David-Goliath-Effekt: Braucht Positionierung einen Gegner?

David-Goliath-Effekt

Braucht Positionierung einen Gegner?
Das Feindbild für das Marketing - David gegen Goliath

David gegen Goliath: Braucht eine starke Positionierung einen Gegner?

 

David gegen Goliath.

Klein gegen groß.

Mutig gegen mächtig.

Außenseiter gegen Marktführer.

Solche Geschichten funktionieren.

Im Marketing.

In der Politik.

In Unternehmen.

In gesellschaftlichen Debatten.

Und in unserem persönlichen Denken.

Sobald ein gemeinsamer Gegner auftaucht, wird vieles einfacher:

Wir wissen, wer „wir“ sind.

Und wer „die anderen“ sind.

Genau das macht Feindbilder kommunikativ so wirksam.

Und genau das macht sie gefährlich.

 

 

 

Der David-Goliath-Effekt

 

Die Geschichte von David und Goliath ist zu einem Sinnbild für ungleiche Auseinandersetzungen geworden.

Auf der einen Seite:

Macht.

Größe.

Ressourcen.

Dominanz.

Auf der anderen:

der Außenseiter.

Weniger Mittel.

Weniger Einfluss.

Und trotzdem eine Chance.

Menschen sympathisieren häufig mit dem vermeintlich Schwächeren.

Wir wünschen uns, dass David eine Chance bekommt.

Das lässt sich kommunikativ nutzen.

 

 

 

Der Underdog hat einen Sympathievorteil

 

Wer als Außenseiter wahrgenommen wird, kann leichter Unterstützung gewinnen.

Ein kleines Unternehmen tritt gegen einen mächtigen Konzern an.

Eine unbekannte Kandidatin gegen einen etablierten Amtsinhaber.

Ein kleines Team gegen den Branchenführer.

Eine neue Idee gegen ein etabliertes System.

Plötzlich geht es um mehr als Produkte, Personen oder Argumente.

Es entsteht eine Geschichte.

David gegen Goliath.

Und Geschichten bewegen Menschen.

 

 

 

Warum wir Außenseiter mögen

 

Der Underdog verkörpert etwas Attraktives.

Mut.

Hoffnung.

Aufstieg.

Unabhängigkeit.

Die Möglichkeit, dass Macht weniger alles entscheidet.

Wir können uns mit ihm identifizieren.

Vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen Situationen kennen, in denen sie selbst weniger Einfluss hatten als andere.

Der Außenseiter wird dadurch zum Projektionsraum:

„Wenn David gewinnen kann, ist vielleicht mehr möglich, als es zunächst scheint.“

 

 

 

Reaktanz: Wenn Macht Widerstand erzeugt

 

Ein weiterer psychologischer Mechanismus kann hinzukommen.

Menschen möchten Wahlfreiheit.

Wenn wir den Eindruck bekommen, jemand wolle unsere Entscheidung stark kontrollieren, kann Widerstand entstehen.

In der Psychologie wird in diesem Zusammenhang von Reaktanz gesprochen.

Ein dominanter Anbieter kann dadurch ungewollt seinen kleineren Konkurrenten interessanter machen.

Der Kleine steht plötzlich für:

Alternative.

Freiheit.

Unabhängigkeit.

Widerspruch.

Das kann ausgesprochen wirkungsvoll sein.

 

 

 

Marketing liebt klare Gegensätze

 

Aus kommunikativer Sicht haben Gegensätze einen großen Vorteil:

Sie reduzieren Komplexität.

Alt gegen neu.

Groß gegen klein.

Teuer gegen günstig.

Tradition gegen Innovation.

Bürokratie gegen Freiheit.

Mensch gegen Maschine.

Wir gegen die anderen.

Das Publikum versteht sofort, worum es angeblich geht.

Doch genau hier beginnt die Verantwortung.

Denn Klarheit und Vereinfachung sind zwei unterschiedliche Dinge.

 

 

 

Ein Feindbild schafft Identität

 

Ein gemeinsamer Gegner verbindet.

„Wir sind diejenigen, die gegen X kämpfen.“

Das erzeugt Zugehörigkeit.

Menschen müssen weniger lange erklären, wofür sie stehen.

Es reicht beinahe zu sagen, wogegen sie stehen.

Das funktioniert bei Marken.

Bei Organisationen.

Bei politischen Bewegungen.

Und sogar in persönlichen Beziehungen.

Der Gegner wird zum Orientierungspunkt der eigenen Identität.

 

 

 

Das Problem: Wer sich über den Gegner definiert, braucht ihn

 

Genau hier liegt die Schwäche dieser Strategie.

Wenn meine Identität lautet:

„Wir sind gegen die anderen“

brauche ich die anderen, um zu wissen, wer ich bin.

Der Gegner bekommt damit erstaunlich viel Macht.

Er bestimmt:

meine Themen,

meine Aufmerksamkeit,

meine Sprache,

meine Emotionen,

meine Positionierung.

Das ist weniger Unabhängigkeit, als es zunächst aussieht.

 

 

 

Wogegen bist du – und wofür stehst du?

 

Deshalb finde ich eine Frage wesentlich stärker:

Wofür stehst du?

Es ist leicht zu sagen:

„Wir sind gegen schlechte Beratung.“

Interessanter ist:

„Was bedeutet gute Beratung für uns?“

Es ist leicht zu sagen:

„Wir kämpfen gegen die alten Strukturen.“

Interessanter ist:

„Welche besseren Strukturen möchten wir schaffen?“

Es ist leicht, einen Gegner zu benennen.

Anspruchsvoller ist eine eigene Position.

 

 

 

Positionierung braucht Unterschiede

 

Das bedeutet keineswegs, dass gute Positionierung konfliktfrei sein muss.

Im Gegenteil.

Wer für etwas steht, wird automatisch Dinge ablehnen.

Wenn du für Transparenz stehst, wirst du bestimmte Formen der Verschleierung kritisieren.

Wenn du für Selbstbestimmung stehst, wirst du Bevormundung anders bewerten.

Wenn du für Qualität stehst, wirst du bestimmte Kompromisse weniger attraktiv finden.

Eine klare Haltung erzeugt Unterschiede.

Der entscheidende Unterschied lautet:

Der Gegner ist die Folge deiner Haltung – weniger ihre Grundlage.

 

 

 

Menschen oder Probleme?

 

Für Marketing und Kommunikation ist diese Unterscheidung besonders hilfreich.

Statt Menschen oder Unternehmen zum Feind zu erklären, kann der Gegner ein Problem sein.

Zum Beispiel:

unnötige Komplexität,

Zeitverschwendung,

schlechte Verständlichkeit,

Bürokratie,

Intransparenz,

Verschwendung,

Angst,

Orientierungslosigkeit,

schlechte Kommunikation.

Dann entsteht weiterhin Spannung.

Doch die Geschichte bekommt eine konstruktivere Richtung.

 

 

 

Der bessere Gegner ist häufig ein Zustand

 

Das verändert Kommunikation erheblich.

Statt:

„Wir gegen die anderen.“

entsteht:

„Wir gemeinsam gegen ein Problem.“

Das Publikum wird weniger zum Mitstreiter gegen Menschen.

Es wird zum Mitgestalter einer besseren Situation.

Das ist eine wesentlich tragfähigere Form der Positionierung.

 

 

 

Was wäre Batman ohne Joker?

 

Geschichten brauchen Konflikt.

James Bond braucht Gegenspieler.

Sherlock Holmes braucht schwierige Fälle.

David braucht Goliath.

Ohne Hindernis entsteht wenig Spannung.

Das gilt auch für Storytelling.

Doch ein Konflikt braucht keineswegs einen bösen Menschen.

Der Gegner einer Geschichte kann ebenso sein:

eine schwierige Situation,

eine falsche Annahme,

eine Gewohnheit,

eine technische Grenze,

ein gesellschaftliches Problem,

eine innere Überzeugung.

Gutes Storytelling braucht Widerstand.

Es braucht weniger Feindseligkeit.

 

 

 

Feindbilder vereinfachen die Welt

 

Feindbilder sind attraktiv, weil sie Komplexität reduzieren.

Wenn jemand schuld ist, wird die Geschichte übersichtlich.

Der Gute.

Der Böse.

Ursache.

Wirkung.

Lösung.

Die Wirklichkeit ist häufig komplizierter.

Menschen haben unterschiedliche Interessen.

Organisationen handeln unter verschiedenen Bedingungen.

Entscheidungen entstehen aus mehreren Motiven.

Deshalb verdient jede sehr einfache Freund-Feind-Erzählung eine zusätzliche Frage:

„Was wird durch diese Geschichte ausgeblendet?“

 

 

 

Polarisierung erzeugt Aufmerksamkeit

 

Konflikt funktioniert kommunikativ.

Eine scharfe Position erzeugt Reaktionen.

Zustimmung.

Widerspruch.

Kommentare.

Reichweite.

Das macht Polarisierung attraktiv.

Doch Aufmerksamkeit und Wirkung sind verschiedene Dinge.

Die entscheidende Frage lautet:

„Welche Wirkung möchte ich langfristig erzeugen?“

Wer Vertrauen aufbauen möchte, braucht andere Mittel als jemand, der ausschließlich kurzfristige Aufmerksamkeit sucht.

 

 

 

Die Versuchung der Empörung

 

Empörung ist ein starker Aufmerksamkeitsverstärker.

„Unglaublich, was diese Menschen tun!“

„Jetzt reicht es!“

„Die Wahrheit über …“

Solche Botschaften erzeugen Energie.

Das Publikum weiß sofort, welche Emotion erwartet wird.

Das kann Reichweite bringen.

Doch wer dauerhaft Empörung verkauft, braucht immer neuen Anlass für Empörung.

Das Kommunikationsmodell beginnt, sich selbst zu füttern.

 

 

 

Haltung ist stärker als Feindseligkeit

 

Eine klare Position darf unbequem sein.

Sie darf widersprechen.

Sie darf Missstände benennen.

Sie darf sagen:

„Das halte ich für falsch.“

Haltung braucht jedoch weniger Abwertung.

Du kannst eine Idee entschieden kritisieren und dem Menschen dahinter weiterhin Würde zugestehen.

Du kannst Grenzen setzen.

Du kannst widersprechen.

Du kannst dich klar positionieren.

Und trotzdem differenziert bleiben.

Das ist anspruchsvoller als ein Feindbild.

Und häufig glaubwürdiger.

 

 

 

David kann selbst zu Goliath werden

 

Eine interessante Schwierigkeit der David-Goliath-Strategie zeigt sich beim Erfolg.

Was geschieht, wenn David gewinnt?

Das kleine Unternehmen wächst.

Der Außenseiter wird Marktführer.

Der Herausforderer wird Institution.

Plötzlich funktioniert die alte Geschichte weniger gut.

Wer weiterhin behauptet, der kleine Rebell zu sein, obwohl er längst erhebliche Macht besitzt, verliert Glaubwürdigkeit.

Erfolg verlangt deshalb manchmal eine neue Geschichte.

 

 

 

Macht verändert Verantwortung

 

Wer Einfluss gewinnt, sollte die eigene Rolle neu betrachten.

Welche Macht habe ich inzwischen?

Welche Verantwortung entsteht daraus?

Welche Kritik, die ich früher an anderen geübt habe, gilt inzwischen möglicherweise auch für mich?

Das ist eine anspruchsvolle Form von Selbstreflexion.

Und sie gilt weit über Marketing hinaus.

 

 

 

Der Feind meines Feindes ist noch lange kein Freund

 

Ein gemeinsamer Gegner kann Menschen schnell verbinden.

Doch diese Verbindung sagt wenig darüber aus, ob sie gemeinsame Werte haben.

Zwei Menschen können dasselbe ablehnen und vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was stattdessen entstehen soll.

Deshalb ist eine gemeinsame Ablehnung eine schwache Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.

Die stärkere Frage lautet:

„Was wollen wir gemeinsam schaffen?“

 

 

 

Positionierung ohne Feindbild

 

Eine starke Positionierung kann auf vier Fragen beruhen:

 

1. Wofür stehe ich?

Welche Werte und Prinzipien sind wesentlich?

 

2. Welches Problem möchte ich lösen?

Was soll durch meine Arbeit besser werden?

 

3. Was mache ich bewusst anders?

Wo unterscheidet sich mein Ansatz?

 

4. Welche Zukunft möchte ich ermöglichen?

Was soll entstehen, wenn meine Arbeit erfolgreich ist?

Damit entsteht Profil.

Ganz ohne künstlichen Bösewicht.

 

 

 

Der Haltungs-Kompass

 

Wenn du überlegst, dich kommunikativ deutlich gegen jemanden oder etwas zu positionieren, helfen fünf Fragen:

 

1. Kritisiere ich einen Menschen oder ein konkretes Verhalten?

Präzision reduziert unnötige Feindseligkeit.

 

2. Welche meiner Werte begründen meine Position?

Dann wird sichtbar, wofür du stehst.

 

3. Würde meine Aussage auch ohne Empörung überzeugen?

Das ist ein guter Qualitätstest.

 

4. Was möchte ich stattdessen?

Kritik wird stärker, wenn eine Alternative sichtbar wird.

 

5. Kann ich meine Position vertreten und gleichzeitig differenziert bleiben?

Genau dort zeigt sich Souveränität.

 

 

 

Ein Gegner kann Orientierung geben – ein eigener Kompass ist stärker

 

Das ist für mich der wichtigste Gedanke.

Es ist einfach, sich an einem Gegner auszurichten.

Wenn er nach links geht, gehe ich nach rechts.

Wenn er dafür ist, bin ich dagegen.

Doch dann bestimmt weiterhin der Gegner die Richtung.

Eigenständigkeit beginnt dort, wo du einen eigenen Kompass hast.

Was halte ich für richtig?

Welche Werte möchte ich vertreten?

Welche Wirkung möchte ich erzielen?

Was möchte ich beitragen?

Dann darfst du widersprechen.

Auch entschieden.

Doch deine Richtung entsteht aus deiner Haltung.

 

 

 

Kommunikation braucht Konfliktfähigkeit

 

Souveräne Kommunikation bedeutet keineswegs, jedem Konflikt auszuweichen.

Manchmal braucht es klare Worte.

Manchmal ein Nein.

Manchmal deutlichen Widerspruch.

Manchmal eine öffentliche Position.

Die entscheidende Fähigkeit lautet:

Konflikt führen, ohne vom Konflikt geführt zu werden.

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

David gegen Goliath neu gedacht

 

Vielleicht liegt die bleibende Faszination der Geschichte weniger darin, dass David einen Feind braucht.

Vielleicht liegt sie darin, dass ein Mensch trotz ungünstiger Ausgangslage seinen eigenen Handlungsspielraum erkennt.

Er akzeptiert weniger automatisch die Spielregeln des Stärkeren.

Er nutzt seine eigenen Möglichkeiten.

Er handelt.

Das ist die interessantere Botschaft.

Souveränität beginnt weniger mit der Größe des Gegners als mit Klarheit über die eigenen Möglichkeiten.

 

 

 

Wofür möchtest du stehen?

 

Vielleicht ist das die stärkere Alternative zum Feindbild.

Weniger:

„Gegen wen kämpfen wir?“

Mehr:

„Wofür lohnt es sich, einzutreten?“

Weniger:

„Wer ist schuld?“

Mehr:

„Was können wir verbessern?“

Weniger:

„Wie grenzen wir uns ab?“

Mehr:

„Was macht unsere Haltung erkennbar?“

So entsteht Positionierung aus Identität statt aus Feindschaft.

 

 

 

Individuelles Sparring für klare Positionierung

 

Gerade in exponierten Rollen entstehen Situationen, in denen eine klare Position gefragt ist.

Wie deutlich möchtest du dich äußern?

Wo lohnt sich Widerspruch?

Welche Auseinandersetzung dient deinem Anliegen?

Welche lenkt davon ab?

Welche Werte sollen in deiner Kommunikation erkennbar werden?

Und wie kannst du eine starke Position vertreten, ohne dich von der Gegenseite definieren zu lassen?

Im individuellen Sparring können wir genau diese Fragen klären.

Denn eine starke Position braucht Ecken und Kanten.

Sie braucht keinen künstlichen Feind.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2014
Überarbeitung: 1. September 2026
AN: #4334

Limbisches System: Emotionen, Stress und Entscheidungen

Limbisches System

Emotionen, Stress und Entscheidungen
Limbisches System

Limbisches System: Warum unser Zustand Denken und Entscheiden beeinflusst

 

Du kennst wahrscheinlich diese Erfahrung:

In ruhigen Momenten kannst du differenziert denken.

Du siehst mehrere Möglichkeiten.

Du kannst abwägen.

Du kannst warten.

Unter starkem Stress verändert sich etwas.

Der Blick wird enger.

Gefahren wirken größer.

Bestimmte Erinnerungen werden schneller verfügbar.

Und Entscheidungen fühlen sich plötzlich dringlicher an.

Das hat mit komplexen Wechselwirkungen im Gehirn zu tun.

Der Begriff limbisches System wird häufig verwendet, um einige der daran beteiligten Strukturen zusammenzufassen.

 

 

 

Was ist das limbische System?

 

Das limbische System ist kein einzelnes Organ und auch kein klar abgegrenztes „Gefühlszentrum“.

Historisch wurde der Begriff verwendet, um verschiedene miteinander verbundene Hirnstrukturen zu beschreiben, die unter anderem an Emotion, Motivation, Lernen, Gedächtnis und Bewertung beteiligt sind.

Dazu werden je nach Modell beispielsweise gerechnet:

  • Amygdala,

  • Hippocampus,

  • Teile des cingulären Cortex,

  • hypothalamische Strukturen,

  • weitere verbundene Bereiche.

Heute wird der Begriff vorsichtiger verwendet, weil diese Funktionen auf verschiedene Netzwerke verteilt sind und kaum sauber einem einzigen System zugeordnet werden können.

 

 

 

Das Gehirn arbeitet in Netzwerken

 

Das ist ein wichtiger Punkt.

Emotionen entstehen weniger in einem einzelnen Zentrum.

Auch Entscheidungen.

Auch Erinnerungen.

Auch Motivation.

Viele Hirnregionen arbeiten gleichzeitig zusammen.

Deshalb ist die Vorstellung:

„Hier sitzt die Vernunft und dort sitzen die Gefühle“

zu einfach.

Denken und Fühlen beeinflussen sich gegenseitig.

Und genau das ist für den Alltag viel interessanter.

 

 

 

Die Amygdala

 

Die Amygdala spielt unter anderem eine Rolle bei der Verarbeitung emotional bedeutsamer Reize.

Besonders gut untersucht sind Zusammenhänge mit:

Angst,

Bedrohungsbewertung,

Lernen,

emotionaler Erinnerung.

Sie hilft dem Organismus dabei, Reize schnell auf Bedeutung zu prüfen.

Das ist ausgesprochen nützlich.

Wenn etwas möglicherweise gefährlich ist, braucht unser System Geschwindigkeit.

 

 

 

Der Hippocampus

 

Der Hippocampus spielt eine wichtige Rolle für Gedächtnis und Kontext.

Er hilft unter anderem dabei, Erfahrungen zeitlich und räumlich einzuordnen.

Vereinfacht:

Die Amygdala kann signalisieren:

„Das ist bedeutsam.“

Der Hippocampus hilft eher bei Fragen wie:

„Wann und wo habe ich etwas Ähnliches erlebt?“

Beide Funktionen beeinflussen sich.

 

 

 

Emotion verändert Aufmerksamkeit

 

Wenn etwas emotional bedeutsam wird, verändert sich unsere Aufmerksamkeit.

Unter Bedrohung richten wir sie stärker auf mögliche Risiken.

Das ist evolutionär sinnvoll.

Wenn ein Tiger vor dir steht, brauchst du weniger Kreativität als schnelle Orientierung.

Im modernen Alltag entsteht jedoch manchmal ein Problem:

Das System reagiert ähnlich stark auf soziale oder berufliche Situationen.

Kritik.

Konflikte.

Statusverlust.

Ablehnung.

Unsicherheit.

Dann verändert sich Wahrnehmung.

 

 

 

Unter Stress wird Denken enger

 

Hohe Aktivierung kann dazu führen, dass wir weniger Möglichkeiten sehen.

Wir reagieren schneller.

Wir greifen eher auf bekannte Muster zurück.

Wir interpretieren mehr als Gefahr.

Wir möchten die Spannung rasch reduzieren.

Das erklärt, weshalb Menschen unter Druck manchmal Entscheidungen treffen, die ihnen später selbst wenig nachvollziehbar erscheinen.

 

 

 

Zustand beeinflusst Entscheidung

 

Das ist für mich der wichtigste praktische Gedanke.

Eine Entscheidung entsteht weniger ausschließlich aus Fakten.

Auch der Zustand des entscheidenden Menschen spielt eine Rolle.

Müde.

Ängstlich.

Wütend.

Euphorisch.

Unter Zeitdruck.

Gut reguliert.

All diese Zustände können die Bewertung einer Situation verändern.

Deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen eine zusätzliche Frage:

„In welchem Zustand entscheide ich gerade?“

 

 

 

Emotionen sind Informationen

 

Emotionen werden gelegentlich als Gegner rationaler Entscheidungen dargestellt.

Das greift zu kurz.

Gefühle liefern Informationen.

Angst weist auf mögliche Gefahr hin.

Ärger kann auf eine Grenzverletzung aufmerksam machen.

Freude kann zeigen, dass etwas bedeutsam ist.

Enttäuschung kann Erwartungen sichtbar machen.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Wie werde ich dieses Gefühl los?“

Sondern:

„Was zeigt mir dieses Gefühl – und welche Handlung folgt daraus wirklich?“

 

 

 

Gefühl ist kein Befehl

Das ist die zweite wichtige Unterscheidung.

Ein Gefühl darf stark sein.

Es muss trotzdem keine Entscheidung diktieren.

Du kannst Angst spüren und trotzdem handeln.

Du kannst Ärger spüren und trotzdem ruhig bleiben.

Du kannst Begeisterung spüren und trotzdem Risiken prüfen.

Das schafft Handlungsspielraum.

 

 

 

Das Gehirn belohnt und bewertet

Motivation hängt auch mit Belohnungsprozessen zusammen.

Dabei spielen unter anderem dopaminerge Systeme und Strukturen wie der Nucleus accumbens eine Rolle.

Vereinfacht:

Unser Gehirn lernt, welche Erfahrungen sich lohnen.

Was erwarten wir?

Was fühlt sich attraktiv an?

Was möchten wir wiederholen?

Diese Prozesse beeinflussen Verhalten.

Auch hier gilt:

Es gibt weniger ein einziges „Belohnungszentrum“ als vernetzte Prozesse.

 

 

 

Erfahrung prägt Bewertung

 

Wenn du etwas wiederholt erlebt hast, beeinflusst das deine Erwartungen.

Ein Mensch, der häufig Kritik erlebt hat, reagiert möglicherweise schneller auf kritische Signale.

Ein Mensch mit vielen positiven Erfahrungen interpretiert dieselbe Situation anders.

Das bedeutet:

Wir reagieren weniger ausschließlich auf das, was jetzt geschieht, als auch auf das, was wir gelernt haben.

 

 

 

Wahrnehmung ist weniger neutral, als sie sich anfühlt

 

Menschen erleben ihre Wahrnehmung häufig als objektiv.

„Ich sehe doch, wie die Situation ist.“

Tatsächlich wird Wahrnehmung ständig gefiltert.

Aufmerksamkeit.

Erwartung.

Erfahrung.

Emotion.

Kontext.

Deshalb kann eine hilfreiche Frage lauten:

„Was beobachte ich tatsächlich – und was interpretiere ich bereits?“

Diese Unterscheidung kann in Konflikten ausgesprochen wertvoll sein.

 

 

 

Kommunikation unter Stress

 

Auch Gespräche verändern sich mit dem eigenen Zustand.

Unter hoher Aktivierung:

  • hören wir selektiver,

  • reagieren schneller,

  • rechtfertigen uns stärker,

  • nehmen Kritik schärfer wahr,

  • verlieren leichter den Überblick.

Deshalb beginnt gute Kommunikation weniger ausschließlich mit der richtigen Formulierung.

Sie beginnt auch mit dem eigenen Zustand.

 

 

 

Erst Zustand, dann Botschaft

 

Vor wichtigen Gesprächen kann es sinnvoll sein, kurz zu prüfen:

Wie aktiviert bin ich?

Wie atme ich?

Wie viel Spannung halte ich?

Kann ich mein Gegenüber noch wirklich hören?

Kann ich mehrere Perspektiven sehen?

Wenn die Antwort kaum lautet, braucht es vielleicht zunächst Regulation.

 

 

 

Selbstregulation schafft Wahlfreiheit

 

Selbstregulation bedeutet weniger, jede Emotion zu beseitigen.

Sie bedeutet:

genug innere Stabilität herstellen, um wieder wählen zu können.

Dann entstehen Möglichkeiten.

Antworten.

Warten.

Nachfragen.

Grenzen setzen.

Neu bewerten.

Eine Pause machen.

Oder die eigene Position korrigieren.

 

 

 

Entscheidungen unter hoher Aktivierung

 

Gerade bei weitreichenden Entscheidungen lohnt sich Vorsicht.

Wenn eine Situation stark aktiviert, können sich Risiken und Chancen anders anfühlen.

Deshalb hilft:

Zeit gewinnen.

Informationen prüfen.

Zustand regulieren.

Perspektiven wechseln.

Dann entscheiden.

Das bedeutet weniger, Gefühle zu ignorieren.

Es bedeutet, sie in einen größeren Kontext zu stellen.

 

 

 

Körper und Gehirn gehören zusammen

 

Auch der körperliche Zustand beeinflusst Denken.

Schlaf.

Erschöpfung.

Hunger.

Bewegung.

Atmung.

Stress.

All das verändert kognitive Leistungsfähigkeit.

Das zeigt:

Selbstführung ist auch körperliche Selbstführung.

Ein erschöpfter Mensch trifft andere Bewertungen als ein erholter.

 

 

 

Warum Atem und Bewegung helfen können

 

Langsame Atmung, Bewegung und Orientierung im Raum können den Zustand beeinflussen.

Das ist weniger ein magischer Trick.

Es sind Möglichkeiten, dem Organismus andere Signale zu geben.

Gerade bei hoher Aktivierung kann das helfen, wieder mehr Handlungsspielraum zu bekommen.

 

 

 

Limbisches System und Präsentationen

 

Der alte Marketinggedanke lautet oft:

„Sprich das limbische System deines Publikums an.“

Das klingt griffig.

Es ist wissenschaftlich zu simpel.

Menschen lassen sich kaum durch ein einzelnes „Emotionszentrum“ überzeugen.

Trotzdem bleibt ein wichtiger Gedanke:

Menschen hören Botschaften immer in einem emotionalen Zustand.

Eine Präsentation beeinflusst deshalb nicht nur über Fakten.

Auch über:

Vertrauen,

Relevanz,

Bedeutung,

Geschichten,

Unsicherheit,

Erwartung,

Beziehung.

 

 

 

Emotion ohne Manipulation

 

Wer Kommunikation versteht, kann Emotionen beeinflussen.

Damit entsteht Verantwortung.

Die Frage lautet weniger:

„Wie aktiviere ich das limbische System?“

Stärker ist:

„Wie schaffe ich Bedingungen, in denen mein Gegenüber eine Botschaft klar verstehen und selbst bewerten kann?“

Das ist eine wesentlich erwachsenere Form von Kommunikation.

 

 

 

Sicherheit erweitert den Denkraum

 

Wenn Menschen sich bedroht fühlen, wird ihr Denken häufig enger.

Wenn sie sich ausreichend sicher fühlen, können sie eher:

abwägen,

lernen,

zuhören,

Alternativen prüfen,

neue Ideen zulassen.

Deshalb ist psychologische Sicherheit so wertvoll.

Nicht als Kuschelfaktor.

Sondern als Voraussetzung für gutes Denken.

 

 

 

Der Zustands-Kompass

 

Vor einer wichtigen Entscheidung oder einem Gespräch helfen fünf Fragen:

 

1. Was spüre ich gerade?

Angst?

Ärger?

Anspannung?

Erschöpfung?

 

2. Was interpretiere ich daraus?

Welche Geschichte entsteht?

 

3. Welche Fakten habe ich tatsächlich?

Trenne Beobachtung und Bewertung.

 

4. Welche weiteren Möglichkeiten existieren?

Erweitere den Denkraum.

 

5. Welche Handlung kann ich später vertreten?

Dann entsteht Entscheidung statt Reflex.

 

Das limbische System als Metapher mit Vorsicht

 

Der Begriff ist weiterhin nützlich.

Er erinnert daran:

Emotion.

Gedächtnis.

Motivation.

Bewertung.

Körperlicher Zustand.

All das beeinflusst unser Verhalten.

Die Vorstellung eines einzelnen „Gefühlshirns“ ist jedoch zu einfach.

Der Mensch ist ein hoch vernetztes System.

Und genau deshalb lohnt sich differenziertes Denken.

 

 

 

Der wichtigste Gedanke

 

Vielleicht lautet die stärkste praktische Erkenntnis:

Dein Zustand verändert die Welt weniger – er verändert, wie du sie gerade wahrnimmst.

Das bedeutet keineswegs, dass Probleme eingebildet sind.

Es bedeutet:

Unter verschiedenen Zuständen sehen wir unterschiedliche Aspekte derselben Situation.

Deshalb kann es sinnvoll sein, wichtige Entscheidungen in mehreren Zuständen zu betrachten.

 

 

 

Souveränität beginnt mit Selbstwahrnehmung

 

Souveränität bedeutet weniger, immer ruhig zu sein.

Sie bedeutet, zu bemerken, was gerade geschieht.

In dir.

Im Gegenüber.

In der Situation.

Und dann genug Raum zu schaffen, um bewusst zu handeln.

Das ist Selbstführung.

 

 

 

Individuelles Sparring bei anspruchsvollen Situationen

 

Gerade bei wichtigen Entscheidungen, Konflikten und öffentlichen Auftritten beeinflusst der eigene Zustand die Qualität des Denkens.

Im individuellen Sparring können wir deshalb mehr betrachten als Argumente.

Welche Situationen aktivieren dich?

Was passiert dann mit deiner Wahrnehmung?

Welche Muster werden schneller?

Was hilft dir, wieder Orientierung zu gewinnen?

Und wie kannst du auch unter Druck mehr Wahlfreiheit behalten?

Denn Klarheit entsteht weniger ausschließlich durch bessere Gedanken.

Sie entsteht auch durch einen Zustand, in dem gutes Denken wieder möglich wird.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

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Je erfolgreicher du wirst, desto seltener kann es werden, dass dir jemand wirklich widerspricht.
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Abhängigkeiten spielen eine Rolle.
Manche wollen Konflikte vermeiden.
Andere denken schlicht:
„Er wird schon wissen, was er tut.“
So kann ausgerechnet mit wachsendem Erfolg etwas knapper werden, das für gute Entscheidungen ausgesprochen wertvoll ist:
ehrlicher Widerspruch.
Erfolg erzeugt einen Filter
Erfolg liefert gute Gründe, dem eigenen Urteil zu vertrauen.
Schließlich hat vieles funktioniert.
Entscheidungen waren richtig.
Strategien haben getragen.
Erfahrung ist gewachsen.
Das darf Selbstvertrauen schaffen.
Gleichzeitig kann daraus eine Annahme entstehen:
Was bisher funktioniert hat, wird auch künftig funktionieren.
Genau diese Annahme verdient gelegentlich eine Prüfung.
Denn während Erfahrung wächst, verändert sich die Welt weiter.
Märkte verändern sich.
Organisationen verändern sich.
Menschen verändern sich.
Prioritäten verändern sich.
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Ein Geschäftspartner wägt möglicherweise ab, welche Kritik der Beziehung dient.
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Das geschieht häufig ganz selbstverständlich.
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Je weiter Informationen durch eine Hierarchie wandern, desto eher können Zweifel, Einwände und unangenehme Beobachtungen abgeschwächt werden.
Oben kommt dann eine geglättete Version an.
Und irgendwann kann der Eindruck entstehen:
Alle sind dafür.
Vielleicht stimmt das.
Vielleicht sind auch einige Menschen lediglich vorsichtiger geworden.
Dieser Unterschied ist wichtig.
Eine schlechte Idee kann sich in einem zustimmenden Raum erstaunlich vernünftig anfühlen
Das ist für mich einer der interessantesten Aspekte.
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„Ich glaube, wir behandeln hier gerade eine Annahme wie eine Tatsache.“Oder:
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Widerspruch aus Ego hilft wenig
Natürlich ist keineswegs jeder Widerspruch wertvoll.
Manche Menschen widersprechen aus Gewohnheit.
Andere aus Konkurrenz.
Wieder andere genießen die Rolle des Gegenübers.
Das erzeugt Reibung.
Nur kaum Erkenntnis.
Konstruktiver Widerspruch hat eine andere Haltung:
„Lass uns herausfinden, ob diese Idee wirklich trägt.“
Damit wird aus Opposition Sparring.
Es geht weniger darum, wer recht hat.
Es geht darum, die Qualität des Denkens zu erhöhen.
Widerspruch macht gute Entscheidungen belastbarer
Stell dir vor, du möchtest eine wichtige Entscheidung treffen.
Die Argumente überzeugen dich.
Die Richtung fühlt sich stimmig an.
Nun prüft jemand deine Entscheidung ernsthaft.
Er sucht Schwachstellen.
Er hinterfragt Annahmen.
Er stellt Alternativen daneben.
Er fragt nach Konsequenzen.
Und anschließend bleibst du bei deiner ursprünglichen Entscheidung.
Dann war der Widerspruch keineswegs überflüssig.
Im Gegenteil.
Jetzt kennst du die Gegenargumente.
Du hast Risiken betrachtet.
Du hast Annahmen geprüft.
Und du weißt genauer, weshalb du diesen Weg wählst.
Guter Widerspruch muss deine Entscheidung nicht verändern. Er kann sie belastbarer machen.
Besonders schwierig wird es, wenn die eigene Identität beteiligt ist
Manche Überzeugungen sind eng mit unserem Selbstbild verbunden.
„So führe ich.“
„So arbeite ich.“
„Dafür stehe ich.“
„So habe ich es immer gemacht.“
Dann kann eine sachliche Frage schnell persönlicher wirken.
Genau hier wird ein unabhängiges Gegenüber besonders wertvoll.
Es kann helfen zu unterscheiden:
Was ist Erfahrung?
Was ist Gewohnheit?
Was ist Überzeugung?
Was ist Identität?
Und was passt heute tatsächlich noch?
Denn eine bisher erfolgreiche Strategie ist ein Teil deiner Erfahrung.
Sie ist keineswegs deine gesamte Identität.
Welche Geschichte erzählst du dir über dich selbst?
Noch spannender sind die Geschichten, die wir über uns selbst entwickelt haben.

Zum Beispiel:
„Ohne mich läuft es nicht.“
„Ich muss das selbst lösen.“
„Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“
„Ich muss immer stark wirken.“
„Am Ende muss ich die Antwort kennen.“

Solche Überzeugungen können lange hilfreich gewesen sein.
Vielleicht haben sie sogar zum Erfolg beigetragen.
Und irgendwann können sie den Handlungsspielraum verkleinern.
Dann kann eine einzige Frage viel bewegen:
„Stimmt diese Geschichte heute noch?“
Erfolgreiche Menschen brauchen Räume, in denen ihre Rolle weniger wichtig ist
Wer viel Verantwortung trägt, erlebt viele Gespräche innerhalb einer Rolle.
Als Unternehmer.
Geschäftsführerin.
Vorstand.
Führungskraft.
Experte.
Entscheiderin.
Andere Menschen reagieren immer auch auf diese Rolle.
Deshalb kann ein Gespräch besonders wertvoll werden, in dem Status weniger Gewicht bekommt.
Ein vertraulicher Raum, in dem Gedanken unfertig sein dürfen.
In dem Zweifel ausgesprochen werden können.
In dem eine Idee getestet werden darf.
Und in dem das Gegenüber weder beeindruckt werden muss noch gefallen möchte.
Je größer Verantwortung und Erfolg werden, desto wertvoller kann ein Gegenüber sein, das unabhängig genug für Ehrlichkeit ist.
Ein guter Sparringspartner verkauft dir keine Zustimmung
Für mich ist das ein entscheidender Punkt.
Wer als Sparringspartner arbeitet, sollte keineswegs dafür sorgen, dass sich jede Idee anschließend besser anfühlt.
Manchmal ist Zustimmung richtig.
Manchmal braucht es eine Frage.
Und manchmal einen Satz wie:
„Das überzeugt mich noch nicht.“
Oder:
„Ich glaube, du weichst gerade der entscheidenden Frage aus.“
Oder:
„Vielleicht verteidigst du hier weniger die Lösung als dein bisheriges Selbstbild.“
Das kann kurzfristig Reibung erzeugen.
Genau darin kann der Wert liegen.
Denn ein guter Sparringspartner denkt weder für dich noch gegen dich.
Er denkt mit dir.
Woran erkennst du wertvollen Widerspruch?
Ein hilfreicher Widerspruch erweitert deinen Blick.
Er macht Annahmen sichtbar.
Er bringt relevante Gegenargumente ins Spiel.
Er hilft, Konsequenzen genauer zu betrachten.
Er trennt Person und Position.
Und er stärkt dein eigenes Urteil.
Nach einem guten Sparring kannst du durchaus dieselbe Meinung haben wie vorher.
Der Unterschied:
Du weißt genauer, weshalb.
Eine Frage, die sich für erfolgreiche Menschen lohnt
Wenn du viel Verantwortung trägst, kannst du dir gelegentlich eine einfache Frage stellen:
Wann hat mir zuletzt jemand ernsthaft widersprochen?
Und anschließend:
Haben die Menschen um mich herum wirklich genügend Freiheit, mir zu sagen, dass sie etwas anders sehen?
Wenn die Antwort interessant wird, lohnt sich ein genauerer Blick.
Denn Zustimmung kann bedeuten:
Deine Idee überzeugt.
Oder:
Dein Umfeld ist vorsichtig geworden.
Beides fühlt sich zunächst ähnlich an.
Für die Qualität deiner Entscheidungen macht es einen erheblichen Unterschied.
Sparring bedeutet gemeinsames Denken mit Reibung
Genau darin liegt für mich ein wesentlicher Wert von individuellem Sparring.
Du brauchst kein Gegenüber, das grundsätzlich dagegen ist.
Und auch keines, das deine Gedanken einfach bestätigt.
Wertvoll ist ein unabhängiger Mensch, der aufmerksam zuhört, Zusammenhänge erkennt, Annahmen prüft, Fragen stellt und dort widerspricht, wo Widerspruch hilfreich ist.
Vertraulich.
Respektvoll.
Direkt.
Mit dem gemeinsamen Ziel, klarer zu sehen.
Denn manchmal ist einer der wertvollsten Sätze, die ein erfolgreicher Mensch hören kann:
„Ich sehe das anders.“

Video

Warum erfolgreiche Menschen jemanden brauchen, der ihnen widerspricht

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Artikel

 

Präsentationen & Gespräche: Warum persönliche Wirkung zählt

KI perfektioniert Bilder, Texte und Präsentationen. Umso wertvoller werden glaubwürdige Präsentationen und Gespräche, die Kompetenz erlebbar machen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 29. August 2026

Win-win in Verhandlungen: So entstehen tragfähige Lösungen

Win-win in Verhandlungen

So entstehen tragfähige Lösungen
Win-Win, Win-Win-Strategie, Win-Win-Lösung, Doppelsieg-Strategie

Win-win in Verhandlungen: Gute Lösungen brauchen mehr als einen Kompromiss

 

Zwei Menschen verhandeln.

Beide wollen etwas.

Beide haben Interessen.

Und irgendwann fällt der Satz:

„Wir brauchen eine Win-win-Lösung.“

Das klingt hervorragend.

Wer möchte schon gegen eine Lösung sein, von der alle Beteiligten profitieren?

Doch genau hier lohnt sich ein genauerer Blick.

Denn Win-win bedeutet weder, dass alle gleich viel bekommen, noch dass jede Verhandlung unbedingt mit einer Einigung enden sollte.

Manchmal ist ein Kompromiss hervorragend.

Manchmal gibt es eine bessere Lösung als den offensichtlichen Kompromiss.

Und manchmal ist die klügste Entscheidung:

Wir einigen uns heute nicht.

Gute Verhandlungsführung beginnt deshalb weniger mit dem Wunsch nach Harmonie.

Sie beginnt mit Klarheit über Interessen, Möglichkeiten und Alternativen.

 

 

 

Was bedeutet Win-win?

 

Eine Win-win-Lösung ist eine Vereinbarung, bei der die Beteiligten ihre wesentlichen Interessen ausreichend berücksichtigt sehen und die Einigung gegenüber ihren verfügbaren Alternativen attraktiv ist.

Das ist etwas anderes als:

„Alle bekommen genau die Hälfte.“

Oder:

„Jeder gibt gleich viel nach.“

Oder:

„Am Ende müssen alle glücklich sein.“

Menschen können unterschiedliche Dinge wichtig finden.

Und genau darin liegt häufig der Spielraum für gute Verhandlungen.

Vielleicht ist dir Geschwindigkeit besonders wichtig.

Der anderen Seite Planungssicherheit.

Dir Flexibilität.

Der anderen Seite Verbindlichkeit.

Dir ein bestimmter Leistungsumfang.

Der anderen Seite ein bestimmter Zeitpunkt.

Wer ausschließlich über Positionen verhandelt, übersieht solche Möglichkeiten leicht.

 

 

 

Positionen sind sichtbar – Interessen sind entscheidend

 

Stell dir zwei Verhandlungspartner vor.

Der eine sagt:

„Ich brauche einen niedrigeren Preis.“

Der andere:

„Beim Preis kann ich kaum entgegenkommen.“

Wenn beide ausschließlich über den Preis sprechen, entsteht schnell ein Verteilungskampf.

Mehr für den einen bedeutet weniger für den anderen.

Interessanter wird es mit der Frage:

Warum ist der Preis wichtig?

Vielleicht geht es um ein festes Budget.

Vielleicht um Liquidität.

Vielleicht um interne Vorgaben.

Vielleicht um das Gefühl, ein angemessenes Angebot zu erhalten.

Nun entstehen neue Möglichkeiten.

Ein anderer Leistungsumfang.

Andere Zahlungsbedingungen.

Eine längere Zusammenarbeit.

Ein anderer Zeitpunkt.

Zusätzliche Leistungen.

Oder eine völlig andere Konstruktion.

Positionen sagen, was jemand fordert. Interessen erklären, warum es wichtig ist.

Gute Verhandlungen brauchen beides.

 

 

 

Win-win bedeutet keineswegs weich verhandeln

 

Der Begriff Win-win wird gelegentlich so verstanden:

Sei freundlich.

Komme entgegen.

Suche Harmonie.

Vermeide Druck.

Das greift zu kurz.

Du kannst sehr klar verhandeln und trotzdem nach einer Lösung suchen, die beiden Seiten dient.

Du darfst:

Interessen vertreten.

Forderungen stellen.

Nein sagen.

Grenzen setzen.

Bedingungen formulieren.

Alternativen ablehnen.

Und eine Verhandlung beenden.

Kooperation und Klarheit sind keine Gegensätze.

Eine tragfähige Win-win-Lösung braucht häufig gerade deshalb klare Interessen und Grenzen.

 

 

 

Der Unterschied zwischen Win-win und Kompromiss

 

Win-win und Kompromiss werden häufig gleichgesetzt.

Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied.

Bei einem klassischen Kompromiss teilen beide Seiten häufig den Unterschied.

Eine Seite möchte 100.

Die andere 50.

Man trifft sich bei 75.

Das kann ausgezeichnet sein.

Doch vielleicht existiert eine Lösung, die für beide Seiten wertvoller ist.

Angenommen, einer Seite ist der Zeitpunkt besonders wichtig und der anderen der Preis.

Dann könnte eine Veränderung des Zeitplans einen größeren Nutzen schaffen als das bloße Teilen der Preisdifferenz.

Deshalb lautet eine hilfreiche Frage:

Was können wir verändern, das für die andere Seite viel Wert besitzt und mich vergleichsweise wenig kostet?

Und umgekehrt.

Hier beginnt kreatives Verhandeln.

 

 

 

Unterschiedliche Interessen schaffen Möglichkeiten

 

Viele Menschen betrachten unterschiedliche Interessen als Problem.

In Verhandlungen können sie ausgesprochen wertvoll sein.

Stell dir vor:

Dir ist Planungssicherheit sehr wichtig.

Deinem Gegenüber Flexibilität.

Das klingt zunächst widersprüchlich.

Doch vielleicht lässt sich eine Vereinbarung entwickeln, die einen verbindlichen Kern und flexible Bestandteile kombiniert.

Oder:

Dir ist schnelle Umsetzung wichtig.

Der anderen Seite ein höherer Preis.

Vielleicht entsteht daraus eine attraktive Vereinbarung.

Win-win entsteht häufig weniger dadurch, dass beide dasselbe wollen.

Es entsteht dadurch, dass sie unterschiedliche Prioritäten intelligent miteinander verbinden.

 

 

 

Die entscheidende Frage: Was passiert ohne Einigung?

 

Eine der wichtigsten Fragen in jeder Verhandlung lautet:

Was mache ich, wenn wir uns nicht einigen?

Welche Alternative habe ich?

Welche Alternative hat die andere Seite?

Denn eine Einigung ist wenig wert, wenn deine Alternative besser ist.

Stell dir vor, du kannst mit einem anderen Geschäftspartner zu deutlich besseren Bedingungen zusammenarbeiten.

Dann wäre eine vermeintliche Win-win-Vereinbarung, die dich schlechter stellt, wenig attraktiv.

Umgekehrt kann eine Vereinbarung sinnvoll sein, obwohl sie weit von deinem Ideal entfernt liegt, wenn die Alternativen deutlich ungünstiger sind.

Deshalb:

Bewerte eine Einigung nicht ausschließlich gegenüber deinem Wunsch. Vergleiche sie auch mit deiner besten realistischen Alternative.

Das verändert viele Verhandlungen.

 

 

 

Eine Einigung ist kein Selbstzweck

 

Menschen investieren Zeit, Energie und manchmal viel Emotion in eine Verhandlung.

Je länger sie dauert, desto stärker kann der Wunsch werden:

„Jetzt müssen wir uns doch irgendwie einigen.“

Das kann gefährlich werden.

Vergangener Aufwand macht eine schlechte Vereinbarung kaum besser.

Manchmal passen Interessen, Bedingungen oder Erwartungen schlicht zu wenig zusammen.

Dann kann ein respektvolles:

„Unter diesen Bedingungen kommen wir heute nicht zusammen.“

ein sehr gutes Verhandlungsergebnis sein.

Keine Einigung kann besser sein als eine schlechte Einigung.

Auch das gehört zu Win-win-Denken.

 

 

 

Fair bedeutet nicht automatisch gleich

 

Eine weitere häufige Verwechslung:

Fairness wird mit Gleichverteilung gleichgesetzt.

Doch Menschen bringen unterschiedliche Leistungen, Risiken, Ressourcen und Verantwortlichkeiten ein.

Eine faire Lösung muss deshalb keineswegs mathematisch symmetrisch sein.

Entscheidend ist vielmehr:

Sind die Bedingungen transparent?

Sind die wesentlichen Interessen berücksichtigt?

Kann jede Seite der Vereinbarung aus guten Gründen zustimmen?

Ist das Ergebnis tragfähig?

Eine gute Vereinbarung muss nicht gleich aussehen.

Sie sollte für die Beteiligten sinnvoll sein.

 

 

 

Gute Win-win-Lösungen brauchen Informationen

 

Du kannst kaum eine gute Lösung für die Interessen deines Gegenübers entwickeln, wenn du diese Interessen nicht kennst.

Deshalb sind Fragen so wertvoll.

Zum Beispiel:

„Was ist Ihnen bei dieser Vereinbarung besonders wichtig?“

„Welche Bedingungen sind für Sie entscheidend?“

„Wo haben Sie Flexibilität?“

„Welche Risiken möchten Sie vermeiden?“

„Woran würden Sie eine gute Lösung erkennen?“

Und manchmal:

„Warum ist dieser Punkt für Sie so wichtig?“

Je besser du die Interessenlandschaft verstehst, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten entstehen.

 

 

 

Zuhören ist Verhandlungsarbeit

 

Viele Menschen bereiten Verhandlungen vor, indem sie ihre Argumente verbessern.

Das ist sinnvoll.

Ebenso wichtig ist die Vorbereitung darauf, Informationen zu gewinnen.

Was sagt die andere Seite?

Was betont sie?

Wo fragt sie nach?

Wo reagiert sie besonders aufmerksam?

Welche Punkte scheinen verhandelbar?

Welche besitzen hohe Bedeutung?

Gutes Zuhören dient dabei keineswegs lediglich der Beziehungspflege.

Es liefert Informationen für bessere Entscheidungen.

 

 

 

Objektive Kriterien reduzieren Machtkämpfe

 

Verhandlungen werden schwieriger, wenn ausschließlich zwei Behauptungen aufeinanderprallen.

„Das ist zu teuer.“

„Das ist ein angemessener Preis.“

Hilfreicher können nachvollziehbare Kriterien sein.

Marktpreise.

Vergleichswerte.

Standards.

Gutachten.

Erfahrungswerte.

Leistungsumfang.

Risiken.

Übliche Konditionen.

Dann verschiebt sich das Gespräch von:

„Wer setzt sich durch?“

zu:

„An welchen nachvollziehbaren Kriterien wollen wir unsere Entscheidung orientieren?“

Das schafft eine bessere Grundlage.

 

 

 

Beziehung und Ergebnis gehören zusammen

 

Bei vielen Verhandlungen endet die Beziehung mit der Unterschrift keineswegs.

Dann beginnt sie erst richtig.

Kunden.

Geschäftspartner.

Mitarbeiter.

Kollegen.

Lieferanten.

Kooperationspartner.

Wer in einer Verhandlung jeden kurzfristigen Vorteil herauspresst, kann langfristig teuer dafür bezahlen.

Die andere Seite wird später vielleicht:

weniger flexibel,

weniger engagiert,

vorsichtiger,

oder schlicht weniger interessiert an weiterer Zusammenarbeit sein.

Deshalb gehört auch die zukünftige Beziehung zum Verhandlungsergebnis.

Ein guter Satz lautet:

Gut verhandelt hast du auch dann, wenn dein Gegenüber anschließend gerne wieder mit dir verhandelt.

 

 

 

Vorsicht vor dem Etikett „Win-win“

 

Nicht jede Vereinbarung, die als Win-win bezeichnet wird, ist tatsächlich für beide Seiten attraktiv.

Manchmal wird der Begriff selbst zum rhetorischen Werkzeug.

„Das ist doch eine klassische Win-win-Situation.“

Vielleicht.

Vielleicht profitiert vor allem eine Seite.

Deshalb lohnt sich auch bei wohlklingenden Etiketten die Prüfung:

Worin besteht mein konkreter Vorteil?

Welchen Preis zahle ich dafür?

Welche Risiken übernehme ich?

Welche Alternative habe ich?

Ein freundlicher Begriff ersetzt keine gute Bewertung.

 

 

 

Der Win-win-Kompass: sieben Fragen für tragfähige Vereinbarungen

 

Vor und während einer wichtigen Verhandlung helfen sieben Fragen.

 

1. Was möchte ich wirklich erreichen?

Welche Ergebnisse sind wesentlich?

Was wäre wünschenswert?

Was ist verzichtbar?

 

2. Welche Interessen stecken hinter meinen Positionen?

Warum ist mir etwas wichtig?

Je besser du das weißt, desto flexibler kannst du bei der Lösung werden.

 

3. Was könnte der anderen Seite wichtig sein?

Welche Ziele, Risiken, Zwänge und Prioritäten gibt es?

Frage, statt ausschließlich zu vermuten.

 

4. Wo unterscheiden sich unsere Prioritäten?

Gerade dort können Möglichkeiten für einen Austausch entstehen.

 

5. Welche Kriterien helfen uns bei der Bewertung?

Woran erkennen beide Seiten eine vernünftige Lösung?

 

6. Welche Alternativen haben wir?

Was geschieht, wenn keine Einigung zustande kommt?

Wie attraktiv sind diese Alternativen wirklich?

 

7. Ist die Vereinbarung auch morgen noch gut?

Wie wirkt sie sich auf Umsetzung, Vertrauen und zukünftige Zusammenarbeit aus?

Damit wird aus „Wir brauchen Win-win“ eine konkrete Verhandlungsstrategie.

 

 

 

Wann Win-win an Grenzen stößt

 

Kooperative Verhandlungsführung setzt ein Mindestmaß an Kooperation voraus.

Wenn eine Seite:

Informationen gezielt verfälscht,

Vereinbarungen missachtet,

ausschließlich kurzfristige Vorteile sucht,

Druck als Hauptinstrument verwendet,

oder gar kein Interesse an einer tragfähigen Vereinbarung besitzt,

verändert sich die Situation.

Dann reicht zusätzliche Kooperationsbereitschaft kaum aus.

Es braucht:

klare Grenzen,

gute Alternativen,

überprüfbare Vereinbarungen,

Konsequenzen

und gegebenenfalls die Bereitschaft, die Verhandlung zu verlassen.

Win-win ist eine Möglichkeit. Es ist keine Verpflichtung zur Einigung.

 

 

 

Der größte Fehler: Win-win mit Nettsein verwechseln

 

Eine gute Verhandlung kann freundlich verlaufen.

Sie kann ebenso intensiv sein.

Es können unterschiedliche Interessen bestehen.

Es darf gerungen werden.

Es darf ein klares Nein geben.

Entscheidend ist weniger, wie harmonisch sich die Verhandlung anfühlt.

Entscheidend ist, ob am Ende eine tragfähige Vereinbarung entsteht.

Deshalb:

Sei offen bei den Lösungen und klar bei deinen wesentlichen Interessen.

Diese Kombination schafft Handlungsspielraum.

 

 

 

Von „Wie bekomme ich mehr?“ zu „Wie schaffen wir mehr?“

 

Verhandlungen haben häufig eine Verteilungsdimension.

Wer bekommt welchen Anteil?

Doch gute Verhandler stellen zusätzlich eine zweite Frage:

Können wir den Wert, über den wir verhandeln, zunächst vergrößern?

Vielleicht lassen sich weitere Leistungen einbeziehen.

Risiken anders verteilen.

Zeitpunkte verändern.

Optionen schaffen.

Verbindlichkeiten austauschen.

Oder Interessen miteinander kombinieren, die bislang getrennt betrachtet wurden.

Erst danach stellt sich die Frage, wie der entstandene Wert verteilt wird.

Das ist häufig wesentlich produktiver als ein sofortiger Kampf um Anteile.

 

 

 

Gute Verhandler suchen weder Sieg noch Harmonie

 

Vielleicht ist das der entscheidende Perspektivwechsel.

Das Ziel einer guten Verhandlung lautet weder:

„Ich muss gewinnen.“

noch:

„Wir müssen uns unbedingt einigen.“

Die bessere Frage lautet:

„Welche Vereinbarung dient meinen Interessen ausreichend und ist für die andere Seite attraktiv genug, dass sie tragfähig wird?“

Manchmal entsteht daraus eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Manchmal ein guter Kompromiss.

Und manchmal Klarheit darüber, dass eine Einigung wenig sinnvoll wäre.

Alle drei Ergebnisse können Ausdruck guter Verhandlungsführung sein.

 

 

 

Fazit: Win-win braucht Klarheit

 

Win-win ist mehr als ein freundliches Schlagwort.

Es verlangt, hinter Positionen zu schauen.

Interessen zu verstehen.

Alternativen zu kennen.

Kriterien zu vereinbaren.

Möglichkeiten zu entwickeln.

Und Grenzen ernst zu nehmen.

Frag dich deshalb in einer wichtigen Verhandlung:

Was möchte ich wirklich erreichen?

Was ist der anderen Seite wichtig?

Wo unterscheiden sich unsere Prioritäten?

Welche Möglichkeiten haben wir bisher übersehen?

Wie gut ist eine Einigung im Vergleich zu meinen Alternativen?

Und ist das Ergebnis langfristig tragfähig?

Denn gute Verhandlungsführung bedeutet weder, möglichst viel vom Kuchen zu bekommen noch aus Harmoniegründen auf den eigenen Anteil zu verzichten.

Manchmal besteht die bessere Lösung darin:

gemeinsam einen größeren Kuchen zu backen – und anschließend klug darüber zu sprechen, wie er verteilt wird.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Juli 2008
Überarbeitung: 8. Juni 2026

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

Überzeugungskraft durch fundierte Vorbereitung von Gesprächen, Verhandlungen, Debatten,…
Gute Argumente sind keine Frage des Zufalls

Gute Argumente

 

Ob schriftlich oder  mündlich, ob in Gesprächen oder Präsentationen: Viele Menschen überlassen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall. Zu oft wird erst während einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden. Bereiten Sie sich lieber gleich entsprechend vor.

Video

So überzeugst du jeden — Die Kunst, starke Argumente zu entwickeln

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

So gelangen Sie zu überzeugenden Argumente

 

Das Argument gleicht dem Schuss einer Armbrust - es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.

Francis Bacon

 

 

 

Argumente: Wie steht es mit Ihrer verbalen Munition?

 

Wenn das Zitat stimmt, weshalb überlassen so viele Menschen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall? Weshalb ist mancher Pfeil so stumpf, weshalb sind so viele Argumentationen lieblos vorbereitet?

Viel zu oft wird erst in der Hitze einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden.

Schade! Keine Patronen mehr im Magazin oder Ladehemmung? Dann wurde am falschen Ende gespart. Einmal gespart, zweimal bezahlt. Eine ordentliche Vorbereitung ist hilfreicher als sich anschließend zu ärgern. Ich zeige Ihnen, wie Sie noch überzeugender argumentieren. Wie so oft hängt die Entscheidung vom Verhältnis Aufwand zu erwartetem Ergebnis ab. Mit manchen Klienten arbeite ich kurz an ihrer Argumentation und mit manchen über viele Stunden. Sie können selbst am besten einschätzen, was sich lohnt. Das Ergebnis dem Zufall zu überlassen ist wenig empfehlenswert und Korrekturen sind dann oft teuer.

 

 

 

Also, Ärmel hoch …

 

Gute Argumente kommen selten aus dem Nichts, sondern sie sind das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Es gilt möglichst viele relevante Perspektiven zu erkunden und so vorwegzunehmen, was kommen könnte.

Ob für Gespräche, Verhandlungen, Präsentation oder Medienauftritt; Vorbereitung lohnt sich, wenn es um etwas Relevantes geht! Schon bei der Vorbereitung wird weitgehend über den Erfolg entschieden. Wie Sie die wichtigsten Argumente finden, erfahren Sie in diesem Artikel. Sie können ihn natürlich auch überspringen und mich gleich anrufen. Dann krempeln wir gemeinsam die Ärmel hoch und bereiten Sie vor.

 

 

 

7 Techniken für überzeugende Argumente

 

Die folgenden Techniken helfen Ihnen dabei sich einen Überblick zu verschaffen, mögliche Motive und Argumente aus verschiedensten Interessenrichtungen aufzudecken und zu beantworten. So kommen Sie selbst den besten Gegenargumenten anderer Parteien zuvor.

 

 

 

1. Clustering: Häufchenbildung

 

Der englische Begriff „Clustering“ bedeutet Büschel, Gruppe oder Anhäufung. So lässt sich erst einmal Ordnung schaffen, indem verwandte Informationen mit ähnlichen Merkmalen gesammelt und zu Gruppen zusammengefasst werden.

Clustering ist sehr hilfreich dabei die eigenen Gedanken und Ideen zu strukturieren. Zuerst wird ein Kernbegriff auf ein Blatt Papier geschrieben und mit einem Kreis umrahmt. Alles, was Ihnen zu diesem Kernbegriff einfällt, notieren Sie ebenfalls und verbinden es mittels Strichen mit dem Kernbegriff oder anderen Gedanken. Suchen Sie nicht lange nach Begriffen oder Wörtern, sondern schreiben Sie einfach ungehemmt alles auf, das Ihnen spontan einfällt. Wenn Ihnen zu den Clustern nichts mehr einfällt, kann die Darstellung nochmals überarbeitet werden.

Überlegen Sie sich gut, welche Begriffe wesentlich sind und welche nicht. Bei Bedarf können Sie weitere Cluster erarbeiten, in denen Sie die zentralen Themen und Begriffe näher ausarbeiten. Ziel ist es auf diese Weise den Überblick zu gewinnen und zu erkennen, an welchen Stellen, welche Argumente genutzt werden können.

Weitere Tipps für die Verwendung des Clustering finden Sie hier.

 

 

 

2. Mind Mapping: Gehirnlandkarten erstellen

 

Mind Mapping regt die Kreativität an, indem es beide Gehirnhälften beteiligt. Mind Mapping wurde 1970 von Mentaltrainer Tony Buzan entwickelt. Das war zu der Zeit, als Gabriele Rico das verwandte Clustering beschrieb, das ohne hierarchische Strukturierung der Inhalte arbeitet.

Beim Mind Mapping packen Sie Ihr Thema oder einen Aspekt davon als Hauptbegriff in das Zentrum eines möglichst großen Blattes Papier. Von dort aus führen verschiedene Zweige zu weiterführenden, spezifischen Aspekten. Unterthemen dieses Hauptbegriffes werden um den Hauptbegriff herum an Hauptästen angeordnet. Von dort wiederum gehen einzelne Begriffe an Nebenäste ab und so weiter.

Wenn Sie die Möglichkeiten des Mind Mapping erkunden wollen, finden Sie dazu hier einen Beitrag.

 

 

 

3. Sechs Perspektiven: Hutwechsel und Sichtweise

 

Edward de Bono´s Methode „Six Thinking Hats“, „Die 6-Hut-Methode“ oder auch die „Sechs Perspektiven“ ist eine Denk- und Diskussionsmethode in Form eines Rollenspiels. Sie nehmen unterschiedliche Perspektiven ein. Das hilft Ihnen dabei, gewohnte Denkmuster zu überwinden und weitere Einblicke in mögliche Sichten zu gewinnen. Sechs verschiedene Hüte beziehungsweise Perspektiven stehen für sechs verschiedene Denkrichtungen zu einem Thema. Rollen, die jeweils analytisches Denken, persönliches Empfinden, Zweifel, positives Denken, Kreativität oder Ordnung fördern. Durch das (gedachte oder auch tatsächliche) Aufsetzen eines Hutes wird das Thema aus der jeweiligen Perspektive heraus erkundet. So lassen sich Argumente, Gegenargumente, Entkräftungen, Ideen und Strategien finden.

Diese Methode fördert die Flexibilität des Denkens und hat sich auch bei der Vorbereitung von Gesprächen, Verhandlungen und Debatten bewährt.

 

Eine ausführliche Beschreibung zu den Sechs Perspektiven finden Sie hier.

 

 

 

4. Visualisierung: Die innere Leinwand nutzen

 

Durch die eigenständige oder geführte Visualisierung des angestrebten Gespräches, der Verhandlung oder Debatte werden die Möglichkeiten erkundet und Reaktionen und Gegenargumente durchgespielt. So lassen sich oft interessante Argumente finden.

Mehr zur Visualisierungen finden Sie hier.

 

 

 

5. Walt-Disney-Technik: Die Räume erkunden

 

Indem Sie in verschiedene Rollen schlüpfen, nutzen Sie auch hier intensiv verschiedene Perspektiven, mit denen Sie Argumente finden und verbessern können. Das geschieht in drei verschiedenen Rollen, die es nacheinander einzunehmen gilt:

  • die Rolle des Träumers (Visionär, Ideenlieferant),
  • die Rolle des Realisten (Verwirklicher, Macher)
  • und die des Kritikers (Qualitäts-Manager, Controller).

In der Träumerrolle sind alle auch noch so unrealistisch erscheinenden Ideen erlaubt. In der Realistenrolle geht es darum die Argumente und Strategien auszuarbeiten, also zu realisieren, um sich dann in der Kritikerrolle kritisch damit auseinandersetzen. Dieser Kreislauf wird immer wieder und wieder durchlaufen. Der Prozess gilt dann als abgeschlossen, wenn für alle relevanten Aspekte Argumente gefunden wurden und Gegenargumente entkräftet werden können.

Mehr zur Walt-Disney-Strategie erfahren Sie hier.

 

 

 

 

6. Wunderfrage

 

Manche Fragen führen tiefer und tiefer hinein in das Problem. Besonders die Fragen, die mit Warum beginnen, machen die Sache oft nicht besser. Und es gibt Fragen, die auf wundersame Weise den Blick zu den Lösungen wandern lassen. Die Technik der Wunderfrage fördert das.

 

Wunderfragen:

  • Wenn das Problem verschwunden wäre, woran würden Sie das merken?
  • Was wäre anders?
  • Wem fällt es noch auf?

Mittels der Wunderfrage lassen sich mögliche Zielszenarien beziehungsweise Bestandteile der Lösung finden. Erkunden Sie im ausführlichen Artikel die Wunderfrage.

 

 

7. bis …

 

Wenn es wirklich darauf ankommt, lassen Sie sich von mir helfen. Sie bekommen dann mehr als nur Techniken.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie finden Sie die besten Argumente, wenn Sie andere Menschen überzeugen wollen?

Man überzeugt im allgemeinen besser durch Gründe, die man selbst gefunden hat, als durch die, die anderen eingefallen sind. Blaise Pascal

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. August 2014
Überarbeitung: 6. Januar 2020
AN: #562179
K: CNB
Ü: A
K:

Viel Spaß: Diskutieren mit Fundamentalisten, Fanatikern, Extremisten und …

Viel Spaß: Diskutieren mit Fundamentalisten, Fanatikern, Extremisten und ...

Auf den Spuren von Don Quichote? Fanatiker überzeugen: Na dann, viel Spaß!
Hat jemand das U gesehen? Fanatiker überzeugen

Fanatiker überzeugen?

 

Was Sie bei Diskussionen mit Fundamentalsten, Fanatikern und Extremisten erwartet. Was Sie tun können und was Sie sich sparen können. Tipps für ideologische Debatten. Was geht und was ist Zeitverschwendung? Weshalb es trotzdem wichtig ist zu reden.

 

 

 

Überblick

 

Video

Diskutieren mit Narzissten, Fanatikern & Fundamentalisten? Was hilft – und wann du besser gehst

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Fanatiker, Fundamentalisten, Extremisten, …

 

Bei grundlegenden Konflikten stoßen Argumente auf Grenzen. Kann überhaupt mit jemandem inhaltlich debattiert werden, wenn man mit ihm in den fundamentalen Prinzipien nicht übereinstimmt?

 

Fanatiker meinen Kommunikation bedeutet, ihnen zuzustimmen.

 

 

 

Fanatismus

 

 

Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Fanatismus ist Unmenschlichkeit im Namen vermeintlich hoher Ideale. Der Zweck heiligt die Mittel. Fanatismus ist das Gegenteil von Toleranz. Das Grundprinzip des Fanatismus lautet: „Meine Wahrheit verdient einen Sonderstatus gegenüber allen falschen Lehren.“ Verbindet sich ein solches Prinzip mit der Meinung „Ich besitze die Wahrheit“ zeigt sich die Intoleranz für Andersdenkende. Formen von Fanatismus sind politische Ideologien, Rassismus, Nationalismus.

Selbst wer gerne in durchaus kontroversen Gesprächen Meinungen abgleicht, ja, bei Bedarf sogar den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und anzupassen bereit ist, verliert dabei die Lust, wenn es sich um fanatische Personen handelt. Zumindest unterstreichen das nicht nur meine Erfahrungen.

 

Der Fanatismus ist nämlich die einzige „Willensstärke“, zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Wer nicht den Nerv und die Geduld hat, sich in einen Fanatiker hineinzuversetzen, um seine Sicht auf seiner Ebene zu verstehen, sollte jegliche direkte Diskussion vermeiden. Im besten Fall geht es darum Schaden zu reduzieren und unentschlossene Beobachter zum Nachdenken zu bewegen.

 

Man müsste es dahin bringen, dass sich alle Menschen des Fanatismus und der Intoleranz schämen.

Friedrich II., der Große

 

 

 

Fanatiker erkennen

 

Fanatiker werden auf die Frage, unter welchen Umständen Sie bereit sind, ihre Postion nochmals zu überdenken, kaum glaubhafte Antworten liefern, sondern die im Artikel beschriebenen typischen Reaktionen an den Tag legen.

Tatsächliche Fanatiker werden auf Teufel komm raus alles tun, um aus ihrer Sicht Recht zu behalten. Jegliche Regeln des logischen Denkens sind dann außer Kraft. Auf je mehr Widerstand Fanatiker treffen, desto hemmungsloser werden sie und setzen, in die Enge getrieben, auch Gewalt ein.

 

 

 

Fanatiker überzeugen, geht das überhaupt?

 

Wir argumentieren und streiten regelmäßig, weil es sowohl Alltag als auch zahlreiche Herausforderungen fordern. Im konstruktiven Streit, im Austausch von Argumenten, findet Entwicklung statt. Wir diskutieren, um herauszufinden, ob ein Gedanke wirkungsvoll oder ein Plan durchführbar ist. Wir streiten, um zu erfahren, was andere wissen. Wir sind bestrebt, mit den Mitteln der Sprache unsere Mitmenschen für unsere Position zu gewinnen. So weit, so gut funktioniert das meist.

Anders beim Zusammentreffen mit Fanatikern. Ein Fanatiker ist stur, verbockt und will es einfach nicht einsehen. Obwohl er eigentlich null Argumente hat, gibt es stundenlange Schein-Diskussionen, die sich im Kreise drehen, bis Übelkeit droht. Am Ende gilt es aufzupassen, nicht die eigene Souveränität zu verlieren und mit seinen Argumenten dumm dazustehen, während der Fundamentalist mit einem Grinsen im Gesicht von dannen zieht und vorher sogar noch neutrale Zuschauer durch seine Beharrlichkeit überzeugt hat.

Das Problem beim Fundamentalismus: Er arbeitet wie die Blutpresse: Ohne Fakten, aber mit archaischen Emotionen; vereinfacht, leicht verständlich und emotional schnell aufnehmbar.

Es gibt einige Möglichkeiten beim Umgang mit Fanatikern besser dazustehen und typische Fallstrick zu umgehen. Nur eine Lösung, wie ein Fundamentalist wirklich überzeugt wird, so dass er es selbst tatsächlich einsieht, ist sehr unwahrscheinlich. Fanatiker lassen sich schon aus Überzeugung nicht überzeugen, sonst wären sie ja auch keine Fanatiker.

Der Versuch, mit einer noch so logischen Argumentation zum Ziel zu kommen, scheitert, er erreicht den Fanatiker nicht. Das macht ihn aus; es perlt an ihm ab. Mit jemandem, der bereits unsere Prinzipien ablehnt, können wir nicht diskutieren. Das ist der Normalfall im Streit zwischen zwei Ideologien. Ein argumentativer Kampf zwischen ihnen ist kaum möglich, denn argumentieren setzt eine Basis voraus.

 

 

 

Wenn Argumente an Grenzen stoßen

 

Jeder sieht die Grenzen seines Gesichtsfeldes als die Grenzen der Welt an, meinte Arthur Schopenhauer. Und was, wenn das stimmt? Sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein, hilft, diese zu verschieben. Doch die Bereitschaft dazu ist uns nicht in die Wiege gelegt. Bei grundlegenden Konflikten stoßen Argumente auf Grenzen. Kann mit jemandem inhaltlich debattiert werden, wenn man mit ihm in den fundamentalen Prinzipien nicht übereinstimmt? Woran sind Fanatiker zu erkennen und können sie überhaupt überzeugt werden?

 

 

 

Wortverdreher

 

Fanatiker aller Couleur, Ideologen – manchmal auch Wald-, Feld- und Wiesenpolitiker – erfreuen sich an zweifelhaften Redestrategien, mit dubiosen Vergleichen, Scheinargumenten und anderen Tricks aus der untersten Schublade. Um ihnen zu begegnen, ist es zuerst erforderlich, sie als solche zu erkennen.

Fanatiker verschließen schnell ihre Ohren und öffnen umso weiter ihren Mund. Eine Argumentation findet nur solange statt, wie es die Vorbereitung durch die Gehirnwäsche ermöglicht. Fanatiker lieben es dann einem das Wort im Mund zu verdrehen und anstatt Fragen zu beantworten, sollen rabiate Angriffe ablenken. Dabei werden sie oft sehr aggressiv – je schlechter ihre Begründungen sind – und ignorieren jede Verhältnismäßigkeit. Recht behaupten sie selbst dann zu haben, wenn es haarsträubend wird.

Nur nicht unterschätzen: Nicht alle Fanatiker sind dumm, doch sie zielen auf die Dummheit anderer Menschen. Wer da nur die kleinsten Fehler bei der Argumentation begeht, eröffnet Ansatzpunkte, an denen brachial die Brechstange ans Werk geht.

Mit Fanatikern zu diskutieren ist so vielversprechend wie ein Tauziehen mit einem Gegner, der sein Ende heimlich an einen Baum gebunden hat. Da gelten nur dessen Regeln und die können willkürlich geändert werden. Da ist es schon ein Achtungserfolg, dabei nicht selbst den Verstand zu verlieren.

 

 

 

Was tun?

 

Hier hat schon Voltaire, immerhin ein erfolgreicher Streiter gegen religiöse Dogmatik, pessimistisch festgestellt: „Gegen diese epidemische Krankheit (des Fanatismus) gibt es kein Mittel, als den Geist der Philosophie, der allmählich die Sitten der Menschen besänftigt und den Ausbruch des Übels vorhersieht. Wenn dieses Übel nämlich einmal um sich gegriffen hat, muss man die Flucht ergreifen und abwarten, dass die Luft wieder rein wird.“
Also lieber den Fanatikern das Feld überlassen?

 

 

 

Ist Argumentieren mit Fanatikern vergebene Liebesmüh?

 

Handelt es sich nur um vergebliche, manchmal sogar gefährliche Bemühungen? Es kommt auf die Absichten an!

Meist ist es hilfreicher sich für den Moment auf die Aussagen von Fundamentalisten einzulassen, um sie konsequent weiterzudenken, anstatt ihnen mit Gegenargumenten zu begegnen. Dann gilt es alle Konsequenzen einer Haltung darzulegen und diese insbesondere in ihrer Einstellung nicht Gefestigten klarzumachen, ganz nach dem Prinzip „Wenn Sie A sagen, dann müssen Sie auch B sagen“. Ein fundamentalistisches Glaubenssystem kann nur dadurch erschüttert werden, dass die Vernunft subversiv genutzt wird.

 

 

 

Ansatzpunkte

 

Subversive Kritik bedeutet genaue Informationen aufzuzeigen über eine Ideologie, eine umfassende Darstellung ihrer Probleme, Seltsamkeiten, Absurditäten und Alternativen zu geben. Es gilt, immer wieder andere Denkmöglichkeiten darzulegen. Es geht nicht darum zu widerlegen oder mit böswilligen Unterstellungen zu diffamieren, sondern die realen Handlungen und die Aussagen einer Ideologie klar und in aller Offenheit darzustellen und somit auf Peinlichkeiten und Widersprüche hinzuweisen. So behaupten Sie in Ihrer subversiven Argumentation nicht, irgendetwas zu beweisen oder zu widerlegen. Sie informieren, demonstrieren, führen andere Denkmöglichkeiten vor. So zeigen Sie, was die betreffende Ideologie alles beinhaltet und wohin sie führt.

Den in seinem geistigen Fundament starr verankerten Fundamentalisten wird auch das wenig beeindrucken, das gehört zu seinen Wesensmerkmalen. Selbst bei den besseren Argumenten ist im besten Fall untereinander meist nur ein technisches Unentschieden zu erreichen. Allerdings geht es oft ja ohnehin eher darum, das Publikum zu gewinnen. Wer gegen Fanatismus argumentiert, scheint sich an die Fanatiker zu wenden, um sie von den Vorzügen einer besseren und menschlicheren Sache zu überzeugen. In Wirklichkeit wenden wir uns aber an die noch nicht oder noch nicht unwiderruflich Überzeugten und streben an, sie zu immunisieren.

Das Ziel ist dabei also nicht den Fanatiker direkt zu widerlegen, sondern zu verhindern, dass seine Missionsversuche breites Interesse finden. All jene, die noch imstande sind, sich mental flexibler zu bewegen, können mit dieser subversiven Strategie darauf aufmerksam machen, dass der Gegenüber ein Fundamentalist ist und seine Glaubenshaltung nicht nur angepriesene positive Auswirkungen hat. Dabei darf es dem Fundamentalisten nicht gelingen, alle Spielregeln zu bestimmen und seine Widersacher dazu zu bringen, im Bemühen Werte zu schützen, selbst bedeutende Werte zu verletzen und so an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ein englisches Sprichwort lehrt: Don’t wrestle with a pig! Also Vorsicht: Beim Schlammringen sehen alle Beteiligten nach kurzer Zeit nicht mehr gut aus. Geben Sie auf sich acht!

Video

https://youtu.be/mLcNT9fNGeU

P.S.

 

Haben Sie schon versucht einen Fanatiker zu überzeugen?

19Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2015
Überarbeitung: 19. April 2021
AN: #49320
K:
Ü:A
Englische Version:

Poe’s Law: Ironie, Humor & klare Kommunikation | Karsten Noack

Poe’s Law: Wenn Ironie ernst genommen wird

Was Poe’s Gesetz über Humor, Missverständnisse und kluge Kommunikation verrät
Poes Gesetz bzw. Poe’s Law

Poe’s Law: Wenn Ironie ernst genommen wird

 

Was Poe’s Gesetz über Humor, Missverständnisse und kluge Kommunikation verrät

 

Du schreibst einen Satz.

Völlig überspitzt.

Für dich ist sofort erkennbar: Das ist Ironie.

Dann liest jemand denselben Satz und denkt:

„Das meint der ernst.“

Willkommen bei Poe’s Law.

Was zunächst wie eine amüsante Eigenheit des Internets klingt, berührt eine grundlegende Frage guter Kommunikation:

Entscheidend ist neben dem, was du meinst, auch das, was andere verstehen können.

Und je mehr von einer Botschaft abhängt, desto wertvoller wird dieser Gedanke.

 

 

Was ist Poe’s Law?

 

Poe’s Law, auf Deutsch Poes Gesetz, geht auf einen Beitrag von Nathan Poe aus dem Jahr 2005 zurück.

In einer Internetdiskussion über Kreationismus beschrieb er sinngemäß ein interessantes Phänomen:

Je weniger eindeutige Hinweise auf Humor vorhanden sind, desto leichter kann eine extreme oder absurde Parodie wie eine ernst gemeinte Aussage wirken.

Die Beobachtung reicht inzwischen weit über das ursprüngliche Thema hinaus.

Sie betrifft:

Ironie.

Satire.

Sarkasmus.

Übertreibung.

Provokation.

Politische Kommunikation.

Social Media.

Chats und E-Mails.

Reden und Präsentationen.

Und durchaus auch Gespräche im beruflichen Alltag.

 

 

„Das muss doch jeder verstehen“

 

Genau hier wird es interessant.

Wir betrachten unsere eigenen Aussagen aus unserem eigenen Kontext.

Wir kennen unsere Absicht.

Unsere Haltung.

Unsere Persönlichkeit.

Unsere bisherigen Aussagen.

Unsere Mimik und unseren Tonfall.

Der Empfänger verfügt möglicherweise über einen völlig anderen Kontext.

Und damit entsteht Raum für Interpretation.

Ein Satz, der unter Freunden eindeutig humorvoll klingt, kann in einer E-Mail erstaunlich scharf wirken.

Eine ironische Bemerkung in einer Präsentation kann beim Publikum völlig unterschiedlich ankommen.

Ein überspitzter Social-Media-Beitrag kann außerhalb seiner ursprünglichen Umgebung eine neue Bedeutung bekommen.

Das führt zu einem Grundsatz, den ich bei wichtiger Kommunikation ausgesprochen hilfreich finde:

Verständlichkeit entsteht beim Empfänger.

 

 

Absicht und Wirkung sind zwei verschiedene Perspektiven

 

Menschen erklären Missverständnisse gerne mit ihrer Absicht:

„So war das gemeint.“

Das ist nachvollziehbar.

Für die Wirkung einer Botschaft zählt zusätzlich eine zweite Frage:

Wie konnte sie verstanden werden?

Gute Kommunikation berücksichtigt beide Perspektiven.

Was möchte ich ausdrücken?

Und welche Bedeutung könnte mein Gegenüber daraus ableiten?

Diese zweite Frage macht Kommunikation häufig erheblich souveräner.

Gerade Menschen mit viel Erfahrung unterschätzen gelegentlich, wie viel Hintergrundwissen sie selbst bereits mitbringen.

Was für sie offensichtlich erscheint, kann für andere offen sein.

 

 

Das Problem wächst mit fehlendem Kontext

 

Im persönlichen Gespräch helfen viele Signale bei der Interpretation.

Stimme.

Blickkontakt.

Mimik.

Körpersprache.

Timing.

Gemeinsame Erfahrungen.

Ein Lächeln kann einen Satz vollständig verändern.

In schriftlicher Kommunikation fallen viele dieser Signale weg.

Und soziale Medien verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Ein einzelner Satz kann:

aus einem längeren Beitrag herausgelöst,

als Screenshot weitergegeben,

zitiert,

verkürzt

oder Menschen gezeigt werden, die den ursprünglichen Zusammenhang kaum kennen.

Damit verändert sich die Kommunikationssituation.

Aus einer Bemerkung für eine bestimmte Gruppe wird plötzlich eine öffentliche Aussage.

Aus Kontext wird Kontextverlust.

Und aus Ironie kann scheinbare Überzeugung werden.

 

 

Poe’s Law ist deshalb mehr als eine Internetkuriosität

 

Für mich steckt darin eine allgemeine Lektion über Kommunikation:

Je größer der Interpretationsspielraum, desto größer wird die Bedeutung von Klarheit.

Das gilt besonders, wenn viel auf dem Spiel steht.

Zum Beispiel bei:

wichtigen Verhandlungen,

Führungskommunikation,

Konflikten,

öffentlichen Stellungnahmen,

Interviews,

Präsentationen,

Pitches,

E-Mails an wichtige Geschäftspartner

oder Kommunikation in angespannten Situationen.

Hier kann ein kleiner Satz eine erstaunlich große Wirkung entfalten.

 

 

Auch strategische Missverständnisse gehören zur Realität

 

Es gibt noch eine zweite Ebene.

Manche Aussagen werden tatsächlich anders verstanden.

Andere werden so ausgelegt, wie es den Interessen des Empfängers dient.

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Wer öffentlich kommuniziert, führt deshalb idealerweise einen zusätzlichen Gedanken mit:

Wie könnte dieser Satz von jemandem verwendet werden, der eine andere Absicht verfolgt als ich?

Das bedeutet keineswegs, jede Aussage weichzuspülen.

Im Gegenteil.

Klare Kommunikation darf kantig sein.

Humor darf provozieren.

Ironie darf überraschen.

Eine bewusste Entscheidung über die mögliche Wirkung erhöht die Souveränität.

 

 

Sollten wir deshalb auf Ironie verzichten?

 

Humor ist ein großartiges Kommunikationsmittel.

Er schafft Nähe.

Er weckt Aufmerksamkeit.

Er löst Spannung.

Er macht Gedanken erinnerungswürdig.

Und er kann einen Perspektivwechsel ermöglichen, für den eine nüchterne Erklärung erheblich mehr Worte benötigen würde.

Die entscheidende Frage lautet daher eher:

Passt diese Form des Humors zu dieser Situation, diesem Publikum und diesem Risiko?

Unter Freunden gelten andere Spielregeln als bei einer Vorstandspräsentation.

Ein satirischer Social-Media-Beitrag folgt anderen Bedingungen als eine Krisenkommunikation.

Ein interner Workshop bietet einen anderen Rahmen als ein Fernsehinterview.

Souveräne Kommunikation berücksichtigt den Kontext.

 

 

Der Karsten-Noack-Klarheitscheck für Ironie und Humor

 

Vor einer wichtigen Veröffentlichung oder Aussage helfen fünf Fragen:

 

1. Was soll beim Empfänger ankommen?

Formuliere die gewünschte Kernbotschaft in einem klaren Satz.

Wenn dieser Satz eindeutig ist, kannst du leichter beurteilen, ob Humor ihn unterstützt.

 

2. Welche zweite Interpretation liegt nahe?

Versetze dich bewusst in eine Person mit anderem Hintergrund, anderen Interessen oder einer anderen Haltung.

Welche Bedeutung könnte sie erkennen?

 

3. Wie wirkt der Satz außerhalb seines Zusammenhangs?

Stell dir vor, jemand sieht einen einzigen Satz als Screenshot.

Welche Aussage bleibt übrig?

Diese Frage ist heute besonders wertvoll.

 

4. Wie wirkt die Aussage ohne Stimme und Mimik?

Lies den Satz einmal vollkommen neutral.

Dadurch erkennst du, wie stark seine Wirkung von Tonfall oder Körpersprache abhängt.

 

5. Wie hoch ist der Einsatz?

Bei einer privaten scherzhaften Nachricht sind die Folgen überschaubar.

Bei einer Verhandlung, einer wichtigen Präsentation, einer öffentlichen Äußerung oder einem Konflikt kann Präzision erheblich wertvoller sein.

 

Je größer die Tragweite, desto bewusster lohnt sich die Entscheidung.

 

 

Klarheit bedeutet keine Humorlosigkeit

 

Gute Kommunikation besteht aus mehr als maximaler Eindeutigkeit.

Menschen wollen berührt werden.

Sie wollen lachen.

Sie wollen überrascht werden.

Sie wollen Persönlichkeit erleben.

Gerade deshalb darf Humor seinen Platz behalten.

Souveränität bedeutet für mich, Gestaltungsmöglichkeiten bewusst einzusetzen.

Du entscheidest:

Wann schafft Ironie Nähe?

Wann bringt eine Übertreibung eine Botschaft auf den Punkt?

Wann hilft Humor dabei, eine schwierige Wahrheit zugänglich zu machen?

Und wann verdient eine Botschaft maximale Klarheit?

 

 

Die eigentliche Lektion von Poe’s Law

 

Poe’s Law erzählt auf den ersten Blick etwas über das Internet.

Auf den zweiten Blick erzählt es sehr viel über Menschen.

Wir interpretieren Aussagen.

Wir ergänzen fehlenden Kontext.

Wir bringen Erfahrungen, Erwartungen und Interessen mit.

Und wir konstruieren daraus Bedeutung.

Deshalb reicht bei wichtigen Botschaften eine Frage selten aus:

„Was möchte ich sagen?“

Eine zweite Frage macht häufig den entscheidenden Unterschied:

„Was könnte mein Gegenüber verstehen?“

Wer beide Perspektiven zusammenführt, kommuniziert bewusster.

Und genau daraus entsteht Souveränität.

 

 

Wenn von einem Gespräch oder Auftritt viel abhängt

 

Bei wichtigen Gesprächen, Verhandlungen, Präsentationen oder öffentlichen Auftritten kann es sinnvoll sein, eine Botschaft vorab aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

Welche Wirkung erzeugt sie?

Welche Interpretationen sind wahrscheinlich?

Wo entsteht unnötiger Spielraum?

Wo hilft mehr Klarheit?

Und wo darf Persönlichkeit bewusst sichtbar werden?

Genau solche Fragen gehören zu meinem Sparring für anspruchsvolle Kommunikation und entscheidende Situationen.

Denn manchmal verändert ein einzelner Satz erstaunlich viel.

P.S.

 

Meinungen, Erfahrungen, respektvolle Kommentare sind willkommen. Markierst du Ironie und Humor in deinen Äußerungen?

 

Der nächste Schritt

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNB
Ü:

Rhetorik – was ist gute Rhetorik?

Rhetorik - was ist gute Rhetorik?

Ist Rhetorik Teufelswerk oder Geschenk des Himmels?

Gute Rhetorik?

Gute Rhetorik?

 

Was ist gute Rhetorik? Gehört Rhetorik verehrt oder verdammt? Und bei der Antwort jetzt bitte nicht gleich an die weitverbreiteten PowerPoint-Präsentationen denken. 

Video

Was ist Rhetorik? Was gute Rhetorik wirklich ausmacht und wie du sie lernst

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Was ist Rhetorik?

 

Der Begriff Rhetorik leitet sich vom altgriechischen ῥητορική (τέχνη) rhētorikḗ (téchnē) ab. Mein Altgriechisch ist eher nicht so gepflegt. Und anstatt hier in der Historie zu flanieren, erinnere ich mich lieber daran ganz praktisch an das Thema heran zu gehen.

 

 

Also noch mal zurück zur Frage; was ist gute Rhetorik?

 

Die etwas eingestaubten Begriffe Redekunst, beziehungsweise Kunst der Beredsamkeit meinen ganz praktisch die Fähigkeit als Redner Menschen von sich und der Botschaft zu überzeugen. Ob der Begriff Rhetorik jetzt bewundernd oder als Schimpfwort verwendet wird, basiert wesentlich auf der Sichtweise. Je nach gemachten Erfahrungen halten manche Menschen Rhetorik für Teufelswerk oder für ein Geschenk des Himmels. Wer die Rhetorik beherrscht hat Macht. Und Macht kann für Gutes und Schlechtes eingesetzt werden. Ob in Vorträgen, Präsentationen, Gesprächen, Verhandlungen oder Debatten; wer eine Position vertritt verfügt mit der Rhetorik über ein einflussreiches Mittel ihr die verdiente Chance zu verschaffen.

Wenn von purer Rhetorik die Rede ist, dann meint das meist, die Aussagen werden als nicht glaubwürdig empfunden. „Just rhetoric!“, ist in den USA häufiger zu hören. Schade, wenn Rhetorik hier und dort missbraucht wird.

Der mitunter schlechte Ruf gehört abgebaut, denn gepflegte Rhetorik ist ein wesentlicher Bestandteil für den fairen Umgang miteinander. Für die Demokratie ist sie grundlegend. Im Beruf, in der Selbstständigkeit in der Bildung, in der Politik und anderen Bereichen der Gesellschaft und des Alltags profitieren alle Beteiligten von guter Kommunikation. Wer der Rhetorik eine negative Rolle zuspricht, meint meist die Auswüchse; die so genannte schwarze Rhetorik, Kampfrhetorik, Dialektik, und andere weitgehend unfaire Methoden. Wer eine Botschaft hat, die es verdient berücksichtigt zu werden, benötigt solche Schmuddelmethoden nicht. Das geht nach hinten los! Wenn ich solche Techniken lehre, dann, damit sie als solche erkannt und ihnen wirksam begegnet wird.

Gute Rhetorik gibt den Beteiligten die Chance sich und ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren. So profitieren wir alle von den besten Angeboten.

 

 

Und was erfordert gute Rhetorik?

 

Seit 1998 analysiere ich systematisch Redebeiträge. Nach der Analyse von über vierzehntausend Reden und Präsentationen kann ich recht genau sagen, was wie wirkt. Falls Sie davon profitieren wollen, finden Sie hier und in den Trainings Anregungen, Techniken, Tipps und Tricks. Wenn es darauf ankommt freue ich mich darauf Sie konkret zu unterstützen.

P.S.​

 

Woran denkst du beim Begriff Rhetorik? Und was hällst du von Dialektik, Sophistik, Kampfrhetorik etc.?

 

Der nächste Schritt

 

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Rhetorik

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. März 2020
Überarbeitung: 6. März 2020
AN: #332
K: CNC
Ü:

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Die Möglichkeitsform im Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Konjunktive

Übersicht

 

 

 

 

Konjunktive

 

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und bisweilen sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

 

Beispiele:

  • „Ich würde sagen…“
  • „Ich würde meinen…“
  • „Dürfte ich Sie um Ihre Aufmerksamkeit bitten?“
  • „Könnten Sie sich vorstellen…“

 

 

 

Gründe für den unnötigen Einsatz von Konjunktiven

 

Zu den Gründen für ihren Einsatz gehören Unsicherheiten und der Wunsch sich nicht eindeutig positionieren zu müssen, um sich vermeintlich nicht angreifbar zu machen. Auch kann es am Bestreben liegen möglichst vorsichtig ans Werk zu gehen, um niemanden zu verärgern. Johann Wolfgang von Goethe lässt Baccalaureus in Faust: Der Tragödie zweiter Teil. (Stuttgart, 1832) sagen; „Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist.“

 

 

 

Folgen des unnötigen Einsatzes von Konjunktiven

 

Wer zu unbedacht Konjunktive einsetzt, reduziert die eigene Überzeugungskraft. Die Botschaft wird durch solche Weichmacher verwischt und ihr Kraft entzogen. Falls Sie wirklich meinen, was Sie sagen wollen, dann bitte klar und deutlich!

 

 

 

Besser

 

Besser als beispielsweise „Ich würde empfehlen …“ ist „Ich empfehle …“

 

 

 

 

Und selbst? Wirkungsanalyse.

 

Wir haben alle unsere blinden Flecken. Oft sind wir uns nicht bewusst wie wir auf andere Menschen wirken und welche Auswirkungen unserer Handlungen haben. Von Zeit zu Zeit lohnt sich daher eine professionelle Wirkungsanalyse. Lassen Sie sich konstruktives Feedback geben, das Sie voranbringt.

Video

Vorsicht, Konjunktiv! Wie du deine Wirkung nicht versehentlich weichzeichnest

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Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Setzen Sie Konjunktive ein und wie reagieren Sie auf Konjunktive bei anderen Rednern?

Hätte, hätte, Fahrradkette

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Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 14. Januar 2019
AN: #371

Bessere Redebeiträge mit dem KISS-Prinzip

Bessere Redebeiträge mit dem KISS-Prinzip

Was besagt das KISS-Prinzip?
Direkt

KISS-Prinzip?

 

Es hilft, sich von Zeit zu Zeit an das KISS-Prinzip zu erinnern. So wirkt es sich positiv auf die Kommunikation aus.

Video

Weniger ist mehr – besser reden mit dem KISS Prinzip

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KISS-Prinzip

 

Das KISS-Prinzip liefert eine hilfreiche Sicht bei der Vorbereitung von Redebeiträgen. KISS steht für „ Keep It Straight and Simple“, „. Keep It Short And Simple„ oder meinetwegen auch „Keep It Simple and Stupid“. Es ist sozusagen das Gegenteil des ILDUP-Prinzips: „Ich liebe unnötiges Plaudern“. Meine Formulierung: Was nicht hilft; schadet!

 

 

 

Hindernisse

 

Auch ohne den Selbsthilfeklassiker für Blender „Sag es möglichst kompliziert!“ schleichen sich zu viele Fachausdrücke und Fremdwörter in verschachtelte Aussagen. Vermutlich ist es der Wunsch, möglichst intellektuell zu klingen, der dieses Phänomen verstärkt. Doch auch, wenn es sich um eine Gewohnheit ohne bewussten Hintergrund ist, dann schadet sie der Kommunikation trotzdem. Was sich als Textaussage, bei entsprechender Bereitschaft und Fähigkeit des Empfängers, noch mühsam entknoten lässt, bleibt bei Gesprächen, Reden und Präsentationen ein wahllos und verwirrendes Etwas.

 

 

Einfach halten

 

Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzu zu fügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

Antoine de Saint Exupéry

 

Botschaft sollten so kurz und so einfach wie möglich gehalten sein. Die Sprache sollte dem Publikum, Thema und Redenden entsprechen, leicht verständlich, vertraut und annehmbar sein. Raus mit Füllwörtern. Ständig prasseln Informationen im Überangebot auf uns ein. Machen Sie es Ihren Zuhörern so leicht, wie nur möglich. Sorgen Sie dafür, dass Sie so zu verstanden werden, wie Sie es gemeint haben. Je prägnanter Sie Ihre Botschaft formulieren, desto schneller kann sie vom Publikum angenommen werden und desto länger bleibt sie im Gedächtnis.

P.S.​

 

Wie sorgen Sie für knackige Redebeiträge?

 

Der nächste Schritt

 

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  • worum es geht
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2014
Überarbeitung: 17. August 2020
AN: #672
K: CNC
Ü: