Laterales Denken: 9 Wege zu neuen Lösungen

Laterales Denken: Wie du festgefahrene Denkmuster verlässt

9 Wege zu neuen Lösungen
Schwarz-Weiss-Denken - Können Sie querdenken?

Laterales Denken: Wie du festgefahrene Denkmuster verlässt

 

Wenn du immer auf dieselbe Weise über ein Problem nachdenkst, findest du häufig Varianten derselben Lösung.

Genau hier beginnt laterales Denken.

Du verlässt bewusst die gewohnte Denkrichtung.

Du stellst Annahmen infrage.

Du wechselst die Perspektive.

Du kombinierst Dinge, die zunächst kaum zusammengehören.

Und du erlaubst Gedanken, die im ersten Moment absurd erscheinen.

Denn manchmal liegt die bessere Lösung außerhalb des Weges, den dein Denken automatisch einschlägt.

Laterales Denken bedeutet weniger, härter nachzudenken. Es bedeutet, anders zu denken.

 

 

 

Was ist laterales Denken?

 

Der Begriff Lateral Thinking wurde vom britischen Mediziner und Kreativitätsforscher Edward de Bono geprägt.

Er beschrieb damit einen Ansatz, gewohnte Wahrnehmungs- und Denkmuster bewusst zu verlassen, um neue Ideen und Lösungen zu entwickeln.

Beim klassischen analytischen Denken gehst du häufig Schritt für Schritt vor.

Du prüfst Informationen.

Du vergleichst.

Du folgerst.

Du suchst nach der logisch besten Lösung.

Das ist ausgesprochen wertvoll.

Laterales Denken ergänzt diesen Prozess.

Es fragt:

  • Welche Annahme behandle ich gerade wie eine Tatsache?
  • Wie könnte ich das Problem vollkommen anders betrachten?
  • Was geschieht, wenn ich eine selbstverständliche Regel entferne?
  • Welche ungewöhnliche Verbindung könnte hilfreich sein?
  • Welche Lösung würde ich normalerweise sofort verwerfen?

Damit entstehen Möglichkeiten, die innerhalb des bisherigen Denkrahmens kaum sichtbar waren.

 

 

 

Laterales und analytisches Denken ergänzen sich

 

Laterales Denken wird manchmal so beschrieben, als müsse kreatives Denken das logische Denken ersetzen.

Das führt in die falsche Richtung.

Beide Denkweisen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Analytisches Denken hilft dir beispielsweise dabei:

  • Informationen zu prüfen
  • Argumente zu bewerten
  • Risiken abzuschätzen
  • Widersprüche zu erkennen
  • Lösungen miteinander zu vergleichen

Laterales Denken hilft dir dabei:

  • weitere Möglichkeiten zu erzeugen
  • festgefahrene Annahmen zu verlassen
  • ungewohnte Perspektiven einzunehmen
  • überraschende Verbindungen herzustellen
  • den Problemrahmen selbst zu verändern

Erst Möglichkeiten erzeugen. Dann Möglichkeiten prüfen.

Genau diese Trennung kann kreatives Denken erheblich erleichtern.

 

 

 

Warum wir so leicht in bekannten Denkmustern bleiben

 

Gewohnte Denkmuster sind grundsätzlich sinnvoll.

Sie sparen Energie.

Du musst morgens weder neu herausfinden, wie eine Tür funktioniert, noch jedes Gespräch vollständig neu erfinden.

Erfahrungen liefern Orientierung.

Schwierig wird es, wenn ein vertrautes Muster zur einzigen denkbaren Möglichkeit wird.

Dann lautet der Gedanke beispielsweise:

„Das haben wir immer so gemacht.“

Oder:

„Dafür gibt es eben keine andere Lösung.“

Oder:

„Das funktioniert in unserer Branche nicht.“

Vielleicht stimmt das.

Vielleicht schützt dieser Satz lediglich eine alte Annahme.

 

 

 

Ein Problem kann im Denkrahmen stecken

 

Manchmal scheitert die Lösungssuche bereits daran, wie wir das Problem formulieren.

Beispiel:

„Wie können wir dieses Meeting effizienter machen?“

Diese Frage setzt voraus, dass das Meeting weiterhin stattfindet.

Eine lateralere Frage könnte lauten:

„Welche Aufgabe erfüllt dieses Meeting – und wie könnten wir diese Aufgabe ganz ohne Meeting erfüllen?“

Plötzlich entsteht ein größerer Lösungsraum.

Genau darin liegt eine der Stärken lateralen Denkens:

Manchmal brauchen wir keine bessere Antwort. Wir brauchen eine bessere Frage.

 

 

 

9 Wege zu lateralem Denken

 

1. Stelle die Ausgangsannahme infrage

 

Frage dich:

„Was nehme ich hier als selbstverständlich an?“

Schreibe diese Annahmen auf.

Dann prüfe:

„Was würde geschehen, wenn genau diese Annahme wegfällt?“

Beispiel:

Eine Praxis braucht einen Empfang.

Ein Unternehmen braucht ein Büro.

Ein Vortrag braucht Folien.

Ein Gespräch braucht eine Stunde.

Vielleicht ja.

Vielleicht eröffnet gerade das Gegenteil eine interessante Möglichkeit.

 

 

2. Drehe die Frage um

 

Statt zu fragen:

„Wie gewinnen wir mehr Kunden?“

frage:

„Wie würden wir garantiert sämtliche Kunden vertreiben?“

Das klingt zunächst absurd.

Gerade deshalb kann es hilfreich sein.

Denn plötzlich werden Verhaltensweisen sichtbar, die du anschließend umkehren kannst.

 

 

 

3. Suche bewusst die Gegenposition

 

Wenn alle Beteiligten einer Sache schnell zustimmen, lohnt sich gelegentlich die Gegenfrage:

„Welche überzeugenden Argumente sprechen für das Gegenteil?“

Das bedeutet keineswegs, grundsätzlich dagegen zu sein.

Es geht darum, blinde Flecken sichtbar zu machen.

Gerade bei strategischen Entscheidungen kann diese Perspektive wertvoll sein.

 

 

 

4. Ändere den Maßstab

 

Stell dir vor, du müsstest dasselbe Problem:

  • mit einem Zehntel des Budgets lösen
  • in einem Zehntel der Zeit lösen
  • für zehnmal so viele Menschen lösen
  • vollständig allein lösen
  • ohne deine wichtigste Ressource lösen

Solche künstlichen Beschränkungen können überraschend kreativ machen.

Denn sie verhindern, dass du automatisch zur bisherigen Standardlösung zurückkehrst.

 

 

5. Nutze Zufall

 

Edward de Bono arbeitete auch mit bewusst zufälligen Reizen.

Nimm beispielsweise ein beliebiges Wort.

Sagen wir:

Brücke.

Dann frage:

„Was hat eine Brücke mit meinem Problem zu tun?“

Vielleicht entstehen Begriffe wie:

  • verbinden
  • zwei Seiten
  • Übergang
  • Tragfähigkeit
  • Abkürzung

Jetzt überträgst du diese Gedanken auf dein Thema.

Viele Verbindungen werden belanglos sein.

Eine einzige interessante Verbindung kann jedoch ausreichen, um einen neuen Gedanken auszulösen.

 

 

 

6. Wechsle die Perspektive

 

Wie betrachtet ein Kunde die Situation?

Ein Wettbewerber?

Ein neuer Mitarbeiter?

Ein Kind?

Ein Investor?

Ein Ingenieur?

Ein Künstler?

Jemand aus einer völlig anderen Branche?

Du musst deren Perspektive keineswegs perfekt kennen.

Schon der bewusste Rollenwechsel lockert deine gewohnte Sichtweise.

 

 

7. Zerlege das Problem

 

Große Probleme wirken häufig kompakt.

Zerlege sie in Bestandteile.

Zum Beispiel:

Statt:

„Unsere Präsentationen überzeugen zu wenig.“

untersuche einzeln:

  • Botschaft
  • Aufbau
  • Einstieg
  • Argumentation
  • Visualisierung
  • Sprache
  • Präsenz
  • Schluss

Jetzt kannst du einzelne Elemente verändern und neu kombinieren.

 

 

8. Übertreibe

 

Was wäre die extremste denkbare Lösung?

Zum Beispiel:

„Was wäre, wenn diese Präsentation exakt eine Minute dauern dürfte?“

Oder:

„Was wäre, wenn unser Produkt kostenlos wäre?“

Oder:

„Was wäre, wenn dieser Prozess vollständig ohne Menschen funktionieren müsste?“

Die extreme Lösung selbst ist vielleicht ungeeignet.

Die Gedanken, die daraus entstehen, können ausgesprochen nützlich sein.

 

 

9. Frage: „Was würden wir tun, wenn wir heute neu anfangen?“

 

Diese Frage gehört zu meinen Favoriten.

Denn viele Prozesse existieren weniger deshalb, weil sie besonders gut sind, sondern weil sie irgendwann entstanden sind.

Frage:

Wenn wir heute bei null beginnen würden – würden wir es wieder genauso machen?

Falls die Antwort deutlich ausfällt, hast du einen interessanten Ansatzpunkt gefunden.

 

 

 

Provokation als Denkwerkzeug

 

Ein besonderes Element des lateralen Denkens ist die Provokation.

Dabei formulierst du bewusst eine Aussage, die zunächst unvernünftig oder widersprüchlich erscheint.

Zum Beispiel:

„Kunden bestimmen den Preis.“

„Wir verkaufen unser Produkt gar nicht.“

„Unser Unternehmen hat keine Führungskräfte.“

„Diese Präsentation enthält keine Informationen.“

Die Aufgabe besteht anschließend darin, den Gedanken weiterzuentwickeln:

Welche interessante Idee steckt darin?

Was wäre unter bestimmten Bedingungen sinnvoll?

Welche bisher selbstverständliche Regel wird dadurch sichtbar?

Die Provokation ist keine fertige Lösung.

Sie ist ein Sprungbrett.

 

 

 

Laterales Denken bei Entscheidungen

 

Auch Entscheidungen profitieren von lateralem Denken.

Viele Menschen fragen:

„Soll ich A oder B wählen?“

Damit beginnt bereits eine Einschränkung.

Vielleicht existieren C, D und E.

Vielleicht lassen sich A und B kombinieren.

Vielleicht kann die Entscheidung verschoben, geteilt oder als Experiment gestaltet werden.

Eine hilfreiche Frage lautet deshalb:

Welche Möglichkeit existiert außerhalb der Optionen, die ich bisher betrachte?

Diese Frage kann aus einem vermeintlichen Dilemma wieder einen echten Entscheidungsraum machen.

 

 

 

Laterales Denken bei Konflikten

 

Konflikte verengen Denken besonders schnell.

Dann entstehen Positionen:

Ich oder du.

Gewinnen oder verlieren.

Nachgeben oder kämpfen.

Recht haben oder verlieren.

Laterales Denken fragt stattdessen:

  • Welche Interessen liegen hinter den Positionen?
  • Welche dritte Möglichkeit gibt es?
  • Welches Problem versuchen beide Seiten eigentlich zu lösen?
  • Welche Vereinbarung würde beide Interessen auf unerwartete Weise berücksichtigen?

Damit verschiebt sich der Fokus von Positionen zu Möglichkeiten.

 

 

 

Laterales Denken in Führung und Unternehmen

 

Gerade Führungskräfte bewegen sich häufig in Umgebungen, in denen frühere Erfolgsrezepte lange weiterwirken.

Das ist verständlich.

Was funktioniert hat, bekommt Vertrauen.

Doch genau darin liegt ein Risiko.

Eine Lösung, die gestern hervorragend war, kann morgen bereits zur Begrenzung werden.

Hilfreiche Fragen sind beispielsweise:

  • Welche unserer Regeln stammen aus einer Situation, die längst vorbei ist?
  • Welche Annahmen über unsere Kunden haben wir seit Jahren kaum geprüft?
  • Welche Prozesse würden wir heute anders entwickeln?
  • Welche Möglichkeit erscheint uns derzeit vollkommen unrealistisch?
  • Was würde ein neuer Wettbewerber anders machen?

 

 

 

Laterales Denken braucht anschließend kritisches Denken

 

Eine ungewöhnliche Idee ist noch keine gute Idee.

Das ist ein wichtiger Punkt.

Kreativität erzeugt Möglichkeiten.

Entscheidungsqualität bewertet sie.

Nach der offenen Phase braucht es deshalb wieder klare Kriterien.

Frage:

  • Ist die Idee umsetzbar?
  • Welchen Nutzen erzeugt sie?
  • Welche Risiken bringt sie mit?
  • Welche Ressourcen braucht sie?
  • Welche unerwünschten Nebenwirkungen könnten entstehen?
  • Wie lässt sich die Idee im kleinen Maßstab testen?

Kreativität ohne Prüfung produziert Einfälle. Kreativität plus Urteilskraft kann Innovation hervorbringen.

 

 

 

Laterales Denken und Brainstorming

 

Laterales Denken und Brainstorming werden häufig miteinander vermischt.

Beides zielt darauf, den Lösungsraum zu erweitern.

Laterales Denken geht jedoch darüber hinaus.

Es arbeitet gezielt mit Wahrnehmungsmustern, Provokationen, Umkehrungen, Zufall und Perspektivwechseln.

Du wartest also weniger auf Inspiration.

Du erzeugst Bedingungen, unter denen ungewöhnliche Gedanken wahrscheinlicher werden.

 

 

 

Und was ist mit den sechs Denkhüten?

 

Eine weitere bekannte Methode Edward de Bonos sind die sechs Denkhüte.

Dabei wird eine Fragestellung bewusst aus unterschiedlichen Denkperspektiven betrachtet.

Zum Beispiel:

  • Fakten
  • Gefühle
  • Risiken
  • Chancen
  • neue Ideen
  • Steuerung des Denkprozesses

Der große Vorteil besteht darin, Denkweisen zeitweise voneinander zu trennen.

Statt gleichzeitig eine Idee zu entwickeln und sofort zu kritisieren, bekommt jede Perspektive ihren eigenen Raum.

 

 

 

Ist laterales Denken wissenschaftlich belegt?

 

Laterales Denken ist vor allem ein von Edward de Bono entwickeltes Denk- und Methodenkonzept.

Die moderne Kreativitätsforschung untersucht zahlreiche verwandte Prozesse, darunter divergentes Denken, kreative Problemlösung, Ideenproduktion und die Bedingungen kreativer Leistung.

Die Forschung zeigt zugleich, dass Kreativität komplex ist.

Eine einzelne Technik garantiert deshalb weder originelle noch erfolgreiche Lösungen.

Methoden können Denkprozesse strukturieren.

Entscheidend bleiben Aufgabe, Kontext, Erfahrung, Wissen und die anschließende Bewertung der Ideen.

 

 

 

Ein häufiger Irrtum: Kreativität bedeutet grenzenlose Freiheit

 

In der Praxis entsteht Kreativität oft gerade durch Grenzen.

Eine klare Fragestellung.

Eine ungewöhnliche Einschränkung.

Eine feste Zeit.

Eine bewusst gewählte Perspektive.

Solche Rahmenbedingungen zwingen das Denken, bekannte Lösungen zu verlassen.

Die interessante Frage lautet deshalb häufig weniger:

„Wie werde ich vollkommen frei im Denken?“

Sondern:

„Welche Bedingung zwingt mich, anders zu denken?“

 

 

 

Häufige Fragen zum lateralen Denken

 

Was bedeutet laterales Denken?

Laterales Denken bezeichnet einen von Edward de Bono geprägten Ansatz, gewohnte Denkmuster bewusst zu verlassen und durch Perspektivwechsel, Provokationen oder ungewöhnliche Verknüpfungen neue Möglichkeiten zu erzeugen.

 

Was ist der Unterschied zwischen lateralem und logischem Denken?

Logisches beziehungsweise analytisches Denken prüft und entwickelt Gedanken schrittweise. Laterales Denken versucht zunächst, zusätzliche Denkwege und ungewöhnliche Möglichkeiten zu erzeugen. Für anspruchsvolle Problemlösungen sind beide Fähigkeiten wertvoll.

 

Kann man laterales Denken lernen?

Ja. Perspektivwechsel, Umkehrungen, Zufallsreize, Provokationen und andere Kreativitätstechniken lassen sich bewusst trainieren. Mit zunehmender Übung fällt es häufig leichter, eingefahrene Denkrahmen schneller zu erkennen.

 

Ist laterales Denken dasselbe wie Querdenken?

„Querdenken“ wurde im Deutschen lange als freie Übersetzung für unkonventionelles Denken verwendet. Der Begriff hat inzwischen zusätzliche gesellschaftliche und politische Bedeutungen bekommen. Für de Bonos Konzept ist deshalb „laterales Denken“ die präzisere Bezeichnung.

 

Was bringt laterales Denken bei Entscheidungen?

Es hilft besonders dabei, einen vermeintlichen Entweder-oder-Rahmen zu erweitern. Dadurch können zusätzliche Optionen, Kombinationen, Experimente oder völlig neue Lösungswege sichtbar werden.

 

Was ist ein Beispiel für laterales Denken?

Wenn die Frage lautet „Wie verkürzen wir unser wöchentliches Meeting?“, könnte laterales Denken zunächst fragen: „Wie lösen wir die Aufgabe vollständig ohne dieses Meeting?“ Dadurch verändert sich der Problemrahmen und neue Lösungen werden denkbar.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Viele Probleme brauchen mehr Analyse.

Andere Probleme wurden bereits sehr gründlich analysiert.

Und trotzdem bewegt sich kaum etwas.

Dann kann der nächste Schritt darin bestehen, den Denkrahmen selbst zu verändern.

Wenn du innerhalb eines Rahmens keine gute Lösung findest, lohnt sich gelegentlich ein Blick auf den Rahmen.

Laterales Denken lädt genau dazu ein.

Es erweitert Möglichkeiten.

Danach entscheidet deine Urteilskraft, welche davon tragen.

 

 

 

Wenn eine Entscheidung oder Herausforderung neue Perspektiven braucht

 

Manche Situationen sind so komplex, dass weiteres Nachdenken im eigenen Kreis kaum zusätzliche Klarheit bringt.

Vielleicht steht eine strategische Entscheidung an.

Vielleicht drehen sich deine Gedanken seit Wochen um dieselben Möglichkeiten.

Vielleicht brauchst du für ein wichtiges Gespräch, eine Präsentation oder eine unternehmerische Herausforderung einen anderen Blickwinkel.

Im persönlichen 1:1 können wir genau daran arbeiten:

  • das eigentliche Problem präzisieren
  • stillschweigende Annahmen sichtbar machen
  • zusätzliche Perspektiven entwickeln
  • ungewöhnliche Optionen erzeugen
  • Optionen kritisch prüfen
  • Risiken und Konsequenzen betrachten
  • aus Ideen konkrete nächste Schritte entwickeln

Dabei geht es weniger darum, dir eine Lösung vorzugeben.

Es geht darum, deinen Denk- und Handlungsspielraum zu erweitern.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.

 

Hast du mit dem lateralen Denken Erfahrungen gemacht?

Antworten auf häufige Fragen

Was ist laterales Denken?

Laterales Denken ist die Fähigkeit, die eigene Vorstellungskraft zu nutzen, um ein Problem auf eine neue Art zu betrachten und eine neue Lösung zu finden.

Weshalb ist laterales Denken wichtig?

Querdenken ist der Schlüssel, um neue und bessere Wege zu finden, Dinge zu tun. Innovation ist eine Notwendigkeit für Wettbewerbsvorteile und Überleben. Laterales Denken ist ein Werkzeug für Kreativität, die zu Innovation führt.

Weshalb wird es laterales Denken genannt?

Der Begriff „laterales Denken“, der auch als Seitwärtsdenken und Querdenken bezeichnet wird, wurde ursprünglich 1967 von Edward de Bono geprägt, um einen alternativen Prozess zum herkömmlichen linearen Denken zu beschreiben.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 9. Juli 2018
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #371

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

Selbstmanagement: Es gibt mehr Leute die aufgeben, als solche die scheitern. Gestärkt aus Rückschlägen hervorgehen.
Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Umgang mit Rückschlägen

 

Es zeigt sich immer wieder; die Art und Weise, wie ein Mensch mit Rückschlägen umgeht, offenbart mehr über ihn als sein Erfolg. Wie lässt sich konstruktiv mit Rückschlägen umgehen und gestärkt aus ihnen hervorgehen?

Video

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen – So gehst du gestärkt daraus hervor

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Jeder Tag ist ein Geschenk.
Einige sind allerdings mies verpackt.

 

Spruch

Überblick

 

 

 

 

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

 

Ihr sollt lernen, Schläge einzustecken und zu verdauen.
Sonst seid ihr bei der ersten Ohrfeige, die euch das Leben versetzt, groggy.
Denn das Leben hat eine verteufelt große Handschuhnummer, Herrschaften!

Erich Kästner

 

 

 

Rückschläge: Erfahrungen, auf die wir lieber verzichten

 

Der Fluss ist unberechenbar, man weiß nie, welche Umwege er sich leistet.

Katharine Hepburn in African Queen

 

Verpatzte Prüfung, misslungene Präsentation, gescheiterte Verhandlung, Projekt in den Sand gesetzt? Das sind Erfahrungen, auf die wir wohl eher verzichten möchten. Und doch gehören sie dazu. Sie sind natürlicher Bestandteil des Lebens und Lernens. Wer sich die Biografien von als erfolgreich geltenden Persönlichkeiten anschaut, erfährt; viele hatten es mit Rückschlägen zu tun. Gerade das macht deren Entwicklung für die Leser ja so interessant. Es erinnert an die Struktur einer Heldenreise, wie sie von Joseph Campbell in seinen Büchern beschrieben wird. Die Art und Weise, wie Menschen mit Rückschlägen umgehen, offenbart mehr über sie als ihr Verhalten bei Erfolg.

 

 

 

9 Tipps im Umgang mit Rückschlägen

 

Hier sind ein paar Gedanken, die sich im Umgang mit Rückschlägen bewährt haben.

 

 

1. Akzeptieren, was sich gerade nicht ändern lässt

 

Raus aus der Opferrolle. Hätte, hätte, Fahrradkette. Was vorbei ist, ist vorbei. Kurz die Wunden zu lecken ist menschlich. Etwas Trauer ist oft heilsam. Doch der Schmerz der bitteren Niederlage braucht sich nicht einzunisten. Unnötiges Festkleben an Umständen, die nun mal eingetreten sind, bringt selten einen Vorteil. Auch das Ignorieren der Situation und Folgen bewegt nichts zum Guten. Also besser die Verantwortung übernehmen und ran ans Werk.

 

 

 

2. Etwas Abstand

 

Ohmmmm! Nun ja, nicht jeder Mensch wird in stressigen Situationen zum Yogi und meditiert, obwohl das durchaus eine gute Idee ist. Es gibt zum Glück weitere Möglichkeiten, wieder zu sich und einem konstruktiveren Zustand zu kommen. Mit etwas Abstand lässt sich leichter der Überblick sichern. Eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn die Emotionen es wieder zulassen; Mindmapping.

 

Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, dass man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.

André Paul Guillaume Gide

 

 

 

3. Lernen

 

Kurt Tucholsky meinte; „Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue.“ Manche lernen dazu, andere nicht. Ja, zu viele suchen im Fall des Scheiterns nach der Schuld der anderen und den äußeren Umständen. Nur keine Verantwortung übernehmen. Sie verzichten auf Selbstreflexion und Lernprozesse. Sie müssen ihre Fehler wiederholen, anstatt es beim nächsten Mal besser zu machen.

Schade, denn erst eine ehrliche Analyse ermöglicht es aus Rückschlägen zu lernen und sich zu entwickeln:

  • Was hätte ich anders machen können, was nicht?
  • Welchen Anteil am Scheitern habe ich selbst?
  • Was lag außerhalb meines Einflussbereiches?
  • Welches Verhalten will ich zukünftig korrigieren?
  • Welche Herangehensweise hat sich als falsch erwiesen?
  • Was werde ich das nächste Mal anders machen?
  • Was kann verbessert werden?
  • Welche Unterstützung hätte einen positiven Unterschied gemacht?
  • Wo könnten blinde Flecken vorhanden sein?

 

Mit den Worten von Albert Einstein; „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Wer möglichst schnell die Lektion erkennt, kann umso besser entscheiden und erfolgreicher handeln.

 

 

 

4. Blick auf die Möglichkeiten

 

Wenn es nicht so läuft wie gewünscht, kann das ziemlich frustrierend sein. Das fördert die Tendenz, am Problem klebenzubleiben. Konstruktiver ist es, sich möglichst schnell den Möglichkeiten zuzuwenden.

Schluss mit andauernden Warum-Fragen und hin zu Wie-Fragen.

 

 

 

5. Wo ist das Geschenk?

 

Es mag sich nicht so anfühlen und doch gibt es meist auch ein Geschenk in einem Problem. Es kann sich um eine Einsicht handeln, eine Chance etwas anders zu tun oder eine andere Form haben.

 

 

 

6. Aufrappeln

 

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern. Das wusste schon Henry Ford. Also raus aus der Schockstarre. Zugegeben, Rückschläge können schmerzlich sein und Grundängste wecken. Und das wiederum kann einen erneuten Anlauf erschweren. Doch gerade deshalb gilt es aus Rückmeldungen zu lernen, was es zu lernen gibt und sich dann möglichst schnell wieder aufzurappeln, um es besser zu machen. In dieser Phase kann Unterstützung, gerade auch für die emotionalen Aspekte, sehr hilfreich sein. Nehmen Selbstzweifel überhand, werden sie zunehmend zu Stolpersteinen. „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“, meinte Oscar Wilde. Also ans Werk; Schritt für Schritt und mit neuen Informationen.

 

 

 

 

7. Persönlichkeitsentwicklung

 

Starke Menschen haben oft eine bewegte Vergangenheit. Es spricht viel dafür, dass Menschen mit ihren Aufgaben wachsen. Der Umgang mit Rückschlägen sagt viel über die Persönlichkeit. Rückschläge sind auch eine Chance, die Persönlichkeit zu entwickeln, zu fördern.

 

I don’t measure a man’s success by how high he climbs but by how high he bounces when he hits bottom.

George Patton

 

Wobei mir schon klar ist hier eine etwas cholerische Persönlichkeit zu zitieren, aber das ist ein anderes Thema. Interessanter an dieser Stelle ist doch; wie gehen Sie mit Rückschlägen um? Wie steht es mit Ihrer Resilienz, der Fähigkeit, durch Bewältigung von Rückschlägen die eigene Persönlichkeit zu stärken? Übrigens, Resilienz kann trainiert werden.

 

 

 

8. Motivation

 

Auch ausgeprägter Enthusiasmus erlahmt bei zu heftigem Gegenwind irgendwann. Behalten Sie im Auge, weshalb es sich lohnt, den Aufwand zu betreiben. Sportler und andere Leistungsträger profitieren hier von Mentoring, Coaching und Mentaltraining.

 

 

 

9. Unterstützung

 

Lassen Sie sich unterstützen. Gute Freunde, Mentoren und noch besser; professionelles Coaching hilft Ihnen gestärkt aus Rückschlägen hervorzugehen. Das dient dem konstruktiveren persönlichen Zustand und beispielsweise auch dabei blinde Flecken aufzudecken.

 

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P.S.

 

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Rückschläge sind ein natürlicher Bestandteil meines Lebens, es kommt bloß darauf an, wie man darauf reagiert. Lee Iacocca

 

 

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Artikel zum Thema Durchhalten

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

Es zeigt sich immer wieder; die Art und Weise, wie ein Mensch mit Rückschlägen umgeht, offenbart mehr über ihn als sein Erfolg. Wie lässt sich konstruktiv mit Rückschlägen umgehen und gestärkt aus ihnen hervorgehen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2011
Überarbeitung: 8. Oktober 2020
AN: #56524
K:
Ü:X

Was tun, wenn der eigene Beitrag die Welt nicht besser macht?

Was, wenn der eigene Beitrag die Welt nicht besser macht?

Ohne Vision und WOZU fehlt etwas im Leben. Wie wichtig ist Verantwortung?

Leistest du einen Beitrag, der dir und der Welt guttut?

 

Wenn wir nicht mehr wissen, wozu wir aufstehen, wird das Leben mühsam. Sinn setzt Energie frei, gibt Kraft, Orientierung und Erfüllung. Das Handeln hat Richtung und es ist klar, wozu es morgens gilt, das Bett zu verlassen. Hast du eine Vision, eine Aufgabe? Wofür setzt du dich ein?

 

 

 

Überblick

Bevor du dich daran machst, die Welt zu verbessern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus.

Chinesisches Sprichwort

 

Auf die eine oder andere Art und Weise können wir direkt oder indirekt einen Beitrag liefern, um die Welt ein Stück besser zu machen.

Video

Einen Beitrag leisten: Wie du Verantwortung übernimmst und die Welt positiv beeinflusst

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Verantwortung übernehmen, einen Beitrag für eine bessere Welt liefern

 

Einen positiven Beitrag leisten? Ob es uns gelingt, ist mal mehr und mal weniger offensichtlich. Doch schon allein die Überzeugung, einen Beitrag zu leisten, bereichert das eigene Leben. Sie setzt Energien frei, gibt Kraft, Orientierung und Erfüllung. Das Handeln hat Richtung und es ist klar, wozu es morgens gilt, das Bett zu verlassen. Das verändert das Leben, macht es lebenswert und erfüllend!

 

 

 

Und, wenn nicht?

 

Aber was ist, wenn jemand meint, er oder sie würde mit dem, was getan wird, nicht die Welt verbessern?

Die Vermutung hat viel mit der eignen Wahrnehmung und Überzeugungen zu tun. Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Es könnte an eigenen Ansprüchen liegen. Möglicherweise gibt auch das Umfeld nicht die entsprechende Wertschätzung. Hier sind wir alle gefordert, aufmerksamer zu sein und weniger als selbstverständlich zu betrachten und Beiträge zu unterschätzen. Möglicherweise werden wir sie schmerzlich vermissen, wenn sie nicht mehr vorhanden sind.

Vielleicht ist das angefühlt für den Sinn auch verloren gegangen. Wenn dann die Vision fehlt, führt das, was wir tun, nicht zum Ziel. Wie auch, wenn wir es nicht im Blickfeld haben? Wir würden es dann nicht einmal bemerken, wenn wir daran vorbeikommen. Dann konzentrieren sich viele Menschen zunehmend auf das WAS und verzichten auf das WOZU.

 

 

 

Da war doch was. Erinnern Sie sich!

 

Mitunter ist es noch irgendwo im Hintergrund, dieses Gefühl, eine Mission zu haben. Manche Menschen spüren dann umso mehr die Sehnsucht nach etwas, dass sie nicht zu greifen vermögen. Es ist dann mehr eine Ahnung, dass es da mehr geben muss als gegenwärtig zu erkennen ist. Vielleicht ist es nur nicht präsent genug, eingestaubt? Mitunter wurde das WOZU mit der Zeit vergessen und es braucht eine Erinnerung, eine Auffrischung, etwas Farbe. Und manchmal hilft der Kontakt mit Menschen, die das Angebot nutzen, um sich zu erinnern.

 

 

Immer noch nicht?

 

Doch was, wenn dann immer noch nicht klar ist, wie ein wesentlicher Beitrag geleistet wird? Es bringt nichts, das Hamsterrad weiter zu beschleunigen, sondern zuerst das WOZU zu beantworten. Nur noch schneller auf der Stelle zu treten, frustriert nur umso mehr. Runter vom Gas! Dann lieber zurück zu den Wurzeln, um sich so wieder neu auszurichten. Der Sinn des Lebens ist ein Leben mit Sinn. Das Leben ist viel zu kostbar für Energieverschwendung. Wenn dann auch das Funkeln wieder in die Augen kommt, kann es mit Schwung vorangehen. Und zwar in die richtige Richtung!

 

Aus dem Gewicht der Dunkelheit flüchten.

Umfrageergebnisse

 

a. Ich weiß, welchen Beitrag ich mit meiner Arbeit an einer lebenswerten Welt leiste.

%

Stimmt nicht

%

Stimmt

%

Stimmt bedingt

Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 468)

b. Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

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Gewissenlosigkeit ist nicht Mangel des Gewissens, sondern der Hang, sich an dessen Urteil nicht zu kehren. Immanuel Kant

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. September 2015
Überarbeitung: 21. Oktober 2020
Englische Version:
AN: #787
K: CNB
Ü:

Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

Menschenkenntnis
Warren-Harding-Effekt

Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

 

Sieht jemand kompetent aus – oder ist dieser Mensch tatsächlich kompetent?

Diese beiden Fragen verwechseln wir erstaunlich leicht.

Ein Mensch betritt einen Raum.

Aufrechte Haltung.

Ruhige Stimme.

Sicherer Blick.

Passende Kleidung.

Vielleicht eine imposante Erscheinung.

Innerhalb weniger Augenblicke entsteht ein Eindruck.

Kompetent.

Souverän.

Vertrauenswürdig.

Führungspersönlichkeit.

Vielleicht stimmt dieser Eindruck.

Vielleicht auch nicht.

Ein erster Eindruck kann wertvolle Hinweise liefern. Er ist noch kein Beweis.

 

 

 

Was ist der Warren-Harding-Effekt?

 

Der Begriff geht auf Malcolm Gladwells Buch Blink zurück.

Gladwell beschreibt darin den sogenannten Warren Harding Error.

Gemeint ist eine typische Fehlleistung unseres schnellen Urteilens:

Wir nehmen ein auffälliges äußeres Merkmal wahr und leiten daraus Eigenschaften ab, für die uns eigentlich noch Informationen fehlen.

Zum Beispiel:

  • groß = durchsetzungsfähig
  • attraktiv = kompetent
  • ruhige Stimme = souverän
  • teure Kleidung = erfolgreich
  • sicheres Auftreten = fachlich überlegen
  • charismatisch = gute Führungskraft

Solche Schlussfolgerungen können stimmen.

Sie können ebenso gründlich danebenliegen.

 

 

 

Warum Warren G. Harding?

 

Warren G. Harding wurde 1920 zum 29. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Seine Zeitgenossen beschrieben ihn als stattliche und ausgesprochen „präsidial“ wirkende Erscheinung.

Auch seine politische Umgebung sah sein Äußeres als Vorteil.

Historische Darstellungen berichten, dass sein markantes Auftreten und sein präsidiales Profil zu seiner politischen Attraktivität beitrugen.

Seine Nominierung und sein Wahlsieg hatten gleichzeitig zahlreiche weitere Ursachen.

Harding passte politisch in eine Zeit, in der viele Menschen nach den konfliktreichen Jahren unter Woodrow Wilson eine Rückkehr zu mehr Normalität suchten.

Er gewann die Wahl deutlich.

Seine Präsidentschaft wurde später stark durch Skandale innerhalb seiner Administration belastet. Historiker bewerten seine Amtszeit häufig kritisch, wobei es auch differenziertere Neubewertungen einzelner Aspekte seiner Präsidentschaft gibt.

Gladwell nutzt Harding deshalb als anschauliches Beispiel für eine grundsätzliche Frage:

Wie stark lassen wir uns von Eigenschaften beeinflussen, die gut aussehen, gut klingen oder vertraut wirken?

 

 

 

 

Ist der Warren-Harding-Effekt wissenschaftlich belegt?

 

Der Ausdruck selbst stammt vor allem aus Gladwells populärwissenschaftlicher Darstellung.

Die dahinterliegende psychologische Beobachtung ist jedoch gut untersucht.

Menschen bilden sehr schnell Eindrücke über andere Menschen.

Dafür reichen teilweise Sekundenbruchteile.

Aus Gesicht, Kleidung, Stimme, Körperhaltung und Verhalten entstehen Vermutungen über:

  • Kompetenz
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Dominanz
  • Sympathie
  • Status
  • Selbstsicherheit

Das Problem besteht weniger darin, dass solche Eindrücke entstehen.

Das geschieht weitgehend automatisch.

Problematisch wird es, wenn wir aus einem ersten Eindruck eine Gewissheit machen.

 

 

 

Der erste Eindruck entsteht erstaunlich schnell

 

Untersuchungen zur sozialen Wahrnehmung zeigen, wie schnell Menschen Urteile aus Gesichtern ableiten.

In bekannten Studien von Alexander Todorov und Kollegen reichten sehr kurze Betrachtungszeiten aus, damit Versuchspersonen Kandidaten unterschiedlich kompetent einschätzten.

Solche Kompetenzurteile standen sogar statistisch mit tatsächlichen Wahlergebnissen in Zusammenhang.

Das bedeutet keineswegs, dass Aussehen Kompetenz verrät.

Es zeigt vielmehr, wie stark oberflächliche Hinweise unsere Einschätzung beeinflussen können.

 

 

 

Warum machen wir das?

 

Schnelle Urteile sind grundsätzlich sinnvoll.

Unser Gehirn verarbeitet ständig große Mengen an Informationen.

Wir können unmöglich jede Begegnung zunächst zwanzig Minuten analysieren.

Also arbeitet unser Wahrnehmungssystem mit Abkürzungen.

Wir erkennen Muster.

Wir vergleichen mit früheren Erfahrungen.

Wir reagieren auf vertraute Signale.

Das spart Zeit und Energie.

Die Schwäche dieser Abkürzungen:

Ein Signal kann für mehrere Dinge stehen.

Eine ruhige Stimme kann Selbstsicherheit bedeuten.

Sie kann ebenso gut trainiert sein.

Ein souveräner Auftritt kann auf Erfahrung beruhen.

Oder auf hervorragender Selbstdarstellung.

Ein unsicheres Auftreten kann fehlende Kompetenz bedeuten.

Oder schlicht Nervosität in einer ungewohnten Situation.

 

 

 

Der Halo-Effekt spielt dabei eine wichtige Rolle

 

 

Der Warren-Harding-Effekt lässt sich gut mit dem sogenannten Halo-Effekt verbinden.

Beim Halo-Effekt prägt eine auffällige Eigenschaft die Bewertung weiterer Eigenschaften.

Ein positiver Eindruck strahlt gewissermaßen auf andere Bereiche aus.

Jemand wirkt sympathisch.

Also vermuten wir möglicherweise zusätzlich:

kompetent.

ehrlich.

zuverlässig.

intelligent.

Diese Eigenschaften hängen jedoch keineswegs automatisch zusammen.

Ein starkes Signal kann unser Gesamturteil stärker färben, als die vorhandenen Informationen rechtfertigen.

 

 

 

Aussehen beeinflusst die wahrgenommene Kompetenz

 

Auch kleine Statussignale können Urteile verändern.

Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Kleidung die wahrgenommene Kompetenz beeinflussen kann.

Dieselbe Person kann in unterschiedlich wirkender Kleidung verschieden kompetent eingeschätzt werden.

Das ist interessant, weil sich am Menschen selbst überhaupt nichts verändert hat.

Lediglich der Kontext verändert unsere Interpretation.

 

 

 

 

Größe, Stimme, Kleidung, Haltung: Was bedeutet das wirklich?

 

Solche Merkmale beeinflussen Wirkung.

Das lässt sich im Alltag leicht beobachten.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Fragen:

Wie wirkt jemand?

und:

Was kann jemand?

Beides kann zusammenpassen.

Beides kann weit auseinanderliegen.

Genau deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen ein zweiter Blick.

 

 

 

Wo begegnet uns der Warren-Harding-Effekt heute?

 

Im Grunde überall dort, wo Menschen andere Menschen schnell beurteilen.

 

Bewerbungsgespräche

Eine Bewerberin tritt souverän auf.

Sie spricht flüssig.

Sie hält Blickkontakt.

Sie wirkt angenehm selbstsicher.

Schnell entsteht der Eindruck:

„Die kann das.“

Vielleicht stimmt das.

Die relevante Frage lautet trotzdem:

Welche konkreten Hinweise sprechen tatsächlich für ihre Kompetenz?

 

Führung

Menschen mit starker Präsenz werden häufig schneller als Führungspersönlichkeit wahrgenommen.

Präsenz ist zweifellos hilfreich.

Führung verlangt zusätzlich:

  • Urteilsvermögen
  • Verantwortungsfähigkeit
  • Entscheidungsqualität
  • Kommunikation
  • Integrität
  • Umgang mit Konflikten
  • strategisches Denken

Diese Fähigkeiten lassen sich aus Körpergröße, Stimme oder Auftreten kaum zuverlässig ablesen.

 

Verhandlungen

Ein sehr selbstsicher auftretendes Gegenüber kann den Eindruck vermitteln, über bessere Informationen oder eine stärkere Position zu verfügen.

Manchmal stimmt das.

Manchmal ist genau dieser Eindruck Teil der Verhandlung.

Deshalb lohnt es sich, Wirkung und Fakten bewusst auseinanderzuhalten.

 

Präsentationen

Hier entsteht eine interessante Besonderheit.

In einer Präsentation gehört Wirkung tatsächlich zur Leistung.

Wer gute Gedanken verständlich und überzeugend vermittelt, erhöht ihre Chance, gehört zu werden.

Das bedeutet jedoch weiterhin:

Eine überzeugende Präsentation macht schwache Argumente nicht automatisch stärker.

 

Partnerschaften und persönliche Begegnungen

Auch bei privaten Kontakten bilden wir schnell Vorstellungen über Menschen.

Charme.

Attraktivität.

Status.

Ähnliche Interessen.

Selbstbewusstsein.

All das kann anziehend sein.

Für eine tragfähige Einschätzung braucht es zusätzlich Zeit und Verhalten.

 

 

 

 

Der gegenteilige Fehler ist genauso möglich

Der Warren-Harding-Effekt besitzt eine zweite Seite.

Wir können Menschen überschätzen, weil sie überzeugend wirken.

Wir können Menschen ebenso unterschätzen, weil ihre Kompetenz zunächst wenig spektakulär aussieht.

Vielleicht spricht jemand leise.

Vielleicht braucht jemand einen Moment länger für eine Antwort.

Vielleicht entspricht das Auftreten kaum unserem inneren Bild einer Führungspersönlichkeit.

Und trotzdem besitzt dieser Mensch außergewöhnliches Urteilsvermögen.

Wer sich vom glänzenden Auftritt blenden lässt, übersieht Blender. Wer ausschließlich auf Glanz achtet, übersieht zugleich stille Kompetenz.

 

 

 

7 Fragen für bessere Menschenkenntnis

 

1. Was habe ich tatsächlich beobachtet?

 

Trenne Beobachtung und Interpretation.

Beobachtung:

„Sie spricht ruhig und ohne erkennbare Unsicherheit.“

Interpretation:

„Sie beherrscht das Thema hervorragend.“

Das ist ein erheblicher Unterschied.

 

 

 

2. Welche Eigenschaft leite ich daraus ab?

 

Frage dich:

„Was glaube ich gerade über diesen Menschen?“

Kompetent?

Sympathisch?

Vertrauenswürdig?

Durchsetzungsfähig?

Erst wenn du die Schlussfolgerung benennst, kannst du sie überprüfen.

 

 

 

3. Welche Belege habe ich dafür?

 

Suche nach konkretem Verhalten.

Welche Entscheidungen hat die Person getroffen?

Welche Ergebnisse hat sie erzielt?

Wie geht sie mit schwierigen Fragen um?

Wie verhält sie sich bei Widerspruch?

 

 

 

4. Was spricht gegen meinen ersten Eindruck?

 

Diese Frage ist besonders wertvoll.

Unser Denken sucht gern nach Informationen, die vorhandene Überzeugungen bestätigen.

Frage deshalb bewusst:

„Welche Beobachtung würde meine bisherige Einschätzung infrage stellen?“

 

 

 

5. Verwechsle ich Selbstsicherheit mit Kompetenz?

 

Selbstsicherheit kann aus Kompetenz entstehen.

Sie kann ebenso unabhängig davon auftreten.

Umgekehrt können ausgesprochen kompetente Menschen in einzelnen Situationen unsicher wirken.

 

 

 

6. Welche Informationen fehlen mir?

 

Bei wichtigen Entscheidungen lohnt sich häufig etwas mehr Zeit.

Eine zweite Begegnung.

Eine Arbeitsprobe.

Referenzen.

Konkrete Fragen.

Beobachtbares Verhalten.

 

 

 

7. Würde ich genauso urteilen, wenn diese Person anders aussehen würde?

 

Eine interessante Gedankenübung.

Stell dir denselben Satz aus einem anderen Mund vor.

Eine andere Stimme.

Ein anderes Alter.

Andere Kleidung.

Eine andere Körpergröße.

Verändert sich dein Urteil stark, lohnt sich ein genauerer Blick.

 

 

 

Und was bedeutet das für deine eigene Wirkung?

 

Bis hierhin könnte der Eindruck entstehen:

„Dann sind Äußerlichkeiten eben oberflächlich und sollten keine Rolle spielen.“

So einfach ist es ebenfalls nicht.

Wirkung gehört zur Kommunikation.

Menschen können deine Gedanken erst dann angemessen einschätzen, wenn sie ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie verstehen.

Eine klare Stimme.

Eine passende Körpersprache.

Eine überzeugende Struktur.

Eine angemessene Erscheinung.

All das kann dazu beitragen, dass deine tatsächliche Kompetenz überhaupt sichtbar wird.

Der entscheidende Unterschied:

Wirkung sollte Substanz transportieren – und sie nicht ersetzen.

 

 

 

Understatement ist ebenfalls keine Tugend

 

Manche kompetente Menschen reagieren auf solche Themen mit demonstrativer Zurückhaltung.

Sie sagen sinngemäß:

„Meine Leistung soll für sich selbst sprechen.“

Das klingt sympathisch.

In vielen beruflichen Situationen spricht Leistung allerdings erstaunlich leise.

Andere Menschen müssen erkennen können:

  • wofür du stehst
  • was du kannst
  • welchen Beitrag du leistest
  • warum deine Perspektive relevant ist

Professionelle Wirkung bedeutet deshalb weder Blender noch Selbstdarsteller.

Sie bedeutet, deiner tatsächlichen Kompetenz eine angemessene Form zu geben.

 

 

 

Charisma ist kein Kompetenznachweis

 

Charismatische Menschen können sehr kompetent sein.

Andere charismatische Menschen beherrschen vor allem die Wirkung.

Deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen immer die Trennung:

Was empfinde ich?

und:

Was weiß ich?

Beide Informationen dürfen in deine Einschätzung einfließen.

Sie sind jedoch keineswegs dasselbe.

 

 

 

Bauchgefühl oder Analyse?

 

Auch das ist keine Entweder-oder-Frage.

Intuition kann auf umfangreicher Erfahrung beruhen.

Ein erfahrener Mensch erkennt mitunter Muster, bevor er sie vollständig erklären kann.

Das macht Intuition wertvoll.

Gleichzeitig kann sich ein Vorurteil ebenfalls wie Intuition anfühlen.

Deshalb lautet eine hilfreiche Frage:

Worauf könnte mein Bauchgefühl gerade reagieren?

Auf relevante Erfahrung?

Auf eine konkrete Beobachtung?

Auf Ähnlichkeit?

Auf Status?

Auf Attraktivität?

Auf vertraute Stereotype?

Diese Frage macht aus einem Gefühl eine zusätzliche Informationsquelle statt eines endgültigen Urteils.

 

 

 

Häufige Fragen zum Warren-Harding-Effekt

 

Was ist der Warren-Harding-Effekt?

Der Begriff beschreibt die Gefahr, aus oberflächlichen Merkmalen wie Aussehen, Körpergröße, Stimme oder Auftreten vorschnell auf Eigenschaften wie Kompetenz oder Führungsfähigkeit zu schließen. Bekannt wurde die Bezeichnung vor allem durch Malcolm Gladwells Buch Blink.

 

Ist der Warren-Harding-Effekt ein wissenschaftlicher Fachbegriff?

Der Ausdruck selbst ist vor allem populärwissenschaftlich geprägt. Die zugrunde liegenden Phänomene schneller Eindrucksbildung, des Halo-Effekts und von Urteilen anhand äußerer Merkmale sind hingegen umfangreich psychologisch untersucht.

 

Warum heißt der Effekt Warren-Harding-Effekt?

Gladwell verwendet Warren G. Harding als historisches Beispiel. Harding besaß eine Erscheinung, die seine Zeitgenossen als ausgesprochen präsidial wahrnahmen. Gladwell nutzt seine politische Karriere als Illustration dafür, wie äußere Wirkung unsere Einschätzung von Kompetenz beeinflussen kann.

 

Ist der erste Eindruck grundsätzlich unzuverlässig?

Ein erster Eindruck kann hilfreiche Informationen enthalten. Seine Qualität hängt stark davon ab, welche Signale wir wahrnehmen und welche Erfahrung wir besitzen. Problematisch wird es vor allem, wenn wir aus wenigen Informationen weitreichende Schlussfolgerungen ziehen.

 

Was hat der Warren-Harding-Effekt mit dem Halo-Effekt zu tun?

Beide Phänomene beschreiben ähnliche Verzerrungen. Beim Halo-Effekt beeinflusst eine auffällige Eigenschaft die Bewertung weiterer Eigenschaften. Beim Warren-Harding-Beispiel wird etwa eine überzeugende äußere Wirkung mit Kompetenz verbunden.

 

Kann ich mich vor solchen Fehleinschätzungen schützen?

Vollständig vermeiden lassen sich schnelle Eindrücke kaum. Du kannst ihre Wirkung jedoch reduzieren, indem du Beobachtung und Interpretation trennst, klare Kriterien verwendest, nach konkreten Belegen suchst und bei wichtigen Entscheidungen mehrere Informationsquellen einbeziehst.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Dein erster Eindruck verdient Aufmerksamkeit.

Er verdient noch keine uneingeschränkte Autorität.

Schau hin.

Nimm deine Reaktion wahr.

Und dann prüfe sie.

Gute Menschenkenntnis bedeutet weniger, Menschen auf den ersten Blick perfekt zu durchschauen. Sie bedeutet, den ersten Blick ernst zu nehmen und trotzdem weiterzuschauen.

 

 

 

Wenn deine Wirkung wirklich zählt

 

Der Warren-Harding-Effekt hat noch eine zweite interessante Botschaft.

Menschen bilden sich schnell einen Eindruck.

Deshalb lohnt es sich, bei wichtigen Auftritten bewusst darauf zu achten, ob deine Wirkung zu deiner tatsächlichen Kompetenz passt.

Gerade bei:

  • Vorstandspräsentationen
  • entscheidenden Meetings
  • Pitches
  • Verhandlungen
  • Medienauftritten
  • Vorträgen
  • Bewerbungen auf Führungspositionen
  • anspruchsvollen Gesprächen

kann eine kleine Diskrepanz große Wirkung haben.

Vielleicht ist deine Botschaft hervorragend und deine Präsenz transportiert sie noch kaum.

Vielleicht wirkst du zurückhaltender, als es deiner Rolle entspricht.

Oder dein Auftritt erzeugt eine Botschaft, die du überhaupt nicht senden möchtest.

Im persönlichen 1:1 können wir genau daran arbeiten:

  • Wie wirkst du tatsächlich?
  • Welche Signale sendest du?
  • Was davon unterstützt deine Botschaft?
  • Was lenkt davon ab?
  • Wie werden Kompetenz, Klarheit und Persönlichkeit sichtbar?
  • Wie bleibt dein Auftritt glaubwürdig und authentisch?

Das Ziel ist keine künstliche Fassade.

Das Ziel ist eine Wirkung, die deiner tatsächlichen Kompetenz gerecht wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.

 

Gibt es Erfahrungen mit dem Warren-Harding-Effekt?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. Juli 2012
Überarbeitung: 29. März 2020

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Gedanken zu Beobachtungen und der Notwendigkeit von Veränderungen
Milchmädchenrechnung

Gut gemeint und schlecht gemacht!

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten. Wenn wir die Welt verändern wollen, ist es Zeit, in Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Das mag manch einem Menschen zu unbequem sein, doch was sind die Alternativen?

 

 

 

Überblick

 

Video

Milchmädchenrechnung erklärt – Dieses Phänomen betrifft uns alle!

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Milchmädchenrechnung

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten.

Ich bin wohl ein Romantiker, weil ich drauf hoffe, dass Visionen etwas weisere Entscheidungen hervorbringen könnten. In vielen Bereichen reicht der Blick leider nur wenige Tage in die Zukunft. Fernseher aus, genug Politik für heute. Der Begriff Milchmädchenrechnung will mir jedoch nicht aus dem Kopf.

 

 

 

Definition Milchmädchenrechnung

 

Der Begriff Milchmädchenrechnung wird in übertragener Bedeutung verwendet für eine Entscheidung, bei der jemand davon überzeugt ist, dass er einen Vorteil durch sein Handeln hat, sich darin allerdings täuscht. Eine gute Portion Blauäugigkeit ist für eine Milchmädchenrechnung erforderlich.

 

 

 

Beispiele

 

  • Über die Grenze fahren, um dort billiger zu tanken, dabei jedoch mehr Benzinkosten zu verfahren, als eingespart zu haben.
  • Ausgaben für die Wartung zu sparen, um später umso mehr für die aufwendige Reparatur aufwenden zu müssen.
  • Die Ausbildung abzubrechen, um sofort Geld zu verdienen. Dann später mit Mindestlohnjobs gerade so über die Runden kommen.
  • Das kostenlose Smartphone ergattern und dann Dank des überteuerten Knebelvertrags lange Zeit durch die höheren monatlichen Kosten darauf zu zahlen.
  • Der ach so sparsame Sprung in die Selbstständigkeit ohne Businessplan, weil der ja Geld kosten könnte.

 

 

 

Ursprung

 

Der Begriffsursprung von Milchmädchenrechnung ist nicht ganz eindeutig. Möglicherweise basiert er auf der Vorstellung eines Mädchens, das Milch verkauft und sich dabei zu ihren Ungunsten verrechnet hat.

Ein weiterer möglicher Ursprung ist die Fabel „La laitiere et la pot au lait“ (Das Milchmädchen und der Milchtopf) von Jean de la Fontaine. Der französische Dichter veröffentlichte sie 1678. In dieser Fabel stellt sich die Bäuerin auf dem Weg zum Markt vor, was sie sich vom Erlös des Milchverkaufs alles leisten könnte. Doch dann fällt ihr der Topf herunter und zerbricht.

Der Begriff „Milchmädchenrechnung“ ist allerdings erst im 20. Jahrhundert aufgetaucht und steht seitdem für eine naive Rechnung, die nicht aufgehen kann.

 

 

 

Was beugt Milchmädchenrechnungen vor?

 

Hoch lebe eine fundierte Analyse der Ursachen-Wirkungs-Beziehungen. Eine logische Gesamtbetrachtung der beteiligten Faktoren, Zusammenhänge und Ergebnisse unterschiedlicher Optionen hilft dabei, die geeignete Wahl zu treffen. Und Amortisationszeit ist kein Synonym für die Dauer einer kurzen Liebschaft. Zugegeben; nicht jede Entscheidung erfordert eine Vorbereitung in Form einer Plan-Bilanz. Doch ab und zu wäre es schon wünschenswert, wenn Nachhaltigkeit nicht nur als Modewort im Einsatz wäre.

 

 

 

Verwandte Phänomene und weshalb es jeden Menschen angeht

 

Allzu häufig wird mit guten Absichten Schaden angerichtet, weil Faktoren ignoriert und Zusammenhänge übersehen werden. Wer beispielsweise mit dem Flugzeug oder SUV zur Umweltdemo reist, wer rücksichtslos für Respekt kämpft, erweist sich und dem Anliegen einen Bärendienst.

Während meine Beispiele recht eindeutig sind, ist es in der Praxis oft nicht so einfach, die Konsequenzen von Unterlassungen oder Handlungen zu erkennen. Doch genau das brauchen wir, um die Herausforderungen zu meistern.

 

 

 

Appell

 

Es ist schon ein großer Schritt, wenn sich Menschen ans Werk machen, um sich für etwas einzusetzen, dass ihnen am Herzen liegt. Nun gilt es im nächsten Schritt bereit zu sein, das Gesamtbild zu betrachten und im Auge zu behalten. So gut es der Seele tut, sich konsequent für ein Ziel, für Werte einzusetzen, so notwendig ist es für einen tatsächlichen Erfolg über den Tellerrand zu schauen. Sonst kann der Schaden insgesamt dadurch noch vergrößert werden oder der vermeidliche Erfolg hat nur kurzzeitig Bestand. Es genügt halt nicht sich beispielsweise fanatisch für Technologie wie Elektrofahrzeuge einzusetzen, wenn die Folgen und Notwendigkeiten ignoriert werden. Umwelt-, Ernährungs- und Energiepolitik sind wichtige Themen, doch ohne Veränderung des weltweiten Konsumverhaltens und Lösungen für die Überbevölkerung verpuffen auch die besten Ideen.

Wir brauchen mehr utopisches Denken, über das Bestehende hinaus. Wir brauchen die Bereitschaft in Zusammenhängen zu denken, die Punkte zu verbinden und dabei selbst Teil zu nehmen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

P.S.

 

Wie schützen Sie sich vor Milchmädchenrechnungen? Und wie verträgt sich der Mut zum großen Denken mit Realismus.

Helmut Schmidt meinte; „In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.“ Was meinen Sie?

Was mich am meisten interessiert; a.) wie lassen sich die vielen Einzelinitiativen ins Gespräch miteinander bringen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und zu berücksichtigen und b.) wie lassen sich mehr Menschen dafür gewinnen sich konstruktiv für eine lebenswerte Welt einzusetzen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. November 2018
Überarbeitung: 30. August 2019
AN: #37124
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Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Welche Rolle spielt Integrität in der heutigen Zeit?
Integrität

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

 

Integrität klingt gut, solange sie nichts kostet.

Spannend wird es erst, wenn Ehrlichkeit unbequem wird.

Wenn eine klare Haltung Zustimmung kostet.

Wenn ein Vorteil lockt.

Wenn Schweigen leichter wäre als ein offenes Wort.

Wenn niemand erfahren würde, dass du eine Abkürzung genommen hast.

Genau dann zeigt sich, wie tragfähig deine Werte wirklich sind.

Integrität bedeutet, dass deine Werte, deine Worte und dein Verhalten möglichst gut zusammenpassen – besonders dann, wenn es schwierig wird.

 

 

 

Was bedeutet Integrität?

 

Persönliche Integrität beschreibt die Übereinstimmung zwischen den eigenen Wertvorstellungen und dem eigenen Handeln.

Ein integrer Mensch vertritt Werte also weniger als schöne Begriffe.

Er versucht, danach zu leben.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Ehrlichkeit
  • Verlässlichkeit
  • Fairness
  • Respekt
  • Verantwortung
  • Loyalität
  • Mut
  • Aufrichtigkeit

Integrität bedeutet dabei keineswegs Fehlerfreiheit.

Menschen handeln widersprüchlich.

Sie treffen schlechte Entscheidungen.

Sie übersehen etwas.

Sie lassen sich beeinflussen.

Entscheidend ist, wie sie damit umgehen.

Wer Integrität ernst nimmt, kann sagen:

„Das entsprach meinem eigenen Anspruch nicht. Ich korrigiere das.“

 

 

 

Integrität zeigt sich im Konflikt

 

Solange verschiedene Werte harmonisch zusammenpassen, ist Integrität vergleichsweise leicht.

Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo Werte miteinander konkurrieren.

Zum Beispiel:

Loyalität oder Ehrlichkeit?

Harmonie oder Klarheit?

Gewinn oder Fairness?

Karrierechance oder persönliche Überzeugung?

Zugehörigkeit oder Selbstachtung?

Dann reicht der Satz „Ich handle nach meinen Werten“ kaum aus.

Du musst entscheiden, welcher Wert in dieser konkreten Situation Vorrang bekommt.

Integrität bedeutet nicht, jeden Wert jederzeit maximal zu erfüllen. Sie bedeutet, bewusst zu entscheiden, wofür du stehen möchtest.

 

 

Werte werden interessant, wenn sie einen Preis haben

 

Fast jeder bekennt sich zu Ehrlichkeit, Respekt und Fairness.

Interessanter wird die Frage:

„Welchen Wert vertrete ich auch dann, wenn er mich etwas kostet?“

Vielleicht kostet Ehrlichkeit eine bequeme Ausrede.

Vielleicht kostet eine Grenze Zustimmung.

Vielleicht kostet Verantwortung Geld.

Vielleicht kostet Aufrichtigkeit einen unangenehmen Konflikt.

Vielleicht kostet Loyalität Zeit und Mühe.

Erst an solchen Stellen wird aus einem schönen Begriff eine Haltung.

 

 

 

Integrität braucht Klarheit über die eigenen Werte

 

Du kannst schwer nach deinen Werten handeln, wenn du sie kaum kennst.

Deshalb lohnt sich eine einfache Frage:

Was ist mir wirklich wichtig?

Und danach:

Welche Werte haben Vorrang, wenn sie miteinander kollidieren?

Viele Menschen entdecken erst in schwierigen Situationen, dass ihre Wertehierarchie deutlich weniger klar ist als gedacht.

Ein Beispiel:

Du hältst Ehrlichkeit für wichtig.

Gleichzeitig möchtest du niemanden enttäuschen.

Jetzt verlangt ein Gespräch eine klare Antwort.

Welche Orientierung gewinnt?

Genau solche Situationen machen Werte konkret.

 

 

 

Integrität und Selbstachtung

 

Eine hilfreiche Frage bei schwierigen Entscheidungen lautet:

Welche Entscheidung erlaubt mir, mich selbst auch später noch zu respektieren?

Diese Frage bedeutet keineswegs, ausschließlich die eigenen Interessen zu verfolgen.

Selbstachtung und Verantwortung für andere können sehr gut zusammengehören.

Gerade Menschen, die stark auf Erwartungen anderer reagieren, verlieren jedoch gelegentlich den Kontakt zur eigenen Haltung.

Dann hilft eine doppelte Frage:

Welche Verantwortung habe ich anderen gegenüber?

Und:

Welche Verantwortung habe ich mir selbst gegenüber?

Beides verdient Aufmerksamkeit.

 

 

 

Integrität und Glaubwürdigkeit

 

Glaubwürdigkeit entsteht weniger durch große Erklärungen als durch Konsistenz.

Du sagst etwas.

Du handelst entsprechend.

Andere Menschen erleben, dass deine Aussagen und dein Verhalten zusammenpassen.

Mit der Zeit entsteht Vertrauen.

Das gilt besonders in Führung, Beratung, Partnerschaft und Zusammenarbeit.

Ein einzelner Widerspruch zerstört Glaubwürdigkeit selten sofort.

Ein dauerhaftes Muster schon eher.

Menschen achten sehr genau darauf:

„Gilt das, was du forderst, auch für dich?“

 

 

 

Walk your Talk – und erkläre Kurskorrekturen

 

Integrität wird gelegentlich mit Starrheit verwechselt.

Doch du darfst deine Meinung ändern.

Du darfst eine frühere Entscheidung korrigieren.

Du darfst neue Informationen ernst nehmen.

Integrität verlangt keineswegs, einen Fehler bis zum Ende durchzuhalten.

Sie kann gerade darin bestehen, offen zu sagen:

„Meine bisherige Einschätzung war falsch.“

Oder:

„Die Bedingungen haben sich verändert. Deshalb entscheide ich heute anders.“

Entscheidend ist die nachvollziehbare Verbindung zwischen deinen Werten, deinen Gründen und deinem Handeln.

 

 

 

Integrität bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen

 

Fehler gehören zum Leben.

Integrität zeigt sich häufig stärker nach einem Fehler als davor.

Zum Beispiel darin, ob du:

  • den Fehler anerkennst
  • deinen Anteil benennst
  • Konsequenzen übernimmst
  • Schaden soweit möglich korrigierst
  • aus der Erfahrung lernst

Ausreden schützen kurzfristig das Selbstbild.

Verantwortung stärkt langfristig Vertrauen.

 

 

 

Integrität in der Führung

 

Bei Führungskräften hat Integrität besondere Bedeutung.

Denn Mitarbeiter orientieren sich weniger an Leitbildern als am tatsächlich erlebten Verhalten.

Ein Unternehmen kann Werte an jede Wand schreiben.

Entscheidend bleibt:

Was geschieht bei Druck?

Was geschieht bei schlechten Zahlen?

Was geschieht bei einem Fehler?

Was geschieht, wenn eine Regel für einen wichtigen Kunden unbequem wird?

Was geschieht, wenn eine Führungskraft selbst betroffen ist?

Kultur zeigt sich dort, wo Werte mit Interessen kollidieren.

 

 

 

Integrität in schwierigen Gesprächen

 

Auch Kommunikation kann integer oder widersprüchlich sein.

Vielleicht sagst du:

„Mir ist Offenheit wichtig.“

Dann gehört dazu, unangenehme Dinge respektvoll anzusprechen.

Vielleicht sagst du:

„Ich respektiere andere Meinungen.“

Dann zeigt sich dieser Wert besonders bei echtem Widerspruch.

Vielleicht sagst du:

„Absprachen gelten.“

Dann wird interessant, was geschieht, wenn ihre Einhaltung plötzlich unbequem wird.

Integrität wird hörbar.

In Worten.

In Entscheidungen.

Und in den Grenzen, die du setzt.

 

 

 

Integrität bedeutet mehr als Ehrlichkeit

 

Ehrlichkeit ist ein wichtiger Teil von Integrität.

Beide Begriffe sind trotzdem verschieden.

Du kannst eine einzelne Aussage ehrlich formulieren und trotzdem insgesamt widersprüchlich handeln.

Integrität umfasst einen größeren Zusammenhang:

  • Welche Werte vertrete ich?
  • Wie entscheide ich?
  • Wie handle ich?
  • Wie behandle ich andere Menschen?
  • Wie gehe ich mit meinen Fehlern um?
  • Wie verhalte ich mich, wenn niemand hinsieht?

 

 

 

Der kategorische Imperativ als Prüfstein

 

Immanuel Kant formulierte den kategorischen Imperativ unter anderem so:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Die Formulierung klingt zunächst abstrakt.

Im Alltag steckt darin eine kraftvolle Frage:

Würde ich diese Regel auch dann gutheißen, wenn alle Menschen so handelten?

Oder konkreter:

„Fände ich dieses Verhalten weiterhin angemessen, wenn ich auf der anderen Seite stünde?“

Solche Perspektivwechsel können die eigene Entscheidung herausfordern.

Genau darin liegt ihr Wert.

 

 

 

Integrität braucht Perspektivwechsel

 

Bei schwierigen Entscheidungen hilft selten eine einzige Perspektive.

Frage beispielsweise:

  • Wie sieht die Situation aus Sicht der anderen Person aus?
  • Wie würde ein neutraler Beobachter darauf schauen?
  • Wie werde ich in fünf Jahren darüber denken?
  • Was würde ich einem Menschen empfehlen, den ich sehr schätze?
  • Wie würde ich entscheiden, wenn Status und Außenwirkung keine Rolle spielten?
  • Welche Perspektive habe ich bisher kaum berücksichtigt?

Perspektivwechsel macht Entscheidungen selten einfacher.

Er macht ihre Grundlage besser.

 

 

 

Die Frage an dein späteres Ich

 

Stell dir vor, fünf Jahre sind vergangen.

Du blickst auf die heutige Situation zurück.

Welche Entscheidung möchtest du dann getroffen haben?

Welche Begründung soll weiterhin stimmig sein?

Was möchtest du über deine Haltung sagen können?

Diese Perspektive verändert häufig die Gewichtung.

Der kurzfristige Vorteil verliert an Bedeutung.

Langfristige Selbstachtung gewinnt.

 

 

 

7 Fragen für mehr Integrität im Alltag

 

1. Was ist mir hier wirklich wichtig?

 

Benenne den Wert hinter deiner Entscheidung.

Geht es um Fairness?

Verantwortung?

Freiheit?

Loyalität?

Respekt?

Wirtschaftliche Sicherheit?

Klarheit hilft.

 

 

2. Stimmen meine Worte und mein Verhalten überein?

 

Vielleicht forderst du etwas von anderen.

Prüfe:

„Lebe ich diesen Anspruch selbst?“

 

 

3. Würde ich genauso entscheiden, wenn niemand davon erfährt?

 

Diese Frage trennt häufig Haltung von Außenwirkung.

 

 

4. Würde ich mein Verhalten transparent erklären können?

 

Stell dir vor, deine Entscheidung müsste morgen vor Menschen erläutert werden, deren Urteil dir wichtig ist.

Welche Begründung würdest du geben?

 

 

5. Was kostet mich meine Haltung?

 

Vielleicht Zustimmung.

Vielleicht Geld.

Vielleicht Bequemlichkeit.

Vielleicht einen Konflikt.

Ein Wert, der niemals etwas kostet, wurde bisher möglicherweise einfach wenig geprüft.

 

 

6. Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung für andere?

 

Integrität bedeutet mehr als persönliche Konsequenz.

Auch Auswirkungen auf andere Menschen gehören in die Betrachtung.

 

 

7. Welche Entscheidung passt langfristig zu der Person, die ich sein möchte?

 

Diese Frage verbindet Werte und Identität mit konkretem Handeln.

Sie eignet sich besonders für Situationen mit hoher Tragweite.

 

 

 

Integrität braucht Mut

 

Eine klare Haltung kann unbequem werden.

Du riskierst Widerspruch.

Du enttäuschst Erwartungen.

Du setzt Grenzen.

Du sprichst ein Problem an.

Du gibst einen Vorteil auf.

Du korrigierst eine frühere Entscheidung.

Genau deshalb gehört Mut häufig zur Integrität.

Der entscheidende Unterschied:

Mut bedeutet weniger, besonders laut aufzutreten.

Oft bedeutet er schlicht, das Richtige auszusprechen und anschließend danach zu handeln.

 

 

 

Integrität ist keine Selbstgerechtigkeit

 

Auch dieser Punkt ist wichtig.

Wer von Integrität spricht, kann schnell beginnen, vor allem andere Menschen moralisch zu beurteilen.

Die spannendere Frage richtet sich zunächst nach innen.

„Wie gut gelingt mir selbst, was ich von anderen erwarte?“

Integrität eignet sich weniger als moralischer Zeigefinger.

Sie eignet sich hervorragend als Maßstab für das eigene Verhalten.

Haltung wird glaubwürdiger, wenn sie bei uns selbst beginnt.

 

 

 

Integrität und Kompromisse

 

Ein häufiger Irrtum lautet:

„Wer integer ist, macht keine Kompromisse.“

Das wäre im Zusammenleben kaum praktikabel.

Kompromisse können Ausdruck von Respekt, Pragmatismus und Verantwortungsfähigkeit sein.

Die entscheidende Frage lautet:

Was ist verhandelbar und was gehört zu meinen Kernwerten?

Vielleicht kannst du bei der Methode flexibel sein.

Beim Ziel weniger.

Vielleicht kannst du beim Zeitpunkt entgegenkommen.

Bei der Ehrlichkeit kaum.

Integrität braucht deshalb neben Werten auch Prioritäten.

 

 

 

Wenn Werte miteinander kollidieren

 

Schwierige ethische Entscheidungen entstehen häufig weniger zwischen „gut“ und „schlecht“.

Sie entstehen zwischen zwei berechtigten Werten.

Zum Beispiel:

Du möchtest loyal sein und gleichzeitig offen sprechen.

Du möchtest helfen und gleichzeitig deine Grenzen schützen.

Du möchtest wirtschaftlich verantwortlich handeln und gleichzeitig soziale Folgen berücksichtigen.

Dann braucht es Abwägung.

Frage:

  • Welche Folgen entstehen?
  • Welche Prinzipien sind berührt?
  • Welche Verantwortung trage ich?
  • Welche Alternative verletzt weniger von dem, was mir wichtig ist?
  • Welche Entscheidung kann ich später überzeugend vertreten?

 

 

 

Integrität stärkt Vertrauen in dich selbst

 

Wenn du wiederholt erlebst, dass du zu deinen eigenen wichtigen Werten stehst, entsteht etwas Wertvolles:

Selbstvertrauen.

Du weißt:

„Auf mich kann ich mich verlassen.“

Das bedeutet keineswegs, jede Entscheidung im Voraus richtig zu treffen.

Es bedeutet, dir zuzutrauen, ehrlich hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und deinen Kurs bei Bedarf zu korrigieren.

 

 

 

Häufige Fragen zur Integrität

 

Was bedeutet Integrität einfach erklärt?

Integrität bedeutet, dass deine Werte, Aussagen und dein Verhalten möglichst gut zusammenpassen. Besonders sichtbar wird sie in Situationen, in denen diese Haltung einen Preis hat.

 

Was ist ein integrer Mensch?

Ein integrer Mensch handelt verlässlich nach wichtigen eigenen Werten, übernimmt Verantwortung und versucht, Worte und Verhalten in Einklang zu bringen.

 

Was ist das Gegenteil von Integrität?

Das Gegenteil zeigt sich beispielsweise in bewusster Täuschung, Heuchelei, Bestechlichkeit oder einem dauerhaften Widerspruch zwischen verkündeten Werten und tatsächlichem Verhalten.

 

Ist Integrität dasselbe wie Ehrlichkeit?

Ehrlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil. Integrität umfasst zusätzlich Verlässlichkeit, Werteorientierung, Verantwortung und die Übereinstimmung zwischen Haltung und Handeln.

 

Kann ein Mensch integer sein und trotzdem Fehler machen?

Ja. Integrität bedeutet keine Fehlerfreiheit. Entscheidend ist vielmehr, wie jemand mit Fehlern umgeht: ob Verantwortung übernommen, korrigiert und daraus gelernt wird.

 

Bedeutet Integrität, niemals seine Meinung zu ändern?

Nein. Neue Informationen können eine andere Entscheidung rechtfertigen. Integrität zeigt sich dann darin, diese Veränderung transparent und nachvollziehbar zu vertreten.

 

Warum ist Integrität in der Führung wichtig?

Führungskräfte prägen durch ihr Verhalten, welche Werte im Alltag tatsächlich gelten. Wenn Aussagen, Regeln und eigenes Handeln zusammenpassen, erleichtert das Vertrauen und Orientierung.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Integrität zeigt sich weniger darin, welche Werte du aufzählst.

Sie zeigt sich darin, welche Entscheidungen du triffst.

Wenn es leicht ist.

Und besonders dann, wenn es schwierig wird.

Deine Werte werden dort sichtbar, wo du bereit bist, für sie Verantwortung zu übernehmen.

 

 

 

Wenn eine Entscheidung deine Haltung fordert

 

Manche Entscheidungen sind anspruchsvoll, weil mehrere Interessen, Werte und Konsequenzen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.

Vielleicht kennst du die Argumente längst.

Vielleicht fehlt weniger Information als ein klarer Blick auf das Wesentliche.

Im persönlichen 1:1 können wir solche Situationen strukturiert betrachten:

  • Welche Werte sind berührt?
  • Welche Interessen wirken?
  • Welche Konsequenzen haben die verschiedenen Möglichkeiten?
  • Wo entstehen innere Widersprüche?
  • Welche Verantwortung trägst du?
  • Welche Entscheidung kannst du langfristig vertreten?

Das Ziel ist keine Entscheidung nach meinem Werteverständnis.

Es geht um Klarheit darüber, welche Entscheidung zu deiner Verantwortung, deinen Prioritäten und deiner Haltung passt.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.

 

Wie stehst du zu Integrität?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht wissen, was sie wollen, aber alles tun, um es zu bekommen. Donald Marquis

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

8 Tipps für Zuversicht: Es kommt der Tag, der alles lösen wird. (Friedrich von Schiller)

8 Tipps für Zuversicht: Es kommt der Tag, der alles lösen wird. (Friedrich von Schiller)

Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune. (Charles Dickens)
Sanftmut

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Was tun, wenn es eng und schmerzhaft wird?

 

Wenn es eng wird und mit Schmerzen verbunden ist, wie gelingt es dann nicht zu verzweifeln? Überlebenswichtig sind dann wohl Zuversicht und Hoffnung. Wie sollen wir sonst uns selbst und andere Menschen motivieren?

 

 

 

 

Zuversicht?

 

Senkt sich das Rad und quetscht mich nieder, so denk ich: Nun, es hebt sich wieder!

Johann Wolfgang

 

 

Ob das gerade alle Zeitgenossen so empfinden? Wohl eher nicht. Der Gemütszustand ist deutlich angekratzt. Gerade habe ich mir eine Zeitung gegönnt und der Titel liefert mir ein Thema zum Nachdenken. Jetzt noch einen Kaffee und ich werde herausfinden, worum es in dem Zeitungsartikel geht. Vorher setze ich noch diesen eigenen Artikel mit ersten Gedanken online.

 

 

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

 

Die Hoffnung stirbt sprichwörtlich zuletzt. Und tatsächlich: Kaum etwas spornt Menschen so sehr an wie die Kraft der Zuversicht – die Aussicht, dass ihr Vorhaben gelingen kann, ihre Probleme beziehungsweise Herausforderungen überwunden werden. Mit dieser Aussicht gelingt es Menschen selbst Schicksalsschläge leichter und schneller zu überwinden und den Lebensmut nicht zu verlieren.

Zuversicht ist das Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen. Es ist eine Grundhaltung, die für eine gewisse Zeit beispielsweise hinsichtlich bestimmter Ereignisse und Themen oder langfristig als persönliche Geisteshaltung eingenommen wird. Aus einer anhaltenden und grundlegenden Zuversicht entwickelt sich schließlich Optimismus. Albert Schweitzer meinte; „Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel.“

 

 

 

8 Ideen für die Förderung von Zuversicht

 

Zuversicht ist kein Zufallsprodukt, wir können Einfluss auf unsere Gedanken und Gefühle nehmen.

 

 

 

1. Umfeld

 

Zuversicht wird durch ein Umfeld gefördert, das optimistische oder positive Gedanken auslöst. Sicherheitshalber: Damit ist keine Filterblase gemeint, die im eigenen Saft schmort.

 

 

 

2. Selbstwirksamkeitserwartung

 

Eigene Erfahrungen, die zu der Überzeugung führen, dass selbst schwierige Situationen sich meistern lassen, fördern Zuversicht. Es wird hier von der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) gesprochen. Selbstwirksamkeitserwartung ist die Erwartung eines Menschen, aufgrund eigener Kompetenzen gewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen zu können.

 

 

 

3. Ausgeprägtes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl

 

Ein geringes Selbstwertgefühl ist wie Sand im Getriebe. Ein gepflegtes Selbstvertrauen beziehungsweise Selbstwertgefühl macht das Leben leichter. Gerade, wenn es eng wird, leidet der Glaube an sich selbst. Wer sich selbst mag, ich was, wer sich selbst liebt, gibt der Seele die erforderlichen Streicheleinheiten.

 

 

 

4. Ziele und Werte

 

Selbst in aussichtslos scheinenden Momenten wirkt ein lockendes Ziel wie ein Wunder. Am besten eine Vision, etwas Lockendes, das es verdient hat, dafür zu kämpfen. Werte liefern Orientierung.

 

 

 

5. Haltung

 

Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte nicht auch noch den Kopf hängen lassen.

 

Die mentale und die körperliche Haltung haben immensen Einfluss, wie es mit uns vorangeht. Schon eine kraftvolle, aufrechte Körperhaltung verändert die Gedanken.

 

 

 

6. „Wie“ statt „Warum?“

 

Zuversicht kann beispielsweise durch Fragen gefördert werden, die den Fokus vom Problem hin zu möglichen Lösungen, verschiebt. Eine solche Technik ist die Wunderfrage. Aus Erfahrungen zu lernen ist wichtig, dann geht es an die Gestaltung.

 

 

 

7. Selbsterfüllende Prophezeiung

 

Eine mögliche Wirkung von Vorstellungen wünschenswerter Szenarien ist die, sich als eine sich selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) zu entpuppen. So ähnlich wie beim Placeboeffekt kann Zuversicht dazu beitragen, dass die Erfüllung der Erwartungen wahrscheinlicher wird, weil positive Ereignisse durch bewusste oder unbewusste Entscheidungen und Handlungen herbeigeführt werden.

 

 

 

8. Glaubenssätze

 

Negative Glaubenssätze, Überzeugungen über uns und die Welt, schränken uns ein. Das kostet Kraft, nimmt uns den Mut und die Zuversicht. Grenzen, Muster und Verallgemeinerungen wirken im Unterbewussten. Sie beeinflussen Wahrnehmung, Denken und Handeln. Es gilt sie zu erkennen, sie aufzulösen und förderliche zu pflegen.

Synonyme

 

Daseinsfreude, Glauben, gute Erwartung, Gewissheit, Glaube an das Gute, Gottvertrauen, Hoffnung, Lebensbejahung, Lebensmut, positive Lebenseinstellung, Vertrauen in die Zukunft, Zutrauen, Zukunftsglaube

Abgeschwächte Synonyme: Hoffnung, Lichtblick, Möglichkeit, Ausweg, Chance, Zufriedenheit

Ähnliche Begriffe: Vorfreude, Perspektive, positive Aussicht, Daseinsfreude, Heiterkeit, Lebensfreude

Steigerung: Optimismus Vertrauen

Ursprung des Wortes

 

Das Wort Zuversicht setzt sich zusammen aus den Begriffen „zu“ im Sinne von hinzu und „Sicht“, also der positive Blick nach vorne in die Zukunft.

 

 

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→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Mai 2006
Überarbeitung: 18. Juli 2020
AN: #86745
K:
Ü:X

Rosa-Elefanten-Effekt: Negatives Formulieren in Gesprächen, Reden, Präsentationen, Denken.

Rosa-Elefanten-Effekt: Negatives Formulieren in Gesprächen, Reden, Präsentationen, Denken.

Was hat es damit auf sich?
Rosa-Elefant

Rosa-Elefanten-Effekt

 

Der Rosa-Elefanten-Effekt ist an vielen Stellen zu beobachten. Negatives Formulieren ist häufig in Gesprächen, Reden und Präsentationen. Eine Variante des Klassikers in Kommunikationstrainings: „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten“ und schon ist es geschehen. Davon haben schon viele Menschen gelesen oder gehört. Weshalb es sich lohnt, sich von Zeit zu Zeit daran zu erinnern? Deshalb! Mehr im Beitrag.

Video

Video im Schnitt!

Rosa-Elefanten-Effekt: Negatives Formulieren in Gesprächen, Reden und Präsentationen.

 

Zugegeben, die meisten Menschen werden im Privatleben oder im Beruf seltener über rosa Elefanten sprechen. Da sind es dann eher Formulierungen wie; „Tun Sie das nie wieder.“, „Wir dürfen nicht so weitermachen wie bisher“, „Vergessen Sie alles Bisherige!“, „Seien Sie nicht so verkrampft!“ … In vielen Gesprächen und Präsentationen wimmelt es nur so von Negativ-Formulierungen. Wer darauf hinweist, etwas möge nicht berücksichtigt, gedacht oder getan werden, lenkt genau dorthin die Aufmerksamkeit. Es wird zusätzliche Denkleistung benötigt, um zumindest intellektuell zu verstehen, was erwartet wird. Das allein ist schon nicht sehr günstig, weil es gelten sollte den Zuhörern möglichst einfach zu machen, Botschaften im beabsichtigten Sinne zu verstehen.

Was dabei jedoch vergessen wird; Botschaften wirken im Unbewussten. Und das setzt sich nicht intellektuell mit Aussagen auseinander. Es fokussiert entweder auf das was ohne Negation gesagt wurde, „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten“, ignoriert es oder spekuliert. So oder so ist das größtenteils nicht sehr hilfreich.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

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Artikel zum Thema Kommunikation

Salamitaktik erkennen: Wenn kleine Zugeständnisse zu weit führen

Salamitaktik verändert Vereinbarungen Schritt für Schritt. Erfahre, wie du schleichende Entwicklungen erkennst, Grenzen schützt und bewusst entscheidest.

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Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. April 2016
Überarbeitung: 6. Januar 2021
AN: #76739
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24+ Tipps, um die Menschenkenntnis zu trainieren

24+ Tipps, um die Menschenkenntnis zu trainieren

Pflegen der eigenen Menschenkenntnis. Menschenkenntnis ist ein Fach, in dem wir täglich unterrichtet werden

So steigerst du deine Menschenkenntnisse

 

Wie gut und schnell durchschaust du andere Menschen? Es hat zahlreiche Vorteile, Menschen gut einzuschätzen. Hier erfährst du, wie du deine Menschenkenntnis trainieren kannst.

Antworten auf häufige Fragen

Was ist Menschenkenntnis?

Als Menschenkenntnis wird die Fähigkeit bezeichnet, das Verhalten oder den Charakter von Menschen aufgrund eines ersten Eindrucks richtig einzuschätzen, ihre Denkweise zu beurteilen und ihr Verhalten vorherzusagen. Lebenserfahrung, Intuition, Intelligenz und Wissen sind die entscheidenden Faktoren, die zu dieser Fähigkeit beitragen.

Weshalb ist Menschenkenntnis so wichtig?

Es ist wichtig, die menschliche Natur zu verstehen, denn das Wissen über die menschliche Natur kann uns helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Die menschliche Natur zu verstehen, ist auch der entscheidende Schlüssel zu einer guten Kommunikation.

Was ist der Unterschied zwischen Beobachtung und Beurteilung?

Der Hauptunterschied liegt in der Neutralität des Ansatzes: Beobachten ist ein neutraler, objektiver Prozess der Informationssammlung, während Beurteilen ein nachfolgender Schritt ist, in dem diese Informationen bewertet und interpretiert werden. Die Beobachtung liefert die Grundlage für die Bewertung, indem sie die erforderlichen Informationen bereitstellt, auf die sich die Bewertung stützen kann.

Menschenkenntnis ist ein Fach,
in dem wir täglich unterrichtet werden.

Definition: Was bedeutet Menschenkenntnis?

 

Als Menschenkenntnis wird die Fähigkeit bezeichnet, das Verhalten oder den Charakter von Menschen aufgrund eines ersten Eindrucks richtig einzuschätzen, zu erkennen und zu beurteilen, und vorherzusagen, wie sie denken und wie sie handeln werden.

 

 

 

Was umfasst Menschenkenntnis?

 

Entscheidende Faktoren für Menschenkenntnis sind Lebenserfahrung, Intuition, Intelligenz, Herzensbildung und Weisheit. Menschenkenntnis ist nicht angeboren, sondern kann im Umgang mit Menschen und durch Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Menschen entwickelt werden. Erfahrungen sind eine wesentliche Quelle und doch sind sie keine Garantie für die Qualität der Menschenkenntnis. Es kommt auf die konstruktive Auswertung und Ableitung von Folgerungen an.

 

 

 

Wozu ist Menschenkenntnis gut?

 

Die Qualität der Einschätzung von Menschen, ihren Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmustern hat einige Vorteile. Auf der Basis besserer Einschätzungen lassen sich auch bessere Entscheidungen treffen. Die kommen beispielsweise der privaten und professionellen Kommunikation zugute. So können wir besser auf uns acht geben und auch andere Menschen besser unterstützen. Wie so oft kann diese Fähigkeit missbraucht werden, um andere Menschen zu benachteiligen und einen einseitigen Vorteil für sich zu erreichen.

 

 

 

Menschenkenntnis und Autofahren

 

Mit der Menschenkenntnis ist es wie mit dem Autofahren, die meisten Menschen meinen darin besser zu sein als ihre Mitmenschen. Die Ursache dafür; unsere Filter und typischen Denkmuster, wie dem Bestätigungsfehler und den Attributionsfehler.

 

 

 

24+ Tipps zur Verbesserung Ihrer Menschenkenntnis

 

Mit diesen Empfehlungen verbessern Sie Ihre Menschenkenntnis:

 

1. Vorsicht vor zu schnellen Urteilen
2. Selbstreflexion. Kennen Sie sich selbst.
3. Lernen Sie, die Körpersprache zu lesen
4. Vorsicht vor Äußerlichkeiten.
5. Zwischentöne
6. Neutralität
7. Sympathie lenkt ab
8. Rapport
9. Ursachenforschung bei Aversion
10. Trigger
11. Haloeffekt
12. Menschen gehören nicht in Schubläden
13. Wir sind Individuen
14. Motive und Werte
15. Die projektive Täuschung
16. Hintergrundrecherchen
17. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Narzissten
18. Lernen Sie sprachlich zwischen den Zeilen zu lesen
19. Nähe macht blinder
20. Attributionsfehler
21. Bestätigungsfehler
22. Kennen Sie typische Wahrnehmungs- und Denkfehler
23. Kulturelle Unterschiede
24. Trainieren Sie Ihre Menschenkenntnis

1. Vorsicht vor zu schnellen Urteilen

 

Menschenkenntnis unterliegt vielen Einflüssen und Irrtümern. Beurteile fremde Menschen nicht zu rasch. Nimm dir Zeit zum Kennenlernen und Beobachten, erst dann kannst du deine Menschenkenntnis individuell und fundiert einsetzen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Beobachten und Bewerten?

Der Unterschied zwischen „Beobachten“ und „Bewerten“ liegt in der Art und Weise, wie wir Informationen aufnehmen und verarbeiten.

 

1. Beobachten

 

  • Beobachten bezieht sich auf den Prozess der objektiven Wahrnehmung oder Erfassung von Ereignissen, Verhalten oder Situationen durch die Sinne, meist durch Sehen und Hören, ohne diese sofort zu bewerten.
  • Beim Beobachten geht es darum, Daten oder Fakten zu sammeln, ohne voreilige Schlüsse zu ziehen oder persönliche Meinungen einzubringen.
  • Ziel ist es, ein klares und genaues Verständnis der beobachteten Realität zu erlangen, das auf direkten sinnlichen Erfahrungen beruht.

 

 

 

2. Beurteilen

 

  • Beurteilen umfasst die Bewertung oder Analyse der beobachteten Informationen, wobei eine Bewertung auf der Grundlage persönlicher Werte, Normen oder Kriterien vorgenommen wird.
  • Beurteilen bedeutet, die gesammelten Daten zu interpretieren und eine Meinung oder Entscheidung darüber zu treffen, ob etwas gut, schlecht, richtig, falsch, angemessen oder unangemessen ist.
  • Dieser Prozess umfasst oft subjektive Elemente und kann durch persönliche Vorurteile, Erfahrungen oder den kulturellen Hintergrund der bewertenden Person beeinflusst werden.

 

 

 

2. Selbstreflexion. Kenne dich selbst.

 

Jeder von uns sieht das in anderen Menschen, was er selbst im Herzen trägt.

Ralph Waldo Emerson

 

Wer sich selbst nicht richtig kennt und einschätzen kann, wird auch andere falsch einschätzen. Nicht nur Selbstüberschätzung steht der Entwicklung von Menschenkenntnis im Wege.

Auch wenn wir es nicht wollen, sind wir anderen Menschen gegenüber nicht wirklich objektiv. Wir betrachten die Welt vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen, Sehnsüchte und Ängste. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir alle persönliche blinde Flecken haben. Sie beeinflussen unser Wahrnehmen, Denken und Handeln. Um andere besser einschätzen zu können, ist es wichtig, sich selbst zu kennen. Erkunde deine Eigenheiten, um zu verstehen, wie du tickst und inwiefern deine Denk- und Verhaltensweisen vielleicht anders sind als die deiner Mitmenschen.

 

 

Einige hilfreiche Fragen:

  • Was sind deine Werte, Motive und Prioritäten?
  • Welche Überzeugungen und Glaubenssätze wirken auf Ihre Wahrnehmung, Denken und Verhalten?
  • Was sind deine Schwächen und Stärken?
  • Wie wirkst du in welchem Kontext auf andere Menschen?
  • Welche blauen Flecken trägst du mit sich herum?
  • Welche Sehnsüchte oder Ängste könnten sich einmischen?
  • Welche kommunikativen Eigenarten beeinflussen, wie du von anderen Menschen wahrgenommen wirst?
  • …

 

 

 

3. Lerne, die Körpersprache zu lesen

 

Schärfe deine Sinne. Beachte in Gesprächen aufmerksam die unbewussten Signale von Mimik, Gestik und Körperhaltung. Welche Körpersprache zeigen welche Personen in welchem Kontext?

  • Wie sehen ihre Gesichter wann aus?
  • Wie verändert sich, wann, die Mimik?
  • Und wie fühlen sie sich wohl gerade?
  • Wie kongruent wirkt die Körpersprache?
  • Wie verändert sich, wann, die Körperhaltung?
  • Wohin zeigen die Füße, wann?
  • Wie offen ist die Körperhaltung?
  • Positioniert sich jemand zugeneigt oder abgewandt?
  • Wie verändert sich, wann der Blickkontakt?
  • Wirkt das Lächeln echt oder aufgesetzt?
  • Welche Statushinweise sind zu erkennen?
  • Was für eine Begrüßung, beispielsweise mit Händedruck, findet statt?
  • Welche Nähe oder Distanz wird gewählt?
  • Wie sitzt jemand?
  • Wie steht jemand?
  • Welchen Gang wählt jemand?
  • Handelt es sich um einen Matcher oder Mismatcher, also wird die Körpersprache anderer Menschen gespiegelt, oder nicht?
  • …

 

 

Achtung:

Betrachte die Beobachtungen als Hinweise, nicht als absolute Wahrheiten. Hellsehen ist, wenn überhaupt, nur wenigen Menschen gegeben.

 

 

 

4. Vorsicht vor Äußerlichkeiten

 

Egal wie groß meine Uhr ist, ich habe trotzdem nicht mehr Zeit. Bestimmte Accessoires haben jedoch einen Einfluss darauf, wie Menschen wahrgenommen werden. Das muss nicht unbedingt die teure Uhr sein.

Wir lassen uns von Äußerlichkeiten beeinflussen, das ist vielfach belegt, auch wenn viele Menschen behaupten, sich davon nicht beeinflussen zu lassen. Die Wahl der Kleidung, des Haarschnitts und anderer Äußerlichkeiten geben Auskunft über Menschen. Soweit sie selbst entscheiden konnten, sind sie Ausdruck persönlicher Entscheidungen. Aber ….

In vielen Situationen ist beispielsweise die Bereitschaft größer, Männern in Anzügen und Frauen in entsprechenden Hosenanzügen oder Kostümen einen Führungsanspruch zuzuschreiben und sie als kompetenter einzuschätzen. Bezüglich des Aussehens ist zum Beispiel auch der Warren-Harding-Effekt zu erwähnen.

Widerstehe der Versuchung, Äußerlichkeiten ungeprüft zu interpretieren und als Charaktereigenschaften auf andere Menschen zu übertragen. Allzu oft wird von äußeren Merkmalen auf das Innere der Person geschlossen.

 

Typische Rückschlüsse sind

 

  • attraktiv = intelligenter
  • hübsch = dumm
  • dick = lustig, aber auch fauler
  • hohe Stirn = intelligenter
  • schlank = engagierter
  • überdurchschnittlich muskulös = geistig geringer ausgestattet
  • wulstige Lippen = sinnlicher

 

Selbst aufgeklärte Menschen tragen diese Klischees in sich und entsprechende Aufmerksamkeit ist erforderlich, um diesem Unfug keinen Raum zu gewähren.

 

 

 

5. Zwischentöne

 

Lerne, Zwischentöne herauszuhören: worauf weisen Stimme und Sprechweise hin? Achte in Gesprächen nichtnur darauf, was, sondern auch wie etwas gesagt wird. So erfährst du mehr über die Sichtweise und damit über den Charakter anderer Menschen.

 

 

 

6. Neutralität

 

Vorurteile fließen mehr oder weniger bewusst in die Beurteilung anderer Menschen ein. Mache dich möglichst frei von Vorurteilen, indem du noch unbekannten Menschen zunächst neutral begegnest.

 

Häufige Vorurteile:

  • Künstler sind leichtlebig
  • Frauen können besser Kochen
  • Männer lieben Fußball
  • Professoren sind zerstreut
  • Studenten stehen politisch links

 

Es lohnt sich eigene Vorurteile hinterfragen, ja überhaupt erst einmal zu registrieren, dass jeder Mensch solche mit sich führt. Unbewusst beurteilen wir bestimmte Menschen- oder Altersgruppen oft kritischer als andere. Umso wichtiger ist es, darüber zu reflektieren.

 

Was ist Weisheit? Die Menschen kennen.
Was ist Menschenkenntnis? Die Menschen lieben.

Konfuzius

Eine gesunde Portion Wohlwollen macht es leichter offen für Menschen zubleiben und auch die Potenziale zu sehen.

 

Und, wenn ich schon beim Zitieren bin:

Ich halte es nicht für das größte Glück, einen Menschen ganz enträtselt zu haben, ein größeres noch ist, bei dem, den wir lieben, immer neue Tiefen zu entdecken, die uns immer mehr die Unergründlichkeit seiner Natur nach ihrer göttlichen Seite hin offenbaren.

Christian Morgenstern

 

 

 

7. Sympathie lenkt ab

 

Achte besonders darauf, wenn du jemanden sympathisch findest, weil du dann Gefahr läufst, durch einen entsprechenden Filter zu sehen. Diese rosarote Brille lässt alles noch freundlicher und sympathischer erscheinen. Wenn du Menschen besonders sympathisch findest, neigst du wahrscheinlich dazu, ihnen viele positive Eigenschaften zuzuschreiben. Der positive Eindruck überstrahlt dann oft alle anderen, wir sind auf einem Auge blind. Wir neigen zu der Annahme, dass Menschen, die sympathisch wirken, auch loyaler und ehrlicher sind, auch wenn es dafür keine ernsthaften Hinweise gibt.

 

 

 

8. Rapport

 

Wenn dir eine Person ähnlich scheint, du also glaubst, viele Gemeinsamkeiten mit ihr zu haben, dann ist sie dir noch sympathischer und deine Manipulationsanfälligkeit nimmt deutlich zu. Nicht nur Betrüger machen sich diese Mechanismen zunutze, indem sie zum Beispiel dein Verhalten spiegeln. Es gibt viele Techniken, die dazu dienen, den Rapport zu fördern, im Guten wie im Schlechten.

 

 

 

9. Ursachenforschung bei Aversion

 

Unsympathische Personen erscheinen uns insgesamt negativer. Wenn du jemanden unsympathisch findest, kannst du die Person und deine persönlichen Reaktionen genau untersuchen, um herauszufinden, warum du so empfindest. So lernst du auch eine Menge über dich selbst.

Menschenkenntnis macht den Verständigen ebenso nachsichtig als bescheiden.

Fanny Lewald

 

 

 

10. Trigger

 

Der Kontext beeinflusst die Wahrnehmung, das Denken und das Verhalten von Menschen. Das gilt für uns ebenso wie für andere Menschen. Es mischen sich Erwartungen und viele andere Faktoren ein, die Einfluss auf Ihre Menschenkenntnis nehmen können. Auch vermeintliche Kleinigkeiten können intensive emotionale Reaktionen hervorrufen, die mit der Person nichts oder nur sehr wenig zu tun haben müssen, die du gerade einschätzt.

 

 

 

11. Halo-Effekt

 

Der Halo-Effekt sorgt dafür, dass wir von der bekannten Eigenschaft eines Menschen auf eine unbekannte Eigenschaft schließen, ohne dass es dafür einen Zusammenhang gibt. So verzerrt der Halo-Effekt die Wahrnehmung und führt zu schlechten Entscheidungen.

12. Menschen gehören nicht in Schubläden

 

Es ist leichter, die Menschen zu kennen als einen Menschen.

François VI. Duc de La Rochefoucauld

 

Widerstehen Sie der Versuchung, in fremde Personen bestimmte Typen zu projizieren, denn dadurch wird Ihre Beurteilung zu stark vereinfacht.

Es existieren zahlreiche Persönlichkeitsmodelle, die suggerieren, es wäre einfach Menschen zu kategorisieren. Manche dieser Modelle können durchaus inspirierend wirken, wenn sie nicht als starres Muster und Wahrheit betrachtet werden. Doch genau das geschieht in der Praxis oft und richtet dann Schaden an. Die Nutzer halten sich für überdurchschnittlich gute Menschenkenner, senken dadurch allerdings real die Qualität ihrer Einschätzung. So ist das oft mit Patentrezepten; gut gemeint und doch schlecht gemacht.

 

 

 

13. Wir sind Individuen

 

Machen Sie sich klar, dass jeder Mensch ein individuelles Wesen mit unverwechselbaren Gefühlen und Eigenschaften ist, die sich normalerweise nicht auf den ersten Blick erfassen lassen.

 

 

 

14. Motive und Werte

 

„Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen; wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht“, meinte Johann Wolfgang von Goethe. Ergründen Sie auch die Motive und Werte, die einen Menschen leiten und das Verhalten beeinflussen.

 

 

 

15. Die projektive Täuschung

 

Eine sehr verbreitete Fehlerquelle bei der Einschätzung anderer Menschen ist die projektive Täuschung. Menschen neigen dazu, in eine Person, die einer bereits bekannten Person durch ihr Aussehen oder ihre soziale Position ähnelt, verwandte Eigenschaften zu projizieren.

Friedrich von Schiller meinte; „Ich weiß den Mann von seinem Amt zu unterscheiden.“ Clever!

 

 

 

16. Hintergrundrecherchen

 

Wenn Sie zusätzliche Informationen gewinnen, können Sie ein vollständigeres Bild nutzen. Welche Erfahrungen und Erlebnisse haben die Person geprägt? So können Sie ihr Weltbild und können ihr Verhalten besser einschätzen.

 

 

 

17. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Narzissten

 

Narzissten machen oft einen hervorragenden ersten Eindruck und verstellen sich, wenn und solange es für sie von Vorteil ist. Mehr dazu finden Sie im Artikel 36 Hinweise, um Narzissten zu erkennen.

 

 

 

18. Lernen Sie sprachlich zwischen den Zeilen zu lesen

 

Es existieren zahlreiche sprachliche Hinweise auf die Persönlichkeitstendenzen einer Person. Sie können beispielsweise bei mir im Einzeltraining einige davon erkennen und nutzen lernen.

 

 

 

19. Nähe macht blinder

 

Bei uns näherstehenden Personen neigen wir dazu, mit speziellen Filtern zu beobachten. Es wird das Bauchgefühl eher ignoriert, weil wir etwas nicht wahrhaben wollen.

 

 

 

20. Attributionsfehler

 

Eine weitere Ursache für die eingebildete Menschenkenntnis ist der sogenannte fundamentale Attributionsfehler. Er besagt, dass wir die jeweilige Situation und die Umstände, unter denen eine Person handelt, oft ignorieren und den Grund für ein Verhalten stattdessen in der Person selbst suchen.

Treffen wir beispielsweise Menschen, die uns gegenüber unfreundlich oder aggressiv scheinen, dann nehmen wir an, es läge an ihrem Charakter. Dass es an uns oder äußeren Umständen liegen könnte, wird dann tendenziell unterbewertet. Möglicherweise ist Person gerade unter Druck und fühlt sich gestresst. Oder, ja, auch das soll es ja geben; wir haben uns selbst missverständlich oder gar unangemessen verhalten. Haben wir uns selbst sozial ungünstig verhalten, dann neigen wir hingegen dazu, das durch eine für den Selbstwert dienliche Verzerrung auf die Umstände zu schieben.

 

 

 

21. Bestätigungsfehler

 

Häufig haben wir das Gefühl einen Menschen bereits nach dem ersten Kontakt richtig eingeschätzt zu haben, weil wir bei weiteren Treffen Bestätigungen dafür finden.

Oft liegt das allerdings eher daran, dass wir nur die Beweise und nicht die davon abweichenden Hinweise beachten. Das Gehirn beziehungsweise unbewusste Prozesse laufen automatisiert ab. Neu beobachtete Verhaltensweisen werden mit den Erwartungen abgeglichen. Was nicht in die Erwartung hineinpasst, wird tendenziell ignoriert. Menschen wollen ihren ersten Eindruck nur äußerst widerwillig verändern. Deswegen halten wir an der anfänglichen Beurteilung anderer Menschen so lange wie möglich fest.

 

 

 

22. Kennen Sie typische Wahrnehmungs- und Denkfehler

 

Nicht nur der genannte Bestätigungsfehler führt dazu, dass wir andere falsch einschätzen. Es gibt mehrere andere psychologische Fallgruben, in die wir fallen können. Neben den genannten, wie den Haloeffekt und dem Attribuierungsfehler existieren noch zahlreiche weitere. Im Artikel Lass das, ich hasse das: Die 11 häufigsten Manipulationstechniken erkennen, finden Sie weitere.

 

 

 

23. Kulturelle Unterschiede

 

Wir beurteilen die Beobachtungen aufgrund unserer Erfahrungen, die von kulturellen Eigenarten beeinflusst werden. Nicht nur in unterschiedlichen geografisch Regionen, sondern auch in unterschiedlichen Gruppen gelten unterschiedliche kulturelle Konventionen.

 

 

 

24. Trainieren Sie Ihre Menschenkenntnis

 

Wer Menschen studieren will, der versäume nicht, sich unter Kinder zu mischen.

Adolph Freiherr von Knigge

 

Tagtäglich gibt es unzählige Anlässe Menschen zu beobachten und zu lernen, im Privatleben, im Büro, … Machen Sie die Beobachtung Ihrer Mitmenschen zur täglichen Routine. Analysieren Sie das Verhalten unterschiedlichster Menschen. Bleiben Sie interessiert!

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie gut kannst du andere Menschen einschätzen und wie? Auf welche Weise trainierst du deine Menschenkenntnis?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel zur Persönlichkeit

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Ein Zyniker ist eine Person, die mit der Absicht zu verletzen andere Haltungen und deren Vertreter durch Zynismus bloßstellt.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 18. Februar 2018
Überarbeitung: 29..Februar 2024
Englische Version:
AN: #47133
K: CNB
Ü:

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Welche Muse darf dich küssen?

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Welche Muse darf dich küssen?

Professionelle Kreativität: Lass dich ab und zu von der Muse küssen!

Bist du bereit für Inspiration?

 

Bist du bereit, dich inspirieren zu lassen? Hast du eine Muse oder woher bekommst du deine Inspiration? Wenn du bereit bist, das mit dem Küssen als Metapher zu sehen, dann kannst du auch auf mich zurückgreifen. Im Gegenzug bekommst du von mir Anregungen und einige sehr effektive Techniken.

Überblick

 

 

 

 

Lass dich ab und zu von der Muse küssen!

 

Bist du empfänglich für Inspiration? Inspiration gibt uns Energie, Freude und Tatendrang. Jeder von uns braucht eine gute Portion Kreativität und hin und wieder eine zündende Idee, um erfolgreich zu sein. Leider fehlt uns die Inspiration oft gerade dann, wenn wir sie am dringendsten brauchen.

 

Woher nehmen und nicht stehlen?

Rotwein und andere, womöglich illegale Genussmittel, sind für den beruflichen Gebrauch eher ungeeignet. Lass dich lieber ab und zu von der Muse küssen! Hast du eine? Wenn du bereit bist, das mit dem Küssen als Metapher zu betrachten, kannst du mich gerne engagieren. Im Gegenzug bekommst du von mir Anregungen und einige sehr effektive Techniken.

Zitate

 

Genie ist 1% Inspiration und 99% Transpiration.

Thomas Alva Edison

 

Dichter sind die Oberpriester einer unbegreiflichen Inspiration.

Percy Bysshe Shelley

 

Ego, das ist die perfekte Firewall gegen Inspiration.

Andreas Tenzer

 

Gute Gedanken sind die Inspiration einer gesunden Seele.

Franz Schmidberger

Synonyme

 

Intuition, Begeisterung, begeisternd, Motivation (intrinsisch), motivierend, Eingebung, eingebungsvoll, Idee , Idee gebend, Geistesblitz. Als Steigerung Erleuchtung, erleuchtend.

Ursprung des Wortes

 

Inspiration stammt von lateinisch „inspiratio“ = „Beseelung“, „Einhauchen“. Zusammengesetzt aus „in“ = „hinein“ und „spirare“ = „hauchen“ bzw. „spiritus“ = „Atem“, „Seele“, „Geist“.

P.S.

 

Wie empfänglich bist du für Inspiration? Und wo lässt du dich wie von der Muse küssen?

Nicht jeder ist empfänglich für Inspiration

Artikel zu Kreativitätstechniken

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Solltest du das erste Angebot annehmen? Erfahre, wann Nachverhandeln sinnvoll ist, wie du Angebote bewertest und souverän bessere Entscheidungen triffst.

Kreativitätstechnik Synektik

Kreativitätstechnik Synektik

Synektik (Zusammenfügen) ist eine im Vergleich weniger bekannte Kreativitätstechnik für die Ideenfindung, die unbewusst ablaufende Denkprozesse fördert.

Mit Hilfe von Analogien wird die zu bearbeitende Herausforderung schrittweise verfremdet. Durch den sachlichen Abstand vom Problem und von bisherigen Lösungsversuchen werden neue Perspektiven und somit neue Lösungsansätze möglich.

mehr lesen
Kreativitätswerkzeug Kollektives Notizbuch: So geht es!

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Auch in Zeiten des Internets bzw. Intranets noch eine gute Idee. Das Kollektive Notizbuch ist eine eigenständige schriftliche Variante des Brainstormings. Die Zahl der Teilnehmer ist hierbei unbegrenzt. Ein Vorteil dieser Kreativitätstechnik ist, dass sich die Beteiligten auch dann gegenseitig inspirieren können, wenn sie nicht gleichzeitig an einem Ort anwesend sind.

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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2018
Überarbeitung: 3. Juni 2019
AN: #17865
Englische Version: