Open Space: Kaffee, Hummeln, Schmetterlinge, Ergebnisse

Open Space: Kaffee, Hummeln, Schmetterlinge, Ergebnisse

Kreativitätstechniken für die professionelle Praxis
Kreativitätstechniken - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Open Space

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung und Tipps für die Kreativitätstechnik Open Space. Sie liefert Freiraum für einen offenen und kreativen Austausch in Gruppen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Open Space

 

Als der Begründer dieser Methode, Harrison Owen, auf einer großen, von ihm durchgeführten Kongressveranstaltung als wesentliche Rückmeldung von den Teilnehmern erhalten haben soll, dass vor allem die in den Kaffeepausen geführten Gespräche hilfreich waren, ärgerte ihn das zunächst sehr, da er für diese Veranstaltung ziemlichen Aufwand betrieben hatte. Was hatte er als Organisator denn für Einfluss auf die Gespräche in den Kaffeepausen? Nachdem er sich aber näher mit der Bedeutung dieser eher zufälligen Treffen während der Kaffeepausen befasst hatte, kam er auf die Idee, die offene und ungezwungene Atmosphäre guter Pausengespräche als zentralen Kern von Workshops systematisch nutzbar zu machen. Vor dem Hintergrund der häufigen Erfahrung, dass starre Abläufe und das Abarbeiten fest fixierter Tagesordnungen kreative Gruppenprozesse eher behindern als ihnen förderlich sind, entstand so das Open-Space-Konzept, das einen offenen Rahmen bietet, in dem Menschen mit ihren individuellen Erfahrungen zusammenkommen und sich gegenseitig inspirieren.

Open Space ist für Gruppen ab 20 bis hin zu 1000 Personen durchführbar, vermutlich sogar darüber. 
Je nach Komplexität und Tragweite von Fragestellung und Zielsetzung kann diese Kreativitätstechnik einen oder auch mehrere Tage dauern. Mit der Leitung der Gesamtveranstaltung werden professionelle Moderatoren und Unterstützer betraut, während die einzelnen Workshops eigenverantwortlich von den Teilnehmern organisiert und durchgeführt werden.

Eine Open-Space-Veranstaltung bedarf sehr gründlicher Vorbereitung. Um auf die Bearbeitung einer Vielzahl möglicher Themen eingerichtet zu sein, sind entsprechende Raumreserven vorzuhalten oder innerhalb großer Räume separate Bereiche zu schaffen. Wenn möglich sollten dort auch Pinnwände, Flipcharts, Moderationskarten sowie Stifte und Papier als Arbeitsmittel zur Verfügung stehen. Für die Auswertung der Workshop-Ergebnisse sind Computer, für die Vervielfältigung des im Workshop anzufertigen Protokolls ein Kopierer in der Nähe von Vorteil.

 

 

 

Prinzip der Selbstorganisation

 

Open Space funktioniert nach dem Prinzip der Selbstorganisation. Teilnehmer, die sich selbst organisieren, sind in der Regel motivierter als Teilnehmer, denen alles abgenommen wird. Diese Freiheit der Teilnehmer schließt auch ein, dass sie eine Interaktion oder einen Workshop verlassen und zu einem anderen ihrer Wahl wechseln dürfen, wenn sie meinen, zu einem Thema nichts mehr beitragen zu können (Gesetz der zwei Füße). Davon ausgenommen sind lediglich die Initiierenden eines Workshops, weil sie die Ergebnisse in einem Protokoll zusammenfassen müssen.

 

 

 

Von Schmetterlingen und Hummeln

 

Nach Owen können sich Teilnehmer entweder wie Hummeln oder wie Schmetterlinge verhalten. Hummeln sind aktiv und konzentriert. Sie befassen sich intensiv mit einem Thema und beteiligen sich so lange daran, wie sie meinen, etwas beitragen zu wollen. Dann machen sie sich auf den Weg zu einem neuen, lohnenswerten Thema. Schmetterlinge dagegen wechseln von Thema zu Thema. Sie sind häufiger auf dem Marktplatz zu finden, trinken dort Kaffee, führen Gespräche, haben spontane Ideen und gehen mal hier- und mal dorthin.

Die so entstehende Ausgewogenheit zwischen Spezialisten und Generalisten, zwischen Detail und Überblick ist der Garant dafür, dass sich die einzelnen Workshops nicht voneinander abschotten, sondern für möglichst vielfältige Einflüsse offen bleiben und Ideen von einer Gruppe in die andere getragen werden. Sowohl Hummeln als auch Schmetterlinge sind also für das Gelingen eines Open Space von Bedeutung. Sie sorgen für kreative Impulse!

Die folgenden für die Teilnehmer einzigen verbindlichen Grundsätze des Open Space unterstreichen dieses Konzept:

  1. Wer kommt, ist der richtige Teilnehmer.
  2. Offenheit für das, was geschieht, denn es ist genau das Richtige.
  3. Es beginnt, wenn die Zeit reif dafür ist.
  4. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.

Diese Grundsätze sowie die mit dem Gesetz der zwei Füße verbundenen Implikationen werden während der gesamten Tagung an exponierter Stelle platziert, damit alle Teilnehmer diese Regeln verinnerlichen können.

 

 

 

Verlauf eines Open Space

 

Zuallererst findet ein Treffen im Plenum statt, eine Zusammenkunft auf dem sogenannten Marktplatz. Dort erläutert der Moderator vorzugsweise in einem von den Teilnehmern gebildeten Halbkreis das Thema der Veranstaltung sowie das Verfahren und die vier Leitlinien des Open Space. Der Moderator sollte die Einführung in diese Kreativitätsmethode jedoch möglichst kurz halten, denn Open Space erklärt sich am besten im Tun und will gelebt werden.

Der Marktplatz ist nicht nur im übertragenen Sinne die zum Open Space inspirierende „Kaffeeecke“, in der die ebenfalls so wichtigen allgemeinen Gespräche stattfinden. Hier stehen tatsächlich die ganze Zeit hindurch warme und kalte Getränke, Snacks und zum Mittag auch ein Buffet bereit, um die kreativen Prozesse zu fördern.

Im Gegensatz zu einer traditionellen Konferenz gibt es beim Open Space kein im Voraus geplantes Veranstaltungsprogramm, also keinen festgelegten Ablauf, um die gewünschte Offenheit der Veranstaltung zu wahren. Zudem wird als Oberthema eine vergleichsweise offene Fragestellung, ein Leitthema, gewählt, um entsprechenden Freiraum zu bieten. Es können aber trotzdem durchaus recht komplexe Fragestellungen und auch mit Konfliktpotenzial behaftete Themen angegangen werden.

Jeder Teilnehmer hat am Anfang die Möglichkeit, einen eigenen Workshop zu einem selbst gewählten Thema anzubieten. Dieses stellt er dann der Runde auf dem Marktplatz vor und versucht, Teilnehmer dafür zu gewinnen, indem er begründet, weshalb es lohnenswert ist, sich gerade diesem Thema zu widmen.

Sind alle Themen vorgestellt, wird das gesamte Workshopangebot an einer Pinnwand oder Ähnlichem ausgehangen. Für eine bessere Übersicht ist die Aushangsfläche mit einem Raster für die Zeiten und verfügbaren Räume versehen. Außerdem wird der Name oder die Nummer des Workshops angegeben, das Thema bzw. Anliegen sowie der Anbieter. Interessierte können sich nun nach eigenen Vorlieben zur Teilnahme an den gewünschten Workshops eintragen. Zu jedem Workshop wird zudem ein Arbeitsblatt verteilt, das Raum bietet für Notizen, Skizzen, Mind Mapping und was auch immer den Teilnehmern sonst noch einfallen mag.

Auch wenn diese Phase mitunter recht chaotisch wirken kann, ist sie doch unabdingbar für die Motivation des gesamten Prozesses. Der Moderator hat hier entsprechend die Aufgabe, einen sicheren Rahmen zu gewährleisten.

Nach dieser konstituierenden Phase, die etwa 60 Minuten dauert, beginnen schließlich die Workshops. An einem Tag können die parallel stattfindenden Workshops in vier bis maximal acht Staffeln starten. Jeder Workshop dauert zwischen 90 und 120 Minuten und wird erst dann beendet, wenn es nichts mehr zum Thema zu sagen gibt. Zeitpläne sind dabei jedoch nicht sklavisch einzuhalten. Sollten sich einmal bei einem der Workshopanbieter keine Teilnehmer einfinden, dann kann dieser seine eigenen Gedanken zu dem Thema, das ihn beschäftigt, auf dem Workshopblatt festhalten.

Die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe werden jeweils nach Beendigung des Workshops an einer Nachrichtenwand auf dem Marktplatz veröffentlicht. Für die Mittagspause sind 90 bis 120 Minuten einzuplanen, da hier das Plenum nochmals unstrukturiert zusammenkommt und sich austauschen kann. Manchmal gibt es auch eine Meckerrunde, in der angesammelter Frust abgeladen werden kann. Dies kann insofern hilfreich sein, als dass dadurch vorhandene, vielleicht in der Vergangenheit aufgebaute Distanz zu Themen oder Vertretern bestimmter Meinungen vermindert wird. Nach einer solchen reinigend wirkenden Runde ist die Arbeitsfähigkeit und Beteiligungsbereitschaft oft viel höher als vorher. Insofern baut ein gut durchgeführtes Open Space auch offene und verborgene Hindernisse ab.

An den Abenden bzw. am Tagesabschluss wird auf dem Marktplatz nochmals der bisherige Prozess betrachtet, es werden Ergebnisse umrissen, ausgewertet und Schlussfolgerungen gezogen. Überdies erhalten die Teilnehmer am Ende der Tagung eine Dokumentation aller Protokolle der Workshops.

 

 

 

Anmerkungen

 

So einfach der Ablauf des Open Space hier auch zunächst scheinen mag, gerade bei der ersten Durchführung lohnt es sich dennoch, einen erfahrenen Moderator hierfür zu gewinnen. Denn mitunter kann ein erster Open Space für den Veranstalter eine wirkliche Herausforderung sein, weil diese Herangehensweise seine Einstellung zum Generalthema und sein Vertrauen gegenüber den Teilnehmern auf die Probe stellt oder Bedenken entstehen, dass Diskussionen zu kontrovers geführt werden oder die Veranstaltung gar aus dem Ruder läuft. In jedem Fall ist zu beachten, dass jedwede Form von Druck und Zwang vermieden werden muss, um so das Potenzial des Open Space auch wirklich voll ausschöpfen zu können.

Open Space

P.S.

 

Haben Sie schon Erfahrungen mit einem Open Space gemacht?

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Jeder Ort hat seinen eigenen Charakter und inspiriert auf andere Weise. Jeder Ort liefert andere Reize, bedient andere Sinne. Deshalb ist schon die Wahl des Ortes entsprechende Beachtung wert., wenn Sie der Kreativität auf die Sprünge helfen wollen. Anregungen gefällig?

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Zukunft gestalten!

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2002
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Zukunftswerkstatt: Tipps und Ablauf

Zukunftswerkstatt: Tipps und Ablauf

Kreativitätstechniken für die Praxis
Zukunftskonferenz - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Zukunftswerkstatt

 

Führen andere Wege nicht zur Lösung eines Problems, hat es sich bewährt, eine Zukunftswerkstatt durchzuführen, um die Dinge in konstruktive Bewegung zu bringen. Anregungen und Tipps zur Durchführung einer Zukunftswerkstatt.

Überblick

 

 

 

 

Zukunftswerkstatt

 

Die Zukunftswerkstatt ist eine von Zukunftsforscher Robert Jungk und als Drei-Phasen-Modell von Rüdiger Lutz entwickelte Methode, um die Fantasie anzuregen, damit ganzheitliche neue Ideen und Ansätze vor allem für komplexe Aufgabenstellungen zu finden. Führen andere Wege nicht zur Lösung eines Problems, hat es sich bewährt, eine Zukunftswerkstatt durchzuführen, um die Dinge in konstruktive Bewegung zu bringen.

Eine Zukunftswerkstatt kann gut an einem Tag, besser aber noch an zwei Tagen, wie beispielsweise an einem Wochenende, abgehalten werden. Je emotionaler und betroffener die Teilnehmer sind, desto mehr Zeit ist empfehlenswert. Je nach Thema und Aufgabe kann eine Dauer von bis zu einer Woche genutzt werden. Oft ideal sind 3 Tage, weil so die Phasen der Zukunftswerkstatt für Struktur sorgen. Die Aufteilung in zeitliche Blöcke mit größeren Unterbrechungen ist nicht förderlich.

Da diese Kreativitätstechnik sehr handlungsorientiert ausgerichtet ist, sollte die Teilnehmerzahl mit Bedacht gewählt werden: je größer die Gruppe, desto höher die Ansprüche an Teilnehmer und Moderatoren.

Damit Zukunftswerkstätten nicht zu reinen Sandkastenübungen verkommen, sondern dabei beschlossene Maßnahmen auch wirklich in die Tat umgesetzt werden, sollten die Beteiligten auch nach der Veranstaltung miteinander in Kontakt bleiben. Durch die Vergabe von Ideenpatenschaften kann die Verantwortlichkeit für bestimmte Maßnahmen auf ausgewählte Schlüsselpersonen übertragen werden.

Zukunftswerkstätten sollten keine einmaligen Veranstaltungen bleiben, sondern in bestimmten Abständen mit gleichem Teilnehmerkreis wiederholt werden, damit der kreative Prozess im Fluss bleibt und aktuellen Entwicklungen kontinuierlich Rechnung getragen werden kann. Auch deswegen haben die Nachbereitung und Dokumentation große Bedeutung.

Ein möglichst erfahrener, neutraler Moderator führt durch die Phasen. Er sorgt für das entsprechende Arbeitsklima.

 

 

 

 

Ablauf einer Zukunftswerkstatt

 

Der Prozess gliedert sich in drei Hauptphasen:

  • Kritik- und Beschwerdephase
  • Ideen-, Fantasie- und Utopiephase
  • Umsetzungs-, Verwirklichungs- und Praxisphase

 

 

 

1. Kritik- und Beschwerdephase

 

In der Beschwerdephase haben die Teilnehmer Gelegenheit, ohne Zwang alle kritischen Gedanken zum gewählten Thema zu äußern. Diese Beiträge können beispielsweise mittels Kartentechnik gesammelt und dann im Plenum erläutert werden. Dabei wird auch die Basis für gegenseitiges Vertrauen geschaffen.

 

 

 

2. Fantasie- und Utopiephase

 

In der Fantasie- und Utopiephase wird dann die Kreativität der Teilnehmer aktiviert, um wünschenswerte Lösungen für die Aufgabe bzw. das Problem zu finden, indem beispielsweise Satzanfänge wie „Es wäre schön, wenn …“ vervollständigt werden. Hierbei können auch weitere Kreativitätstechniken eingesetzt werden. Anschließend werden die Ergebnisse dann strukturiert und präsentiert.

 

 

 

3. Verwirklichungs- und Praxisphase

 

In der Verwirklichungs- und Praxisphase werden die Gedanken und Ergebnisse aus den ersten beiden Hauptphasen betrachtet, um zu klären, was davon realisierbar ist. Sind die Maßnahmen konsensfähig und werden beschlossen, folgt ein weiterer Durchlauf, um so einen Kreislauf zu fördern, in dem Zielbild und Ist-Situation miteinander abgeglichen werden.

Ziel-Szenario

P.S.

 

Haben Sie schon an einer Zukunftswerkstatt oder einer der verwandten Zusammenkünfte teilgenommen?

Zukunftswerkstatt

Artikel zu Kreativitätstechniken

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43318
K:
Ü:

Crowdsourcing

Crowdsourcing

Glossar
Crowdsourcing

Crowdsourcing

 

Was ist Crowdsourcing und wie funktioniert es?

Crowdsourcing

 

Crowdsourcing ist die Einbeziehung von Nutzern in die Erstellung von Produkten, Inhalten oder Dienstleistungen im Internet.

Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern Crowd (Menge, Menschenmasse) und Outsourcing (Auslagerung). Crowdsourcing ist jedoch nicht die Auslagerung von Unternehmensaufgaben an Drittunternehmen, sondern, die Auslagerung von Aufgaben an eine Crowd, die heute meist eine Community an Internetnutzern umfasst.

Populär geworden ist Crowdsourcing als Innovation, die durch das Internet ermöglicht wurde. Seit Menschen digital zusammenkommen, ist der Aufwand deutlich geringer als früher. Wem es gelingt, die jeweilige Zielgruppe richtig zu motivieren, kann den finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwand minimieren. Teilnehmern können zu Markenbotschaftern werden

 

 

 

Crowdworker

 

In der Regel entscheiden Crowdworker (Mikrounternehmer) selbst, welche Arbeit sie übernehmen. Motive sind unter anderem Selbstidentifikation und Selbststeuerung. Ein großer Teil der Crowdworker arbeitet auch noch in der traditionellen Arbeitswelt.

Kritiker sind besorgt, dass Ausbeutungsverhältnisse auf Crowdplattformen zunehmen, auch tun sich Gewerkschaften im Internet noch sehr schwer.

 

 

 

Beispiel

 

Ein sehr bekanntes Beispiel für Crowdsourcing ist Wikipedia. Nutzer können das Online-Lexikon bearbeiten, erweitern, verbessern. Sie übernehmen Aufgaben von Autoren und Redakteuren. Sie werden dafür nicht honoriert, Wikipedia ist dafür jedoch kostenlos zugänglich.

P.S.

 

Was halten Sie von Crowdsourcing?

Artikel rund um die Selbstständigkeit

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

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Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 10. November 2020
Englische Version:
AN: #328
K: CNB
Ü:

Europa ist wichtig! Was ist mit dem Pulse of Europe?

Europa ist wichtig! Was ist mit dem Pulse of Europe?

Hände reichen oder Fäuste ballen, meckern oder fördern,...
Europa ist wichtig!

Überblick

 

 

 

 

Politik als Trauerspiel

 

10. Juni 2018. Die Nachrichten lassen den G7 als Trauerspiel wirken. Trumps „America first“ und Twitter-Eskapaden erscheinen willkürlich und eigen. „Wie du mir, so ich dir.“ ist keine Lösung. Das Miteinander lässt zu wünschen übrig.

Da erfreut es mich, wenn Menschen in Europa bereit dazu sind, sich für Gemeinsamkeiten einzusetzen. Auch, wenn viele EU-Bürger die derzeitige Politik der Gemeinschaft durchaus kritisch betrachten, die Bedeutung der Europäischen Union ist in solchen Zeiten umso größer.

 

 

 

Pulse of Europe

 

Brexit und die Wahl von Donald Trump lieferten gewichtige Gründe für pro-europäische Initiativen. Es ist keine Seltenheit, dass im heimischen Umfeld diskutiert wird, oftmals vor allem sich über die Politik ereifert wird. Statt es den verschiedensten Lobbyisten zu überlassen ihr Süppchen zu kochen, werden bei Bewegungen wie Pulse of Europe (externer Link zu Wikipedia) endlich Befürworter hörbar. Es gilt die vermutete schweigende Mehrheit der Europa-Befürworter wachzurütteln, um so die mögliche Auflösung der Europäischen Union zu verhindern. Auch Völkerfreundschaft erfordert Aufmerksamkeit und Pflege ist keine Selbstverständlichkeit

Am 10. Juni 2018 wurde das Engagement von Puls of Europe mit einem europäischen Festakt gewürdigt. Im Anschluss an den Festakt fand in Frankfurt die Kundgebung „Pulse of Europe XXL“ statt.

Beim G7 ist bei so manchem Händeschütteln für und vor der Kamera unnatürliche Körpersprache erkennbar. Auf der Kundgebung in Frankfurt dominieren hingegen die offenen Gesichter der Teilnehmer, während sie Hand in Hand eine Kette bilden.

 

 

 

Raus aus dem eigenen Saft

 

Aufgrund der zunehmenden Verhärtung brauchen wir die offene konstruktive Diskussion in breiten Teilen der Bevölkerung. Auch Deutschland scheint hier sehr gespalten. Die Filterblase, der Austausch und die vermeintliche Bestätigung im gleichgeschalteten Umfeld, macht den Blick über den Tellerrand nicht leichter.

Die Idee von Pulse of Europe kommt da gerade recht. In verschiedenen Foren soll über drängende Fragen der Bürger zur europäischen Einigung debattiert, anstatt genörgelt werden.

Das Ziel ist der konstruktive Dialog zwischen Politik und Bürgern. „Europäische Haus-Parlamente“ sollen für jedermann zu jeder Zeit zugänglich sein. So soll erreicht werden, dass die politischen Entscheider die Ergebnisse nicht nur registrieren, sondern auch ernsthaft berücksichtigen. 

 

 

 

Unterstützung 

 

Wer sich für solche Ziele respektvoll einsetzen will, findet auch die erforderliche Unterstützung.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Umfrageergebnis

 

Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

P.S.

 

Was halten Sie von solchen Initiativen?

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Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Was ist dazu erforderlich und wer ist überhaupt in der Lage verantwortungsvoll mit Macht umzugehen? Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht und du erkennst seinen Charakter. Sind wir so schlimm?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11.Juni 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #334
K:
Ü:

Sind die Helden von gestern auch die Helden von morgen?

Schichtwechsel bei der Heldenbesetzung? Wo sind die Helden von morgen?

Sind die Helden von gestern auch die Helden von morgen?
Warum brauchen wir Helden? Welche Ideale und Werte verkörpern sie für uns? Und wie haben sich im Laufe der Zeit verändert?

Woher kommen die Helden von morgen?

 

Welche Voraussetzungen brauchen Helden? Wie können wir zu Helden werden? Ist das nur wenigen Auserwählten vorbehalten oder eine Frage der Entscheidung?

Welche Helden haben wir und woher bekommen wir Nachschub?

 

Johann Wolfgang von Goethe meinte; der Helden Söhne werden Taugenichtse. Wo aber kommen die Helden von heute und morgen dann her?

 

 

 

Sind die Helden von gestern auch die von morgen?

 

Warum brauchen wir Helden? Welche Ideale und Werte verkörpern sie für uns? Und wie haben sich im Laufe der Zeit verändert?

Das Interesse an Helden scheint so alt wie die Menschheit zu sein. Die meisten Menschen haben schon davon geträumt, selbst einmal Helden zu sein. Helden und ihre Geschichten begleiten uns schon lange. Sie finden sich in antiken Mythen, in den Medien und in der Literatur, im Kino, im Comicheft und im Sportstation.

Zu den bekanntesten Helden gehörten lange Zeit Herkules und Odysseus, Robin Hood und Jean d’Arc. Heute sind es Superman, Batman, Lara Croft und Co. Andere vergöttern ihre persönlichen Fußballhelden. Nach dem 11. September in New York waren es in den USA die Feuerwehrleute, die als Helden bezeichnet wurden.

Wie steht es mit Gandhi, Martin Luther King jr. und Patch Adams?

Benötigt jede Gesellschaft ihre eigenen Helden? Was macht Helden überhaupt aus?

 

 

 

Nachgeforscht

 

An der Uni Freiburg wird im Sonderforschungsbereich „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ das Phänomen von Helden in Antike und Gegenwart untersucht.

Externer Link zum Artikel „Der Wandel der Heldenfigur“ auf den Seiten des Deutschlandfunks:
http://www.deutschlandfunk.de/forschung-der-wandel-der-heldenfigur.1148.de.html?dram:article_id=361434

P.S.

 

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Helden?

Artikel zum Thema Heldinnen und Helden

Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden

Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 15. März 2018
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Nestbeschmutzer: Vom Mut auf Missstände hinzuweisen

Nestbeschmutzer: Vom Mut auf Missstände hinzuweisen

Verantwortung erfordert Mut und auch Besonnenheit
Vom Mut auf notwendige Veränderungen hinzuweisen

Missstände mutig ansprechen

 

Einige Zeitgenossen haben schon erfahren, was geschieht, wenn die eigene Meinung gerade nicht dem Mainstream entspricht. Ist das eine so gute Idee, den Mund bei Ungerechtigkeiten aufzumachen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Es erfordert Mut, notwendige Veränderungen anzusprechen

 

Kurt Tucholsky meinte; „In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“ Nicht nur die schon wieder fast vergessenen Diskussionen um Whistleblower wie Edward Snowden zeigen, dass dies auch anderenorts ähnlich ist. So mancher Zeitgenosse hat schon erfahren, was geschieht, wenn die eigene Meinung gerade nicht dem Mainstream entspricht.

 

 

 

Eine Frage der Perspektive: Whistleblower oder Denunziant?

 

Whistleblower und andere, die Missstände an die Öffentlichkeit bringen, werden von manchen Menschen geachtet, von anderen als Denunzianten verachtet. In der deutschen Sprache gibt es das Wort „verpfeifen“. Es bedeutet; jemanden zu denunzieren. Es entspricht wohl dem englischen Ausdruck „to blow a whistle on someone“. Dabei kann es nicht nur um Enthüllungen von Überwachungs- und Spionagepraktiken der Geheimdienste gehen. Auch in vielen anderen Bereichen wird viel zu vieles unter den Teppich gekehrt. Es gibt sicher so einiges, das diskutiert und gegebenenfalls verändert werden sollte. Aber viel zu viele Missstände bleiben im Schatten, bleiben zu lange unbeobachtet. Oft ist das Problem nur Eingeweihten in seinem Umfang bekannt. Doch die halten aus vielerlei Gründen hinter dem Berg mit ihrem Wissen.

„Alles, was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit“ meinte Kofi Annan. Tatsächlich: So einige Risiken sind schon deutlicher früher bekannt, lange bevor sie aufgedeckt werden. Die erst später bekannt werdenden Auswirkungen hätten vermieden oder zumindest reduziert werden können, unverantwortliche Personen hätten gestoppt oder zumindest für ihr böses Spiel belangt werden können. Es hätte nur jemand früh genug den Mund aufmachen müssen.

Vorsicht mit dem Steinewerfen, so oder so. Im Nachhinein ist das leicht gefordert. Doch wann es angebracht ist, lässt sich nicht immer so einfach entscheiden. Unbedachte Offenlegung kann weiteren Schaden anrichten, kann Menschen in Gefahr bringen. Die Entscheidung verantwortungsvoll mit Wissen umzugehen, ist eine Bürde, die getragen werden will. Leichtfertigkeit ist fehl am Platz.

Selbst dort, wo es nicht um geschützte Informationen geht, ist nicht immer jemand bereit auf notwendige Veränderungen hinzuweisen. Gerade, wenn dabei keine offenen Türen zu erwarten sind, weil ein Anliegen nicht dem Mainstream entspricht, ist dazu mitunter auch eine gute Portion Mut erforderlich.

 

 

 

Unbequeme Wahrheiten

 

Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.

George Orwell

 

Es gibt genügend Ungerechtigkeiten und Verbesserungspotentiale für eine lebenswertere Welt. Wobei die Vorstellung, was wünschenswert ist wohl mitunter recht verschiedene Formen haben dürfte. Manche Beschreibung persönliche Paradiese erinnert mich eher an die Hölle. Menschen haben halt recht unterschiedliche Vorstellungen vom Himmelreich.

In meiner Vorstellung spielt vor allem der freie und respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Szenarien eine große Rolle. So viele Menschen tragen schon interessante Ideen mit sich herum, ohne dass sie zur relevanten Diskussion gestellt werden. Stattdessen verstauben viel zu viele Beiträge im Schubfach. Die Vielfalt der Ideen ist ein Schatz, der geteilt und genutzt werden kann, damit daraus etwas Großes entsteht.

 

 

 

Wachsam bleiben

 

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.

André Gide

 

 

 

Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht

 

Der Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beschäftigt sich mit der freien Meinungsäußerung.

 

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 19

 

Im Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geht es somit um das Recht jedes Menschen auf freie Meinungsäußerung, einschließlich des Rechts, seine Meinung zu verbreiten und die Meinungen anderer zu hören. Jegliche staatliche Zensur ist zu verbieten. Darüber hinaus schützt er als Bestandteil der Meinungsbildungsfreiheit die Informationsfreiheit, das Recht zur Informationsaufnahme. Dazu gehört der freie Zugang zu Informationen weltweit. Die Abschottung eines Staates etwa im Bereich der Informationssuche über das Internet ist damit nicht vereinbar. Artikel 19 gebietet dagegen den freien Zugang zu allen dem Staat vorliegenden Informationen.

Die Freiheit der Meinungsäußerung ist allerdings nur im Rahmen der anderen Menschenrechte geschützt. Sie findet daher ihre Grenze, wenn sie die Ehre anderer Menschen verletzt, oder zur Verletzung ihrer körperlichen Integrität oder ihrer Freiheit aufruft. Rassismus und Gewaltverherrlichung sind damit von der Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt.

 

 

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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P.S.

 

Wie weit geht die Verantwortung jedes einzelnen Menschen, auf Missstände hinzuweisen oder sie für sich zu behalten?

Um Feinde zu bekommen, ist es nicht nötig, den Krieg zu erklären. Es reicht, wenn man einfach sagt, was man denkt! Martin Luther King

Artikel zum Thema Verantwortung

Veränderung beginnt bei dir: Selbstführung statt Selbstoptimierung

Veränderung beginnt im eigenen Einflussbereich: Muster erkennen, Handlungsspielräume nutzen und mit Selbstführung konkrete Veränderungen gestalten.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #67615
K:
Ü:

Szenariotechnik: Mit Zukunftsszenarien besser entscheiden

Szenariotechnik

Mit Zukunftsszenarien besser entscheiden
Szenariotechnik

Szenariotechnik: Mit möglichen Zukünften bessere Entscheidungen treffen

 

Zukunft lässt sich weniger vorhersagen als durchdenken

 

Wir möchten gerne wissen, was kommt.

Wird der Markt wachsen?

Wie entwickelt sich eine Zusammenarbeit?

Was passiert mit meinem Unternehmen?

Welche Entscheidung trägt langfristig?

Wie verändert sich eine Branche?

Welche Folgen hat ein beruflicher Wechsel?

Die ehrliche Antwort lautet häufig:

Wir wissen es noch weniger genau.

Gerade bei wichtigen Entscheidungen ist das unangenehm.

Und genau hier kann die Szenariotechnik helfen.

Sie versucht weniger, die Zukunft vorherzusagen.

Sie fragt:

Welche unterschiedlichen Zukünfte sind plausibel – und wie gut wäre ich auf sie vorbereitet?

Das macht sie zu einem wertvollen Werkzeug für strategische Entscheidungen.

 

 

 

Was ist Szenariotechnik?

 

Die Szenariotechnik ist eine Methode, mit der verschiedene mögliche Entwicklungen systematisch durchdacht werden.

Dabei geht es weniger darum, eine einzige Prognose zu erstellen.

Stattdessen entstehen mehrere Zukunftsbilder.

Zum Beispiel:

Was geschieht, wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt?

Was geschieht bei besonders günstigen Bedingungen?

Was geschieht bei ungünstigen Entwicklungen?

Welche unerwarteten Veränderungen könnten eintreten?

Und:

Was bedeuten diese Möglichkeiten für unsere Entscheidungen heute?

 

 

 

Prognose oder Szenario?

 

Eine Prognose versucht typischerweise:

„So wird es vermutlich kommen.“

Ein Szenario sagt eher:

„So könnte es kommen, wenn bestimmte Entwicklungen eintreten.“

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Prognosen erzeugen leicht den Eindruck von Gewissheit.

Szenarien halten mehrere Möglichkeiten gleichzeitig offen.

Gerade bei hoher Unsicherheit kann das wesentlich realistischer sein.

 

 

 

Szenariotechnik ist besser als Hellsehen

 

Wir Menschen haben eine interessante Neigung:

Wir verlängern die Gegenwart gedanklich in die Zukunft.

Wenn etwas drei Jahre gut lief, erwarten wir häufig weitere gute Jahre.

Wenn ein Markt wächst, rechnen wir mit weiterem Wachstum.

Wenn eine Beziehung schwierig ist, erscheint uns auch die Zukunft schwierig.

Das kann stimmen.

Es kann ebenso vollkommen anders kommen.

Szenariotechnik zwingt uns deshalb zu einer wichtigen Frage:

Was könnte außerdem geschehen?

 

 

 

Warum Szenarien Entscheidungen verbessern können

 

Viele schlechte Entscheidungen entstehen weniger aus fehlender Intelligenz als aus einem zu engen Blick.

Wir betrachten:

eine erwartete Entwicklung.

eine bevorzugte Möglichkeit.

eine vertraute Annahme.

Und vergessen Alternativen.

Szenarien erweitern den Blick.

Sie helfen:

Annahmen sichtbar zu machen,

Unsicherheit ernst zu nehmen,

Risiken früher zu erkennen,

Chancen zu entdecken,

Handlungsoptionen vorzubereiten

und Entscheidungen robuster zu gestalten.

 

 

 

Ein einfaches Beispiel

 

Angenommen, du führst ein Unternehmen und überlegst, stark in einen neuen Markt zu investieren.

Eine klassische Planung könnte lauten:

„Wir erwarten zehn Prozent Wachstum pro Jahr.“

Die Szenariotechnik fragt weiter.

Was, wenn der Markt tatsächlich stark wächst?

Was, wenn das Wachstum stagniert?

Was, wenn ein neuer Wettbewerber auftaucht?

Was, wenn sich Regulierung verändert?

Was, wenn eine neue Technologie das gesamte Geschäftsmodell beeinflusst?

Jetzt entscheidest du weniger ausschließlich auf Basis einer einzigen Zukunft.

Du prüfst:

Wie tragfähig ist unsere Entscheidung unter unterschiedlichen Bedingungen?

 

 

 

Die klassische Szenariotechnik in fünf Schritten

 

1. Ausgangssituation klären

 

Was genau soll betrachtet werden?

Zum Beispiel:

Unternehmensstrategie.

Karriereentscheidung.

Investition.

neues Geschäftsmodell.

Rollenwechsel.

Standortentscheidung.

Kooperation.

Zukunft eines Projekts.

Je präziser die Ausgangsfrage, desto hilfreicher die Szenarien.

 

 

2. Einflussfaktoren bestimmen

 

Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung?

Zum Beispiel:

wirtschaftliche Lage.

Technologie.

Wettbewerb.

Personal.

Gesetze.

gesellschaftliche Entwicklungen.

Kundenverhalten.

Finanzierung.

persönliche Lebenssituation.

Beziehungen.

Gesundheit.

Oder etwas vollkommen anderes.

Nicht jeder Faktor ist gleich wichtig.

Deshalb lohnt sich anschließend die Frage:

Welche Faktoren haben großen Einfluss und sind gleichzeitig besonders unsicher?

Dort wird es interessant.

 

 

3. Unterschiedliche Szenarien entwickeln

 

Klassisch werden häufig drei Szenarien beschrieben.

Positives Szenario

Wie könnte sich die Situation unter besonders günstigen Bedingungen entwickeln?

 

Negatives Szenario

Welche ungünstige, zugleich plausible Entwicklung ist denkbar?

 

Trendszenario

Was könnte geschehen, wenn sich wesentliche Entwicklungen ungefähr so fortsetzen wie bisher?

Diese drei Bilder sind ein guter Anfang.

Für komplexere Entscheidungen reichen sie manchmal weniger weit.

 

 

Mehr als Best Case und Worst Case

 

Ein reines Best-Case-/Worst-Case-Denken hat einen Nachteil:

Die interessante Zukunft liegt häufig irgendwo dazwischen – oder vollkommen daneben.

Deshalb können zusätzliche Szenarien hilfreich sein.

Zum Beispiel:

Disruptionsszenario:
Eine unerwartete Veränderung stellt bisherige Annahmen infrage.

Engpassszenario:
Ein entscheidender Faktor wird knapp.

Beschleunigungsszenario:
Eine Entwicklung erfolgt deutlich schneller als erwartet.

Richtungswechsel:
Ein Trend verändert sich grundlegend.

Die Frage lautet weniger:

Wie viele Szenarien können wir erfinden?

Sondern:

Welche unterschiedlichen Entwicklungen würden unsere Entscheidung wirklich verändern?

 

 

4. Auswirkungen prüfen

 

Jetzt wird jedes Szenario ernst genommen.

Frage:

Was würde dieses Szenario für uns bedeuten?

Welche Chancen entstehen?

Welche Risiken?

Welche Entscheidungen wären dann richtig?

Welche Ressourcen würden wir brauchen?

Welche heutigen Annahmen wären falsch?

Welche Entscheidungen wären schwer rückgängig zu machen?

Damit wird aus einem Zukunftsbild eine Entscheidungshilfe.

 

 

5. Strategien entwickeln

 

Am Ende geht es weniger um schöne Zukunftsgeschichten.

Es geht um Handlung.

Welche Entscheidungen funktionieren in mehreren Szenarien?

Welche Maßnahmen reduzieren Risiken?

Welche Optionen möchten wir offenhalten?

Wo brauchen wir einen Plan B?

Welche Frühindikatoren sollten wir beobachten?

Welche Entscheidung können wir heute treffen?

Gute Szenarien führen zurück in die Gegenwart.

 

 

 

Der Szenariotrichter

 

Eine klassische Darstellung ist der Szenariotrichter.

Am Anfang steht die Gegenwart.

Je weiter wir in die Zukunft schauen, desto größer wird die Zahl möglicher Entwicklungen.

Der Trichter öffnet sich.

Das illustriert einen wichtigen Gedanken:

Je weiter der Zeithorizont, desto größer die Unsicherheit.

Deshalb werden langfristige Planungen weniger dadurch besser, dass wir besonders präzise Zahlen produzieren.

Sie werden besser, wenn wir unterschiedliche Möglichkeiten berücksichtigen.

 

 

 

Zukunft ist kein Punkt

 

Viele Planungen behandeln Zukunft wie einen einzigen Zielpunkt.

2030 sind wir dort.

2035 sieht der Markt so aus.

In fünf Jahren habe ich diese Position.

Das kann Orientierung geben.

Gleichzeitig entsteht schnell Scheingenauigkeit.

Szenarien behandeln Zukunft eher als Möglichkeitsraum.

Und genau das entspricht häufig besser der Realität.

 

 

 

Rückwärts denken: vom gewünschten Szenario zur Gegenwart

 

Eine besonders interessante Variante beginnt weniger bei der Gegenwart.

Sie beginnt bei einer wünschenswerten Zukunft.

Frage:

Wie soll die Situation idealerweise in fünf Jahren aussehen?

Dann:

Was müsste kurz davor bereits geschehen sein?

Und davor?

Welche Entscheidungen wären erforderlich?

Welche Fähigkeiten?

Welche Beziehungen?

Welche Voraussetzungen?

So entsteht eine Art Rückwärtsplanung.

 

 

 

Gewünschte Zukunft oder Wunschdenken?

 

Ein positives Zukunftsbild ist hilfreich.

Solange es weniger zur Fantasie ohne Realitätskontakt wird.

Deshalb ergänze immer:

Welche Voraussetzungen braucht dieses Szenario?

Welche davon können wir beeinflussen?

Welche hängen von anderen Faktoren ab?

Welche Risiken bedrohen es?

Was wäre ein früher Hinweis darauf, dass wir uns in eine andere Richtung bewegen?

Vision braucht Realitätssinn.

 

 

 

Frühindikatoren festlegen

 

Eine besonders nützliche Frage lautet:

Woran würden wir früh erkennen, welches Szenario wahrscheinlicher wird?

Zum Beispiel:

veränderte Nachfrage.

neue Gesetze.

technologische Entwicklungen.

Personalfluktuation.

bestimmte Kennzahlen.

Verhalten wichtiger Wettbewerber.

politische Entscheidungen.

persönliche Veränderungen.

Damit werden Szenarien weniger zu einmaligen Denkübungen.

Sie können zu einem Beobachtungssystem werden.

 

 

 

Robuste Entscheidungen

 

Eine Entscheidung ist besonders interessant, wenn sie unter mehreren denkbaren Zukunftsentwicklungen sinnvoll bleibt.

Das nennt man manchmal eine robuste Strategie.

Beispiel:

Wenn eine Investition sowohl bei moderatem Wachstum als auch bei stagnierendem Markt sinnvoll bleibt, ist sie möglicherweise robuster als eine Entscheidung, die ausschließlich bei maximalem Wachstum funktioniert.

Deshalb frage:

Welche Option trägt unter mehreren plausiblen Szenarien?

 

 

 

Reversible und irreversible Entscheidungen

 

Szenariotechnik wird besonders wertvoll, wenn Entscheidungen schwer rückgängig zu machen sind.

Zum Beispiel:

Unternehmensverkauf.

große Investition.

Standortentscheidung.

Rollenwechsel.

beruflicher Ausstieg.

Partnerschaft.

Dann lohnt sich zusätzlich:

Welche Entscheidung schafft Fakten?

Welche lässt Optionen offen?

Welche kann ich später korrigieren?

Welche weniger?

Unsicherheit und Irreversibilität verdienen besondere Aufmerksamkeit.

 

 

 

Szenariotechnik für persönliche Entscheidungen

 

Die Methode gehört weniger ausschließlich in Unternehmen.

Sie lässt sich auch für persönliche Entscheidungen nutzen.

Zum Beispiel:

Soll ich die Position wechseln?

Soll ich mich selbstständig machen?

Soll ich aus der operativen Geschäftsführung gehen?

Soll ich umziehen?

Soll ich eine Zusammenarbeit fortsetzen?

Dann können Szenarien lauten:

Was geschieht, wenn ich bleibe?

Was geschieht, wenn ich gehe?

Wie sieht mein Leben in drei Jahren in beiden Varianten aus?

Welche unerwartete dritte Möglichkeit gibt es?

Welche Entscheidung eröffnet mehr zukünftige Optionen?

 

 

 

Vorsicht vor Katastrophenszenarien

 

Menschen mit hoher Unsicherheit erzeugen manchmal automatisch viele negative Szenarien.

Dann wird Szenariotechnik schnell zu professionell organisiertem Grübeln.

Deshalb braucht es Balance.

Ein Szenario ist weniger deshalb wertvoll, weil es Angst erzeugt.

Es sollte:

plausibel,

relevant

und handlungsorientiert sein.

Die Frage lautet anschließend immer:

Was würde ich dann tun?

 

 

 

Vorsicht vor Wunsch-Szenarien

 

Das Gegenteil ist ebenfalls möglich.

Wir bauen eine Zukunft, die genau unseren Hoffnungen entspricht.

Dann suchen wir Argumente dafür.

Das ist weniger Szenariotechnik als Wunschdenken.

Eine gute Szenarioarbeit braucht daher auch:

Gegenargumente.

andere Perspektiven.

kritische Annahmen.

und Menschen, die bereit sind, unangenehme Fragen zu stellen.

 

 

 

Der Szenario-Realitätscheck

 

Bei jedem Zukunftsbild helfen fünf Fragen:

1. Welche Annahmen liegen diesem Szenario zugrunde?

2. Welche davon sind besonders unsicher?

3. Was müsste passieren, damit dieses Szenario plausibel wird?

4. Woran würden wir früh erkennen, dass es eintritt?

5. Welche Entscheidung sollten wir heute daraus ableiten?

So bleibt die Arbeit konkret.

 

 

 

Szenarien und Plan B

 

Ein Plan B kann aus Szenarioarbeit entstehen.

Allerdings sollte er weniger automatisch lauten:

„Wenn Plan A scheitert, machen wir halt etwas anderes.“

Interessanter ist:

Unter welchen Bedingungen wechseln wir?

Welche Signale lösen den Wechsel aus?

Welche Vorbereitung braucht Plan B bereits heute?

Welche Ressourcen darf er von Plan A weniger abziehen?

→ Kann ein Plan B schaden?

 

 

 

Szenarien und Entscheidungen unter Unsicherheit

 

Szenariotechnik beseitigt Unsicherheit weniger.

Das ist auch weniger ihre Aufgabe.

Sie hilft dir, besser mit Unsicherheit umzugehen.

Du weißt anschließend vielleicht weiterhin weniger, welches Szenario eintreten wird.

Du weißt jedoch besser:

Welche Möglichkeiten existieren.

Welche Risiken relevant sind.

Welche Entscheidungen tragfähig erscheinen.

Und worauf du achten solltest.

Das ist ein erheblicher Unterschied.

 

 

 

Szenariotechnik im Sparring

 

Bei wichtigen Entscheidungen nutze ich Szenariodenken regelmäßig.

Weniger unbedingt als formalen Workshop mit Tabellen und Diagrammen.

Manchmal reicht eine gute Frage:

„Nehmen wir an, du entscheidest dich dafür. Was passiert dann vermutlich in einem Jahr?“

Dann:

„Und wenn genau die Annahme, auf die du setzt, weniger eintritt?“

Oder:

„Welche dritte Möglichkeit übersehen wir gerade?“

So entstehen neue Blickwinkel.

Manchmal verändert bereits ein anderes Zukunftsbild die heutige Entscheidung.

 

 

 

Eine einfache Szenarioübung

 

Nimm eine Entscheidung, die dich beschäftigt.

Schreib drei Überschriften:

Szenario A: Es entwickelt sich günstig

Was geschieht?

 

Szenario B: Es entwickelt sich schwierig

Was geschieht?

 

Szenario C: Es entwickelt sich anders als erwartet

Was könnte das sein?

 

Dann frage für jedes Szenario:

Was würde ich heute gerne bereits vorbereitet haben?

Diese letzte Frage ist häufig besonders wertvoll.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Bei komplexen Entscheidungen kann eine unabhängige Perspektive helfen.

Wir können gemeinsam:

Annahmen sichtbar machen.

Szenarien entwickeln.

Risiken unterscheiden.

Optionen prüfen.

Konsequenzen durchdenken.

Frühindikatoren bestimmen.

und herausarbeiten, welche Entscheidungen unter mehreren möglichen Zukünften tragfähig bleiben.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Wir hätten manchmal gerne eine sichere Antwort auf die Frage:

„Was wird passieren?“

Die Zukunft bietet sie uns selten.

Eine stärkere Frage lautet deshalb:

„Welche unterschiedlichen Entwicklungen sind möglich – und welche Entscheidung kann ich auch dann noch vertreten, wenn die Zukunft anders kommt als erwartet?“

Das ist für mich die eigentliche Stärke der Szenariotechnik.

Weniger Hellsehen.

Mehr Handlungsspielraum.

Szenariotechnik

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen etc.?

 

 

Der nächste Schritt

 

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Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Wir sind hier, weil die Welt Helden und Heldinnen braucht!

Wir sind hier, weil die Welt Helden und Heldinnen braucht!

Weshalb lernen Sie neue Kenntnisse und Fähigkeiten, trainieren vorhandene?

 

Wir sind hier, weil die Welt Helden und Heldinnen braucht!

Helden und Heldinnen

 

Es gibt einige Aufgaben zu bewältigen und Menschen dafür zu gewinnen sich ihrer anzunehmen, einen Beitrag zu leisten.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Helden: Wozu, weshalb, warum?

 

Während eines Workshops Rhetorik & Präsentation für Fortgeschrittene fragte ich die Runde, weshalb die Teilnehmende noch bessere Redner werden wollen. Ein englischsprachiger Teilnehmer antwortete mit einer erstaunlichen Aussage: „We are here because the world needs heros!“. Ich hatte schon von ihm gehört und deshalb irritierte mich die Antwort nicht so sehr, wie manch anderen in der Gruppe. Der erfolgreiche Unternehmer investiert schon seit einer Weile einen beachtlichen Teil seiner Zeit und andere Ressourcen dafür, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und das sehr wirksam und ohne für sich selbst das Rampenlicht zu suchen. Der Satz „We are here because the world needs heros!“, also „Wir sind hier, weil die Welt Helden und Heldinnen braucht!“ war also nicht Ausdruck von Eitelkeit, sondern weil er erreichen will, dass mehr Menschen Verantwortung übernehmen.

 

 

 

Ärmel hoch, Helden und Heldinnen vor

 

Es ist so leicht, auf die Welt zu schimpfen, so leicht, sich über andere Menschen grün und blau zu ärgern. Wie leicht geschieht es, dass wir uns über all die Schlechtigkeit aufregen wollen?

Wo alles klappt, übernimmt man gern Verantwortung. Viel schwieriger ist es hingegen, vor der eigenen Tür zu kehren oder in den Spiegel zu schauen und sich zu fragen, was wir selbst tun können, um etwas zu einer lebenswerten Welt beizutragen. Wie wäre es, mit kleinen Schritten zu beginnen? Wie wäre es mit heute?

Umfrageergebnis

 

Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Weshalb lernen Sie neue Kenntnisse und Fähigkeiten, trainieren vorhandene? Was brauchen Sie, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Artikel zum Thema Heldinnen und Helden

Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden

Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4335
K:
Ü:

Phasen der Veränderung Schritt für Schritt meistern

Phasen der Veränderung Schritt für Schritt meistern

Wohin soll die Reise gehen, und wie wollen wir dorthin gelangen? Auch bei Gegenwind Stufe für Stufe ...
Schritt für Schritt durch die Phasen der Veränderung

Phasen der Veränderung bei Problemen

 

Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen. Wer es lösen will, stellt sich besser darauf ein. Schritt für Schritt dem Ziel näher kommen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Vom Problem zur Herausforderung

 

Die Zeiten sind schnell und rasant, mal beeindruckender und mal beängstigender, oft irgendwie beides.  Wer in einem solchen Umfeld bestehen will, braucht Flexibilität und Resilienz. Und den Mut, aus Problemen und Potenzialen Herausforderungen zu machen, zu gestalten.

 

 

 

Mut, Teil der Lösung zu sein

 

Wohin soll die Reise gehen und wie wollen wir dorthin gelangen? Wer Teil der Lösung sein will, braucht gute Antworten auf gute Fragen. Und die Bereitschaft, Werte nicht nur für sich zu beanspruchen. Zu oft soll der Zweck die Mittel heiligen und so wird die im Grunde gute Idee schon in den Ansätzen verraten. So oder so, es ist mit Gegenwind zu rechnen, nicht jeder wird ebenso begeistert von Veränderungen sein. Schließlich haben selbst bedenkliche Umstände ihre Profiteure. Manch einem ist es auch lieber das zu behalten, was ihm bekannt ist, selbst wenn es nicht ideal ist. Lieber das unbequeme Bekannte, als das unsichere Unbekannte. Wer eine Idee trotz all der Massenträgheit ins Rollen bringen möchte, hat einige Stufen zu nehmen.

 

 

 

Phasen der Veränderung

 

Ein jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen:
In der ersten wird es lächerlich gemacht,
in der zweiten bekämpft,
in der dritten gilt es als selbstverständlich.

Oscar Wilde

 

 

 

Schritt für Schritt durch die Phasen der Veränderung

 

Wer sich umschaut, findet viele Beispiele dafür, wie von wem Veränderungen zuerst lächerlich gemacht oder auf andere Weise diffamiert werden. Und wenn das noch nicht genügt, werden zunehmend direkter bekämpft. Das funktioniert mitunter leider auch recht gut, zumindest für eine Weile. Doch wenn das dahinterliegende Bedürfnis groß genug ist, wird die Idee irgendwann wieder auftauchen. Mit Schwung ist es leichter, die Massenträgheit zu überwinden. Wer diese Phasen überstehen will, legt sich gegebenenfalls lieber frühzeitig ein dickes Fell und langen Atem zu. Und wer offene Türen einrennt, darf sich umso mehr freuen.

 

 

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Auch ohne Elefanten

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Wohin soll die Reise gehen, und wie wollen wir dorthin gelangen? Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Ideen nicht sofort auf offene Ohren und ausgebreitete Arme treffen?

Artikel

Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden

Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.

Entschuldigen sich Narzissten?

Entschuldigen sich Narzissten?

Obwohl sie häufig charmant wirken, entschuldigen sich Narzissten niemals. Sie machen angerichteten Schaden nicht wieder gut und geben niemals ihre Fehler zu. Und dann kommen da Nicht-Narzissten und geben sich der Illusion hin eine ehrlich gemeinte Entschuldigung zu bekommen.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371
Überarbeitungsplan

Was macht einen Menschen zum Helden? Mut und Verantwortung

Was macht einen Menschen zum Helden?

Mut und Verantwortung
Definition Held

Was macht einen Menschen zum Helden? Über Mut, Haltung und Verantwortung

 

Bei Helden denken wir schnell an außergewöhnliche Menschen.

Menschen, die andere retten.

Große Risiken eingehen.

Geschichte schreiben.

Oder wenigstens einen Umhang tragen.

Dabei zeigt sich etwas, das ich viel interessanter finde, häufig sehr viel unspektakulärer.

Jemand sagt etwas, obwohl Schweigen bequemer wäre.

Jemand übernimmt Verantwortung, obwohl sich Schuld leichter weiterreichen ließe.

Jemand schützt einen anderen Menschen, obwohl das Nachteile bringen könnte.

Jemand bleibt seinen Werten treu, obwohl Anpassung gerade einfacher wäre.

Vielleicht brauchen wir deshalb eine andere Vorstellung von Heldentum.

Weniger Größe.

Mehr Haltung.

 

 

 

Was ist ein Held?

 

Traditionell verstehen wir unter einem Helden einen Menschen, der Außergewöhnliches leistet.

Dazu gehören häufig:

Mut,

Einsatzbereitschaft,

Opferbereitschaft,

besondere Fähigkeiten

oder der Einsatz für andere.

Das ist eine mögliche Definition.

Mich interessiert eine andere Frage stärker:

Welche Eigenschaften machen einen Menschen für uns bewundernswert?

Denn außergewöhnliche Leistungen allein reichen kaum.

Auch rücksichtslose Menschen können mutig sein.

Auch Fanatiker können Opfer bringen.

Auch Menschen mit fragwürdigen Zielen können Außergewöhnliches leisten.

Deshalb braucht Heldentum für mich mehr als Mut.

Es braucht Werte und Verantwortung.

 

 

 

Mut allein macht noch keinen Helden

 

Mut ist eine bemerkenswerte Eigenschaft.

Doch entscheidend ist:

Wofür wird er eingesetzt?

Jemand kann mutig für Menschen eintreten.

Oder mutig Menschen schaden.

Jemand kann große persönliche Risiken eingehen, um Freiheit zu schützen.

Oder Risiken eingehen, um Macht zu gewinnen.

Deshalb gehört zu zeitgemäßem Heldentum für mich eine Verbindung:

Mut + Menschlichkeit + Verantwortung.

Erst die Richtung gibt dem Mut seine Bedeutung.

 

 

 

Der Zweck heiligt die Mittel?

 

Gerade Menschen, die von einer Sache vollkommen überzeugt sind, geraten leicht in eine gefährliche Versuchung:

„Mein Ziel ist so wichtig, dass meine Mittel gerechtfertigt sind.“

Genau hier braucht es Haltung.

Wer für Werte eintritt und dabei seine eigenen Werte über Bord wirft, hat ein Problem.

Deshalb gehört für mich zu glaubwürdigem Engagement:

Der Weg sollte zu dem passen, wofür wir angeblich stehen.

Wer Respekt fordert, sollte respektvoll handeln.

Wer Freiheit verteidigt, sollte Freiheit achten.

Wer Menschlichkeit verlangt, sollte Menschen menschlich behandeln.

Das klingt selbstverständlich.

In Konflikten wird es anspruchsvoll.

 

 

 

Helden brauchen keinen Applaus

 

Ein weiterer Punkt ist mir wichtig:

Heldentum und Berühmtheit sind zwei verschiedene Dinge.

Berühmtheit braucht Aufmerksamkeit.

Verantwortung braucht sie manchmal überhaupt nicht.

Viele bemerkenswerte Entscheidungen geschehen, ohne dass später jemand davon erfährt.

Ein Mensch widerspricht einer unfairen Entscheidung.

Eine Führungskraft übernimmt Verantwortung für einen Fehler ihres Teams.

Jemand schützt eine Kollegin vor einer Grenzüberschreitung.

Ein Mensch beendet eine Dynamik, die anderen schadet.

Kein Publikum.

Keine Kamera.

Kein Applaus.

Und trotzdem kann genau dort etwas Bedeutendes geschehen.

 

 

 

Die kleinen Formen von Mut

 

Wir überschätzen leicht den spektakulären Mut.

Und unterschätzen den alltäglichen.

Es braucht Mut:

eine unbequeme Wahrheit anzusprechen,

eine eigene Fehlentscheidung zuzugeben,

eine Grenze zu setzen,

eine Meinung zu ändern,

um Hilfe zu bitten,

jemandem zu widersprechen, den wir bewundern,

oder eine Position zu vertreten, wenn die Mehrheit anders denkt.

Keine dieser Situationen taugt automatisch für einen Kinofilm.

Für das eigene Leben können sie entscheidend sein.

 

 

 

Heldentum beginnt häufig mit einer Entscheidung

 

Menschen wissen selten morgens:

„Heute werde ich ein Held.“

Meist entsteht eine Situation.

Und plötzlich muss jemand entscheiden.

Sage ich etwas?

Greife ich ein?

Übernehme ich Verantwortung?

Bleibe ich bei meiner Haltung?

Oder mache ich es mir leichter?

Die Entscheidung kann wenige Sekunden dauern.

Ihre Bedeutung zeigt sich manchmal erst später.

Deshalb interessiert mich weniger die Frage:

„Bin ich ein mutiger Mensch?“

Interessanter finde ich:

„Was tue ich, wenn Mut gefragt ist?“

 

 

 

Haltung zeigt sich unter Druck

 

Es ist leicht, Werte zu vertreten, solange sie nichts kosten.

Fairness ist angenehm, solange sie dem eigenen Interesse entspricht.

Loyalität ist einfach, solange kein Konflikt entsteht.

Aufrichtigkeit ist bequem, solange die Wahrheit keine unangenehmen Folgen hat.

Interessant wird es dort, wo Werte einen Preis bekommen.

Dann zeigt sich Haltung.

Das bedeutet keineswegs, dass ein guter Mensch immer kämpfen muss.

Manchmal besteht Mut darin, zu widersprechen.

Manchmal darin, einen Konflikt zu verlassen.

Manchmal darin, Unterstützung zu holen.

Manchmal darin, eine Entscheidung zu korrigieren.

Mut braucht Urteilskraft.

 

 

 

Verantwortung statt Heldenshow

 

Mich überzeugt ein Heldentum wenig, das ständig beweisen muss, wie heldenhaft es ist.

Wer Verantwortung übernimmt, richtet seine Aufmerksamkeit stärker auf die Aufgabe.

Was braucht die Situation?

Wem kann ich helfen?

Was kann ich beeinflussen?

Was ist mein Anteil?

Welche Konsequenzen hat mein Handeln?

Damit verschiebt sich die Perspektive.

Weg von:

„Wie wirke ich?“

Hin zu:

„Was ist jetzt angemessen?“

Das ist für mich eine sehr erwachsene Form von Mut.

 

 

 

Auch Führung braucht diesen Mut

 

Besonders sichtbar wird das bei Menschen mit Verantwortung.

Eine Führungskraft kann versuchen, jederzeit stark und unfehlbar zu wirken.

Oder sie kann sagen:

„Diese Entscheidung war falsch. Ich korrigiere sie.“

Das zweite verlangt häufig mehr innere Stärke.

Führung zeigt sich auch darin:

Orientierung zu geben,

unangenehme Entwicklungen anzusprechen,

Menschen zu schützen,

Konsequenzen zu übernehmen,

Widerspruch auszuhalten

und Entscheidungen zu treffen, deren Nutzen vielleicht erst später sichtbar wird.

Das ist weniger spektakulär als die klassische Heldengeschichte.

Für Organisationen kann es erheblich wichtiger sein.

 

 

 

Heldenverehrung hat Risiken

 

Gerade deshalb bin ich bei Heldenverehrung vorsichtig.

Wenn wir Menschen zu übergroßen Figuren machen, geschieht etwas Merkwürdiges.

Wir übersehen ihre Fehler.

Wir rechtfertigen ihr Verhalten.

Wir delegieren Verantwortung.

Und manchmal beginnen Menschen selbst zu glauben, für sie würden andere Regeln gelten.

Ein Vorbild darf menschlich bleiben.

Vielleicht sollte es das sogar.

Denn ein Mensch, der zweifelt, Fehler macht, lernt und trotzdem Verantwortung übernimmt, kann uns mehr lehren als eine makellose Figur auf einem Sockel.

 

 

 

Du brauchst keinen Heldenstatus

 

Das ist vielleicht die angenehmste Nachricht.

Du musst keineswegs außergewöhnlich sein.

Du musst keine Welt retten.

Du brauchst keinen Titel.

Und niemand muss später eine Statue von dir aufstellen.

Es reicht, in wichtigen Momenten möglichst klar zu entscheiden:

Wofür möchte ich stehen?

Was ist hier angemessen?

Welche Verantwortung habe ich?

Welchen Preis bin ich bereit dafür zu tragen?

Das kann schon anspruchsvoll genug sein.

 

 

 

Der Haltungs-Kompass

 

Wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst, können fünf Fragen helfen.

 

1. Worum geht es hier wirklich?

Was liegt unter dem offensichtlichen Konflikt?

 

2. Welche Werte sind betroffen?

Was möchtest du schützen?

 

3. Wer trägt die Folgen deiner Entscheidung?

Betrachte mehr als das eigene Interesse.

 

4. Passen deine Mittel zu deinen Werten?

Wie du handelst, gehört zur Entscheidung.

 

5. Welche Entscheidung möchtest du später noch vertreten können?

Diese Frage schafft manchmal erstaunliche Klarheit.

 

 

 

Vorbilder statt Übermenschen

 

Vielleicht brauchen wir weniger Heldenverehrung.

Und mehr gute Vorbilder.

Menschen, die zeigen:

So kann Verantwortung aussehen.

So kann jemand mit einem Fehler umgehen.

So kann jemand Haltung bewahren.

So kann jemand widersprechen.

So kann jemand Macht verantwortungsvoll einsetzen.

So kann jemand für andere eintreten.

Vorbilder machen uns kleiner, wenn wir sie auf unerreichbare Sockel stellen.

Gute Vorbilder können etwas anderes bewirken:

Sie erinnern uns daran, was auch uns möglich ist.

 

 

 

Was für mich zeitgemäße Helden ausmacht

 

Wenn ich den Begriff verwenden möchte, gehören für mich einige Eigenschaften dazu:

Sie übernehmen Verantwortung.

Auch dort, wo Wegsehen bequemer wäre.

Sie schützen grundlegende Werte.

Und achten darauf, dass ihre Mittel dazu passen.

Sie stellen die Aufgabe über die Selbstdarstellung.

Aufmerksamkeit ist Werkzeug, weniger Ziel.

Sie bleiben menschlich.

Sie kennen Zweifel, Fehler und Grenzen.

Sie handeln.

Denn Werte, die ausschließlich gedacht werden, verändern wenig.

Und vielleicht am wichtigsten:

Sie brauchen den Titel „Held“ überhaupt nicht.

 

 

 

Heldentum ohne Publikum

 

Vielleicht finden die wichtigsten Formen von Heldentum genau dort statt, wo niemand zuschaut.

Ein Vater entschuldigt sich bei seinem Kind.

Eine Mitarbeiterin widerspricht einer unfairen Behandlung.

Ein Unternehmer trifft eine Entscheidung, die kurzfristig Geld kostet und langfristig seinen Werten entspricht.

Jemand beendet eine Beziehung, in der Würde und Respekt verloren gegangen sind.

Ein Mensch bittet um Hilfe.

Jemand steht wieder auf.

Von außen sieht manches davon klein aus.

Für den Menschen selbst kann es ein Wendepunkt sein.

 

 

 

Fazit: Wir brauchen weniger Heldenposen und mehr Haltung

 

Brauchen wir Helden?

Vielleicht.

Vielleicht brauchen wir vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Menschen, die ihre Werte auch dann ernst nehmen, wenn es unbequem wird.

Menschen, die Macht mit Verantwortung verbinden.

Menschen, die für andere eintreten.

Menschen, die Fehler korrigieren.

Menschen, die dort handeln, wo sie tatsächlich etwas bewirken können.

Das braucht keinen Umhang.

Keine Superkräfte.

Und häufig keinen Applaus.

Es braucht etwas viel Alltäglicheres und gleichzeitig Anspruchsvolleres:

Mut, Menschlichkeit und die Bereitschaft, in entscheidenden Momenten Haltung zu zeigen.

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2. Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

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Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 31. Januar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #43328
K: CNB
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