Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Das erste Angebot bei Verhandlungen

Annehmen oder nachverhandeln?
Verhandlungen

Das erste Angebot in Verhandlungen: Annehmen, nachverhandeln oder genauer hinschauen?

 

Du bekommst ein Angebot.

Der Preis passt.

Die Bedingungen wirken attraktiv.

Vielleicht ist das Angebot sogar besser als erwartet.

Also zusagen?

Oder gehört es zu einer guten Verhandlung, grundsätzlich erst einmal ein Gegenangebot zu machen?

Die häufig gehörte Regel lautet:

„Akzeptiere niemals das erste Angebot.“

Als Orientierung kann dieser Gedanke hilfreich sein.

Als starre Regel greift er zu kurz.

Denn gute Verhandlungsführung besteht weniger darin, möglichst lange zu handeln.

Sie besteht darin, den Wert eines Angebots einschätzen zu können und bewusst zu entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Ist dieses Angebot bereits gut – oder gibt es einen guten Grund, weiterzuverhandeln?

 

 

 

Das erste Angebot hat eine besondere Wirkung

 

Das erste konkrete Angebot verändert eine Verhandlung.

Aus Vorstellungen werden Zahlen.

Aus Möglichkeiten werden Bedingungen.

Plötzlich steht etwas im Raum, auf das sich beide Seiten beziehen können.

Damit setzt das erste Angebot häufig einen sogenannten Anker.

Es beeinflusst, welcher Bereich anschließend als realistisch oder angemessen wahrgenommen wird.

Gerade deshalb lohnt es sich, ein erstes Angebot aufmerksam zu betrachten.

Nicht reflexartig ablehnen.

Nicht reflexartig annehmen.

Sondern prüfen.

 

 

 

Warum Menschen ein gutes erstes Angebot trotzdem hinterfragen

 

Stell dir vor, du hast mit deutlich schwierigeren Bedingungen gerechnet.

Dann nennt die andere Seite einen Preis oder eine Leistung, die deine Erwartungen sogar übertrifft.

Du sagst sofort:

„Einverstanden.“

Eigentlich müsste die andere Person zufrieden sein.

Manchmal geschieht etwas anderes.

Sie denkt:

„Das ging erstaunlich schnell.“

„War mein Angebot zu großzügig?“

„Hätte ich mehr verlangen können?“

„Habe ich etwas übersehen?“

Ein sofort akzeptiertes Angebot kann deshalb paradoxerweise auf beiden Seiten Unsicherheit erzeugen.

Die eine Seite fragt sich, ob sie zu viel gegeben hat.

Die andere beginnt möglicherweise später zu überlegen, ob noch mehr möglich gewesen wäre.

So kann selbst ein objektiv gutes Ergebnis einen unnötigen Beigeschmack bekommen.

 

 

 

Ein gutes Ergebnis braucht mehr als einen guten Preis

 

Verhandlungen drehen sich häufig um Zahlen.

Doch gute Verhandlungsergebnisse bestehen aus mehreren Komponenten.

Zum Beispiel:

Preis.

Leistungsumfang.

Zeitpunkt.

Qualität.

Zahlungsbedingungen.

Verantwortlichkeiten.

Risiken.

Service.

Flexibilität.

Verbindlichkeit.

Zukünftige Zusammenarbeit.

Vielleicht ist der Preis bereits hervorragend.

Dafür gibt es bei anderen Punkten noch Gestaltungsspielraum.

Deshalb lohnt sich vor einer schnellen Zusage die Frage:

Was gehört für mich insgesamt zu einem guten Ergebnis?

 

 

 

Vorbereitung entscheidet mehr als Verhandlungstricks

 

Wer seine eigenen Maßstäbe kennt, braucht weniger taktische Spielchen.

Vor einer wichtigen Verhandlung solltest du möglichst klar wissen:

Was ist mein ideales Ergebnis?

Was wäre ein gutes Ergebnis?

Welche Bedingungen sind mir besonders wichtig?

Wo habe ich Spielraum?

Welche Punkte haben für die andere Seite vermutlich hohen Wert?

Welche Alternativen habe ich?

Und ab welchem Punkt ist ein Angebot so attraktiv, dass eine Zusage sinnvoll wird?

Wer diese Fragen vorher beantwortet, kann ein erstes Angebot wesentlich besser bewerten.

Ohne diesen Maßstab entsteht schnell eine eigenartige Situation:

Das Angebot wird danach bewertet, ob noch mehr herauszuholen wäre.

Das ist ein anderer Maßstab als:

Ist dieses Ergebnis für mich gut?

 

 

 

Der wichtigste Unterschied: optimieren oder maximieren?

 

In Verhandlungen werden zwei Ziele leicht verwechselt.

Das eine lautet:

Ein gutes Ergebnis erreichen.

Das andere:

Jeden möglichen Vorteil ausschöpfen.

Beides kann sinnvoll sein.

Es führt jedoch zu unterschiedlichem Verhalten.

Wer maximieren möchte, sucht häufig weiter, selbst wenn bereits ein sehr gutes Ergebnis vorliegt.

Wer optimiert, betrachtet auch Zeit, Beziehung, Risiko und zukünftige Möglichkeiten.

Gerade bei langfristigen Geschäftsbeziehungen kann ein gutes Ergebnis für beide Seiten wertvoller sein als ein maximaler kurzfristiger Vorteil.

 

 

 

Wann ein Gegenangebot sinnvoll sein kann

 

Weiterzuverhandeln kann besonders sinnvoll sein, wenn:

der erste Vorschlag deutlich außerhalb deiner Erwartungen liegt,

wichtige Interessen bislang kaum berücksichtigt werden,

offensichtlich Verhandlungsspielraum vorhanden ist,

mehrere Bestandteile des Angebots offen sind,

die andere Seite ausdrücklich mit Verhandlungen rechnet,

oder weitere Informationen für eine gute Entscheidung erforderlich sind.

Dann kann ein Gegenangebot helfen, Interessen sichtbar zu machen und bessere Bedingungen zu entwickeln.

Ein gutes Gegenangebot lautet dabei selten einfach:

„Mehr.“

Hilfreicher ist eine Verbindung aus Ziel und Begründung.

Zum Beispiel:

„Wenn wir beim Zeitrahmen flexibler werden, kann ich Ihnen beim Preis entgegenkommen.“

Oder:

„Der Umfang passt für mich. Beim Zahlungsziel wünsche ich mir eine andere Lösung.“

So entsteht Bewegung.

 

 

 

Wann ein erstes Angebot bereits sehr gut sein kann

 

Ein erstes Angebot kann selbstverständlich auch genau passen.

Vielleicht kennst du Marktwert und Rahmenbedingungen sehr gut.

Vielleicht ist das Angebot transparent und fair.

Vielleicht stimmt es mit deinen wichtigsten Zielen überein.

Vielleicht ist die Beziehung wichtiger als ein zusätzlicher kleiner Vorteil.

Vielleicht ist Schnelligkeit selbst ein Wert.

Dann darf eine schnelle Einigung ausgesprochen klug sein.

Professionalität zeigt sich keineswegs darin, jede Verhandlung künstlich zu verlängern.

Sie zeigt sich darin, ein gutes Angebot als gutes Angebot erkennen zu können.

 

 

 

Fairness ist ebenfalls eine Verhandlungsstrategie

 

Manche Menschen betrachten Verhandlungen vor allem als Wettbewerb.

Wer gewinnt mehr?

Wer gibt weniger nach?

Wer setzt sich durch?

Diese Sichtweise passt zu bestimmten Situationen.

Viele Verhandlungen betreffen jedoch Menschen, mit denen wir später erneut zu tun haben.

Kunden.

Geschäftspartner.

Kollegen.

Dienstleister.

Mitarbeiter.

Dann gehört die Qualität der zukünftigen Beziehung ebenfalls zum Verhandlungsergebnis.

Ein Satz, den ich für sehr hilfreich halte, lautet:

Gut verhandelt hast du auch dann, wenn dein Gegenüber anschließend gerne wieder mit dir verhandelt.

Ein Ergebnis, das eine Seite als Niederlage erlebt, kann später teuer werden.

 

 

 

Vorsicht vor dem Verhandlungsreflex

 

Es gibt Menschen, die grundsätzlich nachverhandeln.

Ein Preis wird genannt.

Die automatische Antwort lautet:

„Da muss noch etwas gehen.“

Das kann funktionieren.

Es kann ebenso Vertrauen kosten.

Besonders bei hochwertigen Dienstleistungen, individuellen Leistungen oder langfristiger Zusammenarbeit kann permanentes Feilschen ein Signal senden:

Der Preis zählt stärker als Qualität, Beziehung und Passung.

Dann lohnt sich die Frage:

Verhandle ich gerade, weil es sinnvoll ist – oder weil ich glaube, dass man eben verhandeln muss?

 

 

 

Zugeständnisse haben einen Wert

 

Wenn die andere Seite dir entgegenkommt, sollte ein Zugeständnis als wertvoll erkennbar bleiben.

Wer Zugeständnisse sehr schnell und ohne Gegenleistung macht, kann unbeabsichtigt signalisieren:

Hier war ohnehin viel Luft.

Hilfreicher ist häufig ein Austausch.

„Wenn wir diesen Punkt verändern, können wir dort entgegenkommen.“

So bleiben Zugeständnisse Teil einer bewussten Verhandlung.

Und beide Seiten erleben Bewegung.

 

 

 

Schweigen kann ein gutes Werkzeug sein

 

Ein Angebot liegt auf dem Tisch.

Jetzt entsteht häufig der Impuls, sofort zu reagieren.

Dabei kann ein kurzer Moment ausgesprochen wertvoll sein.

Nachdenken.

Prüfen.

Fragen stellen.

Das Angebot wirken lassen.

Eine Pause vermittelt keineswegs automatisch Ablehnung.

Sie kann zeigen:

Ich nehme diese Entscheidung ernst.

Gerade Menschen, die Verhandlungen möglichst schnell abschließen möchten, verschenken durch vorschnelle Reaktionen häufig wertvolle Informationen.

 

 

 

Die Reaktion auf ein Angebot liefert Informationen

 

Achte bei Verhandlungen auch darauf, wie die andere Seite reagiert.

Auf Fragen.

Auf Gegenangebote.

Auf Pausen.

Auf Bedingungen.

Auf Alternativen.

Manchmal verrät die Reaktion mehr als das ursprüngliche Angebot.

Zum Beispiel:

Welche Punkte scheinen besonders wichtig?

Wo besteht Flexibilität?

Welche Themen werden schnell abgewehrt?

Wo entsteht echtes Interesse?

Welche Bedingungen spielen möglicherweise eine größere Rolle als der Preis?

Gute Verhandlungsführung bedeutet deshalb ebenfalls:

zuhören und beobachten.

 

 

 

Der Angebots-Check: fünf Fragen vor der Entscheidung

 

Bevor du ein erstes Angebot annimmst oder ein Gegenangebot machst, können fünf Fragen helfen.

 

1. Wie gut ist das Angebot gemessen an meinen Zielen?

Passt es zu dem, was ich vorher als gutes Ergebnis definiert habe?

 

2. Welche Punkte sind noch offen?

Preis?

Umfang?

Risiko?

Zeit?

Flexibilität?

Verbindlichkeit?

 

3. Gibt es einen konkreten Grund für weitere Verhandlungen?

Oder entsteht der Wunsch vor allem aus dem Gedanken:

„Vielleicht geht noch mehr.“

 

4. Was könnte weiteres Verhandeln kosten?

Zeit?

Vertrauen?

Geschwindigkeit?

Beziehung?

Eine gute Gelegenheit?

 

5. Welches Ergebnis möchte ich langfristig?

Eine einzelne maximale Position?

Oder eine tragfähige Vereinbarung, die auch später noch gut wirkt?

Damit wird aus einem Reflex eine Entscheidung.

 

 

 

Das erste Angebot ist ein Datenpunkt

 

Vielleicht ist das der hilfreichste Perspektivwechsel:

Das erste Angebot ist weder automatisch gut noch schlecht. Es ist Information.

Es zeigt dir etwas über die Erwartungen der anderen Seite.

Über den möglichen Verhandlungsspielraum.

Über Prioritäten.

Und manchmal auch über die Bereitschaft zu einer Einigung.

Behandle es deshalb wie einen Datenpunkt.

Prüfe.

Frage.

Ordne ein.

Und entscheide dann.

 

 

 

Gute Verhandler wissen, wann genug erreicht ist

 

Verhandeln bedeutet keineswegs, jeden Zentimeter Spielraum auszunutzen.

Manchmal besteht die größte Kompetenz darin zu erkennen:

Das ist ein gutes Ergebnis.

Denn jede weitere Verhandlungsrunde hat einen Preis.

Sie kostet Zeit.

Sie kann Unsicherheit erzeugen.

Sie kann Vertrauen belasten.

Und sie kann eine gute Einigung gefährden.

Die Frage lautet also weniger:

„Kann ich noch mehr herausholen?“

Hilfreicher ist:

„Verbessert eine weitere Verhandlung das Gesamtergebnis wirklich?“

 

 

 

Fazit: Das erste Angebot prüfen statt reflexartig reagieren

 

Starre Verhandlungsregeln klingen praktisch.

Die Wirklichkeit verlangt meistens mehr Urteilsfähigkeit.

Ein erstes Angebot kann Verhandlungsspielraum enthalten.

Es kann ebenso bereits hervorragend sein.

Deshalb:

Prüfe deine Ziele.

Betrachte das Gesamtpaket.

Achte auf Interessen und Alternativen.

Berücksichtige Beziehung und Zukunft.

Und frage dich:

Was macht dieses Angebot für mich zu einem guten Ergebnis?

Welcher Punkt verdient noch Klärung?

Was gewinne ich durch weiteres Verhandeln?

Und was könnte ich dadurch verlieren?

Gute Verhandlungsführung bedeutet weniger, automatisch weiterzuverhandeln.

Sie bedeutet:

den eigenen Maßstab zu kennen, Spielräume zu erkennen und im richtigen Moment entscheiden zu können.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
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→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Gut verhandelt haben Sie erst dann, wenn Ihr Gegenüber in Zukunft wieder mit Ihnen verhandeln möchte.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

8 häufige Verhandlungsfehler

8 häufige Verhandlungsfehler

Professionell verhandeln
Verhandlungsfehler

8 häufige Verhandlungsfehler

 

In diesem Beitrag geht es um 8 häufige Fehler in Verhandlungen. Gefahr erkannt — Gefahr gebannt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Verhandeln ist ein Handwerk

 

Verhandeln ist ein Handwerk, das auf im Laufe der Zeit erworbenen Fähigkeiten basiert. Dabei gibt einige Fehler, die Sie vermeiden können, egal wie erfahren Sie sind.

 

 

 

8 häufige Verhandlungsfehler

 

Hier sind einige häufige Fehler, die sowohl von Neulingen als auch von erfahrenen Verhandlungsführern gemacht werden.

 

 

 

1. Verhandlungspartner als Gegner behandeln

 

Anstatt ein gemeinsames Interesse in den Fokus zu setzen, werden Verhandlungspartner oft als Gegner betrachtet. Entsprechend gibt es Gewinner und Verlierer, mit entsprechenden Fronten. So eine Sicht hat einschränkende Folgen auf Wahrnehmung, Denken und Handeln.

 

Mehr:

 

 

 

2. Sie hören nicht gut zu

 

Das Ziel im Auge zu behalten ist gut, Tunnelblick weniger. Verhandlungsführer sind oft so sehr darauf konzentriert, ihren Standpunkt darzulegen und das Geschäft abzuschließen, dass sie vergessen, zuzuhören. Dadurch entfremdet Sie sich von der Person, die Sie überzeugen wollen. Die fühlt sich überrollt und alles andere als wertgeschätzt.

Seien Sie vorbereitet und stellen Sie sicher, dass Sie Ihr Publikum gut kennen. Stellen Sie Fragen, um herauszufinden, woher sie kommen und was für sie wichtig ist. Ganz gleich, wie gut Ihre Präsentation ist, wenn Ihre Zuhörer das Gefühl haben, dass sie nicht gehört werden, werden Sie wahrscheinlich auf taube Ohren stoßen.

 

Anregungen:

 

 

 

3. Sie reden zu viel

 

Ob Sie sich nun gerne selbst reden hören oder meinen Ihre Botschaft würde es erfordern detailliert erläutert zu werden; übertreiben Sie es nicht.

Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der jemand erfolgreich kommuniziert hat und dann so lange geredet hat, dass Sie vergessen haben, worum es ursprünglich ging? Über das Ziel hinausgeschossen, schade! Machen Sie diesen Fehler nicht. Legen Sie stattdessen Ihren Standpunkt klar und deutlich dar. Geben Sie der anderen Partei Gelegenheiten, Fragen zu stellen. Beantworten Sie diese Fragen so prägnant wie möglich, fassen Sie sich kurz. Pflegen Sie den Dialog.

 

 

 

4. Sie legen nicht fest, was sie wollen

 

Bevor Sie in eine Verhandlung einsteigen, solltest du genau festlegen, was Sie von der anderen Partei wollen. Worum geht es im Kern, was ist wesentlich, was wäre nett?

Legen Sie fest, welches Ergebnis Sie sich im Idealfall erhoffen und welche Mindestbedingungen für Sie akzeptabel sind. Verwenden Sie diese Eckpunkte als Orientierung, um sicherzustellen, dass Sie nicht durch Emotionen oder Manipulationen aus dem Konzept gebracht werden.

Streben Sie an, dass Sie bekommen, was Sie wollen, doch erwarten Sie es nicht. Bleiben Sie beweglich. Bereiten Sie schon im Vorfeld alternative Lösungen vor. Bleiben Sie offen für alternative Wege, die möglicherweise sogar noch besser sind.

 

 

 

5. Es fehlt an Selbstvertrauen

 

Selbstvertrauen auszustrahlen bedeutet, dass Sie Zeit in die Vorbereitung investieren und in der Lage sind, zu zeigen, dass Sie Experte auf Ihrem Gebiet sind. Das bedeutet nicht, dass Sie laut oder aufdringlich sein müssen. Pflegen Sie Ihr Wissen, bereiten Sie sich vor, und verhalten Sie sich dann entsprechend. Anstatt nur so auszusehen, als hätten Sie Selbstvertrauen, sorgen Sie dafür, dass es berechtigterweise vorhanden ist und Ihnen das Rückgrat stärkt.

 

 

 

6. Die Bedeutung der Körpersprache wird unterschätzt

 

Der nonverbale Teil der Kommunikation findet weitgehend unbewusst statt. Das gilt für Sie ebenso wie für Gesprächspartner. Wir geben eine Menge über uns und unser Innenleben über diesen Weg preis. Das gibt uns einerseits Hinweise über die möglicherweise unausgesprochene Haltung anderer Menschen, andererseits besteht die Gefahr, dass wir selbst inkongruente Hinweise ausstrahlen, die unseren Absichten entgegenstehen. Besonders ärgerlich ist, wenn Gewohnheiten unnötig Zweifel säen oder zu Missverständnissen führen.

 

Weitere Informationen:

 

 

 

7. Sie bauen keine Beziehungen auf

 

Ein guter Verhandlungsführer baut Beziehungen auf. Die Bedeutung von Rapport wird oft unterschätzt. Wenn Sie sich zum ersten Mal mit jemandem treffen, versuchen Sie nicht sofort an den Verhandlungstisch zu schreiten. Wärmen Sie sich zuerst auf, bevor Sie beginnen zu verhandeln. Treffen Sie sich beispielsweise am Vorabend zum Abendessen, um eine Beziehung aufzubauen und Ihren Gesprächspartner kennenzulernen.

Nehmen Sie sich Zeit, um die persönlichen Beziehungen zu pflegen. Zeigen Sie Ihren Gesprächspartnern, dass es Ihnen nicht nur darum geht, was Sie von ihnen bekommen können, sondern dass sie Ihnen auch persönlich am Herzen liegen. Stellen Sie Fragen zu Dingen, die Sie interessieren, und hören Sie wirklich zu. Greifen Sie diese Themen bei passender Gelegenheit wieder auf, um eine tiefere Verbindung aufzubauen.

Seien Sie vorbereitet, seien Sie glaubwürdig, und lassen Sie die andere Seite wissen, dass Ihnen wichtig ist, was für sie wichtig ist. Win-win ist häufig möglich. Wer Angst davor hat zu verlieren, gibt dem jedoch keine Chance, es erscheint zu gefährlich. Mit entsprechenden Erfahrungen wird das leichter.

 

 

 

8. Sie sagen zu schnell zu

 

Sagen Sie zu schnell zu, verzichten Sie vermutlich auf bessere Angebote. Und selbst, wenn das Angebot an sich fair und gut ist, schadet eine zu schnelle Zusage oft. Wird das erste Angebot zu schnell angenommen, vermutet dessen Anbieter einen Fehler gemacht zu haben; ein viel zu gutes Angebot gemacht zu haben. Vielleicht stellt er sich die Frage, ob Sie viel verzweifelter sind als es vorher den Anschein hatte. Wo ist hier der Haken? Welche Nachteile wurden übersehen? Im besten Fall bleibt ein fader Nachgeschmack. Der bleibende Eindruck, jeder Beteiligte hätte hier ein gutes Geschäft gemacht, kommt so nicht auf.

Beachten Sie die Spielregeln bei Verhandlungen und akzeptieren Sie nicht zu schnell das erste Angebot.

 

 

 

Fazit

 

Verhandeln ist ein Handwerk, das Übung erfordert. Behalten Sie diese Fehler im Hinterkopf, bevor Sie mit der Verhandlung beginnen, dann gelingt es leichter.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

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  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
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Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

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Worauf achten Sie bei Verhandlungen? Welche Fehler sind Ihnen bekannt?

Antworten auf häufige Fragen

Was sind die häufigsten Verhandlungsfehler?

Die häufigsten Verhandlungsfehler sind:

  • Schlechte Vorbereitung
  • Unethisches Verhalten
  • Zu schnelles Annehmen eines Geschäfts
  • Kulturelle Unterschiede außer Acht lassen
  • Akzeptieren eines schlechten Angebots oder Verzicht auf eine Win-win-Situation
  • Emotionale Ablenkung

Was ist eine Verhandlung?

Der Begriff „Verhandlung“ bezieht sich auf eine strategische Diskussion, in der ein Problem auf eine für beide Parteien akzeptable Weise gelöst wird. In einer Verhandlung versucht jede Partei, die andere davon zu überzeugen, ihrem Standpunkt zuzustimmen. Verhandlungen beinhalten üblicherweise ein gewisses Geben und Nehmen, was bedeutet, dass oft eine Partei als Sieger aus der Verhandlung hervorgehen wird. Es sind allerdings auch Win-Win-Ergebnisse möglich.

Weshalb ist Verhandeln so wichtig?

Verhandlungen sind aus vielen Gründen so wichtig, ganz gleich, ob sie im Interesse des Einzelnen, eines Unternehmens oder der Regierung geführt werden. Verhandlungen ermöglichen es Ihnen, sich selbst weiterzuentwickeln und in Ihrer Karriere und/oder in Ihrem Leben voranzukommen. Die Fähigkeit zu verhandeln hilft auch bei der Lösung von Konflikten und bei der Schaffung von Werten für sich selbst und eine bessere Welt .

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Rapport

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 5. Januar 2022
AN: #873
K:
Ü:

Wortwolken

Wortwolken

Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben
Die Grenzen der Sprache ...

Wortwolken

 

Mit Wortwolken lassen sich Veränderungs- und Bewältigungsprozesse fördern, Perspektiven erkunden und Ideen finden.

Überblick

 

 

 

 

 

Wortwolken

 

Wortwolken zu schreiben hilft dabei, Wünsche und Bedürfnisse zu erspüren,  Entscheidungen leichter zu treffen Ansatzpunkte zu finden.

 

 

 

So gelingen Wortwolken

 

Nehmen Sie ein leeres Blatt oder eine der freien Seiten im Notizbuch. Notieren Sie in die Mitte ein Wort zu einem Thema, das Sie beschäftigt. Dabei kann es beispielsweise um den nächsten Urlaub, eine Präsentation, ein wichtiges Gespräch oder eine Entscheidung gehen.

Wenn Sie zwischen zwei Optionen wählen wollen, können Sie auch beide Worte jeweils auf eine Seite des Blattes schreiben. Dann notieren Sie intuitiv Begriffe, die Ihnen in den Sinn kommen. Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf. Sie sind niemanden Rechenschaft verpflichtet. Immer raus damit. Bleiben Sie dran, bis Sie den Eindruck haben, es ist Zeit aufzuhören. Hören Sie nicht zu früh auf. Kritzeln Sie herum, nehmen Sie farbige Stifte zur Hand, es ist Ihre Wortwolke.

Was für einen Eindruck macht das Ergebnis auf Sie? Welche Hinweise finden Sie? Lassen Sie die Wortwolke auf sich wirken. Was passt zusammen, was braucht noch etwas? Sticht ein Wort heraus, was will es sagen, wie geht es weiter?

P.S.

 

Nutzen Sie Wortwolken?

 

Artikel zu Sprache und Kreativität

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

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Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Reizworte

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2016
Überarbeitung: 28. Mai 2019
AN: #87866
Englische Version:
K:
Ü:A

24+ Problemlösemethoden

Problemlösemethoden

Jedes Problem, das ich löste, wurde zu einer Regel, die später dazu diente, andere Probleme zu lösen. – René Descartes

Problemlösungsmethoden

 

„Wenn du dein Problem lösen kannst, wozu dann Sorgen machen? Und wenn du es nicht lösen kannst, wozu dann Sorgen machen?“, meinte Shantideva (externer Link zu Wikipedia, falls Sie wissen wollen, wer das war.). Über Probleme und konstruktive mentale Haltungen haben einige Köpfe gegrübelt. „Kein Übel ist so schlimm wie die Angst davor“, meinte Seneca. Auch das ist ein wichtiger Hinweis, schließlich warten im Leben einige Hindernisse darauf gemeistert zu werden – ob wir sie nun Probleme oder Herausforderungen nennen. Vor einem Problem wegzulaufen vergrößert nur die Entfernung zur Lösung. Das Leben liefert uns Situationen, in denen wir trainieren können. Hier sind einige Problemlösemethoden für den professionellen Einsatz.

 

Überblick

 

 

 

 

Problemlösemethoden

 

Als Problemlösemethoden werden Arbeitstechniken und Arbeitsmethoden genannt die der Lösung einer Aufgabe oder eines Problems dienen. Kreativitätstechniken werden auch synonym als Problemlösemethoden bezeichnet.

 

Beispiele für Problemlösungstechniken:

 

  1. 6-3-5-Methode
  2. Anonymes Brainstorming
  3. Bisoziation
  4. Brainstorming
  5. Brainwriting
  6. Clustering
  7. Didaktisches Brainstorming
  8. Destruktiv-konstruktives Brainstorming
  9. Imaginäres Brainstorming
  10. Karten-Methode
  11. Kollektives Notizbuch
  12. Kreativitätsanker
  13. Mind Mapping
  14. Open Space
  15. Osborn-Checkliste
  16. Reizworttechnik
  17. Scamper
  18. Sechs Perspektiven
  19. Synektik
  20. Umkehrmethode
  21. Visualisierung
  22. Walt-Disney-Strategie
  23. Wunderfrage
  24. Zukunftswerkstatt

Video

Vom Problem zur Lösung

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Was kommt Ihnen zu Problemlösemethoden in den Sinn? Wie gehen Sie an die Lösung und worauf gilt es zu achten?

 

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2012
Überarbeitung: 1. Januar 2020
AN: #333
Ü:
K:

Eine Idee bitte, jetzt! Setzen Sie Ihren Kreativitätsanker: Kreativität auf Bestellung!

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Kreativitätstechniken und Anregungen für die Praxis
Kreativitätstechniken und Anregungen für die Praxis

Wie wäre es mit einem Schalter für Kreativität?

 

Kreativ auf Bestellung? Das klingt wie ein Widerspruch, oder? Sie können Kreativität tatsächlich auf Bestellung aktivieren. Hier kommt die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Kreativ auf Bestellung?

 

Das klingt wie ein Widerspruch, oder? Schließlich sind wir ja nicht immer in der passenden Stimmung dafür uns dem kreativen Fluss hinzugeben.

Damit müssen wir uns nicht abfinden. Was, wenn Sie selbst den Schalter auf Kreativität umlegen könnten?

Interessiert?

 

 

 

Den Schalter bei Bedarf umlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

 

So geht es:

 

1. Referenzmoment wählen

 

Wählen Sie an einen Moment, in dem Sie kreativ waren.

 

 

 

2. Referenzmoment zum Leben erwecken

 

Denken Sie an einen Moment, in dem Sie kreativ waren. Was haben Sie da genau gemacht, gesehen, gehört, gedacht? Vielleicht sogar gerochen oder geschmeckt? Erinnern Sie sich an diesen Moment so intensiv, wie es Ihnen möglich ist. Nutzen Sie, was immer Ihnen hilft, sich in diese Situation zurückzuversetzen. Erkunden Sie die Erinnerung, intensivieren Sie den Zustand.

 

 

 

3. Installation des Ankers

 

Installieren Sie einen Schalter: Schließen Sie Daumen und Zeigefinger der nicht-dominanten Hand, wenn Sie diesen Moment besonders intensiv wahrnehmen.

 

 

 

4. Abfeuern des Ankers

 

Wenn Sie zukünftig in eine kreative Phase eintreten wollen, können Sie diese Erinnerung wieder aktivieren, indem Sie Daumen und Zeigefinger wie beschrieben zusammenbringen.

 

 

 

Weg mit den Hindernissen

 

Denkblockaden, Stress, Ängste etc. können Kreativität verhindern. Die Ursachen liegen meist in überhöhten Erwartungshaltungen gegenüber sich selbst und an der fehlenden Zeit für einen solchen Prozess.

Mit dieser oben beschriebenen NLP-Technik des Ankerns verfügen Sie über einen Schalter, um einen gewünschten Zustand direkt herbeizuführen.

Wenn es so einfach wäre, würde das doch jeder machen? Probieren Sie es aus, ggf. mit Unterstützung eines Coachs oder Mentaltrainers. Sie werden sich wundern!

 

Der nächste Schritt

 

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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Setzen Sie Anker für Ihre Kreativität ein?

Coaching und Training für Kreativität - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. November 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4335
K:CNC
Ü:

Die Wunderfrage als Kreativitätstechnik

Wunderfrage: Anleitung, Tipps und Tricks zur Kreativitätstechnik

Kreativitätstechniken für die private und professionelle Praxis

Wunderfrage als Kreativitätstechnik

Raus aus dem Problem, hinein in die Lösung

 

Problem erkannt, Gefahr gebannt… So setzen Sie die Wunderfrage als Kreativitätstechnik ein.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Wunderfrage

 

Die Wunderfrage ist eng mit dem Namen Steve de Shazer verbunden. Doch sie Technik wurde allerdings auch schon vorher erfolgreich eingesetzt. Besonders kunstfertig nutzte sie Milton H. Erickson als Kristallkugeltechnik.

 

Die Wunderfrage:

„Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute nach Hause, verbringen den Abend wie üblich, legen sich dann ins Bett und schlafen ein. Während Sie schlafen geschieht ein Wunder. Wenn Sie morgens aufwachen hat sich schon alles gelöst. Weil Sie geschlafen haben, ist es unbemerkt geschehen. Woran merken Sie, dass Ihr Thema gelöst ist?“

Diese Frage, schickt Klienten in einen Ziel- und Lösungszustand, der dabei hilft die Lösung zu erfahren, zu erleben und dann beschreiben zu können. Die Wunderfrage kann dort eingesetzt werden, wo sich Menschen in einer Art Problemtrance befinden. Im Problemzustand sind Lösungen nicht erkennbar und die erforderlichen Fähigkeiten stehen nicht zur Verfügung. Mittels Wunderfrage werden die gewünschten Zustände und die notwendigen Handlungsschritte visualisiert und greifbar. Sie erlaubt dem Klienten, sich vorzustellen, was er erreichen möchte, wie er leben will und wie das aussehen soll! Sowohl bewusster als auch unbewusster Verstand werden stimuliert, die einzelnen Schritte, die dafür nötig sind, vorzubereiten und umzusetzen. Der Klient hat sozusagen schon einen Entwurf, eine Referenz des Zielzustands und des Weges. Die Wunderfrage an sich fördert schon eine leichte Trance. Durch den Einsatz von Trance kann das Erleben zusätzlich intensiviert werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Trance während des Dialogs nicht zu tief wird, da dieser sonst erschwert wird. Anschließend kann das Erleben dann durchaus in einer tieferen Trance gesteigert und so eingeprägt werden.

 

 

 

Anwendungsgebiete

 

Als Kreativitätstechnik ist die Wunderfrage eine hervorragende Weise den Problemzustand hinter sich zu lassen und sich dem Zielzustand zu widmen.

Die Wunderfrage ist gut geeignet, um die gewünschten Zustände und die notwendigen Handlungsschritte zu visualisieren, durchzuspielen und zu notieren. Sie erlaubt es, sich vorzustellen, was erreicht werden soll und wie es ist das Ziel zu erreichen.

 

 

 

Ablauf bei der Wunderfrage

 

Die Betrachtung kann allein oder in der Gruppe erfolgen. Leitet ein Moderator die Sitzung, dann besteht seine Aufgaben darin, den Blick der Teilnehmer auf die Lösung zu richten und das Ziel im Auge zu behalten.

 

 

 

Dauer

 

Meist ist eine Dauer von 30 Minuten bis zu einer Stunde empfehlenswert.

 

 

 

Hilfreiche Fragen

 

Die tatsächlichen Fragen richten sich nach Thema, Zielsetzung und Befragtem. Hier erste Beispiele:

  • Wer wird die erste Person sein, die bemerkt, dass das Wunder geschehen ist und woran? 
  • Wer wird was anders machen nach dem Wunder? 
  • Wer wird am meisten darüber überrascht sein, wenn das Problem gelöst ist?
  • Was wird diese Person sehen, was sich geändert hat, das sie nicht für möglich gehalten hat? 
  • Was werden andere wahrnehmen, was Sie positiv überrascht? 
  • Was werden Sie sehen, was die andere Personen anders macht, was Sie nicht für möglich gehalten haben?
  • Wo möchtest Sie gerne sein, wenn Sie zuerst bemerken, dass das Wunder geschehen ist und was möchten Sie dort am liebsten als Erstes bemerken?
  • Wann waren Sie in der Vergangenheit erfolgreich?
  • Was war anders, dass Sie damals veranlasste, erfolgreich zu sein? 
  • Was würden andere Menschen sagen, waren Sie in der Vergangenheit, was ihnen sehr gefallen hat?
  • Was genau wäre anders?
  • Wie würden Sie sich anders verhalten?
  • Was würden Sie tun, wenn der beklagte Zustand beendet wäre?
  • Welche Gedanken sind dann anders?
  • Wie fühlen Sie sich dann?
  • Wann war es in letzter Zeit schon einmal so ein bisschen wie nach dem Wunder?
  • Was können Sie jetzt tun, um ein Stück dieses Wunders schon jetzt passieren zu lassen?

 

 

 

Zusammenfassung

 

Die Wunderfrage öffnet den Lösungsraum, liefert Orientierung und erzeugt gute Zustände. So werden Blockaden aufgelöst und ein kreativer Prozess kann in Gang kommen.

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie die Wunderfrage für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

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Wie finden Sie die Wunderfrage?

Je mehr Kreativität genutzt wird, desto bunter blüht sie. Karsten Noack

Artikel zu Kreativitätstechniken

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So finden Sie mit der Kartenabfrage Ideen und ordnen Gedanken

So finden Sie mit der Kartenabfrage Ideen und ordnen Gedanken

Die Kartenabfrage dient als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe. Bei einem mündlichen Brainstorming kommt häufig nicht jeder zu Wort. Die schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, eigene Ideen einzubringen. Hier eine Anleitung Schritt für Schritt.

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 6. Mai 2005
Überarbeitung 17. Dezember 2018
#131

So finden Sie mit der Kartenabfrage Ideen und ordnen Gedanken

Schritt für Schritt: Karten-Methode, Kartenabfrage für die Ideenfindung und Ordnung von Gedanken.

Die Kartenabfrage als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe.
Karten-Methode

Kartenabfrage als Kreativitätstechnik

 

Die Kartenabfrage dient als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe. Bei einem mündlichen Brainstorming kommt häufig nicht jeder zu Wort. Die schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, eigene Ideen einzubringen. Hier eine Anleitung Schritt für Schritt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Brainstorming mit Karten

 

Diese schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, seine Ideen vorzutragen. Sie ist also besonders geeignet, um auch zurückhaltendere Teilnehmer zu Wort kommen zu lassen. Mitmachen können bis zu zehn Personen. Ein Durchgang dauert in etwa 30 Minuten, wobei zu erwähnen ist, dass zahlreiche Varianten der Karten-Technik existieren.

Benötigt werden ein Pinboard mit Stecknadeln, dick schreibende Filzstifte und reichlich Karten. Die Karten sollten ruhig aus etwas festerem Material (Pappe) und von heller Farbe sein, damit die Schrift darauf später gut zu lesen ist. Außerdem sollte die Fragestellung am Pinboard angebracht werden und während der gesamten Übung dort hängen bleiben. Los geht’s!

 

 

 

Ablauf Schritt für Schritt

 

1. Situationsbeschreibung und Aufgabenstellung

 

Zunächst erläutert der Moderator das zu bearbeitende Problem und formuliert die sich daraus ergebende Aufgabenstellung, die für alle sichtbar notiert wird.

 

 

 

2. Ideensammlung

 

Anschließend schreibt jeder Teilnehmer seine Ideen zur Problemlösung auf die Karten – jeweils eine Idee pro Karte.

Nach der vereinbarten Zeit (ca. 10 Minuten sind meist ausreichend) oder die kreative Produktion zur Ruhe kommt, sammelt der Moderator alle Karten ein.

 

 

3. Übersicht und Struktur

 

Der Moderator heftet die Karten mit den Ideen gut sichtbar an ein Pinboard mit Nadel, an ein Whiteboard mit Magneten oder etwas Ähnliches.

Dann sortieren alle Teilnehmer gemeinsam die Lösungsideen auf den Karten. Zuerst werden die Karten zusammengehängt, die ähnliche oder gleiche Aussagen tragen. So entstehen sogenannte Cluster, für die dann eine passende Überschrift gesucht wird. Innerhalb der Cluster werden die Vorschläge dann in eine Rangfolge gebracht. Mögliche Kriterien hierfür können etwa sein: Kosten, Praktikabilität, Umsetzungsfreundlichkeit, notwendige Ressourcen etc.

Es können dabei auch Verbindungen und Bezüge zwischen einzelnen Lösungen gezogen werden. So erhält die Kartenlandschaft Ansätze eines Clusters oder einer Mind Map.

 

 

 

4. Auswahl

 

Die Ideen werden mit dem gesamten Team diskutiert. Zur Auswahl stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist das Ausschlussverfahren.

Beim Ausschlussverfahren werden einzelne Karteikarten so lange aussortiert, bis eine übersichtliche Auswahl vielversprechender Ideen übrig ist, die dann weiter optimiert werden soll. Weil der gesamte Prozess an der Pinnwand visualisiert wird, stehen die Ideen im direkten Vergleich. Jeder Teilnehmer kann sich einbringen.

Eine andere Methode zur Abstimmung in der Gruppe ist das Punkteverfahren. Die Anleitung finden Sie im Artikel Eine Option im Team wählen: Punktabstimmung (Mehrpunkteabstimmung) bei der Ideenbewertungen und Entscheidungen in Gruppen.

 

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie die Methode mit der Kartenabfrage für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

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Hast du mit dieser oder einer anderen Kreativitätstechnik Erfahrungen gemacht?

Wer häufiger quer denkt, darf auch mal schief liegen. Karsten Noack

Artikel zu Kreativitätstechniken

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So finden Sie mit der Kartenabfrage Ideen und ordnen Gedanken

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. März 2011
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43354
K:CNB
Ü:

Mit der Reizworttechnik Ideen durch ungewöhnliche Verknüpfungen gewinnen.

Mit der Reizworttechnik Ideen durch ungewöhnliche Verknüpfungen gewinnen. Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Kreativitätstechniken für die professionelle Praxis
Reizworttechnik

Ideengenerierung mit der Reizworttechnik

 

So setzen Sie die Kreativitätstechnik Reizworttechnik professionell ein. Tipps und Anleitung für die Kreativitätstechnik.

 

 

 

Überblick

 

 

 

Reizworttechnik

 

Bei dieser Kreativitätstechnik werden Dinge miteinander verknüpft, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Benötigt werden hierfür ausschließlich ein Blatt Papier, ein Stift und ein Lexikon. Die Methode der Reizworttechnik lässt sich allein oder in der Gruppe durchführen.

 

 

 

Ablauf Schritt-für-Schritt

 

 

Schritt 1

 

Zunächst wird das Problem bzw. die Zielsetzung formuliert. Schreiben Sie es für alle Teilnehmer sichtbar auf.

 

Beispiel:
Produktvarianten für den Klassiker „Bleistift“ finden.

 

 

Schritt 2

 

Dann wird ein Lexikon auf einer beliebigen Seite aufgeschlagen und spontan ein Begriff gewählt.

 

Beispiel:
Spontan gefundener Begriff (Reizwort) im Lexikon ist „Briefbeschwerer“.

 

 

Schritt 3

 

Sammeln Sie nun alle Eigenschaften, die Sie mit diesem Reizwort verbinden.

 

Beispiel:
Briefbeschwerer sind meist schwer, haben sehr vielfältige Formen, können zusätzliche Funktionen haben, von klassisch bis modern, mit Werbeaufdruck, …

 

 

Schritt 4

 

Übertragen Sie diese anschließend auf Ihr Ausgangsthema. Wie bei der Bisoziation liegt der kreative Effekt darin, hier Kontexte miteinander zu verbinden, die inhaltlich keine Gemeinsamkeiten aufweisen.

 

Beispiel:
Wenn als Reizwort der Begriff „Briefbeschwerer“ festgelegt wird und das Ziel die Entwicklung neuer Produktvarianten für den Klassiker „Bleistift“ ist, könnte sich etwa folgende Gegenüberstellung ergeben:

 

Eigenschaften des Briefbeschwerers Davon abgeleitete Eigenschaften von Bleistiften
meist schwer Bleistifte in verschiedenen Gewichtsklassen zur
Kräftigung der Handmuskulatur
sehr vielfältige Formen Bleistifte in verschiedenen Formen
viele verschiedene
Materialien
Bleistifte aus verschiedenen Materialien
(Holz, Stein, Leder, Metall etc.)
zusätzliche Funktionen Bleistifte mit zusätzlichen Funktionen
(Lineal, Kamm etc.)
von klassisch bis modern Bleistifte in verschiedenen Stilarten
mit Werbeaufdruck Bleistifte als Werbeträger

 

Die Eigenschaften des Briefbeschwerers werden also adaptiert, um neue Modelle von Bleistiften zu finden. Mithilfe der Reizworttechnik können mitunter interessante neue Anwendungen bzw. Ideen auch unter Verwendung weiterer Kreativitätstechniken gefunden werden.

 

 

 

Einsatzbereiche

 

Häufige Einsatzbereiche sind:

  • Werbung
  • Neue Anwendungsbereiche
  • Produktvarianten
  • Potenzielle Kundengruppen
  • Neue Produktnamen

 

 

 

Fazit

 

Diese sehr einfache Kreativtechnik fördert kreatives Denken und neue Ideen, selbst dann, wenn keine konkrete Problemstellung oder Aufgaben vorliegen. Unter der Voraussetzung, dass die Nutzer sich auf die Reizworttechnik einlasen, ist sie leicht zu erlernen und erweitert die Perspektive.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2007
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #454320
K: CNB
Ü:

Bisoziation erzeugt Ideen: Ablauf, Tipps, Tricks für die Kreativitätstechnik

Bisoziation erzeugt Ideen: Ablauf, Tipps, Tricks für die Kreativitätstechnik

Bisoziation als Kreativität für die professionelle Praxis. Schritt-für-Schritt-Anleitung So kommen Sie zu neuen Ideen.
Coaching - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Bisoziation als Kreativitätstechnik

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung von Bisoziation als Kreativitätstechnik. So kommen Sie zu neuen Ideen: Ablauf, Eigenarten und Tipps.

Überblick

 

 

 

 

 

Bisoziation

 

Die Kreativtechnik der Bisoziation geht auf den Kulturphilosophen Arthur Koestler zurück. Hierbei geht es darum, vermeintlich unterschiedliche Bereiche zu verknüpfen, um so gewohnte Denkpfade zu verlassen. Arthur Koestler beschrieb mit diesem Kunstwort die Fähigkeit, in verschiedenen Bezugsrahmen zu denken. Gemeint sind damit solche Zusammenhänge, auf denen beispielsweise auch Witze beruhen oder die in spontanen Einsichten zum Tragen kommen.

 

 

 

Bisoziatives Prinzip

 

Das bewusste Verbinden von zwei, ursprünglich unzusammenhängenden Ideen, Gedankenkonzepten oder Gegenständen, mit dem Ziel, etwas Neues zu schaffen, wird als bisoziatives Prinzip bezeichnet.

 

 

 

Bionik

 

Ein bekanntes Beispiel für Bisoziation ist die Bionik, also die Übertragung von Naturphänomenen auf die Technik wie es etwa bei der Entwicklung des Sonars – inspiriert durch Delfine – oder des Klettverschlusses – inspiriert durch Kletten – geschehen ist.

 

 

 

Grundidee

 

Die Grundidee der Bisoziation ist, ein Problem mit einem entfernten Bereich zusammenzubringen, da es durch die Beschäftigung mit einem unbelasteten Thema leichter ist, sich vom Problem zu entfernen, freier zu denken und sich inspirieren zu lassen.

Als Kreativitätstechnik macht sich die Bisoziation den Umstand zunutze, dass man im Rahmen dieses Doppel-Denkens eine Situation oder ein Problem vor dem Hintergrund zweier voneinander unabhängiger Bezugsrahmen gleichzeitig wahrnimmt und so gewissermaßen gezwungen ist, die eingefahrenen Denkgleise zu verlassen. Anschließend erfolgt dann wieder eine Annäherung an das Problem mit neuen Ideen.

 

 

 

Bildhafte Vergleiche

 

Um Bisoziation hervorzurufen, werden bildhafte Vergleiche genutzt. Dabei wird Dingen eine bestimmte Eigenschaft zugeordnet. Auf diese Weise können neue Perspektiven gewonnen werden, denn eine bildhafte Sprache macht es leichter, die innere Vorstellungswelt anzuregen und aus dem Rahmen zu fallen. Der Vorbereitungsaufwand für Bisoziation ist gering.

 

 

 

Anwendungsgebiete

 

Der Anwendung von Bisoziation sind kaum Grenzen gesetzt. Bisoziation eignet sich insbesondere für:

  • technische Probleme
  • Optimierung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen
  • gut strukturierte, konkrete Probleme
  • Künste
  • Werbung
  • Redevorbereitung

 

 

 

Voraussetzungen

 

Für eine effektive Bisoziations-Sitzung benötigen Sie:

  • Zeit
  • Raum
  • fachliche Kompetenz der Teilnehmer
  • Bildmaterial, das eine entfernte Denkdimension repräsentiert
  • Bereitschaft der Teilnehmer, sich auf den Prozess der Bisoziation einzulassen. Die kreative Befreiung erfordert, sich auch für unkonventionelle Gedanken zu öffnen.

 

 

 

 

Ablauf der Bisoziation, Schritt für Schritt

 

Die Bisoziation kann grundsätzlich frei gestaltet werden, solange die Teilnehmer zur Verknüpfung zweier grundverschiedener Bereiche bereit sind. Dabei kann wie folgt vorgegangen werden:

 

 

1. Voraussetzungen schaffen

 

Vor dem eigentlichen Start ist ein geeigneter Rahmen für den schöpferischen Prozess zu schaffen.

 

 

 

2. Ziel definieren

 

Das Problem beziehungsweise die Zielsetzung wird als eindeutige Fragestellung formuliert.

 

 

 

3. Inspirationsquellen

 

Dann werden Bilder, Fotos, Zeitungsausschnitte etc. gezeigt, die von der Problemstellung inhaltlich möglichst weit entfernt sind.

 

 

 

4. Auswahl

 

Aus dem Fundus der Inspirationsquellen wird ein Exemplar ausgewählt, das dann so präsentiert wird, dass es alle Teilnehmer genau betrachten können.

 

 

 

5. Assoziationen

 

Nun assoziieren die Teilnehmer schlagwortartig und frei alle ihre Eindrücke zu diesem Bild. Alle hier genannten Gedanken werden vom Moderator auf Karten notiert, die dann an eine Pinnwand o. ä. gehängt werden. Jeder Eindruck ist es wert, festgehalten zu werden. Alle Ideen, Gedanken und Querverbindungen, die bei der Betrachtung auftauchen, sind potenzielle Inspiration für weitere Ideen.

 

 

 

6. Lösungsideen

 

Erst nach dieser Assoziationsrunde rückt die Ausgangsfrage wieder in den Vordergrund. Die Teilnehmer werden jetzt aufgefordert, Lösungsvorschläge zu entwickeln, indem sie versuchen, das Ausgangsproblem mit den zu dem Bild assoziierten Eindrücken in Verbindung zu bringen. Gerade durch die Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Bezugsrahmen von Ausgangsfrage und Bildeindrücken entstehen hier sehr kreative und unkonventionelle Vorstellungen, die ebenfalls festgehalten werden.

 

 

 

7. Präsentation und Bewertung

 

Abschließend werden die gefundenen Ideen präsentiert und im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit diskutiert und bewertet. Im Erfolgsfall liegt nun mindestens eine Lösung für das Ausgangsproblem vor.

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 16. März 2015
Überarbeitung 26. November 2018
#9

So nutzen Sie die Osborn-Checkliste als Kreativitätswerkzeug für die Praxis

So nutzen Sie die Osborn-Checkliste als Kreativitätswerkzeug für die Praxis

Tipps und Anleitung für den Einsatz der Kreativitätstechnik, die aus Vorhandenem neue Lösungen entwickelt.
Kreativitätswerkzeuge für die Praxis: Osborn-Checkliste

Osborn-Checkliste

 

Mit der Osborn-Checkliste lassen sich vorhandene Ideen, Produkte oder Prozesse kreativ weiterentwickeln. Tipps und Anleitung für diese Kreativitätstechnik. So geht es.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Osborn-Checkliste als Kreativitätstechnik

 

Diese Kreativitätstechnik ist nach ihrem Erfinder, Alex Faickney Osborn, benannt, der auch als Vater des Brainstormings gilt. Die Osborn-Checkliste beruht auf einem Fragenkatalog, der sich in vielen Bereichen einsetzen lässt und sich besonders für die Verbesserung oder Weiterentwicklung von Ideen, Produkten und Prozessen eignet. Steht ein Projekt noch am Anfang, sollte man eher auf andere Kreativitätstechniken setzen, denn bei der Osborn-Checkliste geht es darum, bereits Etabliertes voranzubringen.

 

 

 

Voraussetzungen und Lohn

 

Wichtig ist vor allem, dass jeder Punkt der Liste angesprochen und wirklich konsequent bis zum Ende gedacht wird. Erst wenn allen Teilnehmern zu einer Frage nichts mehr einfällt, geht es weiter. Der Fragenkatalog kann dabei um beliebig viele Punkte ergänzt werden.

Das Ergebnis ist eine große Zahl von ersten Ideen. Diese können dann weiterentwickelt werden, bis sich eine favorisierte Lösung abzeichnet.

 

 

 

Ablauf

 

Bei der Osborn-Checkliste werden nacheinander alle Fragen abgearbeitet. X entspricht dabei je nach Situation der Idee, dem Produkt oder dem Prozess. So einfach geht das:

 

 

 

Die Osborn-Checkliste

 

  • Anders verwenden
    Wie könnte X (wo)anders eingesetzt werden?
    Welche Parallelen zu anderen Funktionen bzw. Projekten lassen sich finden?
    Kann die Idee in einen anderen Kontext gestellt bzw. das Produkt anderweitig eingesetzt werden?
    Gibt es eine andere Zielgruppe, einen neuen Verwendungszusammenhang für die bestehende Zielgruppe?
  • Anpassen
    Was ähnelt X?
    Was könnte übernommen werden?
    Auf welche anderen Konzepte, Ideen oder Lösungen bezieht sich ein Produkt oder eine Problematik?
    Was kann aus der eigenen Praxis oder der des Wettbewerbs nachgeahmt werden?
  • Ändern
    Welche Aspekte bzw. Merkmale von X können verändert werden?
    Sind für Produkte andere Gerüche, Farben, Formen und Töne denkbar?
    Lassen sich Ideen auf andere Bereiche übertragen?
  • Vergrößern
    Können Sie X vergrößern, verstärken, erhöhen, verlängern …?
    Lässt sich ein Produkt größer, dicker, schwerer, farbiger machen?
    Wie lassen sich zusätzliche Funktionen hinzufügen?
    Kann ein bestimmter Lösungsansatz zur Bewältigung weiterer Probleme beitragen?
  • Verkleinern
    Können Sie X verkleinern, abschwächen, verkürzen, verfeinern …?
    Was können Sie weglassen, ohne die primäre Funktionalität zu beeinträchtigen?
    Wie lässt es sich kleiner, griffiger, niedlicher, kompakter, kürzer machen?
    Welche Minimal- oder Teillösung ist denkbar?
  • Umformen/Ersetzen
    Was können Sie an X ersetzen oder austauschen?
    Lassen sich die Bestandteile neu gruppieren?
    Kann die Reihenfolge verändert werden?
    Was lässt sich austauschen?
    Welche Lösungsvarianten sind substituierbar bzw. lassen sich kombinieren?
  • Umstellen
    Können Sie Teile von X tauschen, die Reihenfolge ändern oder Ursache-Wirkung umdrehen?
  • Umkehren
    Können Sie das Gegenteil von X machen?
    Wie sieht die Umkehrung von X aus?
  • Kombinieren
    Können Sie X mit anderen Ideen verbinden?
    Kann X Teil von etwas Größerem sein?
    Können Sie X in kleinere Teile aufspalten?
    Lässt sich ein Problem durch die Kombination verschiedener Lösungsvarianten besser bewältigen als mit einem einzigen Lösungsansatz?
    Ist bei Produkten eine Mischung verschiedener Bauteile möglich?
    Lassen sich unterschiedliche Ideen einbinden?
    Ist das Projekt in Einzelteile zerlegbar?
  • Transformieren
    Können Sie X ausdehnen, verbiegen, komprimieren, verflüssigen …?
    Kann ein Lösungsansatz, eine Idee in einen anderen Kontext gestellt werden?

 

 

 

Vor- und Nachteile der Osborn-Methode

 

 

Vorteile

 

  • Einfache Nutzung
  • Das systematische Vorgehen verhindert den frühzeitigen Abbruch der Ideenfindung
  • Betrachtung einer Fragestellung bzw. Thematik von verschiedenen Seiten
  • Sowohl für Gruppen als auch Einzelpersonen geeignet
  • Liefert originelle Ideen
  • Geeignet für die Nachbereitung von Brainstormingsitzungen

 

 

 

Nachteile

 

  • Zeitintensiv
  • Ideen sind meist näher an Ursprung
  • Für den Start eines kreativen Prozesses ist die Osborn-Checkliste für die erste Ideenfindung selbst meist ungeeignet.

 

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie die Methode der Osborn-Checkliste für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

 

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Osborn-Checkliste gemacht?

Die Idee ist schon da!

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. März 2007
Überarbeitung: 29. Juli 2019
AN: #23220
K: CNB
Ü: