Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Wie ähnlich sind wir unseren haarigeren Verwandten?
Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Von der Ähnlichkeit von Menschen und Affen

 

Was für weitere Übereinstimmungen gibt es zwischen Affenfelsen und Büroalltag? Wie ähnlich sind wir, Affen und Menschen, uns?

Überblick

 

 

 

 

 

 

Menschenaffen

 

Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.

Mark Twain

 

 

 

Praxisstudien im Zoo

 

Gegenüber meines Büros befindet sich der Zoologische Garten Berlin. In der Pause spaziere ich gerne mit einem Kaffee in der Hand hinüber zum Affenfelsen. Da gibt es immer etwas zu sehen, vor allem bei den Pavianen. Mit Gesprächspartnern, beispielsweise im Rahmen von Lunch-Coaching, wird dann gerne philosophiert. Eine Frage taucht dann früher oder später auf: „Wie ähnlich sind wir uns, Affen und Menschen?“ Schließlich behauptete Georg Christoph Lichtenberg: Der Mensch kommt unter allen Tieren in der Welt dem Affen am nächsten.

 

 

 

Affenfelsen vs. Büro

 

Es soll ja Leute geben, die glauben nicht an die Evolution. Es ist mir persönlich allerdings nicht so wichtig, ob der Mensch vom Affen abstammt; viel wichtiger ist, dass er nicht wieder dorthin zurückkehrt.

Dr. Gregory House meinte in einer Szene: „Ein Affe verliert erst die Angst vor den roten Beeren, wenn er sieht, dass sie auch ein anderer isst. Äffchen sieht’s und macht’s nach. So einfach ist das.“ Wie weit sind wir wirklich von unseren Vorfahren entfernt?

P.S.

 

Was für weitere Übereinstimmungen gibt es zwischen Affenfelsen und Büroalltag? Meine Gedanken finden Sie im Artikel Status und Statusspiele. Welche haben Sie dazu?

Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen.
Anschließend verzichtete er auf weitere Experimente. Mark Twain

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Es ist nicht wichtig, ob der Mensch vom Affen abstammt; viel wichtiger ist, dass er nicht wieder dorthin zurückkehrt.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 26. Februar 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:X

Sündenbock im Unternehmen: Schuldverschiebung erkennen und souverän reagieren

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

So erkennst du Sündenbockmechanismen, klärst Verantwortung und reagierst souverän.
Sündenbock

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

 

Plötzlich scheint alles an einer Person zu hängen.

Ein Projekt scheitert.

Eine Entscheidung erweist sich als falsch.

Ziele werden verfehlt.

Im Unternehmen wächst der Druck.

Und irgendwann steht eine scheinbar einfache Erklärung im Raum:

„Das lag an ihr.“

„Er hat das verursacht.“

„Wenn diese Person anders gehandelt hätte, wäre alles gut gegangen.“

Manchmal stimmt eine solche Verantwortungszuschreibung.

Manchmal ist sie viel zu einfach.

Und manchmal entsteht ein klassischer Sündenbockmechanismus.

Ein Sündenbock macht ein komplexes Problem scheinbar einfach: Statt das System zu untersuchen, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf eine Person.

 

 

 

Was bedeutet Sündenbock?

 

Als Sündenbock wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, der überproportional Verantwortung für Probleme, Fehler oder Misserfolge zugeschrieben wird.

Der Begriff stammt ursprünglich aus einem religiösen Ritual.

Heute beschreibt er vor allem einen sozialen Mechanismus:

Schuld, Ärger oder Verantwortung werden auf eine bestimmte Person konzentriert.

Das kann in:

  • Teams
  • Unternehmen
  • Organisationen
  • Familien
  • politischen Gruppen
  • gesellschaftlichen Konflikten

geschehen.

 

 

 

Ein Sündenbock ist nicht automatisch völlig unschuldig

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Eine Person kann an einem Problem beteiligt gewesen sein.

Sie kann Fehler gemacht haben.

Sie kann Verantwortung tragen.

Und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr ein wesentlich größerer Teil der Verantwortung zugeschrieben wird, als sachlich gerechtfertigt ist.

Gerade in Organisationen kann das geschehen, wenn individuelles Fehlverhalten von:

  • unklaren Zuständigkeiten
  • schlechten Prozessen
  • unzureichenden Ressourcen
  • Fehlentscheidungen auf anderen Ebenen
  • problematischen Anreizsystemen

begünstigt wurde.

Organisationsforschung weist deshalb darauf hin, dass Schuldzuschreibung auf Einzelpersonen strukturelle Ursachen verdecken kann.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet: Wer trug tatsächlich welchen Anteil?

 

Statt:

„Wer ist schuld?“

ist häufig die bessere Frage:

„Welche Faktoren haben zu diesem Ergebnis beigetragen?“

Dann können mehrere Ebenen sichtbar werden.

Zum Beispiel:

  • individuelle Entscheidungen
  • Führung
  • Informationsfluss
  • Ressourcen
  • Zeitdruck
  • Prozesse
  • Unternehmenskultur

 

 

 

Warum Gruppen Sündenböcke produzieren können

 

Gruppen stehen gelegentlich unter erheblichem Druck.

Etwas funktioniert nicht.

Unsicherheit steigt.

Verantwortung ist unklar.

Dann kann die Konzentration auf eine einzelne Person kurzfristig entlastend wirken.

Das Problem scheint plötzlich erklärt.

Forschung zu Kleingruppen beschreibt Sündenbockprozesse unter anderem als Möglichkeit, Konflikte und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder zu verlagern.

 

 

 

Ein gemeinsamer Schuldiger kann eine Gruppe sogar verbinden

 

Das klingt paradox.

Doch wenn sich mehrere Menschen auf eine vermeintlich verantwortliche Person konzentrieren, kann vorübergehend ein Gefühl von Einigkeit entstehen.

„Wir haben das Problem gefunden.“

„Wir sind uns einig, woran es lag.“

Damit wird die Gruppe von unangenehmeren Fragen entlastet.

Zum Beispiel:

Was haben wir gemeinsam übersehen?

Welche Führung hat versagt?

Welche Struktur hat das Problem begünstigt?

 

 

 

Sündenböcke können auch strategisch erzeugt werden

 

Nicht jeder Sündenbockprozess entsteht unbewusst.

In Organisationen kann Schuldverschiebung auch strategisch eingesetzt werden.

Zum Beispiel, um:

  • Verantwortung von höheren Hierarchieebenen fernzuhalten
  • Reputationsschäden zu begrenzen
  • ein Problem als „gelöst“ erscheinen zu lassen
  • weitergehende Veränderungen zu vermeiden

Organisationsforschung beschreibt genau solche Formen gezielter Schuldverschiebung.

 

 

 

Die bequemste Erklärung ist nicht immer die beste

 

Nach einem Misserfolg entsteht häufig schnell der Wunsch:

Jemand muss verantwortlich sein.

Verantwortung ist wichtig.

Nur sollte sie sachlich verteilt werden.

Sonst entsteht ein gefährlicher Kurzschluss:

Person entfernt.

Problem scheinbar erledigt.

System unverändert.

 

 

 

Wenn das System unangetastet bleibt

 

Dann kann derselbe Fehler erneut auftreten.

Nur mit einer anderen Person.

Genau deshalb unterscheiden moderne Ansätze bei organisatorischen Fehlern zwischen einer rein personenbezogenen Schuldlogik und einer systemischen Analyse der Ursachen.

 

 

 

Typische Warnzeichen für Sündenbockmechanismen

 

Ein einzelnes Zeichen beweist noch wenig.

Mehrere zusammen können jedoch aufmerksam machen.

 

 

1. Plötzlich wird ein komplexes Problem auf eine Person reduziert

 

Viele Faktoren verschwinden aus der Diskussion.

Übrig bleibt:

„Er war das Problem.“

 

 

2. Verantwortung und Einfluss passen nicht zusammen

 

Jemand soll für Ergebnisse geradestehen, obwohl er kaum:

  • Entscheidungskompetenz
  • Budget
  • Personal
  • Informationen
  • Ressourcen

besaß.

Das ist ein besonders wichtiges Warnsignal.

 

 

3. Die Bewertung verändert sich erst nach dem Misserfolg

 

Vorher hieß es:

„Gute Arbeit.“

Nach dem Problem plötzlich:

„Wir hatten schon lange Zweifel.“

Dann lohnt sich ein Blick auf die zeitliche Entwicklung.

 

 

4. Frühere Entscheidungen anderer verschwinden aus der Geschichte

 

Vielleicht wurden:

Budgets gekürzt.

Warnungen ignoriert.

Deadlines festgelegt.

Entscheidungen von oben getroffen.

Im Nachhinein wird trotzdem eine einzelne ausführende Person verantwortlich gemacht.

 

 

5. Die Person wird zunehmend isoliert

 

Kollegen gehen auf Abstand.

Informationen fließen schlechter.

Gespräche finden ohne die Person statt.

Das kann den Prozess weiter verstärken.

 

 

6. Aus Kritik an einer Entscheidung wird Kritik an der Person

 

Aus:

„Diese Entscheidung war problematisch.“

wird:

„Mit ihr gibt es ständig Probleme.“

Dann verschiebt sich die Ebene.

 

 

7. Es entsteht eine auffallend einfache Erzählung

 

Zum Beispiel:

„Wenn X nicht gewesen wäre, wäre das Projekt erfolgreich.“

Bei komplexen Vorhaben lohnt sich bei solchen Erklärungen besondere Skepsis.

 

 

 

Verantwortung ohne Einfluss ist ein Risiko

 

Ein besonders wichtiger Punkt im Berufsleben:

Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht einen angemessenen Einfluss auf das Ergebnis.

Dazu gehören je nach Aufgabe:

  • Entscheidungsbefugnisse
  • Ressourcen
  • Informationen
  • Zugang zu relevanten Personen
  • realistische Zeit

Wenn du für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wirst, auf dessen Voraussetzungen du kaum Einfluss hattest, sollte das früh thematisiert werden.

 

 

 

Der attraktive Titel kann zur Falle werden

 

Manche Aufgaben klingen reizvoll.

Großes Projekt.

viel Verantwortung.

hohe Sichtbarkeit.

Doch frage vorher:

Welche tatsächlichen Befugnisse gehören dazu?

Ein Titel ersetzt keine Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

Vor Übernahme einer riskanten Aufgabe

 

Klär möglichst früh:

  • Was genau ist meine Verantwortung?
  • Was liegt außerhalb meiner Verantwortung?
  • Welche Entscheidungen darf ich treffen?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wer entscheidet bei Zielkonflikten?
  • Wie werden Risiken dokumentiert?

Diese Fragen sind keine übertriebene Absicherung.

Sie schaffen Klarheit.

 

 

 

Unklare Rollen begünstigen spätere Schuldzuweisungen

 

Je unklarer ein Projekt organisiert ist, desto leichter lässt sich nach einem Misserfolg die Geschichte neu schreiben.

Deshalb lohnt sich:

Zuständigkeiten klären.

Entscheidungen dokumentieren.

Risiken benennen.

Abhängigkeiten sichtbar machen.

 

 

 

Was tun, wenn du zum Sündenbock gemacht werden sollst?

 

Der erste Impuls kann sein:

sofort zurückschlagen.

alle Beteiligten beschuldigen.

eine lange Rechtfertigung schreiben.

Das ist verständlich.

Strategisch ist etwas anderes häufig hilfreicher.

 

 

 

1. Erst Fakten sammeln

 

Bevor du reagierst:

Was ist tatsächlich passiert?

Welche Entscheidungen wurden getroffen?

Von wem?

Welche Informationen lagen zu welchem Zeitpunkt vor?

Welche Risiken wurden benannt?

Welche Zuständigkeiten waren vereinbart?

Trenne:

Fakt.

Interpretation.

Vorwurf.

 

 

 

2. Den eigenen Anteil ehrlich prüfen

 

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu wehren bedeutet weniger, jede Verantwortung abzustreiten.

Vielleicht hast du tatsächlich einen Fehler gemacht.

Dann ist es oft stärker, ihn klar zu benennen.

Zum Beispiel:

„Diese Entscheidung habe ich getroffen. Dafür übernehme ich Verantwortung.“

Dann:

„Die darüber hinausgehende Darstellung entspricht aus meiner Sicht allerdings nicht dem tatsächlichen Entscheidungsprozess.“

Damit trennst du Verantwortung und Schuldverschiebung.

 

 

 

3. Nicht vorschnell alles übernehmen

 

Gerade verantwortungsbewusste Menschen sagen schnell:

„Ich hätte das verhindern müssen.“

Vielleicht.

Vielleicht überschätzt du rückblickend deinen damaligen Einfluss.

Frage:

Welche realistische Möglichkeit hatte ich zu diesem Zeitpunkt?

 

 

 

4. Dokumentiere sachlich

 

Dokumentation kann besonders wichtig werden, wenn Versionen eines Vorgangs auseinandergehen.

Sinnvoll können sein:

  • E-Mails
  • Protokolle
  • Entscheidungsvorlagen
  • Freigaben
  • Projektpläne
  • Risikoanzeigen
  • eigene Gesprächsnotizen

Rechtliche Fragen gehören dabei in juristische Hände.

Gerade bei arbeitsrechtlichen Konsequenzen sollte früh qualifizierte Rechtsberatung hinzugezogen werden.

 

 

 

5. Vermeide die große Verteidigungsrede

 

Eine sehr lange Rechtfertigung kann dazu führen, dass du dich in Details verlierst.

Stärker ist häufig:

Was ist der konkrete Vorwurf?

Welche Fakten sprechen dafür?

Welche Fakten fehlen?

Welchen Anteil übernehme ich?

Welche Verantwortung lag bei anderen Stellen?

 

 

 

6. Bleibe möglichst auf der Sachebene

 

Du musst dabei keineswegs emotionslos sein.

Ungerechtfertigte Schuldzuweisung kann:

wütend machen.

verletzen.

verunsichern.

Doch im entscheidenden Gespräch hilft es, die Argumentation möglichst klar zu halten.

Weniger:

„Ihr wollt mich doch alle fertig machen!“

Stärker:

„Lassen Sie uns die einzelnen Entscheidungen und Zuständigkeiten chronologisch betrachten.“

 

 

 

Emotion beweist weder Schuld noch Unschuld

 

Das ist mir wichtig.

Die ältere Vorstellung, ein emotionaler oder defensiver Mensch wirke dadurch automatisch schuldiger, ist zu einfach.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Druck und ungerechte Vorwürfe.

Wut, Nervosität oder starke Anspannung beweisen nichts über tatsächliche Verantwortung.

Deshalb sollten Fakten wichtiger sein als psychologische Ferndiagnosen.

 

 

 

7. Keine Gegen-Sündenböcke produzieren

 

Die Versuchung kann groß sein:

„Dann war eben mein Chef schuld.“

Damit beginnt derselbe Mechanismus nur in die andere Richtung.

Stärker ist:

Verantwortung differenziert zuzuordnen.

Zum Beispiel:

„Die Entscheidung über A lag bei mir. Die Budgetentscheidung B lag auf Ebene C. Die zeitliche Vorgabe kam aus D.“

 

 

 

8. Wichtige Gespräche vorbereiten

 

Wenn viel auf dem Spiel steht, sollte ein solches Gespräch weniger improvisiert werden.

Bereite vor:

  • Kernbotschaft
  • Chronologie
  • Belege
  • eigener Verantwortungsanteil
  • Grenzen der eigenen Verantwortung
  • kritische Fragen

 

 

 

9. Formuliere deine Kernposition in wenigen Sätzen

 

Zum Beispiel:

„Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidung X. Die Aussage, ich hätte das gesamte Projekt verantwortet, trifft jedoch nicht zu. Budget, Zeitplan und finale Freigabe lagen außerhalb meines Mandats. Ich möchte deshalb die Verantwortlichkeiten anhand der dokumentierten Entscheidungen sauber trennen.“

Klar.

Sachlich.

Belastbar.

 

 

 

10. Suche früh unabhängige Perspektiven

 

Wer mitten in einem Konflikt steckt, verliert leichter den Überblick.

Hilfreich können sein:

  • erfahrene Vertrauenspersonen
  • juristische Beratung
  • Betriebsrat oder andere zuständige Stellen
  • professionelles Sparring

Welche Unterstützung passt, hängt von der Situation ab.

 

 

 

Wenn Hierarchie beteiligt ist

 

Besonders anspruchsvoll wird die Lage, wenn eine Führungskraft Verantwortung nach unten weitergibt.

Dann können Machtunterschiede die Situation beeinflussen.

Eine Führungskraft besitzt möglicherweise:

  • mehr Zugang zur Geschäftsleitung
  • mehr Einfluss auf die Darstellung
  • mehr Informationen
  • mehr Kontrolle über interne Kommunikation

Deshalb können Sachlichkeit und Dokumentation besonders wichtig werden.

 

 

 

Wenn du Führungskraft bist: Prüfe deine eigene Rolle

 

Auch Führungskräfte sollten sich fragen:

Suche ich gerade eine Ursache oder eine Person?

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

Schlechte Führung sucht Schuldige

 

Gute Führung fragt:

Was ist passiert?

Warum?

Welche Entscheidungen haben dazu beigetragen?

Was müssen wir verändern?

Wer trägt welchen Anteil?

Persönliche Verantwortung bleibt wichtig.

Doch sie sollte Teil einer echten Ursachenanalyse sein.

 

 

 

Eine Lernkultur braucht Verantwortung ohne reflexhafte Schuldzuweisung

 

Wenn Mitarbeitende befürchten müssen, bei jedem Fehler öffentlich geopfert zu werden, verändert sich ihr Verhalten.

Dann werden Probleme möglicherweise:

  • später gemeldet
  • kleingeredet
  • verschoben
  • versteckt

Das kann die Organisation langfristig unsicherer machen.

 

 

 

Führung entscheidet, welche Nachrichten nach oben gelangen

 

Wenn schlechte Nachrichten bestraft werden, lernen Mitarbeitende:

„Sag es lieber erst, wenn du eine Lösung hast.“

Dann erfährt die Führung Probleme später.

Das kann wiederum neue Krisen begünstigen.

 

 

 

Fehlerkultur bedeutet weniger Folgenlosigkeit

 

Auch dieser Unterschied ist wichtig.

Eine gute Fehlerkultur heißt nicht:

„Niemand trägt Verantwortung.“

Sie bedeutet:

Verantwortung präzise klären.

aus Fehlern lernen.

systemische Ursachen untersuchen.

und notwendige Konsequenzen angemessen ziehen.

 

 

 

Sündenbock oder berechtigte Verantwortungszuschreibung?

 

Das lässt sich nicht immer sofort erkennen.

Hilfreiche Fragen:

  • Hatte die Person tatsächlich Entscheidungsmacht?
  • Waren die notwendigen Informationen verfügbar?
  • Welche anderen Faktoren haben beigetragen?
  • Wurden Risiken vorher benannt?
  • Gab es strukturelle Probleme?
  • Wird Verantwortung nachvollziehbar oder pauschal zugewiesen?

 

 

 

Vorsicht vor dem umgekehrten Fehler

 

Nicht jeder Vorwurf ist Sündenbockdenken.

Menschen tragen Verantwortung.

Führungskräfte ebenso.

Wer jede Kritik sofort als Sündenbockmechanismus bezeichnet, schützt sich möglicherweise vor berechtigter Rückmeldung.

Deshalb gehört Selbstprüfung dazu.

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu schützen und berechtigte Verantwortung zu übernehmen gehören zusammen.

 

 

 

Sündenbockmechanismen und Mobbing

 

Beides kann sich überschneiden.

Wenn eine Person dauerhaft:

  • abgewertet
  • ausgeschlossen
  • für nahezu alles verantwortlich gemacht
  • systematisch beschädigt

wird, kann die Situation über eine einzelne Schuldzuschreibung hinausgehen.

Dann sollte sie entsprechend ernst genommen werden.

 

 

 

Whistleblower können ebenfalls unter Druck geraten

 

Eine besondere Konstellation entsteht, wenn eine Person auf Probleme hinweist und anschließend selbst zum Problem erklärt wird.

Dann verschiebt sich die Debatte von:

„Was hat diese Person aufgedeckt?“

zu:

„Was stimmt mit dieser Person nicht?“

Forschung zu organisatorischem Fehlverhalten beschreibt solche konkurrierenden Schuld- und Deutungsprozesse ausdrücklich.

 

 

 

Die Person hinter dem Vorwurf angreifen

 

Typische Ablenkungen können sein:

„Sie ist schwierig.“

„Er passt kulturell nicht zu uns.“

„Mit ihr gab es schon früher Konflikte.“

Diese Informationen können relevant sein.

Sie beantworten jedoch noch nicht die Sachfrage.

Deshalb:

Person und konkrete Behauptung getrennt prüfen.

 

 

 

Was Führungskräfte vorbeugend tun können

 

1. Verantwortlichkeiten klar definieren

Wer entscheidet was?

 

2. Risiken früh dokumentieren

Damit sie nach einem Misserfolg nicht rückwirkend verschwinden.

 

3. Widerspruch ermöglichen

Kritische Stimmen dürfen früh gehört werden.

 

4. Entscheidungen nachvollziehbar machen

Wer hat wann auf welcher Grundlage entschieden?

 

5. Nach Fehlern Ursachen statt Figuren suchen

Die Frage lautet:

Was hat zum Ergebnis beigetragen?

 

 

 

Ein guter Post-Mortem fragt mehr als: Wer war verantwortlich?

 

Zum Beispiel:

  • Was wussten wir damals?
  • Welche Annahmen waren falsch?
  • Welche Warnsignale haben wir übersehen?
  • Welche Rahmenbedingungen haben das Ergebnis beeinflusst?
  • Was müssen wir verändern?

So entsteht Lernen.

 

 

 

Retrospektive Verzerrung vermeiden

 

Nach einem Misserfolg erscheint vieles plötzlich offensichtlich.

„Das hätte doch jeder sehen müssen.“

Doch zum damaligen Entscheidungszeitpunkt waren möglicherweise:

Informationen unvollständig.

mehrere Szenarien plausibel.

Zeitdruck vorhanden.

Deshalb sollte Verantwortung anhand dessen bewertet werden, was damals vernünftigerweise bekannt war.

 

 

 

Die Rolle der Kommunikation

 

Kommunikation allein löst einen Sündenbockmechanismus kaum.

Sie kann dir jedoch helfen:

  • deine Position klar darzustellen
  • Fakten zu ordnen
  • unnötige Eskalation zu vermeiden
  • kritische Fragen vorzubereiten
  • Grenzen zu setzen

 

 

 

Was du besser vermeiden solltest

 

Zum Beispiel:

  • unüberlegte Rundmails im Affekt
  • pauschale Gegenbeschuldigungen
  • Spekulationen als Fakten
  • öffentliche Drohungen ohne Strategie
  • vorschnelle Schuldeingeständnisse

Wenn rechtliche Konsequenzen möglich sind, sollte Kommunikation mit juristischer Beratung abgestimmt werden.

 

 

 

Was du sagen kannst

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte meinen Verantwortungsanteil präzise klären.“

„Lassen Sie uns die Entscheidungen chronologisch betrachten.“

„Für diesen Teil übernehme ich Verantwortung.“

„Dieser Punkt lag außerhalb meiner Entscheidungsbefugnis.“

„Welche konkrete Entscheidung werfen Sie mir vor?“

Solche Formulierungen halten das Gespräch näher an der Sache.

 

 

 

Wenn du bereits öffentlich beschuldigt wirst

 

Dann steigt die Komplexität.

Je nach Situation können beteiligt sein:

  • Geschäftsführung
  • HR
  • Rechtsberatung
  • Kommunikation
  • Medien

Spontane öffentliche Gegenwehr kann zusätzliche Risiken erzeugen.

Deshalb zuerst:

Situation klären.

rechtliche Lage prüfen.

Kernposition bestimmen.

Dann kommunizieren.

 

 

 

Sündenbockmechanismen in Krisen

 

Krisen erhöhen den Druck, schnell eine Erklärung zu liefern.

Genau dann steigt das Risiko vereinfachter Schuldzuschreibung.

Organisationsforschung beschreibt Krisen, Skandale und größere Fehlschläge als typische Situationen, in denen Sündenbockmechanismen auftreten können.

 

 

 

Die schnelle Entlassung kann beruhigend wirken

 

Eine Organisation zeigt:

„Wir haben reagiert.“

Das kann angemessen sein.

Es kann jedoch auch den falschen Eindruck erzeugen:

„Damit ist die Ursache beseitigt.“

Diese beiden Fragen sollten getrennt werden:

Welche individuelle Verantwortung besteht?

Welche organisatorische Veränderung ist zusätzlich nötig?

 

 

 

Executive Presence in einer Schuldkrise

 

Für Führungskräfte können solche Situationen besonders anspruchsvoll sein.

Du musst möglicherweise gleichzeitig:

  • Verantwortung übernehmen
  • ungerechtfertigte Vorwürfe zurückweisen
  • dein Team schützen
  • gegenüber Vorgesetzten berichten
  • ruhig bleiben

Das erfordert mehr als gute Rhetorik.

Es braucht Klarheit über die eigene Position.

 

 

 

Übernimm das, was deins ist

 

Das erhöht Glaubwürdigkeit.

Und weise zurück, was sachlich nicht zu deiner Verantwortung gehört.

Beides kann gleichzeitig möglich sein.

 

 

 

Schuld und Verantwortung unterscheiden

 

Der Begriff Schuld ist häufig moralisch aufgeladen.

Verantwortung lässt sich sachlicher betrachten.

Zum Beispiel:

Wer entschied?

Wer wusste was?

Wer hatte welche Aufgabe?

Wer konnte eingreifen?

Diese Fragen führen meist weiter.

 

 

 

Sieben Fragen, wenn du dich zum Sündenbock gemacht fühlst

 

1. Was wird mir konkret vorgeworfen?

Keine allgemeinen Etiketten.

 

2. Welchen Anteil trage ich tatsächlich?

Ehrlich prüfen.

 

3. Welchen Einfluss hatte ich auf das Ergebnis?

Verantwortung und Befugnis vergleichen.

 

4. Welche anderen Faktoren spielten eine Rolle?

Strukturen und Entscheidungen berücksichtigen.

 

5. Welche Unterlagen existieren?

Chronologie rekonstruieren.

 

6. Welche Unterstützung brauche ich?

Juristisch, organisatorisch oder kommunikativ.

 

7. Was ist meine klare Kernposition?

In wenigen Sätzen.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Sündenbock?

Ein Sündenbock ist eine Person oder Gruppe, der für ein Problem übermäßig oder ungerecht Verantwortung zugeschrieben wird. Dabei können komplexere Ursachen oder Verantwortlichkeiten aus dem Blick geraten.

 

Ist ein Sündenbock immer unschuldig?

Nein. Eine Person kann einen tatsächlichen Anteil am Problem besitzen und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr Verantwortung zugeschrieben wird, die weit über ihren realen Einfluss hinausgeht.

 

Warum brauchen Gruppen Sündenböcke?

Die Konzentration auf einen Schuldigen kann Unsicherheit reduzieren und komplexe Probleme scheinbar einfacher machen. Gruppendynamische Forschung beschreibt solche Mechanismen unter anderem als Verlagerung von Konflikten und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder.

 

Wie erkenne ich, ob ich zum Sündenbock gemacht werde?

Warnzeichen können sein, dass ein komplexes Problem zunehmend auf dich reduziert wird, deine tatsächlichen Befugnisse ignoriert werden oder frühere Entscheidungen anderer Beteiligter aus der Darstellung verschwinden.

 

Wie sollte ich reagieren?

Klär zunächst die Fakten, prüfe deinen eigenen Verantwortungsanteil, dokumentiere Entscheidungen und bereite wichtige Gespräche sorgfältig vor. Bei möglichen rechtlichen Folgen ist qualifizierte Rechtsberatung wichtig.

 

Sollte ich mich sofort verteidigen?

Eine schnelle Reaktion kann sinnvoll sein, ein impulsiver Rundumschlag selten. Häufig ist es besser, zunächst Vorwurf, Faktenlage und eigene Position zu klären.

 

Ist Sündenbockdenken dasselbe wie Mobbing?

Nein. Die Phänomene können sich überschneiden. Mobbing bezeichnet typischerweise wiederholte systematische Schikanierung oder Ausgrenzung. Ein Sündenbockmechanismus konzentriert Verantwortung oder Schuld auf eine Person.

 

Was können Führungskräfte dagegen tun?

Klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungen, frühe Risikokommunikation und eine sachliche Ursachenanalyse nach Fehlern reduzieren die Versuchung, komplexe Probleme auf einzelne Personen zu verkürzen.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Wenn etwas schiefläuft, braucht eine Organisation Verantwortung.

Sie braucht jedoch ebenso Wahrheit über die Ursachen.

Eine einzelne Person verantwortlich zu machen kann kurzfristig Ordnung schaffen.

Wenn dadurch strukturelle Probleme unsichtbar bleiben, wird es teuer.

Verantwortung sollte dort liegen, wo Einfluss, Entscheidung und tatsächlicher Beitrag lagen – nicht dort, wo sich Schuld am bequemsten abladen lässt.

 

 

 

Wenn du dich in einer schwierigen Schuld- oder Verantwortungsfrage befindest

 

Solche Situationen können beruflich erhebliche Tragweite besitzen.

Vielleicht steht ein Gespräch bevor.

Vielleicht musst du deine Rolle gegenüber Geschäftsführung, Vorstand oder anderen Beteiligten darstellen.

Vielleicht willst du zunächst selbst klären:

Was gehört tatsächlich zu meiner Verantwortung?

Wo wird Verantwortung verschoben?

Was lässt sich belegen?

Wie formuliere ich meine Position klar?

Im vertraulichen 1:1 können wir die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven prüfen und wichtige Gespräche gezielt vorbereiten.

Dabei geht es beispielsweise um:

  • Chronologie und Verantwortlichkeiten
  • Kernbotschaft
  • Argumentation
  • kritische Fragen
  • Grenzen
  • Auftreten unter Druck

Rechtliche Beratung gehört dabei ausdrücklich in die Hände entsprechend qualifizierter Juristen.

Meine Rolle liegt in der strategischen und kommunikativen Vorbereitung.

Online oder persönlich in Berlin.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was gilt es zu unterlassen, um sich nicht unnötig als Sündenbock und somit Opfer anzubieten? Welcher Spielraum bleibt, wenn die Rolle vergeben wurde?

Die Jagd nach dem Sündenbock ist die einfachste. Dwight D. Eisenhower

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 2018
Überarbeitung: 20. November 2019
AN: #878
K: CNC
Ü:

Gehirndoping & Neuroenhancement: Macht die Pille wirklich klüger?

Gehirndoping und Neuroenhancement: Macht uns die Pille wirklich leistungsfähiger?

Mehr Konzentration. Mehr Leistung. Weniger Müdigkeit. Am besten auf Knopfdruck.
Gehirn-Dopping

Gehirndoping und Neuroenhancement: Macht uns die Pille wirklich leistungsfähiger?

 

Mehr Konzentration. Mehr Leistung. Weniger Müdigkeit. Am besten auf Knopfdruck.

Die Vorstellung ist verführerisch.

Wenn Kaffee nicht mehr reicht, müsste es doch etwas Stärkeres geben.

Eine Tablette für mehr Fokus.

Eine Substanz für längeres Durchhalten.

Vielleicht sogar etwas, das Denken, Lernen und Erinnern verbessert.

Genau hier beginnt die Debatte über Gehirndoping und Neuroenhancement.

Die entscheidende Frage lautet jedoch:

Werden gesunde Menschen dadurch tatsächlich geistig leistungsfähiger?

Und selbst wenn sich einzelne Leistungen kurzfristig verbessern:

Was kostet dieser Vorteil?

 

 

 

Was bedeutet Gehirndoping?

 

Der Begriff Gehirndoping ist kein eindeutig definierter medizinischer Fachbegriff.

Meist geht es um die nichtmedizinische Verwendung von Substanzen mit dem Ziel, geistige Leistungsfähigkeit zu steigern.

Dafür wird auch der Begriff pharmakologisches Neuroenhancement verwendet.

Gemeint sein können beispielsweise Veränderungen bei:

  • Wachheit
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Ausdauer
  • Gedächtnisleistung

Wichtig ist die Unterscheidung:

Ein Medikament zur Behandlung einer Erkrankung ist etwas anderes als dieselbe oder eine ähnliche Substanz zur Leistungssteigerung bei einem gesunden Menschen.

 

 

 

Medizinische Behandlung und Leistungssteigerung sind zwei verschiedene Dinge

 

Verschreibungspflichtige Medikamente können für Menschen mit einer entsprechenden Diagnose sehr hilfreich sein.

Das gilt zum Beispiel für bestimmte Stimulanzien bei ADHS oder für Medikamente bei anderen klaren medizinischen Indikationen.

Eine ärztlich begleitete Behandlung verfolgt ein therapeutisches Ziel.

Bei Gehirndoping geht es dagegen darum, ohne entsprechende medizinische Indikation über das gewöhnliche Leistungsniveau hinauszukommen oder Anforderungen länger durchzuhalten.

Diese beiden Situationen sollten nicht vermischt werden.

 

 

 

Macht Gehirndoping tatsächlich klüger?

 

Die einfache Antwort lautet:

So eindeutig ist es nicht.

Einzelne Substanzen können bestimmte Aspekte von:

  • Wachheit
  • Aufmerksamkeit
  • Reaktionsfähigkeit

beeinflussen.

Daraus folgt jedoch nicht automatisch:

mehr Intelligenz.

Ebenso wenig folgt daraus automatisch:

bessere Entscheidungen, mehr Kreativität oder dauerhaft bessere Lernleistung.

 

 

 

Leistungsfähigkeit ist mehr als Konzentration

 

Wer geistige Leistung beurteilen möchte, sollte genauer hinschauen.

Zu guter kognitiver Leistungsfähigkeit gehören beispielsweise:

  • Aufmerksamkeit
  • Arbeitsgedächtnis
  • Lernen
  • Urteilsvermögen
  • Impulskontrolle
  • kognitive Flexibilität
  • Kreativität

Eine Substanz kann eine dieser Funktionen beeinflussen und eine andere kaum verbessern.

Oder sie verbessert die subjektiv erlebte Wachheit stärker als die tatsächliche Leistung.

 

 

 

Wach sein ist nicht dasselbe wie gut denken

 

Das ist eine zentrale Unterscheidung.

Wer sich wacher fühlt, erlebt möglicherweise:

„Ich kann noch weitermachen.“

Das bedeutet nicht automatisch:

„Ich treffe jetzt bessere Entscheidungen.“

Gerade unter hoher Belastung kann das problematisch werden.

Das Gefühl zusätzlicher Leistungsfähigkeit und die tatsächliche Qualität des Denkens müssen nicht identisch sein.

 

 

 

Was ist mit verschreibungspflichtigen Stimulanzien?

 

Verschreibungspflichtige Stimulanzien sind Medikamente.

Sie sollten entsprechend ihrer medizinischen Indikation und ärztlichen Verordnung eingesetzt werden.

Die nichtmedizinische Nutzung ist etwas anderes.

Sie kann mit Risiken verbunden sein, darunter:

  • Schlafprobleme
  • Unruhe
  • Angst
  • Fehlgebrauch
  • Abhängigkeit
  • Überdosierung

Wer ein verschreibungspflichtiges Medikament benötigt, gehört damit in medizinische Behandlung.

Wer es ohne entsprechende Verordnung zur Leistungssteigerung einsetzen möchte, sollte daraus kein Selbstexperiment machen.

 

 

 

Warum Gehirndoping trotzdem attraktiv wirkt

 

Weil die Idee perfekt zu einem verbreiteten Leistungsproblem passt:

Die Anforderungen steigen schneller als die verfügbaren Ressourcen.

Dann entsteht die Hoffnung:

Vielleicht kann ich meine Grenzen einfach chemisch verschieben.

Das kann besonders attraktiv wirken, wenn:

  • Deadlines näher rücken
  • Schlaf fehlt
  • Prüfungen bevorstehen
  • hoher Konkurrenzdruck besteht
  • Fehler teuer werden

 

 

 

Das eigentliche Problem kann woanders liegen

 

Manchmal lautet die entscheidende Frage weniger:

„Wie kann ich noch mehr aus meinem Gehirn herausholen?“

Sondern:

„Warum muss mein Gehirn dauerhaft mehr leisten, als meine Ressourcen erlauben?“

Das ist eine vollkommen andere Fragestellung.

Und häufig die interessantere.

 

 

 

Gehirndoping kann ein Systemproblem verdecken

 

Stell dir vor, jemand arbeitet dauerhaft:

  • zu lange
  • mit zu wenig Schlaf
  • unter chronischem Zeitdruck
  • mit ständigen Unterbrechungen

Dann entsteht irgendwann Leistungsabfall.

Die Frage ist:

Braucht dieser Mensch stärkere Stimulation?

Oder:

Braucht das System eine Veränderung?

 

 

 

Schlaf lässt sich nur begrenzt wegoptimieren

 

Schlafmangel beeinträchtigt unter anderem Funktionen, die für anspruchsvolle geistige Arbeit wichtig sind.

Dazu gehören Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle.

Wer versucht, Schlafmangel ausschließlich mit Stimulation zu kompensieren, behandelt deshalb möglicherweise das Gefühl der Müdigkeit stärker als deren Ursachen.

 

 

 

Mehr Wachheit ersetzt keine Erholung

 

Das ist für anspruchsvolle berufliche Situationen besonders relevant.

Wer:

  • verhandelt
  • komplexe Entscheidungen trifft
  • Teams führt
  • unter Unsicherheit priorisiert

braucht mehr als Wachheit.

Er braucht ein Gehirn, das Informationen vernünftig verarbeiten kann.

 

 

 

Bewegung statt Wunderpille?

 

Auch Bewegung wird manchmal wie ein neues Wundermittel vermarktet.

Das wäre ebenfalls zu einfach.

Es gibt jedoch gute Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität mit kognitiven Funktionen zusammenhängen und diese unter bestimmten Bedingungen positiv beeinflussen kann.

Die Effekte sind keine Magie.

Sie sind auch nicht in jeder Studie gleich groß.

Doch Bewegung hat gegenüber pharmakologischem Selbstexperiment einen entscheidenden Vorteil:

Sie ist Teil eines insgesamt gesundheitsförderlichen Lebensstils.

 

 

 

Auch Lernen braucht weniger Trick und mehr Bedingungen

 

Lernen funktioniert besser, wenn Aufmerksamkeit überhaupt verfügbar ist.

Dazu gehören unter anderem:

  • ausreichende Erholung
  • überschaubare Informationsmengen
  • Wiederholung
  • Anwendung
  • Verknüpfung mit vorhandenem Wissen

Das klingt weniger spektakulär als eine Pille.

Es entspricht jedoch stärker der Art, wie nachhaltiges Lernen funktioniert.

 

 

 

Was ist mit Koffein?

 

Koffein ist vermutlich die gesellschaftlich bekannteste Substanz zur Steigerung von Wachheit und Aufmerksamkeit.

Kaffee kann durchaus dazu beitragen, sich wacher und aufmerksamer zu fühlen.

Auch hier gilt:

Mehr ist nicht automatisch besser.

Zu viel Koffein kann beispielsweise:

  • Unruhe
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • Schlafprobleme

begünstigen.

Und schlechter Schlaf kann am nächsten Tag genau die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, die eigentlich verbessert werden sollte.

 

 

 

Die klassische Verstärkerspirale

 

Sie kann ungefähr so aussehen:

Zu wenig Schlaf.

Mehr Koffein.

Später weniger müde.

Noch später einschlafen.

Am nächsten Morgen wieder müde.

Dann beginnt die nächste Runde.

Der kurzfristige Leistungsgewinn kann so Teil des langfristigen Problems werden.

 

 

 

Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln und Nootropics?

 

Hier lohnt sich besondere Skepsis.

Der Begriff Nootropics wird heute für sehr unterschiedliche Produkte verwendet.

Darunter befinden sich:

  • Substanzen mit pharmakologischer Wirkung
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Pflanzenextrakte
  • Marketingmischungen

Dass ein Produkt als „Brain Booster“ verkauft wird, belegt seine Wirkung noch nicht.

 

Marketing ist kein Wirksamkeitsnachweis

Bei solchen Produkten lohnt sich zu fragen:

  • Welche konkrete Wirkung wird behauptet?
  • Für welche Personengruppe?
  • In welcher Dosierung?
  • Auf welcher Studiengrundlage?
  • Wie groß ist der Effekt?
  • Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Eine Liste beeindruckender Inhaltsstoffe beantwortet diese Fragen nicht.

 

„Natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos

Auch pflanzliche oder frei verkäufliche Produkte können:

  • Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen
  • Dosierungsprobleme

haben.

Wer Medikamente einnimmt oder gesundheitliche Beschwerden hat, sollte entsprechende Fragen mit medizinisch qualifizierten Fachpersonen klären.

 

 

 

Mehr Leistung oder nur mehr Leistungsgefühl?

 

Das ist eine der spannendsten Fragen beim Thema Neuroenhancement.

Menschen beurteilen ihre eigene geistige Leistungsfähigkeit nicht immer zuverlässig.

Es kann deshalb einen Unterschied geben zwischen:

„Ich fühle mich leistungsfähiger.“

und:

„Meine objektive Leistung ist tatsächlich besser.“

 

Selbstvertrauen kann steigen, ohne dass die Qualität proportional steigt

Gerade bei komplexen Aufgaben wäre das ein problematischer Effekt.

Denn dann wächst möglicherweise:

die Sicherheit.

Ohne dass im selben Umfang wächst:

die Qualität des Urteils.

Für Entscheidungen unter hoher Verantwortung ist genau diese Differenz wichtig.

 

 

 

Was soll überhaupt verbessert werden?

 

Bevor du über Leistungssteigerung nachdenkst, lohnt sich eine einfachere Frage:

Welche Leistung fehlt mir konkret?

Ist es:

  • Konzentration?
  • Wachheit?
  • Gedächtnis?
  • Motivation?
  • Entscheidungskraft?
  • Kreativität?
  • Belastbarkeit?

Diese Dinge sind nicht dasselbe.

Deshalb brauchen sie auch nicht dieselbe Antwort.

 

 

Müdigkeit ist kein Konzentrationsproblem

Zumindest nicht immer.

Wenn du nach vier Stunden Schlaf Konzentrationsprobleme hast, kann die naheliegende Ursache:

Schlafmangel

sein.

Dann wäre es merkwürdig, ausschließlich nach einer besseren Konzentrationstechnik zu suchen.

 

 

Überforderung ist kein Motivationsproblem

Auch das wird häufig verwechselt.

Wer dauerhaft zu viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen soll, braucht möglicherweise weniger:

mehr Motivation.

Er braucht:

  • Prioritäten
  • Entscheidungen
  • Grenzen
  • Ressourcen

 

 

 

Geistige Leistungsfähigkeit beginnt mit guter Arbeitsgestaltung

 

Bevor du nach chemischer Optimierung suchst, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Bedingungen.

Zum Beispiel:

  • Wie oft werde ich unterbrochen?
  • Wie viele Aufgaben bearbeite ich gleichzeitig?
  • Wann erledige ich anspruchsvolle Denkarbeit?
  • Wie viel Schlaf bekomme ich?
  • Wie regelmäßig bewege ich mich?
  • Wie viele Entscheidungen treffe ich unnötigerweise?

 

 

Multitasking ist selten das Leistungswunder, für das es gehalten wird

Bei vielen anspruchsvollen Aufgaben findet weniger echtes paralleles Arbeiten statt.

Stattdessen wechselt Aufmerksamkeit zwischen Tätigkeiten.

Jeder Wechsel kostet Orientierung.

Wer seine geistige Leistungsfähigkeit verbessern möchte, kann deshalb bereits viel gewinnen durch:

weniger unnötige Wechsel.

 

 

Konzentriertes Arbeiten braucht geschützte Zeit

Für komplexe Aufgaben kann es hilfreich sein:

  • Benachrichtigungen auszuschalten
  • Kommunikationszeiten zu bündeln
  • anspruchsvolle Aufgaben zu priorisieren
  • Unterbrechungen gezielt zu reduzieren

Das ist wenig spektakulär.

Und häufig sehr wirksam.

 

 

 

Was ist mit Kreativität?

 

Kreativität lässt sich ebenfalls nur begrenzt auf „mehr Gehirnleistung“ reduzieren.

Kreative Arbeit braucht häufig einen Wechsel zwischen:

  • konzentrierter Arbeit
  • Inkubation
  • Abstand
  • neuen Eindrücken

Permanent maximale Fokussierung wäre deshalb nicht einmal für jede geistige Aufgabe ideal.

 

 

Das Gehirn ist keine Maschine mit einem einzigen Leistungsregler

 

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.

Mehr Aktivierung bedeutet nicht automatisch:

mehr Leistung.

Manchmal braucht eine Aufgabe:

Fokus.

Manchmal:

Ruhe.

Manchmal:

Abstand.

Und manchmal schlicht:

Schlaf.

 

 

 

Die ethische Frage hinter Gehirndoping

 

Das Thema betrifft nicht nur Gesundheit.

Es wirft auch Fragen über Leistungskultur auf.

Zum Beispiel:

  • Wann wird freiwillige Leistungssteigerung zum indirekten Zwang?
  • Was passiert, wenn andere glauben, mithalten zu müssen?
  • Welche Form von Leistung wollen wir eigentlich belohnen?
  • Wo endet Selbstoptimierung?

 

 

Wenn alle optimieren, wird Optimierung schnell zum neuen Normal

Das ist ein bekanntes Problem in Wettbewerbssystemen.

Ein individueller Vorteil kann verschwinden, sobald viele denselben Weg wählen.

Was bleibt, ist möglicherweise:

ein höheres allgemeines Leistungsniveau bei höheren persönlichen Kosten.

 

 

Die Frage nach Fairness

Auch die Analogie zum Doping im Sport kommt daher.

Wenn Menschen mit pharmakologischer Unterstützung länger oder intensiver arbeiten können, stellt sich die Frage:

Ist das persönliche Freiheit?

Oder entsteht irgendwann:

ein Leistungsdruck auf alle anderen?

Einfache Antworten gibt es darauf kaum.

Die Frage verdient trotzdem Aufmerksamkeit.

 

 

Warum ich bei der Idee der Wunderpille skeptisch bin

 

Mich überzeugt vor allem eines wenig:

die Vorstellung, komplexe geistige Leistung ließe sich auf einen einfachen chemischen Regler reduzieren.

Leistung entsteht aus vielen Faktoren.

Dazu gehören:

  • Wissen
  • Erfahrung
  • Schlaf
  • Motivation
  • Aufmerksamkeit
  • körperliche Verfassung
  • Arbeitsbedingungen
  • gute Entscheidungen

Eine Tablette löst dieses System nicht.

 

 

 

Sieben Fragen vor dem Griff zum vermeintlichen Leistungsbooster

 

  1. Welche Leistung möchte ich konkret verbessern?
  2. Was beeinträchtigt diese Leistung aktuell?
  3. Fehlt mir tatsächlich Leistungsfähigkeit oder fehlen mir Erholung und Ressourcen?
  4. Welche Evidenz gibt es für die behauptete Wirkung?
  5. Welche Risiken und Nebenwirkungen existieren?
  6. Ist das ein medizinisches Thema, das ärztlich abgeklärt gehört?
  7. Welche Veränderung der Bedingungen könnte das eigentliche Problem lösen?

 

 

 

Was geistige Leistungsfähigkeit langfristig eher unterstützt

 

Die weniger spektakuläre Liste:

  • ausreichender Schlaf
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • gute Arbeitsorganisation
  • gezielte Pausen
  • konzentrierte Arbeitsphasen
  • kontinuierliches Lernen
  • realistische Prioritäten

Keiner dieser Punkte liefert „mehr IQ auf Bestellung“.

Gemeinsam schaffen sie jedoch bessere Bedingungen für leistungsfähiges Denken.

 

 

 

Leistungsfähigkeit und Selbstführung

 

Gerade bei hoher Verantwortung ist die Fähigkeit wichtig, die eigenen Ressourcen realistisch einzuschätzen.

Dazu gehört auch zu erkennen:

Wann brauche ich mehr Einsatz?

Und:

Wann brauche ich eine andere Strategie?

Mehr Anstrengung ist nicht immer die beste Antwort.

 

Die gefährliche Frage: Wie halte ich noch länger durch?

Manchmal wäre die bessere Frage:

Warum muss ich überhaupt so lange durchhalten?

Oder:

Welche Entscheidung habe ich zu lange vermieden?

Oder:

Welche Aufgabe gehört gar nicht mehr auf meinen Tisch?

Das sind weniger pharmakologische Fragen.

Es sind Fragen der Selbstführung.

 

 

 

Geistige Leistung unter hohem Druck

 

Bei wichtigen Entscheidungen, Präsentationen und Verhandlungen zählt nicht, wie viele Stunden jemand maximal wach bleiben kann.

Entscheidend ist:

  • Was wird wahrgenommen?
  • Was wird übersehen?
  • Wie sauber wird priorisiert?
  • Wie gut werden Konsequenzen eingeschätzt?
  • Wie klar wird kommuniziert?

Das ist die Art geistiger Leistungsfähigkeit, die mich in meiner Arbeit besonders interessiert.

 

 

 

Wenn hohe Anforderungen dauerhaft werden

 

Dann lohnt es sich, nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit zu optimieren.

Prüfe auch:

  • Aufgaben
  • Strukturen
  • Erwartungen
  • Entscheidungswege
  • Prioritäten

Sonst wird Selbstoptimierung möglicherweise zum Versuch, ein unpassendes System länger auszuhalten.

 

 

 

Coaching ersetzt keine medizinische Behandlung

 

Wenn Konzentrationsprobleme, starke Müdigkeit, Schlafprobleme oder andere Beschwerden anhalten, kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein.

Im Coaching geht es nicht um Diagnose, Medikamente oder deren Dosierung.

Hier kann es beispielsweise darum gehen:

  • Arbeitsbedingungen zu analysieren
  • Prioritäten zu klären
  • Überlastungsmuster zu erkennen
  • Entscheidungen vorzubereiten
  • Selbstführung unter Druck zu verbessern

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstführung, Prioritäten, Leistungsfähigkeit und anspruchsvolle berufliche Situationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Das stärkste Gehirndoping ist selten eine Pille

 

Der Wunsch nach mehr geistiger Leistungsfähigkeit ist nachvollziehbar.

Wir wollen:

  • klarer denken
  • schneller lernen
  • länger konzentriert bleiben
  • bessere Entscheidungen treffen

Die Vorstellung einer einfachen pharmakologischen Abkürzung ist deshalb attraktiv.

Die Realität ist komplexer.

Wachheit ist nicht dasselbe wie Intelligenz.

Konzentration ist nicht dasselbe wie gutes Urteilsvermögen.

Und länger arbeiten bedeutet nicht automatisch besser arbeiten.

Deshalb interessiert mich eine andere Frage stärker:

Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen das Gehirn seine vorhandenen Fähigkeiten möglichst gut nutzen kann?

Dazu gehören häufig weniger spektakuläre Dinge:

Schlaf. Bewegung. Lernen. Fokus. Pausen. Prioritäten. Gute Entscheidungen.

Vielleicht ist genau das die unbequemere Form des Gehirndopings:

nicht immer mehr aus sich herauszupressen, sondern die Bedingungen für gutes Denken ernst zu nehmen.

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Big Five Persönlichkeit: Die 5 Faktoren verständlich erklärt

Big Five Persönlichkeit: Die 5 Faktoren verständlich erklärt

Was Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus bedeuten

Big Five: Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit verständlich erklärt

 

Bin ich introvertiert oder extrovertiert?

Bin ich besonders gewissenhaft?

Wie offen bin ich für neue Erfahrungen?

Solche Fragen betreffen Persönlichkeit.

Ein besonders gut erforschtes Modell dafür sind die Big Five.

Sie beschreiben Persönlichkeit anhand von fünf breiten Dimensionen:

  • Offenheit für Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit
  • Extraversion
  • Verträglichkeit
  • Neurotizismus beziehungsweise emotionale Stabilität

Im Englischen werden die Anfangsbuchstaben häufig zum Kürzel OCEAN zusammengefasst.

Wichtig ist:

Die Big Five teilen Menschen nicht in fünf Persönlichkeitstypen ein.

Jeder Mensch lässt sich auf allen fünf Dimensionen unterschiedlich einordnen.

 

 

 

Was sind die Big Five?

 

Die Big Five sind fünf breite Dimensionen zur Beschreibung relativ stabiler Unterschiede zwischen Menschen.

Sie werden auch bezeichnet als:

  • Fünf-Faktoren-Modell
  • Five-Factor Model
  • FFM

Das Modell entstand nicht dadurch, dass jemand am Schreibtisch fünf ideale Persönlichkeitstypen erfunden hat.

Es entwickelte sich aus jahrzehntelanger Forschung zu:

  • Persönlichkeitsbeschreibungen
  • sprachlichen Eigenschaftsbegriffen
  • Fragebogendaten
  • statistischen Zusammenhängen zwischen Merkmalen

Dabei zeigte sich wiederholt:

Viele einzelne Persönlichkeitseigenschaften lassen sich zu fünf breiten Merkmalsbereichen zusammenfassen.

 

 

 

Die fünf Dimensionen im Überblick

 

Die Big Five sind:

  1. Offenheit für Erfahrungen
  2. Gewissenhaftigkeit
  3. Extraversion
  4. Verträglichkeit
  5. Neurotizismus

Jede dieser Dimensionen beschreibt ein Kontinuum.

Es gibt also nicht nur:

hoch oder niedrig.

Menschen können irgendwo dazwischen liegen.

 

 

 

1. Offenheit für Erfahrungen

 

Offenheit beschreibt unter anderem, wie stark Menschen zu:

  • Neugier
  • neuen Ideen
  • Fantasie
  • ästhetischem Erleben
  • intellektueller Exploration

tendieren.

Menschen mit höheren Ausprägungen interessieren sich häufig stärker für:

  • neue Perspektiven
  • ungewohnte Erfahrungen
  • komplexe Ideen
  • Kunst oder Kultur

Menschen mit niedrigeren Ausprägungen bevorzugen möglicherweise stärker:

  • Vertrautheit
  • Bewährtes
  • konkrete Lösungen
  • klare Routinen

 

 

Niedrige Offenheit bedeutet nicht mangelnde Intelligenz

 

Das ist eine wichtige Abgrenzung.

Offenheit und Intelligenz sind nicht dasselbe.

Eine Person kann hochintelligent sein und gleichzeitig:

  • stärker konkrete Lösungen bevorzugen
  • weniger Interesse an ästhetischer Exploration haben
  • Vertrautes gegenüber Neuem bevorzugen

Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Fähigkeiten beschreiben unterschiedliche Bereiche.

 

 

Wann hohe Offenheit hilfreich sein kann

 

Zum Beispiel bei Aufgaben, die:

  • neue Perspektiven verlangen
  • Kreativität erfordern
  • komplexe Ideen verbinden
  • Veränderungsbereitschaft brauchen

Doch auch hier gilt:

Mehr ist nicht automatisch besser.

In manchen Situationen sind:

  • Beständigkeit
  • Standardisierung
  • konsequente Umsetzung

wichtiger als permanente Neuerfindung.

 

 

 

2. Gewissenhaftigkeit

 

Gewissenhaftigkeit beschreibt unter anderem Tendenzen zu:

  • Organisation
  • Zuverlässigkeit
  • Selbstdisziplin
  • Zielorientierung
  • Sorgfalt

Menschen mit höheren Ausprägungen planen häufig stärker voraus und verfolgen Aufgaben konsequenter.

Menschen mit niedrigeren Ausprägungen können spontaner, flexibler oder weniger strukturiert vorgehen.

 

 

 

Gewissenhaftigkeit ist nicht dasselbe wie Perfektionismus

 

Auch diese Begriffe sollten getrennt werden.

Gewissenhaftigkeit kann bedeuten:

zuverlässig und organisiert zu handeln.

Perfektionismus kann zusätzlich verbunden sein mit:

  • überhöhten Ansprüchen
  • starker Fehlerangst
  • Selbstkritik
  • Schwierigkeiten beim Abschließen

Eine gewissenhafte Person muss also keineswegs perfektionistisch sein.

 

 

 

Gewissenhaftigkeit und Leistung

 

Von den Big Five zeigt Gewissenhaftigkeit in vielen Untersuchungen besonders konsistente Zusammenhänge mit Leistungsmaßen.

Das ist plausibel.

Wer häufiger:

  • plant
  • dranbleibt
  • Aufgaben abschließt
  • Verantwortung übernimmt

schafft günstige Voraussetzungen für Leistung.

Die Zusammenhänge sind trotzdem keine Garantie.

Persönlichkeit beeinflusst Leistung. Sie bestimmt sie nicht allein.

 

 

 

3. Extraversion

 

Extraversion beschreibt unter anderem Unterschiede in:

  • Geselligkeit
  • Aktivität
  • Durchsetzungsorientierung
  • positiver Emotionalität
  • Suche nach sozialer Stimulation

Menschen mit höheren Ausprägungen erleben soziale Interaktion häufig als stimulierender und suchen sie stärker.

Menschen mit niedrigeren Ausprägungen werden häufig als introvertierter beschrieben.

 

 

 

Introversion ist kein Defizit

 

Introversion bedeutet nicht automatisch:

  • Schüchternheit
  • soziale Angst
  • Unsicherheit
  • mangelnde Kommunikationsfähigkeit

Eine introvertiertere Person kann:

  • sehr souverän präsentieren
  • gut führen
  • ausgezeichnet kommunizieren

und gleichzeitig weniger soziale Stimulation bevorzugen.

Extraversion beschreibt eine Persönlichkeitstendenz, keine Kompetenz.

 

 

 

Extraversion besteht aus mehreren Aspekten

 

Die breite Dimension kann verschiedene Facetten umfassen.

Zum Beispiel:

  • Geselligkeit
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Aktivität
  • positive Emotionen

Deshalb kann ein Mensch beispielsweise:

wenig gesellig und trotzdem sehr durchsetzungsfähig

sein.

Das ist ein Grund, warum einzelne Big-Five-Werte niemals den gesamten Menschen beschreiben.

 

 

4. Verträglichkeit

 

Verträglichkeit beschreibt unter anderem Tendenzen zu:

  • Kooperation
  • Mitgefühl
  • Vertrauen
  • Entgegenkommen
  • Rücksichtnahme

Menschen mit höheren Ausprägungen berücksichtigen häufig stärker soziale Harmonie und die Bedürfnisse anderer.

Menschen mit niedrigeren Ausprägungen können:

  • kritischer
  • kompetitiver
  • konfrontativer
  • skeptischer

auftreten.

 

 

 

Auch Verträglichkeit ist nicht einfach „gut“ oder „schlecht“

 

Hohe Verträglichkeit kann Kooperation erleichtern.

Sie kann gleichzeitig Schwierigkeiten bereiten, wenn jemand:

  • notwendige Konflikte vermeidet
  • zu schnell nachgibt
  • eigene Interessen kaum vertritt

Niedrigere Verträglichkeit kann Konflikte wahrscheinlicher machen.

Sie kann gleichzeitig hilfreich sein, wenn:

  • kritische Entscheidungen getroffen werden
  • unangenehme Fragen gestellt werden müssen
  • Interessen klar vertreten werden sollen

Auch hier entscheidet der Kontext.

 

 

 

5. Neurotizismus

 

Neurotizismus beschreibt Unterschiede in der Tendenz, negative emotionale Zustände zu erleben.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Sorgen
  • Anspannung
  • emotionale Reaktivität
  • Unsicherheit
  • Ärger

Bei niedrigeren Ausprägungen wird häufig von höherer emotionaler Stabilität gesprochen.

 

 

 

Neurotizismus ist keine psychische Erkrankung

 

Der Begriff klingt im Deutschen leicht pathologisierend.

Gemeint ist jedoch zunächst eine normale Persönlichkeitsdimension.

Ein höherer Wert bedeutet nicht automatisch:

  • psychische Erkrankung
  • Behandlungsbedarf
  • mangelnde Belastbarkeit

Er beschreibt eine statistische Tendenz zu stärkerer negativer Emotionalität.

Ob daraus tatsächlich Probleme entstehen, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

 

 

 

Emotionale Sensibilität kann auch Informationen liefern

 

Menschen mit höherer emotionaler Reaktivität bemerken möglicherweise:

  • Risiken
  • Spannungen
  • potenzielle Probleme

früher.

Das kann hilfreich sein.

Eine sehr starke und dauerhafte Belastung kann dagegen Ressourcen beanspruchen.

Auch hier ist eine einfache Bewertung:

hoch = schlecht

zu grob.

 

 

 

OCEAN: Eine einfache Merkhilfe

 

Die englischen Bezeichnungen ergeben das Kürzel OCEAN:

  • O – Openness to Experience
  • C – Conscientiousness
  • E – Extraversion
  • A – Agreeableness
  • N – Neuroticism

Das Kürzel hilft beim Erinnern.

Es sollte nur nicht dazu führen, die fünf Dimensionen stärker zu vereinfachen, als sinnvoll ist.

 

 

 

Die Big Five sind Dimensionen, keine Schubladen

 

Das ist vermutlich der wichtigste Punkt der gesamten Seite.

Du bist nicht:

„der Extravertierte“

oder:

„die Gewissenhafte“.

Du hast auf jeder der fünf Dimensionen eine bestimmte Ausprägung.

Und diese liegt auf einem Kontinuum.

Das ergibt ein individuelles Profil.

 

 

 

Ein Beispiel für ein Persönlichkeitsprofil

 

Eine Person könnte beispielsweise:

  • hoch in Offenheit
  • hoch in Gewissenhaftigkeit
  • mittel in Extraversion
  • niedriger in Verträglichkeit
  • niedrig in Neurotizismus

liegen.

Eine andere Person kann ein vollkommen anderes Muster haben.

Es gibt sehr viele mögliche Kombinationen.

Genau deshalb ist das Modell differenzierter als eine Einteilung in wenige Typen.

 

 

 

Warum fünf breite Faktoren?

 

Menschen lassen sich selbstverständlich mit viel mehr als fünf Adjektiven beschreiben.

Zum Beispiel:

  • neugierig
  • pünktlich
  • kontaktfreudig
  • misstrauisch
  • gelassen

Viele solcher Einzelmerkmale hängen statistisch miteinander zusammen.

Die Big Five bündeln zahlreiche dieser Merkmale in fünf breiteren Bereichen.

Das macht das Modell:

  • übersichtlich
  • vergleichbar
  • für Forschung gut nutzbar

 

 

 

Unter den Big Five liegen weitere Facetten

 

Die fünf Dimensionen sind sehr breit.

Deshalb können sie weiter untergliedert werden.

Je nach verwendetem Modell oder Test werden verschiedene Facetten unterschieden.

Das ist wichtig, weil zwei Menschen denselben Gesamtwert auf einer Dimension erreichen können und sich trotzdem in einzelnen Teilmerkmalen unterscheiden.

 

 

Breite und Genauigkeit haben unterschiedliche Vorteile

 

Die Big Five bieten eine gute Übersicht.

Für konkrete Fragen können Facetten genauer sein.

Ein Vergleich:

„Wie extravertiert ist jemand insgesamt?“

ist eine andere Frage als:

„Wie durchsetzungsstark tritt diese Person in Gruppen auf?“

Die zweite Frage ist enger.

Und kann für eine konkrete Situation relevanter sein.

 

 

Woher kommen die Big Five?

 

Eine wichtige Wurzel liegt im sogenannten lexikalischen Ansatz.

Die Grundidee:

Persönlichkeitsunterschiede, die Menschen über lange Zeit wichtig finden, hinterlassen Spuren in der Sprache.

Deshalb wurden große Sammlungen von Eigenschaftswörtern untersucht.

Mit statistischen Verfahren zeigte sich, dass sich viele dieser Merkmale zu breiteren Gruppen zusammenfassen lassen.

Parallel dazu entstanden fragebogenbasierte Ansätze.

Über Jahrzehnte entwickelte sich daraus das heutige Fünf-Faktoren-Modell.

 

 

 

Sind die Big Five wissenschaftlich anerkannt?

 

Ja.

Das Fünf-Faktoren-Modell gehört zu den am intensivsten erforschten Modellen der Persönlichkeitspsychologie.

Es wird seit Jahrzehnten untersucht.

Die fünf breiten Dimensionen zeigen sich:

  • in unterschiedlichen Messverfahren
  • in Selbst- und Fremdbeschreibungen
  • in zahlreichen Kulturen

Das bedeutet trotzdem nicht:

Das Modell sei vollständig oder in jeder Kultur exakt identisch.

 

 

 

Wie kulturübergreifend sind die Big Five?

 

Die fünf breiten Faktoren wurden in vielen kulturellen Kontexten wiedergefunden.

Deshalb wird häufig von einer erheblichen kulturübergreifenden Robustheit gesprochen.

Gleichzeitig mahnt die Forschung zur Vorsicht.

Einige:

  • kulturspezifische Persönlichkeitsbegriffe
  • weniger westlich geprägte Stichproben
  • unterschiedliche Antwortstile

lassen sich nicht immer vollständig durch dieselben fünf Faktoren abbilden.

Die angemessene Aussage lautet deshalb:

Die Big Five sind kulturübergreifend bemerkenswert robust, ohne deshalb jede kulturelle Besonderheit vollständig abzubilden.

 

 

 

Wie stabil ist Persönlichkeit?

 

Persönlichkeitsmerkmale sind relativ stabil.

Das bedeutet:

Menschen unterscheiden sich über längere Zeiträume hinweg in recht konsistenter Weise voneinander.

Relativ stabil bedeutet jedoch nicht:

unveränderlich.

Persönlichkeit kann sich über die Lebensspanne verändern.

 

 

 

Persönlichkeit ist weder vollkommen fest noch beliebig formbar

 

Das beschreibt die Forschung besser als beide Extreme.

Menschen zeigen:

Stabilität.

Und:

Veränderung.

Langzeituntersuchungen und Meta-Analysen zeigen, dass Big-Five-Merkmale über Jahre und Jahrzehnte eine beträchtliche Stabilität besitzen.

Gleichzeitig verändern sich durchschnittliche Ausprägungen und individuelle Profile im Laufe des Lebens.

 

 

 

Kann sich Persönlichkeit im Erwachsenenalter verändern?

 

Ja.

Veränderungen können zusammenhängen mit:

  • Lebensphasen
  • Rollen
  • Erfahrungen
  • Umweltbedingungen

Das bedeutet nicht, dass jedes einschneidende Ereignis automatisch Persönlichkeit verändert.

Und auch nicht, dass wir jede gewünschte Persönlichkeitseigenschaft kurzfristig beliebig einstellen können.

Die Realität liegt zwischen:

„So bin ich eben.“

und:

„Ich kann mich vollständig neu programmieren.“

 

 

 

Persönlichkeit und Verhalten sind nicht dasselbe

 

Auch das ist zentral.

Ein Persönlichkeitsmerkmal beschreibt eine Tendenz.

Es sagt nicht voraus, wie jemand in jeder einzelnen Situation handeln wird.

Eine eher introvertierte Person kann auf einer Bühne ausgesprochen präsent auftreten.

Eine sehr gewissenhafte Person kann einmal einen Termin vergessen.

Eine verträgliche Person kann in einer wichtigen Verhandlung sehr klar Nein sagen.

Persönlichkeit erhöht Wahrscheinlichkeiten. Sie schreibt Verhalten nicht vollständig vor.

 

 

 

Situation und Persönlichkeit wirken zusammen

 

Verhalten entsteht unter anderem aus:

  • Persönlichkeit
  • Situation
  • Zielen
  • Rollen
  • Erwartungen
  • Fähigkeiten
  • aktueller Verfassung

Deshalb erklärt ein Persönlichkeitstest niemals alles.

Er liefert:

eine Perspektive.

Nicht:

die vollständige Erklärung eines Menschen.

 

 

 

Big Five und berufliche Leistung

 

Persönlichkeitsmerkmale hängen mit verschiedenen Formen von Leistung zusammen.

In großen Forschungsübersichten zeigt besonders Gewissenhaftigkeit relativ konsistente Zusammenhänge.

Auch andere Dimensionen können je nach Aufgabe relevant sein.

Zum Beispiel kann Extraversion in stark sozial geprägten Rollen eine andere Bedeutung haben als bei Tätigkeiten, die lange konzentrierte Einzelarbeit verlangen.

Entscheidend ist:

Die Zusammenhänge sind im Durchschnitt vorhanden, jedoch weit von perfekter Vorhersage entfernt.

 

 

 

Ein Persönlichkeitsprofil entscheidet nicht über beruflichen Erfolg

 

Berufliche Leistung hängt zusätzlich ab von:

  • Kompetenz
  • Erfahrung
  • Motivation
  • Ressourcen
  • Führung
  • Arbeitsbedingungen
  • Team und Organisation

Deshalb wäre ein Satz wie:

„Dieser Big-Five-Wert zeigt, ob jemand erfolgreich sein wird.“

deutlich zu stark.

 

 

 

Big Five und Führung

 

Persönlichkeitsmerkmale können beeinflussen, wie Menschen führen.

Zum Beispiel:

  • wie stark sie soziale Interaktion suchen
  • wie strukturiert sie arbeiten
  • wie konfliktbereit sie sind
  • wie stark sie auf Risiken reagieren
  • wie offen sie für neue Ansätze sind

Doch auch hier gilt:

Persönlichkeit ist nicht Führungsqualität.

Führung umfasst zusätzlich:

  • Urteilsfähigkeit
  • Kommunikationskompetenz
  • Erfahrung
  • Werte
  • Entscheidungsverhalten
  • Selbstreflexion

 

 

 

Gibt es das ideale Big-Five-Profil für Führungskräfte?

 

Eine einfache Antwort wäre bequem.

Sie wäre nur wenig hilfreich.

Unterschiedliche Führungsaufgaben verlangen unterschiedliche Verhaltensweisen.

Eine Führungskraft in:

  • Krise
  • Innovation
  • Transformation
  • stabilem operativem Betrieb

steht vor unterschiedlichen Anforderungen.

Deshalb interessiert mich weniger:

„Habe ich das perfekte Profil?“

Hilfreicher ist:

„Wie gehe ich mit meinen typischen Tendenzen in dieser konkreten Rolle um?“

 

 

 

Big Five und Kommunikation

 

Persönlichkeit kann auch Kommunikationspräferenzen beeinflussen.

Beispielsweise kann jemand mit höherer Extraversion eher dazu neigen:

  • Gedanken im Gespräch zu entwickeln
  • häufiger spontan das Wort zu ergreifen
  • mehr soziale Stimulation zu suchen

Eine introvertiertere Person denkt möglicherweise länger vor einer Wortmeldung nach.

Das sind Tendenzen.

Keine festen Regeln.

 

 

 

Kommunikationsstil ist trainierbar

 

Selbst wenn Persönlichkeit relativ stabil ist, bedeutet das nicht:

Kommunikationsverhalten sei festgelegt.

Menschen können lernen:

  • klarer zu strukturieren
  • besser zuzuhören
  • Grenzen deutlicher zu formulieren
  • ruhiger aufzutreten
  • prägnanter zu sprechen

Persönlichkeit beeinflusst den Ausgangspunkt. Kompetenz erweitert den Handlungsspielraum.

 

 

 

Big Five und Selbstkenntnis

 

Hier liegt ein besonders sinnvoller Einsatz des Modells.

Ein Persönlichkeitsprofil kann Fragen anregen wie:

  • Welche Situationen kosten mich besonders viel Energie?
  • Wo arbeite ich sehr zuverlässig?
  • Wo neige ich möglicherweise zu Überkontrolle?
  • Wie reagiere ich unter Druck?
  • Wie schnell suche ich neue Erfahrungen?
  • Wie leicht spreche ich Konflikte an?

Die Antworten können Selbstreflexion unterstützen.

Sie sollten sie nicht ersetzen.

 

 

 

Selbstbild und Fremdbild können sich unterscheiden

 

Persönlichkeit kann aus unterschiedlichen Perspektiven eingeschätzt werden.

Zum Beispiel:

  • Selbsteinschätzung
  • Fremdeinschätzung

Diese Perspektiven müssen nicht identisch sein.

Du erlebst deine:

  • Gedanken
  • Motive
  • inneren Reaktionen

Andere Menschen sehen stärker:

dein beobachtbares Verhalten.

Beide Perspektiven können Informationen liefern.

 

 

 

Abweichungen zwischen Selbstbild und Fremdbild sind interessant

 

Nicht weil eine Seite automatisch richtig liegt.

Sondern weil die Differenz Fragen ermöglicht.

Zum Beispiel:

„Ich erlebe mich als zurückhaltend. Warum wirke ich auf andere durchsetzungsstark?“

Oder:

„Ich halte mich für sehr strukturiert. Warum erleben andere meine Kommunikation als sprunghaft?“

Solche Unterschiede können wertvoller sein als ein einzelner Testwert.

→ Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung

 

 

 

Wie werden die Big Five gemessen?

 

Typischerweise mit standardisierten Fragebögen.

Dabei beantworten Personen eine Reihe von Aussagen über:

  • Verhalten
  • Vorlieben
  • typische Reaktionen

Aus den Antworten werden Werte auf den fünf Dimensionen berechnet.

Je nach Instrument können zusätzlich einzelne Facetten ausgewiesen werden.

 

 

 

Nicht jeder Online-Test ist gleich gut

 

Das Internet ist voller Persönlichkeitstests.

Einige verwenden wissenschaftlich etablierte Skalen.

Andere sind hauptsächlich:

  • Unterhaltung
  • Marketing
  • Leadgeneratoren

Bei ernsthaften Anwendungen lohnt sich deshalb die Frage:

  • Welches Instrument wird verwendet?
  • Wie zuverlässig misst es?
  • Wie wurde es validiert?
  • Welche Vergleichsgruppe liegt zugrunde?
  • Wie werden Ergebnisse interpretiert?

 

 

 

Ein Testergebnis ist keine Diagnose

 

Die Big Five beschreiben normale Unterschiede in Persönlichkeit.

Sie diagnostizieren keine:

  • psychische Erkrankung
  • Persönlichkeitsstörung
  • Führungsfähigkeit
  • Berufseignung

Ein hoher oder niedriger Wert auf einer Dimension ist zunächst:

eine Beschreibung.

Keine Diagnose.

 

 

 

Warum Prozentwerte leicht falsch verstanden werden

 

Ein Ergebnis wie:

„80 Prozent Extraversion“

kann sehr eindeutig wirken.

Je nach Test bedeutet der Wert jedoch möglicherweise etwas anderes.

Vielleicht handelt es sich um:

  • einen Rohwert
  • einen Prozentwert der Skala
  • einen Vergleich mit einer Normgruppe

Deshalb sollte ein Testergebnis immer zusammen mit seiner Messmethode verstanden werden.

 

 

 

Big Five und Persönlichkeitstypen

 

Menschen mögen Typen.

Sie sind leicht zu merken.

Zum Beispiel:

„Ich bin Typ X.“

Das erzeugt schnell ein Gefühl von Klarheit.

Die Big Five funktionieren anders.

Sie akzeptieren, dass Persönlichkeit:

mehrdimensional und graduell

ist.

Das ist weniger spektakulär.

Und häufig realistischer.

 

 

 

Big Five oder MBTI?

 

Die beiden Ansätze werden häufig miteinander verglichen.

Sie verfolgen jedoch unterschiedliche Logiken.

Die Big Five beschreiben:

kontinuierliche Merkmalsdimensionen.

Viele populäre Typologien ordnen Menschen dagegen:

Kategorien oder Typen

zu.

Aus wissenschaftlicher Perspektive verfügen die Big Five über eine wesentlich breitere empirische Forschungsbasis.

Das bedeutet nicht, dass jede Anwendung automatisch gut ist.

Es bedeutet:

Das zugrunde liegende Modell ist deutlich besser untersucht.

 

 

 

Big Five sind kein Horoskop für die Persönlichkeit

 

Auch ein wissenschaftlich fundiertes Modell lässt sich schlecht verwenden.

Zum Beispiel wenn aus:

„höhere Verträglichkeit“

wird:

„Deshalb kann diese Person keine Führungskraft sein.“

Das wäre eine Überinterpretation.

Das Modell liefert Wahrscheinlichkeitsaussagen und Beschreibungen.

Es liefert keine fertigen Lebensurteile.

 

 

 

Keine Dimension ist grundsätzlich die beste

 

Das ist ein weiterer Vorteil einer differenzierten Betrachtung.

Hohe Ausprägungen können Vorteile haben.

Und Kosten.

Niedrige Ausprägungen ebenfalls.

Zum Beispiel:

 

Hohe Gewissenhaftigkeit

kann Zuverlässigkeit fördern.

Sie kann unter bestimmten Bedingungen auch mit:

  • Überkontrolle
  • geringerer Flexibilität

einhergehen.

 

Hohe Verträglichkeit

kann Kooperation erleichtern.

Sie kann gleichzeitig klare Konfrontation erschweren.

 

Hohe Offenheit

kann Ideenreichtum unterstützen.

Sie kann zugleich dazu führen, dass Bewährtes schneller langweilig erscheint.

Persönlichkeitsmerkmale entfalten ihre Wirkung immer in einem Kontext.

 

 

 

Was können die Big Five gut?

 

Sie können:

  • breite Persönlichkeitsunterschiede strukturiert beschreiben
  • Forschung vergleichbarer machen
  • Selbstreflexion unterstützen
  • Zusammenhänge mit Verhalten untersuchen
  • eine gemeinsame Sprache für Persönlichkeitsmerkmale schaffen

 

 

 

Was können die Big Five nicht?

 

Sie können nicht vollständig erklären:

  • warum jemand eine konkrete Entscheidung trifft
  • welche Werte jemand vertritt
  • welche Fähigkeiten jemand besitzt
  • wie sich jemand in jeder Situation verhält
  • welche persönliche Geschichte hinter einem Verhalten steht

Deshalb ist das Big-Five-Profil:

eine Landkarte.

Nicht:

die gesamte Landschaft.

 

 

 

Big Five und Werte

 

Persönlichkeit und Werte sollten nicht verwechselt werden.

Eine Person kann beispielsweise sehr durchsetzungsstark sein.

Daraus folgt noch nicht:

wofür sie ihre Durchsetzungsfähigkeit einsetzt.

Ebenso kann hohe Gewissenhaftigkeit dazu beitragen, Ziele konsequent zu verfolgen.

Sie beantwortet nicht:

welche Ziele gewählt werden.

Persönlichkeitsmerkmale beschreiben Tendenzen.

Werte geben stärker Orientierung darüber, was jemand für:

  • wichtig
  • richtig
  • erstrebenswert

hält.

 

 

 

Big Five und Kompetenz

 

Auch Kompetenz ist etwas anderes.

Eine extravertierte Person ist nicht automatisch:

eine gute Rednerin.

Eine introvertierte Person ist nicht automatisch:

eine schlechte Rednerin.

Gutes Präsentieren erfordert unter anderem:

  • Struktur
  • Publikumsorientierung
  • verständliche Sprache
  • Präsenz
  • Übung

Das lässt sich entwickeln.

 

 

 

Persönlichkeit als Ausgangspunkt statt Ausrede

 

Ein Persönlichkeitstest kann leicht zu Sätzen führen wie:

„Ich bin eben introvertiert.“

Oder:

„Ich bin einfach nicht besonders gewissenhaft.“

Solche Beschreibungen können Verständnis schaffen.

Sie sollten Handlungsspielraum nicht unnötig verkleinern.

Die bessere Frage lautet:

„Welche Tendenz habe ich – und wie möchte ich damit umgehen?“

 

 

 

Persönlichkeit und Selbstführung

 

Genau hier kann das Modell praktisch werden.

Wenn du deine typischen Tendenzen kennst, kannst du Bedingungen gestalten.

Zum Beispiel:

  • mehr Struktur schaffen
  • bewusst Pausen einplanen
  • kritische Stimmen aktiv einladen
  • Risiken systematischer prüfen
  • konkreter Grenzen setzen

Dann wird Persönlichkeitswissen zu:

Selbstführung.

 

 

 

Big Five im Coaching

 

Persönlichkeitsmodelle können im Coaching sinnvoll sein, wenn sie:

  • Hypothesen liefern
  • Selbstreflexion anregen
  • Verhaltensmuster sichtbar machen
  • neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen

Problematisch werden sie, wenn sie Menschen festlegen.

Zum Beispiel:

„Du bist nun einmal so.“

Das widerspricht dem eigentlichen Nutzen.

 

 

 

Was mich an einem Big-Five-Profil interessiert

 

Weniger:

„Welcher Wert steht da?“

Interessanter sind Fragen wie:

  • Wo erkennst du dich darin wieder?
  • Wo stimmt das Ergebnis nicht mit deinem Selbstbild überein?
  • Was sagen andere über deine Wirkung?
  • Wann hilft dir diese Tendenz?
  • Wann begrenzt sie dich?
  • Welches Verhalten möchtest du bewusst erweitern?

Dann wird aus einem Zahlenprofil:

eine brauchbare Reflexion.

 

 

 

Big Five und berufliche Rollen

 

Eine Rolle kann Verhalten verlangen, das nicht automatisch der eigenen Präferenz entspricht.

Zum Beispiel kann eine introvertiertere Führungskraft:

  • häufig präsentieren
  • Netzwerke aufbauen
  • große Veranstaltungen leiten

und dabei sehr wirksam sein.

Vielleicht braucht sie anschließend mehr Rückzug als eine extravertiertere Person.

Das ist keine Schwäche.

Es ist eine Frage der Selbststeuerung.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht, jeder Persönlichkeitstendenz zu folgen

 

Auch dieser Gedanke ist wichtig.

Authentisch sein bedeutet nicht:

„Ich verhalte mich immer genauso, wie es spontan zu meiner Persönlichkeit passt.“

Wir können Rollen übernehmen.

Wir können Fähigkeiten entwickeln.

Wir können bewusst entscheiden.

Authentizität besteht eher darin, dass dieses Verhalten mit:

  • Werten
  • Zielen
  • Selbstverständnis

vereinbar bleibt.

 

 

 

Big Five und Personalauswahl

 

Persönlichkeitsdiagnostik kann in beruflichen Kontexten Informationen liefern.

Sie sollte dort professionell eingesetzt werden.

Ein einzelner Big-Five-Wert sollte nicht isoliert über:

  • Einstellung
  • Beförderung
  • Führungseignung

entscheiden.

Seriöse Auswahl berücksichtigt zusätzlich:

  • konkrete Anforderungen
  • Fachkompetenz
  • Erfahrung
  • Arbeitsproben
  • strukturierte Interviews

Ein Persönlichkeitsprofil ergänzt Informationen. Es ersetzt keine professionelle Beurteilung.

 

 

 

Vorsicht vor Wunschprofilen

 

Wenn Organisationen ein angeblich ideales Persönlichkeitsprofil definieren, besteht ein Risiko:

Ähnlichkeit wird mit Eignung verwechselt.

Ein Team kann jedoch gerade davon profitieren, dass Menschen:

  • unterschiedlich denken
  • Risiken unterschiedlich bewerten
  • verschiedene Kommunikationsstile besitzen

Entscheidend ist weniger maximale Ähnlichkeit.

Entscheidend ist:

ob die Kombination zur Aufgabe funktioniert.

 

 

 

Wie sinnvoll sind sehr kurze Big-Five-Tests?

 

Kurze Tests haben einen Vorteil:

Sie sparen Zeit.

Der Preis kann geringere Differenzierung sein.

Für Forschung mit sehr großen Stichproben können kurze Instrumente sinnvoll sein.

Für individuelle Entscheidungen mit hoher Tragweite ist häufig ein differenzierteres Verfahren angemessener.

Je wichtiger die Entscheidung, desto sorgfältiger sollte die Messung sein.

 

 

 

Was bedeutet ein hoher oder niedriger Wert?

 

Er bedeutet zunächst:

eine relative Ausprägung auf einer bestimmten Skala.

Nicht:

gut oder schlecht.

Ein Wert bekommt Bedeutung erst durch:

  • Messverfahren
  • Vergleichsgruppe
  • Situation
  • Fragestellung

Deshalb sollte ein Test nicht mehr behaupten, als er messen kann.

 

 

 

Fünf Fragen für den sinnvollen Umgang mit Persönlichkeitstests

 

  1. Welches Modell liegt dem Test zugrunde?
  2. Wie gut ist das Instrument wissenschaftlich geprüft?
  3. Was bedeutet mein Wert tatsächlich?
  4. Welche konkreten Verhaltensbeispiele passen dazu?
  5. Welche Schlussfolgerung darf ich daraus gerade nicht ziehen?

 

 

 

Big Five zur Selbstreflexion nutzen

 

Du kannst die fünf Dimensionen auch ohne Test als Reflexionsrahmen verwenden.

 

Offenheit

Wie leicht lasse ich neue Perspektiven zu?

 

Gewissenhaftigkeit

Wie zuverlässig strukturiere und verfolge ich Aufgaben?

 

Extraversion

Wie viel soziale Stimulation suche ich?

 

Verträglichkeit

Wie stark priorisiere ich Kooperation gegenüber Konfrontation?

 

Neurotizismus

Wie stark reagiere ich typischerweise auf Unsicherheit, Stress oder mögliche Risiken?

Diese Fragen liefern noch keine Messung.

Sie können trotzdem gute Selbstreflexion anregen.

 

 

 

Die interessante Frage kommt nach dem Profil

 

Ein Testergebnis kann sagen:

„Hier liegt wahrscheinlich eine Tendenz.“

Dann beginnt erst die praktisch relevante Arbeit.

Zum Beispiel:

Wie wirkt sich diese Tendenz in meinem Alltag aus?

Wann hilft sie mir?

Wann brauche ich mehr Flexibilität?

Welches Verhalten möchte ich gezielt entwickeln?

Das ist häufig wertvoller als die reine Zahl.

 

 

 

Persönlichkeit verstehen, ohne Menschen festzulegen

 

Das ist für mich der sinnvollste Umgang mit Persönlichkeitsmodellen.

Sie können helfen:

Muster zu sehen.

Sie sollten nicht dazu führen:

Menschen auf Muster zu reduzieren.

Ein Modell wird nützlich, wenn es:

  • Verständnis erweitert
  • Fragen verbessert
  • Handlungsmöglichkeiten vergrößert

Es wird problematisch, wenn es aus einem Menschen:

eine Schublade

macht.

 

 

 

Wenn Persönlichkeit im beruflichen Kontext eine Rolle spielt

 

Bei Führung, Kommunikation und wichtigen beruflichen Entscheidungen kann Selbstkenntnis sehr wertvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Wie wirke ich unter Druck?
  • Welche Kommunikationsmuster sind typisch für mich?
  • Wo überschätze ich meine natürliche Präferenz?
  • Welche Verhaltensoption fehlt mir bislang?

Ein Persönlichkeitsmodell kann dafür ein Ausgangspunkt sein.

Entscheidend bleibt die Übersetzung in:

konkretes Verhalten.

→ Selbsterkenntnis und bewussteres Handeln

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstreflexion, Kommunikation, Führungsverhalten oder die Entwicklung beruflicher Handlungsmöglichkeiten geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Führungs-, Kommunikations- oder Entscheidungssituation hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Die Big Five beschreiben Persönlichkeit – sie definieren keinen Menschen

 

Die Big Five gehören zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Modellen der Persönlichkeit.

Sie beschreiben fünf breite Dimensionen:

  • Offenheit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Extraversion
  • Verträglichkeit
  • Neurotizismus

Ihre Stärke liegt darin, Persönlichkeit:

dimensional statt in starren Typen

zu betrachten.

Sie können helfen:

  • Unterschiede besser zu beschreiben
  • Selbstreflexion anzuregen
  • Verhalten wissenschaftlich zu untersuchen

Sie können jedoch nicht:

  • den ganzen Menschen erklären
  • Verhalten sicher vorhersagen
  • Werte oder Kompetenz ersetzen
  • eine Diagnose liefern

Deshalb ist die spannendste Frage nach einem Persönlichkeitstest selten:

„Welcher Typ bin ich?“

Interessanter ist:

„Welche Tendenzen erkenne ich – und wie möchte ich damit umgehen?“

Persönlichkeit beschreibt Wahrscheinlichkeiten. Sie setzt deinem Handlungsspielraum keine endgültigen Grenzen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 10. November 2026

High Potentials: Was sie auszeichnet.

High Potentials: Was sie auszeichnet.

Was High Potentials ausmacht und was sie so begehrt macht.
High Potentials

High Potentials

 

Ein attraktives Gehalt genügt nicht, sie für sich zu gewinnen, denn das bietet den High Potentials heutzutage nahezu jeder Arbeitgeber.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

High Potentials

 

Als High Potentials werden Menschen bezeichnet, die sich durch hervorragende fachliche Qualifikation und auch durch sehr gutes Sozialverhalten und Engagement auszeichnen. Häufig bezieht sich der Begriff High Potentials sich auf jüngere, Hochschulabsolventen mit guten Abschlüssen, bei denen von einem hohem Weiterentwicklungs- beziehungsweise Aufstiegspotenzial erwartet wird. Welches Unternehmen will auch freiwillig mit den Zweitbesten Vorlieb nehmen?

 

Geschätzte Eigenschaften bei High Potentials:

  • Belastbarkeit
  • Flexibilität
  • Führungsqualitäten
  • Interdisziplinäres Denken
  • Konfliktfähigkeit
  • Lernbereitschaft
  • Lernfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Motivation
  • Persönlichkeit
  • Präsentationsstärke
  • Relevante Praktika
  • Selbsterkenntnis
  • Selbstbewusstsein
  • Sozialkompetenz

 

 

 

Personalmarketing in Zeiten des War for Talents

 

Arbeitgeber müssen sich immer mehr anstrengen, denn Absolventen mit guten Abschlüssen sind begehrt und können sich in manchen Branchen die Stellen aussuchen. Ein attraktives Gehalt genügt nicht, sie für sich zu gewinnen, denn das bietet den High Potentials heutzutage nahezu jeder Arbeitgeber.

Bei den international aktiven Unternehmen richten manche ihr Talentmanagement und Recruiting danach aus, um High Potentials ausfindig zu machen. Ein funktionierendes Talentmanagement hilft dabei das Potenzial vorhandener und neuer Mitarbeiter zu erkennen, richtig einzuschätzen und vorausschauend weiter zu entwickeln. Regelmäßige Fort- und Weiterbildung, Coaching und Mentoring sind bewährte Bausteine, um aus Berufseinsteigern die Manager der Zukunft zu entwickeln.

 

 

 

Die Einstellung zählt!

 

So attraktiv High Potentials für Unternehmen sind, wo Licht, da auch Schatten. Überdurchschnittlich oft scheitern sie aufgrund fehlender Fähigkeit zur Selbstkritik. Wie verhält sich die Zukunftshoffnung im Umgang mit anderen Menschen. Einige Unternehmen setzen deswegen auf Coaching, damit Selbstüberschätzung nicht zum Stolperstein wird.

P.S.

 

Woran sind High Potentials aus Ihrer Sicht zu erkennen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #6780
K:
Ü:

31 Tipps für clevere Gehaltsverhandlungen. So steigern Sie Ihr Einkommen.

31 Tipps für clevere Gehaltsverhandlungen. So steigern Sie Ihr Einkommen.

Erfolgreiche Gehaltsgespräche: Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft
Überdurchschnittliche Reden halten

Gehaltsverhandlungen

 

So verschenken Sie in Gehaltsgesprächen keine Chancen. Erfahren Sie, wie Sie Fehler bei Gehaltsverhandlungen vermeiden und die Chancen erhöhen.

Es kommt der Moment der Gehaltsverhandlung

 

Wer die eigene Leistung und deren Bedeutung für das Unternehmen kennt, kommt irgendwann an den Punkt, an dem ein Gehaltsgespräch ansteht.

Es scheint so, als wenn das schlagartig einiges verändert. Die meisten Menschen verhalten sich in Gehaltsgesprächen jenseits der eigenen Möglichkeiten und vergessen, was sie gelernt haben. Gerade Führungskräfte kennen Gehaltsgespräche ja selbst aus der anderen Perspektive. Doch ist es ein ziemlicher Unterschied, ob sie das Unternehmen oder eigene Interessen vertreten. Wenn es um die eigene Person geht, ist vieles ganz anders bzw. wird selbst anders wahrgenommen.

Auch wer sonst erfolgreich ist macht hier oft Anfängerfehler. Das ist weder gut für Ihr Konto, noch für das Bild, das Sie von sich liefern. Verhalten Sie sich so professionell, wie bei Ihrer Arbeit. Ihre Vorbereitung entscheidet über Ihren Verhandlungserfolg.

Kommunikationskompetenz und Selbstmarketing

Kurs in Hellsehen?

 

Zugegeben, nicht alles lässt sich vorhersehen und vorbereiten. Doch wo es uns gelingt, sind wir im Vorteil. Und hinsichtlich der Karriere ist so einiges absehbar. So ist es beispielsweise im Bewerbungsgespräch und auch während einer Anstellung lohnenswert, die besten Argumente für Ihre Gehaltsverhandlung zu kennen und frühzeitig die Weichen zu stellen.

 

 

 

An das Gute im Menschen glauben und trotzdem …

 

Sie werden nicht das Gehalt bekommen, das Sie verdienen, wenn Sie sich allzu blauäugig darauf verlassen, Ihr Vorgesetzter sieht Ihre Leistungen und honoriert diese entsprechend. Warum sollte er Ihnen etwas geben, dass Sie nicht verlangen?

Und auch wenn Sie persönlich der festen Überzeugung sind, dass Sie mehr Geld brauchen, sieht Ihr Chef das oft anders.

Überzeugen Sie nicht, dann ist das Bewerbungsgespräch oder das Jahresgespräch vorbei und zurückbleibt bei Ihnen das latente Gefühl, dass da für Sie mehr drin gewesen wäre. Sie haben den Eindruck, dass Ihre Leistung einfach nicht entsprechend gewürdigt wird und das frustriert.

Um die eigene Position auf dem Weg zur Gehaltserhöhung zu verbessern, brauchen Sie stichhaltige Argumente. Und stichhaltige Argumente im Gehaltspoker sind Argumente, die aus Sicht Ihres Chefs tatsächlich zählen.

Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft

 

Mit den folgenden Tipps lassen sich grundlegende Fehler vermeiden.

Erfolgreiche Gehaltsgespräche werden frühzeitig vorbereitet. Der Erfolg wird wesentlich von den eigenen Fähigkeiten, deren Bedeutung und Nutzen für das Unternehmen und der Fähigkeit, diese Leistungen zu kommunizieren, beeinflusst. Also geht es schon im Vorfeld darum, den Entscheidern und Meinungsbildnern gute Gründe für eine Gehaltserhöhung zu liefern.

Sie kennen die Situation. Stellen Sie sich die Frage, in welchem Bereich Sie für das Unternehmen „unentbehrlich“ sind. Und Hand aufs Herz: Für wen ist das wie und woran erkennbar und tatsächlich von Nutzen?

Halten Sie Augen und Ohren offen. In der Vorbereitungsphase ist es hilfreich, Informationen zu sammeln. Betrachten Sie die Beziehungen, in denen Ihre Gehaltsvorstellungen, die unternehmensüblichen und die am Markt üblichen Gehälter und Ihr Nutzen für das Unternehmen stehen. Wie sind die zukünftigen Erwartungen und Ihre Bedeutung für das Unternehmen?

Bereiten Sie sich auch auf etwaige Gegenargumente im Gehaltsgespräch vor und üben Sie deren Entkräftung.

Nehmen Sie das Gehaltsgespräch vorweg, indem Sie es in Gedanken, noch besser mit einer geeigneten Person, durchspielen. (Und ja, ich mache so etwas!). Dabei gehen Sie sowohl in Ihre eigene Rolle als auch in die Ihres Gesprächspartners. Was nehmen Sie in den beiden Rollen wahr und was würden Sie tun?

Für das Gehaltsgespräch wählen Sie möglichst einen günstigen Zeitpunkt. Das kann beispielsweise ein Moment sein, in dem Ihr Erfolg besonders deutlich ist, Ihr Vorgesetzter besonders gute Laune hat und es dem Unternehmen gerade besonders gut geht.

 

 

 

31 Tipps für deine nächste Gehaltsverhandlung

 

Einige Empfehlungen zum Gehaltsgespräch bzw. der Gehaltsverhandlung:

 

 

1. Den eigenen Wert kennen

 

Seien Sie sich Ihrer Bedeutung für das Unternehmen bewusst, Sie sind kein Bittsteller. Treten Sie selbstbewusst auf. Nein, das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern damit für sich einzustehen. Gerade Frauen neigen noch immer dazu, zurückhaltender ihr Gehalt zu verhandeln.

 

 

 

2. Sachlichkeit

 

Bieten Sie eine sachliche Präsentation Ihrer Leistungen. Beginnen Sie Ihren Gesprächsbeitrag mit messbaren Ergebnissen.

 

 

 

3. Gegenargumente entkräften

 

 

Erkunden Sie die möglichen Motive und Gegenargumente. Widmen Sie sich auch den unangenehmsten Gegenargumenten, sodass Sie eine Entkräftung im Hinterkopf haben. Mit etwas Vorbereitung lassen sich aus den bedrohlichsten Begründungen sogar Argumente für die eigene Sache machen.

 

 

 

4. Fakten

 

Setzen Sie auf nachweisbare Fakten. Was nicht belegbar ist, bleibt draußen.

 

 

 

5. Win-win

 

Zeigen Sie den Wert der Lösung für beide Seiten auf.

 

 

 

6. Realistisch bleiben

 

Bleiben Sie realistisch. Recherchieren Sie die branchenüblichen Gehälter mittels verschiedener glaubwürdiger Quellen, die auch einer Prüfung standhalten.

 

 

 

7. Vergleiche

 

Vergleichen Sie sich niemals mit anderen Kollegen.

 

 

 

8. Private Bedürfnisse

 

 

Sie sollten keine privaten Notwendigkeiten in die Argumentation einbringen. Dass Ihre Kinder ohne Gehaltserhöhung hungern müssen, ist traurig, doch kein ideales Argument für Gehaltsverhandlungen.

 

 

 

9. Zustandsmanagement

 

Besonders, wenn es für Sie um etwas geht, kann es schon mal an den Emotionen kratzen. Bleiben Sie auch dann sachlich, wenn Sie das Gespräch frustriert und reagieren Sie auch bei einem für Sie nicht zufriedenstellenden Ergebnis wie einem „Nein“ nicht emotional.

 

 

 

10. Drohungen

 

Lassen Sie sich niemals zu Drohungen verleiten. Selbst, wenn Ihre Vorstellungen ansonsten annehmbar wären, kann Ihr Vorgesetzter sich auf keine Erpressung einlassen. Das würde zu viele Nachteile für ihn mit sich bringen.

 

 

 

11. Nachfragen

 

Lassen Sie sich Einwände begründen.

Merken Sie sich die Begründungen, um die Grundlage für ein kommendes Gehaltsgespräch zu verbessern.

 

 

 

12. Erwartungen

 

Ihr Wert für das Unternehmen liegt mehr in den zukünftigen Erwartungen, als in dem, was war. So bewundernswert Ihre Erfolge bisher waren, was haben das Unternehmen und Ihr Gesprächspartner jetzt und zukünftig davon?

 

 

 

13. Zurückhaltung

 

Vermeiden Sie zuerst eine Zahl in den Raum zu werfen, dass verschlechtert meist die Verhandlungsposition. Allerdings gibt es Ausnahmen, wenn Sie sehr gut vorbereitet – und nur dann – ein Eröffnungsangebot machen, können Sie den Rahmen vorgeben.

 

 

 

14. Nicht das erste Angebot annehmen

 

Wird das erste Angebot zu schnell angenommen, vermittelt es das Gefühl Sie wären auch mit weniger zufrieden gewesen. Das lässt den Verhandler nicht gut aussehen.

 

 

 

15. Eigene Vorstellung

 

Nennen Sie Ihre eigenen Vorstellungen. Selbst, wenn Sie das erste Angebot des Arbeitgebers annehmen wollen, wollen Sie aktiv und professionell am Gehaltsgespräch teilnehmen. Nur dürfen Sie dabei nicht unverschämt und gierig wirken.

 

 

 

16. Jenseits des Gehalts

 

Wenn Sie sich nicht auf finanzieller Ebene, dann schauen Sie sich weiter Optionen an. Das sind materielle Vorteile, wie beispielsweise Firmenwagen und zusätzliche Freiheiten, wie Homeoffice.

Bei realistischen Vereinbarungen sind auch Prämien eine Option.

 

 

 

17. Respekt

 

Eine Gehaltsverhandlung ist kein Streitgespräch, falls Sie anschließend weiterhin gut miteinander auskommen wollen, solltest du den Rapport (Beziehung) im Auge behalten.

 

 

 

18. Timing

 

Es gilt, den besten Moment für das Gespräch zu wählen. Wie geht es dem Unternehmen, was steht an, wie ist die Stimmung, die eigene Postion? Selbst Uhrzeit und Ort haben Einfluss auf das Ergebnis. Nutzen Sie den Gestaltungsspielraum.

 

 

 

19. Die Zahl

 

Es mag wie im Supermarkt wirken, doch es wirkt auch in Gehaltsverhandlungen. Eine spezifisch wirkende Zahl ohne viele Nullen wirkt präziser, wird weniger angezweifelt. Solche Zahlen scheinen auf Überlegungen zu beruhen und reduzieren psychologisch den Verhandlungsspielraum nach unten.

 

 

 

20. Flexibilität

 

Bleiben Sie beweglich. Hören Sie sich die Argumente an und betrachten Sie die daraus ableitbaren Szenarien. Viele Wege führen nach Rom. Es hilft, wenn Sie Ihre Werte, Position und Orientierungspunkte kennen, dann können Sie beim Weg dorthin flexibler bleiben.

 

 

 

21. Gefallen erbitten

 

Wenn Sie einen kleinen Gefallen erbitten, steigt die Wahrscheinlichkeit größerer Zugeständnisse.

 

 

 

22. Gehaltsanpassungen vs. Gehaltsverhandlung

 

Begriffe wie Gehaltsverhandlung, Gehaltsgespräch, Gehaltserhöhung erzeugen bei Vorgesetzten einen anderen Fokus als Gehaltsanpassung.

 

 

 

23. Körpersprache

 

In einem eigenen Artikel finden Sie Empfehlungen, wie Sie Ihre Körpersprache bei Gehaltsgesprächen einsetzen können.

 

 

 

24. Ja

 

Verkäufer kennen die Wirkung von Ja-Straße. Jedes geäußerte Ja erhöht die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Ja. Also beginnen Sie das Gespräch mit Fragen, auf denen Sie ein Ja erwarten.

 

 

 

25. Zuhören

 

Hören Sie gut zu und stellen Sie aktiv Fragen. Sammeln Sie Informationen für weitere Argumente und gegebenenfalls zukünftige Gespräche. Ergründen Sie die Sprachmuster und Motive Ihres Gesprächspartners.

 

 

 

26. Pausen

 

Lassen Sie Gesprächspausen zu. Viele Menschen ertragen sie nicht und füllen sie unüberlegt. Wo es angebracht ist, unterstreichen Sie Ihre Entschlossenheit mit souveränem Schweigen.

 

 

 

27. Rapport

 

Gemeinsamkeiten verbinden, also setzen Sie respektvoll darauf. Nur Vorsicht vor dem häufig von NLP-Trainern oder Selbsthilfebüchern empfohlenen Spiegeln von Aussagen und Körpersprache. Das erfordert Übung und die richtige Einstellung. Sonst wird das als Manipulation empfunden und belastet die Beziehung.

 

 

 

28. Konjunktive und andere Weichmacher

 

Verbannen Sie Sprache aus Ihrem Wortschatz, der Ihren Aussagen die Kraft gibt. Viele Menschen verwenden Weichmacher, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich habe für Sie eine Liste mit Beispielen von Weichmachern zusammengestellt. Die haben gerade in Gehaltsgesprächen nichts zu suchen.

 

 

 

29. Vertagen

 

Mitunter ist es bei festgefahrenen Gehaltsverhandlungen besser, eine Vertagung zu vereinbaren. Bis zum nächsten Gespräch können Sie es mit professioneller Unterstützung auswerten und sich vorbereiten.

 

 

 

30. Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch

 

Egal wie das Gehaltsgespräch ausgeht, es wird wohl nicht Ihr letztes gewesen sein. Also werten Sie es anschließend ausführlich aus und leiten Sie ab, was daraus zu lernen und vorzubereiten ist. Die Weichen für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen werden schon lange vorher gestellt. Wenn Sie gut zugehört haben, kennen Sie jetzt die wesentlichen Faktoren. Pflegen Sie Ihr authentisches Selbstmarketing.

 

 

 

31. Diskretion

 

Selbst wenn Sie noch so stolz über Ihren Verhandlungserfolg sind; prahlen Sie nicht damit. Das macht Sie nicht nur bei Kollegen unbeliebt, sondern auch beim Unternehmen.

Den beachtlichen Gehaltsnachweis versehentlich auf dem Kopierer liegenzulassen, mag kurzfristig Bewunderung zutage bringen. Doch dann folgen Begehrlichkeiten und Ärger.

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
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  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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P.S.

 

Wie bereiten Sie sich auf Gehaltsverhandlungen vor und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Artikel

Salamitaktik erkennen: Wenn kleine Zugeständnisse zu weit führen

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack Januar 2004
#9

20+ Tipps für das Telefoninterview. Bewerbungsgespräche am Telefon.

20+ Tipps für das Telefoninterview. So gelingen Bewerbungsgespräche am Telefon.

Damit Sie sich und Ihr Angebot auch am Telefon überzeugend präsentieren
Das Telefoninterview meistern

Telefoninterviews meistern

 

Hier erfahren Sie, wie Sie sich und Ihr Angebot auch bei einem Telefoninterview überzeugend präsentieren. Nehmen Sie eine weitere Stufe zur angestrebten Anstellung.

Überblick

 

 

 

 

20+ Tipps für das Telefoninterview zum (Traum-)job

 

Anschreiben, Lebenslauf, mitunter auch eine Videobewerbung und dann persönliche Vorstellungsgespräche sind häufige Hürden zur angestrebten Anstellung. Mitunter ist ein Telefoninterview ein Zwischenschritt zur Vorauswahl oder bei Unklarheiten. So meistern Sie ihn:

 

 

1. Vorbereitung auf das Telefoninterview

 

Mögliche Fragen und Antworten wollen ebenso vorbereitet sein, wie die Recherche zu Unternehmen und Gesprächspartner.

 

 

a. Antworten auf typische Fragen

 

Eine Liste mit typischen Fragen bei Vorstellungsgesprächen finden Sie hier. Bei telefonischen Interviews geht es oft darum, Unklarheiten wie Lücken im Lebenslauf zu klären. Meist ist es die Stufe zum nächsten Schritt, dem persönlichen Vorstellungsgespräch. Manche Fragen, wie zum erwartenden Gehalt, sind in dieser Phase meist unpassend.

 

 

b. Selbstvorstellung

 

Damit Sie insbesondere bei der Selbstvorstellung nicht vom Hölzchen auf Stöckchen kommen, lohnt es sich solche typischen Elemente zu beherrschen.

 

 

c. Murphys Gesetz in Telefoninterviews

 

Und weil Murphys Gesetz immer im ungünstigsten Moment zuschlägt; Telefon immer gut geladen haben und sicherstellen, dass die Verbindung gesichert ist. Fahrstühle und Autobahnen sind keine gute Idee.

 

 

d. Vorhersehbares vorhersehen

 

Wenn Sie gut vorbereitet sind, kennen Sie die Rahmenbedingungen, können erahnen, welche Ziele der Arbeitgeber verfolgt und welche Eigenarten zu erwarten sind.

 

 

e. Einstimmen

 

Stimmen Sie sich auf das Gespräch ein, damit Sie dann ganz bei der Sache sind.

 

 

 

2. Anruf annehmen

 

Gehen Sie professionell an das Telefon, wenn es klingelt. Nur vorsichtshalber erinnere ich daran, dass noch so lustige Sprüche auf dem Anrufbeantworter selten gut ankommen.

 

 

 

3. Körpersprache

 

Sie sind zwar nicht zu sehen, trotzdem haben Haltung, Gestik und Mimik Einfluss darauf, wie Sie wirken.

 

a. Haltung

 

Eine aufrechte sichere Haltung wirkt positiv auf die Psyche, also Ihren Zustand und somit auch auf Ihre Stimme. Wenn Sie während des Telefoninterviews sitzen, dann aufrecht.

 

 

b. Gestik

 

Wildes Umherfuchteln der Arme wirkt unruhig, während ruhige sichere Bewegungen für die entsprechende Betonung sorgen.

 

 

c. Mimik

 

Ein Lächeln macht locker, verändert positiv die Stimme und Sie wirken sympathischer.

 

 

 

4. Kleidung

 

Kleidung hat große Auswirkungen auf unseren Zustand. Kleidung wirkt wie ein Anker, wir sind konditioniert uns auf eine bestimmte Weise bei bestimmter Kleidung zu verhalten. Am besten, Sie ziehen sich genauso an, als wenn Sie beim Vorstellungsgespräch im Unternehmen wären.

 

 

 

5. Stimme

 

Am Telefon hat die Stimme wegen der fehlenden visuellen Hinweise besonders große Auswirkungen. Sie kommen mit Ihrer Stimme am Telefon näher als sonst üblich.

 

 

a. Stimmvorbereitung

 

Bereiten Sie Ihre Stimme darauf vor. Schon etwas Pflege macht die Stimme angenehmer und überzeugender. Zumindest solltest du Ihre Stimme aufwärmen.

 

 

b. Betonung

 

Langsam und deutlich reden. Am angenehmsten ist eine warme, voll klingende Stimme. Tendenziell werden authentische, tiefere Stimmen bevorzugt. Die Stimme sollte jedoch möglichst der Wohlfühlstimme (Indifferenzlage) entsprechen.

 

 

c. Und überhaupt

 

Hier finden Sie 11+ Tipps für den Einsatz Ihrer Stimme am Telefon.

 

 

 

6. Nähe

 

Je nach Verwendung von Telefonhörer, Headset oder Freisprecheinrichtung klingt die Stimme deutlicher, näher oder entfernter.

 

 

 

7. Auf den Punkt kommen

 

Das Gespräch ist eine Art Arbeitsprobe. Zeigen Sie, dass Sie auf den Punkt kommen können, nehmen Sie aktiv am Gespräch teil.

 

 

 

8. Beziehung

 

Besonders gut läuft es für Sie, wenn Sie Gemeinsamkeiten mit dem Gesprächspartner finden.

 

 

 

9. Sprache

 

Sorgen Sie für einen angemessenen, aktiven Wortschatz. Das frühzeitig zu trainieren lohnt sich. Fülllaute, wie Hm, Ähs und Co. machen keinen guten Eindruck und lassen sich leicht ablegen. Auch starker Dialekt ist meist keine gute Idee. Und Weichmacher schaden dem Ansehen.

 

 

 

10. Englisch

 

Mitunter werden das Gespräch oder Teile davon in Englisch geführt. Stellen Sie sich darauf ein.

 

 

 

11. Eigene Fragen

 

Da Telefoninterview mehrheitlich kürzer gehalten werden als Vorstellungsgespräche vor Ort, ist für eigene Fragen meist nicht so viel Raum vorgesehen. Dennoch solltest du Fragen vorbereitet haben.

 

 

 

12. Charme

 

Legen Sie Charme an den Tag. Den haben Sie hoffentlich vorher schon gepflegt, damit er jetzt zum Einsatz kommen kann.

 

 

 

13. Ortswahl

 

Ein ungestörter ruhiger Ort an dem Sie sich wohl und souverän fühlen macht es leichter. So niedliche Haustiere und Kinder sein können, so irritierend sind derlei Geräusche während Gesprächen.

 

 

 

14. Vertagen

 

Werden Sie unvorbereitet angerufen und die Rahmenbedingungen sind gerade ungünstig, dann bitten Sie um Vertagung.

 

 

 

15. Präsenz

 

Nebenbei noch anderen Tätigkeiten nachzugehen ist keine so gute Idee, selbst wenn Sie sich für ein Multitaskingtalent halten. Präsenz erfordert Ihre vollständige Anwesenheit, körperlich und geistig. Ein Foto des Gesprächspartners kann es erleichtern und ist dank Internet größtenteils leicht zu beschaffen.

 

 

 

16. Konzentration

 

Telefoninterviews werden gerne unterschätzt und dann weniger konzentriert vorbereitet und durchgeführt.

 

 

 

17. Ausreden lassen

 

Es ist nicht nur eine Frage der guten Kommunikation, sondern auch des Respekts andere Menschen ausreden zu lassen.

 

 

 

18. Werkzeuge bereithalten

 

Gutes Werkzeug, halbe Arbeit

Ungarisches Sprichwort

 

 

a. Stift und Notizblock

 

Stift und Notizblock gehören zur Grundausstattung, damit Sie sich Notizen machen können. Oft werden die gleichen Fragen auch später während des Vorstellungsgesprächs vor Ort gestellt und Sie haben die Chance sich noch besser darauf vorzubereiten.

 

 

b. Visualisierung, Stichpunkte und Hintergrundinformationen

 

Das Profil des Gesprächspartners mit Foto darf auf dem Monitor oder einem Ausdruck in Sichtweite sein. Sehr routinierte Menschen haben Google oder andere Quellen geöffnet, um ggf. auch auf vorbereitete Informationen zurückgreifen zu können. Aber Achtung, das darf nicht auf Kosten der Aufmerksamkeit und Präsenz gehen. Auch das stupide Vorlesen vorbereiteter Antworten macht Zuhörern keine Freude.

 

 

 

19. Persönlich anreden und verabschieden

 

Menschen hören gerne ihren eigenen Namen, reagieren auf Verunglimpfungen allerdings sehr allergisch. Also immer schön aufmerksam bleiben, nicht nur beim Namen des Gesprächspartners.

 

 

 

20. Feedback

 

Lassen Sie sich doch vorher Feedback geben, wie Sie am Telefon wirken und wo Potenziale sind. Jeder Mensch hat blinde Flecken und der Abgleich von Selbst- und Fremdbild (Johari-Fenster) hilft.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Worauf achten Sie bei Telefoninterviews?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2007
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #541
K: CNB
Ü:

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän & natürlich wirken

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän und glaubwürdig auftreten

Auf allen Ebenen beim Vorstellungsgespräch überzeugen
Wie Sie mit Körpersprache im Vorstellungsgespräch punkten

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän und glaubwürdig auftreten

 

Was mache ich mit meinen Händen?

Wie viel Blickkontakt ist richtig?

Darf ich die Beine überschlagen?

Was bedeutet es, wenn ich nervös wirke?

Solche Fragen begegnen mir häufig vor Bewerbungsgesprächen.

Die gute Nachricht:

Du musst keine perfekte Körpersprache spielen.

Du brauchst auch keine Liste mit Gesten, die angeblich immer:

  • souverän
  • unsicher
  • dominant
  • sympathisch

wirken.

Menschen funktionieren komplexer.

Stärker ist eine andere Frage:

Wie kann dein Auftreten deine Botschaft unterstützen, ohne künstlich zu wirken?

 

 

 

Körpersprache spielt im Bewerbungsgespräch eine Rolle

 

In einem Vorstellungsgespräch wird nicht nur bewertet, was du sagst.

Auch dein Auftreten prägt den Eindruck.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Körperhaltung
  • Blickverhalten
  • Mimik
  • Gestik
  • Stimme
  • Sprechtempo
  • Pausen

Das bedeutet jedoch nicht:

Ein einzelnes Signal verrät zuverlässig deine Persönlichkeit.

Der Eindruck entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Informationen.

 

 

 

Der erste Eindruck entsteht schnell

 

Menschen bilden früh Eindrücke voneinander.

Das geschieht auch in Bewerbungsgesprächen.

Dabei können unter anderem beeinflussen:

  • Erscheinung
  • Begrüßung
  • Stimme
  • Mimik
  • erste Antworten

Diese frühen Eindrücke können die weitere Wahrnehmung prägen.

Sie sind jedoch nicht unfehlbar.

Ein schneller Eindruck ist ein Eindruck. Noch kein belastbares Urteil über Kompetenz oder spätere Leistung.

 

 

 

Körpersprache ist kein Lügendetektor

 

Das ist eine wichtige Grundlage.

Eine einzelne Geste wie:

  • verschränkte Arme
  • weniger Blickkontakt
  • Selbstberührung
  • unruhige Hände

hat keine universelle Bedeutung.

Sie kann abhängig sein von:

  • Situation
  • Nervosität
  • Temperatur
  • Gewohnheit
  • Kultur
  • individueller Persönlichkeit

Deshalb sollte Körpersprache:

beobachtet

werden.

Nicht:

mechanisch gedeutet.

 

 

 

Auch Personalverantwortliche können Körpersprache überinterpretieren

 

Interviewer sind Menschen.

Sie bilden Eindrücke.

Und diese Eindrücke können hilfreich oder irreführend sein.

Besonders unstrukturierte Interviews sind anfälliger dafür, dass:

  • Sympathie
  • Selbstpräsentation
  • Auftreten
  • erste Eindrücke

stärker in die Bewertung einfließen.

Deshalb ist ein professionelles Interview idealerweise stärker auf:

jobbezogene Inhalte und strukturierte Kriterien

ausgerichtet.

 

 

 

Was bedeutet das für dich als Bewerber?

 

Du kannst nicht kontrollieren:

wie jede andere Person dich interpretiert.

Du kannst jedoch beeinflussen:

  • wie klar du antwortest
  • wie präsent du bleibst
  • wie gut du zuhörst
  • wie stimmig Inhalt und Auftreten zusammenpassen

Genau darauf lohnt es sich zu konzentrieren.

 

 

 

Das Ziel ist nicht perfekte Körpersprache

 

Wenn du während des gesamten Gesprächs denkst:

„Jetzt gerade sitzen.“

„Jetzt lächeln.“

„Jetzt Hände zeigen.“

dann steigt deine Selbstbeobachtung.

Und häufig sinkt:

deine Präsenz im Gespräch.

Deshalb trainiere lieber:

Haltung und Aufmerksamkeit.

Nicht:

eine Choreografie.

 

 

 

Eine gute Grundhaltung

 

Hilfreich ist eine Haltung, die dir erlaubt:

  • frei zu atmen
  • aufmerksam zuzuhören
  • natürlich zu gestikulieren
  • stabil zu sprechen

Das bedeutet häufig:

aufrecht, beweglich und entspannt genug.

Keine starre Haltung.

Und kein demonstratives „Power-Posing“.

 

 

 

Aufrecht bedeutet nicht steif

 

Eine übermäßig kontrollierte Haltung kann:

  • angespannt
  • unnatürlich
  • distanziert

wirken.

Das Ziel lautet:

stabil und beweglich.

Du solltest dich dem Gesprächspartner zuwenden können.

Und gleichzeitig natürlich bleiben.

 

 

 

Blickkontakt: Verbindung statt Dauerstarren

 

Blickkontakt kann Aufmerksamkeit und Interesse signalisieren.

Das bedeutet nicht:

Du musst permanent in die Augen schauen.

Natürliche Gespräche enthalten:

  • Blickkontakt
  • Blickwechsel
  • kurze Abwendungen

Das ist normal.

Der hilfreiche Maßstab lautet:

Bleib ansprechbar und präsent.

 

 

 

Wenig Blickkontakt bedeutet nicht automatisch Unsicherheit

 

Auch hier gilt:

Ein einzelnes Verhalten erlaubt keine sichere Interpretation.

Menschen unterscheiden sich deutlich darin:

  • wie viel Blickkontakt sie bevorzugen
  • wie angenehm sie ihn erleben
  • wie sie ihn kulturell interpretieren

Deshalb sollten Bewerbungstipps weniger auf:

„So viel Blickkontakt musst du halten.“

setzen.

Stärker ist:

ein natürlicher Kontakt zum Gegenüber.

 

 

 

Wenn mehrere Personen im Gespräch sitzen

 

Dann richte deine Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf die Person, die die Frage gestellt hat.

Beginne bei ihr.

Öffne deinen Blick anschließend auch für die anderen Beteiligten.

So entsteht:

Gespräch mit der ganzen Runde.

 

 

 

Mimik: Interesse zeigen, ohne ein Lächeln festzuhalten

 

Ein freundlicher Gesichtsausdruck kann Verbindung erleichtern.

Das bedeutet nicht:

ständig lächeln.

Wenn über:

  • schwierige Entscheidungen
  • Konflikte
  • Fehler

gesprochen wird, wäre permanentes Lächeln möglicherweise unpassend.

Mimik sollte zum Inhalt passen.

 

 

 

Ein echtes Lächeln lässt sich schlecht erzwingen

 

Wenn du dir ständig sagst:

„Ich muss sympathisch wirken.“

kann ein Lächeln schnell angespannt erscheinen.

Hilfreicher ist:

echtes Interesse am Gespräch.

Das beeinflusst Mimik häufig natürlicher als bewusste Gesichtskontrolle.

 

 

 

Gestik: unterstütze den Gedanken

 

Gestik kann helfen:

  • Strukturen sichtbar zu machen
  • Größen zu verdeutlichen
  • Gegensätze zu markieren
  • Kernaussagen zu betonen

Die Frage lautet nicht:

„Welche Geste wirkt besonders souverän?“

Sondern:

„Unterstützt meine Gestik das, was ich sage?“

 

 

 

Offene Handflächen sind kein Geheimcode

 

Der verbreitete Tipp lautet:

„Zeige offene Handflächen, dann wirkst du vertrauenswürdig.“

So einfach ist Körpersprache nicht.

Offene Gesten können freundlich und zugänglich wirken.

Sie sind jedoch kein zuverlässiger:

Vertrauensindikator.

Und sie müssen nicht bewusst inszeniert werden.

 

 

 

Verschränkte Arme sind nicht automatisch Ablehnung

 

Das ist eines der bekanntesten Körpersprache-Klischees.

Menschen verschränken ihre Arme aus vielen Gründen.

Zum Beispiel:

  • Bequemlichkeit
  • Kälte
  • Gewohnheit
  • Konzentration

Deshalb:

eine Haltung nie isoliert deuten.

Wenn du selbst merkst, dass du dadurch sehr geschlossen wirkst, kannst du deine Haltung verändern.

Nur bitte nicht aus Angst vor einer angeblich eindeutigen Bedeutung.

 

 

 

Was mache ich mit meinen Händen?

 

Eine häufige Frage.

Die einfachste Antwort:

Lass sie grundsätzlich das tun, was sie in einem guten Gespräch auch tun.

Du musst sie:

  • nicht verstecken
  • nicht künstlich fixieren
  • nicht permanent bewegen

Eine ruhige Ausgangsposition kann helfen.

Dann darf Gestik entstehen.

 

 

 

Selbstberührungen und Nervosität

 

Unter Anspannung verändern sich Bewegungen.

Manche Menschen:

  • berühren Gesicht oder Haare
  • spielen mit Gegenständen
  • bewegen Hände oder Füße stärker

Das ist zunächst:

menschlich.

Es beweist keine bestimmte Persönlichkeitseigenschaft.

Wenn ein Verhalten sehr stark wird und deine Präsenz beeinträchtigt, kann es sich lohnen, daran zu arbeiten.

 

 

 

Nervosität darf sichtbar sein

 

Ein Bewerbungsgespräch ist für viele Menschen bedeutsam.

Eine gewisse Anspannung ist normal.

Du musst nicht unbedingt so wirken, als wäre dir alles vollkommen gleichgültig.

Stärker ist:

trotz Nervosität handlungsfähig zu bleiben.

 

 

 

Die Stimme gehört zur Wirkung

 

Körpersprache im weiteren Sinn endet nicht bei Gestik und Haltung.

Auch Stimme beeinflusst, wie Aussagen ankommen.

Relevant sind beispielsweise:

  • Tempo
  • Lautstärke
  • Betonung
  • Pausen
  • Artikulation

Das Ziel ist weniger:

möglichst tief zu sprechen.

Das Ziel ist:

klar, verständlich und präsent zu sprechen.

 

 

 

Eine tiefe Stimme ist nicht automatisch souveräner

 

Der verbreitete Rat:

„Sprich tiefer, dann wirkst du kompetenter.“

ist zu einfach.

Künstliches Absenken kann:

  • angestrengt
  • unnatürlich

klingen.

Hilfreicher sind:

  • ruhige Atmung
  • angemessenes Tempo
  • klare Artikulation
  • natürliche Stimmlage

 

 

 

Pausen wirken häufig souveräner als hektisches Antworten

 

Eine schwierige Frage kommt.

Du musst nicht sofort antworten.

Eine kurze Pause kann helfen:

  • zu denken
  • die Antwort zu strukturieren
  • ruhiger zu beginnen

Das wirkt häufig stärker als:

eine schnelle Antwort ohne klare Richtung.

 

 

 

Sprechtempo unter Nervosität

 

Viele Menschen sprechen unter Druck schneller.

Dann können:

  • Satzenden verschwinden
  • Pausen fehlen
  • Kernbotschaften weniger klar werden

Hilfreich ist:

bewusst Gedanken abschließen.

Nicht:

möglichst langsam sprechen.

 

 

 

Die Begrüßung

 

Eine gute Begrüßung darf einfach sein.

Zum Beispiel:

  • aufmerksam
  • freundlich
  • klar

Ein Händedruck ist je nach Situation und Kultur möglich.

Er ist kein Test für:

Charakterstärke.

Ein künstlich besonders fester Händedruck bringt wenig.

 

 

 

Der Händedruck wird häufig überschätzt

 

Ältere Bewerbungstipps tun manchmal so, als entscheide sich hier bereits:

Selbstsicherheit oder Unsicherheit.

Das ist deutlich zu viel Bedeutung für wenige Sekunden.

Wenn ein Händedruck stattfindet:

angemessen und natürlich.

Mehr braucht es nicht.

 

 

 

Sitzen im Bewerbungsgespräch

 

Wähle eine Position, in der du:

  • gut atmen
  • aufmerksam zuhören
  • natürlich gestikulieren

kannst.

Du musst nicht wie eingefroren auf der Stuhlkante sitzen.

Eine leichte Orientierung zum Gespräch ist meist sinnvoll.

Das wichtigste Kriterium:

Du kannst präsent bleiben.

 

 

 

Bewegung ist erlaubt

 

Manche Bewerber versuchen, möglichst unbeweglich zu sitzen.

Das kann sehr kontrolliert wirken.

Menschen bewegen sich in normalen Gesprächen.

Deshalb darfst du:

  • die Sitzposition leicht verändern
  • gestikulieren
  • dich dem Gegenüber zuwenden

Das Ziel ist:

Ruhe ohne Erstarrung.

 

 

 

Kongruenz statt Körpersprache-Trick

 

Besonders überzeugend wirkt häufig, wenn:

Inhalt und Auftreten zusammenpassen.

Du sprichst beispielsweise begeistert über ein Projekt.

Dann darf diese Begeisterung:

  • in der Stimme
  • im Gesicht
  • in der Gestik

sichtbar werden.

Wenn du dagegen eine schwierige Erfahrung reflektierst, darf deine Wirkung ruhiger werden.

Glaubwürdigkeit entsteht weniger durch perfekte Gesten als durch stimmiges Verhalten.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht völlige Ungefiltertheit

 

Auch dieser Punkt ist wichtig.

Authentisch auftreten bedeutet nicht:

„Ich mache einfach alles so wie immer.“

Du kannst:

  • bewusst klarer sprechen
  • deine Haltung verbessern
  • Unruhe reduzieren
  • deinen Blick bewusster öffnen

und trotzdem du selbst bleiben.

Professionelles Auftreten ist:

entwickelte Natürlichkeit.

 

 

 

Körpersprache kann Kompetenz nicht ersetzen

 

Ein Bewerbungsgespräch dreht sich nicht hauptsächlich darum:

wie überzeugend du sitzt.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Erfahrung
  • Kompetenz
  • Motivation
  • Passung zur Aufgabe
  • Qualität deiner Antworten

Körpersprache unterstützt diese Inhalte.

Sie sollte nicht versuchen, fehlende Substanz zu verdecken.

 

 

 

Inhalt und Auftreten gemeinsam vorbereiten

 

Die beste Körpersprachevorbereitung beginnt deshalb häufig nicht mit:

„Wie soll ich sitzen?“

Sondern:

„Was möchte ich vermitteln?“

Zum Beispiel:

  • Welche Erfahrungen sind relevant?
  • Welche Leistungen möchte ich konkret machen?
  • Welche Fragen werden wahrscheinlich gestellt?
  • Welche Beispiele belegen meine Aussagen?

Je klarer du inhaltlich bist, desto leichter kann dein Auftreten folgen.

 

 

 

Typische Fragen vorbereiten

 

Viele Bewerbungsgespräche enthalten Fragen zu:

  • Motivation
  • Erfahrung
  • Stärken
  • Schwierigkeiten
  • Konflikten
  • Entscheidungen

Die Vorbereitung sollte weniger darin bestehen:

perfekte Sätze auswendig zu lernen.

Stärker ist:

gute Beispiele und klare Gedanken vorzubereiten.

→ Häufige Fragen in Bewerbungsgesprächen

 

 

 

Auswendig gelernte Antworten können Körpersprache verschlechtern

 

Wenn du versuchst, einen perfekten Wortlaut abzurufen, wandert deine Aufmerksamkeit nach innen.

Dann können:

  • Blickkontakt
  • natürliche Mimik
  • Gestik

weniger spontan werden.

Deshalb lieber:

Gedanken sicher kennen.

Nicht:

Text perfekt reproduzieren.

 

 

 

Konkrete Beispiele wirken stärker als Selbstbeschreibungen

 

Statt:

„Ich bin sehr belastbar.“

ist häufig stärker:

eine Situation zu beschreiben, in der Belastbarkeit relevant war.

Dann kann dein Gegenüber:

Verhalten

beurteilen.

Nicht nur:

Selbstetiketten.

 

 

 

STAR kann bei Beispielen helfen

 

Eine einfache Struktur ist:

  • Situation – Was war los?
  • Task – Welche Aufgabe hattest du?
  • Action – Was hast du konkret getan?
  • Result – Was kam dabei heraus?

Die Struktur hilft:

prägnant und nachvollziehbar zu antworten.

Sie sollte nicht wie ein auswendig gelerntes Schema klingen.

 

 

 

Selbstpräsentation gehört zum Bewerbungsgespräch

 

Natürlich präsentierst du dich.

Das ist Teil der Situation.

Problematisch wird es, wenn Selbstpräsentation stärker wird als:

die tatsächliche Passung.

Ein gelungenes Gespräch sollte beiden Seiten helfen herauszufinden:

Passt diese Zusammenarbeit?

 

 

 

Bewerbungsgespräche sind keine Einbahnstraße

 

Auch du prüfst:

  • Wie wird hier kommuniziert?
  • Wie wird Führung beschrieben?
  • Welche Erwartungen bestehen?
  • Was bleibt unklar?

Diese Haltung kann deine Präsenz verändern.

Aus:

„Ich muss unbedingt überzeugen.“

wird:

„Wir prüfen gemeinsam eine mögliche Zusammenarbeit.“

 

 

 

 

Das kann Nervosität verändern

 

Wenn du dich ausschließlich als:

bewertete Person

erlebst, steigt leicht der Druck.

Wenn du dich gleichzeitig als:

Gesprächspartner mit eigener Entscheidung

erlebst, entsteht häufig mehr innerer Handlungsspielraum.

Das kann wiederum:

  • Stimme
  • Haltung
  • Blickkontakt

natürlicher werden lassen.

 

 

 

 

Körpersprache unter Druck

 

Ein schwieriger Moment kann kommen.

Zum Beispiel:

„Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“

Oder:

„Warum haben Sie die letzte Stelle verlassen?“

Dann geht es weniger darum:

deine Körpersprache zu kontrollieren.

Hilfreicher ist:

  1. kurz denken
  2. Frage verstehen
  3. Antwort strukturieren
  4. ruhig beginnen

Der Körper folgt häufig der inneren Klarheit.

 

 

 

 

Wenn du eine Frage nicht verstehst

 

Dann frag nach.

Zum Beispiel:

„Meinen Sie damit eher meine Führungserfahrung oder meine fachliche Erfahrung?“

Das ist kein Zeichen von Schwäche.

Es zeigt:

Du möchtest präzise antworten.

 

 

 

Wenn du etwas nicht weißt

 

Auch dann brauchst du keine Körpersprachetechnik.

Du kannst sagen:

„Dazu habe ich bislang noch keine praktische Erfahrung.“

Dann:

„Ich würde mich dem Thema folgendermaßen nähern …“

Eine klare Grenze wirkt häufig stärker als:

sichtbare Improvisation ohne Substanz.

 

 

 

 

Online-Bewerbungsgespräche

 

Bei Videointerviews verändern sich die Bedingungen.

Relevant sind beispielsweise:

  • Kameraposition
  • Tonqualität
  • Licht
  • Bildausschnitt
  • Blick zur Kamera

Die Kamera verändert, wie nonverbale Hinweise sichtbar werden.

Deshalb sollte ein Onlinegespräch vorher technisch getestet werden.

→ Tipps für Videobewerbungen und Videoauftritte

 

 

 

Blickkontakt vor der Kamera funktioniert anders

 

Wenn du dein Gegenüber auf dem Bildschirm ansiehst, schaust du häufig leicht unterhalb der Kamera.

Direkter Kamera-Blick erzeugt dagegen stärker den Eindruck:

Du schaust die andere Person an.

Du musst deshalb nicht dauerhaft in die Linse sehen.

Bei wichtigen Aussagen kann ein bewusster Kamerablick jedoch hilfreich sein.

 

 

 

Nonverbale Wirkung darf nicht zum Fairnessproblem werden

 

Auch Arbeitgeber sollten sich bewusst sein:

Menschen unterscheiden sich in ihrem nonverbalen Verhalten.

Das kann beispielsweise betreffen:

  • Blickkontakt
  • Mimik
  • Gestik
  • soziale Ausdrucksweise

Aus solchen Unterschieden sollte nicht vorschnell auf:

  • Kompetenz
  • Motivation
  • Vertrauenswürdigkeit

geschlossen werden.

Gerade strukturierte, jobbezogene Interviews können dabei helfen, Bewertungen stärker an relevante Kriterien zu binden.

 

 

 

Warum strukturierte Interviews auch für Bewerber hilfreich sind

 

Wenn alle Bewerber ähnliche:

  • Fragen
  • Kriterien
  • Bewertungsmaßstäbe

erhalten, bekommt die tatsächliche Antwortqualität mehr Gewicht.

Das reduziert zumindest einen Teil der Abhängigkeit von:

bloßem Eindruck.

Als Bewerber kannst du die Interviewstruktur zwar nicht bestimmen.

Du kannst jedoch deine Antworten:

konkret und jobbezogen

machen.

 

 

 

Die häufigsten Körpersprache-Fehler bei Bewerbungen

 

1. Körpersprache spielen

Das Auftreten wirkt choreografiert.

 

2. Permanent Selbstkontrolle betreiben

Die Aufmerksamkeit fehlt im Gespräch.

 

3. Blickkontakt erzwingen

Aus Verbindung wird Anstarren.

 

4. Gesten nach Rezept benutzen

Die Bewegung passt nicht zum Gedanken.

 

5. Jede Nervosität verstecken wollen

Dadurch steigt häufig die Anspannung.

 

6. Stimme künstlich absenken

Die Wirkung wird unnatürlich.

 

7. Inhalt vernachlässigen

Präsenz kann fehlende Substanz nicht ersetzen.

 

 

 

Was stattdessen hilft

 

  • gute inhaltliche Vorbereitung
  • klarer innerer Standpunkt
  • realistische Probe
  • konkretes Feedback
  • natürliche Haltung
  • aufmerksames Zuhören

Das verbessert Körpersprache häufig indirekt.

Denn:

Sicherheit entsteht eher aus Vorbereitung als aus einstudierten Gesten.

 

 

 

Mit Video üben

 

Eine kurze Aufnahme kann sehr aufschlussreich sein.

Beantworte beispielsweise:

„Warum interessieren Sie sich für diese Position?“

Dann schau die Aufnahme zunächst ohne Ton.

Beobachte:

  • Haltung
  • Blick
  • Mimik
  • Gestik

Danach nur den Ton.

Achte auf:

  • Tempo
  • Pausen
  • Betonung
  • Verständlichkeit

Dann beides zusammen.

 

 

 

Feedback sollte konkret sein

 

Feedback wie:

„Du wirkst unsicher.“

ist wenig hilfreich.

Besser:

„Bei schwierigen Fragen wirst du deutlich schneller.“

Oder:

„Während du über deine wichtigsten Erfolge sprichst, schaust du fast ausschließlich nach unten.“

Jetzt gibt es:

beobachtbares Verhalten.

Und damit:

eine Trainingsmöglichkeit.

 

 

 

Wirkung statt Interpretation trainieren

 

Im Training interessiert mich weniger:

„Was bedeutet diese Geste psychologisch?“

Stärker ist:

„Wie wirkt dein gesamtes Auftreten in diesem Moment?“

Und:

„Passt diese Wirkung zu deiner Botschaft?“

Das ist wesentlich belastbarer als Körpersprache-Orakel.

 

 

 

Eine Checkliste für dein Bewerbungsgespräch

 

  1. Kann ich meine wichtigsten Erfahrungen konkret beschreiben?
  2. Kenne ich meine Motivation für die Position?
  3. Habe ich gute Beispiele vorbereitet?
  4. Kann ich auch schwierige Fragen ruhig beantworten?
  5. Sitze ich stabil und beweglich?
  6. Bleibt mein Blick natürlich im Gespräch?
  7. Unterstützt meine Gestik meine Aussagen?
  8. Spreche ich verständlich und in angemessenem Tempo?
  9. Nutze ich Pausen?
  10. Höre ich wirklich zu?
  11. Stelle ich selbst gute Fragen?
  12. Wirkt mein Auftreten insgesamt stimmig?

 

 

 

Welche Fragen solltest du selbst stellen?

 

Gute eigene Fragen zeigen:

Du prüfst die Aufgabe ernsthaft.

Zum Beispiel:

  • Was wären in den ersten sechs Monaten die wichtigsten Ziele?
  • Woran würden Sie erkennen, dass jemand in dieser Rolle erfolgreich ist?
  • Welche Herausforderungen sind aktuell besonders relevant?
  • Wie werden Entscheidungen im Team getroffen?

Solche Fragen helfen gleichzeitig:

dir selbst bei der Entscheidung.

 

 

 

Die stärkste Körpersprache beginnt im Kopf

 

Wenn deine innere Haltung lautet:

„Bitte mögen Sie mich.“

entsteht eine andere Wirkung als bei:

„Ich möchte herausfinden, ob wir fachlich und menschlich gut zusammenpassen.“

Diese zweite Haltung ist häufig:

  • ruhiger
  • klarer
  • dialogischer

Und genau das wird oft auch körperlich sichtbar.

 

 

 

Vorbereitung auf ein wichtiges Bewerbungsgespräch

 

Gerade bei einer wichtigen beruflichen Veränderung kann ein realistischer Probelauf sehr hilfreich sein.

Dabei können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Selbstpräsentation
  • typischen Interviewfragen
  • kritischen Rückfragen
  • Körpersprache
  • Stimme
  • Präsenz
  • prägnanten Beispielen

→ Karriere-Coaching in Berlin und online

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstpräsentation, berufliche Wirkung und die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkretes Auswahlgespräch hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

, 

Fazit: Körpersprache unterstützt – sie ersetzt keine Substanz

 

Im Bewerbungsgespräch wirkt mehr als der Inhalt.

Auch:

  • Haltung
  • Blick
  • Mimik
  • Gestik
  • Stimme

prägen den Eindruck.

Die Lösung ist jedoch nicht:

eine perfekte Körpersprache einzuüben.

Stärker ist:

Inhalt, innere Haltung und äußeres Auftreten miteinander in Einklang zu bringen.

Dann brauchst du weniger Regeln.

Du bist:

  • präsent
  • ansprechbar
  • klar

und kannst dich auf das konzentrieren, worum es wirklich geht:

ein gutes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit.

Überzeugende Körpersprache entsteht weniger durch perfekte Gesten als durch Klarheit, Präsenz und ein Auftreten, das zu dir und deiner Botschaft passt.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Artikel mit Analyse inklusive Körpersprache.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2017
Überarbeitung: 1. August 2026

11 Tipps für überzeugende Arbeitsproben bei Bewerbungen

11 Tipps für überzeugende Arbeitsproben bei Bewerbungen

Karriere: Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren
Arbeitsproben bei Bewerbungen

Arbeitsproben bei Bewerbungen

 

Was bei Arbeitsproben in Bewerbungen zu beachten ist. Was hilft und was schadet. Konkrete Empfehlungen für die Karriere.

Arbeitsproben bei Bewerbungen

 

Wer sich einen Namen in der Branche gemacht hat, wird mit den Erfolgen in Verbindung gebracht. Doch nicht jeder ist schon in einer solch angenehmen Situation, bei der ein guter Ruf für sich spricht.

11 Tipps für überzeugende Arbeitsproben bei Bewerbungen

 

 

1. Bedeutung von Arbeitsproben bei Bewerbung

 

Explizit angeforderte Arbeitsproben sind eher selten und die Bedeutung nimmt ab beziehungsweise verändert sich. So werden beispielsweise heute Dozenten häufiger aufgefordert, kurze Lehrvideos als Arbeitsprobe einzusenden.

Bei Positionen für jüngere Kandidaten sind nach wie vor Assessment-Center oder Praktika von größerer Bedeutung.

 

 

 

2. Woher nehmen?

 

Es gilt frühzeitig für Gelegenheiten zu sorgen und systematisch die Früchte des bisherigen Erfolgs aufzubereiten. Beispielsweise durch Praktika oder andere Formen der Teilnahme an angesehenen Vorhaben. Das Internet informiert über vieles und das kann befindet Selbstdarstellung sehr hilfreich sein. Erfolgreiches Selbstmarketing beginnt möglichst früh.

Durch tatsächlich gemachte Erfahrungen ist es möglich, aussagekräftige Arbeitsproben in Form präsenter Ergebnisse aus der Praxis zu liefern. Die können möglichst öffentlichkeitswirksam verfügbar sein, wie Bücher, Internetseiten, Artikel in Fachzeitschriften etc.

 

 

 

3. Arten von Arbeitsproben aussehen

 

Die Bewerbungsunterlagen und alles was seitens des Arbeitgebers und seiner Vertreter vom Bewerber:innen wahrzunehmen ist, sind in gewisser Weise Arbeitsproben.

Der gesamte Prozess der Bewerbung ist eine Gelegenheit dafür, sich und die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu präsentieren.

Ein gepflegter Blog zum Thema ist heute, was früher ein Fachbuch war. Arbeitgeber schauen heutzutage häufiger ins Internet und recherchieren Bewerber:innen. Schön, wenn dann nicht „nur“ positive Selbstaussagen über den Bewerber:innen vom Bewerber:innen zu lesen ist, sondern auch Veröffentlichungen oder andere Ergebnisse dort zu finden sind. Vielleicht berichten ja sogar angesehene Quellen über Arbeiten des Bewerber:innens.

Besonders im kreativen Bereich bietet sich eine entsprechende Homepage an.

Die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen kann bewusst als Arbeitsprobe genutzt werden. Dabei ist allerdings die Branche zu berücksichtigen. Nicht überall wird überbordende Kreativität an dieser Stelle gerne gesehen, sondern darauf geachtet, dass Formalien eingehalten werden.

 

 

 

4. Beweise

 

Arbeitsproben sollten nachweisbar zugeordnet werden können, sonst fehlt Ihnen die Glaubwürdigkeit. Behaupten lässt sich sonst viel!

Handelt es sich um Gruppenergebnisse, dann ist nachzuweisen, welchen Anteil der Bewerber:innen daran hat.

 

 

 

5. Wenn keine Arbeitsproben vorhanden sind

 

Wer über keine Arbeitsproben verfügt und auch keine erzeugen kann, der kann ehemalige Arbeitgeber als Referenz angeben, damit sie Auskunft über die Arbeit geben. Es sollten in Absprache (!) allerdings geeignete Personen als Referenz genannt werden, die bereit sind über die persönlichen Qualitäten auf geeignete Weise Auskunft zu geben.

 

 

 

6. Arbeitsproben einsenden

 

Wer unaufgefordert Arbeitsproben einschickt, kann sich damit schaden. Die Sichtung der Bewerbung erfordert dadurch mehr Aufwand und das macht nicht unbedingt Freude. Im Zweifelsfall lieber nachfragen.

Der Hinweis auf Arbeitsproben mittels Link ist da leicht realisierbar. Der sollte bei leicht in den Browser einzugeben sein, wenn er nicht wie bei einer Bewerbung per E-Mail direkt anzuklicken ist. Wenn es nicht anders geht; URL-Shortener wie bitly.com helfen.

 

 

 

7. Original oder Kopie?

 

Versenden Sie keine Originale. Die Rücksendung erfordert für den Arbeitgeber zusätzlichen Aufwand und selbst bei pfleglicher Behandlung werden die Arbeitsproben dadurch nicht ansehnlicher.

 

 

 

8. Viel hilft viel?

 

Von wegen, viel hilft viel! Sie sollten lieber darauf setzen, neugierig zu machen, anstatt die Empfänger mit Masse zu überhäufen. Wählen Sie die besten, für die beabsichtigte Botschaft geeigneten Arbeitsproben aus. Relevanz statt nur eigene Begeisterung. Auch die Auswahl ist ein Statement, eine Arbeitsprobe an sich.

 

 

 

9. Wann gehören Arbeitsproben in die Bewerbungsunterlage

 

Üblich sind Arbeitsproben eher in bestimmten Branchen. Dies sind insbesondere jene, bei denen Design eine wichtige Rolle spielt, wie in der Architektur, Grafikdienstleistungen oder im Journalismus.

 

 

 

10. Diskretion

 

Achten Sie darauf, keine Betriebsgeheimnisse zu verraten oder berechtigt oder unberechtigt durch Ihre Darstellung als indiskret zu gelten. Sonst könnte das bei potenziellen Arbeitgebern Zweifel an Ihrer Zuverlässigkeit als Bewerber:innenn wecken.

 

 

 

11. Strategie

 

Auch die Arbeitsproben sind Teil einer Gesamtstrategie für die Karriere. Also frühzeitig planen und immer schön den Überblick behalten. Strategie geht vor Aktionismus.

P.S.

 

Welche Erfahrungen und Empfehlungen haben Sie hinsichtlich Arbeitsproben bei Bewerbungen?

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 8. April 2018
Überarbeitung: 2. Januar 2019
AN: #43363

Persönlicher Elevator Pitch als Selbstvorstellung

Persönlicher Elevator Pitch als Selbstvorstellung: Und was machen Sie so?

Appetit machen: Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren, selbst auf die Schnelle

 

Elevator Pitch

Die Selbstvorstellung als Elevator Pitch

 

Wie ist es bei Ihnen, wenn Sie auf die Frage antworten, womit Sie Ihren Lebensunterhalt verdienen? Was antworten Sie auf diese absehbare Frage und sind Sie selbst damit zufrieden? Hinterlassen Sie den gewünschten Eindruck? Wie wäre es mit einem persönlichen Elevator Pitch?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Ein persönlicher Elevator Pitch als Selbstvorstellung

 

Alles, nur bitte nicht langweilig!

 

 

 

Gelegenheiten für eine Selbstvorstellung

 

Situationen in denen Sie die Chance haben sich und Ihr Angebot vorzustellen: Selbstvorstellung, Bankgespräche, Bewerbungsgespräche, Empfänge, Gehaltsgespräche, Geschäftsessen, Gespräche mit Kooperations- oder Geschäftspartnern, Honorarklärung, Kundengespräche, Konferenzen, Sitzungen, Tagungen, Messen, Neukundengewinnung, Networking, Präsentationen, Pressekontakte, Produkt- und Unternehmenspräsentation, Verhandlungen, Vorträge, Wettbewerbe und …

 

 

 

Und was machen Sie so?

 

Wenn Menschen sich bei den verschiedensten Gelegenheiten treffen, tauchen bestimmte Fragen immer wieder dabei auf, insbesondere die Frage; „Und was machen Sie?”. Eine Gelegenheit öffnet sich, doch nur wenigen Menschen gelingt es die damit oft verbundenen Chancen auszuschöpfen.

Wie ist es bei Ihnen, wenn Sie auf die Frage antworten, womit Sie Ihren Lebensunterhalt verdienen? − Versteckte Kamera läuft! … Und sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Haben Sie einen bleibenden, positiven Eindruck hinterlassen?

 

 

 

Alle Potenziale ausgeschöpft?

 

Wenn Sie da noch Spielraum sehen, lassen Sie sich vom Elevator Pitch inspirieren, mit dessen Hilfe Start-ups während der Dauer einer Fahrstuhlfahrt potenzielle Kapitalgeber neugierig machen wollen. Es könnte ja sein, dass Sie etwas zu bieten haben.

 

 

 

Ich bin doch keine wandelnde Werbetafel!

 

Nein, Sie sollen nicht jedem Menschen, den Sie treffen, einen Vortrag halten und der Elevator-Pitch ist auch kein Werbetext, sondern eine besonders effektive Methode der Kurzpräsentation.

 

 

 

Authentisch ist besser

 

Damit die Vorstellung als Elevator Pitch die gewünschte Wirkung entfalten kann, braucht es Vorbereitung, gerade, wenn er authentisch und auf Gesprächspartner abgestimmt sein soll. Finden Sie dazu Ihre relevanten Besonderheiten – insbesondere deren Schnittmenge mit den Interessen des Gegenüber – heraus und lernen Sie, wie Sie Ihre Qualitäten in wenigen Sekunden interessant auf den Punkt bringen. Und das so, dass Gesprächspartner neugierig werden. Um das zu erreichen, bauen Sie Spannung ein, bleiben Sie Sie selbst und machen Sie Lust darauf, mehr von Ihnen zu erfahren. Wenn es Anknüpfungspunkte gibt, stehen die Sterne gut für Sie.

 

 

 

Aufbau der eigenen Selbstvorstellung

 

Um in einer wichtigen Situation spontan sich und das Angebot zu präsentieren, bedarf es einiger Vorbereitung. Die wenigsten Menschen können eine Selbstpräsentation so einfach aus dem Ärmel schütteln.

Der persönliche Elevator-Pitch wird in drei Schritten erstellt, damit Sie sich in kurzer Zeit – 30 Sekunden bis eine Minute – präsentieren können.

 

 

 

1. Inhalt festlegen

 

Betrachten Sie alles, was Sie anzubieten haben. Ein Mind Map hilft Ihnen dabei. Wählen Sie dann aus, was Ihnen für Ihr Alleinstellungsmerkmal wichtig erscheint. Formulieren Sie dann auf maximal einer halben A4-Seite, was das Besondere an Ihrem Angebot ist.

 

 

 

2. In Form bringen

 

Kürzen und komprimieren Sie den Text. Je prägnanter er ist, desto besser. Lassen Sie sich Rückmeldungen geben, indem Sie ihn anderen Menschen vorlesen. Benötigen Sie mehr als eine Minute, um den Text vorzutragen, kürzen und verdichten Sie ihn weiter.

Seien Sie kreativ: Wie können Sie Ihr Angebot anschaulich vermitteln? Welche Bilder kommen Ihnen in den Sinn? Ist womöglich eines dabei, mit dem Sie Ihre Selbstvorstellung beginnen können?

 

 

 

3. Flexibilität

 

Je nachdem, an wen – ob Kunden, Geschäftspartner, Arbeitgeber, Geldgeber – Sie sich wenden, gilt es unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen und sich auch ansonsten auf die Eigenarten einzustellen.

Bereiten Sie für unterschiedliche Zielgruppen Anpassungen vor, um sie bei Bedarf zur Verfügung zu haben. Unverhofft kommt oft!

 

 

 

Was für ein Aufwand ist das wert?

 

Ja, die Vorbereitung erfordert etwas Aufwand. Ob und wann der sich für Sie lohnt, dass können Sie selbst am besten beurteilen.

Video


Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
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  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

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Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

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  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
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P.S.

 

Worauf achten Sie bei Ihrer Selbstvorstellung?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Februar 2002
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #1380
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Ü:A