Frotzelei: Ja, und? Kommunikation und Risiken

Frotzelei: Ja, und? Kommunikation und Risiken

Was ist eine Frotzelei?

Frotzeleien

 

Frotzeleien sind freundliche, oft humorvolle und spielerische Neckereien, die typischerweise zwischen Personen stattfinden, die miteinander vertraut sind.

Sie sind in der Regel gut gemeint und sollen keine Verletzungen herbeiführen, sondern vielmehr die Beziehung durch gemeinsames Lachen und Scherzen stärken. Frotzeleien können als Form der sozialen Interaktion betrachtet werden, die dazu dient, Spannungen zu lösen oder einfach nur die Stimmung zu heben. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn was als harmlose Frotzelei gemeint ist, kann vom Gegenüber unter Umständen auch als unangenehm oder beleidigend aufgefasst werden. Daher ist es wichtig, den Kontext und die Beziehung der beteiligten Personen zu berücksichtigen.

Es handelt sich um einen besonders in Süddeutschland und Österreich gebräuchlichen Ausdruck für Fopperei, Streich, Schabernack, Neckerei. Jemanden frotzeln bedeutet ihn aufzuziehen, sich humorvoll über einen anderen lustig machen. Tendenziell wird Frotzelei eher als Necken gemeint. Doch Vorsicht ist angebracht: Wenn sie misslingen oder übertrieben werden, können sie ermüdend wirken und manchmal auch verletzen.

 

 

 

Verbindend oder trennend?

 

Meine Frau Christine findet Frotzeleien lustig, ich nicht! Möglicherweise hat das ja etwas mit der jeweiligen Definition zu tun. 

Sozial kompetente Beteiligte können damit vermutlich spielerisch umgehen. Es kann sogar liebevolle Formen annehmen. Allerdings verfügt ja nicht die gesamte Bevölkerung über die gleiche Ausstattung. So besteht zum einen die Gefahr, dass Beteiligte Grenzen überschreiten, oder das zumindest so empfunden wird.

Auch hier gilt, die Empfänger entscheiden für sich über die Bedeutung einer Botschaft und das muss dann nicht mit der Absicht der Absender übereinstimmen. Wer sich mit Poes Gesetz beschäftigt hat und regelmäßig Redegelegenheiten erlebt und auswertet, wird da vorsichtiger.

 

 

 

Poes Gesetz

 

Poes Gesetz ist ein Internetphänomen, das besagt, dass es ohne klare Hinweise wie ein Emoji oder expliziten Hinweis sehr schwer sein kann, Parodie oder extremen Standpunkt von echten Meinungen zu unterscheiden, insbesondere in textbasierten Kommunikationsformen wie Online-Foren oder sozialen Medien. Dieses Gesetz wurde von Nathan Poe im Kontext einer Online-Diskussion über Kreationismus formuliert.

Die Verbindung zwischen Poes Gesetz und Frotzeleien besteht darin, dass beide die Schwierigkeiten der Kommunikation und Missverständnisse in textbasierten Medien hervorheben. Frotzeleien, die mündlich oft durch Tonfall, Gesichtsausdrücke und Körpersprache als scherzhaft erkennbar sind, können in schriftlicher Form leicht falsch interpretiert werden. Ohne diese zusätzlichen Hinweise kann die spielerische und freundliche Absicht hinter einer Frotzelei verloren gehen, ähnlich wie es bei ironischen oder satirischen Kommentaren gemäß Poes Gesetz der Fall ist.

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es daher wichtig, bei der Kommunikation in Textform klarzustellen, wenn etwas als Scherz oder spielerische Neckerei gemeint ist, etwa durch die Nutzung von Emojis oder anderen klärenden Zusätzen. Dies hilft, die richtige Interpretation zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die Frotzelei als freundlich und humorvoll aufgefasst wird, wie beabsichtigt.

 

 

 

 

Ja, und?

 

Eine Frotzelei ist in der Regel nicht bösartig gemeint und sollte nicht als Beleidigung oder Angriff aufgefasst werden.

Was sich liebt, das neckt sich.

Sprichwort

 

Ist das so oder …? Es ist wichtig, bei einer Frotzelei die Grenzen anderer zu respektieren und sich zu vergewissern, dass sie die Frotzelei auch als solche verstehen und nicht als Beleidigung auffassen. Wenn jemand sich beleidigt oder verletzt fühlt, sollte man sich entschuldigen und darauf achten, in Zukunft solche Frotzeleien zu vermeiden.

Eine Frotzelei kann in verschiedenen Situationen gemacht werden, zum Beispiel in Gesprächen mit Freunden oder Kollegen, um die Stimmung aufzuhellen oder um ein Thema auf humorvolle Weise zu besprechen. Es ist wichtig, dass bei einer Frotzelei beide Seiten die Absicht verstehen und dass niemand beleidigt oder verletzt wird.

P.S.​

 

Wie stehst du zu Frotzeleien, hast du dazu Fragen oder respektvolle Kommentare?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. März 2015
Überarbeitung: 1. Mai 2024
AN: #232
K: CNB
Ü:

10 Tipps für den Expertenstatus

10 Wege zum Expertenstatus

Authentisches Selbstmarketing für Spezialisten

Tipps für den Expertenstatus

Expertenstatus

 

Wofür ich schon alles als Experte bezeichnet wurde, ist belustigend. Zumindest, soweit ich mit da Humor erlaube, denn das ist nicht in meinem Interesse. Wer für alles Experte ist, ist für nichts Experte. Außerdem ist die Zuschreibung etwas, dass auf Können und Leistung beruhen sollte. Erfahrungen braucht Zeit, wenn das auch kein ausreichendes Kroterium ist. Es gibt Menschen, die es schaffen eine Ewigkeit in einem Bereich unterwegs zu sein, ohne Erfahrungen anzusammeln, die einen Expertenstatus mit sich bringen.

Schön, wenn der Expertenstatus auch gerechtfertigt ist.

Ein Expertenstatus hilft. Experten sind in ihrer Branche gefragter. Weshalb? Weil Kunden sich lieber von jemandem helfen lassen, der weiß, wovon er spricht. Wer als Expertin oder Experte bestehen will, bleibt am Ball und baut den Abstand aus. Und das sowohl bei den Erfahrungen als auch beim Marketing. Hier erfährst du, wie du dir deinen verdienten Expertenstatus erarbeiten kannst. 

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/wmoYBgNpulA

 

Bist du eine Expertin, ein Experte?

 

Drei Dinge machen einen guten Meister:
Wissen, Können und Wollen!

Sprichwort

 

 

 

Wozu Expertenstatus?

 

Der Expertenstatus hilft. Experten sind in ihrer Branche gefragter. Weshalb?

Von wegen ein Experte ist nur jemand, der ein Problem für jede Lösung hat. Tatsächlich sind Experten Problemversteher und Problemlöser in einer Person. Dem Profi gelingt, was der Laie sich wünscht. Egal in welcher Branche – als Experte wahrgenommen zu werden, bringt mehr Bekanntheit, mehr Kunden und Möglichkeiten, sich professionell weiterzuentwickeln. Dass wiederum stärkt den Expertenstatus, woraus …. 
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Endlich einmal ein begrüßenswerter Kreislauf!

 

Vorteile des Expertenstatus:

  • Es macht mehr Spaß in etwas Meisterschaft zu erlangen und zu erhalten
  • Höhere Honorare, bessere Verhandlungsposition
  • Schneller mit weniger Aufwand durch relevante Erfahrungen
  • Höheres Ansehen, mehr Vertrauen, weniger relevanter Wettbewerb
  • Kooperationen: Netzwerke mit anderen anerkannten Experten
  • Mehr hochkarätige Empfehlungen
  • Interessantere und herausforderndere Aufträge

 

 

 

Wer ist ein Experte?

 

Es ist leichter zehntausend Dinge zu studieren, als in einem Fach Meister zu sein.

Chinesisches Sprichwort

 

Es gibt recht unterschiedlich hohe Messlatten bei der Bewertung, ob jemand Experte ist oder nicht – von „nenn-dich-doch-einfach-so“ bis sehr anspruchsvoll.

 

Hinweise für Personen mit Expertenstatus:

  • Sie wissen deutlich mehr über Ihren Bereich, als ein belesener Amateur.
  • Sie haben von Kunden für Ihre Produkte und Dienstleistungen zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten.
  • Sie waren in Ihrem Fachgebiet schon häufiger in den Medien.
  • Sie haben zu Ihrem Themenbereich schon Vorträge vor relevantem Publikum gehalten.
  • Sie haben einen relevanten Abschluss oder eine Zusatzqualifikation und umfangreiche Praxiserfahrung.
  • Sie haben ein Fachbuch veröffentlicht.
  • Sie sind in Ihrer Spezialisierung tatsächlich besser als die Masse Ihrer Wettbewerber.

 

 

 

Tacheles

 

Im Vergleich zu den vielen Zeitgenossen, die sich als Experten bezeichnen, gibt es wenig tatsächliche Experten. Gerade in letzter Zeit ist die Ermutigung, sich doch großzügig als Experte zu bezeichnen, allerorten zu hören. Experte – genau wie Coach, Berater, Trainer – ist ja kein geschützter Begriff. Also macht es ja auch nichts, ihn zu beanspruchen. So drucken das selbst viele Berufseinsteiger gerne auf Visitenkarte und Internetdarstellung. Nicht nur Papier ist geduldig! Weder ein Wochenendkurs noch eine zweijährige Weiterbildung mit ein paar verteilten Wochenenden machen einen Experten.

Was einen Experten ausmacht, sind die außergewöhnlichen Kenntnisse und Fertigkeiten. Ja, da sind einige Anbieter anderer Meinung. Aus deren Sicht verständlich, schließlich wollen die ja auch auf Teufel komm raus an Menschen mit Sehnsüchten verkaufen. So werden in Besorgnis erregendem Umfang schicke Zertifikate mit wohlklingenden Bezeichnungen verkauft. Ob das schließlich auch einen Nutzen hat, muss oft nicht interessieren. Nachdem genug Erde verbrannt ist, ziehen sie weiter. Aus den Augen aus dem Sinn. Die vielen Fast-Food-Experten werkeln dann noch so lange, bis wieder eine Branche am Boden liegt. Deren Kunden machen dann zukünftig einen Bogen um nur andeutungsweise ähnlich klingende Angebote.

 

 

 

Trauerspiel oder echter Einsatz

 

 

Mancher zum Meister sich erklärt, dem niemals Handwerk ward gelehrt.

Sebastian Brant

 

Wer auf diese Weise ans Werk geht, tut weder sich noch den Mitmenschen einen Gefallen. Nicht einmal dann, wenn für die Liebhaberei ohne ernsthafte Gewinnerzielungsabsicht kein Geld verlangt wird. Qualität ist nicht Kür, sondern Pflicht! Wer nicht bereit ist den Expertenstatus verdient zu erhalten und zu behalten, der so tut als ob, der neppt. Punkt-um!

Dabei ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es braucht also Zeit, Gelegenheit, Mittel und die Bereitschaft sich dem Ziel stetig zu widmen. Der Weg zum echten Experten dauert und erfordert Aufwand. Das klingt nicht nachdem, was viele auf der Suche nach Betätigung hören wollen. Doch genau so ist es!

Es gibt allerdings auch das andere Phänomen; Menschen mit hervorragenden Kenntnissen und Fähigkeiten, die sich nicht verkaufen können oder wollen. Und bei denen lohnt es sich dafür zu sorgen, dass die relevanten Zielgruppen davon erfahren.

 

 

 

Positionierung und Persönlichkeit

 

Um vom Expertenstatus zu profitieren, um mehr Bekanntheit und mehr Kunden zu gewinnen ist es wichtig sich zu positionieren.

Ideal ist es sich vom Wettbewerb abzuheben und den Vorteil für Auftraggeber zu verdeutlichen. Heute ist das allerdings so eine Sache mit der Einzigartigkeit. Im Zeitalter des Copy&Paste werden nicht nur Informationen und Formulierungen, sondern auch schon mal eine ganze Homepage kopiert. Dabei werden oft noch nicht einmal die wesentlichsten Anpassungen gemacht. So ist das mit der Einzigartigkeit nicht so einfach.

Am individuellsten und schwierigsten zu kopieren, ist die individuelle Persönlichkeit. Auch hier können andere behaupten, es wäre bei Ihnen genauso. Aber der persönliche Kontakt klärt das dann zumindest.

Mittels authentischem Selbstmarketing gilt es der Zielgruppe zu verdeutlichen, mit wem Sie es zu tun hat. Die viel beschworenen Marketingerfolgsgaranten wie der USP (Unique Selling Proposal – Einzigartiges Verkaufsargument) liefern hier oft nicht die Wirkung, die in der Fachliteratur so gerne gefeiert wird. Es lässt sich nicht alles 1 : 1 von Konsumgütern auf das Selbstmarketing von Menschen übertragen. Hier ist nicht immer alles so einfach greifbar und auf einen Punkt zu reduzieren. Es lohnt sich zwar trotzdem es anzustreben, es geht hier aber meist nicht um einen knackigen Slogan, als vielmehr die stetige Feinabstimmung. Zeigen, statt behaupten.

 

 

 

Was keiner weiß, macht keinen heiß

 

Expertenstatus braucht Kommunikation: Die Zielgruppe sollte erfahren, welche Kompetenz sie vor sich hat. Ohne Kommunikation hilft der gesamte Expertenstatus nichts. Nur wie?

Viele schwärmen; etwas Besseres als soziale Medien gibt es nicht. Aber was bedeutet das genau? Und genügt das wirklich? Etwas twittern und alles wird gut? Tatsächlich ist es schon etwas aufwendiger. Schließlich wollen in vielen Bereichen heute mehr Leute gehört werden, als Zuhörer vorhanden sind. Alle auf der Bühne und keiner mehr im Publikum?

Patentrezepte klingen gut, halten aber selten, was sie versprechen. Vieles, das gestern noch deutliche Wirkung gezeigt hat, ist heute so selbstverständlich, dass die realistische Entscheidung für die Teilnahme nicht mehr von Vorteilen motiviert wird, sondern von den Nachteilen, nicht mit dabei zu sein. So ist das oft mit einem Hype. Wenn er gefeiert wird, ist sein Höhepunkt auch schon überschritten. Wer uniform der Masse folgt, geht in ihr unter.

So oder so: Punktueller Aktionismus bringt wenig. Es braucht eine strategische und systematische Vorgehensweise. Die Kommunikation muss kontinuierlich erfolgen, denn Menschen vergessen nun einmal schnell. Also ran ans Werk:

10 Tipps für den Expertenstatus

 

Hier folgt ein Überblick der beliebtesten Methoden für eine kontinuierliche Kommunikation des Expertenstatus. Tatsächlich gibt es sehr viele Wege, um das besondere Angebot sichtbar zu machen. Der einseitige Blick auf das Internet versperrt mitunter den Blick auf die anderen klassischen Marketingwerkzeuge.

 

 

 

1. Publizieren

 

Der Klassiker: Es war einmal … Ja, es gab Zeiten, in denen ein Fachbuch das wichtigste Werkzeug für den Expertenstatus war. Heute ist das eigene Buch in den meisten Bereichen nur noch ein Baustein von vielen. Gerade bei E-Book & Co. gibt es zahlreiche Titel, bei denen nicht nur der Wald sich freut, dass sie nicht gedruckt wurden.

 

 

 

2. Homepage und Blog

 

Die eigene Homepage: Manchmal statisch wie eine Imagebroschüre, manchmal wie ein Schweizer Taschenmesser im Einsatz. Manche stauben vor sich hin und auf manchen tobt das Leben beispielsweise in Form eines gepflegten Blogs.

So ein Experten-Blog hat einige Vorteile. Die Suchmaschinen freuen sich. Wenn die Informationen stimmen, freut sich auch so mancher Leser. Der Experte wird motiviert, sich über aktuelle Themen Gedanken zu machen und zeigt sich so.

Bei aller Begeisterung, die Goldgräberzeiten der Blogkultur sind erst einmal vorbei. Heute scheint es mehr Blogs als Leser zu geben und die vielen Copy-Cats sind auch keine wahre Freude. KI hat dem Thema weitgehend den Rset gegeben. Insofern gehört ein Blog wie Veröffentlichungen dazu, ist jedoch keine Wunderwaffe mehr.

 

 

 

3. Newsletter

 

Manche Experten schwärmen von ihrem Newsletter, während andere einen Bogen um dieses Medium machen. Ich übrigens auch! Insofern überlasse ich es anderen darüber zu berichten. Tipps hierzu gibt es ja ausreichend im Internet.

 

 

 

4. Social-Media

 

Social-Media beinhaltet so einige Kanäle. Die meisten werden vor allem für private Zwecke genutzt. Aber die enorme Reichweite lockt. In Windeseile lassen sich viele Menschen erreichen. Allerdings wird dort vielfach so laut geklappert, dass es schwer ist gehört zu werden, ohne auch gleich wieder disqualifiziert zu werden.

Auch hier gibt es Experten, die dabei helfen können, soziale Medien in die Marketingstrategie zu integrieren. Allerdings zeigt dieses Beispiel anschaulich, dass es gar nicht so einfach ist, tatsächliche Experten zu erkennen. Ich suche selbst schon seit einer Weile nach entsprechenden Experten, die ich weiterempfehlen kann.

Wer eine solche Suche auch aus der Meta-Perspektive betrachtet, lernt gleich auch noch eine Menge darüber, wie es potenziellen Interessenten beim eigenen Angebot geht. Wer sich selbst zum Angebotssuchenden macht – also die Perspektive umdreht – merkt recht schnell, welche Hindernisse das Erkennen wahrer Experten erschweren.

 

 

 

5. Videos bei YouTube & Co

 

Die Ansprüche an Videos sind heute deutlich höher, als vor wenigen Jahren. Obwohl auch da schon viele Videos eher geschadet als genutzt haben, ist der Aufwand heute deutlich höher – mit steigender Tendenz!

Der große Vorteil eines gut gemachten Videos: Texte lassen sich in Auftrag geben oder kopieren, doch der eigene Auftritt gibt mehr über die Person preis. Ein großer Vorteil für all jene, die auch persönlich zu überzeugen wissen.

Zahlreiche Dienstleister wollen auch hier auf die Sprünge helfen und bieten ihre Unterstützung an. Viele der Beispiele überzeugen allerdings lediglich technisch. Die Unerfahrenheit mit dem Medium und eine fehlende Strategie sorgen dafür, dass viele Videos dann nur deshalb im Netz bleiben, weil sie so viel Geld gekostet haben. Wer dieses Medium erfolgreich nutzen möchte, sollte seinen Auftritt sorgfältig vorbereiten wie jeden anderen Auftritt in den Medien oder vor Publikum auch. Und ja, dabei kann ich dir helfen.

Hand aufs Herz; Ich habe das Thema YouTube-Videos ziemlich unterschätzt und im Anfängermodus derartig viel falsch gemacht, dass ich dabei ziemlich Feder gelassen habe. Der Lernprozess war lang und teuer. Es hat etwas Geld, viel Zeit und noch mehr Ansehen gekostet. Hinterher sind wir hoffentlich schlauer. 

 

6. Webinare

 

Auch wieder so etwas, mit dem ich mich bisher nicht so richtig anfreunden konnte, von dem aber einige meiner Klienten schwärmen: Webinare.

Sie sollen dazu dienen, sich als Experte zu präsentieren und mitunter gibt es sogar Geld dafür. Allerdings erinnern mich die meisten Webinare eher an schlecht gemachte Lehrvideos auf YouTube und Werbeveranstaltungen. Zu viele Anbieter haben sich dazu verlocken lassen, den Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren. Und so haben Webinare je nach Branche eher kein hohes Ansehen. Es bleibt abzuwarten, was sich hier zukünftig tut.

 

 

 

7. Gastbeiträge in Blogs

 

Mit Gastbeiträgen auf populären Blogs oder Webseiten können Sie Ihre Expertise auch anderen Gruppen zur Verfügung stellen. 

Achten Sie darauf, dass Sie deren Lesern einen relevanten Nutzen bieten. So können Sie auch zusätzlich auf sich aufmerksam machen.

 

 

 

8. Reden halten

 

Auch auf der Rednerbühne ist der Andrang mittlerweile größer. Die Gelegenheit vor Publikum zu sprechen hat über die Anwesenden hinaus Wirkung, wenn es richtig gemacht wird.

Auf Tagungen, Konferenzen … Gelegenheiten zu sprechen gibt es reichlich. Die Qualität steigt zwar, ist aber immer noch im Durchschnitt so, dass gute Redner positiv auffallen.

Warten Sie nicht, bis Sie gefragt werden. Finden Sie interessante Gelegenheiten, sich als Redner anzubieten. Hartnäckigkeit und Beziehungspflege helfen; gut vorbereitet lassen sich auch durch spontane Einladungen die Weichen stellen. Wenn beispielsweise ein Referent abspringt und Sie einspringen, ist die Chance groß, dass der Veranstalter Sie auch zukünftig berücksichtigt.

Aus meiner Sicht gehört das Halten von Reden zu den wesentlichsten Elementen für das Marketing von Experten.

Lesen Sie hierzu auch: Als Redner zum Expertenstatus

 

 

 

9. Interviews geben

 

Wer als Experte einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, wird früher oder später um ein Interview gebeten. Experten-Blog und Empfehlungen fördern die Wahrscheinlichkeit, gefragt zu werden. Wer nicht warten will: Es geht auch aktiver, indem Sie an aktuelle Themen anknüpfen oder eigene Ideen anbieten.

Üblicherweise führen Interviews zu weiteren Interviews, wenn die grundlegenden Regeln beherzigt werden. Anregungen und Hilfe finden Sie hier.

 

 

 

10. Empfehlungen

 

Das wichtigste Marketinginstrument für Experten sind Empfehlungen. Wenn jemand wirklich gute Erfahrungen mit einem Experten gemacht hat, dann hat dessen Empfehlung besonderes Gewicht in seinem Umfeld.

Allerdings ist nicht in jedem Bereich gleichermaßen die Bereitschaft vorhanden, Empfehlungen auszusprechen. Bei manchen Themen spielt Scham eine Rolle, bei anderen der Wunsch, den Experten als Geheimwaffe für sich zu behalten.

 

11. Podcasts

 

Ob eigener Podcast oder zu Gast in solchen; die Reichweite ist meist übersichtlich. Andrerseits ist es ein sehr intimes Medium. Zu diesem Thema gibt es von mir einige Beiträge. 

 

 

Heute einfacher denn je?

 

Ja, heute geht sehr viel mehr in Eigenregie. So sind wir viel unabhängiger von der Gunst der etablierten Medien. Allerdings hatten deren Auswahlkriterien auch einen Vorteil; die Spreu vom Weizen zu trennen. Viele haben bei höherem Aufwand den Einsatz gescheut.

Heute wird viel mit heißer Nadel gestrickt. Jetzt kann jeder lautstark um Aufmerksamkeit buhlen und das geschieht dann auch oft und lärmend, sodass es für seriöse Anbieter schwieriger geworden ist gehört zu werden, ohne aus der Rolle zu fallen. So relativiert sich die Aussage, dass heute alles so viel einfacher ist.

 

 

 

Fachidiot?

 

Übrigens sind erfolgreich Experten keine Fachidioten. Auch wenn es einige Sprüche dazu gibt; „Spezialisten sind Leute, die nur eine Saite auf der Fiedel haben.“, „Ein Experte ist jemand, der immer mehr über immer weniger weiß, bis er am Ende von nichts alles weiß.“, „Experten sind Leute, die 99 Stellungen kennen, aber kein Mädchen haben.“ Der Vorwurf; je spezialisierter ein Mensch ist, desto weniger weiß er von der wirklichen Welt.

Die Wahrheit; man beherrscht sein Fach nicht, wenn man nur sein Fach beherrscht! Erfahrene Fachkundige sind reiselustig, wagen sich auch über den Tellerrand, interessieren sich für die größeren Zusammenhänge. So entdeckst du auch neue Möglichkeiten, die andere übersehen. Wer sich lange genug in einem Feld aufhält, streift zunehmend häufiger die Philosophie.

 

 

 

Gesagt, getan, erledigt?

 

Als Experte oder Expertin anerkannt zu werden ist eine Sache, den Expertenstatus längere Zeit zu erhalten eine andere. Aus den Augen aus dem Sinn? Wenn es etwas zu holen gibt, sind Nachahmer nicht weit. Und das gerade in Bereichen, in denen die Zugangshürden sehr niedrig erscheinen.

Da staunt der Laie und die Fachfrau wundert sich: So manche Einsteiger wittern da Morgenluft und stecken ihre Ressourcen anstatt in die Qualität der Leistung, lieber in die Aufmachung der Internetseite und Hochglanzvisitenkarte.

Wer als Experte oder Expertin bestehen will, bleibt am Ball und baut den Abstand aus. Und das sowohl bei den Erfahrungen, als auch beim Marketing. Also; dranbleiben!

 

 

 

Unterstützung

 

Unterstützung bei der Entwicklung und Realisierung geeigneter Strategien und konkreter Unterstützung beispielsweise bei Präsentationen finden Sie bei mir. Für zahlreiche mögliche Marketingwerkzeuge suchst du dir am besten die jeweils geeignetste Autorität. Einige Experten kann ich auf Nachfrage nennen. Ich empfehle übrigens nur dann andere Experten, wenn ich deren Leistungen auch beurteilen kann.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Umfrageergebnisse

 

Der Einfluss von Rhetorik und Präsentationsfähigkeiten auf Karriere und Geschäftserfolg ist ...

%

... groß.

%

... mittel.

%

... gering.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2016 bis 2017, n= 1146)

P.S.

 

Was macht aus deiner Sicht Experten aus und wie lässt sich der berechtigte Expertenstatus fördern?

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1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

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Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.

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Antworten auf häufige Fragen

Was ist ein Experte?

Ein Experte ist eine Person, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihres Fachwissens, ihrer Fertigkeiten und ihrer langjährigen Erfahrung in einem bestimmten Bereich über umfassende und autoritative Kenntnisse verfügt. Experten werden oft herangezogen, um in spezifischen Fragen Beratung zu bieten, Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen oder als sachverständige Zeugen in Gerichtsverfahren aufzutreten. Die Anerkennung als Experte kann durch akademische Grade, berufliche Zertifizierungen, Veröffentlichungen oder die allgemeine Anerkennung ihrer Fachkompetenz durch Gleichgestellte in ihrem Bereich erfolgen.

Weshalb ist es erstrebenswert, als Experte oder Expertin zu gelten?

Es gibt mehrere Gründe, warum es erstrebenswert ist, als Experte oder Expertin zu gelten:

 

 

 

1. Anerkennung und Respekt

Expertenstatus bringt ein hohes Maß an beruflichem Ansehen und Respekt von Kollegen, Kunden und der breiten Öffentlichkeit mit sich.

 

 

2. Einflussmöglichkeiten

Experten haben oft die Möglichkeit, Meinungen zu prägen, Entscheidungen zu beeinflussen und in wichtigen Angelegenheiten beratend tätig zu sein.

 

 

3. Karrierechancen

Als anerkannter Experte oder Expertin können sich berufliche Türen öffnen, sei es in Form von höheren Positionen, speziellen Projekten oder beratenden Rollen.

 

4. Höheres Einkomme beziehungsweise Honorare

Expertise kann auch zu höheren Verdienstmöglichkeiten führen, da Fachwissen in vielen Bereichen hoch bewertet wird und oft knapp ist.

 

 

5. Persönliche Zufriedenheit

 

Umfangreiches Wissen und Können in einem Bereich zu erlangen, kann persönlich sehr bereichernd sein. Es ermöglicht kontinuierliches Lernen und die Befriedigung, komplexe Probleme lösen zu können.

 

 

6. Beitrag zur Gesellschaft

Experten spielen oft eine Schlüsselrolle bei der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, indem sie ihr spezialisiertes Wissen einbringen, um Innovationen voranzutreiben und zur allgemeinen Wohlfahrt beizutragen.

 

 

Fazit

Der Status als Experte oder Expertin kann sowohl berufliche als auch persönliche Vorteile bieten und die Tür zu vielen Möglichkeiten öffnen.

Sie beherrschen Ihr Fach nicht, wenn Sie nur Ihr Fach beherrschen. Karsten Noack

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. November 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #67620
K: CNB
Ü: A

Überzeugende introvertierte Rednerinnen und Redner

Überzeugende introvertierte Rednerinnen und Redner

Weshalb introvertierte Redner und Rednerinnen oft besonders überzeugend sind

Graue Zellen

Überzeugende introvertierte Rednerinnen und Redner

 

Introvertierte Menschen überlassen lieber anderen die Bühne und das ist schade, denn gerade zurückhaltende Zeitgenossen haben oft interessante Beiträge, von denen wir so selten etwas erfahren. Es ist an uns allen, introvertierte Menschen zu ermuntern, sich einzubringen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Reden vor Publikum ist ein Albtraum für introvertierte Menschen

 

Die Bühnen werden von Extravertierten dominiert. Da wird schnell übersehen, dass einige Menschen nicht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Schüchterne Personen haben ein echtes Problem, wenn sie aufgefordert werden, eine Präsentation vor Kollegen oder Kunden zu halten. Viele befürchten während der Rede oder Präsentation den Faden zu verlieren. Manche Menschen haben Angst davor, dass aus dem Publikum kränkende Bemerkungen fallen oder einzelne Teilnehmer nach und nach den Ort der Rede verlassen könnten. Das und den drohenden Blackout vor Augen beginnt der Stress oft schon lange, bevor es tatsächlich auf die Bühne geht. Schon eine Weile vor der Präsentation nehmen unangenehme Symptome zu.

Typisch sind ein sehr schlechter Schlaf und Appetitlosigkeit. Die Nacht vor der geplanten Präsentation wird auch ohne Schlaf zum Albtraum. Entsprechend vorbelastet geht es dann ans Werk, wenn sich nicht doch noch eine Fluchtgelegenheit ergibt. Ob der statistisch beachtlich hohe Anstieg von Magenverstimmungen und Co. an Auftrittstagen nur ein Vorwand ist oder psychosomatische Ursachen hat, das mag jemand anders beantworten. Dass es insgesamt sehr unangenehm ist, weiß jeder Betroffene aus eigener Erfahrung.

 

 

 

Überzeugende introvertierte Rednerinnen und Redner

 

Es gibt einige gute Gründe, weshalb introvertierte Menschen selbstbewusste Redner und Rednerinnen werden können, die überzeugen.

 

 

 

Introvertiert?

 

Für die meisten Menschen passen die Worte „introvertiert“ und „Reden halten in der Öffentlichkeit“ nicht gut zusammen. Vielleicht haben sie das Bild eines nuschelnden Redners vor Augen, der aussieht, als ob er vom Erdboden verschluckt werden möchte. Glauben Sie, dass die Annahme gerechtfertigt ist, dass alle Introvertierten öffentliches Reden hassen? Nein. Und ist es eine berechtigte Annahme, dass Introvertierte keine guten Moderatoren sind? Ganz und gar nicht. Introvertierte Menschen können selbstbewusste Redner werden.

Die Praxis hat mir immer wieder bewiesen, dass jeder Mensch das überzeugende Sprechen vor Publikum erlernen kann. Und ich spreche nicht davon, Introvertierten beizubringen, wie Extrovertierte zu präsentieren. Das wäre schade! Es ist keine Voraussetzung, dass Redende vor Selbstvertrauen strotzen und voller überschäumendem Enthusiasmus ans Werk gehen müssen, mitunter ist es sogar ein Nachteil.

Jeder, und somit auch introvertierte Menschen bringt einzigartige Talente und Fähigkeiten mit und die wollen genutzt werden. Gibt esse ein Anliegen, das es verdient hat, haben schon viele Introvertierten, den Schritt ins Rampenlicht getan um sich und der Botschaft Gehör zu verschaffen.

 

 

 

Stärken von introvertierten Rednern und Rednerinnen

 

Auch auf die Gefahr von Klischees hin: Nach meiner Erfahrung als Trainer und Berater für professionelle Präsentationen sind Introvertierte in einigen Punkten oft im Vorteil:

 

 

1. Lassen sich unterstützen

 

Introvertierte Menschen neigen dazu, zu erkennen, wenn sie Hilfe brauchen oder zumindest von Unterstützung zu profitieren. Typischerweise nehmen introvertierte Persönlichkeiten Empfehlungen leichter an und nehmen so auch aus Präsentationstrainings sehr viel mit.

 

 

 

2. Gute Vorbereitung

 

Introvertierte Menschen machen häufiger ernsthafte Gedanken über ihre Präsentation und bereiten sich gründlich vor. Dadurch wird ihre Botschaft deutlich und trifft den Nerv des Publikums.

 

 

 

3. Konzentration

 

Introvertierte sprechen nicht um des Redens willen und genießen es nicht, um jeden Preis im Rampenlicht zu stehen. Entsprechend neigen sie nicht dazu, vom Thema abzuschweifen und sich zu verzetteln. Das trägt zu einer verständlichen und strukturieren Präsentation bei.

 

 

 

4. Einfühlungsvermögen

 

Introvertierte Menschen verfügen häufig über ein ausgezeichnetes Einfühlungsvermögen und sind daher gut in der Lage, den Zuhörern die Informationen zu vermitteln, die diese auch wirklich hören wollen. Zuhörerorientierung liegt ihnen näher.

 

 

 

Nebenwirkungen

 

Introvertierte Menschen sind von Natur aus nicht besonders motiviert, sich bei der Arbeit zu profilieren und halten Selbstmarketing für unangenehm. Die Beherrschung des Redens vor Publikum ist auch deswegen ein hervorragender Weg, um diesen Menschen und Ihren Angeboten die verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen. So werden sie eher wahrgenommen, befördert, deren Botschaften berücksichtigt. Davon profitieren dann viele.

 

 

 

Den Rücken stärken

 

Die größte Herausforderung für introvertierte Menschen besteht darin, sich selbstsicher genug zu fühlen, um ihre Präsentation gut zu halten. Einige sehr sympathische Überzeugungen erfordern mitunter etwas Klärung. Gelingt das, wachsen solche Menschen über sich hinaus — ganz authentisch.

 

 

 

 

Hilfe für introvertierte Menschen

 

Menschen, die introvertiert sind, und auch solche, die kaum über Selbstvertrauen verfügen, haben mit dem Halten von Reden, einer Präsentation oder anderen Auftritten vor Gruppen erhebliche Mühen. Sie stehen sich oft selbst im Wege.

Mitunter kann selbst der Besuch eines Rhetoriktrainings kann daran meist nicht viel ändern. Denn es geht dann oft anfangs nicht so sehr um rhetorische Techniken an sich, sondern um den eigenen Zustand, Überzeugungen und Wahrnehmungen. Schüchternheit ist keine Krankheit, sondern weitgehend antrainiertes Verhalten in Verbindung mit einer einschränkenden Selbstwahrnehmung. Schüchterne Menschen sind oft zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Es sind Ängste beteiligt, die sich abbauen und sogar auflösen lassen.

Hier bietet sich gezieltes Coaching in Kombination mit Hypnobalancing™ an, bei dem schüchterne Menschen lernen auch vor Publikum in einem guten Zustand zu bleiben – und das authentisch. Schluss mit der Selbstsabotage, denn selbst sehr schüchterne und von Nervosität gepeinigte Menschen können sehr gute Redner werden.

 

Ist es Lampenfieber oder Redeangst?

 

Lampenfieber und Redeangst sind keine Synonyme. Das die Bezeichnungen so oft synonym verwendet werden hat Folgen. Was bei Lampenfieber gut funktioniert, wirkt bei Redeangst kaum und kann sie sogar noch verschlimmern. Hinweis finden Sie im Artikel Redeangst: Wenn das Lampenfieber keines ist.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Antworten auf häufige Fragen

Was bedeutet introvertiert?

Introvertiert bedeutet, dass eine Person sich in sich selbst zurückzieht und sich in der Regel mehr für innere Gedanken und Gefühle interessiert als für äußere Ereignisse und Aktivitäten. Introvertierte Menschen sind oft nachdenklich und reflektierend und neigen dazu, sich weniger in sozialen Situationen zu engagieren. Sie ziehen es oft vor, Zeit alleine zu verbringen oder in kleineren Gruppen zu sein, anstatt sich in größeren Gruppen zu befinden.

Es ist wichtig zu beachten, dass Introvertiertheit keine Anomalie oder Schwäche ist, sondern einfach eine andere Art, wie Menschen interagieren und sich in der Welt bewegen. Es gibt viele erfolgreiche und talentierte Menschen, die introvertiert sind, und es gibt viele Möglichkeiten, wie man die Stärken von introvertierten Menschen nutzen und sie in ihren Berufen und persönlichen Beziehungen einsetzen kann.

Was ist extravertiert?

Extravertiert bedeutet, dass eine Person sich auf andere Menschen und äußere Ereignisse konzentriert und sich in der Regel mehr für soziale Aktivitäten interessiert als für innere Gedanken und Gefühle. Extravertierte Menschen sind oft gesellig und kontaktfreudig und neigen dazu, sich in größeren Gruppen zu engagieren. Sie ziehen es oft vor, Zeit in Gesellschaft anderer Menschen zu verbringen und neue Erfahrungen zu machen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Extravertiertheit keine Anomalie oder Stärke ist, sondern einfach eine andere Art, wie Menschen interagieren und sich in der Welt bewegen. Es gibt viele erfolgreiche und talentierte Menschen, die extravertiert sind, und es gibt viele Möglichkeiten, wie man die Stärken von extravertierten Menschen nutzen und sie in ihren Berufen und persönlichen Beziehungen einsetzen kann.

Sind introvertiert oder extravertierte Menschen bessere Redner?

Es gibt keine definitive Antwort darauf, ob introvertierte oder extravertierte Menschen bessere Redner sind. Beide Persönlichkeitstypen haben ihre Stärken und Schwächen, die sich auf ihre Fähigkeiten als Redner auswirken können.

Introvertierte Menschen neigen dazu, gründlicher zu überlegen und sich mehr Zeit zu nehmen, um ihre Gedanken zu sammeln, was ihnen dabei helfen kann, gut vorbereitete und strukturierte Reden zu halten. Sie sind oft auch gut darin, tiefgründige Analyse und Reflexion in ihre Reden einzubringen.

Extravertierte Menschen neigen dazu, sich schneller zu äußern und sich mehr für soziale Interaktionen zu interessieren, was ihnen dabei helfen kann, bei ihren Reden die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten und es zu unterhalten. Sie sind oft auch gut darin, spontan auf das Publikum und dessen Reaktionen zu reagieren.

P.S.

 

Welche Freude machen Ihn Auftritte vor Gruppen?

Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

Lampenfieber: 14 Fragen & was wirklich hilft

Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2007
Überarbeitung: 27. August 2019
AN: #43316
K: CNC
Ü:

Pygmalion-Effekt

Pygmalion-Effekt

Die Wirkung von Erwartungen

Pygmalion-Effekt

Pygmalion-Effekt

 

Was hat es mit dem Pygmalion-Effekt auf sich? Weshalb bringen wir bessere Leistungen, wenn jemand hohe Erwartungen an uns stellt?

Was ist der Pygmalion-Effekt?

 

Der Pygmalion-Effekt lässt sich am besten als Erinnerung verstehen, den potenziellen Einfluss unserer Erwartungen im Auge zu behalten. Der Pygmalion-Effekt beschreibt den Zusammenhang, dass die hohen Erwartungen, die jemand an das einen anderen Menschen stellt, dessen Verhalten und damit die Leistungen in einem bestimmten Bereich verbessern.

Beim Pygmalion-Effekt wirkt in Unternehmen die Kombination aus besonders hohen Erwartungen eines Vorgesetzten an einen Mitarbeiter bei entsprechendem Vertrauen in ihn, wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Und das gilt nicht nur für andere Menschen, sondern auch für uns selbst. Erwartungen beeinflussen die Leistung und werden zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Viele Menschen berichten davon, dass sie etwas erreicht haben, nur weil jemand besonders hohe Erwartungen an sie gestellt hat.

 

 

 

Wie wirkt der Pygmalion-Effekt?

 

Der Pygmalion-Effekt ist ein psychologisches Phänomen, das beschreibt, wie Erwartungen das Verhalten eines Menschen beeinflussen können. Es handelt sich um eine sich selbsterfüllende Prophezeiung. Sie beruht auf der Vorstellung, dass die Überzeugungen anderer über uns wahr werden, weil ihre Überzeugungen unser Verhalten beeinflussen.

Der Effekt beschreibt insbesondere Situationen, in denen die positiven Meinungen von Vorgesetzten oder anderen Personen, die hohes Ansehen bei uns hat, über unsere Leistung dazu führen, dass wir tatsächlich bessere Leistungen erbringen. Er tritt auf, weil die Erwartungen anderer Menschen sowohl deren Verhalten als auch unser Verhalten beeinflussen. Ist jemand davon überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden, wird er uns anders behandeln, um uns zu unterstützen, diese Ziele zu erreichen. Wenn jemand von uns Erfolg erwartet, sind wir bestrebt unser Bestes zu geben, um diese Erwartungen zu erfüllen.

 

 

 

Ursprung

 

Robert Rosenthal, ein Verhaltenspsychologe, der den Pygmalion-Effekt erstmals untersuchte, stellte 1973 eine Theorie mit vier Faktoren auf, die erklärt, warum er auftritt. Rosenthal identifizierte wie die Erwartungen der Lehrer an ihre Schüler das Verhalten dieser Schüler beeinflussen.

 

 

 

Gültigkeit

 

Die ursprüngliche Studie widmet sich Schülern, doch der Pygmalion-Effekt tritt in Unternehmen genauso auf, wie in Schulen.

 

 

 

Bedeutung und Praxis 

 

Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie sich Erwartungen auf das Verhalten auswirken. Dann können wir entscheiden, wie wir diese Erwartungen richtig vermitteln, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Der Pygmalion-Effekt legt nahe, dass der Eindruck zählt. Ein guter Ruf bei Autoritätspersonen, wie Vorgesetzten bedeutet, dass diese viel von Ihnen erwartet, und das kann dazu führen, dass er Sie stärker unterstützt, damit Sie Ihre Ziele am besten erreichen können. So war es in der Studie von Rosenthal, wo Lehrer den Schülern, die als besonders vielversprechend markiert wurden, mehr Aufmerksamkeit schenkten und sie mehr ermutigten.

Sind wir diejenigen, deren Erwartungen andere beeinflussen können, sollten wir positive Erwartungen aufrechterhalten und ausdrücken, um andere zu motivieren, diese Erwartungen zu erfüllen. Allerdings müssen wir auch darauf achten, dass unsere Erwartungen an bestimmte Personen nicht andere Menschen überschatten, die vielleicht ebenso viel zu bieten haben. Auch ist darauf zu achten, keinen unnötigen Druck zu erzeugen. Die Gefahr besteht, dass der Pygmalion-Effekt zu einer ungleichen und unfairen Behandlung führt. Wir sollten darauf achten, dass wir durch unsere Erwartungen nicht einzelne Menschen bevorzugen, denn das mag zwar zum Erfolg beitragen, kann jedoch dazu führen, dass sich andere unmotiviert und entmutigt fühlen. Mit Augenmaß gelingt es am besten.

Antworten auf häufige Fragen

Was ist der Pygmalion-Effekt?

Der Pygmalion-Effekt, auch als Self-Fulfilling Prophecy oder „Robert-Zimmerman-Effekt“ bezeichnet, bezieht sich auf die Tendenz von Menschen, ihr Verhalten und ihre Leistungen an die Erwartungen und Vorurteile anderer anzupassen. Der Begriff geht auf eine griechische Sage zurück, in der Pygmalion, ein Künstler, eine Statue erschafft, die er so sehr liebt, dass er sie zum Leben erweckt.

Der Pygmalion-Effekt besagt, dass die Erwartungen, die andere Menschen an uns stellen, unsere Leistungen und unser Verhalten beeinflussen können. Wenn jemand zum Beispiel von einem Vorgesetzten oder einem Lehrer als besonders talentiert oder kompetent angesehen wird, kann dies dazu führen, dass die betreffende Person sich selbst mehr zutraut und entsprechend höhere Leistungen erbringt. Andererseits kann eine niedrigere Erwartungshaltung dazu führen, dass die betreffende Person weniger motiviert ist und sich weniger anstrengt.

Der Pygmalion-Effekt kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben und in vielen Bereichen des Lebens auftreten, einschließlich der Schule, am Arbeitsplatz und im sportlichen Wettkampf. Es ist wichtig, dass Führungskräfte und Lehrer ihre Erwartungen an ihre Mitarbeiter oder Schüler realistisch gestalten und sich bewusst machen, dass ihre Einstellungen und Vorurteile Auswirkungen auf das Verhalten und die Leistungen der betreffenden Personen haben können.

Was ist die Gefahr beim Pygmalion-Effekt?

Der Pygmalion-Effekt kann in manchen Fällen dazu führen, dass Menschen ihr Verhalten und ihre Leistungen an die Erwartungen und Vorurteile anderer anpassen, anstatt sich an ihren eigenen Fähigkeiten und Zielen zu orientieren. Dies kann dazu führen, dass sie sich selbst unter- oder überschätzen und sich nicht fair beurteilen.

Eine weitere Gefahr des Pygmalion-Effekts besteht darin, dass er zu Vorurteilen und Diskriminierung führen kann, wenn Menschen ihr Verhalten und ihre Leistungen an den Erwartungen und Vorurteilen anderer anpassen, die auf Stereotypen oder Vorurteilen beruhen. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Gruppen von Menschen benachteiligt werden oder dass individuelle Fähigkeiten und Talente nicht ausreichend gefördert werden. Wir sollten uns bemühen, Vorurteile und Diskriminierung zu vermeiden und alle Menschen gleich behandeln, unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht, ethnischen Hintergrund oder anderen Faktoren.

P.S.

 

Haben Sie das Phänomen des Pygmalion-Effekts schon beobachtet?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 10. November 2020
Englische Version:
AN: #328
K: CNB
Ü:

Narzissmus bei Foundern: Chancen, Risiken & Co-Founder-Konflikte

Narzissmus bei Foundern: Chancen, Risiken & Co-Founder-Konflikte

Sind narzisstische Founder gut oder schlecht für Startups?
Narzissten in Start-Ups

Narzissmus bei Foundern und Co-Foundern: Chancen, Risiken und Umgang

 

Startups brauchen Menschen mit Überzeugung.

Menschen, die Risiken eingehen.

Die eine Idee vertreten, obwohl andere noch zweifeln.

Die Kapital einsammeln.

Talente gewinnen.

Und genug Energie haben, ein Unternehmen überhaupt erst aufzubauen.

Einige dieser Eigenschaften können sich mit narzisstischen Merkmalen überschneiden.

Das macht das Thema interessant.

Und deutlich komplizierter als:

„Narzissten sind schlechte Gründer.“

 

 

 

Sind Founder häufiger narzisstisch?

 

Es gibt Forschung, die Zusammenhänge zwischen narzisstischen Merkmalen und Unternehmertum zeigt.

Menschen mit höheren Narzissmuswerten zeigen im Durchschnitt teilweise:

  • höhere unternehmerische Absichten
  • mehr Risikobereitschaft
  • höhere Selbstwirksamkeit
  • stärkere Führungsorientierung

Das bedeutet weniger:

„Founder sind Narzissten.“

Es bedeutet:

Bestimmte narzisstische Merkmale können mit Eigenschaften zusammenhängen, die gerade in frühen Gründungsphasen hilfreich sein können.

 

 

 

Warum manche narzisstischen Merkmale zunächst hilfreich wirken können

 

Ein Startup startet selten mit Sicherheit.

Es gibt:

  • Unsicherheit
  • Ablehnung
  • knappe Ressourcen
  • hohen Entscheidungsdruck

Dann können Eigenschaften hilfreich sein wie:

  • Selbstvertrauen
  • Überzeugungskraft
  • Beharrlichkeit
  • Risikobereitschaft
  • soziale Präsenz

Ein Founder muss häufig etwas vertreten, das noch weniger bewiesen ist.

Dafür braucht es ein gewisses Maß an Selbstvertrauen.

 

 

 

Die Stärke kann später zum Risiko werden

 

Genau darin liegt die interessante Dynamik.

Eigenschaften, die in der frühen Gründungsphase nützlich wirken, können später Probleme erzeugen.

Zum Beispiel:

Selbstvertrauen kann in Selbstüberschätzung kippen.

Entschlossenheit kann zu Starrheit werden.

Risikobereitschaft kann Risiken unterschätzen.

Überzeugungskraft kann zu Übertreibung werden.

Vision kann zur Unfähigkeit werden, schlechte Nachrichten anzunehmen.

 

 

 

Narzissmus im Startup ist weniger gut oder schlecht

 

Eine systematische Übersicht zur Forschung über Narzissmus und Entrepreneurship kommt zu einem differenzierten Ergebnis:

Narzisstische Merkmale können im unternehmerischen Prozess sowohl Vorteile als auch Nachteile haben.

Gerade zu Beginn können bestimmte Eigenschaften hilfreich sein.

Mit zunehmender Reife des Unternehmens können Nachteile stärker ins Gewicht fallen.

 

 

 

Warum sich die Anforderungen im Startup verändern

 

Ein Unternehmen mit drei Menschen braucht andere Führung als eines mit dreihundert.

In der frühen Phase geht es häufig um:

  • Tempo
  • Vision
  • Überzeugung
  • Improvisation

Später werden wichtiger:

  • Delegation
  • Governance
  • Feedback
  • Prozesse
  • Kooperation
  • Korrekturfähigkeit

Genau an diesem Übergang zeigen sich Persönlichkeitsmuster besonders deutlich.

 

 

 

Founder müssen weniger nur überzeugen – sie müssen lernen

 

Ein Startup lebt von Hypothesen.

Ein Markt kann anders reagieren als erwartet.

Ein Produkt kann scheitern.

Eine Strategie kann falsch sein.

Deshalb braucht Unternehmertum nicht nur Überzeugung.

Es braucht ebenso:

die Fähigkeit, die eigene Überzeugung zu korrigieren.

 

 

 

Selbstvertrauen oder Selbstüberschätzung?

 

Das ist eine entscheidende Grenze.

Selbstvertrauen sagt:

„Ich traue uns zu, dieses Problem zu lösen.“

Selbstüberschätzung kann eher lauten:

„Die Risiken gelten für uns weniger.“

Diese Unterscheidung wird besonders wichtig bei:

  • Finanzierung
  • Hiring
  • Expansion
  • Produktentscheidungen
  • Cashflow

 

 

 

Founder Confidence ist weniger automatisch Narzissmus

 

Das möchte ich ausdrücklich betonen.

Eine Gründerin, die:

  • selbstbewusst pitcht
  • groß denkt
  • Investoren überzeugt
  • hohe Ziele formuliert

ist dadurch weniger narzisstisch.

Unternehmerische Überzeugung gehört zum Job.

Interessant wird eher:

Was passiert, wenn die Realität widerspricht?

 

 

 

Wie reagiert der Founder auf schlechte Nachrichten?

 

Das ist für mich eine der wichtigsten Fragen.

Kann jemand hören:

„Der Kunde will das Produkt weniger.“

„Unsere Conversion ist schlechter als erwartet.“

„Die Strategie funktioniert nicht.“

Und anschließend neu denken?

Oder wird die Information abgewehrt?

 

 

 

Wenn das Ego die Daten schlagen soll

 

Problematisch wird es, wenn:

  • Daten relativiert werden
  • Kritiker abgewertet werden
  • Fehler anderen zugeschoben werden
  • immer neue Erklärungen entstehen, warum die ursprüngliche Strategie trotzdem richtig war

Ein Startup kann sich weniger leisten, dass das Selbstbild des Founders wichtiger wird als die Realität.

 

 

 

Was ist mit Vision?

 

Visionäre Founder müssen manchmal gegen Widerstand an einer Idee festhalten.

Darum ist die Sache schwieriger als:

„Wer Feedback ignoriert, ist narzisstisch.“

Innovation braucht gelegentlich Beharrlichkeit.

Die wichtigere Frage lautet:

Welche Evidenz würde den Founder tatsächlich zum Umdenken bringen?

Wenn die Antwort lautet:

„Keine.“

wird es riskant.

 

 

 

Co-Founder sind weniger nur Mitstreiter

 

Sie sind häufig zugleich:

  • Geschäftspartner
  • Mitgesellschafter
  • Entscheider
  • Arbeitgeber
  • gegenseitige Kontrollinstanz

Deshalb können persönliche Konflikte schnell wirtschaftliche Folgen bekommen.

 

 

 

Narzissmus im Gründerteam

 

Neuere Forschung zeigt, dass weniger nur die Persönlichkeit eines einzelnen Founders relevant ist.

Auch die Zusammensetzung des gesamten Gründerteams kann bedeutsam sein.

Wenn mehrere Founder stark auf Status, Dominanz und persönliche Bedeutung fokussiert sind, kann die Konkurrenz innerhalb des Teams steigen.

 

 

 

Wenn zwei starke Egos gründen

 

Das kann zunächst enorm kraftvoll wirken.

Zwei Menschen mit:

  • Ambition
  • Energie
  • Überzeugungskraft

treiben das Unternehmen voran.

Später entstehen möglicherweise andere Fragen:

Wer hat die Idee?

Wer bekommt Anerkennung?

Wer ist CEO?

Wer spricht mit den Investoren?

Wer entscheidet?

 

 

 

Co-Founder-Konflikte sind weniger nur Beziehungsprobleme

 

Sie können betreffen:

  • Cap Table
  • Finanzierungsrunden
  • Hiring
  • IP
  • Strategie
  • Unternehmensbewertung

Deshalb sollten Konflikte zwischen Foundern weniger nur psychologisch betrachtet werden.

Psychologische, unternehmerische und rechtliche Ebene gehören auseinandergehalten.

 

 

 

Aktuelle Forschung zu Founder-Teams

 

Eine große Untersuchung von US-Tech-Startups deutet darauf hin, dass ein höheres durchschnittliches Narzissmusniveau innerhalb von Gründerteams mit mehr Co-Founder-Wechseln und schwächerem Venture-Wachstum verbunden sein kann.

Gleichzeitig spielte die Zusammensetzung des Teams eine Rolle.

Das zeigt:

Es reicht weniger, nur einen einzelnen Founder zu betrachten.

 

 

 

Komplementäre Teams können stärker sein

 

Ein Founder ist vielleicht besonders gut in:

  • Vision
  • Pitch
  • Vertrieb
  • Außenwirkung

Ein anderer stärker in:

  • Operations
  • Finanzen
  • Organisation
  • Qualitätssicherung

Unterschiede können wertvoll sein.

Entscheidend ist, ob die Rollen tatsächlich respektiert werden.

 

 

 

Warnsignal: Rollen gelten nur solange, wie sie dem Founder gefallen

 

Zum Beispiel:

Der CFO ist für Finanzen verantwortlich.

Bis er vor einer Ausgabe warnt.

Dann lautet die Botschaft:

„Du verstehst unsere Vision weniger.“

Das ist weniger nur ein Persönlichkeitsproblem.

Es ist ein Governanceproblem.

 

 

 

Governance schützt auch vor Persönlichkeit

 

Gute Governance geht weniger davon aus, dass alle Beteiligten immer vernünftig handeln.

Sie schafft Strukturen.

Zum Beispiel:

  • klare Entscheidungsrechte
  • Zuständigkeiten
  • Freigabegrenzen
  • Board-Strukturen
  • Informationspflichten

Je wichtiger das Unternehmen wird, desto weniger sollte alles an persönlicher Harmonie hängen.

 

 

 

Ein Founder Agreement ist weniger Misstrauen

 

Ein guter Gründervertrag klärt früh:

  • Rollen
  • Anteile
  • Vesting
  • Entscheidungsregeln
  • Ausscheiden
  • Deadlock-Situationen

Die rechtliche Gestaltung gehört selbstverständlich in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.

Psychologisch gilt:

Konflikte lassen sich leichter gestalten, wenn die Spielregeln weniger erst mitten im Konflikt erfunden werden.

 

 

 

„Wir vertrauen uns“ reicht weniger

 

Vertrauen ist wichtig.

Es ersetzt weniger:

  • Verträge
  • Dokumentation
  • Governance
  • klare Entscheidungsrechte

Das gilt besonders bei hoher wirtschaftlicher Tragweite.

 

 

 

Frühe Warnzeichen im Founder-Team

 

Weniger:

„Wirkt diese Person narzisstisch?“

Interessanter sind:

  • Wie reagiert sie auf Widerspruch?
  • Kann sie eigene Fehler anerkennen?
  • Teilt sie Anerkennung?
  • Respektiert sie Zuständigkeiten?
  • Wie geht sie mit schlechteren Ergebnissen um?
  • Wie behandelt sie Menschen mit weniger Macht?

 

 

 

Wie behandelt jemand Menschen, von denen er gerade nichts braucht?

 

Das kann sehr aufschlussreich sein.

Zum Beispiel:

  • Assistenz
  • Junior-Mitarbeitende
  • Dienstleister
  • Bewerber

Ein überzeugender Pitch erzählt weniger automatisch etwas darüber, wie jemand im Alltag führt.

 

 

 

Wie spricht ein Founder über frühere Geschäftspartner?

 

Wenn ausnahmslos:

  • alle früheren Partner inkompetent waren
  • alle Investoren unfair waren
  • alle Mitarbeitenden enttäuscht haben

lohnt sich Aufmerksamkeit.

Vielleicht stimmt vieles davon.

Interessant ist trotzdem:

Gibt es irgendeine Geschichte, in der diese Person selbst etwas hätte anders machen können?

 

 

 

Verantwortung ist ein besserer Prüfstein als Charme

 

Menschen können sehr charismatisch sein.

Das ist weniger problematisch.

Interessanter ist:

Was passiert nach einem Fehler?

Kann jemand sagen:

„Das war meine Entscheidung. Sie war falsch.“

Das ist in einem Startup eine enorm wertvolle Fähigkeit.

 

 

 

Narzissmus und Lernen aus Fehlern

 

Systematische Forschungsübersichten weisen darauf hin, dass narzisstische Merkmale zwar unternehmerische Initiative fördern können, zugleich jedoch Lernprozesse nach Fehlern erschweren können.

Das ist für Startups besonders relevant.

Denn Scheitern kleiner Hypothesen gehört zum Geschäftsmodell.

 

 

 

Ein Startup braucht psychologische Korrekturfähigkeit

 

Eine gesunde Organisation kann sagen:

„Unsere Annahme war falsch.“

ohne daraus zu machen:

„Jemand muss dafür gedemütigt werden.“

Oder:

„Wir müssen die Zahlen anders interpretieren, damit der Founder recht behält.“

 

 

 

Founder und Investoren

 

Investoren können ebenfalls eine wichtige Gegenfunktion übernehmen.

Doch auch hier gilt:

Ein starkes Board hilft weniger, wenn es nur Zustimmung liefert.

Gute Governance braucht Menschen, die Widerspruch wagen und relevante Informationen bekommen.

 

 

 

Wenn der Founder Kritik als Loyalitätsbruch interpretiert

 

Dann entsteht schnell ein gefährliches Muster.

Mitarbeitende lernen:

„Sag weniger, was du denkst. Sag, was der Founder hören möchte.“

Das kann Entscheidungen massiv verschlechtern.

 

 

 

Startup-Kultur folgt häufig dem Founder

 

Besonders in frühen Unternehmen wirkt Founder-Verhalten stark auf:

  • Kommunikation
  • Konfliktkultur
  • Hiring
  • Entscheidungen
  • Risikoverhalten

Was der Founder belohnt, wird häufig Kultur.

 

 

 

Wenn Bewunderung zur Organisationslogik wird

 

Problematisch wird es, wenn Karriere weniger davon abhängt:

„Wer liefert die besten Informationen?“

und stärker davon:

„Wer bestätigt die Führung?“

Dann verliert ein Startup genau das, was es besonders braucht:

schnelle Rückmeldung aus der Realität.

 

 

 

Hybris nach Erfolg

 

Ein Startup überlebt.

Die Finanzierung gelingt.

Die Presse berichtet.

Der Founder bekommt Anerkennung.

Das kann Selbstvertrauen stärken.

Und manchmal kippt Selbstvertrauen in Hybris.

→ Hybris: Wenn Erfolg den Kontakt zur Realität verändert

 

 

 

Founder-Marken und Personenkult

 

Eine starke Founder-Marke kann wirtschaftlich wertvoll sein.

Sie kann:

  • Recruiting erleichtern
  • Aufmerksamkeit schaffen
  • Vertrauen fördern
  • Kapital anziehen

Problematisch wird es, wenn die Person wichtiger wird als das Unternehmen.

 

 

 

Was passiert, wenn niemand mehr zwischen Founder und Firma trennt?

 

Dann kann jede Kritik an:

  • Produkt
  • Strategie
  • Unternehmensführung

als Kritik an der Person erlebt werden.

Das erschwert Korrektur.

 

 

 

Founder Mode ist weniger Freifahrtschein

 

Founder können und müssen häufig tief im Unternehmen bleiben.

Das rechtfertigt weniger:

  • unklare Rollen
  • willkürliche Entscheidungen
  • Umgehung von Verantwortlichkeiten
  • permanente Mikromanagement-Eingriffe

Die Frage lautet:

Wo schafft Founder-Nähe Geschwindigkeit – und wo zerstört sie Verantwortlichkeit?

 

 

 

Was tun, wenn du bereits mit einem schwierigen Co-Founder verbunden bist?

 

Dann würde ich weniger mit einer Ferndiagnose beginnen.

Beginne mit der Situation.

 

1. Kläre das konkrete Problem

Geht es um:

  • Entscheidungsrechte?
  • Finanzierung?
  • Personal?
  • Kommunikation?
  • Strategie?
  • Vertrauen?

 

2. Trenne Persönlichkeit und Governance

Vielleicht ist die andere Person schwierig.

Und vielleicht ist gleichzeitig die Struktur schlecht.

Beides kann stimmen.

 

 

3. Kläre Entscheidungsrechte

Wer entscheidet was?

Welche Entscheidungen brauchen:

  • eine Person
  • mehrere Founder
  • das Board

 

 

4. Dokumentiere wichtige Entscheidungen

Besonders bei hoher wirtschaftlicher Tragweite sollte weniger davon abhängen, wer sich später wie an ein Gespräch erinnert.

 

 

5. Definiere Eskalationswege

Was geschieht bei einem Deadlock?

Wer kann moderieren?

Welche rechtlichen Regeln gelten?

 

 

6. Bereite schwierige Gespräche strategisch vor

Ein wichtiges Founder-Gespräch sollte weniger spontan stattfinden, wenn:

  • Anteile
  • Macht
  • CEO-Rolle
  • Finanzierung
  • Ausscheiden

betroffen sind.

 

 

 

Nicht jedes Problem ist mit Kommunikation lösbar

 

Das ist besonders wichtig.

Gute Kommunikation kann viel.

Sie ersetzt weniger:

  • Governance
  • Verträge
  • Board-Entscheidungen
  • juristische Beratung

Bei gesellschaftsrechtlichen, arbeitsrechtlichen, steuerlichen oder vertraglichen Fragen braucht es entsprechende Fachleute.

 

 

 

Du brauchst weniger die Diagnose „Narzisst“

 

Vielleicht bist du inzwischen überzeugt:

„Mein Co-Founder ist Narzisst.“

Eine seriöse Persönlichkeitsdiagnose einer abwesenden Person ist auf dieser Grundlage weniger möglich.

Für eine unternehmerische Entscheidung brauchst du sie häufig auch weniger.

Du kannst fragen:

  • Funktioniert unsere Zusammenarbeit?
  • Werden Entscheidungsregeln respektiert?
  • Kann die Person Feedback verarbeiten?
  • Kann Verantwortung übernommen werden?
  • Wie groß ist das wirtschaftliche Risiko?

 

 

 

Was Investoren prüfen sollten

 

Nicht:

„Ist der Founder Narzisst?“

Hilfreicher:

  • Wie reagiert das Team auf Widerspruch?
  • Wie hoch ist die Founder-Fluktuation?
  • Wie werden Entscheidungen korrigiert?
  • Wie offen werden schlechte Zahlen kommuniziert?
  • Wie verteilt sich Macht?
  • Gibt es belastbare Governance?

 

 

 

Was Co-Founder vor der Gründung prüfen sollten

 

Weniger nur:

„Verstehen wir uns gut?“

Sondern:

  • Wie treffen wir Entscheidungen?
  • Wie lösen wir Konflikte?
  • Wie verteilen wir Anerkennung?
  • Wie gehen wir mit Fehlern um?
  • Was geschieht, wenn einer gehen möchte?
  • Was passiert, wenn wir uns über die Strategie nicht einig sind?

 

 

 

Der beste Zeitpunkt für Konfliktregeln ist vor dem Konflikt

 

Das klingt weniger romantisch als:

„Wir vertrauen uns.“

Es kann jedoch später enorm wertvoll sein.

 

 

 

Wenn du selbst Founder bist

 

Dann lohnt sich Selbstreflexion ebenso.

Frag dich:

  • Wie reagiere ich auf schlechte Nachrichten?
  • Kann mein Team mir widersprechen?
  • Wie viel meiner Identität hängt am Unternehmen?
  • Kann ich Verantwortung abgeben?
  • Kann ich einen Fehler öffentlich anerkennen?
  • Teile ich Anerkennung?

 

 

 

Eine besonders wichtige Founder-Frage

 

„Welche Wahrheit sagt mir heute niemand mehr?“

Wenn du diese Frage ernsthaft stellen kannst, schützt du dein Unternehmen vor einem erheblichen Risiko.

 

 

 

Wenn wichtige Informationen dich weniger erreichen

 

Dann entsteht ein Führungsproblem.

Mitarbeitende beginnen möglicherweise:

  • Probleme zu beschönigen
  • Warnungen zurückzuhalten
  • Risiken später zu melden

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen

 

 

 

Executive Sparring für Founder, Geschäftsführer und Unternehmer

 

Bei Founder- und Co-Founder-Konflikten können psychologische, kommunikative und unternehmerische Fragen eng miteinander verbunden sein.

Zum Beispiel:

  • kritische Gespräche mit Co-Foundern
  • Board-Kommunikation
  • Investorenkommunikation
  • Rollen- und Machtkonflikte
  • strategische Entscheidungen unter Druck
  • Ausstiegs- oder Trennungssituationen

Founder, Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber und geschäftsführende Gesellschafter arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das Ziel bestimmt den Inhalt.

Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

→ Executive Sparring

 

 

 

Keine Rechtsberatung

 

Meine Unterstützung umfasst psychologische, kommunikative und strategische Klärung.

Sie ersetzt keine gesellschaftsrechtliche, arbeitsrechtliche, steuerliche oder andere juristische Beratung.

Bei entsprechenden Fragen braucht es dafür qualifizierte Fachleute.

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Für unternehmerische Entscheidungen ist eine solche Diagnose häufig weniger notwendig.

Wir können präzise betrachten:

  • Verhalten
  • Entscheidungsstrukturen
  • Machtverhältnisse
  • Kommunikation
  • Risiken
  • Handlungsoptionen

 

 

 

Zehn Fragen für Founder und Co-Founder

 

  1. Kann mein Co-Founder schlechte Nachrichten hören?
  2. Kann er eigene Fehler anerkennen?
  3. Wie gehen wir mit Widerspruch um?
  4. Sind Rollen und Entscheidungsrechte wirklich klar?
  5. Wie verteilen wir Anerkennung?
  6. Was passiert bei einem strategischen Deadlock?
  7. Ist unser Board unabhängig genug?
  8. Werden relevante Risiken offen kommuniziert?
  9. Welche Struktur schützt das Unternehmen vor unseren persönlichen Schwächen?
  10. Was wäre heute anders, wenn wir weniger auf Persönlichkeit und stärker auf Governance schauen?

 

 

 

Fazit: Ein Startup braucht Selbstvertrauen – und Korrekturfähigkeit

 

Narzisstische Merkmale können im Gründungskontext zweischneidig sein.

Sie können verbunden sein mit:

  • Selbstvertrauen
  • Risikobereitschaft
  • unternehmerischer Initiative
  • Führungsorientierung

Genau diese Eigenschaften können ein Startup zunächst voranbringen.

Später können andere Fähigkeiten wichtiger werden:

  • Zuhören
  • Delegieren
  • Feedback annehmen
  • Fehler korrigieren
  • Macht teilen

Deshalb ist die wichtigste Frage weniger:

„Ist mein Co-Founder ein Narzisst?“

Hilfreicher ist:

„Kann diese Person mit wachsender Verantwortung ebenso gut lernen, korrigieren und kooperieren, wie sie überzeugen kann?“

Und für das Unternehmen:

„Haben wir Strukturen, die funktionieren, auch wenn persönliche Egos unter Druck geraten?“

Genau dort entscheidet sich häufig, ob starke Founder-Energie langfristig zum Vermögenswert oder zum Risiko wird.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
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Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 14. August 2019
Überarbeitung: 10. Januar 2026
English version: https://www.karstennoack.com/narcissists-in-leadership-positions/

Mitarbeiterjahresgespräche Geschäftsführer

Mitarbeiterjahresgespräche Geschäftsführer

Mitarbeitergespräche
Mitarbeiterjahresgespräche Geschäftsführer

Geschäftsführer und Mitarbeitergespräche

 

In diesem Beitrag geht es um Mitarbeitergespräche die Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen führen.

Mitarbeitergespräch

 

Das Mitarbeiterjahresgespräch gibt es unter vielen Bezeichnungen; Feedback-Gespräch, Jahreskritikgespräch, Personalentwicklungsgespräch, Mitarbeiterentwicklungsgespräch und viele weitere. Es gehört zu den weiterverbreiteten Instrumenten der Mitarbeitersteuerung. Oft geht es um die Beurteilung der Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Mindestens einmal im Jahr steht dann ein Mitarbeitergespräch an. In manchen Unternehmen ist es freiwillig und in anderen vorgeschrieben. Mitunter ist es für die ersten Jahre verbindlich und dann können Mitarbeitende wählen.

 

 

 

 

Grundsätzliche Empfehlungen

 

 

In einem eigenen Beitrag finden Sie Empfehlungen die Führungskraften und Mitarbeitern dabei helfen konstruktive Mitarbeitergespräche zu führen. Mehr hierzu im Artikel Mitarbeiterjahresgespräche: 14 Tipps für Vorgesetzte und 12 für Mitarbeiter

 

 

 

 

Besonderheit

 

Weshalb dieser Beitrag zum Thema Mitarbeitergespräche durch Geschäftsführer? Mitarbeitergespräche sind für Geschäftsführer, Geschäftsführerinnen, Inhaber, CEOs und Mitglieder des erweiterten Führungskreises nicht immer einfach. Häufig steht nicht die Zeit für eine professionelle Gesprächsvorbereitung zur Verfügung. Neben dem Appel eine entsprechende Vorbereitung duchzuführen, ist es wichtig die geeignete Gesprächsführung einzusetzen. Das gilt besonders bei schwierigen Themen, eigenwilligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und auch der ein oder anderen schwierigen Führungskraft.

 

 

 

Bedeutung für Mitarbeitende

 

Machen Sie sich die Bedeutung des Mitarbeitergesprächs deutlich. Ihre Mitarbeiter bekommen in diesen Gesprächen einen Eindruck zu ihrem Stellenwert im Unternehmen und wie sie von den Vorgesetzten gesehen werden. Es ist eine gute Gelegenheit für Mitarbeitende zu erfahren, wie es weitergeht mit den Aufgaben, der Abteilung oder dem gesamten Unternehmen.

Sie können durch ein gute Gespräche Ihr persönliches Interesse an den Mitarbeitenden und deren Situation zeigen. Wertschätzung ist wesentich.

 

 

 

Bedeutung für Geschäftsführer

 

 

Mitarbeitergespräche gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der Personalführung. In vielen Unternehmen reden Mitarbeiter und Vorgesetzte in kurzen Abständen und häufig miteinander. Der direkte Austausch ist wichtig, um sich abzustimmen und auf den gleichen Stand zu kommen zu zu bleiben.

Formale Mitarbeitergespräche sind in der Praxis eher im jährlichen oder halbjährlichen Turnus zu üblich. Es geht oft häufig um die Arbeitsqualität, Arbeitsumfänge, Zielerreichung und persönliche Leistung.

Setzen Sie einen klaren Fokus im Gespräch. Gute Gesprächsführung fokussiert auf die wesentlichen Themen udn Aspekte. Sorgen Sie für einen klaren Fokus, damit ein sachlicher Austausch gefordert wird. Führen Sie ein Gespräch auf Augenhöhe. Wertschätzung, Klarheit und verbindliche Vereinbarungen machen es leichter, denn dann ist die Bereitschaft für weitere Gespräche deutlich höher und die Motivation für die Umsetzung wird gesteigert. Mit guten Mitarbeitergespräche haben Sie ein wirksames Führungsinstrument, dass auch Ihre Arbeit erleichtert.

P.S.

 

Worauf kommt es bei Mitarbeitergesprächen als Führungskraft an?

 

 

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Mitarbeiterentwicklungsgespräche

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #834640
K: AZB
Ü:

Blender im Beruf erkennen: Wirkung oder echte Kompetenz?

Blender im Beruf: Wenn Wirkung größer ist als die Substanz

Wie unterscheide ich Wirkung, Selbstvermarktung und tatsächliche Kompetenz?

 

Machen Blender eher Karriere?

Blender im Beruf: Wenn Wirkung größer ist als die Substanz

 

Manche Menschen wirken sofort kompetent.

Sie sprechen sicher.

Sie treten entschlossen auf.

Sie kennen die richtigen Begriffe.

Sie erzählen überzeugend von ihren Erfolgen.

Und manchmal stellt sich später heraus:

Der Eindruck war stärker als die tatsächliche Leistung.

Umgangssprachlich sprechen wir dann von einem Blender.

Der Begriff ist keine psychologische Diagnose.

Er beschreibt vielmehr ein Missverhältnis:

Die Selbstdarstellung verspricht mehr, als Kompetenz, Erfahrung oder Ergebnisse halten.

 

 

 

Was ist ein Blender?

 

Ein Blender ist im alltäglichen Sprachgebrauch ein Mensch, der:

  • kompetenter wirkt, als er tatsächlich ist
  • Erfolge größer darstellt
  • eigene Beiträge besonders stark hervorhebt
  • Unsicherheit durch überzeugendes Auftreten überdeckt
  • bei genauer Prüfung weniger Substanz liefert als erwartet

Entscheidend ist weniger ein selbstbewusstes Auftreten.

Entscheidend ist das wiederkehrende Missverhältnis zwischen Eindruck und überprüfbarer Leistung.

 

 

 

Selbstbewusstsein ist kein Blendermerkmal

 

Das möchte ich gleich zu Beginn klarstellen.

Menschen dürfen:

  • selbstbewusst auftreten
  • ihre Leistungen benennen
  • Erfolge sichtbar machen
  • für ihre Ideen werben

Das ist professionelles Selbstmarketing.

Problematisch wird es, wenn die Darstellung dauerhaft größer ist als das, was sich dahinter überprüfen lässt.

 

 

 

Warum Blender zunächst überzeugen können

 

Menschen müssen Entscheidungen häufig mit unvollständigen Informationen treffen.

Im Bewerbungsgespräch.

Im Meeting.

Bei der Wahl einer Führungskraft.

Bei Präsentationen.

Bei neuen Geschäftspartnern.

Dann greifen wir zwangsläufig auf sichtbare Signale zurück.

Zum Beispiel:

  • Auftreten
  • Sprachsicherheit
  • Selbstvertrauen
  • soziale Präsenz
  • Entschlossenheit

Diese Signale können mit Kompetenz zusammenhängen.

Sie sind jedoch kein zuverlässiger Kompetenznachweis.

 

 

 

Selbstvertrauen sieht aus wie Kompetenz

 

Das ist einer der Gründe, weshalb Blender funktionieren können.

Wer überzeugt klingt, wird leichter für überzeugend gehalten.

Wer schnell antwortet, wirkt möglicherweise kompetenter als jemand, der sorgfältig nachdenkt.

Wer eine klare Meinung äußert, wirkt entschlossener als jemand, der Unsicherheit transparent macht.

Doch:

Sicherheit der Darstellung und Qualität des Urteils sind zwei verschiedene Dinge.

 

 

 

Auftreten und Leistung auseinanderhalten

 

Eine hilfreiche Frage lautet:

„Welche Information überzeugt mich gerade eigentlich?“

Ist es:

die Art, wie jemand spricht?

Oder:

das, was sich konkret belegen lässt?

 

 

 

Führungspotenzial oder Führungseffektivität?

 

Gerade bei Führung ist diese Unterscheidung wichtig.

Menschen mit:

  • Präsenz
  • Extraversion
  • Selbstbewusstsein
  • Dominanz

werden leichter als potenzielle Führungspersönlichkeiten wahrgenommen.

Das heißt noch nicht, dass sie später besonders wirksam führen.

Führung übernehmen und Führung gut ausüben sind unterschiedliche Fragen.

 

 

 

Warum Blender Karriere machen können

 

Karriereentscheidungen beruhen selten ausschließlich auf objektiven Leistungsdaten.

Eine Rolle spielen auch:

  • Sichtbarkeit
  • Netzwerke
  • Selbstpräsentation
  • Auftreten
  • politisches Geschick
  • Zuschreibungen durch andere

Das ist nicht automatisch ungerecht.

Kommunikation und Sichtbarkeit gehören zu vielen beruflichen Rollen.

Problematisch wird es, wenn die Organisation Wirkung und Leistung nicht mehr sauber auseinanderhält.

 

 

 

Ein häufiger Denkfehler

 

Jemand präsentiert sich hervorragend.

Daraus entsteht der Eindruck:

„Diese Person muss auch hervorragend arbeiten.“

Das kann stimmen.

Es muss weniger stimmen.

Präsentationskompetenz ist eine Kompetenz.

Sie ersetzt jedoch andere Kompetenzen weniger automatisch.

 

 

 

Woran lassen sich Blender eher erkennen?

 

Weniger an einem einzelnen Signal.

Interessanter sind wiederkehrende Muster.

 

 

 

1. Große Aussagen, wenige überprüfbare Details

 

Zum Beispiel:

„Ich habe den Bereich komplett transformiert.“

Dann lohnt sich:

„Was genau hast du verändert?“

„Welche Ergebnisse gab es?“

„Welche Rolle hattest du persönlich?“

 

 

2. Eigene Beiträge werden größer

 

Erfolge großer Teams werden plötzlich zur persönlichen Erfolgsgeschichte.

Ein typisches Muster kann lauten:

„Ich habe das erreicht.“

obwohl viele Menschen maßgeblich beteiligt waren.

Deshalb:

Wer hat konkret welchen Beitrag geleistet?

 

 

3. Verantwortung verschwindet bei Misserfolg

 

Bei Erfolg:

„Meine Strategie.“

Bei Misserfolg:

„Das Team hat es nicht umgesetzt.“

Ein einzelner Fall beweist wenig.

Wiederholt sich dieses Muster, wird es aufschlussreich.

 

 

4. Fachsprache ersetzt Erklärung

 

Menschen können mit vielen Fachbegriffen sehr kompetent wirken.

Eine gute Prüfung lautet:

Kann die Person den Gedanken auch verständlich erklären?

Wer etwas wirklich verstanden hat, kann häufig zwischen Expertenniveau und verständlicher Sprache wechseln.

 

 

5. Konkrete Nachfragen führen zu Ausweichbewegungen

 

Zum Beispiel:

  • Themenwechsel
  • neue Schlagwörter
  • lange Antworten ohne konkrete Antwort
  • Verweis auf Autoritäten

Auch hier gilt:

Ein schwieriges Gespräch beweist wenig.

Wiederkehrende Ausweichmuster sind interessanter.

 

 

6. Selbstbeschreibung und Fremdbild unterscheiden sich stark

 

Ein Mensch beschreibt sich beispielsweise als:

„hervorragende Führungskraft“

während:

  • Mitarbeitende hohe Fluktuation berichten
  • Ziele regelmäßig verfehlt werden
  • Konflikte ungelöst bleiben

Dann lohnt es sich, verschiedene Informationsquellen einzubeziehen.

 

 

 

Das wichtigste Gegenmittel: überprüfbare Kompetenz

 

Statt zu fragen:

„Wirkt diese Person kompetent?“

frage zusätzlich:

„Woran können wir ihre Kompetenz erkennen?“

Zum Beispiel:

  • konkrete Ergebnisse
  • Arbeitsproben
  • nachvollziehbare Entscheidungen
  • Referenzen
  • frühere Verantwortung
  • Umgang mit komplexen Rückfragen

 

 

 

Arbeitsproben schlagen Selbsteinschätzung

 

Wo immer es möglich ist, lass Kompetenz sichtbar werden.

Bei einer Präsentationsrolle beispielsweise:

Lass präsentieren.

Bei einer strategischen Aufgabe:

Lass ein reales Problem analysieren.

Bei einer Führungsposition:

Sprich über konkrete frühere Führungsentscheidungen.

Je näher die Prüfung an der späteren Aufgabe liegt, desto weniger abhängig bist du von bloßer Selbstdarstellung.

 

 

 

Frage nach Entscheidungen, nicht nur nach Erfolgen

 

Eine interessante Frage lautet:

„Welche schwierige Entscheidung hast du getroffen und warum?“

Dann zeigt sich:

  • Wie denkt jemand?
  • Welche Alternativen wurden berücksichtigt?
  • Wie wurde mit Unsicherheit umgegangen?
  • Welche Konsequenzen wurden bedacht?

 

 

 

Frage nach Fehlern

 

Zum Beispiel:

„Welche Entscheidung würdest du heute anders treffen?“

Eine starke Antwort muss weniger besonders spektakulär sein.

Interessant ist:

Kann die Person Verantwortung übernehmen und daraus etwas ableiten?

 

 

 

„Ich habe keine Fehler gemacht“ ist selten ein Qualitätsmerkmal

 

Bei anspruchsvollen Aufgaben entstehen Fehlentscheidungen.

Wer Verantwortung trägt, kennt Situationen, in denen etwas weniger gut funktioniert hat.

Die Fähigkeit, darüber differenziert zu sprechen, kann deshalb selbst ein Kompetenzmerkmal sein.

 

 

 

Blender und Narzissmus

 

Die Begriffe werden häufig miteinander verbunden.

Das sollte mit Vorsicht geschehen.

Aus starker Selbstdarstellung lässt sich keine narzisstische Persönlichkeitsstörung ableiten.

Bestimmte narzisstische Merkmale können allerdings dazu beitragen, dass Menschen:

  • selbstbewusster auftreten
  • stärker nach Status streben
  • ihre eigene Führungsfähigkeit höher einschätzen

Interessanterweise zeigt Forschung:

Narzisstische Merkmale können damit zusammenhängen, eher als Führungspersönlichkeit hervorzutreten, ohne automatisch mit besserer Führung verbunden zu sein.

→ Was ist Narzissmus?

 

 

 

Selbstüberschätzung ist weniger Narzissmus

 

Menschen überschätzen sich aus vielen Gründen.

Zum Beispiel:

  • mangelnde Erfahrung
  • fehlendes Feedback
  • Erfolg in einem anderen Bereich
  • optimistische Selbstwahrnehmung

Deshalb bringt es wenig, aus Überconfidence sofort eine Persönlichkeitsdiagnose abzuleiten.

 

 

 

Der stille Experte ist ebenfalls kein Ideal

 

Bei aller Kritik an Blenderei gibt es die andere Falle:

„Gute Arbeit spricht für sich.“

Leider spricht Arbeit selten.

Menschen müssen sie wahrnehmen.

Wenn kompetente Menschen ihre Leistungen grundsätzlich unsichtbar lassen, haben sie im Wettbewerb einen Nachteil.

 

 

 

Authentisches Selbstmarketing

 

Das Gegenteil von Blenderei ist deshalb weniger Unsichtbarkeit.

Es ist:

glaubwürdiges Selbstmarketing.

Du kannst deine Kompetenz sichtbar machen und zugleich bei den Fakten bleiben.

→ Authentisches Selbstmarketing

 

 

 

Wie sieht glaubwürdiges Selbstmarketing aus?

 

Weniger:

„Ich bin außergewöhnlich gut in Veränderungsprozessen.“

Konkreter:

„Ich habe in den vergangenen drei Jahren zwei größere Reorganisationen verantwortet. Bei der letzten sank die Durchlaufzeit anschließend um 18 Prozent.“

Die zweite Aussage liefert Substanz.

 

 

 

Belege statt Adjektive

 

Das ist eine meiner bevorzugten Regeln.

Weniger:

  • hervorragend
  • einzigartig
  • führend
  • visionär
  • außergewöhnlich

Mehr:

  • Was wurde gemacht?
  • Welche Verantwortung bestand?
  • Was war das Ergebnis?

Lass andere aus den Fakten auf deine Qualität schließen.

 

 

 

Wer gut ist, darf sichtbar sein

 

Besonders leistungsfähige Menschen machen gelegentlich genau den gegenteiligen Fehler.

Sie denken:

„Ich möchte weniger angeben.“

Und sagen deshalb kaum etwas über ihren Beitrag.

Das kann dazu führen, dass andere Menschen mit schwächerer Leistung und stärkerer Selbstpräsentation mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Die Lösung lautet weniger, selbst zum Blender zu werden.

Die Lösung lautet, Leistung klarer sichtbar zu machen.

 

 

 

Understatement hat Grenzen

 

Zurückhaltung kann souverän wirken.

Sie funktioniert besonders gut, wenn deine Kompetenz bereits bekannt ist.

Wenn niemand weiß, was du kannst, kann Understatement dagegen zu Unsichtbarkeit werden.

→ Understatement statt Super-Ego

 

 

 

Blender in Bewerbungsgesprächen

 

Bewerbungsgespräche begünstigen Selbstdarstellung.

Das liegt in ihrer Natur.

Wer sich bewirbt, möchte überzeugen.

Deshalb sollten Auswahlentscheidungen weniger ausschließlich darauf beruhen:

„Wer hat im Gespräch am stärksten gewirkt?“

Hilfreich sind:

  • strukturierte Fragen
  • vergleichbare Bewertungskriterien
  • Arbeitsproben
  • konkrete Beispiele aus früherem Verhalten

 

 

 

Blender bei Beförderungen

 

Auch hier besteht ein Risiko.

Besonders sichtbare Mitarbeitende können leichter als leistungsstark wahrgenommen werden.

Deshalb lohnt sich vor einer Beförderung:

Welche Ergebnisse liegen tatsächlich vor?

Welchen Anteil hatte die Person daran?

Wie erleben andere die Zusammenarbeit?

Wie gut passen die bisherigen Leistungen zur neuen Rolle?

 

 

 

Der beste Spezialist ist weniger automatisch die beste Führungskraft

 

Und der beste Selbstdarsteller ebenfalls weniger.

Führung braucht andere Fähigkeiten.

Zum Beispiel:

  • Urteilsfähigkeit
  • Kommunikation
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Verantwortungsübernahme
  • soziale Intelligenz
  • Umgang mit Widerspruch

 

 

 

Wenn Blender bereits in Führungspositionen sitzen

 

Dann hilft wenig, innerlich ständig zu denken:

„Alle müssten doch erkennen, dass diese Person nichts kann.“

Vielleicht erkennen andere es.

Vielleicht später.

Vielleicht weniger.

Für dich ist eine andere Frage hilfreicher:

Wie sichere ich meinen eigenen Handlungsspielraum?

 

 

 

Bleib bei überprüfbaren Punkten

 

Weniger:

„Der Chef ist ein Blender.“

Mehr:

„Am Montag wurde Ziel X vereinbart. Am Donnerstag wurde ohne neue Information Ziel Y daraus.“

Oder:

„Diese Zusage wurde gemacht. Das Ergebnis weicht davon ab.“

Konkretes Verhalten lässt sich professioneller besprechen als Charakterurteile.

 

 

 

Blender öffentlich entlarven?

 

Der Impuls ist verständlich.

Und häufig wenig strategisch.

Wenn du jemanden öffentlich bloßstellst, entsteht schnell ein Statuskonflikt.

Selbst wenn du sachlich recht hast, kann die Dynamik eskalieren.

Hilfreicher ist oft:

  • präzise nachfragen
  • Ergebnisse prüfen
  • Zuständigkeiten dokumentieren
  • Entscheidungskriterien transparent machen

 

 

 

Die beste Entlarvung ist häufig Transparenz

 

Wenn klar ist:

  • wer welche Verantwortung trägt
  • welche Ziele gelten
  • wie Ergebnisse gemessen werden
  • welche Entscheidungen getroffen wurden

wird Blenderei schwieriger.

Transparente Strukturen reduzieren den Vorteil reiner Selbstdarstellung.

 

 

 

Blender oder Hochstapler?

 

Auch diese Begriffe sollten auseinandergehalten werden.

Ein Blender kann seine Kompetenz überzeichnen.

Ein Hochstapler täuscht über Identität, Qualifikation oder Status in wesentlich weitergehender Weise.

Und bei Betrug bewegen wir uns zusätzlich in einem rechtlichen Bereich.

Ein starker Auftritt allein macht aus niemandem einen Hochstapler oder Betrüger.

 

 

 

Wenn du selbst dazu neigst, dich zu gut zu verkaufen

 

Selbstreflexion kann auch in die andere Richtung gehen.

Frag dich:

  • Ist meine Aussage belegbar?
  • Wie groß war mein eigener Anteil?
  • Würde mein Team die Geschichte ähnlich erzählen?
  • Kann ich auch über Fehler sprechen?
  • Stimmen meine Versprechen mit meiner tatsächlichen Leistung überein?

 

 

 

Wenn du dich zu schlecht verkaufst

 

Dann helfen andere Fragen:

  • Welche Leistung sollte sichtbar werden?
  • Welche Ergebnisse kann ich konkret benennen?
  • Wo spiele ich meinen Beitrag unnötig herunter?
  • Wer muss wissen, was ich leiste?

Das Ziel lautet:

Weder aufblasen noch verstecken.

 

 

 

Eine einfache Formel

 

Behauptung + überprüfbarer Beleg = glaubwürdige Positionierung.

Zum Beispiel:

„Ich habe viel Erfahrung mit Krisenkommunikation.“

Plus:

„In den vergangenen fünf Jahren habe ich zwölf entsprechende Führungsteams begleitet.“

Damit bekommt die Aussage Substanz.

 

 

 

Blender erkennen: Sieben hilfreiche Fragen

 

  1. Was genau behauptet die Person?
  2. Welche überprüfbaren Ergebnisse stützen diese Behauptung?
  3. Welchen eigenen Anteil hatte sie tatsächlich?
  4. Wie spricht sie über Fehler und Misserfolge?
  5. Kann sie komplexe Themen auch konkret und verständlich erklären?
  6. Wie beurteilen andere Beteiligte ihre Leistung?
  7. Passt die Selbstdarstellung langfristig zu den Ergebnissen?

 

 

 

Wenn es um wichtige Personalentscheidungen geht

 

Je höher die Verantwortung einer Rolle, desto teurer können Fehlentscheidungen werden.

Dann lohnt es sich, weniger auf Eindruck allein zu vertrauen.

Entscheidungen sollten so weit wie möglich auf:

  • klaren Kriterien
  • mehreren Informationsquellen
  • beobachtbarem Verhalten
  • relevanten Arbeitsproben
  • nachvollziehbaren Ergebnissen

beruhen.

 

 

 

Wenn deine eigene Positionierung das Thema ist

 

Vielleicht bist du fachlich sehr gut und merkst:

Andere verkaufen sich überzeugender.

Dann brauchst du weniger mehr Lautstärke.

Du brauchst eine klarere Verbindung von:

  • Kompetenz
  • Sichtbarkeit
  • Positionierung
  • glaubwürdiger Kommunikation

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstmarketing, Positionierung, Auftreten oder eine konkrete berufliche Entwicklung geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Wirkung zählt – Substanz entscheidet

 

Blender können zunächst überzeugen.

Denn Menschen reagieren auf:

  • Selbstvertrauen
  • Präsenz
  • klare Sprache
  • sichtbare Entschlossenheit

Das ist menschlich.

Der Fehler besteht weniger darin, Wirkung wahrzunehmen.

Der Fehler besteht darin, Wirkung mit Kompetenz gleichzusetzen.

Deshalb:

Prüfe Behauptungen.

Frage nach konkreten Beiträgen.

Schau auf Ergebnisse.

Und verwechsle Selbstbewusstsein weder mit Kompetenz noch mit Inkompetenz.

Für die eigene Karriere gilt dasselbe in die andere Richtung:

Mach gute Arbeit sichtbar.

Du brauchst dafür weniger Blenderei.

Du brauchst Substanz, die überzeugend kommuniziert wird.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Manche Menschen wollen immer glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben. Heinz Erhard

Artikel

 

Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. August 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Narzisstische Eltern: Trost finden und innerlich frei werden

Narzisstische Eltern: Trost finden, ohne die Vergangenheit schönzureden

Was aus einer schwierigen Kindheit wachsen kann – ohne das Erlebte schönzureden
Narzisstische Eltern: Etwas Trost im Unglück?

Narzisstische Eltern: Trost finden, ohne die Vergangenheit schönzureden

 

Vielleicht bist du schon lange erwachsen und hoffst trotzdem noch auf etwas, das du von deiner Mutter oder deinem Vater bisher kaum bekommen hast: Verständnis, Anerkennung oder eine ehrliche Entschuldigung. Vielleicht fragst du dich auch, ob deine schwierige Kindheit wenigstens etwas Gutes hervorgebracht hat. Wie kannst du Trost finden, ohne die Vergangenheit zu beschönigen? Und wie gelingt es, das eigene Leben weniger von der erhofften Veränderung deiner Eltern abhängig zu machen?

 

Vielleicht kennst du diesen Wunsch.

Ein einziges Mal soll deine Mutter sagen:

„Ich verstehe heute, wie schwer das für dich war.“

Oder dein Vater:

„Ich hätte damals anders mit dir umgehen sollen.“

Vielleicht wartest du nicht auf eine große Erklärung.

Vielleicht würde dir schon eine kleine Geste genügen.

Eine ehrliche Frage danach, wie es dir geht.

Ein Gespräch, in dem du dich nicht wieder verteidigen musst.

Ein Zeichen dafür, dass deine Erfahrungen ernst genommen werden.

Doch vielleicht kommt dieses Zeichen nicht.

Oder du erlebst nach kurzen Momenten der Hoffnung erneut dieselben Verletzungen.

Dann kannst du in einen schmerzhaften inneren Konflikt geraten.

Du möchtest die Hoffnung nicht aufgeben.

Gleichzeitig möchtest du dich nicht immer wieder enttäuschen lassen.

Und möglicherweise fragst du dich:

„Wie finde ich damit Frieden?“

Du musst deine Vergangenheit weder vergessen noch als wertvolle Erfahrung umdeuten, um heute mehr Selbstbestimmung zu entwickeln.

Trost kann auch darin liegen, das Geschehene ernst zu nehmen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und neue Möglichkeiten für das heutige Leben zu gestalten.

 

 

 

Was ist mit narzisstischen Eltern gemeint?

 

Der Begriff „narzisstische Eltern“ wird häufig für Mütter oder Väter verwendet, deren Verhalten stark von Selbstbezogenheit, Kontrollbedürfnissen, Kränkbarkeit oder mangelnder Berücksichtigung kindlicher Bedürfnisse geprägt ist.

Vielleicht hast du wiederholte Abwertung erlebt.

Vielleicht war Anerkennung an Leistung gebunden.

Oder deine Gefühle wurden regelmäßig zurückgewiesen.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Auch Eltern ohne eine solche Diagnose können verletzend, kontrollierend oder emotional wenig verfügbar handeln.

Für deine persönliche Entwicklung ist die genaue Diagnose deiner Eltern häufig weniger wichtig als die Frage, welche Erfahrungen du gemacht hast und wie du heute damit umgehen möchtest.

Die unterschiedlichen Beziehungsmuster und Möglichkeiten der Abgrenzung behandle ich ausführlicher im Beitrag Narzisstische Eltern: Wie du dich als erwachsenes Kind abgrenzt.

 

 

 

Du musst in einer belastenden Kindheit kein Geschenk erkennen

 

Vielleicht hast du schon einmal gehört:

„Alles hat seinen Sinn.“

„Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.“

Oder:

„Du bist doch gerade wegen deiner schwierigen Kindheit so geworden, wie du heute bist.“

Solche Aussagen können gut gemeint sein.

Manchmal fühlen sie sich jedoch wie eine zusätzliche Abwertung an.

Vielleicht möchtest du gar nicht hören, dass die schwierigen Erfahrungen einen höheren Zweck hatten.

Du möchtest zunächst anerkennen dürfen, dass vieles unnötig schmerzhaft war.

Und das ist berechtigt.

Kinder benötigen Schutz, Verlässlichkeit und eine angemessene Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse.

Wenn diese Bedingungen fehlen, muss daraus kein besonderer persönlicher Gewinn entstehen.

Es gibt keinen Grund, Leid nachträglich zu rechtfertigen.

 

Eine wichtige Unterscheidung

Vielleicht hast du trotz deiner Erfahrungen besondere Fähigkeiten entwickelt.

Vielleicht hast du gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

Oder du kannst dich heute gut in andere Menschen hineinversetzen.

Du darfst solche Fähigkeiten schätzen.

Das bedeutet nicht, dass du die belastenden Erfahrungen dafür gebraucht hast.

Du kannst stolz auf das sein, was du entwickelt hast, ohne dankbar für das sein zu müssen, was dich verletzt hat.

 

 

 

1. Wenn du noch immer auf Anerkennung wartest

 

Vielleicht hast du vieles erreicht.

Du hast dir ein selbstständiges Leben aufgebaut.

Du hast berufliche Herausforderungen bewältigt.

Du übernimmst Verantwortung.

Und trotzdem trifft dich die Kritik deiner Mutter oder deines Vaters noch immer besonders stark.

Vielleicht wäre ein einfaches „Ich bin stolz auf dich“ von großer Bedeutung.

Doch die Anerkennung bleibt aus.

Oder sie wird sofort relativiert.

„Das ist ja schön, aber andere haben noch mehr erreicht.“

Vielleicht verstärkst du daraufhin deine Anstrengungen.

Du möchtest zeigen, dass du Anerkennung verdienst.

Doch irgendwann kann die Frage entstehen:

„Wie lange möchte ich noch auf eine Bestätigung warten, die möglicherweise nie in der erhofften Form kommt?“

 

Was dir helfen kann

Versuche, die Bedeutung deiner eigenen Maßstäbe stärker wahrzunehmen.

Was ist dir wichtig?

Welche Entscheidungen entsprechen deinen Werten?

Welche Entwicklungen möchtest du selbst würdigen?

Das ersetzt nicht automatisch die vermisste elterliche Anerkennung.

Es eröffnet jedoch eine zusätzliche Grundlage für dein Selbstwertgefühl.

 

 

 

2. Wenn du dir eine Entschuldigung wünschst

 

Vielleicht hast du deine Eltern bereits mehrfach auf frühere Verletzungen angesprochen.

Du hast beschrieben, wie du bestimmte Situationen erlebt hast.

Vielleicht hast du sogar konkrete Beispiele genannt.

Doch statt einer Entschuldigung hörst du:

„So schlimm war das nicht.“

„Du übertreibst.“

„Wir haben unser Bestes gegeben.“

Oder:

„Jetzt hör doch endlich auf, in der Vergangenheit herumzuwühlen.“

Vielleicht fühlst du dich danach erneut nicht gesehen.

Der Wunsch nach Anerkennung des erlebten Unrechts ist verständlich.

Doch eine Entschuldigung lässt sich nicht erzwingen.

Und selbst wenn sie kommt, muss sie nicht alle Folgen der früheren Erfahrungen auflösen.

 

Eine mögliche neue Perspektive

„Was kann ich für mich klären, auch wenn meine Eltern ihre Sicht nicht verändern?“

Diese Frage verlangt nicht, dass du die Hoffnung sofort aufgibst.

Sie eröffnet dir jedoch Handlungsmöglichkeiten, die nicht vollständig vom Verhalten deiner Eltern abhängen.

 

 

 

3. Wenn du die liebevollen Seiten deiner Eltern nicht vergessen möchtest

 

Vielleicht war deine Kindheit nicht ausschließlich belastend.

Es gab schöne Momente.

Vielleicht gemeinsame Ausflüge.

Vielleicht Zuwendung.

Vielleicht praktische Unterstützung in wichtigen Situationen.

Und gleichzeitig gab es Verhaltensweisen, die dich verletzt haben.

Diese Erfahrungen dürfen nebeneinander bestehen.

Du musst deine Eltern nicht ausschließlich als gute oder schlechte Menschen betrachten.

Du darfst schöne Erinnerungen bewahren und zugleich anerkennen, dass andere Erfahrungen problematisch waren.

Eine differenzierte Sicht bedeutet nicht, Grenzüberschreitungen zu entschuldigen.

Sie ermöglicht dir, deine Geschichte möglichst vollständig wahrzunehmen.

 

 

 

4. Wenn du um eine Kindheit trauerst, die du nicht hattest

 

Manche Verluste sind schwer zu benennen.

Vielleicht hast du deine Eltern noch.

Vielleicht besteht weiterhin Kontakt.

Und trotzdem vermisst du etwas Wesentliches.

Die Erfahrung, dich bedingungslos angenommen zu fühlen.

Die Sicherheit, bei Fehlern nicht beschämt zu werden.

Oder die Möglichkeit, mit deinen Sorgen zu einem Erwachsenen zu gehen, der dich beruhigt und unterstützt.

Vielleicht trauerst du nicht nur um vergangene Ereignisse.

Du trauerst auch um Erfahrungen, die du dir gewünscht hast und die ausgeblieben sind.

Solche Gefühle können sich auch im Erwachsenenalter zeigen.

Du musst sie nicht durch positive Gedanken überspielen.

Manchmal besteht ein wichtiger Schritt darin, den Verlust überhaupt benennen zu können.

 

Eine hilfreiche Frage

„Was hätte ich damals gebraucht?“

Vielleicht Respekt.

Ermutigung.

Trost.

Oder Schutz.

Die Antwort kann dir helfen, deine heutigen Bedürfnisse klarer zu erkennen.

 

 

 

5. Wenn du dich selbst dafür kritisierst, noch immer betroffen zu sein

 

Vielleicht sagst du dir:

„Ich bin doch längst erwachsen.“

„Das ist so lange her.“

„Warum beschäftigt mich das immer noch?“

Vielleicht schämst du dich sogar dafür, dass die Worte deiner Eltern weiterhin starke Gefühle auslösen.

Doch vertraute Beziehungsmuster können sehr beständig sein.

Wenn du über viele Jahre gelernt hast, auf bestimmte Reaktionen besonders aufmerksam zu achten, verändern sich solche Gewohnheiten nicht allein durch eine rationale Einsicht.

Du kannst heute wissen, dass du unabhängig bist, und dich in einzelnen Situationen trotzdem stark verunsichert fühlen.

Das ist kein Beweis dafür, dass du persönlich versagt hast.

Du darfst deine heutigen Reaktionen verstehen lernen, ohne dich zusätzlich dafür abzuwerten.

 

 

 

6. Wenn du eine Stärke entwickelt hast, die dich gleichzeitig belastet

 

Vielleicht kannst du Stimmungen anderer Menschen sehr schnell wahrnehmen.

Du bemerkst kleine Veränderungen in Gesichtsausdruck und Tonfall.

Du erkennst häufig früh, wenn sich ein Konflikt anbahnt.

Diese Aufmerksamkeit kann in manchen Situationen hilfreich sein.

Doch möglicherweise fällt es dir schwer, dich zu entspannen.

Du beobachtest ständig, wie andere auf dich reagieren.

Vielleicht übernimmst du schnell Verantwortung für ihre Stimmung.

Dann ist die Fähigkeit zugleich mit Belastung verbunden.

 

Was daraus folgen kann

Vielleicht möchtest du lernen, deine soziale Sensibilität bewusster einzusetzen.

Du kannst aufmerksam bleiben, ohne jede emotionale Veränderung eines anderen Menschen zu deiner Aufgabe zu machen.

Es geht nicht darum, eine wertvolle Fähigkeit aufzugeben.

Es geht darum, mehr Wahlmöglichkeiten im Umgang damit zu gewinnen.

 

 

 

7. Wenn du besonders verantwortungsbewusst geworden bist

 

Vielleicht hast du früh Aufgaben übernommen.

Du warst zuverlässig.

Du hast dich um andere gekümmert.

Du hast Probleme gelöst, bevor jemand darum bitten musste.

Diese Fähigkeiten können heute hilfreich sein.

Doch vielleicht fällt es dir schwer, Unterstützung anzunehmen.

Du möchtest niemandem zur Last fallen.

Oder du fühlst dich schuldig, sobald du einmal nicht verfügbar bist.

Dann kann die Frage hilfreich sein:

„Wie kann ich verantwortungsvoll handeln, ohne mich dauerhaft zu überfordern?“

Du darfst zuverlässig sein und trotzdem Grenzen haben.

 

 

 

8. Wenn du gelernt hast, besonders selbstständig zu sein

 

Vielleicht hast du schon früh vieles allein geregelt.

Du warst darauf vorbereitet, Probleme selbst zu lösen.

Heute bist du möglicherweise sehr unabhängig.

Doch vielleicht fällt es dir schwer, dich auf andere Menschen zu verlassen.

Du erwartest wenig Unterstützung.

Oder du vermeidest es, persönliche Bedürfnisse zu zeigen.

Selbstständigkeit kann eine Stärke sein.

Gleichzeitig darfst du lernen, Hilfe anzunehmen und Vertrauen schrittweise aufzubauen.

Unabhängigkeit und Verbundenheit müssen keine Gegensätze sein.

 

 

 

9. Wenn du die Beziehung zu deinen Eltern weiterhin gestalten möchtest

 

Vielleicht möchtest du den Kontakt nicht abbrechen.

Du liebst deine Eltern möglicherweise trotz schwieriger Erfahrungen.

Oder du möchtest aus anderen persönlichen Gründen in Verbindung bleiben.

Dann kann es sinnvoll sein, den heutigen Kontakt bewusster zu gestalten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Themen nicht mehr besprechen.

Vielleicht kürzere Telefonate führen.

Oder Besuche so planen, dass du anschließend ausreichend Zeit für dich hast.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zwischen vollständiger Anpassung und vollständigem Kontaktabbruch.

Entscheidend ist, welche Form des Kontakts unter deinen tatsächlichen Lebensbedingungen tragfähig und sicher ist.

 

 

 

10. Wenn du erkennst, dass sich deine Eltern möglicherweise nicht verändern

 

Vielleicht hast du viele Gespräche geführt.

Du hast erklärt, was dich verletzt.

Du hast um Verständnis gebeten.

Du hast gehofft, dass sich etwas verändert.

Doch bestimmte Muster bleiben bestehen.

Dann kann es hilfreich sein, die eigenen Erwartungen zu überprüfen.

Das bedeutet nicht, dass Menschen sich grundsätzlich nicht verändern können.

Veränderung ist möglich.

Doch sie erfordert gewöhnlich eine entsprechende Bereitschaft und tatsächliche Schritte.

Du kannst diese Bereitschaft nicht allein herstellen.

Vielleicht besteht Trost deshalb auch darin, dein heutiges Leben nicht länger vollständig an die erhoffte Entwicklung deiner Eltern zu knüpfen.

 

 

 

Was bedeutet es, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen?

 

Vielleicht klingt diese Formulierung so, als müsstest du deinen Eltern vergeben.

Oder als solltest du die Vergangenheit für abgeschlossen erklären.

Das ist nicht gemeint.

Mit der Vergangenheit Frieden zu schließen kann sehr Unterschiedliches bedeuten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Erfahrungen besser verstehen.

Vielleicht deine heutige Selbstabwertung reduzieren.

Vielleicht möchtest du deine Eltern realistischer einschätzen.

Oder du möchtest persönliche Entscheidungen treffen, ohne dich ständig von alten Erwartungen bestimmen zu lassen.

Es gibt dafür keinen vorgeschriebenen Ablauf.

Auch Vergebung ist keine Pflicht.

Du kannst innerlich mehr Ruhe entwickeln und trotzdem klare Grenzen behalten.

 

 

 

Praktische Übung: Was gehört zu meiner Vergangenheit – und was möchte ich heute gestalten?

 

Diese Übung ist für Menschen gedacht, die sich durch wiederkehrende Gedanken an ihre Eltern belastet fühlen und mehr Klarheit gewinnen möchten.

Sie kann mehrfach verwendet werden.

Wähle eine Situation, die du betrachten kannst, ohne dich dabei erheblich zu überfordern.

Bei starken traumabezogenen Reaktionen ist eine therapeutisch begleitete Vorgehensweise geeigneter.

Schritt 1: Was beschäftigt mich gerade?

Benennen eine konkrete Situation.

Vielleicht ein Telefonat.

Eine Bemerkung deiner Mutter.

Oder eine Erinnerung an deinen Vater.

Beschreibe möglichst sachlich, was geschehen ist oder woran du dich erinnerst.

Schritt 2: Was habe ich damals gebraucht?

Vielleicht Trost.

Schutz.

Anerkennung.

Oder das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Versuche, das Bedürfnis möglichst konkret zu benennen.

Schritt 3: Was empfinde ich heute?

Vielleicht Traurigkeit.

Wut.

Enttäuschung.

Sehnsucht.

Oder mehrere dieser Gefühle gleichzeitig.

Du musst sie nicht sofort verändern.

Schritt 4: Worauf hoffe ich noch immer?

Vielleicht wünschst du dir eine Entschuldigung.

Eine Anerkennung.

Oder eine liebevollere Beziehung.

Prüfe, welche Hoffnung dir wichtig ist und welche Erwartungen dich möglicherweise immer wieder belasten.

Schritt 5: Was liegt heute in meiner Hand?

Du kannst nicht rückwirkend verändern, was geschehen ist.

Du kannst auch nicht erzwingen, dass deine Eltern deine Erfahrungen anerkennen.

Doch vielleicht kannst du den heutigen Kontakt anders gestalten.

Vielleicht eine Grenze formulieren.

Oder dir Unterstützung suchen.

Schritt 6: Welche Stärke möchte ich behalten?

Vielleicht hast du besondere soziale Sensibilität entwickelt.

Vielleicht Ausdauer.

Selbstständigkeit.

Oder Verantwortungsbewusstsein.

Du darfst diese Fähigkeiten wertschätzen.

Du musst dafür nicht die belastenden Erfahrungen rechtfertigen.

Schritt 7: Welche Belastung möchte ich reduzieren?

Vielleicht möchtest du nicht mehr für jede Stimmung deiner Eltern Verantwortung übernehmen.

Vielleicht weniger Rechtfertigungsdruck empfinden.

Oder mehr Vertrauen in deine eigenen Entscheidungen entwickeln.

Wähle einen kleinen, realistischen Schritt.

Schritt 8: Was kann ich mir heute selbst zugestehen?

Vielleicht:

„Ich darf enttäuscht sein und trotzdem mein eigenes Leben gestalten.“

Oder:

„Ich kann anerkennen, was ich gelernt habe, ohne das Erlebte schönzureden.“

Vielleicht findest du auch einen ganz anderen Satz, der besser zu dir passt.

Die Übung soll nicht dazu führen, dass du deine Vergangenheit positiv bewertest. Sie soll dir helfen, die heutige Handlungsmöglichkeit neben den vergangenen Erfahrungen wieder deutlicher wahrzunehmen.

 

 

 

Fünf Gedanken, die Trost geben können

 

1. Ich muss meine Vergangenheit nicht rechtfertigen

Vielleicht waren deine Erfahrungen belastend.

Du musst darin keinen verborgenen Nutzen finden.

Du darfst das Geschehene anerkennen, ohne es schönzureden.

2. Ich darf meine Eltern differenziert sehen

Vielleicht gab es liebevolle und verletzende Erfahrungen.

Du darfst beides wahrnehmen.

Eine differenzierte Sicht bedeutet nicht, dass du Grenzen aufgeben musst.

3. Meine Bedürfnisse sind auch heute wichtig

Vielleicht hast du lange gelernt, zuerst auf andere Menschen zu achten.

Du darfst heute auch deine eigenen Wünsche und Grenzen berücksichtigen.

4. Ich bin nicht für jede Enttäuschung meiner Eltern verantwortlich

Du darfst respektvoll handeln.

Gleichzeitig dürfen deine Eltern mit einer Entscheidung unzufrieden sein.

Nicht jede Enttäuschung bedeutet, dass du etwas Unrechtes getan hast.

5. Meine Zukunft muss nicht meine Kindheit wiederholen

Frühere Erfahrungen können dich prägen.

Sie legen jedoch nicht endgültig fest, wie du heute Beziehungen gestalten wirst.

Neue Erfahrungen und bewusste Entscheidungen können Veränderungen ermöglichen.

 

 

 

Wie viel Kontakt zu deinen Eltern ist für dich sinnvoll?

 

Vielleicht hast du das Gefühl, nur zwischen zwei Möglichkeiten wählen zu können.

Entweder du akzeptierst die bisherigen Beziehungsmuster.

Oder du brichst den Kontakt vollständig ab.

Doch häufig gibt es weitere Möglichkeiten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Themen ausklammern.

Vielleicht den Kontakt seltener gestalten.

Oder persönliche Entscheidungen weniger ausführlich rechtfertigen.

Manche Menschen benötigen zeitweise oder dauerhaft mehr Abstand.

Welche Form angemessen ist, hängt unter anderem von den bisherigen Erfahrungen, möglichen Verpflichtungen und deiner Sicherheit ab.

Weitere Anregungen findest du im Beitrag Kontaktsperre oder Silent Treatment: Welche Form von Abstand ist sinnvoll?.

 

 

 

Was, wenn deine Eltern inzwischen alt oder hilfsbedürftig sind?

 

Vielleicht werden deine Eltern älter.

Sie brauchen Unterstützung.

Und du möchtest verantwortungsvoll handeln.

Gleichzeitig sind die früheren Beziehungsmuster möglicherweise noch immer belastend.

Dann kann eine sorgfältige Unterscheidung wichtig sein.

Welche Unterstützung möchtest du freiwillig übernehmen?

Welche Aufgaben kannst du tatsächlich leisten?

Welche anderen Angehörigen oder professionellen Dienste können helfen?

Und welche rechtlichen Verpflichtungen bestehen gegebenenfalls?

Du darfst die Bedürfnisse deiner Eltern berücksichtigen, ohne deine eigenen Kräfte unbegrenzt zur Verfügung zu stellen.

Rechtliche Fragen zu Unterhalt, Betreuung oder Vollmachten sollten qualifiziert juristisch geklärt werden.

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

Vielleicht sind die Folgen früherer Erfahrungen so ausgeprägt, dass sie deinen Alltag erheblich beeinträchtigen.

Du leidest unter starken Ängsten.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Du hast belastende Erinnerungen.

Oder du erlebst wiederkehrende Situationen, in denen du dich kaum beruhigen kannst.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Bei erheblicher oder anhaltender Belastung kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Wenn behandlungsbedürftige psychische Beschwerden vorliegen, ist Psychotherapie der geeignete Rahmen.

Informationen zu meiner gesonderten therapeutischen Tätigkeit findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung: Den heutigen Umgang mit deinen Eltern klären

 

Vielleicht möchtest du deine Kindheit besser einordnen.

Vielleicht beschäftigt dich die Frage, weshalb die Anerkennung deiner Eltern noch immer so wichtig für dich ist.

Oder du möchtest den heutigen Kontakt anders gestalten.

Dann kann individuelle Unterstützung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching betrachten wir deine aktuelle Situation und deine Handlungsmöglichkeiten.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Wiederkehrende familiäre Beziehungsmuster erkennen
  • Eigene Bedürfnisse und Erwartungen klären
  • Schuldgefühle und Rechtfertigungsdruck einordnen
  • Persönliche Grenzen entwickeln
  • Gespräche mit Mutter oder Vater vorbereiten
  • Mit ausbleibender Anerkennung umgehen
  • Den Kontakt bewusster gestalten
  • Selbstbestimmte Entscheidungen vorbereiten

Es geht nicht darum, deine Eltern aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und die Frage, wie du dein heutiges Leben gestalten möchtest.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei belastenden Familienbeziehungen erfahren →

Informationen zu den Honoraren und organisatorischen Rahmenbedingungen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Trost und Orientierung bei narzisstischen Eltern

 

Kann eine schwierige Kindheit mit narzisstischen Eltern auch positive Folgen haben?

Manche Menschen entwickeln im Umgang mit schwierigen Erfahrungen Fähigkeiten wie Selbstständigkeit oder soziale Sensibilität. Diese Entwicklungen sind jedoch weder zwangsläufig noch rechtfertigen sie das erlebte Leid. Du musst in deiner Kindheit keinen verborgenen Nutzen erkennen.

Muss ich meinen Eltern vergeben, um innerlich zur Ruhe zu kommen?

Nein. Vergebung ist keine Voraussetzung für persönliche Entwicklung. Du kannst deine Erfahrungen anerkennen, Grenzen gestalten und neue Perspektiven entwickeln, ohne deinen Eltern vergeben zu müssen.

Warum wünsche ich mir als Erwachsener noch immer Anerkennung von meinen Eltern?

Elterliche Anerkennung kann eine besondere emotionale Bedeutung behalten. Frühere Beziehungserfahrungen können beeinflussen, wie stark du auf Zustimmung oder Kritik reagierst. Das bedeutet nicht, dass du dauerhaft von dieser Bestätigung abhängig bleiben musst.

Was hilft, wenn meine Eltern sich niemals entschuldigen?

Du darfst dir eine Entschuldigung wünschen. Gleichzeitig kannst du prüfen, welche Schritte du unabhängig davon für dich gehen möchtest. Vielleicht helfen eine neue Kontaktgestaltung, persönliche Grenzen oder professionelle Unterstützung.

Darf ich schöne Erinnerungen an narzisstisch geprägte Eltern haben?

Ja. Eine Beziehung kann liebevolle und belastende Erfahrungen enthalten. Du musst dich nicht für eine ausschließlich positive oder negative Darstellung entscheiden.

Warum fühle ich mich nach Gesprächen mit meinen Eltern manchmal wieder klein?

Vertraute Beziehungsmuster können auch im Erwachsenenalter starke Gefühle auslösen. Vielleicht reagierst du auf bestimmte Aussagen noch immer mit alten Erwartungen oder Selbstzweifeln. Eine bewusste Auseinandersetzung kann helfen, solche Reaktionen besser zu verstehen.

Kann ich den Kontakt zu meinen Eltern behalten und trotzdem Grenzen setzen?

Ja. Du kannst beispielsweise die Häufigkeit des Kontakts verändern, bestimmte Themen ausklammern oder Gespräche bei Abwertungen beenden. Welche Grenzen sinnvoll sind, hängt von deiner Situation und möglichen Risiken ab.

Ist es normal, um die eigene Kindheit zu trauern?

Manche erwachsene Kinder empfinden Traurigkeit über Schutz, Zuwendung oder Anerkennung, die sie vermisst haben. Solche Gefühle können auch lange nach der Kindheit entstehen. Bei erheblicher psychischer Belastung kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Kann ich trotz narzisstisch geprägter Eltern gesunde Beziehungen führen?

Ja. Frühere Erfahrungen können Beziehungsmuster beeinflussen, bestimmen jedoch nicht zwangsläufig deine späteren Beziehungen. Neue Erfahrungen, Selbstreflexion und gegebenenfalls geeignete Unterstützung können Veränderungen ermöglichen.

Wann ist Coaching und wann Psychotherapie sinnvoll?

Coaching kann bei aktuellen Fragen zu Grenzen, Kontaktgestaltung und Entscheidungen unterstützen. Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden, beispielsweise erheblichen Angst- oder Traumafolgesymptomen, ist eine therapeutische Behandlung angemessen.

 

 

 

Du möchtest deine Vergangenheit ernst nehmen und dein heutiges Leben freier gestalten?

 

Vielleicht hast du lange gehofft, dass deine Eltern irgendwann anders mit dir umgehen.

Vielleicht wünschst du dir noch immer ein Gespräch, in dem du dich wirklich verstanden fühlst.

Und vielleicht weißt du inzwischen, dass diese Hoffnung allein dir keine Orientierung für die nächsten Schritte gibt.

Du möchtest deine Erfahrungen einordnen.

Du möchtest persönliche Grenzen entwickeln.

Und du möchtest entscheiden, welche Rolle deine Eltern heute in deinem Leben einnehmen sollen.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind einige kurze Angaben hilfreich:

  • Geht es um deine Mutter, deinen Vater oder mehrere Angehörige?
  • Welche Situationen beschäftigen dich heute besonders?
  • Welche Erwartungen oder Schuldgefühle möchtest du klären?
  • Welche Entscheidung oder Veränderung möchtest du vorbereiten?
  • Wünschst du einen Termin in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Familienbeziehungen, persönlichen Grenzen und selbstbestimmter Lebensgestaltung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack

Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

P.S.​

 

Hast du Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. August 2021
Überarbeitung: 23. Januar 2026

Narzisstische Geschäftspartner: Warnsignale & Umgang

Narzisstische Geschäftspartner: Wenn Zusammenarbeit zum Risiko wird

Narzisstische Geschäftspartner: Wenn Zusammenarbeit zum Risiko wird
Durchblick

Warnsignale erkennen, Dynamiken einordnen und handlungsfähig bleiben

 

Am Anfang war die Zusammenarbeit überzeugend.

Energie.

Ideen.

Große Pläne.

Vielleicht sogar außergewöhnliche Erfolge.

Und irgendwann verändert sich etwas.

Vereinbarungen werden unterschiedlich erinnert.

Entscheidungen fallen plötzlich im Alleingang.

Erfolge haben einen eindeutigen Urheber.

Für Fehler sind andere verantwortlich.

Widerspruch führt zu persönlichen Angriffen, Rückzug oder Machtspielen.

Und du beginnst dich zu fragen:

„Hat mein Geschäftspartner narzisstische Züge?“

Diese Frage kann verständlich sein.

Für deine nächsten Schritte ist eine andere Frage meist hilfreicher:

Was geschieht konkret – und welche Bedeutung hat dieses Verhalten für unsere Zusammenarbeit?

 

 

 

Eine Diagnose brauchst du für deine Entscheidung selten

 

Aus der Distanz lässt sich keine seriöse Diagnose stellen.

Und für deine geschäftlichen Entscheidungen brauchst du sie meist auch nicht.

Wichtiger sind beobachtbare Fragen:

Werden Vereinbarungen eingehalten?

Ist Verantwortung möglich?

Wie reagiert dein Geschäftspartner auf Widerspruch?

Können unterschiedliche Interessen offen besprochen werden?

Wie werden gemeinsame Erfolge verteilt?

Was geschieht nach Fehlern?

Werden Informationen transparent geteilt?

Sind Grenzen möglich?

Und lassen sich Konflikte tatsächlich klären?

Ein einzelnes schwieriges Gespräch sagt wenig.

Wiederkehrende Muster sagen wesentlich mehr.

 

 

 

11 Warnsignale bei schwierigen Geschäftspartnern

 

1. Vereinbarungen verändern sich im Nachhinein

 

Ihr habt etwas besprochen.

Später klingt die Geschichte plötzlich anders.

Das kann gelegentlich durch unterschiedliche Erinnerungen entstehen.

Wenn daraus ein wiederkehrendes Muster mit einseitigem Vorteil wird, lohnt sich Aufmerksamkeit.

 

 

 

2. Entscheidungen fallen zunehmend im Alleingang

 

Gemeinsame Verantwortung braucht gemeinsame Entscheidungsprozesse.

Kritisch wird es, wenn dein Geschäftspartner regelmäßig Tatsachen schafft und dich anschließend darüber informiert.

 

 

 

3. Erfolge werden vereinnahmt

 

Aus einem gemeinsamen Erfolg wird:

„Das war meine Idee.“

Beiträge anderer verschwinden zunehmend aus der Erzählung.

 

 

 

4. Verantwortung wandert

 

Bei Erfolgen steht eine Person im Mittelpunkt.

Bei Problemen tauchen plötzlich viele andere Verantwortliche auf.

Achte weniger auf einzelne Rechtfertigungen und stärker auf das wiederkehrende Muster.

 

 

 

 

5. Widerspruch verändert die Beziehung

 

Eine tragfähige geschäftliche Partnerschaft braucht unterschiedliche Meinungen.

Interessant wird deshalb:

Was geschieht, wenn du widersprichst?

Bleibt die Auseinandersetzung sachlich?

Oder folgen Abwertung, Rückzug, Druck, Drohungen oder persönliche Angriffe?

 

 

 

6. Informationen werden zu Machtmitteln

Informationen können zurückgehalten, selektiv weitergegeben oder strategisch eingesetzt werden.

Das verändert die Machtbalance innerhalb einer Partnerschaft.

 

 

 

7. Menschen werden gegeneinander ausgespielt

 

Mitarbeiter hören unterschiedliche Versionen.

Gesellschafter erhalten unterschiedliche Informationen.

Vertrauliche Aussagen gelangen gezielt zu Dritten.

So können Allianzen und Abhängigkeiten entstehen.

 

 

 

8. Regeln gelten unterschiedlich

 

Von dir werden Verbindlichkeit, Transparenz und Loyalität erwartet.

Für deinen Geschäftspartner gelten großzügigere Maßstäbe.

Eine solche Asymmetrie verdient Aufmerksamkeit.

 

 

 

9. Grenzen werden immer wieder getestet

 

Du formulierst eine Grenze.

Kurz darauf entsteht die nächste Situation.

Dann die nächste.

Entscheidend ist weniger die einzelne Grenzüberschreitung.

Entscheidend ist das Muster.

 

 

 

10. Das Unternehmen wird zunehmend von einer Person abhängig

 

Kundenkontakte.

Wissen.

Passwörter.

Informationen.

Mitarbeiterbeziehungen.

Entscheidungen.

Je stärker zentrale Ressourcen an einer Person hängen, desto größer wird ihr faktischer Einfluss.

 

 

 

11. Immer mehr Energie fließt in die Beziehung

 

Vielleicht ist das eines der wichtigsten Signale.

Du beschäftigst dich ständig damit:

Was wird er tun?

Wie sage ich es?

Wie wird sie reagieren?

Was geschieht beim nächsten Meeting?

Irgendwann kostet die Regulierung einer einzigen Beziehung unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet weniger: Narzisst oder kein Narzisst?

 

Für deine nächsten Schritte sind andere Fragen hilfreicher:

Ist unter diesen Bedingungen eine tragfähige Zusammenarbeit möglich?

Welche Veränderungen wären dafür erforderlich?

Welche davon liegen tatsächlich in meinem Einflussbereich?

Welche Grenzen brauche ich?

Welche Konsequenzen folgen, wenn diese Grenzen erneut überschritten werden?

Und schließlich:

Was geschieht, wenn im Wesentlichen alles so weitergeht wie bisher?

Diese Fragen führen vom Etikett zur Entscheidung.

 

 

 

Wenn wirtschaftliche Interessen hinzukommen

 

Bei Geschäftspartnern geht es selten allein um die Beziehung.

Es geht möglicherweise auch um:

  • Unternehmensanteile.
  • Kunden.
  • Mitarbeiter.
  • Kapital.
  • Verträge.
  • Reputation.
  • Know-how.
  • Entscheidungsbefugnisse.
  • Und die Zukunft des Unternehmens.

Deshalb braucht eine solche Situation mehr als allgemeine Kommunikationstipps.

Psychologische Dynamik und Unternehmensrealität gehören gemeinsam betrachtet.

 

 

 

Was du jetzt tun kannst

 

1. Beobachtungen von Interpretationen trennen

 

Schreibe auf, was tatsächlich geschehen ist.

Wer hat was gesagt?

Was wurde vereinbart?

Was geschah anschließend?

Das schafft Klarheit.

 

 

 

2. Wiederkehrende Muster suchen

 

Ein schwieriger Tag ist ein schwieriger Tag.

Ein wiederkehrender Ablauf liefert wesentlich mehr Informationen.

 

 

 

3. Abhängigkeiten sichtbar machen

 

Wo besitzt dein Geschäftspartner Einfluss?

Wo besitzt du Einfluss?

Wo bestehen gegenseitige Abhängigkeiten?

Wo ist das Unternehmen unnötig verwundbar?

 

 

 

4. Dein Ziel klären

 

Was möchtest du erreichen?

Eine bessere Zusammenarbeit?

Klare Verantwortlichkeiten?

Neue Entscheidungsregeln?

Mehr Transparenz?

Eine Neuordnung?

Oder prüfst du bereits eine Trennung?

 

 

 

5. Das nächste wichtige Gespräch vorbereiten

 

Gerade bei festgefahrenen Macht- und Konfliktdynamiken lohnt es sich, ein entscheidendes Gespräch sorgfältig vorzubereiten.

Welche Botschaft soll ankommen?

Welche Grenze formulierst du?

Welche Fragen stellst du?

Welche Reaktionen erwartest du?

Und was tust du anschließend?

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Bei Konflikten zwischen Geschäftspartnern und Gesellschaftern treffen persönliche Dynamiken und wirtschaftliche Interessen unmittelbar aufeinander.

Dann kann ein unabhängiger Sparringspartner helfen, die Situation zu sortieren.

Im Executive Sparring betrachten wir beispielsweise:

die konkrete Dynamik,

Interessen und Machtverhältnisse,

Abhängigkeiten,

Handlungsoptionen,

Gesprächs- und Verhandlungsstrategien,

mögliche Reaktionen

und die Konsequenzen unterschiedlicher Entscheidungen.

Dabei geht es weniger darum, deinen Geschäftspartner psychologisch zu etikettieren.

Es geht darum, deine Handlungsfähigkeit zu stärken.

→ Narzissmus im Unternehmen: Professioneller Umgang und Sparring

→ Konflikte mit Geschäftspartnern und Gesellschaftern

→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

Rechtliche Fragen

 

Auseinandersetzungen zwischen Geschäftspartnern und Gesellschaftern können erhebliche rechtliche Konsequenzen besitzen.

Verträge, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Haftung und andere juristische Fragen gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.

Meine Arbeit konzentriert sich auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Strategie, Entscheidungsfindung und deine persönliche Handlungsfähigkeit.

 

 

 

Dein nächster Schritt

 

Wenn du gerade in einer solchen Situation steckst, können wir mit deiner konkreten Lage beginnen.

Was geschieht?

Was steht auf dem Spiel?

Was möchtest du erreichen?

Und welcher nächste Schritt ist unter den tatsächlichen Bedingungen sinnvoll?

→ EXECUTIVE SPARRING

Video

Narzisstische Persönlichkeiten im Business: So schützt du dich als Führungskraft

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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→ Honorare und Konditionen
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→ Häufige organisatorische Fragen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2026

Narzissten Feedback geben

Narzissten Feedback geben

Der Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten

Narzissten Feedback geben: Wie du Kritik äußerst und dich schützt

 

Du möchtest ein Verhalten ansprechen, das dich verletzt oder belastet. Doch du befürchtest, dass dein Gegenüber auf jede Kritik mit Wut, Abwehr oder Schuldzuweisungen reagiert. Wie kannst du einem Menschen mit ausgeprägten narzisstischen Verhaltensweisen Feedback geben? Welche Formulierungen helfen? Und wann ist es sinnvoller, auf weitere Erklärungen zu verzichten und dich auf deine eigenen Grenzen zu konzentrieren?

 

Du hast lange überlegt, wie du es sagen sollst.

Du möchtest niemanden verletzen.

Du möchtest auch keinen Streit.

Du möchtest lediglich, dass sich etwas verändert.

Vielleicht geht es darum, dass dein Partner dich häufig unterbricht.

Vielleicht werden deine Entscheidungen regelmäßig kritisiert.

Oder du möchtest eine wiederholte Grenzüberschreitung ansprechen.

Du formulierst dein Anliegen vorsichtig.

Doch dein Gegenüber reagiert verärgert.

„Was soll das jetzt wieder?“

„Du bist auch nicht perfekt.“

„Immer suchst du nach Fehlern bei mir.“

Plötzlich geht es nicht mehr um dein Anliegen.

Du musst dich rechtfertigen.

Vielleicht entschuldigst du dich sogar dafür, dass du das Thema angesprochen hast.

Und später fragst du dich:

„Wie hätte ich es besser sagen können?“

Vielleicht hast du schon viele Formulierungen ausprobiert.

Du warst freundlich.

Du warst sachlich.

Du hast dein Gegenüber gelobt.

Doch das Ergebnis bleibt ähnlich.

Gute Kommunikation kann die Voraussetzungen für ein konstruktives Gespräch verbessern. Sie kann jedoch keine Bereitschaft zur Selbstreflexion erzwingen.

Deshalb lohnt es sich, zwei Fragen getrennt zu betrachten: Wie kannst du Kritik angemessen formulieren? Und wie gehst du damit um, wenn dein Gegenüber darauf wiederholt nicht konstruktiv reagiert?

 

 

 

Warum reagieren manche Menschen auf Feedback besonders empfindlich?

 

Feedback bedeutet, einem Menschen eine Rückmeldung zu seinem Verhalten oder dessen Auswirkungen zu geben.

Das kann angenehm sein.

Vielleicht erhält jemand Anerkennung für eine Leistung.

Vielleicht erfährt er, was andere an seinem Verhalten schätzen.

Feedback kann jedoch auch unangenehm sein.

Besonders dann, wenn es um Fehler, Enttäuschungen oder persönliche Grenzen geht.

Manche Menschen reagieren darauf besonders defensiv.

Sie erleben Kritik möglicherweise als Bedrohung ihres Selbstbildes.

Vielleicht schämen sie sich.

Vielleicht fühlen sie sich ungerecht behandelt.

Oder sie haben Schwierigkeiten, zwischen einer Kritik an ihrem Verhalten und einer Abwertung ihrer gesamten Person zu unterscheiden.

Bei ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitszügen können solche Reaktionen verstärkt auftreten.

Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kritik ist jedoch nicht auf Narzissmus beschränkt.

Und nicht jeder Mensch mit narzisstischen Eigenschaften reagiert in jeder Situation gleich.

Entscheidend sind deshalb die konkreten Verhaltensweisen.

 

 

 

Was bedeutet narzisstische Kränkbarkeit?

 

Der Begriff beschreibt eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Erfahrungen, die das eigene Selbstbild infrage stellen.

Vielleicht erlebt ein Mensch eine sachliche Rückmeldung als persönliche Zurückweisung.

Er fühlt sich angegriffen.

Er wird wütend.

Oder er zieht sich zurück.

Manchmal versucht die Person, den eigenen Selbstwert durch Gegenangriffe oder die Abwertung anderer zu schützen.

Das kann eine mögliche Erklärung für bestimmte Reaktionen sein.

Es ist jedoch keine Rechtfertigung für Beschimpfungen, Drohungen oder andere Grenzüberschreitungen.

Du darfst berücksichtigen, dass ein Thema für dein Gegenüber unangenehm ist.

Gleichzeitig dürfen deine berechtigten Anliegen einen Platz haben.

 

 

 

Bevor du Kritik äußerst: Was möchtest du erreichen?

 

Vielleicht möchtest du, dass dein Gegenüber endlich versteht, wie sehr dich sein Verhalten verletzt hat.

Das ist ein verständlicher Wunsch.

Doch er ist schwerer zu beeinflussen als ein konkretes Verhalten.

Deshalb kann eine andere Frage hilfreicher sein:

„Was genau soll sich nach diesem Gespräch verändern?“

Vielleicht möchtest du, dass eine bestimmte Bemerkung künftig unterbleibt.

Vielleicht geht es um eine Vereinbarung.

Oder darum, dass deine Privatsphäre respektiert wird.

Je konkreter dein Ziel ist, desto klarer kannst du dein Anliegen formulieren.

 

Drei mögliche Gesprächsziele

  • Klärung: Du möchtest verstehen, was geschehen ist und wie die andere Person die Situation sieht.
  • Veränderung: Du möchtest, dass ein bestimmtes Verhalten künftig anders gestaltet wird.
  • Grenzsetzung: Du möchtest deutlich machen, welches Verhalten du nicht länger akzeptieren wirst und wie du selbst darauf reagierst.

Diese Ziele können zusammenhängen.

Sie müssen jedoch nicht alle gleichzeitig erreicht werden.

 

 

 

1. Beschreibe ein konkretes Verhalten statt die ganze Person zu bewerten

 

Vielleicht möchtest du sagen:

„Du bist unglaublich egoistisch.“

Das beschreibt eine negative Bewertung der Person.

Eine konstruktivere Rückmeldung konzentriert sich auf eine konkrete Situation.

Beispielsweise:

„Gestern hast du mich mehrfach unterbrochen, während ich meine Sicht erklären wollte. Ich möchte meinen Gedanken künftig zu Ende führen können.“

Diese Formulierung beschreibt das Verhalten und dein Anliegen.

Sie vermeidet eine pauschale Zuschreibung.

Das garantiert keine positive Reaktion.

Es schafft jedoch eine bessere Grundlage für eine sachliche Auseinandersetzung.

 

 

 

2. Unterscheide Beobachtung und Interpretation

 

Vielleicht vermutest du, dass dein Gegenüber dich absichtlich provoziert.

Vielleicht glaubst du, dass er dich kontrollieren möchte.

Solche Vermutungen können begründet sein.

Doch die tatsächlichen Absichten eines anderen Menschen lassen sich häufig nicht sicher erkennen.

Deshalb ist es hilfreich, zunächst beim beobachtbaren Verhalten zu bleiben.

 

Beispiel

Statt:

„Du willst mich immer kleinmachen.“

Könntest du sagen:

„Als ich gestern meine Entscheidung erklärt habe, hast du mich vor den anderen als unfähig bezeichnet. Das möchte ich künftig nicht mehr erleben.“

Du benennst einen konkreten Vorfall.

Und du formulierst deine Grenze.

 

 

 

3. Formuliere dein Anliegen möglichst klar

 

Vielleicht möchtest du möglichst vorsichtig sein.

Du erklärst ausführlich, dass dein Gegenüber vieles richtig macht.

Du betonst, dass du keinen Vorwurf erheben möchtest.

Und erst nach langer Einleitung sprichst du das eigentliche Thema an.

Eine solche Vorbereitung kann manchmal hilfreich sein.

Doch sie kann auch dazu führen, dass dein Anliegen undeutlich wird.

Du darfst freundlich und gleichzeitig klar sein.

 

Beispiel

„Mir ist wichtig, dass wir auch bei Meinungsverschiedenheiten respektvoll miteinander sprechen. Ich möchte nicht beschimpft werden.“

Die Aussage ist eindeutig.

Sie benötigt keine lange Rechtfertigung.

 

 

 

4. Wähle einen geeigneten Zeitpunkt

 

Manche Gespräche scheitern bereits daran, dass beide Beteiligten stark angespannt sind.

Vielleicht ist dein Gegenüber erschöpft.

Vielleicht stehst auch du noch unter dem Eindruck einer verletzenden Situation.

Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, kann ein späteres Gespräch sinnvoll sein.

Du könntest fragen:

„Ich möchte etwas Wichtiges mit dir besprechen. Wann haben wir dafür ausreichend Ruhe?“

Doch auch hier ist eine Grenze wichtig.

Wenn dein Gegenüber dauerhaft jeden Termin zur Klärung ablehnt, liegt das Problem möglicherweise nicht an deiner Wahl des Zeitpunkts.

 

 

 

5. Vermeide unnötige öffentliche Bloßstellung

 

Viele Menschen reagieren besonders defensiv, wenn sie vor anderen kritisiert werden.

Das kann auch bei Personen mit narzisstischen Persönlichkeitszügen gelten.

Wenn dein Ziel eine konstruktive Klärung ist, kann ein vertraulicher Rahmen sinnvoll sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Thema unter allen Umständen privat besprochen werden muss.

Bei Belästigung, Übergriffen oder anderen schwerwiegenden Verhaltensweisen können Zeugen, dokumentierte Kommunikationswege oder professionelle Unterstützung wichtig sein.

Die Wahl des Rahmens sollte deshalb auch deine Sicherheit berücksichtigen.

 

 

 

6. Gib keine übertriebenen Komplimente, nur damit Kritik akzeptiert wird

 

Vielleicht hast du gehört, dass Kritik an narzisstisch geprägten Menschen nur funktioniert, wenn sie mit sehr viel Lob verbunden wird.

Das kann zu einer problematischen Dynamik führen.

Du konzentrierst dich immer stärker darauf, das Selbstbild deines Gegenübers zu schützen.

Dein eigentliches Anliegen gerät in den Hintergrund.

Wertschätzung ist hilfreich, wenn sie ehrlich gemeint ist.

Sie sollte jedoch nicht zur Voraussetzung werden, damit du überhaupt eine Grenze ansprechen darfst.

Du musst niemanden erst übermäßig bestätigen, um eine berechtigte Rückmeldung äußern zu dürfen.

 

 

 

7. Vermeide psychologische Etiketten als Argument

 

Vielleicht bist du überzeugt, dass dein Gegenüber narzisstisch ist.

Du hast viele Artikel gelesen.

Du erkennst bestimmte Verhaltensweisen wieder.

Und du möchtest sagen:

„Das machst du nur, weil du ein Narzisst bist.“

Solche Zuschreibungen führen selten zu einer konstruktiven Klärung.

Außerdem lässt sich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung nicht durch einzelne Beobachtungen diagnostizieren.

Für dein Anliegen ist eine Diagnose häufig gar nicht erforderlich.

Du kannst sagen, welches Verhalten dich belastet.

Und du kannst benennen, welche Veränderung du möchtest.

 

 

 

8. Rechne mit unterschiedlichen Reaktionen

 

Vielleicht reagiert dein Gegenüber auf Kritik konstruktiv.

Er hört zu.

Er fragt nach.

Und er betrachtet seinen Anteil.

Vielleicht reagiert er zunächst defensiv und wird später gesprächsbereiter.

Oder er weist dein Anliegen vollständig zurück.

Manche Menschen antworten mit Vorwürfen.

Andere ziehen sich zurück.

Wieder andere versprechen eine Veränderung, ohne anschließend entsprechend zu handeln.

Du kannst nicht sicher vorhersagen, wie eine konkrete Person reagiert.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur das Gespräch selbst, sondern auch den anschließenden Verlauf zu betrachten.

 

 

 

9. Wenn dein Gegenüber sofort zum Gegenangriff übergeht

 

Vielleicht sagst du:

„Mich hat deine Bemerkung gestern verletzt.“

Und erhältst die Antwort:

„Du bist selbst viel schlimmer.“

Plötzlich stehen deine vermeintlichen Fehler im Mittelpunkt.

Du beginnst, dich zu verteidigen.

Und das ursprüngliche Thema verschwindet.

 

Eine mögliche Antwort

„Wir können auch über mein Verhalten sprechen. Zunächst möchte ich die Situation klären, die ich angesprochen habe.“

Vielleicht lässt sich das Gespräch dadurch wieder ordnen.

Wenn dein Gegenüber jedoch wiederholt jede Klärung verweigert, solltest du prüfen, ob weitere Erklärungen noch sinnvoll sind.

 

 

 

10. Wenn deine Wahrnehmung infrage gestellt wird

 

Vielleicht sagt dein Gegenüber:

„Das habe ich nie gemacht.“

„Du erinnerst dich falsch.“

„Du bist viel zu empfindlich.“

Unterschiedliche Erinnerungen können vorkommen.

Ein Widerspruch allein beweist keine Manipulation.

Wenn deine Wahrnehmung jedoch wiederholt pauschal abgewertet wird, kann das sehr verunsichern.

Versuche, bei überprüfbaren Beobachtungen zu bleiben.

Du kannst deine Erinnerung prüfen.

Du kannst gegebenenfalls auf vorhandene Nachrichten oder Vereinbarungen zurückgreifen.

Und du darfst erkennen, wenn eine weitere Diskussion keine neuen Erkenntnisse ermöglicht.

 

 

 

11. Wenn Kritik mit Schweigen beantwortet wird

 

Vielleicht beendet dein Gegenüber das Gespräch.

Er antwortet nicht mehr.

Oder er ignoriert dich für längere Zeit.

Manchmal benötigen Menschen eine Gesprächspause.

Eine solche Pause kann hilfreich sein, wenn sie der Beruhigung und einer späteren Klärung dient.

Problematisch wird Schweigen besonders dann, wenn es wiederholt als Strafe oder Druckmittel eingesetzt wird.

In einer grundsätzlich sicheren Situation kannst du beispielsweise sagen:

„Ich respektiere, wenn du eine Pause brauchst. Mir ist wichtig, dass wir vereinbaren, wann wir das Gespräch fortsetzen.“

Wenn selbst eine spätere Klärung dauerhaft verweigert wird, solltest du die Beziehungssituation grundsätzlicher betrachten.

Ausführliche Informationen findest du im Artikel Silent Treatment: Wenn Schweigen zur emotionalen Bestrafung wird.

 

 

 

12. Wenn aus Kritik ein Machtkampf wird

 

Vielleicht möchtest du nur eine kleine Veränderung erreichen.

Doch dein Gegenüber betrachtet das Gespräch zunehmend als Frage von Überlegenheit und Unterlegenheit.

Er möchte unbedingt recht behalten.

Vielleicht fordert er, dass du deine Kritik zurücknimmst.

Oder dass du dich für das Ansprechen des Themas entschuldigst.

Dann verliert das Gespräch möglicherweise seinen ursprünglichen Zweck.

Du musst nicht jeden Machtkampf fortsetzen.

Du kannst prüfen, welche Ergebnisse realistisch sind.

Und du darfst ein Gespräch beenden, wenn es wiederholt in Beschimpfungen oder Einschüchterung übergeht.

 

 

 

13. Woran erkennst du, ob Feedback etwas bewirkt?

 

Vielleicht hat dein Gegenüber im Gespräch Einsicht gezeigt.

Er hat sich entschuldigt.

Vielleicht habt ihr eine neue Vereinbarung getroffen.

Das kann ein guter Anfang sein.

Entscheidend ist jedoch auch das anschließende Verhalten.

Frage dich:

  • Wurde mein Anliegen tatsächlich verstanden?
  • Hat mein Gegenüber eigene Verantwortung übernommen?
  • Gibt es eine konkrete Vereinbarung?
  • Wird diese Vereinbarung eingehalten?
  • Wie reagiert die Person, wenn erneut ein Problem entsteht?
  • Kann ich künftig Kritik äußern, ohne erhebliche negative Konsequenzen befürchten zu müssen?

Eine Veränderung muss nicht sofort perfekt sein.

Wiederholte Einsicht ohne erkennbare Veränderung sollte jedoch sorgfältig betrachtet werden.

 

 

 

14. Du bist nicht für die Veränderung eines anderen Menschen verantwortlich

 

Vielleicht hast du bereits viel Energie in deine Formulierungen investiert.

Du hast Bücher gelesen.

Du hast Kommunikationstechniken gelernt.

Du hast dich bemüht, besonders rücksichtsvoll zu sein.

Und trotzdem entstehen immer wieder dieselben Konflikte.

Dann kann eine wichtige Erkenntnis entstehen:

Du kannst dein eigenes Verhalten gestalten.

Du kannst passende Gesprächsangebote machen.

Du kannst dein Anliegen verständlich erklären.

Doch du kannst einen anderen Menschen nicht zur Einsicht oder Veränderung verpflichten.

Deine Verantwortung liegt darin, angemessen zu kommunizieren und deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Verantwortung für das Verhalten deines Gegenübers bleibt bei ihm.

 

 

 

Wann ist es besser, auf weiteres Feedback zu verzichten?

 

Feedback ist kein Selbstzweck.

Es soll helfen, Verhalten zu verstehen oder zu verändern.

Wenn dieses Ziel unter den gegebenen Umständen nicht erreichbar ist, kann ein weiteres Gespräch wenig sinnvoll sein.

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn:

  • deine Kritik regelmäßig mit Drohungen beantwortet wird
  • du nach Gesprächen erhebliche negative Konsequenzen befürchten musst
  • deine Grenzen wiederholt missachtet werden
  • der Kontakt von Gewalt oder Einschüchterung geprägt ist
  • dein Gegenüber keinerlei sachliche Klärung zulässt
  • du dieselben Anliegen bereits mehrfach ohne erkennbare Veränderung angesprochen hast

Dann kann es sinnvoller sein, deine eigenen Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.

Vielleicht geht es um eine Kontaktbegrenzung.

Vielleicht um eine persönliche Entscheidung.

Oder darum, geeignete Unterstützung einzubeziehen.

Bei Gewalt, Drohungen oder Stalking hat deine Sicherheit Vorrang. Eine direkte Konfrontation kann Risiken erhöhen.

Bei unmittelbarer Gefahr erreichst du in Deutschland die Polizei unter 110.

 

 

 

Praktische Übung: Der Feedback-Entscheidungscheck

 

Diese Übung kannst du verwenden, bevor du einem Menschen ein schwieriges Feedback gibst.

Sie hilft dir zu prüfen, ob ein Gespräch sinnvoll ist, wie du dein Anliegen formulierst und welche Grenzen du berücksichtigen möchtest.

Schritt 1: Was möchte ich ansprechen?

Beschreibe eine konkrete Situation.

Was wurde gesagt oder getan?

Welche Folgen hatte das Verhalten?

Vermeide zunächst Vermutungen über die Persönlichkeit oder Motive des anderen Menschen.

Schritt 2: Was möchte ich erreichen?

Geht es um Verständnis?

Um eine Entschuldigung?

Um eine klare Verhaltensänderung?

Oder um eine persönliche Grenze?

Formuliere dein Ziel möglichst konkret.

Schritt 3: Wie sicher ist das Gespräch?

Wie hat dein Gegenüber bisher auf Kritik reagiert?

Gab es Drohungen?

Wutausbrüche?

Einschüchterung?

Oder erhebliche Konsequenzen nach früheren Gesprächen?

Wenn du ernsthafte Risiken erkennst, solltest du vor einer Konfrontation geeignete Unterstützung suchen.

Schritt 4: Wie formuliere ich meine Rückmeldung?

Nutze eine einfache Struktur:

Beobachtung.

Auswirkung.

Wunsch oder Grenze.

Beispielsweise:

„Als du mich gestern vor den anderen unterbrochen und kritisiert hast, konnte ich mein Anliegen nicht zu Ende erklären. Ich möchte, dass wir solche Themen künftig unter vier Augen besprechen.“

Schritt 5: Welche Reaktionen sind möglich?

Vielleicht hört dein Gegenüber zu.

Vielleicht wird er defensiv.

Vielleicht lehnt er das Gespräch ab.

Überlege, wie du mit unterschiedlichen Reaktionen umgehen möchtest.

Du musst nicht auf jede Gegenreaktion sofort antworten.

Schritt 6: Woran erkenne ich ein hilfreiches Ergebnis?

Welche konkrete Veränderung wäre für dich erkennbar?

Gibt es eine Vereinbarung?

Welche Beobachtungen würden zeigen, dass dein Anliegen ernst genommen wurde?

Schritt 7: Was tue ich, wenn sich nichts verändert?

Welche Handlungsmöglichkeiten hast du selbst?

Vielleicht möchtest du eine Grenze konsequenter umsetzen.

Vielleicht eine weitere unabhängige Perspektive einholen.

Oder eine Entscheidung über die Beziehung beziehungsweise den Kontakt vorbereiten.

Der Zweck der Übung ist nicht, die perfekte Formulierung zu finden, mit der du jeden Menschen verändern kannst. Sie soll dir helfen, angemessen zu kommunizieren und zugleich deinen eigenen Handlungsspielraum zu schützen.

 

 

 

Sieben Formulierungen für schwierige Feedbackgespräche

 

Wenn du eine konkrete Grenzüberschreitung ansprechen möchtest

„Mir ist wichtig, dass wir respektvoll miteinander sprechen. Beschimpfungen möchte ich nicht akzeptieren.“

Wenn dein Gegenüber jede Kritik als persönlichen Angriff versteht

„Ich möchte dich nicht als Person abwerten. Mir geht es um eine konkrete Situation, die ich gern klären würde.“

Wenn deine Wahrnehmung bestritten wird

„Wir erinnern uns unterschiedlich. Ich möchte bei den Punkten bleiben, die wir konkret überprüfen können.“

Wenn Schuldumkehr entsteht

„Wir können auch über meinen Beitrag sprechen. Ich möchte zunächst das Verhalten klären, das ich angesprochen habe.“

Wenn das Gespräch immer wieder unterbrochen wird

„Ich möchte meinen Gedanken zu Ende führen. Danach höre ich dir gern zu.“

Wenn dein Gegenüber sehr aufgebracht ist

„Ich sehe, dass dich das Thema stark beschäftigt. Ich möchte unter ruhigeren Bedingungen weitersprechen.“

Wenn du das Gespräch beenden möchtest

„Ich habe mein Anliegen erklärt. Unter diesen Bedingungen kommen wir nicht weiter. Ich werde überlegen, welche nächsten Schritte für mich sinnvoll sind.“

Diese Formulierungen sind Anregungen für Situationen, in denen eine sachliche Kommunikation grundsätzlich möglich und sicher ist.

 

 

 

Feedback im beruflichen Umfeld: Wenn eine Führungskraft empfindlich reagiert

 

Vielleicht handelt es sich nicht um deinen Partner oder ein Familienmitglied.

Vielleicht möchtest du deinem Vorgesetzten eine kritische Rückmeldung geben.

Oder einem Geschäftspartner.

Im beruflichen Umfeld kommen zusätzliche Faktoren hinzu.

Es bestehen Abhängigkeiten.

Vielleicht geht es um Verantwortung, Positionen oder wirtschaftliche Interessen.

Dann kann eine sorgfältige Vorbereitung besonders wichtig sein.

Welche Informationen sind nachvollziehbar dokumentiert?

Welche Zuständigkeiten bestehen?

Welche formalen Wege stehen zur Verfügung?

Und welche Risiken sind mit einer direkten Rückmeldung verbunden?

Bei ernsthaften Konflikten kann es sinnvoll sein, betriebliche Verfahren, zuständige Stellen oder geeignete fachliche Beratung einzubeziehen.

Weitere Informationen zu beruflichen Anliegen findest du im Bereich Business Coaching und Executive Sparring dieser Website.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Vielleicht haben wiederholte Konflikte deine psychische Belastbarkeit erheblich beeinträchtigt.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Du leidest unter starken Ängsten.

Du hast Schlafprobleme.

Oder du befürchtest bei jeder kritischen Rückmeldung eine heftige Reaktion.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Bei erheblicher oder anhaltender Belastung kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein.

Wenn behandlungsbedürftige psychische Beschwerden vorliegen, ist ein therapeutischer Rahmen angemessen.

Informationen zu meinem gesonderten therapeutischen Angebot findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung bei schwierigen Beziehungen und Gesprächen

 

Vielleicht hast du schon viel versucht.

Du möchtest dich verständlich ausdrücken.

Du möchtest Konflikte klären.

Und du möchtest deine Grenzen vertreten.

Doch dein Gegenüber reagiert wiederholt abwehrend, vorwurfsvoll oder verletzend.

Dann kann eine individuelle Begleitung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching betrachten wir deine konkrete Situation.

 

 

 

Mögliche Schwerpunkte

 

  • Wiederkehrende Gesprächsmuster erkennen
  • Problematisches Verhalten sachlich einordnen
  • Kritische Gespräche gezielt vorbereiten
  • Feedback und persönliche Grenzen unterscheiden
  • Mit Schuldumkehr und Rechtfertigungsdruck umgehen
  • Selbstzweifel reduzieren
  • Kontaktgestaltung und Entscheidungen klären
  • Die persönliche Handlungsfähigkeit stärken

Es geht nicht darum, eine abwesende Person aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und deine konkreten Handlungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen erfahren →

Die aktuellen Honorare und organisatorischen Informationen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Narzissten Feedback geben

 

Kann man Narzissten konstruktives Feedback geben?

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Wie eine Person darauf reagiert, hängt von ihren individuellen Eigenschaften, der Situation und ihrer Bereitschaft zur Selbstreflexion ab. Es gibt keine Formulierung, die eine konstruktive Reaktion garantiert.

Warum reagieren manche narzisstisch geprägten Menschen so empfindlich auf Kritik?

Kritik kann als Bedrohung des eigenen Selbstbildes erlebt werden. Scham, Kränkbarkeit und defensive Reaktionsmuster können eine Rolle spielen. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeingültige Aussage über jede Person mit narzisstischen Eigenschaften ableiten.

Wie formuliere ich Kritik möglichst konstruktiv?

Beschreibe eine konkrete Beobachtung, benenne ihre Auswirkungen und formuliere deinen Wunsch oder deine Grenze. Vermeide unnötige persönliche Abwertungen und psychologische Etiketten.

Soll ich Narzissten vor der Kritik besonders viel loben?

Übermäßiges oder unehrliches Lob ist keine empfehlenswerte Voraussetzung für konstruktives Feedback. Ehrliche Wertschätzung kann hilfreich sein. Deine berechtigten Anliegen sollten jedoch klar erkennbar bleiben.

Was mache ich, wenn mein Gegenüber sofort wütend wird?

Prüfe zunächst die Sicherheit der Situation. Bei gewöhnlicher emotionaler Anspannung kann eine Gesprächspause helfen. Bei Drohungen oder Gewalt sollte dein Schutz Vorrang haben.

Was bedeutet narzisstische Kränkung?

Der Begriff beschreibt eine starke Verletzlichkeit gegenüber Erfahrungen, die das eigene Selbstbild infrage stellen. Er ist keine ausreichende Grundlage, um bei einem anderen Menschen eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren.

Warum wird meine Kritik ständig gegen mich verwendet?

Manche Gespräche entwickeln sich zu gegenseitigen Vorwürfen oder Schuldumkehr. Eine genaue Betrachtung der konkreten Kommunikationsmuster kann helfen, Verantwortlichkeiten zu unterscheiden und angemessene Grenzen zu entwickeln.

Kann sich ein Mensch mit ausgeprägten narzisstischen Zügen verändern?

Veränderungen sind grundsätzlich möglich. Ausmaß, Voraussetzungen und Verlauf unterscheiden sich individuell. Die Bereitschaft zur Selbstreflexion und zu längerfristigen Verhaltensänderungen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wann sollte ich auf weiteres Feedback verzichten?

Wenn Kritik wiederholt zu Drohungen, Einschüchterung oder anderen erheblichen Grenzüberschreitungen führt, kann es sinnvoll sein, den Schwerpunkt auf deinen Schutz und deine eigenen Handlungsmöglichkeiten zu verlagern.

Muss ich die andere Person von meinem Standpunkt überzeugen?

Nein. Du kannst dein Anliegen sachlich darstellen, ohne die Zustimmung des anderen Menschen erzwingen zu müssen. Persönliche Grenzen und Entscheidungen können auch dann berechtigt sein, wenn dein Gegenüber sie ablehnt.

 

 

 

Du möchtest Kritik äußern können, ohne dich ständig rechtfertigen zu müssen?

 

Vielleicht hast du lange nach den richtigen Worten gesucht.

Du möchtest respektvoll sein.

Du möchtest verstanden werden.

Und du möchtest, dass deine Bedürfnisse ebenfalls berücksichtigt werden.

Doch inzwischen stellst du fest, dass selbst vorsichtige Rückmeldungen zu belastenden Konflikten führen.

Dann lohnt es sich, nicht nur deine Formulierungen zu betrachten.

Es ist ebenso wichtig, die Beziehung, die wiederkehrenden Muster und deine eigenen Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.

Vielleicht möchtest du ein schwieriges Gespräch vorbereiten.

Vielleicht brauchst du klarere Grenzen.

Oder du möchtest entscheiden, wie du künftig mit der betreffenden Person umgehst.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind einige kurze Angaben hilfreich:

  • In welcher Beziehung treten die schwierigen Gespräche auf?
  • Welche Verhaltensweisen möchtest du ansprechen?
  • Wie reagiert dein Gegenüber bisher auf Kritik?
  • Welche Veränderung möchtest du erreichen?
  • Wünschst du eine Sitzung in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen, Kommunikation, Grenzen und persönlicher Selbstbestimmung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 4. August 2013
Überarbeitung: 8. August 2026