeitssituation und mögliche Veränderungen sprechen.“

Dann:

Was funktioniert?

Was fehlt?

Welche Auswirkungen hat die gegenwärtige Situation?

Was möchtest du verändern?

Was wäre ein realistischer nächster Schritt?

Klarheit erhöht die Chance auf konkrete Antworten.

 

 

 

6. Formuliere Bedingungen statt allgemeiner Wünsche

 

„Ich möchte wieder motivierter sein“ lässt sich schwer verhandeln.

Konkreter sind Bedingungen.

Zum Beispiel:

mehr Verantwortung in einem bestimmten Bereich,

klarere Prioritäten,

weniger parallele Projekte,

mehr Entscheidungsspielraum,

regelmäßiges Feedback,

eine andere Aufgabenverteilung,

Weiterbildung,

ein interner Wechsel,

oder ein klarer Entwicklungspfad.

Frage dich:

Welche drei Veränderungen hätten für mich den größten Unterschied?

 

 

 

7. Prüfe deine Erwartungen

 

Manchmal liegt ein Teil der Unzufriedenheit auch in Erwartungen, die sich verändert haben.

Vielleicht war ein Arbeitsplatz früher passend.

Heute brauchst du etwas anderes.

Mehr Gestaltung.

Mehr Sinn.

Mehr Freiheit.

Mehr Verantwortung.

Oder weniger davon.

Das bedeutet weniger, dass damals jemand einen Fehler gemacht hat.

Menschen entwickeln sich.

Ein Arbeitsplatz kann einmal richtig gewesen sein und später weniger passen.

 

 

 

8. Hol dir zusätzliche Perspektiven

 

Wer lange frustriert ist, denkt zunehmend innerhalb derselben Schleifen.

Dann helfen Menschen, die weder alles schönreden noch deinen Frust weiter anheizen.

Gute Gesprächspartner helfen dir:

Zusammenhänge zu erkennen.

Annahmen zu prüfen.

Möglichkeiten zu sehen.

Prioritäten zu klären.

und Konsequenzen realistischer einzuschätzen.

Das kann ein vertrauter Mensch sein.

Ein Mentor.

Oder ein unabhängiger professioneller Sparringspartner.

 

 

 

9. Entwickle echte Alternativen

 

Allein das Wissen, dass du Optionen hast, verändert häufig schon deine innere Position.

Prüfe:

Welche anderen Aufgaben gibt es im Unternehmen?

Welche Arbeitgeber wären interessant?

Welche Fähigkeiten sind übertragbar?

Welche Kontakte kannst du reaktivieren?

Welche Weiterbildung erweitert deine Möglichkeiten?

Wie sieht dein finanzieller Spielraum aus?

Welche Veränderungen sind innerhalb der nächsten sechs oder zwölf Monate realistisch?

Eine Alternative muss weniger sofort umgesetzt werden, um dir Handlungsspielraum zu geben.

 

 

 

10. Entscheide bewusst über Bleiben oder Gehen

 

Manchmal lässt sich eine Situation verändern.

Manchmal wird nach ehrlicher Prüfung deutlich:

Hier passt es für mich dauerhaft weniger.

Dann kann ein Wechsel ein sehr guter Schritt sein.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Wie lange halte ich das noch aus?“

Hilfreicher:

„Welche Option eröffnet mir unter den realen Bedingungen die beste Zukunft?“

Vielleicht lautet die Antwort:

bleiben und neu gestalten.

intern wechseln.

Arbeitszeit verändern.

Aufgaben verändern.

einen Übergang vorbereiten.

oder das Unternehmen verlassen.

Eine Kündigung ist weniger Niederlage als eine mögliche strategische Entscheidung.

 

 

 

Vorsicht vor der Fluchtentscheidung

 

Großer Frust macht schnelle Auswege attraktiv.

„Ich kündige morgen.“

„Ich mache mich einfach selbstständig.“

„Irgendetwas anderes wird schon besser sein.“

Ein neuer Weg kann hervorragend sein.

Er gewinnt an Qualität, wenn du ihn bewusst vorbereitest.

Was möchtest du erreichen?

Welche Risiken gibt es?

Welche finanziellen Voraussetzungen brauchst du?

Welche Alternativen hast du?

Wie realistisch ist das gewünschte Szenario?

Weg von etwas ist ein Anfang. Hin zu etwas schafft Richtung.

 

 

 

Die Selbstständigkeit als Ausweg?

 

Selbstständigkeit kann großartig passen.

Sie kann mehr Freiheit, Gestaltung und Verantwortung ermöglichen.

Und sie bringt eigene Anforderungen mit:

Akquise.

Finanzen.

Unsicherheit.

Organisation.

Verantwortung.

Selbstführung.

Deshalb würde ich Selbstständigkeit weniger als Flucht aus einem schlechten Arbeitsplatz betrachten.

Interessanter ist:

Passt diese Arbeitsform tatsächlich zu dem Leben, das du gestalten möchtest?

 

 

 

Quiet Quitting und innere Kündigung

 

Heute wird häufig von Quiet Quitting gesprochen.

Die Begriffe überschneiden sich teilweise und meinen trotzdem weniger exakt dasselbe.

Wer bewusst entscheidet:

„Ich erfülle meinen Arbeitsvertrag zuverlässig und schütze gleichzeitig meine Freizeit.“

hat weniger automatisch innerlich gekündigt.

Gesunde Grenzen können ausgesprochen sinnvoll sein.

Innere Kündigung beschreibt eher einen emotionalen Rückzug, bei dem Interesse, Verbundenheit und Gestaltung zunehmend verloren gehen.

Grenzen sind etwas anderes als Resignation.

 

 

 

Weniger Engagement kann auch eine Grenze sein

 

Gerade Menschen, die über Jahre sehr viel gegeben haben, fragen sich manchmal:

„Bin ich innerlich gekündigt oder höre ich gerade auf, mich ständig zu überfordern?“

Das ist eine wichtige Frage.

Wenn du künftig:

Überstunden reduzierst,

Verantwortung klarer verteilst,

Feierabend respektierst,

oder weniger Aufgaben übernimmst, als dein Vertrag vorsieht,

kann das Teil einer gesünderen Selbstführung sein.

Die entscheidende Frage lautet:

Entsteht daraus mehr Klarheit und Energie – oder immer mehr innere Leere?

 

 

 

Ein 7-Fragen-Check

 

Wenn du gerade kaum weißt, was du tun sollst, beantworte diese Fragen:

1. Was genau macht mich an meiner derzeitigen Arbeitssituation unzufrieden?

2. Welche Aspekte funktionieren weiterhin gut?

3. Was müsste sich verändern, damit Bleiben wieder attraktiv wird?

4. Welche dieser Veränderungen kann ich beeinflussen?

5. Welche Gespräche oder Entscheidungen schiebe ich bereits länger auf?

6. Welche realistischen Alternativen habe ich?

7. Wenn ich heute frei entscheiden könnte: Welche Richtung würde ich ernsthaft prüfen?

Schreib die Antworten auf.

Gedanken verändern sich, wenn sie sichtbar werden.

 

 

 

Was du weniger brauchst: Selbstvorwürfe

 

Innere Kündigung kann Scham auslösen.

Vielleicht kennst du dich als engagierten Menschen.

Und plötzlich erkennst du dich selbst kaum wieder.

Frage dich weniger:

„Was stimmt mit mir gerade nicht?“

Hilfreicher:

„Was versucht mir dieser Zustand mitzuteilen?“

Vielleicht braucht deine Arbeit Veränderung.

Vielleicht dein Umgang damit.

Vielleicht beides.

 

 

 

Auch Unternehmen tragen Verantwortung

 

Innere Kündigung ist weniger ausschließlich Privatsache der Beschäftigten.

Führung, Kultur und Arbeitsbedingungen beeinflussen Engagement erheblich.

Menschen brauchen je nach Rolle beispielsweise:

  • Orientierung.
  • Fairness.
  • Gestaltungsspielraum.
  • angemessene Herausforderungen.
  • Feedback.
  • Entwicklung.
  • und das Gefühl, dass ihr Beitrag Bedeutung hat.

Wer dauerhaft erlebt, dass Initiative kaum Wirkung hat, zieht sich häufig irgendwann zurück.

Das ist auch eine Führungsfrage.

 

 

 

Für Führungskräfte: Innere Kündigung früher erkennen

 

Bei Mitarbeitenden können Hinweise sein:

auffällig weniger Initiative,

Rückzug aus Diskussionen,

sinkendes Interesse an Entwicklung,

zunehmender Zynismus,

weniger Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen,

oder der Satz:

„Ist mir inzwischen egal.“

Dann hilft weniger sofortige Kritik an mangelnder Motivation.

Besser:

Was hat sich verändert?

Was erlebt diese Person?

Was lässt sich beeinflussen?

Manchmal lässt sich viel retten, wenn das Gespräch früh genug stattfindet.

 

 

 

Unterstützung bei innerer Kündigung und beruflicher Neuorientierung

 

Wenn du schon lange zwischen:

„Ich halte durch“

und

„Ich muss hier raus“

pendelst, kann eine unabhängige Perspektive hilfreich sein.

Wir können gemeinsam sortieren:

Was ist tatsächlich das Problem?

Was lässt sich verändern?

Was möchtest du erhalten?

Welche Optionen gibt es?

Welche Annahmen solltest du überprüfen?

Welche Entscheidung passt zu deinen Prioritäten?

Und wie kannst du den nächsten Schritt so gestalten, dass er weniger aus Frust und stärker aus Klarheit entsteht?

→ Unterstützung bei wichtigen beruflichen Entscheidungen

Wenn zunächst ein schwieriges Gespräch mit Führungskraft oder Arbeitgeber bevorsteht:

→ Vorbereitung wichtiger Gespräche

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Innere Kündigung bedeutet weniger:

„Ich bin faul geworden.“

Vielleicht sagt ein Teil von dir vielmehr:

„So möchte ich auf Dauer weniger weiterarbeiten.“

Das ist eine wichtige Information.

Du musst daraus weder morgen kündigen noch dich für weitere Jahre ergeben.

Du kannst beginnen, genauer hinzuschauen.

Was fehlt?

Was ist möglich?

Was möchtest du?

Und welchen ersten Schritt kannst du beeinflussen?

Aus innerer Kündigung darf wieder eine äußere Entscheidung werden.

Eine Entscheidung für Veränderung.

Für einen neuen Umgang mit deiner Arbeit.

Oder für einen neuen Weg.

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20 Tipps bei innerer Kündigung – Raus aus der Falle und zurück zur Motivation

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Antworten auf häufige Fragen

Was ist innere Kündigung?

Innere Kündigung beschreibt einen zunehmenden emotionalen Rückzug vom Arbeitsplatz, während das formale Arbeitsverhältnis bestehen bleibt.

Woran erkenne ich, dass ich innerlich gekündigt habe?

Mögliche Hinweise sind dauerhaft sinkendes Interesse, emotionale Distanz, kaum Eigeninitiative, Zynismus und das Gefühl, bei der Arbeit innerlich lediglich noch Zeit abzusitzen.

Ist Dienst nach Vorschrift bereits innere Kündigung?

Weniger automatisch. Wer vereinbarte Aufgaben zuverlässig erfüllt und gleichzeitig gesunde Grenzen schützt, kann sehr bewusst handeln. Entscheidend ist die innere Beziehung zur Arbeit.

Ist Quiet Quitting dasselbe wie innere Kündigung?

Die Begriffe überschneiden sich, unterscheiden sich jedoch. Quiet Quitting kann bewusstes Begrenzen der Arbeitsleistung auf den vereinbarten Rahmen bedeuten. Innere Kündigung beschreibt stärker emotionalen Rückzug und Resignation.

Sollte ich bei innerer Kündigung meinen Job wechseln?

Ein Wechsel kann sinnvoll sein. Zuvor lohnt sich häufig eine strukturierte Prüfung: Was verursacht die Situation, was lässt sich verändern und welche Alternativen sind tatsächlich attraktiv?

Sollte ich mit meiner Führungskraft sprechen?

Wenn eine Veränderung innerhalb des Unternehmens möglich erscheint, kann ein gut vorbereitetes Gespräch ein wichtiger Schritt sein.

Was ist, wenn ich wirtschaftlich auf meinen Arbeitsplatz angewiesen bin?

Dann wird Strategie besonders wichtig. Ein sofortiger Wechsel ist weniger die einzige Option. Du kannst parallel Belastung reduzieren, Handlungsspielräume prüfen und Alternativen Schritt für Schritt aufbauen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Kennst du das Phänomen der inneren Kündigung?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 15. April 2019
AN: #371
K: CNA
Ü:

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt und du an dir zweifelst

Was bedeutet Kassandra-Syndrom bei narzisstischen Beziehungen? Was tun?
Missverständnis

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt und du an dir zweifelst

 

Du erlebst in deiner Beziehung etwas Belastendes. Du sprichst darüber, doch dein Umfeld glaubt dir nicht. Vielleicht wird deine Erfahrung heruntergespielt. Vielleicht gilt dein Partner als ausgesprochen freundlich und charmant. Und irgendwann fragst du dich, ob du dich selbst täuschst. Dieses Erleben wird manchmal als Kassandra-Syndrom bezeichnet. Was steckt hinter dem Begriff, warum kann die fehlende Unterstützung so belastend sein und was hilft dir, deiner Wahrnehmung wieder mehr zu vertrauen?

 

Du erzählst einer Freundin, wie dein Partner mit dir gesprochen hat.

Sie sieht dich überrascht an.

„Das kann ich mir bei ihm überhaupt nicht vorstellen.“

Du berichtest von wiederholten Abwertungen.

Doch dein Umfeld erlebt diesen Menschen als hilfsbereit und aufmerksam.

Vielleicht hörst du:

„So schlimm wird es schon nicht sein.“

„Vielleicht hast du ihn falsch verstanden.“

„Er ist doch immer so freundlich.“

„Du bist möglicherweise einfach zu empfindlich.“

Du überlegst, wie du deine Erfahrungen besser erklären kannst.

Du suchst nach Beispielen.

Du erinnerst dich an einzelne Sätze.

Und du möchtest endlich verstanden werden.

Doch mit jeder erfolglosen Erklärung wächst deine Verunsicherung.

Vielleicht entsteht irgendwann die Frage:

„Wenn mir niemand glaubt, stimmt dann womöglich etwas mit meiner Wahrnehmung nicht?“

Es kann sehr belastend sein, schwierige Erfahrungen zu machen und gleichzeitig kaum Verständnis dafür zu finden.

Genau dieses Erleben beschreibt das Bild der Kassandra.

 

 

 

Was ist das Kassandra-Syndrom?

 

Der Begriff Kassandra-Syndrom wird verwendet, wenn Menschen das Gefühl haben, mit wichtigen Wahrnehmungen, Warnungen oder belastenden Erfahrungen keinen Glauben zu finden.

Er ist keine anerkannte psychische Diagnose.

Vielmehr handelt es sich um eine Metapher für ein bestimmtes zwischenmenschliches Erleben.

Ein Mensch nimmt etwas wahr.

Er versucht, andere darauf aufmerksam zu machen.

Doch seine Aussagen werden ignoriert, relativiert oder zurückgewiesen.

Das kann zu Frustration, Hilflosigkeit und Selbstzweifeln führen.

Der Begriff wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet und ist nicht auf narzisstisch geprägte Beziehungen beschränkt.

Auch bei familiären Konflikten, beruflichen Missständen oder anderen belastenden Situationen kann dieses Erleben auftreten.

Entscheidend ist deshalb weniger das Etikett als die Frage, was konkret geschieht.

 

 

 

Woher stammt der Name Kassandra?

 

Kassandra ist eine Figur aus der griechischen Mythologie.

Sie war eine Tochter des trojanischen Königs Priamos.

In einer bekannten Überlieferung erhielt sie von Apollon die Fähigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusehen.

Doch ihre zutreffenden Warnungen fanden keinen Glauben.

Kassandra erkannte eine drohende Gefahr und konnte andere trotzdem nicht davon überzeugen.

Dieses Bild ist bis heute eindrucksvoll.

Etwas wahrnehmen.

Darüber sprechen.

Und damit allein bleiben.

Wichtig ist jedoch eine Unterscheidung:

Die mythologische Kassandra hatte recht. Im wirklichen Leben bedeutet fehlende Zustimmung nicht automatisch, dass die eigene Interpretation vollständig zutrifft.

Gerade deshalb ist eine sorgfältige Einordnung so wichtig.

 

 

 

Was hat das Kassandra-Syndrom mit Narzissmus zu tun?

 

In narzisstisch geprägten oder manipulativen Beziehungen können besondere Situationen entstehen.

Vielleicht erlebst du deinen Partner im privaten Alltag ganz anders als deine Freunde oder Kollegen.

Nach außen erscheint er freundlich und hilfsbereit.

Im persönlichen Kontakt verhält er sich möglicherweise abwertend, kontrollierend oder unberechenbar.

Wenn du darüber sprichst, können andere deine Erfahrungen kaum mit ihrem eigenen Eindruck vereinbaren.

Vielleicht glauben sie, dass es sich um ein Missverständnis handelt.

Oder sie halten dich für besonders empfindlich.

Diese Reaktionen können deine Unsicherheit verstärken.

Es ist allerdings wichtig, das Verhalten eines Menschen nicht vorschnell mit einer Persönlichkeitsstörung zu erklären.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann nicht anhand einzelner Berichte über Konflikte diagnostiziert werden.

Für deinen Umgang mit der Situation ist ohnehin zunächst wichtiger, welches konkrete Verhalten du erlebst und wie es sich auf dich auswirkt.

 

 

 

1. Wenn ein Mensch nach außen anders wirkt als im privaten Kontakt

 

Vielleicht ist dein Partner bei gemeinsamen Treffen aufmerksam.

Er hört anderen zu.

Er zeigt Interesse.

Er ist charmant und hilfsbereit.

Zu Hause erlebst du dagegen wiederholte Vorwürfe.

Vielleicht werden deine Bedürfnisse abgewertet.

Oder du hast Angst vor der nächsten Auseinandersetzung.

Deine Freunde sehen vor allem den Menschen, den sie bei gemeinsamen Treffen erleben.

Du kennst zusätzlich den privaten Alltag.

Beide Perspektiven können deshalb sehr unterschiedlich ausfallen.

 

„So kenne ich ihn gar nicht“

Dieser Satz bedeutet zunächst nur, dass dein Gegenüber eine andere Erfahrung gemacht hat.

Er beweist nicht, dass deine Erfahrung falsch ist.

Gleichzeitig beweist deine Erfahrung nicht, dass jede positive Beobachtung anderer Menschen unecht ist.

Menschen können sich in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich verhalten.

Deshalb lohnt sich eine konkrete Betrachtung.

Was wurde gesagt?

Was wurde getan?

In welchem Zusammenhang?

Und wiederholt sich ein bestimmtes Muster?

 

 

 

2. Wenn deine Erfahrungen immer wieder heruntergespielt werden

 

Vielleicht erzählst du von einer verletzenden Bemerkung.

Eine vertraute Person antwortet:

„Das war bestimmt nicht so gemeint.“

Du berichtest von wiederholten Grenzüberschreitungen.

Und hörst:

„Jede Beziehung hat schwierige Phasen.“

Solche Aussagen können gut gemeint sein.

Vielleicht möchte jemand beruhigen oder einen Konflikt nicht weiter verschärfen.

Doch wenn deine Erfahrungen immer wieder relativiert werden, kann das sehr einsam machen.

Du beginnst möglicherweise, deine eigene Einschätzung infrage zu stellen.

Besonders belastend wird es, wenn die fehlende Unterstützung zu einer bereits bestehenden Verunsicherung hinzukommt.

 

Was hilfreiche Unterstützung auszeichnet

Ein unterstützender Mensch muss nicht sofort jede deiner Schlussfolgerungen übernehmen.

Er kann beispielsweise sagen:

„Ich weiß nicht genau, was zwischen euch geschehen ist. Doch ich nehme ernst, dass dich diese Erfahrungen belasten. Wenn du möchtest, höre ich dir zu.“

Das verbindet Offenheit mit einer angemessenen Zurückhaltung.

Es ermöglicht Unterstützung, ohne voreilige Urteile zu verlangen.

 

 

 

3. Wenn du deiner eigenen Wahrnehmung immer weniger vertraust

 

Vielleicht wurden deine Erinnerungen in der Beziehung häufig bestritten.

Du erinnerst dich an eine konkrete Aussage.

Dein Gegenüber behauptet, sie nie gemacht zu haben.

Du beschreibst, wie verletzt du dich gefühlt hast.

Die andere Person wirft dir vor, alles falsch zu verstehen.

Oder dir wird wiederholt erklärt, du seist überempfindlich.

Mit der Zeit kann sich deine Unsicherheit verstärken.

Du suchst zunehmend nach Bestätigung.

Du möchtest möglichst genau beweisen, was geschehen ist.

Und du hast Angst, dich auf deine eigene Erinnerung zu verlassen.

Ein hilfreicher Unterschied

Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass du immer recht hast.

Es bedeutet, dass du deine Wahrnehmung ernst nimmst und sorgfältig überprüfst.

Du darfst offen für neue Informationen sein.

Du darfst eigene Irrtümer erkennen.

Und du musst deine Einschätzung nicht automatisch verwerfen, sobald ein anderer Mensch widerspricht.

 

 

 

4. Gaslighting und das Kassandra-Erleben

 

Vielleicht bist du bei deiner Recherche auf den Begriff Gaslighting gestoßen.

Damit wird eine Form der psychischen Manipulation beschrieben, bei der die Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit einer Person gezielt untergraben wird.

Betroffene können zunehmend an der eigenen Wahrnehmung zweifeln.

Das Kassandra-Erleben beschreibt dagegen stärker die Erfahrung, mit den eigenen Beobachtungen keinen Glauben zu finden.

Beide Phänomene können gemeinsam auftreten.

Sie sind jedoch nicht identisch.

Auch ist nicht jede Meinungsverschiedenheit oder unterschiedliche Erinnerung ein Beleg für Gaslighting.

Eine angemessene Einordnung berücksichtigt insbesondere Wiederholungen, Zusammenhänge und das tatsächliche Verhalten.

 

 

 

5. Wenn mehrere Menschen die Darstellung deines Gegenübers übernehmen

 

Vielleicht erzählt dein Partner bereits anderen Menschen von euren Konflikten.

Er schildert seine Perspektive.

Vielleicht behauptet er, du seist schwierig, überempfindlich oder unzuverlässig.

Wenn du später mit denselben Menschen sprichst, begegnen sie dir möglicherweise bereits mit einer bestimmten Erwartung.

Dann kann es schwerfallen, deine Sicht darzustellen.

Manchmal werden solche Konstellationen mit Begriffen wie Triangulation oder im populären Sprachgebrauch „Flying Monkeys“ beschrieben.

Diese Bezeichnungen ersetzen keine genaue Analyse.

 

Eine wichtige Frage

Haben die beteiligten Menschen das Verhalten selbst beobachtet?

Oder übernehmen sie lediglich die Darstellung einer anderen Person?

Mehrere Menschen, die dieselbe Geschichte gehört haben, verfügen nicht automatisch über mehrere unabhängige Belege.

Umgekehrt können übereinstimmende unabhängige Beobachtungen wichtige Hinweise liefern.

Es lohnt sich deshalb, die Herkunft von Informationen zu berücksichtigen.

 

 

 

6. Warum viele Betroffene lange schweigen

 

Vielleicht wirst du gefragt:

„Warum hast du das nicht früher erzählt?“

Oder:

„Warum bist du so lange geblieben?“

Solche Fragen können zusätzlich belasten.

Schwierige Beziehungen entwickeln sich häufig schrittweise.

Vielleicht gab es zunächst nur einzelne irritierende Situationen.

Dann folgten Erklärungen und Entschuldigungen.

Vielleicht hast du auf Veränderungen gehofft.

Oder du hattest praktische, wirtschaftliche oder familiäre Gründe, die Beziehung fortzusetzen.

Manche Menschen sprechen erst spät über ihre Erfahrungen, weil sie diese zunächst selbst verstehen möchten.

Andere schämen sich oder befürchten, dass ihnen niemand glaubt.

Eine späte Schilderung beweist deshalb weder die Richtigkeit noch die Unrichtigkeit eines Berichts.

Es ist sinnvoller, die konkreten Erfahrungen sorgfältig zu betrachten.

 

 

 

7. Wenn du dich zunehmend isoliert fühlst

 

Vielleicht hast du den Kontakt zu Freunden reduziert.

Du möchtest nicht immer wieder über die Beziehung sprechen.

Vielleicht gab es auch Konflikte, weil andere deine Situation anders beurteilen.

Oder dein Gegenüber hat versucht, deinen Kontakt zu bestimmten Menschen zu beeinflussen.

Mit der Zeit kann dein soziales Umfeld kleiner werden.

Dann fehlen dir möglicherweise Menschen, mit denen du Erfahrungen und Gedanken besprechen kannst.

Verlässliche Beziehungen können dabei helfen, belastende Situationen einzuordnen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Es kann deshalb sinnvoll sein, geeignete Kontakte wieder zu stärken.

Wähle Menschen, die zuhören, Fragen stellen und unterschiedliche Perspektiven aushalten können.

Du musst deine gesamte Geschichte nicht jedem Menschen erzählen.

 

 

 

8. Warum du nicht jeden Menschen überzeugen musst

 

Vielleicht hast du viel Energie darauf verwendet, andere von deiner Erfahrung zu überzeugen.

Du hast immer weitere Einzelheiten erzählt.

Nachrichten gezeigt.

Widersprüche erklärt.

Und gehofft, endlich verstanden zu werden.

Doch manche Menschen bleiben bei ihrer bisherigen Einschätzung.

Vielleicht fehlen ihnen Informationen.

Vielleicht möchten sie ihre Beziehung zu der betreffenden Person nicht infrage stellen.

Oder sie sehen die Situation tatsächlich anders.

Du kannst sachlich erklären, was du erlebt hast.

Du kannst relevante Tatsachen belegen.

Und du kannst geeignete Unterstützung suchen.

Doch du kannst nicht bestimmen, welche Schlussfolgerung jeder andere Mensch zieht.

Du musst nicht die Zustimmung deines gesamten Umfelds erreichen, bevor du deine eigenen Grenzen und Handlungsmöglichkeiten ernst nehmen darfst.

 

 

 

Was hilft, wenn dir niemand glaubt?

 

Wenn du dich unverstanden und verunsichert fühlst, können einige Schritte hilfreich sein.

 

1. Beschreibe konkrete Situationen

Statt eine Person pauschal als manipulativ oder narzisstisch zu bezeichnen, beschreibe zunächst das beobachtete Verhalten.

Beispielsweise:

„Ich habe gestern eine Bitte geäußert. Daraufhin wurde ich mehrfach als egoistisch bezeichnet.“

Eine solche Beschreibung erleichtert eine sachliche Einordnung.

2. Trenne Beobachtung und Interpretation

Vielleicht hast du bemerkt, dass dein Gegenüber widersprüchliche Aussagen macht.

Das ist eine Beobachtung.

Die Annahme, er wolle dich absichtlich verwirren, ist eine Interpretation.

Sie kann zutreffen, muss jedoch gesondert geprüft werden.

3. Achte auf wiederkehrende Muster

Wie oft entsteht eine ähnliche Situation?

Was geschieht, wenn du Kritik äußerst?

Werden deine Grenzen berücksichtigt?

Ist eine sachliche Klärung möglich?

Wiederkehrende Verhaltensweisen können für die Einschätzung wichtiger sein als einzelne misslungene Gespräche.

4. Dokumentiere relevante Ereignisse, wenn es sicher ist

Bei wiederholten problematischen Situationen kann eine kurze sachliche Dokumentation sinnvoll sein.

Notiere beispielsweise Datum, Situation, relevante Aussagen und bestehende Vereinbarungen.

Bewahre gegebenenfalls wichtige Nachrichten auf.

Wenn du dich in einer kontrollierenden oder bedrohlichen Beziehung befindest, prüfe zuvor, ob persönliche Aufzeichnungen sicher sind.

Bei rechtlichen Fragen kann fachkundige Beratung erforderlich sein.

5. Suche einen geeigneten Gesprächspartner

Vielleicht gibt es einen Menschen, der bereit ist, dir zuzuhören und die Situation sorgfältig mit dir zu betrachten.

Das kann ein vertrauter Freund oder eine fachkundige Beratungsstelle sein.

Hilfreich ist eine Person, die weder vorschnell urteilt noch deine Erfahrungen pauschal abwertet.

6. Kläre, was du erreichen möchtest

Suchst du Verständnis?

Möchtest du eine Entscheidung vorbereiten?

Brauchst du Schutz vor weiteren Grenzüberschreitungen?

Oder benötigst du fachliche Unterstützung für eine belastende psychische Situation?

Je klarer dein Anliegen ist, desto gezielter kannst du handeln.

7. Berücksichtige deine Sicherheit

Wenn Drohungen, Gewalt, Stalking oder erhebliche Kontrolle auftreten, steht deine Sicherheit im Vordergrund.

Dann kann eine spezialisierte Beratungsstelle helfen, geeignete Schritte zu planen.

Eine direkte Konfrontation ist nicht in jeder Situation sicher oder sinnvoll.

 

 

 

Praktische Übung: Der Realitäts-Kompass

 

Diese Übung kannst du nutzen, wenn du nach einem belastenden Gespräch stark an deiner Wahrnehmung zweifelst.

Sie unterstützt dich dabei, Beobachtungen, Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten auseinanderzuhalten.

Du kannst sie wiederholt anwenden.

Schritt 1: Was ist konkret geschehen?

Beschreibe die Situation in wenigen Sätzen.

Welche Aussagen oder Handlungen kannst du tatsächlich benennen?

Vermeide zunächst allgemeine Bewertungen.

Schritt 2: Was denke ich darüber?

Welche Bedeutung gibst du dem Ereignis?

Welche Absichten vermutest du?

Welche Gefühle löst die Situation aus?

Trenne möglichst deutlich zwischen Beobachtung, Interpretation und Gefühl.

Schritt 3: Welche Informationen fehlen?

Gibt es weitere relevante Tatsachen?

Wiederholt sich dieses Verhalten?

Gibt es unabhängige Beobachtungen?

Welche anderen Erklärungen sind möglich?

Schritt 4: Was ist mein eigentliches Anliegen?

Möchtest du verstanden werden?

Eine Grenze setzen?

Eine Entscheidung treffen?

Oder dich vor einem weiteren Konflikt schützen?

Schritt 5: Was liegt in meiner Hand?

Welche konkrete Handlung kannst du selbst beeinflussen?

Vielleicht möchtest du eine sachliche Nachricht schreiben.

Vielleicht eine Grenze formulieren.

Oder Unterstützung suchen.

Vielleicht erkennst du auch, dass eine weitere Diskussion derzeit keinen hilfreichen Zweck erfüllt.

Schritt 6: Welche Entscheidung ist jetzt angemessen?

Du musst nicht jede offene Frage beantworten.

Entscheide, welcher nächste Schritt auf Grundlage deiner bisherigen Erkenntnisse sinnvoll und sicher ist.

Du darfst deiner Wahrnehmung Aufmerksamkeit schenken, ohne sie für unfehlbar zu halten. Genau darin liegt eine wichtige Form persönlicher Klarheit.

 

 

 

Wie sprichst du mit Menschen, die deine Erfahrung nicht nachvollziehen können?

 

Vielleicht möchtest du einem Angehörigen oder Freund erklären, warum die Situation dich so belastet.

Eine kurze, konkrete Formulierung kann hilfreicher sein als eine umfangreiche Rechtfertigung.

Beispiel 1: Unterschiedliche Erfahrungen anerkennen

„Ich verstehe, dass du diesen Menschen anders erlebst. Im privaten Kontakt habe ich jedoch wiederholt andere Erfahrungen gemacht. Ich möchte dir erklären, was konkret geschehen ist.“

Beispiel 2: Die gewünschte Unterstützung benennen

„Du musst die Situation nicht sofort beurteilen. Mir würde helfen, wenn du mir zunächst zuhörst und meine Belastung ernst nimmst.“

Beispiel 3: Eine belastende Diskussion begrenzen

„Ich merke, dass wir die Situation unterschiedlich einschätzen. Ich möchte meine Erfahrungen nicht immer wieder verteidigen. Deshalb beende ich das Gespräch für heute.“

Welche Formulierung angemessen ist, hängt von der Beziehung und der konkreten Situation ab.

Wenn du bedrohliches oder kontrollierendes Verhalten befürchten musst, sollte Sicherheit vor Gesprächsführung stehen.

 

 

 

Was ist, wenn sogar Fachleute deine Erfahrungen relativieren?

 

Vielleicht hast du bereits professionelle Unterstützung gesucht.

Doch du hattest das Gefühl, dass deine Erfahrungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Das kann zusätzlich verunsichern.

Eine hilfreiche fachliche Begleitung sollte deine Belastung ernst nehmen und zugleich sorgfältig prüfen, welche Zusammenhänge tatsächlich bestehen.

Sie sollte keine abwesende Person vorschnell diagnostizieren.

Und sie sollte deine Erfahrungen nicht pauschal abwerten.

Wenn du dich in einer Beratung nicht verstanden fühlst, kannst du deine Bedenken ansprechen.

Gegebenenfalls kann auch eine zweite fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Entscheidend ist ein professioneller Rahmen, in dem du deine Erfahrungen differenziert betrachten und hilfreiche Schritte entwickeln kannst.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Manchmal geht die Belastung über Verunsicherung und schwierige Beziehungskonflikte hinaus.

Vielleicht leidest du unter starken Ängsten.

Du schläfst schlecht.

Du fühlst dich dauerhaft bedroht.

Oder belastende Erinnerungen beeinträchtigen deinen Alltag erheblich.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Sie sollten bei erheblicher Ausprägung fachlich eingeordnet werden.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden ist ein therapeutischer Rahmen angemessen.

Informationen zu meinem gesonderten therapeutischen Angebot findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen

 

Vielleicht hast du lange versucht, anderen Menschen zu erklären, was in deiner Beziehung geschieht.

Du hast immer wieder nach den richtigen Worten gesucht.

Du möchtest verstanden werden.

Doch inzwischen bist du so verunsichert, dass dir selbst die Einordnung schwerfällt.

Dann kann eine individuelle Begleitung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching beschäftigen wir uns mit deiner konkreten Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Belastende Beziehungserfahrungen einordnen
  • Beobachtungen und Interpretationen unterscheiden
  • Wiederkehrende Kommunikationsmuster erkennen
  • Selbstzweifel und Rechtfertigungsdruck reduzieren
  • Persönliche Grenzen entwickeln
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Kontaktgestaltung und Entscheidungen klären
  • Die eigene Handlungsfähigkeit stärken

Es geht nicht darum, einen anderen Menschen aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und deine Handlungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen erfahren →

Die aktuellen Honorare und organisatorischen Informationen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen zum Kassandra-Syndrom

 

Was ist das Kassandra-Syndrom?

Der Begriff beschreibt metaphorisch die Erfahrung, dass wichtige Wahrnehmungen oder Warnungen von anderen Menschen nicht ernst genommen werden. Es handelt sich nicht um eine anerkannte psychische Diagnose.

Was hat das Kassandra-Syndrom mit Narzissmus zu tun?

In narzisstisch geprägten oder manipulativen Beziehungen können Betroffene erleben, dass ihr Gegenüber nach außen anders auftritt als im privaten Kontakt. Wenn das Umfeld ihre Erfahrungen nicht nachvollziehen kann, kann ein Kassandra-ähnliches Erleben entstehen.

Ist das Kassandra-Syndrom eine Traumafolgestörung?

Nein. Der Begriff bezeichnet keine eigenständige Traumafolgestörung. Belastende Beziehungserfahrungen können jedoch mit psychischen Beschwerden verbunden sein, die gegebenenfalls fachlich eingeordnet werden sollten.

Ist das Kassandra-Syndrom dasselbe wie Gaslighting?

Nein. Gaslighting beschreibt eine Form gezielter Verunsicherung der Wahrnehmung oder Erinnerung. Das Kassandra-Erleben bezieht sich stärker darauf, dass eigene Erfahrungen oder Warnungen von anderen Menschen nicht ernst genommen werden.

Warum glauben andere Menschen meinem Partner mehr als mir?

Vielleicht kennen sie ihn aus anderen Situationen oder verfügen über weniger Informationen. Auch Loyalitäten und bestehende Erwartungen können eine Rolle spielen. Daraus lässt sich allein noch nicht ableiten, welche Darstellung zutrifft.

Wie kann ich meiner eigenen Wahrnehmung wieder vertrauen?

Hilfreich ist es, konkrete Beobachtungen festzuhalten, Interpretationen davon zu unterscheiden, wiederkehrende Muster zu betrachten und geeignete Rückmeldungen einzuholen.

Muss ich beweisen, dass mein Gegenüber narzisstisch ist?

Nein. Für deine eigenen Entscheidungen sind vor allem konkrete Verhaltensweisen, ihre Auswirkungen und deine Handlungsmöglichkeiten wichtig. Eine Persönlichkeitsstörung kann nur in einem geeigneten diagnostischen Rahmen festgestellt werden.

Was mache ich, wenn meine Familie mir nicht glaubt?

Du kannst deine Erfahrungen anhand konkreter Beispiele schildern und benennen, welche Unterstützung du dir wünschst. Wenn Gespräche wiederholt belastend verlaufen, kann es sinnvoll sein, weitere geeignete Ansprechpartner zu suchen.

Kann Coaching bei solchen Erfahrungen helfen?

Coaching kann hilfreich sein, wenn du vor allem deine Situation klären, Grenzen entwickeln und Entscheidungen vorbereiten möchtest. Bei erheblichen psychischen Beschwerden ist therapeutische Unterstützung angezeigt.

 

 

 

Du möchtest deine Wahrnehmung wieder ernst nehmen und klarer handeln?

 

Vielleicht hast du lange versucht, andere Menschen von deinen Erfahrungen zu überzeugen.

Du hast erklärt.

Argumentiert.

Und dich immer wieder infrage gestellt.

Jetzt möchtest du mehr Klarheit gewinnen.

Du möchtest verstehen, was tatsächlich geschieht.

Du möchtest deine Grenzen besser erkennen.

Und du möchtest Entscheidungen treffen, die zu deiner Situation passen.

Dann können wir deine Erfahrungen gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind folgende Informationen hilfreich:

  • Welche Beziehungssituation beschäftigt dich?
  • In welchen Situationen wird deine Wahrnehmung infrage gestellt?
  • Welche Fragen möchtest du klären?
  • Was möchtest du durch die Zusammenarbeit erreichen?
  • Wünschst du eine Sitzung in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungserfahrungen, Selbstzweifeln und persönlicher Neuorientierung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

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YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 20120
Überarbeitung: 26. August 2026

Lügen von Narzissten entlarven: Fakten statt Machtkampf

Lügen von Narzissten entlarven: Was vor Publikum und Gericht wirklich hilft

Keinerlei Rechtsberatung!
Missverständnis

Lügen von Narzissten entlarven: Was vor Publikum und Gericht wirklich hilft

 

Jemand verbreitet falsche Behauptungen über dich. Vielleicht im Freundeskreis, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz oder sogar in einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Du weißt, dass wichtige Aussagen nicht stimmen. Doch dein Gegenüber wirkt überzeugend, ruhig und selbstsicher. Wie kannst du dich gegen falsche Darstellungen wehren, ohne dich in einem Machtkampf zu verlieren? Was hilft, wenn andere Menschen einer unzutreffenden Geschichte glauben? Und worauf solltest du besonders achten, wenn rechtliche Fragen eine Rolle spielen?

 

Du hörst, was über dich erzählt wird.

Vielleicht bist du zunächst sprachlos.

Die Darstellung stimmt nicht mit deinen Erfahrungen überein.

Wichtige Informationen fehlen.

Vielleicht wurden einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen.

Oder dir werden Handlungen zugeschrieben, die du nicht begangen hast.

Du möchtest sofort widersprechen.

Du möchtest erklären, wie es wirklich war.

Vielleicht bist du wütend.

Vielleicht verzweifelt.

Besonders schwer fällt es dir, ruhig zu bleiben, wenn andere Menschen deinem Gegenüber glauben.

Er wirkt freundlich.

Er spricht selbstsicher.

Er hat auf jede Frage eine Antwort.

Und du hast das Gefühl, dich gegen eine Geschichte verteidigen zu müssen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Vielleicht denkst du:

„Wie kann ich diesen Menschen endlich entlarven?“

Doch genau hier lohnt es sich, das Ziel sorgfältig zu prüfen.

Du musst die Persönlichkeit eines Menschen nicht entlarven. Wichtiger ist, nachweislich falsche Aussagen sachlich richtigzustellen, relevante Informationen zu sichern und deine Interessen angemessen zu vertreten.

Das gilt im persönlichen Umfeld ebenso wie bei öffentlichen und rechtlichen Konflikten.

 

 

 

Was bedeutet es, Lügen von Narzissten zu entlarven?

 

Im Alltag wird der Begriff „Narzissten entlarven“ häufig verwendet, wenn Menschen nachweisen möchten, dass eine andere Person bewusst die Unwahrheit sagt.

Doch hier sind zwei unterschiedliche Fragen zu beachten.

Die erste lautet:

„Ist eine konkrete Aussage falsch?“

Die zweite lautet:

„Hat die Person bewusst gelogen?“

Eine unzutreffende Aussage kann auf einer Lüge beruhen.

Sie kann jedoch auch durch Irrtum, unvollständige Informationen oder eine falsche Erinnerung entstehen.

Für eine sachliche Richtigstellung kann es bereits ausreichen, einen tatsächlichen Widerspruch nachzuweisen.

Du musst dafür nicht immer auch eine Täuschungsabsicht belegen.

Ebenso ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung weder Voraussetzung noch Beweis für bewusstes Lügen.

Menschen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeitsmerkmalen können falsche Behauptungen verbreiten.

Der Schwerpunkt sollte deshalb auf den konkreten Aussagen und den verfügbaren Belegen liegen.

 

 

 

Warum eine überzeugende Darstellung noch kein Beweis für Wahrheit ist

 

Vielleicht spricht dein Gegenüber flüssig und selbstsicher.

Er schaut andere Menschen direkt an.

Er wirkt ruhig.

Vielleicht erzählt er seine Geschichte sogar mit Humor.

Du bist dagegen angespannt.

Deine Stimme zittert.

Du suchst nach Worten.

Und du befürchtest, dadurch weniger glaubwürdig zu wirken.

Doch Körpersprache und Auftreten sind keine zuverlässigen Beweise für Wahrheit oder Täuschung.

Ein ehrlicher Mensch kann nervös sein.

Ein Mensch, der die Unwahrheit sagt, kann ruhig und überzeugend wirken.

Deshalb ist es wichtig, zwischen persönlicher Wirkung und überprüfbarem Inhalt zu unterscheiden.

Überzeugendes Auftreten kann Aufmerksamkeit gewinnen. Die Richtigkeit einer Behauptung muss anhand geeigneter Informationen beurteilt werden.

1. Kläre zuerst, welche Behauptung du richtigstellen möchtest

Vielleicht erzählt die andere Person eine lange Geschichte.

Sie enthält zahlreiche Einzelheiten.

Einige stimmen.

Andere stimmen nur teilweise.

Wieder andere widersprechen den verfügbaren Informationen.

Wenn du versuchst, alles gleichzeitig zu widerlegen, kann dein eigener Beitrag unübersichtlich werden.

Beginne deshalb mit einer einfachen Frage:

„Welche konkrete Aussage ist falsch oder irreführend?“

Beispiel

Dein Gegenüber behauptet:

„Wir hatten vereinbart, dass du die Zahlung übernimmst.“

Vielleicht gibt es eine schriftliche Vereinbarung, die etwas anderes festhält.

Dann kannst du dich auf diese konkrete Abweichung konzentrieren.

Du musst nicht gleichzeitig die gesamte Persönlichkeit des anderen Menschen bewerten.

2. Trenne Tatsachen, Erinnerungen und Bewertungen

Viele Konflikte eskalieren, weil unterschiedliche Arten von Aussagen vermischt werden.

Eine Tatsache ist beispielsweise, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Nachricht verschickt wurde.

Eine Erinnerung ist deine persönliche Rekonstruktion eines vergangenen Gesprächs.

Eine Bewertung beschreibt, welche Bedeutung du einem Verhalten gibst.

Diese Ebenen können zusammenhängen.

Sie sind jedoch nicht identisch.

Ein Beispiel

„Am Dienstag erhielt ich diese Nachricht.“

Das kann anhand der Nachricht überprüfbar sein.

„Ich hatte den Eindruck, dass ich dadurch unter Druck gesetzt werden sollte.“

Das beschreibt deine Interpretation.

„Ich fühlte mich bedroht.“

Das beschreibt dein persönliches Erleben.

Alle drei Aussagen können relevant sein.

Für eine sachliche Darstellung sollten sie jedoch klar unterschieden werden.

3. Sammle Informationen sorgfältig und rechtmäßig

Vielleicht gibt es bereits Unterlagen, die für die Klärung wichtig sein können.

Dazu können gehören:

  • Verträge und schriftliche Vereinbarungen
  • E-Mails und andere rechtmäßig vorhandene Nachrichten
  • Rechnungen und Zahlungsnachweise
  • Terminbestätigungen
  • Offizielle Schreiben
  • Eigene zeitnahe Gedächtnisnotizen
  • Angaben zu möglichen Zeugen

Entscheidend ist, dass du Informationen nicht unzulässig beschaffst oder verbreitest.

Greife nicht unbefugt auf fremde Konten, Geräte oder private Unterlagen zu.

Verändere keine Dokumente, um sie überzeugender erscheinen zu lassen.

Und beachte den Schutz persönlicher Daten anderer Menschen.

Vorsicht bei heimlichen Tonaufnahmen

In Deutschland kann die unbefugte Aufnahme nichtöffentlich gesprochener Worte nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein.

Du solltest deshalb keine heimlichen Gesprächsaufnahmen als allgemeine Methode zur Beweissicherung einsetzen.

Auch bei der Verwendung vorhandener Aufnahmen können rechtliche Fragen entstehen.

Welche Unterlagen du rechtmäßig sichern und in einem Verfahren verwenden darfst, solltest du bei Bedarf anwaltlich klären.

4. Erstelle eine nachvollziehbare Chronologie

Wenn ein Konflikt über längere Zeit besteht, können viele Ereignisse zusammenkommen.

Vielleicht gab es zahlreiche Gespräche.

Absprachen.

Nachrichten.

Und widersprüchliche Aussagen.

Eine sachliche Chronologie kann helfen, den Überblick zu behalten.

Notiere dazu möglichst:

  • Datum und gegebenenfalls Uhrzeit
  • Das konkrete Ereignis
  • Die beteiligten Personen
  • Die betreffende Aussage oder Handlung
  • Vorhandene Unterlagen
  • Offene Fragen

Unterscheide dabei zwischen zeitnah dokumentierten Beobachtungen und späteren Erinnerungen.

Wenn du dir bei einer Einzelheit nicht sicher bist, kennzeichne diese Unsicherheit.

Eine glaubwürdige Darstellung muss nicht den Eindruck erwecken, dass du jede Sekunde vollständig rekonstruieren kannst.

Sorgfalt bedeutet auch, eigene Wissensgrenzen zu benennen.

5. Achte auf den Zusammenhang von Aussagen

Vielleicht findest du eine Nachricht, die auf den ersten Blick eindeutig wirkt.

Doch eine einzelne Nachricht kann Teil eines längeren Gesprächs sein.

Deshalb ist es wichtig, den Zusammenhang zu berücksichtigen.

Was wurde zuvor besprochen?

Worauf bezog sich die Antwort?

Gab es später eine Korrektur?

Wurde eine Vereinbarung verändert?

Eine sorgfältige Einordnung berücksichtigt auch Informationen, die deiner bisherigen Vermutung widersprechen könnten.

Das kann deine Darstellung präziser und belastbarer machen.

6. Vermeide persönliche Angriffe

Vielleicht möchtest du öffentlich sagen:

„Dieser Mensch ist ein pathologischer Lügner.“

Oder:

„Er ist ein Narzisst und manipuliert jeden.“

Solche Aussagen können den Konflikt verschärfen.

Sie werfen zudem rechtliche und fachliche Fragen auf.

Eine psychologische Diagnose lässt sich nicht allein aus einem persönlichen Konflikt ableiten.

Bei einer sachlichen Richtigstellung ist es häufig hilfreicher, die betreffende Behauptung unmittelbar zu prüfen.

Beispiel

Statt:

„Du bist ein notorischer Lügner.“

Kannst du sagen:

„Diese Darstellung stimmt nicht mit der schriftlichen Vereinbarung vom 12. Juni überein. Dort ist etwas anderes festgehalten.“

Du lenkst die Aufmerksamkeit damit auf den überprüfbaren Widerspruch.

7. Lass dich nicht durch Provokationen vom Thema abbringen

Vielleicht reagiert dein Gegenüber auf deine Richtigstellung mit einem persönlichen Angriff.

Du wirst als überempfindlich bezeichnet.

Vielleicht wird deine Glaubwürdigkeit infrage gestellt.

Oder es werden plötzlich ganz andere Konflikte angesprochen.

Dann kann es schwerfallen, sachlich zu bleiben.

Du möchtest dich verteidigen.

Du möchtest jeden Vorwurf zurückweisen.

Doch dadurch kann das ursprüngliche Thema verloren gehen.

Eine hilfreiche Formulierung

„Ich möchte bei der konkreten Aussage bleiben. Sie lässt sich anhand der vorliegenden Unterlagen überprüfen.“

Du musst nicht auf jede Provokation reagieren.

In manchen Situationen kann es sinnvoller sein, die weitere Kommunikation Fachleuten zu überlassen.

8. Warum du niemanden absichtlich provozieren solltest

Vielleicht hast du gehört, dass sich narzisstisch geprägte Menschen durch eine gezielte Kränkung entlarven lassen.

Die Vorstellung dahinter lautet:

Wenn du das Selbstbild der Person angreifst, wird sie möglicherweise wütend und zeigt ihr angeblich wahres Gesicht.

Davon rate ich ab.

Eine Provokation kann den Konflikt verschärfen.

Sie kann deine eigene Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

Und sie kann in angespannten oder gewalttätigen Situationen gefährlich werden.

Außerdem beweist eine wütende Reaktion weder eine Persönlichkeitsstörung noch die Unwahrheit einer vorherigen Aussage.

Eine sorgfältige Richtigstellung stützt sich auf überprüfbare Informationen und angemessene Kommunikation.

Dein Ziel sollte nicht sein, dein Gegenüber zu einer entlarvenden Reaktion zu bringen. Dein Ziel sollte sein, die relevanten Tatsachen klar darzustellen.

9. Wenn andere Menschen der falschen Darstellung glauben

Vielleicht hat dein Gegenüber bereits Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen von seiner Version überzeugt.

Du fühlst dich allein.

Du möchtest sofort alle Beteiligten kontaktieren.

Und du möchtest jede Unwahrheit richtigstellen.

Doch nicht jeder Mensch benötigt dieselben Informationen.

Frage dich deshalb:

Wer ist unmittelbar betroffen?

Wer muss eine Entscheidung treffen?

Wer kann zur Klärung beitragen?

Und bei wem würde eine weitere Diskussion vor allem zusätzliche Belastung verursachen?

Vielleicht ist eine kurze sachliche Richtigstellung sinnvoll.

Vielleicht benötigst du eine fachliche Begleitung.

Oder du entscheidest, bestimmte persönliche Diskussionen nicht fortzusetzen.

Du musst nicht das gesamte soziale Umfeld überzeugen.

10. Wie du dich bei öffentlichen Vorwürfen verhältst

Vielleicht werden falsche Behauptungen in einer größeren Gruppe geäußert.

In einer Familienrunde.

Bei einer Versammlung.

Oder in einer beruflichen Besprechung.

Dann kann der Wunsch entstehen, möglichst sofort und ausführlich zu reagieren.

Doch eine lange spontane Verteidigung ist nicht immer hilfreich.

Prüfe zunächst, welche Aussage tatsächlich relevant ist.

Eine kurze Klarstellung kann beispielsweise lauten:

„Diese Darstellung ist nach meinem Kenntnisstand nicht zutreffend. Ich kann die betreffende Vereinbarung schriftlich belegen.“

Oder:

„Ich widerspreche dieser Behauptung. Für eine sachliche Klärung sollten wir die vorhandenen Unterlagen berücksichtigen.“

Du musst nicht sofort alle Einzelheiten vortragen.

Wenn rechtliche oder erhebliche berufliche Konsequenzen drohen, solltest du die weitere Kommunikation sorgfältig abstimmen.

 

 

 

Was ist vor Gericht besonders wichtig?

 

Gerichtliche Verfahren folgen rechtlichen Regeln.

Welche Tatsachen relevant sind, welche Beweise benötigt werden und wer wofür die Beweislast trägt, hängt unter anderem von der Verfahrensart und dem konkreten Streitgegenstand ab.

Im Zivilprozess können beispielsweise Urkunden, Zeugen und Sachverständigengutachten eine Rolle spielen.

Andere Verfahren unterliegen teilweise anderen Regeln.

Deshalb gibt es keine allgemeine psychologische Technik, mit der sich eine Lüge vor Gericht zuverlässig entlarven lässt.

Ebenso wenig genügt es, dem Gericht zu erklären, dass die andere Person narzisstisch sei.

Wichtiger ist die Zusammenarbeit mit einer qualifizierten Rechtsanwältin oder einem qualifizierten Rechtsanwalt.

Die juristische Strategie, die Auswahl geeigneter Beweismittel und das Verhalten im Verfahren gehören in diesen professionellen Rahmen.

 

 

 

Was du für die Zusammenarbeit mit deinem Rechtsbeistand vorbereiten kannst

 

Wenn du bereits anwaltlich vertreten wirst, kann eine gut strukturierte Übersicht hilfreich sein.

Vielleicht möchtest du folgende Informationen zusammenstellen:

  • Eine kurze Beschreibung des Konflikts
  • Eine zeitliche Übersicht wichtiger Ereignisse
  • Die konkreten Behauptungen, die du für falsch hältst
  • Die jeweiligen Gründe für deine Einschätzung
  • Vorhandene rechtmäßig beschaffte Unterlagen
  • Angaben zu möglichen unabhängigen Zeugen
  • Offene Fragen an deinen Rechtsbeistand

Welche Informationen tatsächlich benötigt werden, sollte deine anwaltliche Vertretung bestimmen.

Es ist nicht sinnvoll, Unterlagen ungefragt an möglichst viele Personen zu verteilen.

Das kann Datenschutz, Vertraulichkeit und Verfahrensinteressen berühren.

Ein wichtiger Grundsatz

Beschreibe, was du selbst beobachtet hast.

Kennzeichne Informationen, die du nur aus Erzählungen kennst.

Und trenne persönliche Vermutungen von überprüfbaren Tatsachen.

 

 

 

Warum die Diagnose „Narzisst“ vor Gericht häufig wenig weiterhilft

 

Vielleicht bist du davon überzeugt, dass dein Gegenüber ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitszüge hat.

Du hast viele wiederkehrende Verhaltensweisen beobachtet.

Vielleicht möchtest du deshalb, dass alle Beteiligten die Person als Narzissten erkennen.

Doch eine solche Zuschreibung beantwortet noch nicht die juristisch entscheidenden Fragen.

War eine Aussage falsch?

Wurde eine vertragliche Pflicht verletzt?

Gab es eine Drohung?

Welche Tatsachen sind für die rechtliche Entscheidung erheblich?

Diese Fragen sollten im Mittelpunkt stehen.

Eine Persönlichkeitsdiagnose darf nicht aus einzelnen Konfliktschilderungen abgeleitet werden.

Falls eine psychologische oder psychiatrische Begutachtung in einem Verfahren relevant ist, gehört ihre rechtliche und fachliche Einordnung in die Hände der zuständigen Fachpersonen.

 

 

 

Wenn du vor Gericht selbst aussagen musst

 

Vielleicht befürchtest du, vor anderen Menschen nervös zu werden.

Du möchtest alles richtig sagen.

Du hast Angst, eine Frage falsch zu verstehen.

Oder du möchtest verhindern, dass dein Gegenüber dich provoziert.

Eine gute Vorbereitung kann dir helfen, deine Gedanken zu ordnen.

Du kannst üben, Fragen aufmerksam anzuhören.

Du kannst dir bewusst machen, welche Informationen du tatsächlich aus eigener Wahrnehmung kennst.

Und du kannst lernen, zwischen sicheren Erinnerungen und Unsicherheiten zu unterscheiden.

Wichtig ist, dass du bei der Wahrheit bleibst.

Wenn du dich an etwas nicht erinnerst, solltest du das sagen.

Du musst keine scheinbar perfekte Geschichte präsentieren.

Konkrete rechtliche Fragen zum Aussageverhalten, zu Pflichten und Rechten solltest du mit deiner anwaltlichen Vertretung klären.

Kommunikative Vorbereitung darf nicht zur inhaltlichen Abstimmung oder Veränderung einer Aussage dienen.

 

 

 

Was hilft, wenn du dich durch die Situation stark unter Druck gesetzt fühlst?

 

Vielleicht hast du das Gefühl, ständig gegen eine falsche Darstellung kämpfen zu müssen.

Du überprüfst Nachrichten.

Du bereitest Antworten vor.

Du überlegst, welche neuen Behauptungen folgen könnten.

Und du kommst kaum zur Ruhe.

Dann kann es hilfreich sein, den Umgang mit dem Konflikt bewusst zu strukturieren.

Vielleicht legst du bestimmte Zeiten fest, in denen du dich mit Unterlagen beschäftigst.

Vielleicht besprichst du rechtliche Fragen ausschließlich mit deinem Rechtsbeistand.

Oder du möchtest Unterstützung nutzen, um deine persönliche Belastung besser zu bewältigen.

Du musst nicht jede freie Minute damit verbringen, dein Gegenüber zu widerlegen.

Bei erheblichen psychischen Beschwerden ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

 

 

 

Praktische Übung: Der Fakten- und Kommunikationscheck

 

Diese Übung kannst du verwenden, wenn eine falsche oder widersprüchliche Behauptung über dich verbreitet wird.

Sie hilft dir, deine Gedanken zu sortieren und zwischen einer sachlichen Richtigstellung und einem belastenden Rechtfertigungskampf zu unterscheiden.

Die Übung ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine Anleitung zur Beweisführung vor Gericht.

Schritt 1: Formuliere die konkrete Behauptung

Welche Aussage möchtest du prüfen oder richtigstellen?

Schreibe sie möglichst genau auf.

Vermeide zunächst allgemeine Bewertungen der anderen Person.

Schritt 2: Was weißt du selbst?

Welche Ereignisse hast du unmittelbar erlebt?

Welche Informationen kennst du aus eigener Wahrnehmung?

Bei welchen Einzelheiten bist du unsicher?

Schritt 3: Welche unabhängigen Informationen gibt es?

Gibt es schriftliche Vereinbarungen?

Rechtmäßig vorhandene Nachrichten?

Offizielle Dokumente?

Oder unabhängige Personen, die relevante Ereignisse selbst beobachtet haben?

Schritt 4: Was ist Interpretation?

Welche Motive vermutest du beim Gegenüber?

Welche psychologischen Erklärungen erscheinen dir plausibel?

Welche dieser Annahmen sind tatsächlich überprüfbar?

Schritt 5: Wer benötigt die Information?

Geht es um ein privates Missverständnis?

Um eine berufliche Entscheidung?

Um eine behördliche Angelegenheit?

Oder um ein laufendes Gerichtsverfahren?

Die richtige Vorgehensweise hängt stark vom Rahmen ab.

Schritt 6: Was kannst du sinnvoll selbst tun?

Vielleicht reicht eine kurze Klarstellung.

Vielleicht möchtest du vorhandene Unterlagen ordnen.

Vielleicht ist eine unabhängige Beratung erforderlich.

Oder du solltest die weitere Kommunikation deiner anwaltlichen Vertretung überlassen.

Schritt 7: Was ist dein nächster angemessener Schritt?

Entscheide, was jetzt tatsächlich hilfreich und sicher ist.

Du musst nicht jede falsche Darstellung in jedem Umfeld ausführlich widerlegen.

Manchmal ist eine gezielte, sachliche Reaktion wirksamer als eine umfangreiche Auseinandersetzung.

Eine gute Richtigstellung konzentriert sich auf relevante Tatsachen, statt einen Menschen öffentlich vorzuführen.

 

 

 

Fünf Formulierungen für sachliche Richtigstellungen

 

Wenn du einer Behauptung widersprechen möchtest

„Diese Aussage entspricht nicht meinem Kenntnisstand. Ich möchte den betreffenden Sachverhalt anhand der vorhandenen Informationen klären.“

Wenn du einen konkreten Widerspruch benennst

„In der Nachricht vom betreffenden Tag steht etwas anderes. Ich schlage vor, dass wir zunächst diese Information berücksichtigen.“

Wenn dein Gegenüber persönlich wird

„Ich möchte die persönliche Bewertung nicht fortsetzen. Mir geht es um die konkrete Aussage und ihre Richtigkeit.“

Wenn eine Diskussion ohne neue Erkenntnisse weitergeht

„Ich habe meine Sicht und die vorhandenen Informationen dargelegt. Weitere Fragen sollten wir anhand konkreter Unterlagen klären.“

Wenn rechtliche Interessen betroffen sind

„Da diese Angelegenheit rechtliche Fragen berührt, werde ich das weitere Vorgehen mit meiner anwaltlichen Vertretung abstimmen.“

Verwende solche Formulierungen nur, wenn sie zu deiner tatsächlichen Situation passen.

Bei laufenden Verfahren solltest du öffentliche oder schriftliche Stellungnahmen zuvor rechtlich abstimmen.

Was du besser vermeiden solltest

Vielleicht möchtest du dein Gegenüber mit seinen eigenen Mitteln schlagen.

Du möchtest ihn provozieren.

Du möchtest öffentlich zeigen, wie manipulativ er ist.

Oder du möchtest möglichst viele Menschen gegen ihn aufbringen.

Solche Vorgehensweisen können die Auseinandersetzung verschärfen.

Vermeide insbesondere:

  • Bewusste Provokationen, um emotionale Reaktionen auszulösen
  • Unbelegte öffentliche Anschuldigungen
  • Ferndiagnosen als vermeintliche Beweise
  • Die Verbreitung vertraulicher Unterlagen ohne rechtliche Prüfung
  • Unzulässige heimliche Aufnahmen
  • Das gezielte Verändern oder Verkürzen von Belegen
  • Endlose Diskussionen ohne neues Erkenntnisziel

Du darfst dich gegen falsche Behauptungen wehren.

Doch deine Vorgehensweise sollte deine eigenen Interessen und deine Sicherheit schützen.

 

 

 

Wann solltest du professionelle rechtliche Unterstützung einbeziehen?

 

Spätestens wenn aus falschen Behauptungen erhebliche rechtliche oder wirtschaftliche Konsequenzen entstehen können, ist anwaltliche Beratung sinnvoll.

Das gilt beispielsweise bei Streitigkeiten über Verträge, Vermögen, Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht, arbeitsrechtliche Fragen oder strafrechtliche Vorwürfe.

Welche Schritte erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Rechtsgebiet und dem konkreten Fall ab.

Warte bei laufenden Fristen nicht darauf, dass sich die andere Person irgendwann zu einer Richtigstellung bereit erklärt.

Ein Kommunikationscoaching kann dich bei der persönlichen Vorbereitung unterstützen.

Es ersetzt keine anwaltliche Beratung, keine Rechtsvertretung und keine prozessuale Beweisstrategie.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Manche Menschen entwickeln durch lang anhaltende belastende Konflikte erhebliche psychische Beschwerden.

Vielleicht bist du ständig angespannt.

Du leidest unter Ängsten.

Du schläfst schlecht.

Oder du beschäftigst dich fast ununterbrochen mit den Vorwürfen.

Wenn solche Beschwerden erheblich sind oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden ist ein therapeutischer Rahmen angemessen.

Informationen zu meiner gesonderten therapeutischen Tätigkeit findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung: Sachlich bleiben und handlungsfähig werden

 

Vielleicht verbreitet ein Mensch über dich Behauptungen, die du für falsch hältst.

Vielleicht möchtest du dich auf ein schwieriges Gespräch vorbereiten.

Oder du fühlst dich durch wiederholte Widersprüche und persönliche Angriffe stark verunsichert.

Dann kann eine individuelle Begleitung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching beschäftigen wir uns mit deiner konkreten Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Belastende Kommunikationsmuster erkennen
  • Fakten, Erinnerungen und Bewertungen unterscheiden
  • Die eigene Darstellung verständlich strukturieren
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Auf persönliche Angriffe sachlich reagieren
  • Rechtfertigungsdruck und Selbstzweifel reduzieren
  • Persönliche Grenzen und Kontaktgestaltung klären
  • Unter erheblicher Belastung handlungsfähig bleiben

Wenn eine rechtliche Auseinandersetzung besteht, kann die kommunikative Vorbereitung ergänzend zur anwaltlichen Arbeit erfolgen.

Die rechtliche Bewertung, Beweisführung und Verfahrensstrategie bleiben dabei ausdrücklich Aufgabe deiner Rechtsvertretung.

Im Coaching geht es nicht darum, Aussagen zu beeinflussen oder Beweismittel strategisch zu verändern.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen erfahren →

Die aktuellen Honorare und organisatorischen Informationen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Lügen von Narzissten entlarven

 

Wie kann ich die Lügen eines Narzissten entlarven?

Konzentriere dich auf konkrete überprüfbare Aussagen. Vergleiche sie mit rechtmäßig vorhandenen Informationen und unterscheide zwischen nachweisbaren Widersprüchen und Vermutungen über Absichten. Eine psychologische Diagnose ist dafür nicht erforderlich.

Warum wirken manche Menschen so glaubwürdig, obwohl sie lügen?

Selbstsicheres Auftreten kann überzeugend wirken. Es ist jedoch kein zuverlässiger Hinweis auf Wahrheit. Die Glaubwürdigkeit einer konkreten Aussage sollte anhand geeigneter Informationen beurteilt werden.

Wie kann ich mich gegen falsche Anschuldigungen wehren?

Eine sachliche Richtigstellung kann sinnvoll sein. Wenn erhebliche rechtliche, berufliche oder wirtschaftliche Interessen betroffen sind, solltest du qualifizierte Beratung einbeziehen und die weitere Kommunikation gegebenenfalls abstimmen.

Sollte ich einen narzisstischen Menschen öffentlich provozieren?

Nein. Provokationen können Konflikte verschärfen, die eigene Glaubwürdigkeit beeinträchtigen und Sicherheitsrisiken auslösen. Eine emotionale Reaktion beweist weder eine Lüge noch eine Persönlichkeitsstörung.

Kann ich einen Narzissten vor Gericht entlarven?

Gerichte prüfen rechtlich relevante Sachverhalte und vorhandene Beweismittel nach den jeweils geltenden Verfahrensregeln. Eine allgemeine Methode zur psychologischen Entlarvung gibt es nicht. Die Prozessstrategie gehört in die Hände qualifizierter Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Darf ich heimlich Gespräche aufnehmen, um Lügen nachzuweisen?

Unbefugte Tonaufnahmen nichtöffentlich gesprochener Worte können nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein. Auch die Verwendung vorhandener Aufnahmen kann rechtliche Fragen aufwerfen. Kläre solche Fragen mit einer qualifizierten Rechtsberatung.

Wie erkenne ich, ob eine Aussage bewusst gelogen ist?

Eine nachweislich falsche Aussage beweist nicht automatisch eine Täuschungsabsicht. Menschen können sich irren oder unvollständig erinnern. Die Absicht muss gesondert beurteilt werden.

Was mache ich, wenn meine Familie oder Freunde der anderen Person glauben?

Du kannst relevante Aussagen sachlich richtigstellen und geeignete Informationen vorlegen. Es ist jedoch nicht immer sinnvoll oder möglich, das gesamte Umfeld zu überzeugen. Konzentriere dich auf Personen und Situationen, bei denen eine Klärung tatsächlich erforderlich ist.

Ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor Gericht ein Beweis für Unehrlichkeit?

Nein. Eine Persönlichkeitsdiagnose beweist nicht, dass eine konkrete Aussage falsch ist. Entscheidend sind die rechtlich relevanten Tatsachen und ihre fachgerechte Prüfung.

Kann ein Kommunikationscoach bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung helfen?

Kommunikatives Coaching kann dabei helfen, Gedanken zu strukturieren, mit Anspannung umzugehen und die eigene Kommunikation klarer zu gestalten. Es ersetzt keine Rechtsberatung und darf weder zur Manipulation von Aussagen noch zur Veränderung der tatsächlichen Darstellung dienen.

 

 

 

Du möchtest dich gegen falsche Darstellungen behaupten, ohne dich in einem Machtkampf zu verlieren?

 

Vielleicht hast du schon viel Energie darauf verwendet, falsche Aussagen richtigzustellen.

Du hast erklärt.

Argumentiert.

Und immer neue Informationen zusammengetragen.

Doch inzwischen merkst du, wie sehr dich der Konflikt belastet.

Vielleicht möchtest du deine Gedanken wieder klarer ordnen.

Du möchtest sachlich kommunizieren.

Du möchtest persönliche Grenzen entwickeln.

Und du möchtest Entscheidungen treffen, die deine Interessen berücksichtigen.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind folgende Informationen hilfreich:

  • In welchem Zusammenhang werden falsche Behauptungen verbreitet?
  • Welche konkreten Aussagen beschäftigen dich?
  • Welche Gespräche oder Entscheidungen stehen an?
  • Welche rechtlichen Fragen werden gegebenenfalls bereits anwaltlich betreut?
  • Wünschst du einen Termin in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen, schwieriger Kommunikation, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit – keine Rechtsberatung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

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Wie kannst du narzisstisch geprägten Menschen Feedback geben? Erfahre, welche Reaktionen möglich sind, was hilft und wann Selbstschutz Vorrang hat.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. August 2026

Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Was sind Flying Monkeys bei narzisstischen Dynamiken?
Missverständnis

Flying Monkeys bei Narzissmus: Wenn Dritte in einen Konflikt hineingezogen werden

 

Du hast einen Konflikt mit einem Menschen.

Und plötzlich melden sich andere.

Eine Freundin erklärt dir, wie du dich verhalten solltest.

Ein Familienmitglied überbringt eine Nachricht.

Ein Kollege berichtet, was angeblich über dich gesagt wird.

Oder mehrere Menschen scheinen plötzlich dieselbe Version der Geschichte zu kennen.

Im Zusammenhang mit narzisstisch geprägten und manipulativen Beziehungen wird dafür häufig der Ausdruck Flying Monkeys verwendet.

Der Begriff ist anschaulich.

Und er braucht etwas Einordnung.

 

 

 

Was sind Flying Monkeys?

 

„Flying Monkeys“, auf Deutsch „fliegende Affen“, ist kein klinischer oder diagnostischer Begriff.

Er stammt ursprünglich aus Der Zauberer von Oz.

Dort schickt die böse Hexe geflügelte Affen los, die ihre Befehle ausführen.

In populärpsychologischen Beiträgen wird der Ausdruck heute für Menschen verwendet, die innerhalb einer konflikthaften oder manipulativen Dynamik die Interessen einer anderen Person unterstützen.

Sie können beispielsweise:

  • Botschaften überbringen
  • Informationen weitergeben
  • Partei ergreifen
  • Druck ausüben
  • Gerüchte verbreiten
  • Kontakt herstellen
  • eine bestimmte Darstellung des Konflikts verstärken

Entscheidend ist dabei die Rolle im Konflikt – nicht das Etikett für die Person.

 

 

 

Nicht jeder Flying Monkey weiß, welche Rolle er spielt

 

Das wird in vielen Darstellungen übersehen.

Ein Mensch kann sich in einen Konflikt einmischen und überzeugt sein:

„Ich helfe doch nur.“

Vielleicht kennt er nur eine Seite.

Vielleicht hält er die erzählte Geschichte für wahr.

Vielleicht möchte er Frieden herstellen.

Vielleicht empfindet er Loyalität.

Vielleicht fürchtet er selbst Konflikte mit der betreffenden Person.

Und natürlich gibt es auch Menschen, die bewusst Druck ausüben oder Informationen beschaffen.

Aus dem Verhalten allein lässt sich die Motivation nicht immer zuverlässig erkennen.

 

 

 

Der fachlich passendere Begriff: Triangulation

 

Viele Situationen, die online als „Flying Monkeys“ bezeichnet werden, lassen sich besser mit dem Begriff Triangulation beschreiben.

Eine dritte Person wird in eine Beziehung oder einen Konflikt zwischen zwei Menschen hineingezogen.

Statt:

A spricht mit B.

entsteht:

A spricht mit C über B.

Und C wirkt anschließend auf B ein.

Das verändert die gesamte Dynamik.

 

 

 

Ein typisches Beispiel

 

Du hast dich von einem Partner getrennt.

Direkt miteinander ist vieles bereits gesagt.

Dann ruft eine gemeinsame Freundin an:

„Er ist völlig fertig. Du solltest ihm wenigstens noch eine Chance geben.“

Vielleicht möchte sie tatsächlich helfen.

Gleichzeitig entsteht Druck auf dich.

Aus einem Konflikt zwischen zwei Menschen wird ein Dreieck.

 

 

 

Warum werden Dritte einbezogen?

 

Die Gründe können sehr verschieden sein.

Dritte können beispielsweise genutzt werden, um:

  • Unterstützung und Bestätigung zu gewinnen
  • die eigene Sichtweise zu verbreiten
  • Informationen zu erhalten
  • den Kontakt trotz einer Grenze aufrechtzuerhalten
  • sozialen Druck zu erhöhen
  • den eigenen Ruf zu schützen
  • die andere Person zu beeinflussen

Manchmal geschieht das strategisch.

Manchmal entwickelt sich die Dynamik ohne bewussten Plan.

 

 

 

Flying Monkeys und Narzissmus

 

Triangulation kann bei stark narzisstisch geprägten Beziehungsmustern eine Rolle spielen.

Besonders relevant kann sie werden, wenn Status, Kontrolle, Bewunderung oder das eigene öffentliche Bild eine große Bedeutung haben.

Dann können Dritte helfen, eine bestimmte Darstellung aufrechtzuerhalten.

Wichtig bleibt:

Triangulation ist kein exklusives Merkmal von Narzissmus.

Auch Menschen ohne narzisstische Persönlichkeitsstruktur ziehen andere in Konflikte hinein.

 

 

 

Deshalb sind Ferndiagnosen wenig hilfreich

 

Vielleicht beobachtest du:

  • starke Selbstbezogenheit
  • Manipulation
  • Abwertung
  • Schuldumkehr
  • Triangulation

Diese Beobachtungen können für deinen Umgang sehr relevant sein.

Sie erlauben trotzdem keine sichere Diagnose einer abwesenden Person.

Für deinen nächsten Schritt reicht es meist, das konkrete Muster zu erkennen.

 

 

 

Wie können Dritte in die Dynamik hineingezogen werden?

 

1. Als Botschafter

„Ich soll dir ausrichten …“

Eine Person übermittelt Nachrichten zwischen zwei anderen.

Das kann organisatorisch sinnvoll sein.

In Konflikten kann es jedoch direkte Klärung verhindern und zusätzlichen Druck erzeugen.

 

2. Als Vermittler

„Ihr müsst euch doch wieder vertragen.“

Vermittlung kann hilfreich sein, wenn beide Seiten sie wünschen.

Sie wird problematisch, wenn eine Person dadurch dazu gebracht werden soll, eine bereits gesetzte Grenze zurückzunehmen.

 

3. Als Fürsprecher

„Du verstehst ihn einfach falsch.“

Oder:

„Nach allem, was sie erlebt hat, musst du doch Verständnis haben.“

Hintergründe können Verhalten erklären.

Sie heben Verantwortung für das eigene Verhalten nicht auf.

 

4. Als Informationsquelle

„Hat sie jemanden Neues?“

„Wo wohnt er jetzt?“

„Was hat sie über mich gesagt?“

Manche Dritte werden genutzt, um Informationen zu erhalten, die direkt nicht mehr verfügbar sind.

 

5. Als Druckverstärker

„Alle finden, dass du übertreibst.“

„Die ganze Familie versteht deine Entscheidung nicht.“

„Du musst jetzt endlich vernünftig sein.“

Hier entsteht sozialer Druck.

 

 

 

„Alle sagen, dass du …“

 

Diese Formulierung verdient Aufmerksamkeit.

Sie erzeugt den Eindruck einer großen Mehrheit.

Frag ruhig:

„Wer genau sagt das?“

Und:

„Welche Informationen haben diese Menschen überhaupt?“

Fünf Menschen können dieselbe Geschichte erzählen und trotzdem nur eine einzige Quelle haben.

Mehr Stimmen bedeuten nicht automatisch mehr unabhängige Informationen.

 

 

 

Warum solche Situationen so verunsichern können

 

Wenn mehrere Menschen dieselbe Sicht vertreten, entsteht leicht der Gedanke:

„Vielleicht liege tatsächlich ich falsch.“

Eine Außenperspektive kann wertvoll sein.

Sie sollte trotzdem kritisch geprüft werden.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Was weiß diese Person aus eigener Erfahrung?
  • Was wurde ihr erzählt?
  • Kennt sie beide Perspektiven?
  • Hat sie eigene Interessen im Konflikt?

 

 

 

Flying Monkeys und Gaslighting

 

Triangulation und Gaslighting können gemeinsam auftreten.

Wenn mehrere Menschen dieselbe Darstellung wiederholen, kann das Zweifel an der eigenen Wahrnehmung verstärken.

Trotzdem sind die Begriffe verschieden.

Gaslighting beschreibt stärker die wiederholte Untergrabung der Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit eines Menschen.

Triangulation beschreibt die Einbeziehung einer dritten Person in die Beziehungsdynamik.

→ „Du bist zu empfindlich“: Wann daraus Gaslighting werden kann

 

 

 

Wenn aus einem Konflikt eine Rufkampagne wird

 

Besonders belastend kann es werden, wenn private Informationen, Halbwahrheiten oder falsche Behauptungen im Umfeld verbreitet werden.

Dann entsteht leicht der Impuls:

„Ich muss jetzt allen erklären, was wirklich passiert ist.“

Das ist verständlich.

Und es kann enorme Ressourcen verbrauchen.

 

 

 

Du musst nicht jeden überzeugen

 

Überlege:

Welche Menschen sind für dein Leben tatsächlich relevant?

Dort kann eine sachliche Klarstellung sinnvoll sein.

Bei entfernten Bekannten oder Menschen, die bereits festgelegt sind, bringt eine umfangreiche Verteidigung häufig wenig.

Wähle deine Gespräche bewusst.

 

 

 

1. Bleib bei konkreten Vorgängen

Statt:

„Alle sind gegen mich.“

hilft:

„Diese Person hat diese konkrete Information weitergegeben.“

Konkretheit reduziert das Gefühl einer unüberschaubaren Front.

 

 

2. Prüfe die Rolle der dritten Person

Frag dich:

  • Will diese Person verstehen?
  • Will sie vermitteln?
  • Will sie mich überzeugen?
  • Sammelt sie Informationen?
  • Respektiert sie meine Grenze?

Danach kannst du entscheiden, wie viel Gespräch sinnvoll ist.

 

 

3. Fördere direkte Kommunikation

Wenn jemand sagt:

„X findet, dass du …“

kannst du antworten:

„Wenn X etwas mit mir klären möchte, kann X gern direkt mit mir sprechen.“

Damit greifst du den Boten nicht an.

Du veränderst die Kommunikationsstruktur.

 

 

4. Steig aus der Dreieckskommunikation aus

Eine weitere mögliche Formulierung:

„Ich möchte dieses Thema nicht über Dritte besprechen.“

Oder:

„Das kläre ich direkt mit der betreffenden Person.“

Solche Sätze können überraschend viel Komplexität reduzieren.

 

 

5. Begrenze Informationen bewusst

Wenn persönliche Informationen regelmäßig weitergetragen werden, kannst du entscheiden, was du künftig wem mitteilst.

Das bedeutet nicht:

„Ich darf niemandem mehr vertrauen.“

Es bedeutet:

„Ich wähle bewusster, wem ich welche Informationen anvertraue.“

 

 

6. Schütze deine Privatsphäre

Je nach Konflikt können auch digitale Grenzen sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Sichtbarkeit persönlicher Beiträge überprüfen
  • Kontaktlisten bewusst gestalten
  • Passwörter und Zugänge kontrollieren
  • Standort- und Freigabeeinstellungen prüfen

Wie weit solche Maßnahmen gehen sollten, hängt von der tatsächlichen Situation ab.

Selbstschutz sollte zur realen Gefährdung passen.

 

 

7. Vermeide endlose Rechtfertigungen

Wenn ein Mensch bereits eine feste Überzeugung hat, führt eine längere Erklärung nicht automatisch zu größerer Offenheit.

Manchmal genügt:

„Ich sehe die Situation anders und möchte die Details nicht weiter mit dir besprechen.“

 

 

8. Vertrauenswürdige Menschen behalten

Bei schwierigen sozialen Dynamiken ist Rückzug verständlich.

Vollständige Isolation ist jedoch selten ein hilfreiches Ziel.

Wertvoll sind Menschen, die:

  • zuhören
  • Fragen stellen
  • nicht vorschnell Partei ergreifen
  • deine Grenzen respektieren
  • auch Unsicherheit aushalten können

 

 

9. Relevante Vorgänge dokumentieren

Bei wiederkehrenden Konflikten kann sachliche Dokumentation Orientierung geben.

Zum Beispiel:

  • Vereinbarungen
  • relevante Nachrichten
  • Zeitpunkte
  • konkrete Vorfälle

Gerade im beruflichen Kontext können schriftlich bestätigte Vereinbarungen hilfreich sein.

Bei rechtlich relevanten Fragen solltest du klären lassen, welche Dokumentation zulässig und sinnvoll ist.

 

 

10. Konsequenzen statt Feindeslisten

Die Frage:

„Wer gehört alles zu den Flying Monkeys?“

kann selbst viel Aufmerksamkeit binden.

Hilfreicher ist häufig:

„Wie verhält sich diese konkrete Person mir gegenüber?“

Respektiert sie deine Grenzen?

Geht sie verantwortungsvoll mit Informationen um?

Ist eine faire Kommunikation möglich?

Darauf kannst du deine Entscheidungen stützen.

 

 

 

Wenn du selbst in die Rolle hineingezogen wirst

 

Vielleicht sagt jemand zu dir:

„Kannst du ihr bitte ausrichten …?“

Oder:

„Du musst ihm endlich klarmachen, dass …“

Dann kannst du fragen:

„Warum sprichst du das nicht direkt mit der Person?“

Oder:

„Ich möchte zwischen euch keine Botschaften übermitteln.“

So schützt du auch dich davor, Teil einer Dreiecksdynamik zu werden.

 

 

 

Direkte Kommunikation ist nicht immer die beste Lösung

 

Es gibt eine wichtige Ausnahme.

Bei:

  • Gewalt
  • Bedrohung
  • Stalking
  • anderen ernsthaften Sicherheitsrisiken

kann direkte Kommunikation ungeeignet sein.

Dann können professionelle, juristische oder klar geregelte indirekte Kommunikationswege sinnvoller sein.

Sicherheit hat Vorrang.

 

 

 

Flying Monkeys bei einer Trennung

 

Gerade nach konflikthaften Trennungen werden gemeinsame Freunde und Familienmitglieder häufig einbezogen.

Dann hörst du vielleicht:

„Sie leidet so sehr.“

„Du solltest ihm wenigstens noch einmal zuhören.“

„Kannst du nicht einfach Frieden schließen?“

Diese Menschen können es gut meinen.

Du darfst trotzdem bei einer getroffenen Entscheidung bleiben.

→ Trennung von Menschen mit stark narzisstischen Mustern

 

 

 

Eine mögliche Grenze gegenüber gemeinsamen Freunden

 

„Ich weiß, dass dir beide Seiten wichtig sind. Meine Entscheidung möchte ich trotzdem nicht über Dritte diskutieren.“

Damit respektierst du die Beziehung zur dritten Person und schützt gleichzeitig deine Grenze.

 

 

 

Flying Monkeys im Beruf

 

Auch Unternehmen kennen Dreieckskommunikation.

Beispielsweise:

Eine Führungskraft hat ein Problem mit einem Mitarbeiter.

Statt direkt mit ihm zu sprechen, wird über andere Führungskräfte oder Kollegen Einfluss genommen.

Oder Informationen werden gezielt über informelle Kanäle verteilt.

Dann können entstehen:

  • Allianzen
  • Loyalitätskonflikte
  • Gerüchte
  • Informationsfilter
  • politische Dynamiken

 

 

 

Im Unternehmen würde ich weniger von „Flying Monkeys“ sprechen

 

Im professionellen Kontext sind Begriffe wie diese meist hilfreicher:

  • Triangulation
  • indirekte Kommunikation
  • informelle Allianzen
  • politische Einflussnahme

Sie beschreiben das beobachtbare Verhalten, ohne Menschen unnötig zu etikettieren.

 

 

 

Professionell zurück zur direkten Kommunikation

 

Zum Beispiel:

„Danke für die Information. Wenn es Kritik an meiner Arbeit gibt, würde ich sie gern direkt mit der verantwortlichen Person besprechen.“

Oder:

„Wer entscheidet das konkret? Mit dieser Person würde ich die Frage gern klären.“

 

 

 

Wenn direkte Kommunikation im Unternehmen nicht ausreicht

 

Bei starken politischen Dynamiken können weitere Schritte sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • klare Zuständigkeiten
  • schriftliche Vereinbarungen
  • bewusste Informationswege
  • sachliche Dokumentation
  • geeignete Eskalationswege

Je höher die Tragweite, desto wichtiger wird eine strategische Betrachtung.

 

 

 

Wenn Reputation oder Karriere betroffen sind

 

Dann lohnt sich eine nüchterne Analyse:

  • Welche konkrete Aussage kursiert?
  • Wer ist tatsächlich relevant?
  • Welche Information lässt sich sachlich richtigstellen?
  • Wo lohnt eine Reaktion?
  • Wo würde sie den Konflikt nur vergrößern?

Strategische Kommunikation ist etwas anderes als spontane Gegenwehr.

 

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte und manipulative Dynamiken können in unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

 

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaften oder das gemeinsame soziale Umfeld?

Dann können wir beispielsweise betrachten:

  • Welche Dynamik entsteht?
  • Wie gehst du mit Dritten um?
  • Welche Informationen möchtest du teilen?
  • Welche Grenzen brauchst du?
  • Welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Im beruflichen Kontext spielen zusätzlich Faktoren eine Rolle wie:

  • Macht
  • Interessen
  • Verantwortung
  • Reputation
  • Karriere
  • wirtschaftliche Konsequenzen

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche psychische Folgen hinterlassen haben

 

Manche belastenden Beziehungen wirken weit über den aktuellen Konflikt hinaus.

Vielleicht bestehen:

  • starke Ängste
  • anhaltende Selbstzweifel
  • innere Alarmbereitschaft
  • Schlafprobleme
  • Traumafolgen

Dann kann ein therapeutischer Rahmen passend sein.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie bei Ängsten und Traumafolgen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Konflikte und den professionellen Umgang mit schwierigen Dynamiken geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können:

  • Verhaltensweisen betrachten
  • Muster erkennen
  • Dynamiken verstehen
  • Auswirkungen einordnen
  • Handlungsmöglichkeiten entwickeln

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Bei konflikthaften Trennungen, Auseinandersetzungen im Beruf, möglichen Rufschädigungen, Bedrohungen oder anderen eskalierten Situationen können rechtliche Fragen entstehen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen Handlungsspielraum.

 

 

 

Acht Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Wer kommuniziert hier eigentlich mit wem?
  2. Was weiß die dritte Person aus eigener Erfahrung?
  3. Was wurde ihr erzählt?
  4. Welche Rolle übernimmt sie gerade?
  5. Welche Rolle soll ich übernehmen?
  6. Welche Informationen möchte ich noch teilen?
  7. Welche Grenze brauche ich?
  8. Wie sähe eine klarere Kommunikationsstruktur aus?

 

 

 

Fazit: Schau auf die Rolle, nicht nur auf das Etikett

 

„Flying Monkeys“ ist ein anschaulicher Begriff für ein reales Phänomen:

Dritte können in Konflikte hineingezogen werden und dadurch Druck, Informationen oder bestimmte Darstellungen weitertragen.

Doch Menschen übernehmen solche Rollen aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Manche handeln bewusst.

Andere glauben, zu helfen.

Deshalb finde ich eine andere Frage hilfreicher als:

„Wer ist ein Flying Monkey?“

Frag lieber:

„Welche Rolle übernimmt diese Person gerade – und wie möchte ich damit umgehen?“

Das führt weg von Feindbildern.

Und zurück zu deinem Handlungsspielraum.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2026

So probst du Reden und Präsentationen für mehr Sicherheit und Wirkung

So probst du Reden und Präsentationen für mehr Sicherheit und Wirkung

4 gute Gründe Reden und Präsentationen zu proben und 12 Tipps
Proben von Reden und Präsentationen

Proben? Proben!

 

Professionell durchgeführte Proben verbessern den konkreten Redeauftritt und geben Ihnen Sicherheit bei Ihrer Präsentation. Doch sind adäquate Proben von Reden und Präsentationen eher die Ausnahme als die Regel. Typisch sind die guten Vorsätze, es beim nächsten Mal richtigzumachen. In meinem Artikel erfahren Sie, weshalb sich Proben lohnen und was dabei zu beachten ist. Sie bekommen 4 gute Gründe Reden und Präsentationen zu proben und 12 Tipps wie es geht.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Wozu Proben bei Reden und Präsentationen?

 

Ich liebe Stegreifreden. Daher wünschte ich, es wäre anders, doch Proben sind wesentlich für den Erfolg von Reden und Präsentationen. Immer wieder erlebe ich, wie das ignoriert wird. Viel zu viele wichtige Redegelegenheiten bleiben durch Selbstsabotage weit hinter den Möglichkeiten zurück.

Häufig wird die Notwendigkeit von Proben nicht ernst genommen und es bleibt im besten Fall bei halbherzigen Annäherungen an die guten Vorsätze. An dem Inhalt wird oft bis zur letzten Minute gewerkelt, für die Probe bleibt dann keine Zeit mehr.

Eine beachtliche Anzahl von Menschen behauptet, sie wären besser, wenn sie improvisieren. Dabei machen sie sich etwas vor und sabotieren sich und das Anliegen, das sie verfolgen wollten. Selbst die besten Stegreifredner üben das, bis sie so gut sind, wie wir es erleben. Vorher gab es eine Menge Training.

 

 

 

4 gute Gründe Reden und Präsentationen zu proben

 

1. Selbstvertrauen

 

Ihr Selbstvertrauen nimmt während der Proben zu und Lampenfieber wird abgebaut.

 

 

2. Inhaltliche Optimierung

 

Sie feilen am Inhalt, experimentieren und testen Optionen. Holprige Stellen, Wirkungsräuber und andere Potenziale lassen sich oft erst beim Probelauf erkennen

 

 

3. Darbietung

 

Ihre Darbietung wird besser, wodurch Sie und Ihre Botschaft überzeugender werden.

 

 

 

4. Spaß

 

Es macht Spaß kreativ und professionell ans Werk zu gehen und das Ergebnis zu sehen

 

 

 

12 Tipps für die effektive Probe von Reden und Präsentationen

 

Proben Sie! Und das bitte so, dass es Sie voranbringt.

 

 

 

1. Üben Sie laut

 

Wenn Sie laut sprechen, prägt es sich erstens besser ein und außerdem bemerken Sie leichter, welche Korrekturen erforderlich sind. Viele Menschen schreiben anders, als sie reden. So entfernen Sie holperige Stellen und es wird eine runde Angelegenheit. Sie finden heraus, welche Stellen Sie wie betonen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

 

 

 

2. Stehen Sie auf

 

Setzen Sie Ihren gesamten Körper bei der Probe ein. Das hilft auch dabei, den Inhalt tiefer zu verinnerlichen. Das Körpergedächtnis ist immens hilfreich.

 

 

 

3. Aufzeichnungen

 

Wie hilfreich Videoaufzeichnungen sind, hängt sehr davon ab, auf was Sie wie achten. Wer Erfahrungen mit professioneller Redevorbereitung gemacht hat, weiß, worauf zu achten ist. Ansonsten führen Aufzeichnungen leider oft zu ungünstigen Interpretationen, die eher schaden als helfen.

Übrigens halte ich Proben vor dem Spiegel für keine so gute Idee. Bei einer Videoaufzeichnung können Sie die Auswertung anschließen und gegebenenfalls weitere Rückmeldungen einholen. So ein Spiegel lenkt viele Menschen zu sehr ab, ist sehr unnatürlich. Wie gut, dass so ein Smartphone auch hier hilft und umfangreiche Ausrüstung ersetzt.

 

 

 

4. Vor Publikum

 

Sind die Vorbereitungen schon fortgeschritten, dann lohnt sich eine Probe vor Publikum. Am besten ist es, wenn die Teilnehmer dem späteren Publikum ähneln. Das ist besonders beim Einsatz von Humor sehr wichtig, um die Wirkung erahnen zu können. Echte Menschen verändern die Energie.

 

 

 

5. Ort der Probe

 

Üben Sie an einem Ort, der dem Veranstaltungsort möglichst ähnlich ist. Mitunter ist es möglich, dies am tatsächlichen Ort zu tun. So machen Sie sich auch mit dem Ort vertrauter. Sie werden sich mehr als Gastgeber fühlen, Sie nutzen den Heimvorteil.

 

 

 

6. Wiederholungen

 

Es erfordert einige Durchläufe, um sich durch Proben sicher zu fühlen und die gewünschte Qualität zu erreichen. Proben Sie so lange, bis Sie ein gutes Gefühl haben und das Feedback stimmt. Wobei damit nicht eine lange, sondern lieber mehrere angemessen lange Proben gemeint sind. Als Daumenwert kursieren 60 Minuten Probe je Minute Redezeit.

Je früher Sie mit den Redevorbereitungen beginnen, desto weniger Gesamtzeit ist erforderlich. Ich zeige meinen Klienten, wie sich mit wenig Aufwand viel Ergebnis erzielen lässt. Zeitlicher Druck reduziert die Effektivität.

 

 

 

7. Nebenwirkungen

 

Durchdachte Proben, vorzugsweise mit konstruktivem Feedback, verbessern nicht nur den konkreten Redeauftritt, sie fördern tiefergehend die Sicherheit von Rednern. Bei gutem Feedback lernen Sie nicht nur Ihre Rede, sondern auch sich selbst noch besser kennen.

 

 

 

8. Kleiderprobe

 

Proben können Sie in jeder Be- oder Entkleidung. Je nach Bedeutung einer Redegelegenheit empfiehlt es sich allerdings, die Probe so realistisch wie möglich zu gestalten. Steve Jobs soll das für ganz besonders wichtig gehalten zu haben. Er hat, hinter von Sicherheitspersonal bewachten Türen, an den Veranstaltungsorten geprobt. Welche Bedeutung bei Proben die Bekleidung (Jeans, Sneakers, Stehkragenpullover) spielte, ist mir nicht bekannt. Doch spätestens bei der Generalprobe ist es an der Zeit, auch sie einzubeziehen. Das erhöht die Sicherheit und beugt Überraschungen vor. Tatsächlich hat die Bekleidung eine gewisse Bedeutung beim Thema Lampenfieber.

 

 

 

9. Generalprobe

 

Wenn möglich ist eine Generalprobe am Ort des Geschehens unter möglichst realistischen Bedingungen empfehlenswert.

 

 

 

10. Investition

 

Wie so oft ist das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen als Investition zu betrachten. Welchen Aufwand verdient Ihr Vorhaben, Ihr Redebeitrag?

 

 

 

11. Ausreden und Prokrastination

 

Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden. Schluss mit den Ausreden und Prokrastination! Setzen Sie Ihre Vorsätze um. Machen Sie sich bewusst, was Sie sich vom Redebeitrag erhoffen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wenn Sie und Ihre Botschaft überzeugen. Behalten Sie das Ziel im Auge und die Motivation hoch.

 

 

 

12. Professionelle Unterstützung

 

Wenn Sie mit professioneller Unterstützung proben, dann bekommen Sie das Feedback, das Ihnen hilft überzeugend aufzutreten. Sie erfahren vorher, wie Sie und Ihre Botschaft wirken und was sich optimieren lässt. Den Umfang der Unterstützung bestimmen Sie. Meine Empfehlung: Zumindest einen Probelauf mit professionellem Feedback solltest du sich und Ihrem Publikum gönnen. Dann wissen Sie selbst, wie Sie und Ihre Rede auf Ihre Zielgruppe wirken, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, wo es Potenziale gibt. Wieso wollen Sie erst nach Ihrem echten Auftritt solche Rückmeldungen bekommen? Dann ist es für Korrekturen zu spät. Den Preis für professionelle Unterstützung finden Sie hier. Sie wissen selbst am besten, wo sich der Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen lohnt. Profitieren Sie vom Vorsprung. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Übrigens leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor Publikum unter sehr intensivem Lampenfieber und durchleiden den Auftritt. Schade, weil das mit entsprechender Hilfe nicht notwendig ist. Nur, für den Fall, …

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie proben Sie Ihre Reden und Präsentationen? Worauf achten Sie, was funktioniert und was weniger?

Proben

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Dezember 2006
Überarbeitung: 6. Juli 2020
AN: #494
K:
Ü: AA

Hast du den Mut die Wahrheit auszusprechen?

Hast du den Mut die Wahrheit auszusprechen?

Ärmel hoch und ...
Haben Sie den Mut die Wahrheit zu sagen?

Mut zur eigenen Meinung, Mut sie auszusprechen

 

Haben Sie den Mut die Dinge beim Namen zu nennen, die Wahrheit zu sagen wenn Sie damit neue Wege beschreiten?

 

 

 

Überblick

 

Video

Mutig für Überzeugungen einstehen – Wie du deine Meinung selbstbewusst vertrittst

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Paradiesische Zustände

 

In einer perfekten Welt werden Herausforderungen als solche angenommen und gemeinsam gemeistert. In einem solchen Umfeld ergänzen die Menschen sich. Wer erkennt, dass etwas auch anders —und möglicherweise besser gemacht werden kann— spricht es aus, und es wird der Botschaft Aufmerksamkeit gewidmet.

 

 

 

Die Realität

 

Wer heutzutage an akzeptierten oder zumindest für manche Menschen vorteilhaft erscheinenden Umständen zu wackeln droht, wird als störend empfunden. Irgendwer hat meist auch durch die schlimmsten Verhältnisse noch einen persönlichen Vorteil und will ihn nicht aufgeben —selbst, wenn andere einen hohen Preis dafür zahlen müssen.

Die Überbringer schlechter Nachrichten bekommen oft mehr Probleme als die Verursacher. Nicht nur in der Politik ist es sicherer im Wolkenkuckucksheim gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Wer den Mund aufmacht, gilt als Miesmacher und auch Whistleblower haben keinen guten Ruf.

 

 

 

Sagen Sie Ihre Meinung, wenn zu viele Menschen schweigen

 

Alle großen Wahrheiten waren anfangs Blasphemien.

George Bernhard Shaw

 

 

 

Hindernisse

 

Sprechen vor Publikum kann beängstigend sei. Unangenehme und nicht bei jedem Zuhörer willkommene Botschaften sind eine noch größere Herausforderung. Das kann mitunter ja tatsächlich zu unerwünschten persönlichen Konsequenzen führen.

Zu schweigen kann bei manchen Themen allerdings noch unangenehmer werden. Denken Sie an die Folgen, wenn Sie sich nicht einsetzen. Wie wichtig ist es Ihnen dann sich für eine Lösung einzusetzen? Wenn Sie sich daran erinnern können, worum es geht und welche Bedeutung Ihr Einsatz hat, kann Ihnen das den erforderlichen letzten Anstoß und den Mut liefern.

 

 

 

Sie haben etwas zu sagen, dann tun Sie es!

 

Haben Sie den Mut die Wahrheit auszusprechen, selbst wenn Sie damit neue Wege beschreiten und vorangehen müssen? Die Theorien zur angeblichen Schwarmintelligenz haben mich nur bedingt überzeugt. Meine persönlichen Beobachtungen führen zu einem anderen Eindruck: Im Alltag sind es meist einzelne Menschen, die sich einer Sache annehmen, Verantwortung zeigen. Anstatt darauf zu warten, dass sich irgendjemand irgendwann irgendwie irgendwo ans Werk macht, sind es vereinzelte Zeitgenossen, die nicht wegschauen, sondern handeln. Erst dann schließen sich weitere Mitstreiter an. Erst macht Frau oder Mann den Anfang. Sind Sie eine von diesen mutigen Persönlichkeiten?

Teilen Sie der Welt Ihre Ideen mit. Wenn mehr Menschen den Mut aufbringen, sich respektvoll für ihre Überzeugungen einzusetzen, sie zumindest auszusprechen, dann hilft das dabei, gemeinsam eine lebenswerte Welt zu fördern. Lassen Sie sich dabei unterstützen, Ihren Beitrag zu leisten.

 

 

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Haben Sie den Mut die Wahrheit zu sagen?

Ergänzende Artikel

 

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2009
Überarbeitung: 28. Juli 2019
AN: #7658
K: 8. Juli 2019
Ü:

So kommen Sie zu guten Entscheidungen!

Gute Entscheidungen erfordern Wahlfreiheit, brauchbare Optionen

Coaching & Training in Berlin: damit Sie besser entscheiden können (Nein, keinerlei Rechtsberatung!)
Entscheidungen - Karsten Noack Training & Coaching Berlin

Gute Entscheidungen

 

Nur zweitklassige Optionen stehen zur Auswahl? Oder jemand behauptet, sein Weg ist alternativlos? Manchmal scheint es so, als wenn wir keine Wahl haben. Viel besser ist es dann auch nicht, wenn wir uns für eine von zwei Möglichkeiten entscheiden müssen. Es fühlt sich dann nicht so an, als wenn wir eine Wahl haben. Was tun?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Wahlfreiheit braucht Alternativen

 

Wenn du die Wahl hast zwischen zwei Übeln, wähle keines von beiden.

Charles Spurgeon

 

 

 

 

Andauernd gibt es Entscheidungen zu treffen

 

Optionen liegen auf dem Tisch und warten auf darauf, gewählt zu werden. Nicht immer sticht dann ein eindeutiger Favorit ins Auge, nicht immer ist eine Entscheidung so klar und einfach zu treffen. Dann bleibt die Festlegung eine Absichtserklärung für morgen.

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung! Aber was ist mit der Basis der Entscheidungsfindung, wenn noch keine relevanten Optionen auf dem Tisch liegen?

Was dann? Je mehr Wahlmöglichkeiten Menschen haben, desto mehr Freiheit verspüren sie, zumindest wenn sie den Eindruck spüren den Überblick zu haben und die beste Wahl treffen zu können. Zugegeben: Eine unüberschaubare Anzahl an Auswahlmöglichkeiten hat auch negative Auswirkungen auf Menschen. Zu viel Optionen wirken lähmend anstatt befreiend. Bei zu vielen Optionen aus den gewählt werden kann, fällt es den meisten Menschen sehr schwer sich überhaupt noch zu entscheiden. Außerdem bleibt oft das Gefühl, sich im Zweifelsfall falsch entschieden zu haben. Das reduziert leider auch die Zufriedenheit nach der Wahl.

Augen und Ohren auf: Mit Kreativität geht es leichter für weitere Optionen zu sorgen. Vor allem, wenn bisher nur zweitklassige Optionen zur Auswahl stehen, ist es Zeit für eine der zahlreichen Kreativitätstechniken.

 

 

 

Von wegen alternativlos

 

Nichts auf der Welt ist zwangsläufig, außer der Abfolge von Tag und Nacht.

Helmut Schmidt

 

Wer „alternativlos“ sagt, meint damit überwiegend, dass jegliche weitere Diskussion unerwünscht ist und sogar negative Folgen haben kann. Die Killerphrase klingt oft wie eine Drohung. Führende Politiker verwenden diese Form der Manipulation häufiger und verstoßen dabei gegen Grundsätze lebendiger Demokratien. Da soll auf diese manipulative Weise eine Grenze gezogen werden, ein Tabu soll Diskussionen beenden. Schluss, Aus, Ende der Diskussion. Von wegen; das Totschlagargument ist für aufgeklärte Beobachter eher ein Signal, noch genauer hinzusehen. Gerade das sind dann Momente, in dem besondere Wachsamkeit gefordert ist, um herauszufinden was hier weshalb erreicht werden soll.

Woran es mangelt, ist nicht die Alternative, sondern der Wille, den Schleier zu lüften. Meist lassen sich mit etwas Nachdenken ernstzunehmende weitere Handlungsmöglichkeiten finden. Viel besser als ein Denkverbot ist es klar zu sagen, welche Vor- und Nachteile mit einer Handlungsmöglichkeit verbunden sind, und so eine offene Diskussion zu führen.

Alternativlos? Das Wort kommt im konstruktiven Umfeld raus aus dem Vokabular, dafür geht es dort mit hochgekrempelten hinein in kreative Prozesse. Oft genug können wir den Wald wegen all der vielen Bäume nicht erkennen. Dann ist höchste Zeit für den Perspektivwechsel beziehungsweise die Perspektiverweiterung. Interessiert? Na, dann ran ans Werk!

 

 

 

Entscheidungen ohne Wahlmöglichkeiten?

 

Wahlfreiheit, aber nichts, woraus man wählen könnte? Manchmal scheint es so, als wenn wir im besten Fall theoretisch eine Wahl haben. Bei zwei Optionen sollte es sich doch eher nach Wahlmöglichkeit anfühlen.

Mit Kreativität geht es leichter. Vernünftige Entscheidungsfindung braucht Wahlfreiheit.

 

 

 

Zwischen den Optionen A oder B wählen?

 

Wahlfreiheit und Entscheidungsfindung: Dann nehme ich Option C

 

Viel besser ist es dann allerdings auch nicht, wenn wir uns für eine von zwei gleichwertig guten oder schlechten Möglichkeiten entscheiden müssen. So zwischen den Stühlen fühlt es sich dann nicht so an, als wenn wir eine Wahl haben. Die eingeschränkten Wahlmöglichkeiten sorgen eher dafür, dass wir uns unter Druck gesetzt bzw. ausgeliefert fühlen. Tun oder lassen, A oder B, das EINE oder das ANDERE, Regen oder Traufe? Das damit verbundene Gefühl ist ein Signal dafür, dass wir uns in die Ecke gedrängt fühlen und dringend weitere Optionen benötigen. Meist benötigen wir mindestens 3 Optionen, um so etwas wie den Eindruck von Wahlfreiheit zu haben. Manchmal genügt es, den Zwiespalt zwischen A und B zu füllen. Ein anderes Mal ist es zielführender, die vertrauten Wege hinter sich zu lassen und auf der grünen Wiese neu mit den Gedankenspielen zu beginnen.

 

 

 

Wahlfreiheit benötigt Alternativen

 

Schön gesagt, aber woher nehmen und nicht stehlen? Mögliche Quellen für Optionen sind Gespräche mit guten Zuhörern aus dem persönlichen Umfeld oder ein professioneller Coach. Letzterer kennt dann auch eine Reihe hilfreicher Techniken, mit denen sich zusätzliche Perspektiven nutzen, Ideen gewinnen und Optionen bewerten lassen. Oder Sie nutzen eine der zahlreichen Kreativitätstechniken. Mitunter genügt schon ein räumlicher und zeitlicher Abstand, für den Überblick. Ja, der Wald versteckt sich gerne hinter all den Bäumen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

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Wie kommen Sie zu guten Entscheidungen?

Wer "alternativlos" sagt, ist nur einfallslos.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 14. November 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #6567
K: CNA
Ü:

23 Hinweise, dass mit einem Coach etwas nicht stimmt

23 Hinweise, dass mit einem Coach etwas nicht stimmt

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach gut oder schlecht ist?
 
Woran ist zu erkennen, ob ein Coach geeignet ist oder nicht?

Wann ist ein Coach gut oder schlecht?

 

Es ist schwieriger geworden, einen geeigneten Coach zu finden. Das Überangebot sorgt nicht nur für Unübersichtlichkeit, sondern auch dafür, dass nur ein kleiner Anteil der Anbieter jemals die erforderlichen Voraussetzungen erwerben kann. In diesem Artikel finden Sie ein paar Gedanken dazu, wann ein Coach geeignet und wann er nicht geeignet ist.

Überblick

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach geeignet ist oder nicht?

 

Wer auf der Suche nach einem Coach ist, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Das Angebot ist so kunterbunt, wie der Hund aus dem Sprichwort. Die Berufsbezeichnung Coach ist weder geschützt, noch an Voraussetzungen geknüpft. Die Flut von Zertifikaten mit unterschiedlichsten Titeln hat es noch schwerer gemacht, einen geeigneten Coach zu finden. Armer Wald, die Zertifikate sind oft nur überteuerte Marketingargumente ohne praktischen Beitrag. Viele Menschen suchen nach einem neuen Betätigungsfeld und einfach zu erwerbende Geschäftsideen verkaufen sich gut. Das Überangebot rund um Coaching sorgt nicht nur für Unübersichtlichkeit, sondern auch dafür, dass nur ein kleiner Anteil der Anbieter jemals die erforderlichen Voraussetzungen erwerben kann.

23 Hinweise, für fehlende Eignung als Coach

 

Mögliche Hinweise, dass es sich um einen für Sie ungeeigneten Coach handelt. Meine ganz persönlichen Beobachtungen:

 

1. Fehlende Chemie

 

Es genügt nicht, dass die Methoden zum Anliegen des Klienten passen und der Coach sie gekonnt zielführend einsetzt, sondern auch darauf, dass Coach und Klient zueinander passen.

Ein erfahrener Coach ist in der Lage, in kurzer Zeit eine tragfähige Beziehung zum Klienten herzustellen, damit die Zusammenarbeit in vertraulicher Atmosphäre Früchte trägt.

Damit Interessenten sich schon im Vorfeld einen ersten Eindruck vom Coach machen können, kann er dafür entsprechende Informationen über sich bereitstellen. Manche Anbieter geben sehr viel über sich preis, bloggen beispielsweise, um zu vermitteln, wie sie ticken.

Einzelstunden, statt sofortiger Rahmenverträge, machen es ebenfalls leichter. „Drum prüfe, wer sich ewig binde, ob…“.

Wenn die Chemie schon am Anfang nicht stimmt, wird sie am Ende erst recht nicht stimmen.

2. Unrealistische Versprechungen

 

Kernige Versprechungen, wie „Ich verbessere Ihr Leben in einer einzigen Sitzung“, machen hoffentlich stutzig.

3. Erfolgszusagen

 

Ein guter Coach wird Ihnen den Erfolg niemals garantieren, weil das nicht in seiner Macht liegt, dann wäre er Zauber. Aus seinen Erfahrungen heraus kann er von früheren Ergebnissen berichten und wird das ohne Übertreibung tun.

4. Umfangreiche unbezahlte Vorgespräche

 

Professionelle Coaches kalkulieren ihre Stundensätze, so dass sie Qualität liefern können. Das erfordert beispielsweise auch eigene Supervision. Insbesondere Anfänger verzichten darauf gerne, um durch kostenlose Erstsitzungen ins Geschäft zu kommen. Profis bieten honorierte erste Sitzungen, in den Kennenlernen, erstes Profiling und praktische Zusammenarbeit stattfinden.

5. Keine adäquaten Ausbildungen, Kenntnisse und Fähigkeiten

 

Der Coach bringt keine relevanten Aus- und Weiterbildungen mit. Insbesondere fundierte psychologische Kenntnisse und Fertigkeiten sind grundlegend.

6. Fehlende nachweisbare Erfahrung

 

Manche Anbieter behaupten schon länger im Coaching tätig zu sein, als es wahrscheinlich ist. Wirklich angefangen hat Coaching bei uns Mitte der 90er Jahre. Ich benutze den Begriff seit 1996, weil er vorher so nicht wirklich in Deutschland verwendet wurde.

7. Keine relevanten eigenen praktischen Erfahrungen

 

Ein Coach muss in der Lage sein, die Klientenperspektive einnehmen zu können, beispielsweise einen Konflikt aus dessen Sicht wahrzunehmen. Erfahrungen im relevanten Umfeld sind dabei recht hilfreich, die Rahmenbedingungen zu verstehen. Wer beispielsweise selbst nie im Management verantwortlich war, wird im Business-Coaching vieles nicht nachvollziehen können.

Zeit ist kein Garant für relevante Erfahrungen, doch ohne in einem Bereich Zeit verbracht zu haben, fehlt die Gelegenheit.

8. Übertriebenes Harmoniebedürfnis

 

Ein guter Coach spricht auch heikle Themen mit Fingerspitzengefühl an, ein schlechter redet drumherum. Gerade Klienten in herausgehobenen Führungspositionen legen großen Wert auf einen selbstbewussten Sparringspartner.

9. Das Bauchgefühl meldet sich

 

Nicht jeder Hinweis wird bewusst registriert. Unbewusst nehmen wir deutlich mehr wahr. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl.

10. Arbeit auf Rechnung

 

Erfahrene Coaches konzentrieren sich auf ihre Coachees und kennen ihren Wert. Sie werden meist so gut gebucht sein, dass sie die organisatorischen Prozesse vereinfachen. Dazu gehört auch die Honorierung vor den Sitzungen. Coaches ohne Erfahrungen übersehen, dass sonst viele Sitzungen ausfallen und bei halbwegs ausgeglichener Kalkulation von den zuverlässigen Klienten aufgefangen werden müssen.

Die mit Recht etablierten Coaches werden häufiger empfohlen, sind so bekannt, dass Terminvereinbarungen mit gutem Gefühl durch Überweisung getroffen werden können.

11. Zu niedrige Honorare

 

Der gesunde Menschenverstand hilft dabei, zu niedrige Honorare zu erkennen. Zugegeben, wer will schon freiwillig mehr Geld ausgeben? Doch ein zu niedriges Honorar weist auf eine eigenartige Kalkulation hin. Vorausgesetzt, der Coach macht es professionell, wird er eine gewisse Honorarhöhe nicht unterschreiten können. Während die Kosten für private Lebensführung und Altersversorgung sein Problem sind, wird eine schlechte Kalkulation spätestens dann zum Nachteil für Klienten, wenn er dort geizt, wo es nicht sofort auffällt. Meist wird am wenigsten für die Außendarstellung gespart, sondern an der Qualität. Die erfordert stetige Weiterbildung und regelmäßige Supervision. Außerdem geschieht bei guten Coaches einiges im Hintergrund.

Für einen guten Coach beginnt und endet die Arbeit für die Klienten nicht mit der offiziellen Coachingsitzung. Um die Zusammenarbeit so produktiv wie möglich zu gestalten, bereitet er sich darauf vor. Er liest sich vorher die Notizen der bisherigen Treffen durch, durchdenkt und gestaltet den möglichen Ablauf der Coachingsitzung, damit Sie Ihre Ziele erreichen. Nach der Sitzung ordnet er seine Gedanken und dokumentiert sie.

All das relativiert die Stundenhonorare.

12. Fehlende Transparenz bei Honoraren

 

Auffällig häufig werden kostenlose Vorgespräche im Internet auf Seiten angeboten, auf den Angaben zu den Honoraren vergeblich gesucht werden. Was dann folgt, sind oft Verkaufsgespräche, die mitunter recht gekonnt zu längerfristigen Verträgen führen.

Seriöse Anbieter veröffentlichen ihre Honorare, um es allen Beteiligten leichter zu machen. Schließlich kann selbst das beste Coaching aktuell das Budget übersteigen.

13. Zu kurze Sitzungen

 

Gute Sitzungen erfordern in der Regel mindestens 60 und besonders beim ersten Treffen 90 Minuten. Bei konkreten spontanen Fragen ist auch kurzes Coaching, selbst per Telefon hilfreich, wenn die Grundlagen für die Zusammenarbeit geschaffen wurden.

14. Unzureichende Erreichbarkeit

 

Im Laufe eines intensiven Coachings ist die Erreichbarkeit ein wichtiges Kriterium, falls kurzfristig Unterstützung gewünscht wird.

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Coach ist zu erkennen, wie gut er zu erreichen ist und ob er zügig reagiert. Wenn er begehrt ist, wird er vermutlich nicht ständig das Smartphone in der Hand haben. Doch wird er Wege finden, zeitnah in Kontakt zu kommen.

Bei vorhandenem Coachingverhältnis bieten manche Coachs priorisierte Kontaktmöglichkeiten, die einen schnellere Austausch erleichtern.

15. Der Coach weiß, was richtig für Sie ist

 

Die Aufgabe eines Coachs ist, Sie in die Lage zu versetzen, selbst die für Sie richtige Entscheidung zu treffen. Dabei wird er Sie unterstützten, mit Fragen, mit Inspiration, mit Techniken, mit … doch Sie wissen am besten, was gut für Sie ist.

Fertige Weltanschauungen gibt es in Sekten und nicht im Coaching.

16. Der Coach ist ein Alleskönner

 

Jeder gute Coach kennt die eigenen Grenzen und wird Sie bei speziellen Themen an die entsprechenden Experten verweisen. Wenn er keine Zulassung für die Ausübung von Psychotherapie hat, wird er sich aus vielen tiefer gehenden persönlichen Themen heraushalten.

17. Fehlende Ziele

 

Coaching ist auf definierte Ziele ausgerichtet. Ohne Ziele wird Coaching zum netten Zusammensein, das vor allem teuer und langwierig ist. Nur wenn die Ziele und Kriterien definiert sind, wird messbar, ob die Richtung stimmt und inwieweit das Ziel erreicht wurde.

Ein guter Coach wird schon am Anfang eines Coachings sehr sorgfältig und smart die mit dem Coaching verbunden Zielen klären und den Auftrag davon ableiten. Er wird während des Coaching-Prozesses immer wieder überprüfen, ob die Ziele sich verändert haben und welche weiteren Maßnahmen angebracht sind.

18. Zu enger Fokus

 

Stürzt sich ein Coach zu hastig und isoliert auf einen Bereich, besteht die große Gefahr, dass wichtige Zusammenhänge und Einflussfaktoren unbeachtet bleiben.

19. Gebrochene Zusagen

 

Coaching beruht aus beiderseitigem Vertrauen, ohne wird es schwierig bis unmöglich.

20. Zu große Nachsicht

 

Wenn Klienten gestresst sind, wird ein guter Coach im Coaching keine weiteren zusätzlichen Belastungen hinzufügen. Doch auf die Einhaltung von Terminabsprachen wird er in ihrem Interesse hinweisen.

21. Zu großes Ego

 

Jeder Coach hat seinen Stil. Er wird sich dafür einsetzen, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Wenn er Geschichten erzählt, wird er es tun, weil es Sie zum Nachdenken führt, nicht um selbst toll dazustehen. Viele gute Coaches stellen sich sogar manchmal absichtlich naiv, um Fragen und Antworten zu fördern. Wenn der Coach vergisst, für wenn das Coaching ist, ist er für diesen Beruf nicht geeignet.

22. Passives Coaching

 

Wenn Ihnen ein Coach verspricht, dass Sie im Coaching nicht selbst aktiv werden müssen, ist es vermutlich eher Voodoo als Coaching.

23. Der Coach kennt nicht den Unterschied zwischen Coaching, Training und Beratung

 

Coaching ist eine beliebte Bezeichnung. Asche über mein Haupt; ich verwende es manchmal wie meine Klienten, mitunter auch für Prozesse, die eigentlich Training oder Beratung näher sind. Wenn – und nur dann –  Klienten das wünschen wechsle ich das Format. Heikel wird es, wenn ein Coach den Unterschied nicht kennt oder der Klient aus anderen Gründen nicht bekommt, was er will.

Fazit

 

Es gehört schon zum Coaching-Prozess, den für sich passenden Coach zu definieren und zu finden.

Im ersten Schritt ist es wichtig, sich über das eigene Anliegen und die Präferenzen Gedanken zu machen. Die Gedanken in diesem Artikel helfen Ihnen dabei zu erkennen, worauf Sie unter anderem achten können. Weitere Artikel im Blog widmen sich anderen ergänzenden Aspekten.

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Auch ganz abweichende Meinungen sind sehr willkommen. Schwarz-weiß ist oft Scheiß!

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach gut oder schlecht ist?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. April 2013
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #176526
K: CNB
Ü:

Selbstständigkeit als Flucht? Es ist nicht alles Gold, was glänzt, der äußere Schein trügt oft

Selbstständigkeit als Flucht? Es ist nicht alles Gold, was glänzt, der äußere Schein trügt oft

Existenzgründung, hinein in die Selbstständigkeit: Spring und das Netz wird erscheinen?

Selbstständigkeit ist nicht immer so eine gute Idee

 

Die Karriere will nicht so recht und überhaupt wäre es schöner selbstständig zu sein? Viele Unternehmens- und Existenzgründungen sind schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Fundierte Vorbereitung statt Wunschdenken.

Existenzgründer voran

 

Machen Sie sich selbstständig! Willkommen im Paradies!

Autsch! Platsch! Autsch! Platsch! Autsch! Platsch! Das geht mir durch den Kopf, als ich den Aufruf in grellen Farben lese. Auf dem Plakat für Existenzgründer steht „Spring und das Netz wird erscheinen“. Spontan erinnert mich das an das Computerspiel die Lemminge. Da galt es möglichst viele der putzigen und lebensmüden Gestalten vor dem Abgrund zu retten. Ist das hier so ähnlich? Nein, von Rettern ist weit und breit keine Sicht. Doch der Aufruf bleibt: „Spring und das Netz wird erscheinen“.

 

 

 

Lemminge?

 

Bei dem Computerspiel war der Absturz der kleinen Lemminge eher putzig, begleitet von einem „Hui!“. So sind sie halt, die Lemminge. Ich frage mich, wer den ganzen Dreck im RL (Real Life) am Ende saubermacht. Je nach Sprunghöhe reicht dann ja oft kein Pflaster mehr, die besten Knochen machen irgendwann schlapp. Schluss mit solchen Gedanken, das wird mir sonst zu gruselig.

Gruselig? Gruselig!

 

Genau das ist es, was seit der Jahrtausendwende vielen Veränderungswilligen und Unzufriedenen in einer Art Endlosschleife wie eine Gehirnwäsche eingeredet wird; „Trau dich! Nachdenken kannst du später noch!“, „Das Leben belohnt die Mutigen!“ – Dass die Evolution die unvorbereiteten Teilnehmer gerne aussortiert wird ungern erwähnt. Es gibt durchaus einige Beteiligte, die großes Interesse an Gründern haben. Deren Erfolg ist ihnen leider zweitrangig. Wer dennoch zur Vorsicht mahnt, ist ein Miesepeter und die Karte will doch keiner untergejubelt bekommen, oder?

Wichtige Entscheidungen gut vorbereiten!

Selbstständigkeit als Flucht?

 

Paul Watzlawick schrieb: „Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung.“ und Wilhelm Busch meinte: „Kein Ding sieht so aus, wie es ist. Am wenigsten der Mensch, dieser lederne Sack voller Kniffe und Pfiffe.“ (Von mir über mich, 1894). Und dann war da noch das Sprichwort mit dem Regen und der Traufe. Soweit zur Einleitung!

 

 

 

Selbstständigkeit ist nicht immer so, wie es scheint

 

Es gibt viele Angestellte, die Unternehmer werden wollen, nur weil sie ihren Job hassen. Gut gemeint und schlecht gedacht. Das ist eine eher schlechte Motivation. So eine Flucht scheitert viel zu oft, weil es erstens als Basis nicht genügt und zweitens diese Motivation schon bald verpufft, nachdem der Job gekündigt ist.

 

 

 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

 

Die Früchte in Nachbars Garten erscheinen oft süßer als sie sind. Nicht alles ist, wie es scheint. Viele Freiberufler und Selbstständige würden schon nach kurzer Zeit wieder Arm und Bein darum geben, um zurück in eine feste Anstellung zu kommen. Doch das ist in vielen Bereichen schon nach kurzer Zeit nur noch bedingt möglich. Dumm gelaufen.

 

 

 

Verzeihung, liebe Existenzgründer

 

Ich bin der Letzte, der Enthusiasten Steine in den Weg legen will, im Gegenteil. Die Anzahl der Geschäftspläne, die ich in den Händen hielt, ist groß. Manche Idee war gut, manche hervorragend und manche Mist. Einige Pläne hatten Aussicht auf Erfolg, andere konnten entwickelt werden und von anderen nur abgeraten werden. Wer von seiner Idee begeistert ist, neigt zu blinden Flecken. Es gibt allerdings unterschiedlich gute Erfolgsaussichten für gut vorbereitete Existenzgründer und ignorante Lemminge.

 

 

 

Drum prüfe, wer sich …

 

Schon die Tragfähigkeit von Vorhaben wird selten fundiert im Vorfeld geprüft. Ist der Leidensdruck in der gegenwärtigen Situation erst einmal groß genug, beziehungsweise sind die Erwartungen sehr verlockend, dann verhalten sich viele Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit ähnlich rational wie Pubertierende bei der ersten Liebe. Schade, denn ein ordentlicher Geschäftsplan simuliert nicht nur die Zukunft, sondern hilft auch dabei sie konstruktiv zu gestalten.

Bei der Gelegenheit bietet sich auch an, die zu erwartenden Szenarien genauer zu erkunden; was für ein Leben wird das und ist das wirklich erstrebenswert?

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

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P.S.

 

Haben die Ihnen bekannten Beispiele von Personen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, tatsächlich alle gefunden, was sie gesucht haben? Und glauben Sie das auch noch nach dem Blick hinter die offizielle Fassade? Haben Sie schon einen Geschäftsplan und wollen, dass ich darauf schaue?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 15. April 2019
AN: #371
K:
Ü:

Mordaufruf für Adjektive? Kraftvolle Sprache erfordert Aufmerksamkeit.

Mordaufruf für Adjektive? Kraftvolle Sprache erfordert Aufmerksamkeit.

Sprache und Ausdruckskraft
Adjektive

Adjektive

 

Die meisten Adjektive in Reden sind tatsächlich wenig hilfreich. Ihre Reden und Texte werden intensiver, indem Sie auf sinnlose Adjektive verzichten. Hand aufs Herz; leicht fällt das nicht. Doch es lohnt!

Überblick

 

 

 

 

 

Gute oder böse Adjektive?

 

Wenn Sie ein Adjektiv in die Finger bekommen, töten Sie es!
Nein, ich meine nicht, dass Sie alle töten müssen, aber die meisten – dann wird der Rest wertvoll.
Sie werden schwach, wenn sie nahe beieinander stehen.
Sie wirken stark, wenn sie weit auseinander stehen.

Mark Twain

 

Wenn der Schriftsteller Mark Twain meinte Adjektiv sollen entfernt werden, verdient das Beachtung. Er verstand sein Handwerk; seine Texte wurden und werden gelesen.

Die meisten Adjektive in Reden sind tatsächlich wenig hilfreich. Ihre Reden und Texte werden intensiver, indem Sie auf sinnlose Adjektive verzichten. Hand aufs Herz; leicht fällt das nicht. Doch es lohnt!

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Wie halten Sie es mit Adjektiven?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2007
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #371
K: CNB
Ü: