Wenn Kommunikation zur Inszenierung wird

Schmierentheater: Wenn die Inszenierung wichtiger wird als die Wirklichkeit

Wenn Kommunikation zur Inszenierung wird
Schmierentheater

Schmierentheater: Wenn die Inszenierung wichtiger wird als die Wirklichkeit

 

Etwas wirkt aufgesetzt.

Zu dramatisch.

Zu offensichtlich inszeniert.

Vielleicht empört sich jemand auffällig heftig.

Vielleicht wird eine Pressekonferenz veranstaltet, bei der scheinbar alles offen diskutiert wird, obwohl längst feststeht, welche Botschaft am Ende hängen bleiben soll.

Dann fällt schnell ein Wort:

Schmierentheater.

Es ist keine neutrale Beschreibung.

Wer etwas als Schmierentheater bezeichnet, unterstellt gewöhnlich:

Hier wird etwas aufgeführt, das glaubwürdiger erscheinen soll, als es tatsächlich ist.

Inszenierung wird problematisch, wenn sie nicht nur eine Botschaft sichtbar macht, sondern eine Wirklichkeit vortäuscht.

 

 

 

Was bedeutet Schmierentheater?

 

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Theaterbereich.

Er wurde abwertend für minderwertiges, dilettantisches oder effekthascherisches Theater verwendet.

Heute wird „Schmierentheater“ häufig übertragen gebraucht.

Gemeint sein kann dann:

  • eine unglaubwürdige Inszenierung
  • übertriebene Empörung
  • gespielte Betroffenheit
  • scheinbare Transparenz
  • eine vorgetäuschte Auseinandersetzung
  • eine Veranstaltung mit vorher festgelegtem Ergebnis

Der Begriff ist stark wertend.

Deshalb sollte er weniger als Analyse und eher als Urteil verstanden werden.

 

 

 

Nicht jede Inszenierung ist Schmierentheater

 

Das ist die wichtigste Unterscheidung.

Kommunikation wird ständig inszeniert.

Eine Bühne wird beleuchtet.

Ein Redner bereitet seinen Einstieg vor.

Eine Pressekonferenz bekommt einen Hintergrund.

Ein Produkt wird attraktiv präsentiert.

Eine Führungskraft wählt ihre Worte bewusst.

Daran ist grundsätzlich nichts problematisch.

 

 

 

Professionelle Kommunikation braucht Gestaltung

 

Wir gestalten:

Reihenfolge.

Sprache.

Bilder.

Zeitpunkt.

Dramaturgie.

Das macht eine Kommunikation noch nicht unehrlich.

Die entscheidende Frage lautet:

Stützt die Gestaltung eine wahrheitsgemäße Botschaft – oder soll sie eine andere Wirklichkeit erzeugen?

 

 

 

Beispiel

 

Ein Unternehmen präsentiert ein neues Produkt auf einer gut gestalteten Bühne.

Musik.

Licht.

Video.

Live-Demonstration.

Das ist Inszenierung.

Wenn das Produkt tatsächlich funktioniert und die Aussagen belastbar sind, liegt darin noch kein Täuschungsversuch.

 

 

 

Anders sieht es aus, wenn der Eindruck wichtiger wird als die Fakten

 

Zum Beispiel:

Eine Demonstration wird so vorbereitet, dass sie nur unter Bedingungen funktioniert, die dem Publikum verschwiegen werden.

Oder:

Kritische Fragen werden scheinbar zugelassen, tatsächlich aber vorher ausgewählt und abgesprochen.

Dann verändert sich die Qualität der Inszenierung.

 

 

 

Schmierentheater lebt vom Unterschied zwischen Bühne und Wirklichkeit

 

Je größer diese Lücke, desto problematischer wird es.

Auf der Bühne:

Einigkeit.

Hinter der Bühne:

massive Konflikte.

Auf der Bühne:

Offenheit.

Hinter der Bühne:

jede kritische Stimme unerwünscht.

Auf der Bühne:

Verantwortung.

Hinter der Bühne:

niemand möchte zuständig gewesen sein.

 

 

 

Warum erkennen Menschen solche Inszenierungen häufig?

 

Weil Kommunikation nicht nur aus Worten besteht.

Menschen achten auf:

  • Widersprüche
  • Ton
  • Timing
  • Verhalten
  • Vorgeschichte
  • Konsequenzen

Wenn Worte und Verhalten auseinanderfallen, sinkt Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Ein Problem der Überinszenierung

 

Je stärker etwas glaubwürdig wirken soll, desto künstlicher kann es manchmal wirken.

Zum Beispiel:

„Wir möchten heute vollkommen transparent sein.“

Dann werden nur sorgfältig ausgewählte Informationen präsentiert.

Das Publikum bemerkt die Diskrepanz.

 

 

 

Glaubwürdigkeit lässt sich nicht vollständig produzieren

 

Du kannst Rahmenbedingungen verbessern.

Du kannst verständlich kommunizieren.

Du kannst dich sorgfältig vorbereiten.

Doch Glaubwürdigkeit entsteht letztlich aus dem Zusammenspiel von:

  • Aussage
  • Verhalten
  • Belegen
  • Kontext
  • Vergangenheit

 

 

 

Inszenierte Empörung

 

Eine besonders häufige Form des vermeintlichen Schmierentheaters ist demonstrative Empörung.

Jemand reagiert scheinbar schockiert.

Sehr laut.

Sehr entschieden.

Sehr öffentlich.

Ob die Empörung tatsächlich empfunden oder strategisch eingesetzt wird, lässt sich von außen allerdings selten sicher feststellen.

 

 

 

Vorsicht mit Motivdiagnosen

 

Der Satz:

„Die Empörung ist doch nur gespielt.“

ist zunächst eine Interpretation.

Vielleicht stimmt sie.

Vielleicht nicht.

Seriöser ist deshalb die Frage:

Welche kommunikative Funktion erfüllt diese Empörung?

 

 

 

Empörung kann Aufmerksamkeit verschieben

 

Zum Beispiel weg von:

einem Sachargument.

einer unangenehmen Frage.

einem eigenen Fehler.

hin zu:

Tonfall.

Form.

vermeintlicher Grenzüberschreitung.

Das kann legitim sein.

Und es kann als Ablenkung dienen.

 

 

 

Der Manipulationsvorwurf kann selbst Manipulation sein

 

Auch das gehört zur Differenzierung.

Wer eine Kommunikation als „Schmierentheater“ bezeichnet, gewinnt bereits einen rhetorischen Vorteil.

Denn nun muss sich das Gegenüber plötzlich gegen den Vorwurf verteidigen, unehrlich zu inszenieren.

Vielleicht ist der Vorwurf berechtigt.

Vielleicht ist er selbst ein Framing.

 

 

 

Deshalb zuerst prüfen

 

Frage:

Was genau soll hier vorgetäuscht werden?

Welche Fakten widersprechen dem dargestellten Bild?

Welche Informationen fehlen?

Dann wird aus einem Etikett eine Analyse.

 

 

 

Schmierentheater in der Politik

 

Der Begriff wird besonders häufig für politische Kommunikation verwendet.

Zum Beispiel wenn:

Konflikte öffentlich dramatisiert.

Einigkeit demonstriert.

Empörung ritualisiert.

oder Verhandlungen öffentlich inszeniert.

werden.

 

 

 

Politik besitzt allerdings immer eine öffentliche Bühne

Politiker kommunizieren gleichzeitig mit:

Verhandlungspartnern.

Parteien.

Medien.

Wählern.

internationalen Partnern.

Deshalb gehört öffentliche Darstellung zwangsläufig dazu.

Inszenierung ist also noch kein Beweis für Unehrlichkeit

Ein Politiker kann eine Position öffentlich vertreten und gleichzeitig hinter verschlossenen Türen verhandeln.

Das ist zunächst Teil politischer Kommunikation.

Interessant wird die Frage:

Wie groß ist die Differenz zwischen öffentlicher Darstellung und tatsächlichem Handeln?

 

 

 

Die Suche nach dem Skandal kann ebenfalls verzerren

 

Auch Medien und Publikum bevorzugen häufig starke Geschichten.

Konflikt.

Drama.

Sieger.

Verlierer.

Dadurch kann eine komplizierte politische Situation wie ein Theaterstück erzählt werden, obwohl die Wirklichkeit wesentlich komplexer ist.

 

 

 

Schmierentheater in Unternehmen

 

Auch Organisationen kennen Inszenierungen.

Zum Beispiel:

eine Strategieveranstaltung, obwohl die Entscheidung längst gefallen ist.

eine Mitarbeitendenbefragung, deren Ergebnisse niemand ernsthaft berücksichtigen möchte.

eine „offene Diskussion“, in der kritische Beiträge unerwünscht sind.

eine Fehlerkultur, in der Fehler nur so lange willkommen sind, bis etwas tatsächlich schiefgeht.

 

 

 

Scheinbeteiligung ist besonders gefährlich

 

Menschen werden eingeladen:

mitzudenken.

mitzureden.

mitzugestalten.

Doch ihr Einfluss beträgt faktisch null.

Dann entsteht leicht Zynismus.

 

 

 

Beteiligung braucht Klarheit über den Entscheidungsraum

 

Zum Beispiel:

„Die Entscheidung über das neue System ist gefallen. Gemeinsam gestalten wir jetzt die Umsetzung.“

Das ist ehrlicher als:

„Wir wollen gemeinsam entscheiden.“

wenn es tatsächlich nichts mehr zu entscheiden gibt.

 

 

 

Transparenz bedeutet nicht, dass alles offen ist

 

Unternehmen können nicht jede Information veröffentlichen.

Personalthemen.

Verhandlungen.

Geschäftsgeheimnisse.

rechtliche Fragen.

können Grenzen setzen.

Glaubwürdigkeit entsteht auch dadurch, diese Grenzen offen zu benennen.

 

 

 

Zum Beispiel

 

„Zu den laufenden Gesprächen kann ich heute keine Details nennen. Was ich sagen kann, ist …“

Das ist ehrlicher als vorgetäuschte Volltransparenz.

 

 

 

Schmierentheater bei Veränderungen

 

Besonders sensibel wird Inszenierung bei Change-Prozessen.

Menschen erleben möglicherweise:

Unsicherheit.

Stellenabbau.

neue Strukturen.

Verlust von Einfluss.

Wenn Führung gleichzeitig ausschließlich von:

„spannenden Chancen“

und

„großartigen neuen Möglichkeiten“

spricht, entsteht eine Glaubwürdigkeitslücke.

 

 

 

Positive Sprache darf Realität nicht verdrängen

 

Eine Veränderung kann Chancen bieten.

Und gleichzeitig Verluste verursachen.

Beides darf benannt werden.

Zum Beispiel:

„Die neue Struktur eröffnet uns Möglichkeiten. Gleichzeitig wissen wir, dass sie für einige Kolleginnen und Kollegen erhebliche Veränderungen bedeutet.“

Das klingt weniger euphorisch.

Und häufig glaubwürdiger.

 

 

 

Schmierentheater bei Fehlern

 

Nach Fehlern oder Krisen entsteht oft hoher Kommunikationsdruck.

Dann werden schnell:

Pressekonferenzen.

Statements.

Entschuldigungen.

Maßnahmenpakete.

präsentiert.

Die entscheidende Frage:

Folgt dem Gesagten tatsächliches Handeln?

 

 

 

Eine Entschuldigung ohne Veränderung verliert Wert

 

Zum Beispiel:

„Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst.“

Dieser Satz ist leicht gesagt.

Interessanter ist:

Was wird untersucht?

Wer trägt Verantwortung?

Was verändert sich?

Wann wird berichtet?

 

 

 

Kommunikation kann Verantwortung nicht ersetzen

 

Ein professionelles Statement löst kein strukturelles Problem.

Eine gute Rede ersetzt keine gute Entscheidung.

Eine Kampagne ersetzt keine Veränderung.

Kommunikation kann verantwortliches Handeln erklären.

Sie kann es nicht ersetzen.

 

 

 

Greenwashing, Pinkwashing und andere Formen symbolischer Kommunikation

 

Unternehmen möchten zeigen:

Wir sind nachhaltig.

Wir stehen für Vielfalt.

Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung.

Das kann ernst gemeint sein.

Problematisch wird es, wenn die sichtbare Kommunikation wesentlich größer ist als die tatsächliche Veränderung.

 

 

 

Das Problem ist nicht die Botschaft

 

Das Problem ist die Lücke zwischen:

Behauptung

und

Verhalten.

Je größer sie wird, desto leichter entsteht der Vorwurf des Schmierentheaters.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht Inszenierungsfreiheit

 

Auch ein authentischer Auftritt ist vorbereitet.

Du kannst:

deine Botschaft strukturieren.

die Bühne kennen.

Formulierungen vorbereiten.

Kleidung auswählen.

kritische Fragen proben.

und trotzdem authentisch auftreten.

 

 

 

Vorbereitung macht einen Menschen nicht unecht

 

Authentizität bedeutet für mich weniger:

„Ich tue spontan alles, was mir gerade einfällt.“

Sie bedeutet:

Mein Auftreten passt zu meiner tatsächlichen Haltung und Botschaft.

 

 

 

Professionelle Wirkung und Manipulation unterscheiden

 

Vielleicht formulierst du eine Botschaft besonders verständlich.

Das ist professionelle Kommunikation.

Vielleicht lässt du wesentliche Informationen weg, weil sie die gewünschte Wirkung stören würden.

Dann stellt sich eine andere Frage.

 

 

 

Die Fairnessprüfung

 

Frage dich:

Würde mein Publikum zu einer wesentlich anderen Einschätzung kommen, wenn es die ausgelassene Information kennen würde?

Wenn ja, ist diese Information möglicherweise nicht nebensächlich.

 

 

 

Auch Auswahl ist Kommunikation

 

Du kannst ausschließlich wahre Dinge sagen und trotzdem ein irreführendes Bild erzeugen.

Zum Beispiel indem du:

nur positive Zahlen.

nur erfolgreiche Beispiele.

nur unterstützende Stimmen.

zeigst.

Die einzelnen Aussagen stimmen.

Das Gesamtbild kann trotzdem verzerrt sein.

 

 

 

Schmierentheater durch Dekontextualisierung

 

Ein echter Satz kann aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Ein echtes Bild kann in einen neuen Kontext gestellt werden.

Ein echtes Ereignis kann so ausgewählt werden, dass es eine größere Geschichte scheinbar bestätigt.

Deshalb gehören Kontext und Glaubwürdigkeit eng zusammen.

 

 

 

Schmierentheater und Astroturfing

 

Auch scheinbare Graswurzelbewegungen können inszeniert sein.

Dann entsteht der Eindruck:

„Das kommt spontan aus der Bevölkerung.“

Obwohl Kommunikation, Finanzierung oder Organisation tatsächlich von einer Interessengruppe gesteuert werden.

Dieses Phänomen wird als Astroturfing bezeichnet.

 

 

 

Warum Inszenierung funktioniert

 

Menschen orientieren sich an sozialen Signalen.

Wenn viele Menschen scheinbar:

zustimmen.

empört sind.

begeistert sind.

entsteht der Eindruck:

Hier gibt es bereits einen Konsens.

Das kann unsere eigene Wahrnehmung beeinflussen.

 

 

 

Inszenierte Zustimmung

 

Zum Beispiel:

gekaufte Bewertungen.

vorbereitete Publikumsfragen.

organisierter Applaus.

scheinbar unabhängige Unterstützer.

Das Problem ist nicht, dass Zustimmung existiert.

Das Problem ist, wenn ihre Unabhängigkeit vorgetäuscht wird.

Schmierentheater im Meeting

Das Phänomen kann viel kleiner sein.

Eine Führungskraft fragt:

„Sind wir uns alle einig?“

Niemand widerspricht.

Also heißt es:

„Gut, dann haben wir Konsens.“

Vielleicht.

Vielleicht traut sich niemand zu widersprechen.

 

 

 

Schweigen ist kein belastbarer Konsens

 

Gerade in hierarchischen Gruppen sollte Führung aktiv nach Gegenperspektiven suchen.

Zum Beispiel:

„Welche Risiken übersehen wir?“

„Wer sieht einen wichtigen Gegenpunkt?“

Das erzeugt bessere Informationen als demonstrative Einigkeit.

 

 

 

Inszenierte Harmonie kann gefährlich werden

 

Wenn in einer Organisation jede Präsentation endet mit:

„Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

obwohl zahlreiche Warnsignale existieren, entsteht eine kommunikative Parallelwelt.

Sie schützt Entscheidungen kurzfristig vor Kritik.

Und macht spätere Überraschungen wahrscheinlicher.

 

 

 

Führung braucht Realitätssinn

 

Gute Führung sollte weder dramatisieren noch schönreden.

Sie braucht die Fähigkeit:

Probleme zu benennen.

Unsicherheit auszuhalten.

gute Nachrichten anzuerkennen.

schlechte Nachrichten zuzulassen.

Das ist weniger spektakulär als Schmierentheater.

Und meist wesentlich nützlicher.

 

 

 

Wann wird ein Auftritt unglaubwürdig?

 

Zum Beispiel wenn:

  • Worte und Verhalten deutlich auseinanderfallen
  • kritische Informationen bewusst fehlen
  • scheinbare Beteiligung ohne tatsächlichen Einfluss stattfindet
  • Emotion erkennbar die Sachfrage ersetzen soll
  • Fragen nur zum Schein zugelassen werden
  • die dargestellte Einigkeit nicht zur beobachtbaren Realität passt

 

 

 

Das sind Hinweise, keine Beweise

 

Das ist mir wichtig.

Wir können von außen selten sicher wissen:

Was jemand tatsächlich fühlt.

Welche Motive bestehen.

Was hinter verschlossenen Türen geschieht.

Deshalb sollte Kritik möglichst an beobachtbaren Widersprüchen ansetzen.

 

 

 

Statt „Das ist alles gespielt“

 

präziser:

„Die Aussage passt nicht zu den veröffentlichten Zahlen.“

Oder:

„Die Mitarbeitenden wurden beteiligt, hatten bei der Entscheidung allerdings keinen tatsächlichen Einfluss.“

Jetzt lässt sich darüber diskutieren.

 

 

 

Etiketten machen Analyse bequem

 

„Schmierentheater“ ist ein starkes Wort.

Vielleicht deshalb wird es gern verwendet.

Doch starke Etiketten ersetzen schnell:

Begründung.

Belege.

Differenzierung.

Wenn du überzeugen möchtest, sollte hinter dem Urteil eine nachvollziehbare Analyse stehen.

 

 

 

Wie reagierst du auf den Vorwurf „Schmierentheater“?

 

Zuerst:

Nicht reflexhaft empören.

Frage:

Was genau wird kritisiert?

Vielleicht geht es um:

  • fehlende Transparenz
  • übertriebene Dramaturgie
  • selektive Informationen
  • scheinbare Beteiligung
  • fehlende Konsequenzen

Dann kannst du auf den konkreten Punkt reagieren.

 

 

 

Wenn der Vorwurf unberechtigt ist

 

Zum Beispiel:

„Der Auftritt war vorbereitet. Die Entscheidung und die genannten Zahlen sind davon unabhängig nachvollziehbar. Hier sind die Grundlagen.“

Belege sind häufig stärker als Empörung über den Vorwurf.

 

 

 

Wenn etwas dran ist

 

Dann hilft keine rhetorische Gegenattacke.

Vielleicht braucht es:

Korrektur.

mehr Transparenz.

eine echte Beteiligung.

oder eine veränderte Entscheidung.

Kommunikation sollte das Problem dann nicht überdecken.

 

 

 

Wie vermeidest du selbst den Eindruck von Schmierentheater?

 

1. Trenne Fakten und Interpretation

Sag, was du weißt.

Und kennzeichne, was du bewertest.

2. Übertreibe nicht

Wenn etwas schwierig ist, nenne es schwierig.

Wenn etwas erfolgreich war, belege den Erfolg.

3. Benenne Unsicherheit

„Das wissen wir derzeit noch nicht.“

kann glaubwürdiger sein als Scheinsicherheit.

4. Versprich keine Beteiligung, wenn keine vorgesehen ist

Erkläre den tatsächlichen Entscheidungsraum.

5. Lass kritische Fragen zu

Und beantworte sie tatsächlich.

6. Bring Verhalten und Botschaft zusammen

Kommunikation wirkt langfristig nur, wenn Handeln sie stützt.

7. Prüfe den Außenblick

Was würde jemand sehen, der deine interne Erklärung nicht kennt?

 

 

 

Kommunikation in Krisen

 

Gerade hier entsteht große Versuchung zur Kontrolle.

Jedes Wort soll sitzen.

Jede Unsicherheit soll verschwinden.

Das ist verständlich.

Doch eine Krise wird nicht glaubwürdiger kommuniziert, indem alle Ecken geglättet werden.

 

 

 

Krisenkommunikation braucht belastbare Aussagen

 

Zum Beispiel:

Was wissen wir?

Was wissen wir noch nicht?

Was tun wir jetzt?

Wann informieren wir wieder?

Diese Struktur trägt häufig weiter als maximal kontrollierte Inszenierung.

 

 

 

Auch Entschuldigungen können wie Schmierentheater wirken

 

Besonders wenn sie klingen wie:

„Falls sich jemand verletzt gefühlt haben sollte, bedauern wir das.“

Damit wird die Wirkung gleichzeitig anerkannt und relativiert.

Wenn tatsächlich Verantwortung besteht, sollte sie klarer benannt werden.

 

 

 

Eine glaubwürdige Entschuldigung braucht Substanz

 

Zum Beispiel:

Was ist passiert?

Welchen eigenen Anteil erkenne ich an?

Was bedauere ich?

Was verändert sich?

Dann kann Kommunikation wieder Vertrauen unterstützen.

 

 

 

Öffentliche Wirkung ist nicht automatisch Oberflächlichkeit

 

Auch das sollte nicht verwechselt werden.

Führungskräfte und Redner dürfen auf:

Sprache.

Präsenz.

Körpersprache.

Bühnenwirkung.

achten.

Professionelles Auftreten ist kein Schmierentheater.

Es wird erst problematisch, wenn Wirkung eine fehlende Substanz verdecken soll.

 

 

 

Executive Presence ohne Theater

 

Souveränität braucht keine künstliche Rolle.

Sie zeigt sich beispielsweise darin:

klar zu antworten.

Unsicherheit zu benennen.

Widerspruch auszuhalten.

Verantwortung zu übernehmen.

eine schwierige Botschaft ohne unnötige Dramatisierung zu vertreten.

 

 

 

Das wirkt manchmal unspektakulär

 

Und gerade deshalb glaubwürdig.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Dann steigt häufig der Wunsch, jede Wirkung kontrollieren zu wollen.

Doch je stärker jemand versucht, eine perfekte Fassade zu erzeugen, desto empfindlicher wird sie gegenüber kritischen Fragen.

Besser ist eine Botschaft, die auch dann trägt, wenn jemand nachfragt.

 

 

 

Eine belastbare Aussage übersteht Rückfragen

 

Weil:

die Fakten stimmen.

die Argumentation nachvollziehbar ist.

Grenzen bekannt sind.

Unsicherheit nicht versteckt wird.

Das ist robuste Kommunikation.

 

 

 

Sieben Fragen gegen kommunikatives Schmierentheater

 

1. Was ist hier tatsächlich passiert?

Beobachtbares zuerst.

2. Welche Geschichte wird darüber erzählt?

Darstellung von Wirklichkeit unterscheiden.

3. Was fehlt?

Nach relevanten ausgelassenen Informationen suchen.

4. Wer profitiert von dieser Darstellung?

Interessen verstehen.

5. Gibt es unabhängige Belege?

Nicht nur die Inszenierung betrachten.

6. Passt das spätere Verhalten zur Botschaft?

Handlungen beobachten.

7. Ist „Schmierentheater“ wirklich die beste Beschreibung?

Oder wäre eine präzisere Kritik hilfreicher?

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Schmierentheater?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff abwertend minderwertiges oder dilettantisches Theater. Heute wird er häufig übertragen für unglaubwürdige, übertriebene oder als unecht wahrgenommene Inszenierungen verwendet.

Ist jede Inszenierung Schmierentheater?

Nein. Professionelle Kommunikation wird immer gestaltet. Problematisch wird Inszenierung besonders dann, wenn sie eine Realität vortäuscht oder relevante Informationen bewusst verdeckt.

Was bedeutet Schmierentheater in der Politik?

Der Begriff wird dort meist als abwertendes Urteil über vermeintlich gespielte Konflikte, künstliche Empörung, demonstrative Einigkeit oder andere öffentliche Inszenierungen verwendet.

Was bedeutet Schmierentheater in Unternehmen?

Zum Beispiel kann scheinbare Beteiligung, demonstrative Einigkeit oder eine Kommunikationskampagne ohne entsprechende Veränderung als unglaubwürdige Inszenierung wahrgenommen werden.

Ist professionelle PR automatisch Inszenierung?

PR gestaltet Kommunikation gezielt. Das ist nicht automatisch problematisch. Entscheidend sind Wahrhaftigkeit, Transparenz und die Frage, ob wesentliche Informationen verzerrt oder verborgen werden.

Wie erkenne ich kommunikatives Schmierentheater?

Achte auf starke Widersprüche zwischen Darstellung und beobachtbarem Verhalten, fehlende relevante Informationen, scheinbare Beteiligung und Botschaften, denen keine entsprechenden Handlungen folgen.

Wie reagiere ich auf den Vorwurf, mein Auftritt sei Schmierentheater?

Frage nach dem konkreten Kritikpunkt und beantworte ihn mit Fakten. Ist die Kritik berechtigt, helfen Transparenz und Veränderung meist mehr als rhetorische Verteidigung.

Ist Authentizität das Gegenteil von Inszenierung?

Nicht zwingend. Auch ein authentischer Auftritt kann gut vorbereitet sein. Entscheidend ist, ob Auftreten, Botschaft und tatsächliche Haltung miteinander vereinbar sind.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Kommunikation braucht Gestaltung.

Eine gute Rede ist vorbereitet.

Eine gute Präsentation besitzt Dramaturgie.

Eine Pressekonferenz hat einen Rahmen.

Das ist vollkommen normal.

Die Grenze wird dort interessant, wo Darstellung beginnt, eine andere Wirklichkeit zu erzeugen.

Das Problem ist nicht die Bühne. Das Problem beginnt dort, wo die Kulisse wichtiger wird als das, was hinter ihr tatsächlich geschieht.

 

 

 

Wenn eine wichtige Botschaft glaubwürdig tragen soll

 

Bei schwierigen Kommunikationssituationen kann Vorbereitung helfen, Wirkung und Substanz zusammenzubringen.

Zum Beispiel bei:

  • kritischen Führungsgesprächen
  • öffentlichen Aussagen
  • Veränderungskommunikation
  • Präsentationen
  • Interviews
  • Situationen mit erheblichem Reputationsrisiko

Im persönlichen Sparring können wir prüfen:

Was ist die tatsächliche Botschaft?

Was lässt sich belastbar vertreten?

Welche Gegenfragen sind zu erwarten?

Wo könnten Inszenierung und Wirklichkeit auseinanderfallen?

Das Ziel ist keine perfekte Fassade.

Das Ziel ist Kommunikation, die auch dann trägt, wenn genauer hingeschaut wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Das Geld vergeht so schnell wie Zeit, Der Nepp besteht, der Kitsch gedeiht. Und es kämpft keine Geschlossenheit Dagegen. Der Kitsch, der Nepp; es spricht davon kein Strafbuch und kein Lexikon. Weswegen? Joachim Ringelnatz

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. November 2018
Überarbeitung: 25. Juni 2026

Sündenbock im Unternehmen: Schuldverschiebung erkennen und souverän reagieren

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

So erkennst du Sündenbockmechanismen, klärst Verantwortung und reagierst souverän.
Sündenbock

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

 

Plötzlich scheint alles an einer Person zu hängen.

Ein Projekt scheitert.

Eine Entscheidung erweist sich als falsch.

Ziele werden verfehlt.

Im Unternehmen wächst der Druck.

Und irgendwann steht eine scheinbar einfache Erklärung im Raum:

„Das lag an ihr.“

„Er hat das verursacht.“

„Wenn diese Person anders gehandelt hätte, wäre alles gut gegangen.“

Manchmal stimmt eine solche Verantwortungszuschreibung.

Manchmal ist sie viel zu einfach.

Und manchmal entsteht ein klassischer Sündenbockmechanismus.

Ein Sündenbock macht ein komplexes Problem scheinbar einfach: Statt das System zu untersuchen, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf eine Person.

 

 

 

Was bedeutet Sündenbock?

 

Als Sündenbock wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, der überproportional Verantwortung für Probleme, Fehler oder Misserfolge zugeschrieben wird.

Der Begriff stammt ursprünglich aus einem religiösen Ritual.

Heute beschreibt er vor allem einen sozialen Mechanismus:

Schuld, Ärger oder Verantwortung werden auf eine bestimmte Person konzentriert.

Das kann in:

  • Teams
  • Unternehmen
  • Organisationen
  • Familien
  • politischen Gruppen
  • gesellschaftlichen Konflikten

geschehen.

 

 

 

Ein Sündenbock ist nicht automatisch völlig unschuldig

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Eine Person kann an einem Problem beteiligt gewesen sein.

Sie kann Fehler gemacht haben.

Sie kann Verantwortung tragen.

Und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr ein wesentlich größerer Teil der Verantwortung zugeschrieben wird, als sachlich gerechtfertigt ist.

Gerade in Organisationen kann das geschehen, wenn individuelles Fehlverhalten von:

  • unklaren Zuständigkeiten
  • schlechten Prozessen
  • unzureichenden Ressourcen
  • Fehlentscheidungen auf anderen Ebenen
  • problematischen Anreizsystemen

begünstigt wurde.

Organisationsforschung weist deshalb darauf hin, dass Schuldzuschreibung auf Einzelpersonen strukturelle Ursachen verdecken kann.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet: Wer trug tatsächlich welchen Anteil?

 

Statt:

„Wer ist schuld?“

ist häufig die bessere Frage:

„Welche Faktoren haben zu diesem Ergebnis beigetragen?“

Dann können mehrere Ebenen sichtbar werden.

Zum Beispiel:

  • individuelle Entscheidungen
  • Führung
  • Informationsfluss
  • Ressourcen
  • Zeitdruck
  • Prozesse
  • Unternehmenskultur

 

 

 

Warum Gruppen Sündenböcke produzieren können

 

Gruppen stehen gelegentlich unter erheblichem Druck.

Etwas funktioniert nicht.

Unsicherheit steigt.

Verantwortung ist unklar.

Dann kann die Konzentration auf eine einzelne Person kurzfristig entlastend wirken.

Das Problem scheint plötzlich erklärt.

Forschung zu Kleingruppen beschreibt Sündenbockprozesse unter anderem als Möglichkeit, Konflikte und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder zu verlagern.

 

 

 

Ein gemeinsamer Schuldiger kann eine Gruppe sogar verbinden

 

Das klingt paradox.

Doch wenn sich mehrere Menschen auf eine vermeintlich verantwortliche Person konzentrieren, kann vorübergehend ein Gefühl von Einigkeit entstehen.

„Wir haben das Problem gefunden.“

„Wir sind uns einig, woran es lag.“

Damit wird die Gruppe von unangenehmeren Fragen entlastet.

Zum Beispiel:

Was haben wir gemeinsam übersehen?

Welche Führung hat versagt?

Welche Struktur hat das Problem begünstigt?

 

 

 

Sündenböcke können auch strategisch erzeugt werden

 

Nicht jeder Sündenbockprozess entsteht unbewusst.

In Organisationen kann Schuldverschiebung auch strategisch eingesetzt werden.

Zum Beispiel, um:

  • Verantwortung von höheren Hierarchieebenen fernzuhalten
  • Reputationsschäden zu begrenzen
  • ein Problem als „gelöst“ erscheinen zu lassen
  • weitergehende Veränderungen zu vermeiden

Organisationsforschung beschreibt genau solche Formen gezielter Schuldverschiebung.

 

 

 

Die bequemste Erklärung ist nicht immer die beste

 

Nach einem Misserfolg entsteht häufig schnell der Wunsch:

Jemand muss verantwortlich sein.

Verantwortung ist wichtig.

Nur sollte sie sachlich verteilt werden.

Sonst entsteht ein gefährlicher Kurzschluss:

Person entfernt.

Problem scheinbar erledigt.

System unverändert.

 

 

 

Wenn das System unangetastet bleibt

 

Dann kann derselbe Fehler erneut auftreten.

Nur mit einer anderen Person.

Genau deshalb unterscheiden moderne Ansätze bei organisatorischen Fehlern zwischen einer rein personenbezogenen Schuldlogik und einer systemischen Analyse der Ursachen.

 

 

 

Typische Warnzeichen für Sündenbockmechanismen

 

Ein einzelnes Zeichen beweist noch wenig.

Mehrere zusammen können jedoch aufmerksam machen.

 

 

1. Plötzlich wird ein komplexes Problem auf eine Person reduziert

 

Viele Faktoren verschwinden aus der Diskussion.

Übrig bleibt:

„Er war das Problem.“

 

 

2. Verantwortung und Einfluss passen nicht zusammen

 

Jemand soll für Ergebnisse geradestehen, obwohl er kaum:

  • Entscheidungskompetenz
  • Budget
  • Personal
  • Informationen
  • Ressourcen

besaß.

Das ist ein besonders wichtiges Warnsignal.

 

 

3. Die Bewertung verändert sich erst nach dem Misserfolg

 

Vorher hieß es:

„Gute Arbeit.“

Nach dem Problem plötzlich:

„Wir hatten schon lange Zweifel.“

Dann lohnt sich ein Blick auf die zeitliche Entwicklung.

 

 

4. Frühere Entscheidungen anderer verschwinden aus der Geschichte

 

Vielleicht wurden:

Budgets gekürzt.

Warnungen ignoriert.

Deadlines festgelegt.

Entscheidungen von oben getroffen.

Im Nachhinein wird trotzdem eine einzelne ausführende Person verantwortlich gemacht.

 

 

5. Die Person wird zunehmend isoliert

 

Kollegen gehen auf Abstand.

Informationen fließen schlechter.

Gespräche finden ohne die Person statt.

Das kann den Prozess weiter verstärken.

 

 

6. Aus Kritik an einer Entscheidung wird Kritik an der Person

 

Aus:

„Diese Entscheidung war problematisch.“

wird:

„Mit ihr gibt es ständig Probleme.“

Dann verschiebt sich die Ebene.

 

 

7. Es entsteht eine auffallend einfache Erzählung

 

Zum Beispiel:

„Wenn X nicht gewesen wäre, wäre das Projekt erfolgreich.“

Bei komplexen Vorhaben lohnt sich bei solchen Erklärungen besondere Skepsis.

 

 

 

Verantwortung ohne Einfluss ist ein Risiko

 

Ein besonders wichtiger Punkt im Berufsleben:

Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht einen angemessenen Einfluss auf das Ergebnis.

Dazu gehören je nach Aufgabe:

  • Entscheidungsbefugnisse
  • Ressourcen
  • Informationen
  • Zugang zu relevanten Personen
  • realistische Zeit

Wenn du für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wirst, auf dessen Voraussetzungen du kaum Einfluss hattest, sollte das früh thematisiert werden.

 

 

 

Der attraktive Titel kann zur Falle werden

 

Manche Aufgaben klingen reizvoll.

Großes Projekt.

viel Verantwortung.

hohe Sichtbarkeit.

Doch frage vorher:

Welche tatsächlichen Befugnisse gehören dazu?

Ein Titel ersetzt keine Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

Vor Übernahme einer riskanten Aufgabe

 

Klär möglichst früh:

  • Was genau ist meine Verantwortung?
  • Was liegt außerhalb meiner Verantwortung?
  • Welche Entscheidungen darf ich treffen?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wer entscheidet bei Zielkonflikten?
  • Wie werden Risiken dokumentiert?

Diese Fragen sind keine übertriebene Absicherung.

Sie schaffen Klarheit.

 

 

 

Unklare Rollen begünstigen spätere Schuldzuweisungen

 

Je unklarer ein Projekt organisiert ist, desto leichter lässt sich nach einem Misserfolg die Geschichte neu schreiben.

Deshalb lohnt sich:

Zuständigkeiten klären.

Entscheidungen dokumentieren.

Risiken benennen.

Abhängigkeiten sichtbar machen.

 

 

 

Was tun, wenn du zum Sündenbock gemacht werden sollst?

 

Der erste Impuls kann sein:

sofort zurückschlagen.

alle Beteiligten beschuldigen.

eine lange Rechtfertigung schreiben.

Das ist verständlich.

Strategisch ist etwas anderes häufig hilfreicher.

 

 

 

1. Erst Fakten sammeln

 

Bevor du reagierst:

Was ist tatsächlich passiert?

Welche Entscheidungen wurden getroffen?

Von wem?

Welche Informationen lagen zu welchem Zeitpunkt vor?

Welche Risiken wurden benannt?

Welche Zuständigkeiten waren vereinbart?

Trenne:

Fakt.

Interpretation.

Vorwurf.

 

 

 

2. Den eigenen Anteil ehrlich prüfen

 

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu wehren bedeutet weniger, jede Verantwortung abzustreiten.

Vielleicht hast du tatsächlich einen Fehler gemacht.

Dann ist es oft stärker, ihn klar zu benennen.

Zum Beispiel:

„Diese Entscheidung habe ich getroffen. Dafür übernehme ich Verantwortung.“

Dann:

„Die darüber hinausgehende Darstellung entspricht aus meiner Sicht allerdings nicht dem tatsächlichen Entscheidungsprozess.“

Damit trennst du Verantwortung und Schuldverschiebung.

 

 

 

3. Nicht vorschnell alles übernehmen

 

Gerade verantwortungsbewusste Menschen sagen schnell:

„Ich hätte das verhindern müssen.“

Vielleicht.

Vielleicht überschätzt du rückblickend deinen damaligen Einfluss.

Frage:

Welche realistische Möglichkeit hatte ich zu diesem Zeitpunkt?

 

 

 

4. Dokumentiere sachlich

 

Dokumentation kann besonders wichtig werden, wenn Versionen eines Vorgangs auseinandergehen.

Sinnvoll können sein:

  • E-Mails
  • Protokolle
  • Entscheidungsvorlagen
  • Freigaben
  • Projektpläne
  • Risikoanzeigen
  • eigene Gesprächsnotizen

Rechtliche Fragen gehören dabei in juristische Hände.

Gerade bei arbeitsrechtlichen Konsequenzen sollte früh qualifizierte Rechtsberatung hinzugezogen werden.

 

 

 

5. Vermeide die große Verteidigungsrede

 

Eine sehr lange Rechtfertigung kann dazu führen, dass du dich in Details verlierst.

Stärker ist häufig:

Was ist der konkrete Vorwurf?

Welche Fakten sprechen dafür?

Welche Fakten fehlen?

Welchen Anteil übernehme ich?

Welche Verantwortung lag bei anderen Stellen?

 

 

 

6. Bleibe möglichst auf der Sachebene

 

Du musst dabei keineswegs emotionslos sein.

Ungerechtfertigte Schuldzuweisung kann:

wütend machen.

verletzen.

verunsichern.

Doch im entscheidenden Gespräch hilft es, die Argumentation möglichst klar zu halten.

Weniger:

„Ihr wollt mich doch alle fertig machen!“

Stärker:

„Lassen Sie uns die einzelnen Entscheidungen und Zuständigkeiten chronologisch betrachten.“

 

 

 

Emotion beweist weder Schuld noch Unschuld

 

Das ist mir wichtig.

Die ältere Vorstellung, ein emotionaler oder defensiver Mensch wirke dadurch automatisch schuldiger, ist zu einfach.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Druck und ungerechte Vorwürfe.

Wut, Nervosität oder starke Anspannung beweisen nichts über tatsächliche Verantwortung.

Deshalb sollten Fakten wichtiger sein als psychologische Ferndiagnosen.

 

 

 

7. Keine Gegen-Sündenböcke produzieren

 

Die Versuchung kann groß sein:

„Dann war eben mein Chef schuld.“

Damit beginnt derselbe Mechanismus nur in die andere Richtung.

Stärker ist:

Verantwortung differenziert zuzuordnen.

Zum Beispiel:

„Die Entscheidung über A lag bei mir. Die Budgetentscheidung B lag auf Ebene C. Die zeitliche Vorgabe kam aus D.“

 

 

 

8. Wichtige Gespräche vorbereiten

 

Wenn viel auf dem Spiel steht, sollte ein solches Gespräch weniger improvisiert werden.

Bereite vor:

  • Kernbotschaft
  • Chronologie
  • Belege
  • eigener Verantwortungsanteil
  • Grenzen der eigenen Verantwortung
  • kritische Fragen

 

 

 

9. Formuliere deine Kernposition in wenigen Sätzen

 

Zum Beispiel:

„Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidung X. Die Aussage, ich hätte das gesamte Projekt verantwortet, trifft jedoch nicht zu. Budget, Zeitplan und finale Freigabe lagen außerhalb meines Mandats. Ich möchte deshalb die Verantwortlichkeiten anhand der dokumentierten Entscheidungen sauber trennen.“

Klar.

Sachlich.

Belastbar.

 

 

 

10. Suche früh unabhängige Perspektiven

 

Wer mitten in einem Konflikt steckt, verliert leichter den Überblick.

Hilfreich können sein:

  • erfahrene Vertrauenspersonen
  • juristische Beratung
  • Betriebsrat oder andere zuständige Stellen
  • professionelles Sparring

Welche Unterstützung passt, hängt von der Situation ab.

 

 

 

Wenn Hierarchie beteiligt ist

 

Besonders anspruchsvoll wird die Lage, wenn eine Führungskraft Verantwortung nach unten weitergibt.

Dann können Machtunterschiede die Situation beeinflussen.

Eine Führungskraft besitzt möglicherweise:

  • mehr Zugang zur Geschäftsleitung
  • mehr Einfluss auf die Darstellung
  • mehr Informationen
  • mehr Kontrolle über interne Kommunikation

Deshalb können Sachlichkeit und Dokumentation besonders wichtig werden.

 

 

 

Wenn du Führungskraft bist: Prüfe deine eigene Rolle

 

Auch Führungskräfte sollten sich fragen:

Suche ich gerade eine Ursache oder eine Person?

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

Schlechte Führung sucht Schuldige

 

Gute Führung fragt:

Was ist passiert?

Warum?

Welche Entscheidungen haben dazu beigetragen?

Was müssen wir verändern?

Wer trägt welchen Anteil?

Persönliche Verantwortung bleibt wichtig.

Doch sie sollte Teil einer echten Ursachenanalyse sein.

 

 

 

Eine Lernkultur braucht Verantwortung ohne reflexhafte Schuldzuweisung

 

Wenn Mitarbeitende befürchten müssen, bei jedem Fehler öffentlich geopfert zu werden, verändert sich ihr Verhalten.

Dann werden Probleme möglicherweise:

  • später gemeldet
  • kleingeredet
  • verschoben
  • versteckt

Das kann die Organisation langfristig unsicherer machen.

 

 

 

Führung entscheidet, welche Nachrichten nach oben gelangen

 

Wenn schlechte Nachrichten bestraft werden, lernen Mitarbeitende:

„Sag es lieber erst, wenn du eine Lösung hast.“

Dann erfährt die Führung Probleme später.

Das kann wiederum neue Krisen begünstigen.

 

 

 

Fehlerkultur bedeutet weniger Folgenlosigkeit

 

Auch dieser Unterschied ist wichtig.

Eine gute Fehlerkultur heißt nicht:

„Niemand trägt Verantwortung.“

Sie bedeutet:

Verantwortung präzise klären.

aus Fehlern lernen.

systemische Ursachen untersuchen.

und notwendige Konsequenzen angemessen ziehen.

 

 

 

Sündenbock oder berechtigte Verantwortungszuschreibung?

 

Das lässt sich nicht immer sofort erkennen.

Hilfreiche Fragen:

  • Hatte die Person tatsächlich Entscheidungsmacht?
  • Waren die notwendigen Informationen verfügbar?
  • Welche anderen Faktoren haben beigetragen?
  • Wurden Risiken vorher benannt?
  • Gab es strukturelle Probleme?
  • Wird Verantwortung nachvollziehbar oder pauschal zugewiesen?

 

 

 

Vorsicht vor dem umgekehrten Fehler

 

Nicht jeder Vorwurf ist Sündenbockdenken.

Menschen tragen Verantwortung.

Führungskräfte ebenso.

Wer jede Kritik sofort als Sündenbockmechanismus bezeichnet, schützt sich möglicherweise vor berechtigter Rückmeldung.

Deshalb gehört Selbstprüfung dazu.

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu schützen und berechtigte Verantwortung zu übernehmen gehören zusammen.

 

 

 

Sündenbockmechanismen und Mobbing

 

Beides kann sich überschneiden.

Wenn eine Person dauerhaft:

  • abgewertet
  • ausgeschlossen
  • für nahezu alles verantwortlich gemacht
  • systematisch beschädigt

wird, kann die Situation über eine einzelne Schuldzuschreibung hinausgehen.

Dann sollte sie entsprechend ernst genommen werden.

 

 

 

Whistleblower können ebenfalls unter Druck geraten

 

Eine besondere Konstellation entsteht, wenn eine Person auf Probleme hinweist und anschließend selbst zum Problem erklärt wird.

Dann verschiebt sich die Debatte von:

„Was hat diese Person aufgedeckt?“

zu:

„Was stimmt mit dieser Person nicht?“

Forschung zu organisatorischem Fehlverhalten beschreibt solche konkurrierenden Schuld- und Deutungsprozesse ausdrücklich.

 

 

 

Die Person hinter dem Vorwurf angreifen

 

Typische Ablenkungen können sein:

„Sie ist schwierig.“

„Er passt kulturell nicht zu uns.“

„Mit ihr gab es schon früher Konflikte.“

Diese Informationen können relevant sein.

Sie beantworten jedoch noch nicht die Sachfrage.

Deshalb:

Person und konkrete Behauptung getrennt prüfen.

 

 

 

Was Führungskräfte vorbeugend tun können

 

1. Verantwortlichkeiten klar definieren

Wer entscheidet was?

 

2. Risiken früh dokumentieren

Damit sie nach einem Misserfolg nicht rückwirkend verschwinden.

 

3. Widerspruch ermöglichen

Kritische Stimmen dürfen früh gehört werden.

 

4. Entscheidungen nachvollziehbar machen

Wer hat wann auf welcher Grundlage entschieden?

 

5. Nach Fehlern Ursachen statt Figuren suchen

Die Frage lautet:

Was hat zum Ergebnis beigetragen?

 

 

 

Ein guter Post-Mortem fragt mehr als: Wer war verantwortlich?

 

Zum Beispiel:

  • Was wussten wir damals?
  • Welche Annahmen waren falsch?
  • Welche Warnsignale haben wir übersehen?
  • Welche Rahmenbedingungen haben das Ergebnis beeinflusst?
  • Was müssen wir verändern?

So entsteht Lernen.

 

 

 

Retrospektive Verzerrung vermeiden

 

Nach einem Misserfolg erscheint vieles plötzlich offensichtlich.

„Das hätte doch jeder sehen müssen.“

Doch zum damaligen Entscheidungszeitpunkt waren möglicherweise:

Informationen unvollständig.

mehrere Szenarien plausibel.

Zeitdruck vorhanden.

Deshalb sollte Verantwortung anhand dessen bewertet werden, was damals vernünftigerweise bekannt war.

 

 

 

Die Rolle der Kommunikation

 

Kommunikation allein löst einen Sündenbockmechanismus kaum.

Sie kann dir jedoch helfen:

  • deine Position klar darzustellen
  • Fakten zu ordnen
  • unnötige Eskalation zu vermeiden
  • kritische Fragen vorzubereiten
  • Grenzen zu setzen

 

 

 

Was du besser vermeiden solltest

 

Zum Beispiel:

  • unüberlegte Rundmails im Affekt
  • pauschale Gegenbeschuldigungen
  • Spekulationen als Fakten
  • öffentliche Drohungen ohne Strategie
  • vorschnelle Schuldeingeständnisse

Wenn rechtliche Konsequenzen möglich sind, sollte Kommunikation mit juristischer Beratung abgestimmt werden.

 

 

 

Was du sagen kannst

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte meinen Verantwortungsanteil präzise klären.“

„Lassen Sie uns die Entscheidungen chronologisch betrachten.“

„Für diesen Teil übernehme ich Verantwortung.“

„Dieser Punkt lag außerhalb meiner Entscheidungsbefugnis.“

„Welche konkrete Entscheidung werfen Sie mir vor?“

Solche Formulierungen halten das Gespräch näher an der Sache.

 

 

 

Wenn du bereits öffentlich beschuldigt wirst

 

Dann steigt die Komplexität.

Je nach Situation können beteiligt sein:

  • Geschäftsführung
  • HR
  • Rechtsberatung
  • Kommunikation
  • Medien

Spontane öffentliche Gegenwehr kann zusätzliche Risiken erzeugen.

Deshalb zuerst:

Situation klären.

rechtliche Lage prüfen.

Kernposition bestimmen.

Dann kommunizieren.

 

 

 

Sündenbockmechanismen in Krisen

 

Krisen erhöhen den Druck, schnell eine Erklärung zu liefern.

Genau dann steigt das Risiko vereinfachter Schuldzuschreibung.

Organisationsforschung beschreibt Krisen, Skandale und größere Fehlschläge als typische Situationen, in denen Sündenbockmechanismen auftreten können.

 

 

 

Die schnelle Entlassung kann beruhigend wirken

 

Eine Organisation zeigt:

„Wir haben reagiert.“

Das kann angemessen sein.

Es kann jedoch auch den falschen Eindruck erzeugen:

„Damit ist die Ursache beseitigt.“

Diese beiden Fragen sollten getrennt werden:

Welche individuelle Verantwortung besteht?

Welche organisatorische Veränderung ist zusätzlich nötig?

 

 

 

Executive Presence in einer Schuldkrise

 

Für Führungskräfte können solche Situationen besonders anspruchsvoll sein.

Du musst möglicherweise gleichzeitig:

  • Verantwortung übernehmen
  • ungerechtfertigte Vorwürfe zurückweisen
  • dein Team schützen
  • gegenüber Vorgesetzten berichten
  • ruhig bleiben

Das erfordert mehr als gute Rhetorik.

Es braucht Klarheit über die eigene Position.

 

 

 

Übernimm das, was deins ist

 

Das erhöht Glaubwürdigkeit.

Und weise zurück, was sachlich nicht zu deiner Verantwortung gehört.

Beides kann gleichzeitig möglich sein.

 

 

 

Schuld und Verantwortung unterscheiden

 

Der Begriff Schuld ist häufig moralisch aufgeladen.

Verantwortung lässt sich sachlicher betrachten.

Zum Beispiel:

Wer entschied?

Wer wusste was?

Wer hatte welche Aufgabe?

Wer konnte eingreifen?

Diese Fragen führen meist weiter.

 

 

 

Sieben Fragen, wenn du dich zum Sündenbock gemacht fühlst

 

1. Was wird mir konkret vorgeworfen?

Keine allgemeinen Etiketten.

 

2. Welchen Anteil trage ich tatsächlich?

Ehrlich prüfen.

 

3. Welchen Einfluss hatte ich auf das Ergebnis?

Verantwortung und Befugnis vergleichen.

 

4. Welche anderen Faktoren spielten eine Rolle?

Strukturen und Entscheidungen berücksichtigen.

 

5. Welche Unterlagen existieren?

Chronologie rekonstruieren.

 

6. Welche Unterstützung brauche ich?

Juristisch, organisatorisch oder kommunikativ.

 

7. Was ist meine klare Kernposition?

In wenigen Sätzen.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Sündenbock?

Ein Sündenbock ist eine Person oder Gruppe, der für ein Problem übermäßig oder ungerecht Verantwortung zugeschrieben wird. Dabei können komplexere Ursachen oder Verantwortlichkeiten aus dem Blick geraten.

 

Ist ein Sündenbock immer unschuldig?

Nein. Eine Person kann einen tatsächlichen Anteil am Problem besitzen und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr Verantwortung zugeschrieben wird, die weit über ihren realen Einfluss hinausgeht.

 

Warum brauchen Gruppen Sündenböcke?

Die Konzentration auf einen Schuldigen kann Unsicherheit reduzieren und komplexe Probleme scheinbar einfacher machen. Gruppendynamische Forschung beschreibt solche Mechanismen unter anderem als Verlagerung von Konflikten und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder.

 

Wie erkenne ich, ob ich zum Sündenbock gemacht werde?

Warnzeichen können sein, dass ein komplexes Problem zunehmend auf dich reduziert wird, deine tatsächlichen Befugnisse ignoriert werden oder frühere Entscheidungen anderer Beteiligter aus der Darstellung verschwinden.

 

Wie sollte ich reagieren?

Klär zunächst die Fakten, prüfe deinen eigenen Verantwortungsanteil, dokumentiere Entscheidungen und bereite wichtige Gespräche sorgfältig vor. Bei möglichen rechtlichen Folgen ist qualifizierte Rechtsberatung wichtig.

 

Sollte ich mich sofort verteidigen?

Eine schnelle Reaktion kann sinnvoll sein, ein impulsiver Rundumschlag selten. Häufig ist es besser, zunächst Vorwurf, Faktenlage und eigene Position zu klären.

 

Ist Sündenbockdenken dasselbe wie Mobbing?

Nein. Die Phänomene können sich überschneiden. Mobbing bezeichnet typischerweise wiederholte systematische Schikanierung oder Ausgrenzung. Ein Sündenbockmechanismus konzentriert Verantwortung oder Schuld auf eine Person.

 

Was können Führungskräfte dagegen tun?

Klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungen, frühe Risikokommunikation und eine sachliche Ursachenanalyse nach Fehlern reduzieren die Versuchung, komplexe Probleme auf einzelne Personen zu verkürzen.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Wenn etwas schiefläuft, braucht eine Organisation Verantwortung.

Sie braucht jedoch ebenso Wahrheit über die Ursachen.

Eine einzelne Person verantwortlich zu machen kann kurzfristig Ordnung schaffen.

Wenn dadurch strukturelle Probleme unsichtbar bleiben, wird es teuer.

Verantwortung sollte dort liegen, wo Einfluss, Entscheidung und tatsächlicher Beitrag lagen – nicht dort, wo sich Schuld am bequemsten abladen lässt.

 

 

 

Wenn du dich in einer schwierigen Schuld- oder Verantwortungsfrage befindest

 

Solche Situationen können beruflich erhebliche Tragweite besitzen.

Vielleicht steht ein Gespräch bevor.

Vielleicht musst du deine Rolle gegenüber Geschäftsführung, Vorstand oder anderen Beteiligten darstellen.

Vielleicht willst du zunächst selbst klären:

Was gehört tatsächlich zu meiner Verantwortung?

Wo wird Verantwortung verschoben?

Was lässt sich belegen?

Wie formuliere ich meine Position klar?

Im vertraulichen 1:1 können wir die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven prüfen und wichtige Gespräche gezielt vorbereiten.

Dabei geht es beispielsweise um:

  • Chronologie und Verantwortlichkeiten
  • Kernbotschaft
  • Argumentation
  • kritische Fragen
  • Grenzen
  • Auftreten unter Druck

Rechtliche Beratung gehört dabei ausdrücklich in die Hände entsprechend qualifizierter Juristen.

Meine Rolle liegt in der strategischen und kommunikativen Vorbereitung.

Online oder persönlich in Berlin.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was gilt es zu unterlassen, um sich nicht unnötig als Sündenbock und somit Opfer anzubieten? Welcher Spielraum bleibt, wenn die Rolle vergeben wurde?

Die Jagd nach dem Sündenbock ist die einfachste. Dwight D. Eisenhower

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 2018
Überarbeitung: 20. November 2019
AN: #878
K: CNC
Ü:

Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Am 15. Oktober ist der Welttag des Händewaschens – ein Höhepunkt der Hygiene, Menschheitsgeschichte und improRhetorik™️. So wäscht eine Hand die andere.
Welttag des Händewaschens

Eine Hand wäscht die andere

 

Am 15. Oktober wird feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte sowie eine Übungsgelegenheit für improRhetorik™.

Händewaschen

 

Am 15. Oktober wird jährlich in aller Welt feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet (oder richtiger: begangen) – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte (sowie improRhetorik™️).

Das Ereignis ist nun schon wieder fast in Vergessenheit geraten. Das zeigen eigene Studien. Doch weshalb solltest du meinen Behauptungen Glauben schenken, wo ich doch so oft darauf hinweise, dass Umfrageergebnisse so eine Sache sind. Oder, wie war das bei Heisenbergs Unschärferelation: der Beobachter beeinflusst das Geschehen? So ähnlich war es zumindest, ich lese das später nochmals in Ruhe.

Nicht jeder Versuchsteilnehmer mag beobachtet werden. Dabei gehe ich bei meinen Feldstudien sehr diskret vor und habe zur statistischen Absicherung verschiedenste Preisklassen einbezogen. Letzteres hat übrigens keine relevanten Veränderungen der Waschplatzbenutzungshäufigkeit ergeben.

Wer in gastronomischen Einrichtungen die sanitären Anlagen besucht, kann sich selbst ein Bild machen. Bei den Herren sind jedenfalls viele Wassersparer unterwegs. Viele Toilettenbesucher (ich finde ja die amerikanische Bezeichnung Restroom viel ansprechender) waschen sich nun schon wenige Tage nach dem Welthändewaschtag nicht mehr die gerade noch mit Keimen üppig verseuchten Greifwerkzeuge.

Mit solcherlei Gedanken im Kopf verstehe ich nun die bisher für skurril gehaltenen Zeitgenossen, die stets ihr Handdesinfektionsmittel einsatzbereit halten. Da wird die Begrüßung mit Handschlag ja für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan, von den Streptokokken gar nicht zu reden. Der amerikanische Tag des Händeschüttelns (National Handshake Day) ist übrigens stets am letzten Donnerstag im Juni. Ob und wenn ja, welche Vorsichtsmaßnahmen für diesen Feiertag empfohlen werden, ist mir nicht bekannt. Ungefährlicher klingt der Winke-deinen-Nachbarn-mit-der-ganzen-Hand-zu-Tag (engl. Wave All Your Fingers At Your Neighbors Day) am 7. Februar.

 

 

 

Und was nun?

 

Ist es an der Zeit endlich auf geeignete Weise die Relevanz des regelmäßigen Händewaschens zu verdeutlichen?

 

 

 

Ernsthaft

 

Gerade noch den niedlichen Hund gestreichelt, die Toilette besucht und Klinken geputzt gelangen die dabei gesammelten Keime von Hand zu Hand. Werden dann mit diesen Händen Nahrungsmittel oder das Gesicht berührt, können Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen und Infektionen auslösen. Tatsächlich wird zahlreichen Infektionskrankheiten der Weg auf diesen Wegen bereitet und richtiges Händewaschen sie deutlich reduzieren.

Infektionskrankheiten sind nicht lustig! Doch weil es wie eine Selbstverständlichkeit klingt, sich die Hände zu waschen, es aber nicht ist, habe ich das Stichwort aufgegriffen.

So wurde ich bei der Vorstellung der Artikelidee auch gleich darauf aufmerksam gemacht, dass viele Menschen das Thema nicht nur unterschätzen, sondern auch ihnen auch das Wissen für das richtige Händewaschen fehlt.

 

 

 

So geht es

 

Hätte ich mein erstes Studium (Diplom-Ingenieur Versorgungs- und Energietechnik) einige Jahre früher beendet, wäre mein Titel Gesundheitsingenieur. Soweit zur akademischen Qualifikation. Für das richtige Händewaschen ist jedoch kein Studium erforderlich.

Was es braucht, ist zuerst einmal vorzugsweise warmes fließendes Wasser und Seife. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Der erfahrene Händewäscher seift die Hände gründlich ein und denkt dabei sowohl an die Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und den oft vernachlässigten Daumen. Gerne vergessen werden die Fingernägel, der Profi achtet auch darauf. Sollte ich noch Ringe erwähnen? Besser ist es, trotz des Risikos, dass Schmuck gerne im Abfluss entschwindet! Die Seife wird rund 20 bis 30 Sekunden an allen Stellen sanft und gründlich eingerieben. Anschließend werden die Hände unter fließendem Wasser abgespült. Trickreich gilt es insbesondere auf öffentlichen Toiletten den Wasserfluss zu beenden, ohne die Keime erneut aufzunehmen. Beliebte Werkzeuge dabei sind Einweghandtuch und Ellenbogen. Die Hände wollen nun sorgfältig abgetrocknet werden, auch in den Fingerzwischenräumen. Das dafür ein sauberes Handtuch erforderlich ist, spricht sich langsam herum. Voila, so wäscht eine Hand die andere.

Zwanghaftes Händewaschen ist kein wünschenswertes Ziel, etwas Aufmerksamkeit für das Thema schon. Die Hände dürfen ruhig auch gewaschen werden, wenn sie noch nicht schmutzig aussehen. Die Krankheitserreger sind nun mal nicht mit den bloßen Augen zu erkennen.

P.S.

 

Was halten Sie davon und wer nimmt sich nun dem Thema an?

Die Begrüßung mit Handschlag
 wird für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan,
von den Streptokokken gar nicht zu reden. Karsten Noack

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2018
Überarbeitung: 24. Oktober 2018
Englische Version:
AN: #456
K: CNB
Ü:

Selbstbeweihräucherung: Selbstmarketing ohne Angeberei

Selbstbeweihräucherung: Selbstmarketing ohne Angeberei

Wie harmlos ist Selbstbeweihräucherung?
Selbstbeweihräucherung

Selbstbeweihräucherung: Wann Selbstmarketing zu viel wird

 

Über die eigenen Leistungen sprechen?

Das gehört in vielen beruflichen Situationen dazu.

In Bewerbungsgesprächen.

In Präsentationen.

Auf Websites.

In sozialen Medien.

Bei Pitches.

Und besonders dann, wenn du Verantwortung übernimmst und sichtbar werden möchtest.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Darf ich über mich selbst sprechen?“

Sondern:

„Wie tue ich es, ohne in Selbstbeweihräucherung abzurutschen?“

 

 

 

Was ist Selbstbeweihräucherung?

 

Selbstbeweihräucherung bezeichnet übertriebenes Eigenlob.

Jemand stellt die eigenen Leistungen, Fähigkeiten oder Eigenschaften besonders groß heraus.

Problematisch wird es vor allem, wenn:

  • die Darstellung deutlich größer ist als die belegbaren Leistungen
  • ständig die eigene Person im Mittelpunkt steht
  • Anteile anderer Menschen verschwinden
  • aus Information Selbsterhöhung wird
  • Widerspruch kaum noch zugelassen wird

Der Unterschied liegt weniger darin, ob du über Erfolge sprichst.

Er liegt darin, wie du es tust.

 

 

 

Selbstmarketing ist etwas anderes

 

Gutes Selbstmarketing macht sichtbar, was tatsächlich vorhanden ist.

Zum Beispiel:

  • Erfahrung
  • Kompetenz
  • Leistungen
  • Ergebnisse
  • Verantwortung
  • Positionen

Das ist weniger Angeberei als Orientierung.

Menschen können nur berücksichtigen, was sie kennen.

Wenn niemand weiß, was du kannst oder wofür du stehst, entstehen möglicherweise weniger Chancen.

Sichtbarkeit ist legitim.

Sie braucht weniger Übertreibung.

 

 

 

Die wichtige Grenze: zeigen oder aufblasen?

 

Ein einfacher Unterschied:

Selbstpositionierung sagt:

„Das habe ich getan.“

Selbstbeweihräucherung sagt:

„Daran kannst du erkennen, wie außergewöhnlich ich bin.“

Das erste liefert Information.

Das zweite fordert Bewunderung.

 

 

 

Belege sind stärker als Superlative

 

Vergleiche:

„Ich gehöre zu den führenden Experten meines Fachgebiets.“

mit:

„Seit 15 Jahren begleite ich internationale Transformationsprojekte und habe in dieser Zeit mehr als 40 Projekte geleitet.“

Die zweite Aussage liefert überprüfbare Information.

Das Urteil darf beim Gegenüber entstehen.

Je stärker die Fakten, desto weniger brauchst du große Adjektive.

 

 

 

Selbstlob wirkt anders, wenn andere es bestätigen können

 

Menschen reagieren sensibel darauf, warum jemand etwas über sich sagt.

Wenn eine starke Behauptung gut belegt ist, wird sie eher akzeptiert.

Wenn sie kaum überprüfbar ist, kann schneller der Eindruck entstehen:

„Hier möchte jemand vor allem Eindruck machen.“

Deshalb:

Behauptung und Beleg sollten zusammenpassen.

 

 

 

Der Kontext entscheidet

 

Selbstpromotion ist weniger grundsätzlich problematisch.

In manchen Situationen wird sie sogar erwartet.

Zum Beispiel:

  • Bewerbungsgespräche
  • Pitches
  • Vorstellungsrunden
  • Websites
  • LinkedIn-Profile
  • Akquisegespräche

Andere Situationen verlangen mehr Zurückhaltung.

Wenn beispielsweise ein Team eine Leistung gemeinsam erbracht hat, wirkt es befremdlich, wenn eine Person den gesamten Erfolg für sich reklamiert.

 

 

 

Das Problem mit der dauernden Selbstpromotion

 

Was einmal informiert, kann in permanenter Wiederholung anstrengend werden.

Wenn jedes Gespräch wieder zur Bühne für dieselben Erfolge wird, verschiebt sich die Wirkung.

Dann entsteht schnell der Eindruck:

Hier geht es weniger um das Thema als um die Person.

Selbstpromotion kann dann Sympathie und Vertrauen kosten.

 

 

 

Kompetenz und Sympathie sind weniger dasselbe

 

Menschen beurteilen andere unter anderem danach:

Kann diese Person etwas?

und:

Wie angenehm und vertrauenswürdig wirkt sie?

Starke Selbstpromotion kann auf der ersten Dimension hilfreich erscheinen.

Auf der zweiten kann sie Nachteile haben.

Deshalb lohnt sich ein ausgewogener Umgang mit der eigenen Leistung.

 

 

 

Selbstpromotion kann sogar Kompetenz weniger glaubwürdig machen

 

Besonders interessant:

Wenn Menschen bereits als kompetent gelten, kann übertriebene Selbstdarstellung Vertrauen beschädigen.

Dann entsteht möglicherweise der Eindruck:

„Warum muss diese Person sich selbst so stark verkaufen, wenn die Leistung für sich spricht?“

Je höher die tatsächliche Kompetenz, desto weniger muss sie durch ständige Behauptungen ersetzt werden.

 

 

 

Bescheidenheit ist jedoch ebenfalls weniger immer die Lösung

 

Das andere Extrem lautet:

„Ich sage lieber gar nichts über mich.“

Auch das kann problematisch sein.

Dann werden Leistungen übersehen.

Verantwortung bleibt unsichtbar.

Andere Menschen erhalten ein unvollständiges Bild.

Besonders im beruflichen Kontext kann übermäßige Zurückhaltung Chancen kosten.

Zwischen Angeberei und Unsichtbarkeit liegt ein großer Raum.

 

 

 

Die stärkste Form: relevante Information

 

Frag dich:

Welche Information braucht mein Gegenüber, um mich richtig einschätzen zu können?

Vielleicht:

  • meine Erfahrung
  • meine Rolle
  • eine konkrete Leistung
  • ein relevantes Ergebnis
  • meine Verantwortung

Dann sag genau das.

Weniger.

Und auch weniger mehr.

 

 

 

Ein guter Test

 

Streiche in deiner Selbstbeschreibung alle wertenden Adjektive.

Zum Beispiel:

  • führend
  • herausragend
  • einzigartig
  • renommiert
  • außergewöhnlich
  • visionär

Was bleibt?

Wenn die Fakten weiterhin überzeugen, brauchst du diese Wörter wahrscheinlich weniger.

 

 

 

Andere über dich sprechen lassen?

 

Das kann sehr hilfreich sein.

Referenzen.

Empfehlungen.

Kundenstimmen.

Messbare Ergebnisse.

Sie liefern eine Perspektive, die weniger vollständig aus deiner eigenen Selbstdarstellung stammt.

Das macht Aussagen häufig glaubwürdiger.

 

 

 

Doch auch geliehene Selbstbeweihräucherung bleibt Selbstbeweihräucherung

 

Es gibt eine subtilere Variante.

Zum Beispiel:

„Andere sagen ja immer, ich sei einer der besten …“

Oder:

„Es ist mir fast unangenehm zu erwähnen, dass …“

und anschließend folgt eine lange Erfolgsbilanz.

Versteckte Selbstpromotion wirkt weniger automatisch bescheidener.

Sie kann sogar manipulativer erscheinen, weil ihre Absicht verdeckt wird.

 

 

 

Humblebragging: Bescheidenheit als Verpackung

 

Eine typische Variante lautet:

„Ich weiß gar nicht, warum mich schon wieder alle für diesen Preis nominieren.“

Oder:

„Es ist wirklich anstrengend, dass mein Kalender ständig wegen so vieler Anfragen voll ist.“

Der eigentliche Zweck ist trotzdem:

eine positive Information über die eigene Person zu transportieren.

Dann ist eine klare, direkte Aussage häufig glaubwürdiger.

 

 

 

Eigenleistung und Teamleistung

 

Gerade bei Führungskräften ist diese Unterscheidung wichtig.

Ein Ergebnis ist häufig weniger ausschließlich die Leistung einer einzelnen Person.

Gute Selbstpositionierung kann beides zeigen:

den eigenen Beitrag

und

den Beitrag anderer.

Zum Beispiel:

„Ich habe die strategische Neuausrichtung verantwortet. Die Umsetzung war eine starke Leistung unseres Teams.“

Damit wirst du weniger kleiner.

Du wirst genauer.

 

 

 

Andere sichtbar zu machen kann die eigene Wirkung stärken

 

Interessanterweise muss Selbstpositionierung weniger ausschließlich aus Selbstlob bestehen.

Menschen können eigene Leistungen nennen und gleichzeitig Leistungen anderer anerkennen.

Diese Kombination kann Kompetenz zeigen, ohne dass Wärme und Verbundenheit verloren gehen.

Wer anderen glaubwürdig Anerkennung geben kann, wirkt weniger abhängig davon, selbst ständig im Mittelpunkt zu stehen.

 

 

 

Selbstbeweihräucherung in Führung

 

Bei Führungskräften hat Selbstbeweihräucherung besondere Nebenwirkungen.

Wenn eine Führungskraft:

  • Erfolge überwiegend sich selbst zuschreibt
  • Fehler anderen überlässt
  • ständig die eigene Bedeutung betont
  • Widerspruch als Angriff behandelt

kann das Vertrauen im Umfeld beschädigen.

Menschen beobachten sehr genau, wie Anerkennung und Verantwortung verteilt werden.

 

 

 

Executive Presence braucht weniger Selbsterhöhung

 

Gerade in verantwortungsvollen Rollen entsteht manchmal ein Missverständnis:

„Ich muss ständig zeigen, wie kompetent ich bin.“

Das kann zu Übererklärung, Statussignalen und permanenter Selbstpositionierung führen.

Executive Presence entsteht anders.

Zum Beispiel durch:

  • Klarheit
  • Orientierung
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Ruhe unter Druck
  • präzise Kommunikation
  • Verantwortungsübernahme

Wer Wirkung hat, muss sie weniger permanent behaupten.

→ Executive Presence

 

 

 

Selbstbeweihräucherung in Präsentationen

 

Auch Präsentationen können darunter leiden.

Besonders Unternehmenspräsentationen beginnen gern mit:

„Wir sind Marktführer.“

„Wir sind innovativ.“

„Wir sind einzigartig.“

Interessanter für das Publikum ist häufig:

Was bedeutet das für mich?

Deshalb:

weniger Selbstbeschreibung.

mehr Relevanz.

 

 

 

Selbstbeweihräucherung auf LinkedIn und Social Media

 

Soziale Netzwerke fördern Sichtbarkeit.

Damit fördern sie auch Selbstdarstellung.

Das ist weniger grundsätzlich problematisch.

Doch wenn jeder Beitrag lautet:

„Ich bin unglaublich stolz …“

„Ich fühle mich geehrt …“

„Was für eine unglaubliche Reise …“

kann der eigentliche Inhalt verschwinden.

Eine hilfreiche Frage:

Welchen Wert hat dieser Beitrag für die Menschen, die ihn lesen?

 

 

 

Erfolg erzählen, ohne zu prahlen

 

Eine gute Struktur lautet:

  1. Was war die Ausgangssituation?
  2. Was war meine Aufgabe?
  3. Was habe ich konkret getan?
  4. Was war das Ergebnis?
  5. Was ist daran für mein Gegenüber relevant?

Damit entsteht eine nachvollziehbare Geschichte.

Weniger eine Lobeshymne.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Selbstbeweihräucherung:

„Ich bin ein außergewöhnlich erfolgreicher Change Leader und verstehe es wie kaum jemand, Menschen durch Transformationen zu führen.“

Konkrete Positionierung:

„In den vergangenen sechs Jahren habe ich drei größere Transformationsprogramme geleitet. Besonders wichtig war mir dabei, Führungskräfte früh einzubeziehen und Entscheidungswege klar zu machen.“

Die zweite Variante überlässt einen größeren Teil der Bewertung dem Gegenüber.

 

 

 

Wann Selbstlob sinnvoll sein kann

 

Es gibt Situationen, in denen du deine Leistung ausdrücklich benennen solltest.

Zum Beispiel:

  • wenn dein Beitrag sonst unsichtbar bleibt
  • wenn Verantwortlichkeiten geklärt werden
  • im Bewerbungsgespräch
  • bei Gehalts- und Beförderungsgesprächen
  • bei Akquise und Positionierung
  • wenn eine Entscheidung Informationen über deine Kompetenz benötigt

Die Alternative zur Selbstbeweihräucherung ist weniger Schweigen.

Sie ist Präzision.

 

 

 

Eine einfache Prüffrage

 

Bevor du etwas über dich selbst sagst, frag:

Informiere ich gerade – oder möchte ich bewundert werden?

Die Grenze ist weniger immer eindeutig.

Doch die Frage ist erstaunlich hilfreich.

 

 

 

Weitere fünf Fragen

 

  1. Ist meine Aussage konkret belegbar?
  2. Ist sie für mein Gegenüber relevant?
  3. Zeige ich meinen tatsächlichen Anteil korrekt?
  4. Lasse ich Raum für den Beitrag anderer?
  5. Kann ich das Urteil über meine Qualität teilweise dem Gegenüber überlassen?

Wenn du diese Fragen überzeugend beantworten kannst, bist du meist weit entfernt von leerer Selbstbeweihräucherung.

 

 

 

Bescheidenheit und Selbstwert

 

Weder Selbstbeweihräucherung noch übertriebene Bescheidenheit sind besonders gute Hinweise auf gesunden Selbstwert.

Ein stabileres Selbstverständnis braucht weniger:

„Ich bin besser als die anderen.“

Und weniger:

„Ich darf meine Leistung kaum nennen.“

Es erlaubt:

„Das kann ich. Das habe ich geleistet. Und das ist mein Anteil.“

 

 

 

Authentisches Selbstmarketing

 

Für mich bedeutet authentisches Selbstmarketing:

  • sichtbar machen, was tatsächlich vorhanden ist
  • Relevanz für andere herstellen
  • Belege liefern
  • Übertreibung vermeiden
  • die Leistungen anderer anerkennen
  • die eigene Persönlichkeit weniger künstlich aufblasen

Du musst dich weniger kleiner machen.

Du musst dich auch weniger größer machen.

Die passende Größe reicht.

 

 

 

Wenn Selbstpositionierung beruflich wichtig wird

 

Gerade bei neuen Rollen, Karriereschritten und größerer Verantwortung entstehen häufig Fragen wie:

Wie spreche ich über meine Leistungen?

Wie positioniere ich mich klar?

Wie werde ich sichtbar, ohne aufgesetzt zu wirken?

Wie vertrete ich Kompetenz, ohne permanent beweisen zu wollen, dass ich kompetent bin?

Das sind weniger Fragen der Selbstdarstellung allein.

Sie betreffen:

  • Rollenverständnis
  • Kommunikation
  • Selbstführung
  • Executive Presence
  • persönliche Positionierung

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um persönliche Positionierung, Wirkung, Sichtbarkeit oder Kommunikation geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation von hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite im Mittelpunkt steht.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du an deiner persönlichen Positionierung arbeiten möchtest, beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • in welchem Kontext du sichtbarer werden möchtest
  • wie du dich bisher präsentierst
  • was daran für dich noch weniger stimmig ist
  • was du erreichen möchtest

Dann können wir sehr konkret an Sprache, Wirkung und Positionierung arbeiten.

→ Zusammenarbeit anfragen

 

 

 

Fazit: sichtbar sein, ohne sich aufzublasen

 

Selbstbeweihräucherung ist übertriebenes Eigenlob.

Sie entsteht dort, wo Selbstdarstellung größer wird als Substanz und Relevanz.

Die Alternative ist weniger falsche Bescheidenheit.

Sie lautet:

Sprich klar über das, was du kannst.

Nenne, was du geleistet hast.

Belege deine Aussagen.

Gib anderen ihren Anteil.

Und lass dein Gegenüber einen Teil des Urteils selbst fällen.

So wird aus Eigenlob glaubwürdige Selbstpositionierung.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Wer sich selber lobt, findet schnell seine Spötter. Publius Syrus

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Paradigma und Paradigmenwechsel

Paradigma und Paradigmenwechsel

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...

Überblick

 

 

 

 

Paradigma

 

Ein Paradigma ist ein auf wissenschaftlichen Überzeugungen beruhendes Weltbild.

Ein solches tief sitzendes Denkmuster zu verändern, erfordert Überwindung und wird als Paradigmenwechsel bezeichnet. Er erfordert oft erst ausreichenden Zweifel, bevor eine Veränderung in Betracht gezogen wird. Zu direkte Überzeugungsarbeit erzeugt leicht Widerstand.

 

 

 

Paradigmenwechsel

 

Umgangssprachlich ist ein Paradigmenwechsel entweder eine für besonders wichtig gehaltene wissenschaftliche Entwicklungen oder beispielsweise eine grundlegende Veränderung bei Prozessen, Ansichten etc.

P.S.

 

Bei welchen Paradigmen ist es an der Zeit an ihnen zu rütteln?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Keine Kritik ist genug Lob

 

Richtig betonen: Bogensätze statt Girlandensätze

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

 

Als Coach war ich in diesem Jahr für ein Unternehmen tätig, dass sich vorgenommen hat, die definierten Werte auch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Im Nachgang gab ich für deren Mitarbeiterzeitung ein Interview zum Thema Wertschätzung. Hier meine Antworten und ergänzenden Anmerkungen.

 

 

 

Was ist wertschätzender Umgang?

 

Der Begriff Wertschätzung verkommt zum Buzzword, er wird heute inflationär verwendet und selten ehrlich gemeint. Obwohl Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung für Leistungen verwechselt wird, reicht echte Wertschätzung deutlich weiter. Sie betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen.

Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Anerkennung und Wohlwollen. Wertschätzung zeichnet sich durch Interesse, Aufmerksamkeit,  Zugewandtheit und Freundlichkeit aus.

Wertschätzung ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis im Berufs- genauso wie im Privatleben. Wir wollen, mit dem, was wir sind, was wir tun und leisten, gesehen und anerkannt, also wertgeschätzt werden.

Vorteile echter Wertschätzung

… für das Unternehmen

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Mitarbeiterbindung, geringere Fluktuation
    Attraktivität als Arbeitgeber
  • Steigerung der Motivation
    Leistungsbereitschaft
    Kreativität
  • Gesündere Mitarbeiter
    Reduzierte Fehlzeiten
  • Verbesserte Kommunikation

… für die Mitarbeiter

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Wohlbefinden
    Konzentration
  • Steigerung der Motivation
    Kreativität
  • Gesundheit
    Positive psychische und physische Auswirkungen
  • Verbesserte Kommunikation

Wertschätzen hat direkt mit Geld zu tun, oder?

 

Geld ist ein flexibles Hilfsmittel für den Austausch von Leistungen. So gilt guter Verdienst für gute Arbeit als fair. Doch Geld allein genügt nicht für ein erfüllendes Berufsleben. Wir Menschen werden bewusst und unbewusst durch unsere Werte gesteuert. Unsere Werte treiben uns an, sie sind der Motor unserer Motivation. Sie stehen dafür, was uns im Privat- und Berufsleben besonders wichtig ist. Werden grundlegende Werte nicht befriedigt, fehlt etwas, das sich mit Geld nur bedingt ausgleichen lässt

 

 

 

Wie zeigen Unternehmen Wertschätzung?

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen?

Menschen verabscheuen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe zu sein. Teil eines großen Ganzen zu sein, kann hingegen sehr motivierend sein.

Lob aus der Gießkanne schadet. Wertschätzung ist stets individuell. Ohne ehrliches Interesse bleibt es an der Oberfläche und perlt ab. Die tatsächliche Haltung dringt früher oder später durch.

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die kommunizierten Werte dann auch konsequent leben. Und das ist eher eine Seltenheit! Zu oft wird Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Umso erfreulicher, wenn Unternehmen auch die nächste Stufe nehmen. Es gibt nur wenige glaubhafte Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Erklärungen auf dem Papier. Ein Slogan verbessert noch keine Unternehmenskultur. Zugegeben, die Werte vom Papier in den Alltag zu transportieren ist eine dauerhafte Herausforderung und keine leichte. Es erfordert einige Aufmerksamkeit, doch es lohnt sich für alle Beteiligten.

 

 

 

Tipps für die Mitarbeiter: Was kann jeder einzelne tun?

 

Das Thema ist ja nicht nur geeignet, sich das Verhältnis Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzusehen, sondern auch das der Kollegen untereinander. Wie kann ich zeigen, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen wertschätze?

Den Mund aufmachen und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte nur Menschen. Es ist kaum möglich zu oft genug Danke zu sagen und es kostet so wenig. Mit Menschen, die sich geschätzt fühlen, arbeitet es sich besser zusammen. Wer andere Menschen mit Respekt behandelt, wird in den meisten Fällen ebenfalls mit Respekt behandelt. Dabei spielt übrigens auch die Körpersprache eine große Rolle, weil sie zeigt, ob das Gesagte auch tatsächlich gemeint ist.

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder durchaus mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut.

 

 

Noch ein paar Beispiele?

 

  • Menschen auf Augenhöhe begegnen
  • Lächeln
    Ein echtes Lächeln vermittelt Wärme und Sympathie, Zeichen der Wertschätzung.
  • Interesse
    Zuhören und ungeteilte Aufmerksamkeit
  • Verzicht auf Floskeln und Lippenbekenntnisse
  • Aufmerksamkeiten

 

 

 

Weshalb tun sich manche Menschen damit so schwer?

 

Viele Menschen tun sich schwer mit der Wertschätzung. Ein Grund dafür: Weil wir nicht geben können, was wir selbst nicht spüren. Ohne stabiles Selbstwertgefühl gibt es auch keine Wertschätzung für andere Menschen. Wer selbst glaubt, nicht wertvoll zu sein, ist kaum in der Lage, sich selbst und andere wirklich wertzuschätzen. Stattdessen dominieren Neid und Missgunst – ich bin zuerst dran -, die leider in unserer Gesellschaft zu viel Raum eingenommen haben. Wer Wertschätzung an den Tag legt, macht die Welt ein Stück lebenswerter.

Umfrageergebnisse

 

Fühlen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt?

%

Selten bis nie

%

Gerade so ausreichend

%

Oftmals

Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 633)

Wertschätzung im Unternehmen ist …

%

selten ernst gemeint.

%

meist ernst gemeint.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 645)

Ergänzende Artikel

 

Echte Kultur offenbart sich in der Wertschätzung der Persönlichkeit. Paul de Lagarde

Interview zum Thema Wertschätzung in Unternehmen

 

Im Anschluss an ein Projekt wurde ich interviewt. Hier die Fragen und meine Antworten:

 

Respekt, Wohlwollen und Anerkennung

 

Karsten Noack arbeitet seit fast 20 Jahren als Coach und Berater, für Unternehmen und Führungskräfte. Beim Mitarbeiterfest der STADT UND LAND hat er mit den Kolleginnen und Kollegen über wertschätzenden Umgang im Unternehmen gesprochen. Wir haben nachgefragt, was für ihn dahintersteckt:

 

 

Herr Noack, was ist wertschätzender Umgang? 

 

Der Begriff Wertschätzung wird heute beinahe inflationär und leider viel zu oft falsch verwendet. Umgangssprachlich wird Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung von Leistung gleichgesetzt. Echte Wertschätzung geht weiter, betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen. Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Wohlwollen und Anerkennung. Wertschätzung drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus. 

 

 

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen? 

 

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die geteilten auch Werte konsequent leben. Leider ist das allerdings eher die Ausnahme! Umso erfreulicher, dass die STADT UND LAND bereit war, diesen nächsten Schritt weiterzugehen. Das ist eine der wenigen glaubhaften Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Absichtserklärungen auf dem Papier. 

 

 

 

Haben Sie auch einen Tipp für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst? Was kann jeder einzelne Mitarbeiter beitragen? 

 

Jeder von uns kann den Mund aufmachen, sich in geeigneter Weise ausdrücken und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte weiterhin Menschen. Danke können wir nicht oft genug sagen. Es kostet so wenig und bringt so viel. 

 

 

 

Und wie kann ich meinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber ausdrücken, dass ich sie wertschätze?

 

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder ruhig mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und auch ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut. 

P.S.

 

Wie stehst du zum Thema Wertschätzung?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Als Coach war ich in diesem Jahr für ein Unternehmen im Einsatz, dass sich auf die Fahne geschreiben hat die gewählten Werte auch tatsächlich zu leben. Im Nachgang gab ich für deren Mitarbeiterzeitung ein Interview zum Thema Wertschätzung.

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2017
Überarbeitung: 13. August 2019
Englische Version:
AN: #64160
K: CNB
Ü:

Alles egal? Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

Alles egal? Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

Benötigen wir eine respektvollere und breitere Diskussionskultur in Deutschland?
Wir benötigen eine respektvollere Diskussionskultur in Deutschland

Fake News, Propaganda, Filterblasen und Diskussionskultur

 

Benötigen wir eine respektvollere und breitere Diskussionskultur in Deutschland? Welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung?

 

 

 

Überblick

 

Keine Freude: Fake News, Propaganda und Filterblasen

 

Freude an lebhaften Debatten im Bundestag kommt in letzter Zeit eher selten auf. Schade, denn die freie Meinungsbildung ist wesentlich für eine gesunde Demokratie. Früher hatten die Debatten im Bundestag, deren Darstellung in den öffentlich-rechtlichen Sendern und der Druckpresse großen Einfluss auf die Meinungsbildung der Wähler. Hier und da wurde auch diskutiert, mitunter sogar bei unterschiedlichen Meinungen. Heute werden wir an allerlei Stellen mit Informationen und Meinungen bombardiert. Wobei die Quellen nicht immer deutlich ihre tatsächlichen Interessen offenlegen.

 

 

 

Ändert sich gerade etwas?

 

Eine Million Kommentare unter einem Katzenbild auf Facebook?
Es könnte ein Bot gewesen sein.

 

Mit dem Einzug des Fernsehens in die Haushalte veränderte sich einiges für die Politik. Ein anschauliches Beispiel lieferte der Wahlkampf zum US-Präsidenten von Richard Nixon und John Fitzgerald Kennedy. Nach einer Debatte wollten die meisten Radiohörer Nixon wählen und die Fernsehzuschauer Kennedy. Seitdem spielt die persönliche Ausstrahlung von Kandidaten eine wesentliche Rolle. Seit Barack Obama und nun Donald Trump wird den sozialen Medien immenser Einfluss zugesprochen. Die Folgen werden recht unterschiedlich beurteilt. Welche Konsequenzen hat das für die Politik in Deutschland?

 

 

 

Inwieweit beeinflusst die Stimmung in den sozialen Medien politische Wahlen?

 

Sind Filterblase und Echokammereffekt nur relevant in extremen Parallelwelten am Gesellschaftsrand oder betrifft das Phänomen einen viel größeren Anteil der Wählerschaft? Philosophisch veranlagte Zeitgenossen erinnern ja gerne daran, dass schon die Beschäftigung mit diesem Phänomen Filtern unterliegt. Verzwickt!

Video

 

https://youtu.be/x9Cy5CtWcQs

Umfrageergebnisse

 

Die Stimmung in den sozialen Medien hat auf die Bundestagswahlen …

%

... großen Einfluss.

%

... etwas Einfluss.

%

... keinen Einfluss.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (n= 2903)

Sind Filterblase und Echokammereffekt nur ein Phänomen am Rande der Gesellschaft?

%

Nein

%

Ja

%

Eher, aber nicht ausschließlich

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (2009, n= 2910)

Ich nutze das Internet auch, um mich mit Andersdenkenden auszutauschen

%

Nein

%

Ja

%

Selten

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (2009, n= 2903)

P.S.

 

Brauchen wir eine breitere Diskussionskultur und wenn ja, wie könnte sie gefördert werden? Sind nicht gerade die digitalen Medien im Grunde hervorragend dafür geeignet?

Eine Million Kommentare unter einem Katzenbild auf Facebook? Es könnte ein Bot gewesen sein.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371
K:CNC
Ü:

Shit happens: Akzeptieren, was ist – und weitergehen

Shit happens

Akzeptieren, was ist – und weitergehen
Ausspruch von US-Amerikanern, wenn eine unerwünschte Situation eintritt, die sie locker hinnehmen.

Shit happens: Akzeptieren, was ist – und entscheiden, was jetzt zählt

 

Es ist passiert.

Die Gelegenheit ist weg.

Du hast einen Fehler gemacht.

Jemand hat anders entschieden, als du gehofft hattest.

Eine Zusammenarbeit ist gescheitert.

Der Plan funktioniert nicht.

Oder das Leben hat sich schlicht geweigert, deinem Plan zu folgen.

Jetzt gibt es zwei Fragen.

Die erste lautet:

Wie konnte das passieren?

Die zweite:

Was mache ich jetzt damit?

Beide können wichtig sein.

Doch irgendwann entscheidet vor allem die zweite darüber, wie es weitergeht.

 

 

 

Shit happens

 

Der Ausdruck ist ziemlich direkt.

Und gerade deshalb steckt etwas Interessantes darin.

Es ist passiert.

Damit ist keineswegs gesagt:

Es ist egal.

Es ist gut.

Es war unvermeidbar.

Oder du sollst dich darüber freuen.

Es bedeutet zunächst lediglich:

Die Realität ist jetzt so.

Und jede sinnvolle nächste Entscheidung muss von dieser Realität ausgehen.

 

 

 

Akzeptanz bedeutet, mit der Wirklichkeit zu beginnen

 

Wir verwenden das Wort Akzeptanz häufig so, als bedeute es Zustimmung.

Das sind zwei verschiedene Dinge.

Du kannst anerkennen:

„Diese Entscheidung ist gefallen.“

und sie trotzdem bedauern.

Du kannst anerkennen:

„Ich habe einen Fehler gemacht.“

und ihn trotzdem korrigieren wollen.

Du kannst anerkennen:

„Dieser Mensch verhält sich so.“

und daraus die Konsequenz ziehen, Abstand zu schaffen.

Akzeptanz bedeutet:

Ich höre auf, meine nächsten Entscheidungen von einer Wirklichkeit abhängig zu machen, die ich lieber hätte.

Das schafft Handlungsspielraum.

 

 

 

Der Kampf gegen das bereits Geschehene

 

Manche Probleme besitzen zwei Ebenen.

Da ist zunächst das Ereignis.

Und dann ist da unser Kampf damit.

„Das hätte nicht passieren dürfen.“

„Warum ausgerechnet jetzt?“

„Wenn ich damals doch …“

„Er hätte …“

„Sie hätte …“

Manche dieser Gedanken sind für die Auswertung wichtig.

Doch irgendwann verändern sie das Geschehene kaum noch.

Dann wird aus Nachdenken Kreisen.

Die Vergangenheit bekommt immer mehr Aufmerksamkeit.

Die Gegenwart immer weniger.

Eine hilfreiche Frage lautet deshalb:

Gibt es hier noch etwas zu verstehen oder versuche ich gerade, das Geschehene nachträglich ungeschehen zu machen?

 

 

 

Akzeptanz ist keine Resignation

 

Resignation sagt:

„Es hat ohnehin keinen Sinn.“

Akzeptanz sagt:

„Das ist die Ausgangslage. Welche Möglichkeiten habe ich von hier aus?“

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Akzeptanz beendet den Kampf mit Tatsachen.

Und kann gerade dadurch Energie für Veränderung freisetzen.

 

 

 

Drei Bereiche unterscheiden

 

Wenn etwas schiefgegangen ist, hilft eine einfache Sortierung.

 

1. Was kann ich noch verändern?

Dann handle.

Führe das Gespräch.

Korrigiere den Fehler.

Verändere den Plan.

Bitte um Unterstützung.

Treffe eine neue Entscheidung.

 

 

2. Was kann ich beeinflussen?

Dann entscheide, wie viel Energie der Einfluss wert ist.

Vielleicht kannst du überzeugen.

Verhandeln.

Eine Entwicklung anstoßen.

Oder Rahmenbedingungen verändern.

 

 

3. Was kann ich nicht mehr verändern?

Dann besteht die Aufgabe darin, deine nächsten Entscheidungen auf die Realität auszurichten.

Genau hier wird Akzeptanz wichtig.

 

 

 

Fehler brauchen Verantwortung statt Selbstbestrafung

 

Besonders schwer fällt Akzeptanz, wenn wir selbst etwas verursacht haben.

„Wie konnte ich so dumm sein?“

„Das hätte ich wissen müssen.“

„Warum habe ich …?“

Eine ehrliche Auswertung ist wertvoll.

Selbstbestrafung liefert dagegen selten zusätzliche Erkenntnis.

Hilfreicher sind vier Fragen:

Was ist passiert?

Welchen Anteil habe ich daran?

Was kann ich noch korrigieren?

Was lerne ich für die nächste Entscheidung?

Verantwortung schaut auf Konsequenzen und Möglichkeiten.

Selbstvorwürfe können uns dagegen lange an derselben Stelle halten.

 

 

 

Was wäre jetzt hilfreich?

 

Diese Frage klingt unspektakulär.

Ich halte sie für ausgesprochen kraftvoll.

Wenn etwas schiefgeht, fragen wir schnell:

Wer ist schuld?

Warum ist das passiert?

Wie konnte das geschehen?

All das kann relevant sein.

Und dann braucht es irgendwann:

Was wäre jetzt hilfreich?

Vielleicht eine Entscheidung.

Vielleicht ein Gespräch.

Vielleicht eine Entschuldigung.

Vielleicht Abstand.

Vielleicht Schlaf.

Vielleicht professionelle Unterstützung.

Vielleicht die Erkenntnis:

Heute muss überhaupt nichts mehr entschieden werden.

 

 

 

Manche Dinge brauchen Zeit

 

Handlungsfähigkeit bedeutet keineswegs permanente Aktivität.

Nach manchen Ereignissen braucht es zunächst Zeit.

Trauer.

Enttäuschung.

Wut.

Erschöpfung.

Orientierung.

Dann kann die klügste Entscheidung sein, noch keine große Entscheidung zu treffen.

Auch das ist Selbstführung:

erkennen, wann Handeln dran ist – und wann Verarbeitung Raum braucht.

 

 

 

Vorsicht vor erzwungener Positivität

 

Nach Rückschlägen hören Menschen schnell:

„Wer weiß, wofür es gut ist.“

Vielleicht zeigt sich irgendwann tatsächlich etwas Wertvolles.

Vielleicht auch nicht.

Wir müssen einem Verlust keinen tieferen Sinn verleihen, damit wir mit ihm umgehen können.

Eine nüchternere Haltung reicht:

Es ist geschehen. Was möchte ich jetzt daraus machen?

Damit bleibt die Zukunft offen.

 

 

 

Der Unterschied zwischen Ursache und Lösung

 

Die Ursache eines Problems und seine Lösung liegen keineswegs immer am selben Ort.

Vielleicht hat jemand anderes die Situation verursacht.

Trotzdem liegt ein Teil der Lösung jetzt bei dir.

Das kann ungerecht wirken.

Und trotzdem Handlungsspielraum schaffen.

Du musst keineswegs verantwortlich für das Problem sein, um Verantwortung für deinen nächsten Schritt zu übernehmen.

 

 

 

Der Realitäts-Kompass

 

Wenn etwas anders gelaufen ist als erhofft, helfen fünf Fragen.

 

1. Was ist tatsächlich geschehen?

Ohne Beschönigung und ohne zusätzliche Katastrophengeschichte.

 

2. Was lässt sich noch verändern?

Hier lohnt sich Handlung.

 

3. Was lässt sich beeinflussen?

Hier lohnt sich eine bewusste Entscheidung über den Einsatz deiner Energie.

 

4. Was ist bereits Realität?

Hier beginnt Akzeptanz.

 

5. Was ist jetzt der nächste hilfreiche Schritt?

Nicht die Lösung für alles.

Der nächste Schritt.

 

 

 

Gelassenheit braucht Urteilskraft

 

Die berühmte Idee, unterscheiden zu können zwischen dem, was wir verändern können, und dem, was wir annehmen müssen, trifft einen wichtigen Punkt.

Die eigentliche Schwierigkeit liegt häufig in der Unterscheidung.

Wann kämpfe ich weiter?

Wann verändere ich meine Strategie?

Wann lasse ich los?

Wann brauche ich Geduld?

Wann eine klare Grenze?

Wann eine Entscheidung?

Dafür gibt es selten eine universelle Formel.

Es braucht Urteilskraft.

 

 

 

Shit happens – und dann?

 

Vielleicht ist genau das der wertvollere Teil des Satzes.

Shit happens. And then?

Was jetzt?

Was möchtest du bewahren?

Was verändern?

Was lernen?

Was loslassen?

Welche Entscheidung steht an?

Wo lohnt sich dein Einfluss?

Und wo verbrauchst du Kraft im Kampf gegen etwas, das bereits Realität ist?

 

 

 

Fazit: Beginne mit der Realität

 

Wir können sorgfältig planen.

Gute Entscheidungen treffen.

Risiken berücksichtigen.

Uns vorbereiten.

Und trotzdem wird manches anders kommen.

Dann beginnt eine andere Form von Kompetenz.

Nicht:

alles kontrollieren.

Sondern:

die Realität klar sehen und von dort aus weitergehen.

Akzeptiere, was bereits ist.

Verändere, was sich verändern lässt.

Lerne, was sich lernen lässt.

Und richte deine Aufmerksamkeit wieder auf die Frage, die jetzt zählt:

Was ist mein nächster guter Schritt?

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026