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Diskussionen, Radikalisierung und harte Rhetorik. Was ist bei öffentlichen Diskussionen zu beachten, wie können Sie sich schützen, wie überzeugen?
Die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren deutlich radikalisiert und das nicht nur auf der offiziellen politischen Bühne. Wer an auch nur andeutungsweise politischen Diskussionen teilnimmt, sollte sich auf Aggressionen gefasst machen. Der Ton wird zunehmend schärfer. Kaum eine politische Richtung oder sonstige Interessengruppe verzichtet auf radikalere Formen der Rhetorik, als noch vor wenigen Jahren. Die Bereitschaft, Regeln halbwegs seriöser Argumentation zu verletzen, nimmt zu. Zeitgeist!
Wer nicht so einfach mit Argumenten bekämpft werden kann, wird mit Dreck und Beleidigungen beworfen. Konstruktiv ist das nicht. Auch verbale Gewalt zerstört, lässt nichts wachsen, nichts erblühen, sondern reißt die Wurzeln von Chancen aus. Und der Trend hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht. Nicht schön, jedoch absehbar.
Vor der Teilnahme an öffentlichen Themen sollte sich daher jeder frühzeitig fragen, was das für die eigene Person und den beabsichtigten Beitrag bedeutet. Leicht entgleiten vermeintlich harmlose Themen und werden von anderen Teilnehmern zweckentfremdet. Schnell lässt sich eine Bühne für zweifelhafte Zwecke missbrauchen und Sie werden gekidnappt.
Schön, wenn Sie fair spielen, doch so denkt leider nicht jeder. Weit verbreitet ist stattdessen die Überzeugung, dass fundierte Argumente überbewertet werden. Sehr häufig wird daher von Falschspielern – gerne als Wölfe mit Schafspelz verkleidet – großzügig mit luftigen Behauptungen getäuscht und manipuliert.
Das lässt sich doch später nachprüfen, meinen Sie? Nun ja, mit dem nachfolgenden Faktencheck ist das in der Praxis bedauerlicherweise so eine Sache. Richtigstellungen erreichen dann oft nicht mehr das relevante Publikum. Auch weil gerne mit Pseudoargumenten gearbeitet wird, lohnt es selbst auf der sicheren Seite zu bewegen und das jeweilige Thema in- und auswendig zu kennen. Das erschwert es Schummlern, Ihnen falsche Informationen unterzujubeln.
Jedoch; wenn Ihre Argumente nicht angreifbar erscheinen, werden unseriöse Gegner Sie spätestens dann persönlich angreifen.
Im ironischen Artikel Mit schmutzigen Tricks jede Debatte gewinnen, finden Sie einige Methoden, die Ihnen bedauerlicherweise auch in der Praxis begegnen werden. Die Realität holt die Satire schneller ein, als sie sich steigern lässt.
Inwieweit Sie sich auf das zunehmend übliche Niveau hinablassen, solltest du frühzeitig entscheiden. Wobei die Entscheidung nicht immer so einfach ist. Doch im Eifer eines Gefechts wird eine gute Entscheidung dann nur noch schwerer, zumal andere Personen Ihnen dann, deren Spielregeln unterjubeln wollen. Umso präsenter Sie Ihre Werte und Entscheidungen haben, desto leichter wird es für Sie sein, sich treu zu bleiben.
Halten Sie mindestens einen Trumpf in der Hinterhand. Sie sind Falschspielern nicht wehrlos ausgeliefert. Es tut gut, sicher in der professionellen Schlagfertigkeit zu sein. Das reduziert mitunter allzu dreiste Angriffe unter der Gürtellinie. Überhaupt ist Ihr Zustandsmanagement von elementarer Bedeutung; wer aus der Rolle fällt, holt sich blaue Flecken. Wer zwischen die Fronten gerät, wird aufgerieben.
So oder so: Wer etwas sagt, das der Meinung einer größeren Gruppe entspricht, wird schnell zum Populisten. Wer einen eigenen Standpunkt vertritt, zum Egoisten. Nehmen Sie solche Beleidigungen nicht allzu persönlich.
Hat er das jetzt gerade wirklich gesagt? Bei manchem Satz wäre es besser, den Punkt ganz am Anfang zu machen und alles dahinter wegzulassen. Den Gefallen tun einem aber manche Brandstifter nicht. Rhetorische Brandstiftung hat viele Formen und ist schon lange nicht mehr den als extrem geltenden Gruppierungen vorbehalten. Mitunter ist es in Ordnung sich abzuwenden, manchmal ist es besser beherzt für eine Sache einzutreten.
Rücksichtslosigkeit kennt keine Bedenken und Sprache hat kein Gewissen. Rhetorik ist ein Werkzeug, das in viele Richtungen wirken kann. Ob für das Gute oder die dunkle Seite der Macht mag auch im Auge des Betrachters liegen. Und doch gibt es gewisse Regeln, bei deren Verletzung erheblicher Kollateralschaden entsteht. Wer den Boden des Meinungsaustauschs vergiftet, muss sich nicht wundern, wenn dort nur noch eingeschränkt zu ernten ist. Gerade die vorsichtigeren Stimmen verstummen dann und die extremeren dominieren.
Da werden Gedanken gebrandmarkt. Tabu statt Antworten! Die üblichen Killerphrasen sind dagegen harmlos, die Zielsetzung ähnlich.
Manches, dem ich schon mit Kopfschütteln zugehört habe, war geschmacklos, doch nicht alles war von verwerflichem Gedankengut. Einiges davon war unglücklich formuliert, gerade der Unbedarftheit, fehlender Erfahrung geschuldet. Und gerade die Stimmen, die einen sehr persönlichen Beitrag leisten, verbrennen sich besonders häufig die Finger und überlassen dann zukünftig geübten Lobbyisten das Feld. Das Ergebnis erfreut nicht!
Übung macht den Meister und so mancher Diskussionsrambo hatte davon schon so viel, dass es ungeübten Teilnehmern schwerfällt überhaupt noch zu Wort zu kommen. Gelingt es Ihnen an die Reihe zu kommen, wird der Gegner sofort versuchen Ihnen unbarmherzig die Worte im Munde zu verdrehen. Schließlich werden Sie aufgefordert, sich für etwas zu entschuldigen, das Sie selbst so nicht vertreten würden. Tun Sie es nicht, droht ein Shitstorm. Ja, da wird mit zunehmend härteren Bandagen gekämpft.
Ob mit oder ohne Kamera, vor Publikum wie in Gesprächen; sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich sicher fühlen. Ein guter Auftrittscoach wird Sie dabei unterstützen, dass Sie souverän bleiben, wo andere sonst die Nerven verlieren würden.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. April 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #7876
K: CNB
Ü:
Es gibt viele Beispiele dafür, dass Kommunikation einfach ist. Doch es mindestens ebenso viele Beispiele, die beweisen, dass Kommunikation nicht immer so verläuft, wie wir uns das wünschen. Denn GESAGT ist noch nicht GEHÖRT und GEHÖRT ist noch lange nicht VERSTANDEN.
Franz Liszt meinte (nein, ich war nicht dabei, als er das äußerte und verwende das Zitat trotzdem!) „Wenn auch anzunehmen ist, alles sei bereits gesagt. So darf man doch keineswegs folgern, dass auch alles gehört und verstanden ist.“
Konrad Lorenz ging noch ein Stück weiter und behauptete; „Gedacht ist noch nicht gesagt, gesagt ist noch nicht gehört, gehört ist noch nicht verstanden, verstanden ist noch nicht einverstanden, einverstanden ist noch nicht angewendet, und angewendet ist noch nicht beibehalten.“
Verhandlungen, Besprechungen, persönliche Gespräche, Telefonate… Anstatt miteinander zu sprechen, wird heutzutage oft aneinander vorbei gesprochen. Jeder Mensch lebt in einem eigenen Universum, was die Interpretation von Wirklichkeit angeht. Wenn Menschen miteinander kommunizieren, findet das in einem bestimmten Kontext statt und jede Information trifft auf die Biografie des Gesprächspartners. Jeder verfügt über unzählige, in ihrer Mischung einzigartige Erfahrungen, die eine unterschiedliche Bedeutung haben können. Außerdem ist Sprache auch noch ziemlich mehrdeutig und Stimme, Mimik, Gesten und andere Elemente der Körpersprache spielen eine Rolle. Zeitdruck oder Angst, Dinge offen anzusprechen, führen häufig dazu, dass sich Konflikte — unbewusst und unbemerkt — aufschaukeln. Und dann noch mindestens vier Ebenen, auf denen das stattfindet. Da kommt es leicht zu Missverständnissen und Störungen in der Kommunikation. Deswegen muss nicht alles, was gesagt wird, auch so verstanden werden. Und das wird es oft auch nicht. Nicht nur Paul Watzlawick stellte die Frage, wie wirklich die Wirklichkeit ist. Es gibt mindestens so viele Interpretationen, wie es Beteiligte gibt. Bei solch einem Spielraum davon auszugehen, dass ohne geeignete Maßnahmen eine Übereinstimmung von abgesandter und empfangener Botschaft sichergestellt ist, bestraft das Leben. Doch wie können solche Missverständnisse reduziert werden?
Sowohl Sender als auch Empfänger sind hier gefordert. Wir können als Sender beispielsweise beim Empfänger nachhaken, ob er eine Nachricht auch so verstanden hat, wie sie gemeint war. Empfänger haben eine Menge zu tun, um gute Zuhörer zu sein, möglichst alle Informationen (verbal und nonverbal) aufzunehmen und zu deuten. Dies gilt es, als Sender den Empfängern möglichst einfach zu machen. Also möglichst kongruent aufzutreten´und klar zu kommunizieren.
Als Empfänger können wir nachfragen; „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann…“ So zeigen wir, dass wir aktiv im Gespräch und interessiert an der Sache sind. Das Gehörte kann dann nochmals wiedergegeben werden (paraphrasiert), um Störungen zu erkennen und zu klären.
Je besser die Beziehung, desto bereitwilliger und wohlwollender findet der Abgleich statt. Rapport dient der geschmeidigen Kommunikation und Klärung.
Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich an oder reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf den Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen, was es mit mir macht.
Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto überwiegend auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu, in Fragmenten zu erscheinen. Fühl dich eingeladen, Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um deine persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.
Die folgenden Fragen helfen dabei, vom Tagesmotto ganz persönlich zu profitieren:
Frotzeleien sind spöttische Kommentare. Tendenziell wird Frotzelei eher als Necken gemeint. Doch Vorsicht, wenn sie misslingt oder übertrieben werden.
„Kein Kommentar“ kann im Interview unnötig Misstrauen erzeugen. So setzt du Grenzen, bleibst wahrheitsgemäß und behältst deine Botschaft unter Druck.
Einige Redner lassen bei der Betonung offen, ob es sich um eine Frage, ein Statement oder eine Aufforderung handelt. Bogensätze helfen.
Tipps für die Stimmpflege, nicht nur für professionelle Redner. Pflege die Stimme, es lohnt sich. Der Eindruck, den sich dein Publikum von dir macht, hat eine Menge damit zu tun, wie du klingst. Nutze die Macht deiner Stimme. So kannst du deine stimmlichen Fähigkeiten ausbauen.
Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.
Fragetechniken helfen. Doch nicht jede Frage führt zur Lösung.Problem- oder Lösungsorientierung? WARUM führt weiter ins Problem statt zu einer Lösung.
15 Tipps für schwierige Gespräche in der Partnerschaft: besser zuhören, Konflikte klären, Grenzen ansprechen und konstruktiv im Gespräch bleiben.
So lässt sich die interne Kommunikation in Unternehmen mit einfachen Mitteln verbessern.
Was tun, wenn wir in der eigenen Argumentation eine Schwachstelle erkennen und sie sich nicht so einfach beheben lässt? Hier die Antwort auf eine häufige Frage.
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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2016
Überarbeitung: 19. Oktober 2020
Englische Version:
AN: #232
K: CNB
Ü:
Redner benötigen Übung und professionelles Feedback. Wie und wo gibt es dazu Gelegenheit?
Eine spitze Zunge ist der einzige Gegenstand, der durch ständigen Gebrauch nur noch spitzer wird.
Washington Irving
Hier sind Ideen, wie Sie Ihre Fähigkeiten als Rednerin oder Redner tagtäglich trainieren können.
Ihre Stimme ist das wichtigste Instrument, das Sie als einsetzen. Eine einfache Möglichkeit, Ihre Stimme zu verbessern, besteht darin, zu lernen, vollständig und tief zu atmen.
Die Zwerchfellatmung, auch Bauchatmung genannt, ist für den Zugang zu Ihrer kraftvollen Stimme unerlässlich. Es ist die Technik, die auch professionelle Sängerinnen und Sänger anwenden, um ihre Stimmen so gut wie möglich klingen zu lassen.
Das Üben der Zwerchfellatmung verringert auch das Gefühl der Atemlosigkeit, das durch Anspannung, durch Ängste verursacht wird. Mit dieser Art der Atmung können Sie die folgenden Aspekte Ihrer Stimme besser steuern:
So gelingt es: Legen Sie vor dem Sprechen eine Hand auf Ihren Bauch und atmen Sie in Ihre Hand. Zählen Sie beim Einatmen bis 10 und füllen Sie Ihren Bauch, dann zählen Sie beim Ausatmen wieder bis 10. Denken Sie daran, bei Reden und Präsentationen aus dem Zwerchfell zu atmen.
Lesen Sie dazu den Beitrag Tiefvollatmung: Nehmen Sie sich Zeit zum Durchatmen, Seele und Stimme danken es!
Selbst wenn Sie eine tolle Stimme und eine gute Körpersprache haben, geht Ihre Botschaft verloren, wenn die Zuhörer Ihren Worten nicht folgen können. Hier sind einige Tipps, die Sie für eine überzeugende Darbietung üben können:
Sprechen Sie in einer angemessenen Geschwindigkeit, ruhig, doch nicht zu langsam. Wenn Sie zu schnell sprechen, werden Ihre Zuhörer Sie nur schwer verstehen können. Sprechen Sie zu langsam, besteht die Gefahr, dass sie einschlafen. Wenn Sie in der Öffentlichkeit sprechen, ist es am sichersten, im Konversationstempo zu sprechen.
Orientierung liefert der Beitrag Redegeschwindigkeit: Tipps für die richtige Sprechgeschwindigkeit in Gesprächen, Reden, Präsentationen.
Machen Sie Pausen zwischen den Ideen. Große Redner halten oft zwei bis drei Sekunden oder sogar länger inne. Eine gut platzierte Pause gibt dem Publikum Zeit, das Gesagte zu verdauen. Außerdem wirken Sie dadurch selbstbewusster und souveräner.
Weitere Anregungen im Beitrag Wirkungsvolle Pausen in Reden und Präsentationen. Der Wert von Sprechpausen.
Vermeiden Sie Füllsel, wie Fülllaute und Füllwörter. Wörter wie „äh“, „ah“, „wissen Sie“ und „wie“ mindern Ihre Glaubwürdigkeit und lenken von Ihrer Botschaft ab. Ersetzen Sie stattdessen diese Füllwörter durch Pausen.
Mehr hierzu im Beitrag 11 Tipps bei Redeticks: Ähhs, Ähms, Mhhs, Fülllaute, Stammelsilben, Füllworte und andere Sprachparasiten.
Artikulieren Sie Ihre Worte sorgfältig und sprechen Sie sie aus. Ein nuschelnder Redner ist schwer zu verstehen. Sie finden hierzu einige Übungen, wie beispielsweise Zungenbrecher im Beitrag A bis Z als Zungensport für Sprechfähigkeit, Artikulation und Konzentration.
Der Körper spricht mittels Mimik, Gestik und Bewegungen, die vermitteln, was in Ihrem Kopf vorgeht. Üben Sie eine starke, selbstbewusste Körpersprache, um Ihre Präsentation zu unterstützen
Stehen Sie aufrecht. Wenn Sie körperlich in der Lage sind, aufrecht zu stehen, dann stellen Sie sicher, dass Sie während Ihrer Präsentation aufrecht und gerade stehen.
Nehmen Sie die kraftvolle Position ein. Einige sprechen von Power-Posen. Wenn Sie sich vor Ihrer Präsentation gestresst fühlen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um eine kraftvolle Haltung einzunehmen. Wenn Sie das für einen Moment tun, steigt Ihr Testosteronspiegel und Ihr Selbstvertrauen, während gleichzeitig Stress, Angst und Cortisol abgebaut werden.
Mehr im Beitrag Die Wirkung von Power-Posen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?
Seien Sie ausdrucksstark im Gesicht. Ihre Mimik sollte zu der Botschaft passen, die Sie vermitteln wollen. Wenn Sie eine fröhliche Rede halten, versuchen Sie, einen entspannten und freudigen Gesichtsausdruck zu haben.
Stellen Sie Ihre Füße auf. Wenn Sie Ihr Gewicht von einer Seite auf die andere verlagern, wirken Sie wankelmütig und schaden Ihrer Botschaft. Stehen Sie aufrecht, sicher und ruhig.
Informationen hierzu finden Sie im Beitrag Körpersprache: Was Ihr Stand in Gesprächen, Präsentationen und Reden verrät.
Arbeiten Sie an Ihrer Präsenz. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen an Bühnenpräsenz mangelt, analysieren Sie andere Redner und Rednerinnen.
Gedanken hierzu im Beitrag Ausstrahlung und Präsenz: Was strahlen Sie aus, wie präsent sind Sie?
Finden Sie heraus, wo Ihre Potenziale sind. Dann können Sie gezielter trainieren. Der beste Weg: Professionelles Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.
Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?
Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.
Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:
Ziel und Kernbotschaft
Struktur und Dramaturgie
Argumentation und Storytelling
Sprache und Formulierungen
Folien und Visualisierung
Stimme, Körpersprache und Präsenz
Lampenfieber und Auftrittssicherheit
kritische Fragen und Einwände
einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback
Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.
Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.
Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.
Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.
→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen
Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.
→ Executive Präsentationsvorbereitung
Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?
Ein Probelauf macht genau das sichtbar.
→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen
Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?
Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.
Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Transparenz ist mir wichtig.
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Welche Erkenntnisse gewinnen wir aus Wissen zur Wahrnehmung und den menschlichen Sinnen? Wie lässt sich die Kommunikation fördern? Genügen 5 Sinne? Lerne mit allen Sinnen sinnlich zu kommunizieren, um in Gesprächen und Präsentationen zu überzeugen.
„Kein Kommentar“ kann im Interview unnötig Misstrauen erzeugen. So setzt du Grenzen, bleibst wahrheitsgemäß und behältst deine Botschaft unter Druck.
Eine tiefere Stimme ist nicht automatisch besser. So findest du eine angenehme Sprechlage und entwickelst Resonanz, Tragfähigkeit und Ausdruck.
Gute Reden liefern mehr als Informationen. Sie eröffnen neue Perspektiven, machen Zusammenhänge sichtbar und verändern, wie ein Publikum auf ein Thema blickt.
Einige Redner lassen bei der Betonung offen, ob es sich um eine Frage, ein Statement oder eine Aufforderung handelt. Bogensätze helfen.
Ein Expertenstatus hilft. Experten sind in ihrer Branche gefragter. Weshalb? Erarbeite dir deinen verdienten Expertenstatus.
Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.
In diesem Beitrag geht es darum, was ein erstklassiger Elevator Pitch beinhaltet.
In diesem Beitrag geht es darum, wie sich Daten aussagekräftig präsentieren lassen.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 9. September 2021
AN: #891
K:
Ü:
Um Analysen der rhetorischen Fähigkeiten von Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses werde ich regelmäßig gebeten. Anlässlich von Bundestagswahlen wurde ich schon mehrfach gefragt, welche Kandidaten ich aufgrund deren Rhetorik als Regierungsoberhaupt und in Spitzenfunktionen favorisieren würde.
In Artikeln und Interviews hatte ich wiederholt den Wunsch nach mehr ambitionierten Reden in der Politik geäußert. Im Zusammenhang mit Bundestagswahlen und Kabinettsbildung wurde ich häufiger gefragt, wen ich aufgrund der rhetorischen Fähigkeiten als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin und in Spitzenfunktionen favorisieren würde. Die Unterstellung dabei; die besten Redner sind auch die Besten an der Spitze. Über diese derartig direkte Verknüpfung von rhetorischen Fertigkeiten und Eignung zur Führung bin selbst ich verwundert.
Ich lebe zwar davon, mich dafür einzusetzen, dass Menschen sich und ihre Botschaft überzeugend präsentieren, doch das geht selbst mir in so absoluter Betrachtung zu weit.
Verzeihung, da hört der Spaß bei mir auf. Kunstfertige Rhetorik bewundere ich. Die Eignung für eine Position darf allerdings auf keinen Fall ausschließlich an die rhetorischen Fähigkeiten oder andere Verpackungsaspekte geknüpft werden. Sonst könnten wir ja gleich die attraktivsten Frauen und Männer als am besten geeignet für solche Positionen betrachten. Zugegeben; das geschieht tatsächlich häufig in der Praxis — wenn auch seltener in der heimischen Politik—, doch das sollte es nicht! Befähigung ist nicht zwangsweise nur in Menschen mit Idealmaßen zu Hause. Wobei; auch der Umkehrschluss verheerend wäre, wenn attraktive Menschen automatisch als oberflächlich betrachtet werden würden.
Eignung kann erst bei näherer Betrachtung, also durch Blick unter die mitunter täuschend schicke Fassade, eingeschätzt werden. Dann zeigt sich, ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht.
Ja, ich setze mich dafür ein, dass verdiente Angebote, also Botschafter und Botschaft Gehör, finden. Weshalb ich das tue?
Weil die Zielgruppe dann leichter entscheiden kann, wer ihre Interessen besser vertritt. Für pure Verpackung ohne Inhalt bin ich nicht zu begeistern — im Gegenteil. Es ist traurig, denn viel zu viele interessante Botschafter und ihre Botschaften werden nicht gehört, nur weil sie unzureichend präsentiert werden.
In der Politik, im Berufs- und Privatleben bleiben viele wertvolle Angebote unbeachtet. Da greife ich gerne unter die Arme. Aber leider wird anderswo auch einiger Mist durch allerlei Glimmer auf Hochglanz getrimmt. Mist bleibt Mist.
Ist Rhetorik Teufelswerk? Das Gegenteil stimmt: Es erfordert grundlegende rhetorische Fähigkeiten, damit das beste Angebot auch die verdiente Chance bekommt. Wir brauchen die Teilnahme derjenigen, die tatsächlich etwas beizutragen haben. Die sollten wir ermutigen, die Gelegenheiten beim Schopfe zu packen und gut vorbereitet vor das Publikum zu treten. Wir profitieren alle davon, wenn es diesen Menschen gelingt zu überzeugen. Dann trennt sich Spreu von Weizen. Doch bei der Entscheidung, wer unsere Interessen am besten vertritt, sollten wir mehr Kriterien einbeziehen als nur den Auftritt.
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Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack,de (2017 und 2108, n=1229)
Was hat es mit der Erststimme bei der Bundestagswahl auf sich?
Nur, wenn wir Menschen die Ursachen-Wirkungs-Beziehungen berücksichtigen können wir eine lebenswerte Welt fördern.
Wer gehört wird, der wirft keine Steine. So habe ich zumindest einen Artikel genannt. Und tatsächlich, Fridays for Future ist friedlich. Nun ist es auch eine Frage des Respekts zuzuhören!
Manche Redner denken, sie könnte sich hinter einem Rednerpult vor dem Publikum in Sicherheit bringen. Ob das so eine gute Idee ist?
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wie macht er das? Analyse der Strategien, Körpersprache, Rhetorik. Zahlen, Daten und eine Sammlung von Artikeln.
Wer sich für nichts zu schade ist, kann in Debatten einen kurzfristigen Sieg erringen. In diesem Artikel finden Sie eine Reihe von schmutzigen Tricks, die dafür eingesetzt werden, um Debatten um jeden Preis zu gewinnen. Lernen Sie, wie Sie sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren und Sie brauchen solche miesen Tricks nicht einzusetzen, sondern lernen sie abzuwehren.
Was ist Pinkwashing und wer beabsichtigt damit was?
Was steckt hinter Corporate Social Responsibility (CSR), unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung oder unternehmerischer Sozialverantwortung?
Als Greenwashing oder Greenwash werden PR-Aktivitäten bezeichnet, die einzelne Produkte, Unternehmen oder politische Strategien unangemessen grünfärben. Wie ist das zu bewerten?
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNC
Ü:
Weshalb es sich lohnt bei Gesprächen, Reden und Präsentationen auf Fülllaute zu achten? Es gibt Menschen, die machen beim Reden eigenartige Geräusche während sie nachdenken. „Ähs”, „Mhs” und penetrant verwendete Floskeln wie „im Grunde“ oder „wie auch immer“, „nichtsdestotrotz“, „eh” machen keine Freude. Solche Ticks können die Nerven der Zuhörer arg belasten. Manche Menschen machen in Präsentationen und Gesprächen allerlei dieser Denkgeräusche ohne es selbst zu bemerken. Was tun? So werden Sie die Redeticks los.
Redeticks: Äh, Mh, im Grunde, genau, wie auch immer, …
Stellen Sie sich bitte vor, Sie würden ein wichtiges Gespräch führen. Der Gesprächspartner hat dabei Luftpolsterfolie in der Hand und bereichert das Gesprochene mit wiederholten Plopp-Geräuschen. Wie würde Ihnen das gefallen?
Manche Menschen erzeugen während ihrer Präsentationen oder in Gesprächen eigenartige Geräusche beim Denken. Es sind allerdings nicht die in Zeichentrickfilmen vorkommenden Geräusche von quietschenden Zahnrädern, sondern ständige „Ähs“, „Mhs“ sowie penetrant verwendete Floskeln wie „im Grunde“ oder „wie auch immer“, „nichtsdestotrotz“, „eh“. Sie haben diese magische Macht, in kürzester Zeit alle Aufmerksamkeit vom Thema weg und hin auf die Fehler des Redners zu lenken. Bei solchen Denkgeräuschen und Verlegenheitslauten achtet leider kaum ein Zuhörer auf noch so interessanten Inhalt. Schade!
Ein paar solcher Laute eine gute Rede stören oder gar zerstören keinen Redebeitrag. Wenn sie jedoch zu oft vorkommen, beginnen sie schnell zu stören. Die Menge macht das Gift.
Ein „Äh“, vermittelt mitunter Informationen über den Gedankenfluss des Redners, die er seinem Publikum mitteilen will. Außerdem kann der Fülllaut einen Hinweis auf den Wert einer Aussage enthalten. Werden Füllsel, wie ein vermeintlich harmloses „Äh“, vor eine Antwort gesetzt, vermuten die Zuhörer, dass die Antwort zwar plausibel ist, aber mit Unsicherheiten verbunden ist. Der Botschaft wird so Wirkung genommen.
Es wäre viel besser, wenn solche Redner zwischen den Wörtern oder Satzteilen eine angemessene Pause machen würden. Dann ist auch mehr dafür, sich auf den nächsten Satz zu konzentrieren.
Typische Füllsel:
Synonyme für solche Füllsel, die zur Überbrückung von Worten oder Sprecheinheiten verwendet werden, sind Fülllaute, Füllphrasen, Diskurspartikel, Verzögerungslaut, Pausenlaute, Pausenfüller, Verlegenheitslaute, Denkgeräusche.
Viele Zuhörer haben schon erlebt, wie anstrengend das Zuhören bei solcher Ablenkung durch Fülllaute und Co. ist. Gruselig: Ständige „Ähs“, „Mhs“ und penetrant verwendete Floskeln wie „im Grunde“ oder „wie auch immer“, „nichtsdestotrotz“, „eh“, mit denen die vom Publikum schmerzlich vermissten Pausen gefüllt werden. Solche Denkgeräusche können die Nerven der Zuhörer arg belasten. Manche nennen diese überflüssigen Einfügungen Sprachparasiten. Förderlich sind sie jedenfalls nicht!
Neben der Irritation des Publikums schaden Fülllaute auch dem Ruf. Menschen, die häufig Gebrauch von „Äh“ und Co machen, gelten als weniger intelligent. Wer wie Edmund Stoiber und Boris Becker zu häufig vor Öffentlichkeit mit Füllseln auffällt, wird früher oder später dafür parodiert.
Wohl jeder von uns hat schon Präsentationen erlebt, bei dem Redner sich ständig selbst durch Füllwörter unterbrachen oder Verlegenheitspausen durch Füllsel zu überbrücken versuchten. Für das Publikum ist das sehr lästig, und es macht auch keinen besonders souveränen Eindruck, wenn der Vortragende das Gefühl vermittelt, immer wieder seinen Faden zu verlieren und nach dem richtigen Gedanken suchen zu müssen, während sein Publikum schon wieder das nächste „äh“ zu hören bekommt.
Ich erinnere mich noch ziemlich gut an eine typische Präsentation mit Füllseln oder genauer: Ich werde die Darbietung wohl niemals vergessen.
Zeitsprung: Der Redner auf der Bühne soll ein angesehener Experte auf seinem Gebiet sein. Die vielen Fachbücher von ihm verkaufen sich wie geschnitten Brot. Die lesen sich gut, ich habe einige Exemplare davon. Nur ist bei diesem Auftritt kaum etwas davon zu erahnen, das er etwas zu sagen hat. Es ist einfach zu schwer, ihm zu folgen. Er beginnt jeden Satz mit „Wissen Sie…“ und wiederholt das auch innerhalb der endlos langen Satzkonstruktionen. Punkte und Pausen scheint er nicht zu mögen. Für etwas Abwechslung sorgen die „Ähs“. Solche Denkgeräusche können Zuhörer mindestens so schnell verrückt machen, wie ein Sprung in der Langspielplatte (Anmerkung: Was wäre eine Analogie der heutigen Zeit?).
Tückisch: Er selbst scheint sich nicht im Klaren zu sein, was er da mit seinen Gewohnheiten bewirkt. Das Publikum kann sie kaum überhören und ignorieren. Selbst die interessierten Zuhörer verlieren so früher oder später die Aufmerksamkeit für die eigentlichen Inhalte der Präsentation. Schade!
Edmund Stoiber, als der Großmeister dieses Phänomens – manche nennen es Hesitationsphänomen oder Überbrückungsphänomen – liefert sie mit seiner sehr speziellen Redeweise zum Transrapid, Problembären, der gludernden Flut, hingerichteten Blumen und anderen unverständlichen Themen (externer Link). Aber Vorsicht mit dem Steinewerfen!
Alles ist giftig – es kommt nur auf die Dosis an.
Paracelsus
Füllwörter und Füllsel reduzieren die Verständlichkeit und reduzieren das Ansehen des Redners. Desto weniger Füllsel und Füllwörter, desto besser. Was jedoch tatsächlich stört, ist eine individuelle Frage, die nur das jeweilige Publikum beantworten kann. Es kommt auch sehr auf das Füllwort an. Manch ein Publikum ist bereit gelassen mit 2 und manches sogar noch mit 5 Füllwörtern je Minute zu leben, ein anderes nimmt den Redner nach wenigen Ähs nicht mehr ernst. Eine kleine Anzahl von Füllwörtern kann persönlicher wirken, macht einen Unterschied von Schriftsprache und gesprochener Sprache. Zur Erinnerung: Die Empfänger entscheiden über die Bedeutung einer Botschaft!
Training und professionelles Feedback helfen dabei, diese Angewohnheit abzulegen. Allerdings gilt es hier kompetent ans Werk zu gehen, sonst schleift es sich als Muster noch tiefer ein. Leider habe ich hier schon häufiger amüsante, jedoch sehr ungünstige Techniken im Einsatz erlebt. Betroffene hatten es dann anschließend umso schwerer, ihr Verhalten zu ändern. Falls Sie dabei Unterstützung wünschen, wissen Sie, wo Sie mich finden. Doch wie können Redner die Gewohnheit von Füllwörter loswerden?
Jeder Mensch kann die Angewohnheit von „Ähs“, „Ähms“ und „Mhhs“ deutlich reduzieren. Und viele Redner können die unsäglichen Verzögerungslaute gänzlich aus Ihrem Sprachgebrauch verbannen. Im Artikel erfahren Sie wie.
Zuerst gilt es, Art und Umfang der Fülllaute und Füllwörter zu bestimmen. Solche Angewohnheiten entziehen sich allerdings gerne der eigenen Aufmerksamkeit. Audio- und Videoaufzeichnungen können helfen, besonders mit professioneller Unterstützung. Sonst machen sich trotz der Beweismittel die eigenen Filter bemerkbar.
Nicht jeder Redner bekommt eine brauchbare Rückmeldung oder wertet Aufzeichnungen eigener Auftritte aus. Also beim nächsten Mal Video- oder wenigstens Audioaufnahme einplanen und auswerten. So können Sie sich selbst auf die Schliche kommen. Bei der Auswertung schauen Sie genau hin und spitzen Sie Ihre Ohren.
Vielen ist selbst nicht bewusst, dass sie sich ein eigenartiges Kommunikationsverhalten angewöhnt haben. Selbst- und Fremdbild decken sich nicht zwangsläufig miteinander. Wir haben alle unsere blinden Flecken. Umso wichtiger ist der Abgleich, indem die uns selbst unbekannten Bereiche des Johari-Fensters beleuchtet werden. Wobei es gut ist zu wissen: nicht nur so manches eigenartige Verhalten ist uns selbst unbekannt, sondern auch so manche Stärke. Das Potenzial wartet mitunter schon eine Weile darauf, zum Einsatz zu kommen.
Wie kommt es zu „Ähs“, „Mmhs“ und anderen Denkgeräuschen? Pausen und die mit ihnen verbundene Stille sind vielen Rednern unangenehm. Und deshalb sind viele Menschen vor Publikum bestrebt, diese Stille unbedingt zu vermeiden. Also schnell ein paar Denkgeräusche hineinpacken, um der Stille und dem Unbehagen, das sie auslöst, zu entkommen.
Eine weitere Absicht hinter solchen Füllsel ist es unter empfundenen Zeitdruck Bedenkzeit zu gewinnen. In Echtzeit Gedanken in Worte zu fassen und mit zwei bis drei Worten pro Sekunde auf das Publikum loszulassen, ist nicht für jeden eine Selbstverständlichkeit. Muttersprachler zu sein, garantiert noch keine Redekompetenz. Während schriftliche Beiträge wieder und wieder überarbeitet werden können, spricht nun mal kaum jemand druckreif. Für die Formulierung bieten sich Pausen an, doch die gönnen sich wenige Redner. Eine Pause könnte ja den Eindruck vermitteln, der Beitrag wäre beendet. Nicht das sich da jemand hineingrätscht! Dann doch lieber mit Füllseln Zeit schinden.
Es kann sich einfach um Gewohnheiten handeln, die in keinem direkten Zusammenhang mit etwas tiefenpsychologisch Relevantem stehen, das beachtet werden müsste. Doch mitunter ist eine genauere Analyse erforderlich, um eine dauerhafte Besserung zu erreichen. Ja, oft geht es darum, sich vor der Stille einer Pause zu drücken. Das Verhalten kann allerdings auch andere Gründe haben. Gehen Sie den Ursachen auf den Grund, denn Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
Die grundlegendste Voraussetzung gegen „Ähs“ und „Mhhs“ ist eine sorgfältige Vorbereitung. Wenn Redner sich während ihres Auftritts unsicher fühlen, neigen sie dazu, die eigenartigsten Verzögerungslaute zu benutzen.
Redner benutzen Füllwörter, weil die Pausen sie mit unangenehmen Gedanken in Berührung bringen. „Was wird das Publikum denken, wenn die Pause so lang ist?“ oder „Mache ich alles perfekt?“ sind in der konkreten Redesituation wenig hilfreiche Gedanken, weil sie vom Wesentlichen ablenken.
Tatsächlich werden gut gewählte Pausen nicht als Schwäche gedeutet, sondern steigern die Wirkung und wahrgenommene Kompetenz.
Sorgen Sie für konstruktive innere Dialoge. Destruktive innere Dialoge, lenken als Selbstgespräche zu sehr ab.
In manchen Rhetoriktrainings werden Füllwörter abgeklingelt. So soll die Benutzung von Verzögerungslauten systematisch abgewöhnt werden. Es soll den Rednern bewusst gemacht werden, wie viele überflüssige Wörter sie verwenden. Die Idee ist gut, die Wirkung leider nicht immer. Der Prozess der Konditionierung ist durchaus komplexer und solche Methoden können bei unsachgemäßem Einsatz sogar noch zur Verschlimmbesserung führen.
Ein Redebeitrag ist schon dadurch leichter zu präsentieren, wenn die Sätze kurz und im Zaum gehalten werden. Bandwurmsätze überfordern sowohl Redner und auch Publikum. Was für die Schriftsprache gilt, gilt auch für die gesprochene Sprache: besser kurze als lange Sätze! So ein Punkt kann durchaus eine befreiende Wirkung haben, die von einer wunderschönen Pause noch etwas getragen wird.
Wer jede Pause vermeidet, verschenkt so allerdings auch die nicht zu unterschätzende positive Wirkung von Pausen.
Pausen dienen der Dramaturgie, der Struktur und damit der Aufnahmefähigkeit des Publikums. Denkpausen geben den Zuhörern die Gelegenheit, das Gehörte nachwirken zu lassen, einzusortieren und zu verdauen. Das gilt es zu fördern. Also Mut zur Pause! Erkunden Sie die Möglichkeiten.
Schnelleres Sprechen fördert Stress und Fülllaute. Eine angemessene Redegeschwindigkeit fördert Gelassenheit und reduziert so Füllsel.
Druck hilft selten! Also gehen Sie freundlich mit sich um, wenn die Verabschiedung von „Ähs“ und Co. etwas Zeit brauchen.
Vergleichsweise wenige Menschen bereiten sich auf Reden und Präsentationen mit dem naheliegendsten Vorgehen vor. Wenige üben laut und unter möglichst realen Bedingungen. Viel zu viel Anteil an der Vorbereitung haben PowerPoint und Co. Bestenfalls wird im Gedanken die Redegelegenheit durchgespielt. Zur guten Vorbereitung gehört es tatsächlich zu proben. Und dabei fallen dann auch „Ähs“ und „Mhhs“ auf. Lassen sich so reduzieren.
Selbstbild, Fremdbild, blinde Flecken und Potenziale. Es lohnt sich nicht nur im Hinblick auf mögliche Denkgeräusche professionelles Feedback einzuholen, denn auch andere Gewohnheiten nisten sich gerne mit der Zeit ein. Und viele Gewohnheiten entziehen sich der eigenen Aufmerksamkeit. Das gilt auch für die schlummernden Potenziale, die geweckt werden wollen. Interesse?
Wie wirkst du mit deiner Präsentation, Rede oder deinem Auftritt auf andere?
Welche Botschaften kommen klar an?
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Und welche Veränderungen würden den größten Unterschied machen?
Ein Probelauf mit professionellem Feedback schafft dafür eine gute Grundlage.
Seit 1998 analysiere ich Reden und Präsentationen. Dabei verbinde ich meine Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing, Präsentationspraxis und persönlicher Wirkung.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 27. März 2020
AN: #23235
K: CNC
Ü:
Was hilft politische Debatten zu gewinnen?
In freien Gesellschaften werden die politischen Themen zivilisiert diskutiert. Schon das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas das geschätzt, geschützt und gepflegt werden möchte. Sie wollen teilnehmen? Dann sind hier einige Empfehlungen, die Ihnen helfen werden.
Entscheiden Sie weise an welchen Debatten Sie wie teilnehmen oder auch nicht. Es wird nicht immer sauber gespielt und nicht jede Redegelegenheit entpuppt sich als faire Chance. Wenn Sie teilnehmen, dann richtig und der Bedeutung entsprechend.
Für politische Debatten gelten die grundsätzlichen Empfehlungen der öffentlichen Rede. Die Grundlagen der Rhetorik leisten auch hier gute Dienste.
Bereiten Sie sich vor. Finden Sie heraus, welche Fragen Ihnen gestellt werden könnten. Widmen Sie sich vor allem den unbequem Themen. Recherchieren Sie zu Ihren Gegenspielern. Was ist deren Hintergrund? Was sind deren politische Interessen?
Spielen sie fair oder nicht so fair? Was gibt es zu berücksichtigen? Erkunden Sie auch die, über das Hauptthema hinausgehenden Herausforderungen. Sammeln Sie Informationen, Beispiele, Statistiken, die sich auf das Thema beziehen und entwickeln Sie aussagekräftige Anekdoten und Einzeiler, um Ihre Botschaften zu verdeutlichen.
Entscheiden Sie sich für Ihre Kernbotschaften. Bereiten Sie sich darauf vor, die wichtigen Themen zu diskutieren, mit denen Ihr Publikum konfrontiert ist, und überlegen Sie, welche Punkte Sie selbst während der Debatte betonen wollen. Diese Punkte sollten mit Ihrer grundsätzlichen Botschaft und Strategie im Einklang stehen. Im Verlauf der Debatte verknüpfen Sie jede Ihrer Antworten mit einem dieser Punkte. Wenn Sie das tun, wird das Publikum Ihre Botschaft verstehen, unabhängig davon, was Ihre Gegenspieler sagen oder welche Fragen Moderatoren stellen.
Ziehen Sie in Erwägung, vor der Veranstaltung ein oder zwei Scheindebatten abzuhalten, damit Sie sich mit der Beantwortung von Fragen aus dem Stegreif vertraut machen können. Das ist übrigens eine meiner Spezialisierungen, wenn Sie einen Sparringspartner wünschen, der Ihnen sagt, wie Ihre Aussagen wirken und wie Sie Ihr Ziel erreichen.
Achten Sie darauf, keine hetzerischen Aussagen zu verwenden, sonst wirken Sie nicht gefasst, reif und souverän. Wenn Sie spüren, dass Ihre Emotionen aufsteigen, halten Sie inne. Wenn Sie merken, dass Ihre Emotionen hochkochen, halten Sie inne, atmen Sie durch, nehmen Sie einen Schluck Wasser und beginnen Sie Ihre Widerlegung in einer ruhigen und gut begründeten Weise.
Oberflächlichkeit und leere Versprechungen dominieren in vielen Bereichen. Herausforderungen werden so nicht gelöst. Gehen Sie mit einer offenen Meinung über Ihre Gegner in Debatten. Bewegen Sie sich in unterschiedliche Perspektiven, auch in die unbequemen. Bei der Vorbereitung gehört das zu den wichtigsten Schritten. Sie erkennen, ob Ihre Argumentation stark genug ist oder noch etwas benötigt. Möglicherweise hatten Sie bisher auch etwas übersehen. Gut, wenn Sie das frühzeitig erkennen.
Sie wollen als Führungspersönlichkeit auftreten, die wirklich an Antworten und Problemlösungen interessiert ist. Hören Sie zu, finden Sie heraus worum es tatsächlich geht. Seien Sie aufgeschlossen und finden Sie eine gemeinsame Basis mit Ihrem Gegenüber. Sie werden so viel besser wahrgenommen als jemand, dessen Ziel es zu sein scheint, einfach nur konfrontativ und herabsetzend zu sein.
Besserwisser und arrogante Personen sind selten beliebt. Wem glauben wir intuitiv gern und stimmen eher zu? Menschen, die uns sympathisch sind. Stimmt trotz aller inhaltlicher Differenzen die persönliche Wellenlänge, dürfen Sie das zeigen. Nicken Sie anerkennend zu Aussagen, die Sie teilen. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann wiegen Sie den Kopf hin und her, statt ihn verzweifelt zu schütteln. Auch so können Sie darauf hinweisen, dass Sie etwas anders sehen. Lassen Sie anklingen, dass es Ihnen nicht um den Konflikt an sich geht, sondern, dass Sie den Konflikt in Kauf nehmen, weil Ihr Standpunkt es Ihnen wert ist.
Lernen Sie Veranstaltungsorte vorher kennen. Sie wollen sicherstellen, dass Sie sich auf der Bühne wohlfühlen, also kommen Sie früh an, machen Sie einen Soundcheck, gehen Sie herum und orientieren Sie sich. Werden Sie die ganze Zeit auf einem Podium stehen müssen oder werden Sie mit einem drahtlosen Mikrofon ausgestattet und können sich auf der Bühne bewegen? Je wohler Sie sich mit Ihrer Umgebung fühlen, desto überzeugender werden Sie auftreten.
Ihre Körpersprache kann die Botschaft stärken oder schwächen. Deswegen finden Sie zum Thema Körpersprache eine ganze Reihe von Beiträgen. Darunter auch ein Beitrag zu Körpersprache, die Ihnen schadet. Der Einfluss der nonverbalen Elemente der Kommunikation wird viel zu oft unterschätzt. Einer der Artikel hierzu ist So beruhigt gute Körpersprache, so schadet Ihnen Körpersprache
Eine gut gepflegte Stimme macht es Ihnen leichter auch stimmig zu klingen. Bei Stress wird die Stimme tendenziell höher. Und das klingt weniger souverän und glaubwürdig. Trainieren, pflegen und wärmen Sie Ihre Stimme vor dem Einsatz auf.
Achten Sie darauf, selbst eine respektvolle Sprache zu verwenden und bieten Sie selbst für berechnende politische Korrektheit wenig Ansatzpunkte. Leicht lässt sich eine Ihrer Aussagen verbiegen und gegen Sie und Ihren somit schlechten Charakter einsetzen.
Mit einem guten Sparringspartner bei der Vorbereitung werden solche Fettnäpfchen und noch so kleine Ansatzpunkte für Wortimmundverdrehungen erkannt und ausgetauscht.
Zynismus, Sarkasmus und Ironie lassen Sie lieber ganz, das geht zu oft schief.
Weshalb solltest du erst nach einem Redebeitrag erfahren wie Sie wirken? Mittels Wirkungsanalyse gelingt das vorher. Wenn Ihr Anliegen es verdient hat, dann geben sie ihm die verdiente Chance.
An einer politischen Debatte teilzunehmen, kann eine nervenaufreibende Erfahrung sein. Wenn Sie diese Empfehlungen berücksichtigen, werden Sie vorbereitet und in der Lage sein verständlich zu reden, Fragen zu beantworten und dabei Ihre Kernbotschaft hervorzuheben. Sie werden sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren.
Was hat es mit der Erststimme bei der Bundestagswahl auf sich?
Nur, wenn wir Menschen die Ursachen-Wirkungs-Beziehungen berücksichtigen können wir eine lebenswerte Welt fördern.
Wer gehört wird, der wirft keine Steine. So habe ich zumindest einen Artikel genannt. Und tatsächlich, Fridays for Future ist friedlich. Nun ist es auch eine Frage des Respekts zuzuhören!
Manche Redner denken, sie könnte sich hinter einem Rednerpult vor dem Publikum in Sicherheit bringen. Ob das so eine gute Idee ist?
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wie macht er das? Analyse der Strategien, Körpersprache, Rhetorik. Zahlen, Daten und eine Sammlung von Artikeln.
Wer sich für nichts zu schade ist, kann in Debatten einen kurzfristigen Sieg erringen. In diesem Artikel finden Sie eine Reihe von schmutzigen Tricks, die dafür eingesetzt werden, um Debatten um jeden Preis zu gewinnen. Lernen Sie, wie Sie sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren und Sie brauchen solche miesen Tricks nicht einzusetzen, sondern lernen sie abzuwehren.
Was ist Pinkwashing und wer beabsichtigt damit was?
Was steckt hinter Corporate Social Responsibility (CSR), unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung oder unternehmerischer Sozialverantwortung?
Als Greenwashing oder Greenwash werden PR-Aktivitäten bezeichnet, die einzelne Produkte, Unternehmen oder politische Strategien unangemessen grünfärben. Wie ist das zu bewerten?
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #571
K:
Ü:
Wer wirklich etwas kann, muss es nicht in jedem Satz beweisen.
Das klingt überzeugend.
Und trotzdem ist Understatement nicht immer die beste Strategie.
Wer seine Leistung ständig kleinredet, wird leicht übersehen.
Wer dagegen jede Gelegenheit zur Selbstdarstellung nutzt, erzeugt schnell Widerstand.
Die interessante Frage lautet deshalb:
Wie zeigst du Kompetenz, ohne dich größer zu machen – und ohne dich kleiner zu machen?
Understatement bedeutet, etwas bewusst zurückhaltender darzustellen, als es möglich wäre.
Du stellst deine Leistung, Bedeutung oder Kompetenz weniger stark heraus, obwohl du sie durchaus zeigen könntest.
Das kann sehr souverän wirken.
Zum Beispiel:
„Mit diesem Thema habe ich einige Erfahrung.“
obwohl du seit zwanzig Jahren damit arbeitest.
Oder:
„Das Ergebnis ist ganz ordentlich geworden.“
obwohl das Projekt außergewöhnlich erfolgreich war.
Understatement kann signalisieren:
Die Botschaft lautet:
„Ich muss meinen Wert nicht permanent erklären.“
Genau das kann sehr kraftvoll wirken.
Hier liegt allerdings eine wichtige Grenze.
Understatement funktioniert am besten, wenn die Kompetenz grundsätzlich sichtbar ist.
Wenn niemand weiß, was du kannst, kann Zurückhaltung einfach wie fehlende Kompetenz wirken.
Deshalb:
Understatement bedeutet nicht, die eigene Leistung zu verstecken.
Es bedeutet, sie angemessen einzuordnen.
Gerade im beruflichen Umfeld müssen Menschen erkennen können:
Das ist weniger Eitelkeit als Orientierung.
Wenn du deine Leistung zu stark herunterspielst, überlässt du anderen die Deutung deiner Rolle.
Du darfst sagen:
„Ich habe dieses Projekt geleitet.“
„Das war mein Beitrag.“
„In diesem Bereich habe ich viel Erfahrung.“
Das ist eine sachliche Beschreibung.
Angeberei beginnt eher dort, wo:
→ Selbstbeweihräucherung: Wann Selbstdarstellung zu viel wird
Manche Menschen möchten in Gesprächen unbedingt zeigen:
„Ich weiß mehr.“
Vielleicht stimmt das sogar.
Trotzdem kann die Art, wie dieses Wissen präsentiert wird, entscheidend sein.
Wer andere regelmäßig korrigiert, belehrt oder übertrumpft, löst schnell:
aus.
Recht haben und Wirkung erzielen sind zwei verschiedene Dinge.
Eine zweite Frage lautet:
„Wie bringe ich mein Wissen so ein, dass es genutzt werden kann?“
Das ist Kommunikationskompetenz.
Eine meiner liebsten Figuren für diese Art von Kommunikation ist Inspektor Columbo.
Er musste weniger beweisen, dass er der klügste Mensch im Raum war.
Er fragte.
Er hörte zu.
Er ließ andere erklären.
Und genau dadurch bekam er oft mehr Informationen.
→ Die Columbo-Technik: Mit Fragen mehr erfahren
Statt:
„Das funktioniert so nicht.“
kannst du fragen:
„Was würde passieren, wenn diese Annahme nicht zutrifft?“
Oder:
„Welche Konsequenz hätte das für unseren Plan?“
So bekommt die andere Person die Möglichkeit, selbst zu erkennen, was du bereits siehst.
Das gilt besonders für:
Wenn Menschen eine Schlussfolgerung selbst entwickeln, erleben sie mehr Eigenständigkeit.
Und häufig steigt dadurch auch ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Lösung zu übernehmen.
Das bedeutet weniger, vorhandenes Wissen zurückzuhalten.
Es bedeutet, es so einzubringen, dass andere denken können.
Zum Beispiel:
„Ich habe dazu eine Vermutung. Bevor ich sie teile: Was fällt euch auf?“
Oder:
„Ich sehe zwei mögliche Risiken. Welche seht ihr?“
Du bleibst präsent.
Und du öffnest den Raum.
Führungskräfte müssen Kompetenz zeigen.
Sie müssen Entscheidungen treffen.
Sie müssen Orientierung geben.
Und gleichzeitig brauchen sie Menschen, die:
Eine Führungskraft, die ständig beweisen muss, dass sie die klügste Person im Raum ist, macht genau das schwerer.
Forschung zu sogenannter leader humility zeigt, dass offen gezeigte Bescheidenheit mit positiven Effekten auf Lernen, Engagement und Vertrauen verbunden sein kann.
Dazu gehören Verhaltensweisen wie:
Das ist weniger Kleinmachen.
Es ist realistische Selbstwahrnehmung.
Auch das ist wichtig.
Wenn Menschen den Eindruck gewinnen:
„Diese Bescheidenheit ist nur gespielt.“
kann der positive Effekt verschwinden.
Understatement ist deshalb weniger eine Technik, die du aufsetzt.
Es wirkt vor allem dann, wenn Verhalten und Haltung zusammenpassen.
Auch Bescheidenheit kann zur Selbstdarstellung werden.
Zum Beispiel:
„Ach, das bisschen Erfolg ist doch nichts.“
obwohl die Aussage offensichtlich auf Anerkennung wartet.
Oder:
„Ich kenne mich da kaum aus.“
und anschließend folgt ein zwanzigminütiger Expertenvortrag.
Das kann unecht wirken.
Eine besondere Form ist das sogenannte Humblebragging.
Die Person verpackt Selbstpromotion in scheinbare Bescheidenheit oder Beschwerde.
Zum Beispiel:
„Es ist wirklich anstrengend, dass ständig jemand meine Meinung hören will.“
Die eigentliche Botschaft lautet:
„Viele Menschen halten meine Meinung für wichtig.“
Solche indirekte Selbstdarstellung wirkt häufig weniger sympathisch als klare, sachliche Selbstbeschreibung.
Statt:
„Ich möchte ja nicht angeben, doch …“
ist häufig klarer:
„Ich habe dieses Thema bereits in mehreren vergleichbaren Situationen begleitet.“
Das ist transparent.
Die Zuhörer können selbst entscheiden, welche Bedeutung sie dieser Information geben.
Hier ist Zurückhaltung schnell kontraproduktiv.
Ein Vorstellungsgespräch dient ausdrücklich dazu, Kompetenz sichtbar zu machen.
Wenn du auf die Frage nach Erfolgen antwortest:
„Ach, nichts Besonderes.“
hilfst du der anderen Seite wenig.
Besser:
Beschreibe Leistung sachlich und konkret.
Weniger:
„Ich bin ein hervorragender Projektmanager.“
Konkreter:
„Ich habe zuletzt ein zwölfköpfiges Projektteam durch eine kritische Einführung geführt. Wir waren zwei Wochen früher fertig als geplant.“
Die Leistung spricht stärker für sich.
Das ist generell eine gute Strategie.
Weniger:
„Ich bin außergewöhnlich gut.“
Mehr:
„Das habe ich gemacht. Das war das Ergebnis.“
Menschen vertrauen konkreten Informationen häufig stärker als Selbstetiketten.
Auch dort kann es wirkungsvoll sein.
Statt:
„Ich zeige Ihnen jetzt die revolutionäre Lösung.“
kann ein Satz wie dieser glaubwürdiger wirken:
„Wir haben einen Ansatz gefunden, der an drei entscheidenden Stellen bessere Ergebnisse liefert.“
Weniger Überhöhung.
Mehr Substanz.
Superlative erzeugen Erwartungen.
Wenn du sagst:
„Das ist die beste Lösung am Markt.“
wird das Publikum innerlich sofort fragen:
„Beweis es.“
Eine präzisere Aussage kann glaubwürdiger sein.
Auch dort kann Zurückhaltung taktisch sinnvoll sein.
Du musst weniger:
Doch Understatement sollte weniger zur Täuschung werden.
Zurückhaltung und Irreführung sind zwei verschiedene Dinge.
Es gibt Situationen, in denen du mehr weißt als du sofort sagst.
Das kann klug sein.
Zum Beispiel wenn du:
Das ist etwas anderes als Wissen strategisch zu verbergen, um andere zu täuschen.
Auch hier gibt es eine interessante Verbindung.
Executive Presence entsteht weniger dadurch, dass du ständig demonstrierst:
„Ich bin wichtig.“
Häufig wirkt das Gegenteil stärker.
Du kannst:
Souveränität braucht weniger Dauerbeweise.
Zurückhaltung kann problematisch sein, wenn:
Dann brauchst du möglicherweise weniger Understatement und mehr klare Selbstpositionierung.
Manche Menschen hören den Rat:
„Sei bescheidener.“
obwohl sie bereits:
Für sie ist Understatement kaum die Entwicklungsaufgabe.
Die Aufgabe lautet eher:
sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen.
Es gibt weniger eine Regel:
„Understatement ist immer besser.“
Es gibt Situationen, in denen Zurückhaltung sehr souverän wirkt.
Und Situationen, in denen Klarheit über die eigene Leistung notwendig ist.
Entscheidend ist:
Was braucht diese Situation?
Frag dich:
„Mache ich meine Kompetenz sichtbar – oder meine Wichtigkeit?“
Das ist häufig ein großer Unterschied.
Kompetenz fragt:
„Was hilft der Sache?“
Ego fragt häufiger:
„Wie werde ich dabei wahrgenommen?“
Natürlich spielt Wirkung im Berufsleben eine Rolle.
Schwierig wird es, wenn Wirkung das eigentliche Ziel verdrängt.
Ein souveräner Mensch darf sagen:
„Das kann ich.“
Er braucht weniger:
„Und deshalb bin ich wichtiger als die anderen.“
Genau dort liegt für mich der interessante Unterschied.
Gerade bei wichtigen beruflichen Situationen lohnt sich eine bewusste Balance aus:
Das kann beispielsweise relevant sein bei:
Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.
Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Auftreten, Selbstpositionierung und Kommunikation geht.
Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.
Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.
Understatement kann sehr souverän wirken.
Es kann zeigen:
„Ich kenne meinen Wert. Ich muss ihn nicht ständig beweisen.“
Doch Zurückhaltung ist weniger automatisch eine Tugend.
Wer seine Kompetenz unsichtbar macht, überlässt anderen die Entscheidung darüber, ob sie überhaupt wahrgenommen wird.
Die bessere Balance lautet:
Zeige, was du kannst.
Übertreibe weniger.
Gib anderen Raum.
Und lass deine Kompetenz möglichst häufig durch Substanz statt durch Superlative sprechen.
Vielleicht ist genau das die souveränste Form von Understatement:
mehr können, als du beweisen musst.
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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 28. März 2026
Erfahren Sie, wie Sie Durchsetzungsfähigkeit erlernen und erfolgreich anwenden. Es folgen 18 Tipps für mehr Durchsetzungskraft in Privat- und Berufsleben.
Durchsetzungsvermögen beruht auf Überzeugungskraft. Dabei ist das, wovon überzeugt werden soll, untrennbar mit der Person verknüpft, die ihr Anliegen verwirklichen will. Wichtig ist neben der Qualität und Attraktivität des Angebots auch die überzeugende Präsentation. Die Art und Weise, wie wir wahrgenommen werden, hat großen Einfluss auf unsere Durchsetzungskraft und entscheidet wesentlich darüber, ob wir Vertrauen und Unterstützung erhalten oder ob uns Widerstand entgegengesetzt wird. Das gilt nicht nur im beruflichen Umfeld, sondern auch im privaten Bereich.
Die Möglichkeiten, die Durchsetzungskraft zu stärken, sind vielfältig: Ausstrahlung, fachliche und soziale Kompetenzen, rhetorische und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhandlungsgeschick machen sich positiv bemerkbar. Auch Erfahrungen spielen eine große Rolle, die allerdings eine gewisse Zeit benötigen, um Teil einer gereiften Persönlichkeit zu werden. Andere Faktoren können gezielt gefördert werden, insbesondere die nonverbale Kommunikation. Und hier sind 18 Tipps:
Wer sich selbst, die eigenen Stärken, Schwächen, Werte und Prioritäten, Ziele oder gar Vision, die eigene Rolle, kennt, hat es deutlich einfacher.
Es ist eine lebenslange Aufgabe, sich mit grundlegenden Fragen zu beschäftigen und sich in Selbstreflexion zu üben. Es lohnt sich!
Gesunde Selbstsicherheit beruht auf Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, also das Wissen um persönliche Eigenarten, Stärken und Potenziale, Erfahrungen und Selbstwirksamkeitserwartung. Das schlägt sich konsistenter Wahrnehmung, Denken und Handeln wieder.
Klären Sie für sich Ihre Ziele und Prioritäten und dann sorgen Sie für klare Botschaften. Wenn Sie schon selbst nicht Ihre Ziele vollständig verstehen, wird es schwer sie zu kommunizieren. Doch das ist erforderlich.
Überschaubare Ziele über einen absehbaren Zeitraum, die konsequent verfolgt werden, sind ein wichtiger Schritt. Anschließend lässt sich kritisch hinterfragen, wie das Ziel erreicht wurde und was es zu lernen gibt.
Das Erreichen auch kleiner Ziele fördert das Selbstvertrauen und ermutigt, weitere Herausforderungen anzugehen und so mit der Zeit die Durchsetzungsfähigkeit zu verbessern.
Wirklich durchsetzungsfähige Menschen müssen gerade keine rücksichtslosen Egoisten sein. Selbst, wenn Sie über die Macht verfügen, etwas selbst bei Widerstand durchzusetzen oder sich über anerkannte Werte hinwegzusetzen, bleiben Sie sich lieber treu. Sonst bleibt es bei einem Pyrrhussieg. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!
Wer meint sich mittels Machoverhalten durchsetzen zu müssen reduziert den eigenen Status und verliert selbst bei kurzfristigem Erfolg durch Mitdemkopfdurchdiewand.
Wer sich und sein Vorhaben durchsetzen will, muss mit Ablehnung rechnen, sobald sich daraus Veränderungen für andere ergeben. Dabei geht es nicht nur um tatsächlichen Wandel, sondern um die vermuteten Auswirkungen und Absichten. Versetzen Sie sich in die Sichtweise anderer Menschen.
Durch Transparenz und Glaubwürdigkeit lassen sich Widerstände verhindern oder zumindest reduzieren.
Wird beherzigt, dass die Bedeutung einer Botschaft letztlich vom Empfänger bestimmt wird, sollte eine geeignete Form der Vermittlung gewählt werden, um die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen gering zu halten.
Ist ein Standpunkt haltbar, dann gibt es auch überzeugende, vernünftige Argumente dafür. Dann gelingt es auch, die Vorteile klar herauszustellen.
Aggressivität ist hingegen ein Hinweis darauf, dass eigene Themen nicht geklärt sind.
Druck erzeugt Gegendruck, dieses Prinzip ist aus der Physik bekannt. Es lässt sich aber auch auf die Kommunikation übertragen. Wer sich um jeden Preis durchsetzt, macht sein Gegenüber zum Gegner und beschwört Ablehnung herauf, selbst wenn das erzwungene Ergebnis für andere förderlich wäre. Wer hingegen zeigt, dass er seinen Einfluss nur dann einsetzt, wenn es wirklich erforderlich ist, lässt sein Gegenüber am Prozess teilhaben und mindert so den Widerstand.
Wir geben ständig Informationen über uns selbst preis. Insbesondere körpersprachliche Signale vermitteln, ob und wie man zu dem steht, was man sagt. Dies ist vor allem in Verhandlungssituationen relevant, in denen Gesprächspartner einander in der Regel genau beobachten und die Beweggründe des oder der anderen kritisch hinterfragen. In solchen Momenten macht eine unbedachte Körpersprache angreifbar. Doch sie drückt aus, was in uns vor sich geht.
Durchsetzungsvermögen erfordert einen überzeugenden Auftritt. Wer die Mitte verloren hat, befindet sich in einem Zustand der Unausgeglichenheit, steht buchstäblich neben sich und kann weniger gut auf die sonst vorhandenen Ressourcen zugreifen. Deswegen gilt zu trainieren auf möglichst direktem Weg das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn es mal verloren gegangen ist. In emotional bewegten Momenten, etwa in Situationen, die als Angriff empfunden werden, reagieren wir sonst schnell unbedacht, ohne die Konsequenzen zu bedenken.
Je klarer ich mir selbst bin, desto leichter habe ich es auch souverän Nein zu sagen. Wer sich selbst und die eigenen Knöpfe kennt ist autonomer, gibt besser auf sich und die Anliegen acht, kommuniziert souveräner.
Dass man sich verliere, sei noch nicht schlimm, schrieb Marcel Proust (1871 bis 1922) in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, sondern dass man sich hinterher nicht wieder zurechtfinden könne. Eben darum geht es zunächst: auf direktem Weg ein inneres Gleichgewicht herzustellen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die erste Reaktion auch die bestmögliche ist, sinkt mit dem Grad des negativen emotionalen Gehalts. Gerade bei Wut empfiehlt es sich, wieder zu sich zu kommen und erst dann zu handeln. Eine angemessene, gegebenenfalls sogar wohlwollende Reaktion vermittelt Souveränität, erhöht das eigene Ansehen und damit auch die Durchsetzungskraft. Wer hingegen harsch auftritt, dem werden Schwäche und Unsicherheit unterstellt. Auch ständiges Nachgeben ist nicht sinnvoll: Es hat Benachteiligung zur Folge, das Ansehen und die Durchsetzungskraft leiden. Wer sich jedoch immer durchsetzt, dem wird unterstellt, es ginge nicht um die Sache, sondern nur um persönliche Erfolgserlebnisse.
Neben diesen beiden Extremen existieren Alternativen, die darauf abzielen, Verantwortung zu übernehmen und Einsatz für sich und sein Anliegen zu zeigen. Der Fokus sollte darauf liegen, die eigenen Interessen unter Beachtung der persönlichen Werte überzeugend zu vertreten und zugleich das Gegenüber einzuladen, an einem gemeinsamen Vorhaben teilzuhaben. Dafür ist es sowohl erforderlich, die Meinungen anderer zu würdigen, als auch im Zweifelsfall gegen den Strom zu schwimmen. Dies zeigt sich im gesamten Auftreten und besonders in der Körpersprache.
Die nonverbale Kommunikation spielt in vielen Bereichen eine große Rolle, obgleich ihr oft zu wenig Gewicht beigemessen wird. Während Argumente in der Regel gut vorbereitet werden, überlässt man die Körpersprache meist dem Zufall. Oft sagt diese allerdings etwas anderes, als verbale Äußerungen vermitteln sollen. Besonders dann, wenn man versucht, sich zu verstellen oder etwas zu unterdrücken.
Gerade in Verhandlungssituationen wollen sich viele Menschen so vorteilhaft wie möglich darstellen und sich ihre Aufregung nicht anmerken lassen. Das Ergebnis entspricht dann in der Regel nicht den Erwartungen, weil der innere Druck sehr groß ist und sowohl die körperliche als auch die geistige Beweglichkeit lahmt. Anstatt schlecht zu schauspielern, empfiehlt es sich, authentisch und professionell aufzutreten. Schließlich geht es darum, sich selbst und das eigene Angebot überzeugend zu präsentieren. Dazu müssen der verbale und der nonverbale Teil der Kommunikation übereinstimmen: Man sollte sich daher auch körpersprachlich aufrecht, offen, zugewandt und auf Augenhöhe zeigen.
Die Wirkung der Stimme ist immens, im Guten, wie im Schlechten. Über die Stimme wird vieles transportiert, ob wir wollen oder nicht. Von ihr leiten die Zuhörer ab, wie wir sind und wie wir zu unseren Aussagen stehen.
Um die Stimme wirkungsvoll einzusetzen, lohnt es sich sowohl an der inneren Haltung, der Stimmtechnik und der Stimmpflege zu arbeiten.
Setzen Sie auf klare, prägnante Botschaften. Einfache Sätze, verständliche Sprache … die Grundlagen der Kommunikation beachten.
Dazu gehört auch der Verzicht auf Weichmacher, die Ihren Aussagen die Kraft nehmen. Gönnen Sie sich den Beitrag mit dem Titel: Diese 10 Weichmacher schaden Ihnen und Ihrer Botschaft. Den Link finden Sie unten.
So machtvoll Sprache sein kann, so leicht stellen wir uns mit ungeeigneten Worten selbst ein Bein.
Durchsetzungsvermögen basiert auch auf einer starken Motivation. Einen Grundbaustein liefern dabei die persönlichen Werte, die sinnvolle Wegweiser für unser Handeln darstellen. Wer seine Werte formuliert und lebt, findet Halt und Orientierung, auch für die Beurteilung des eigenen Verhaltens.
Mit einem gut durchdachten Plan werden vor allem komplexe Vorhaben schon vor dem Start überprüfbar: Ein Konzept liefert gewissermaßen den Bauplan für die Realisierung und verschafft einen Überblick über die anstehenden Aufgaben. Um diese schneller voranzubringen, werden Prioritäten gesetzt, also wichtige und weniger wichtige Schritte definiert. Die Aufgabenfolge nach Bedeutung und Dringlichkeit festzulegen, hilft, den Prozess zu vereinfachen und Ressourcen sinnvoll einzusetzen.
Doch letztlich lassen erst Taten aus einem Vorhaben Realität werden, denn ohne konsequente Umsetzung nutzt die beste Planung wenig. Das Umfeld registriert, wie engagiert wir ans Werk gehen, und die Glaubwürdigkeit steigt, wenn das Gesagte auch verwirklicht wird.
Hindernisse treten oft nicht überraschend auf; viele sind absehbar oder kündigen sich an. Durch das Einkalkulieren von Problemen können entsprechende Maßnahmen schon im Vorfeld vorbereitet werden. Wer einen Plan B im Schubfach hat, ist in der Lage, entspannter mit Schwierigkeiten umzugehen.
Auch andere beobachten, wie wir mit Hindernissen verfahren. Behaupten lässt sich viel, doch in diesen Momenten zeigt sich, wie hoch die Bereitschaft tatsächlich ist, sich einzusetzen. Ein positiver Effekt besteht dabei darin, dass jede gemeisterte Situation uns weiter stärkt. Das Vertrauen in das eigene Handeln und Urteilen wächst. Davon profitiert auch die Glaubwürdigkeit und die Ausstrahlung auf andere.
Flexibilität bedeutet eine grundsätzlich positive Haltung zu Veränderungen. Doch nicht immer heißen wir alle Neuerungen willkommen. Manche werden als unproblematisch wahrgenommen, während andere das Gefühl vermitteln, dem bisherigen Leben seine Grundlage zu entziehen. Veränderungen sind, ob wir wollen oder nicht, ein Bestandteil des Lebens. Deshalb lohnt es sich immer wieder sich auf sie einstellen. Flexibel zu sein bedeutet auch, vielfältige Möglichkeiten in immer neuen Situationen zu entdecken.
Die richtige Balance zwischen der Würdigung und Stabilisierung des Erreichten, Offenheit für Veränderungen und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung sorgen für Flexibilität. Wer sich zu lange auf seinem Erfolg ausruht, der verliert schnell den Anschluss und wird nicht mehr entsprechend wahrgenommen.
Je attraktiver ein Ziel ist, desto leichter lassen sich andere Menschen davon überzeugen. Alle Vorteile nutzen jedoch nichts, wenn es nicht gelingt, die entsprechende Zielgruppe dafür zu begeistern. Ohne die Bereitschaft, sich als Persönlichkeit hinter eine Botschaft zu stellen, bleiben viele Potenziale ungenutzt.
Es ist erforderlich, sich und sein Anliegen deutlich zu definieren. Wer das nicht tut, erlebt, dass andere Menschen dies für einen übernehmen. Die daraus resultierende Wahrnehmung entspricht dann oft nicht den eigenen Interessen.
Es werden deshalb Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt, um ein Angebot erfolgreich zu vermitteln, eine Kompetenz, die erlernt werden kann.
Zeigen Sie Durchhaltevermögen. Es dient dem aktuellen Vorhaben und auch zukünftigen, wenn deutlich wird, dass Sie dranbleiben und zu Ihren Zielen stehen.
Haben Sie sich erst den Ruf erworben, dranzubleiben, werden die Zweifler seltener.
Erkunden Sie die Perspektiven, versetzen Sie sich in die Sichtweise anderer Positionen. Sammeln Sie Informationen wie Zahlen, Daten, Fakten und über die Eigenarten der betroffenen Personen. Was sind deren Motive, Ängste und persönlichen Muster?
Umso besser Sie vorbereitet sind, desto wirksamer werden Sie kommunizieren. Wenn Ihnen ein Anliegen wirklich am Herzen liegt, dann bereiten Sie sich gut vor — gegebenenfalls mit professioneller Unterstützung.
Jeder von uns ist auf andere Menschen angewiesen. Der Rückgriff auf soziale Netzwerke und Experten hilft dabei, für eigene Vorhaben die nötige Unterstützung zu finden. Zwischenmenschliche Beziehungen haben auch deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient.
Der Schlüssel liegt im kompetenten, respektvollen Umgang mit Menschen. Durchsetzungsvermögen ist nicht die Fähigkeit, Ideen gegen, sondern mit anderen Menschen zu realisieren.
Werten Sie Ihre Erfahrungen aus, auch und gerade die Rückschläge. Überlegen Sie, welche Konsequenzen Sie daraus ziehen und was Sie in der Zukunft anders machen wollen. So werden Sie stetig besser in dem, was Sie tun.
Überzeugung entsteht selten durch eine einzelne Technik.
Entscheidend ist das Zusammenspiel.
Was möchtest du erreichen?
Was beschäftigt dein Gegenüber oder dein Publikum?
Wie klar ist deine Botschaft?
Wie wirkst du als Persönlichkeit?
Und wie passen Sprache, Körpersprache und Inhalt zusammen?
Je nach Situation können dabei unterschiedliche Aspekte den entscheidenden Unterschied machen:
eine klare Argumentation
verständliche und präzise Sprache
glaubwürdige persönliche Wirkung
stimmige Körpersprache
anschauliches Storytelling
überzeugende Visualisierung von Zahlen, Daten und Fakten
ein konstruktiver Umgang mit Einwänden und Widerstand
Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Kommunikationstechniken einzusetzen.
Es geht darum, die richtigen Mittel im richtigen Moment so einzusetzen, dass sie zu dir, deiner Botschaft und deinem Gegenüber passen.
Wenn ein konkreter wichtiger Auftritt oder ein anspruchsvolles Gespräch bevorsteht, können wir genau daran arbeiten.
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Transparenz ist mir wichtig.
Weitere Informationen findest du hier:
→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz
Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 12. April 2021
AN: #52555
K:
Ü: X
Es ist ein Wunder, dass Missverständnisse bei der Kommunikation nicht die Regel sind, wobei ihr Anteil schon recht beachtlich ist. An dieser Stelle geht es um eine Empfehlung für konstruktivere Kommunikation, insbesondere bei Diskussionen. Viel zu oft werden unbeabsichtigt und auch mit Berechnung Begriffe verwendet, denen von den Beteiligten eine andere Bedeutung zugesprochen wird.
Ob unbeabsichtigt oder mit Absicht; werden in der Kommunikation Begriffe verwendet, muss deren Bedeutung für alle Beteiligten geklärt sein. Sonst wird nicht nur aneinander vorbeigeredet, sondern auch mühsam erarbeitete Einigungen auf wackligem Grund errichtet. Deswegen ist es wichtig, frühzeitig die Begriffe zu definieren und erst dann in die eigentliche Diskussion zu gehen. Leider meinen viele Menschen, diesen Schritt auslassen zu können. Mitunter wird er auch absichtlich vermieden, um eigenen Zielen zu dienen. So soll manipuliert werden, anstatt eine gemeinsame tragfähige Lösung zu finden.
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.Mich bangt auch ihr Sinn,
ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Rainer Maria Rilke
In dem Gedicht von Rainer Maria Rilke aus dem Jahre 1897 wird aus meiner Sicht die Angst vor Gebrauch der Wörter mit unterschiedlichen Definitionen beschworen. Mit Absicht und aus Versehen wird Sprache verbogen, bleibt die Festlegung, was tatsächlich gemeint ist im Nebel verborgen.
Oft, insbesondere bei Debatten, gehört deshalb die Definition, die Begriffsklärung an den Anfang. Und, wenn jemand anderes mehrdeutige Begriffe verwendet, gilt es auf deren Definition zu drängen. Und, wenn das nicht durch die Kommunikationsteilnehmer geschieht, ist das Publikum an der Reihe, die Definitionen einzufordern.
Besonders wichtig ist die Bedeutungsklärung bei Fluff; Worte, Sätze wie Staubflocken, Flaum, Fusseln. Formulierungen ohne tatsächliche Bedeutung, die als Ablenkung eingesetzt werden. Populismus bedient sich sehr gerne solcher Begriffe, in den sich möglichst viele Menschen wiederfinden, obwohl nicht wirklich klar ist, worum es geht. Das Phänomen ist in allen Parteien zu beobachten, denn es funktioniert. In der Hypnose wird dann vom Milton-Modell gesprochen. Es wird so gedankliche Nähe vermittelt, die bei klarer Kommunikation so vermutlich nicht gegeben wäre.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2008
Überarbeitung: 1. März 2019
AN: #371
Je nach Sichtweise führt das Gespann von Rhetorik und Politik zu Ablehnung oder Begeisterung. Wie so oft lassen sich wirksame Werkzeuge für das Gute und das Schlechte einsetzen. Was tun?
In der Politik geht es nicht darum, recht zu haben, sondern recht zu behalten.
Konrad Adenauer
Öffentliche und politische Reden können viel erreichen. Im Idealfall bewirken sie einen Wende- oder Höhepunkt im Denken und Handeln der Adressaten. Reden können Leidenschaften entfesseln. Rhetorik hat eine lange Tradition. Schon im antiken Griechenland wurde sie gepflegt. Wobei Rhetorik seither als mächtiges Werkzeug ein zweischneidiges Schwert ist; es kann Gutes und Schreckliches bewirken, von Kriegserklärungen bis zu flammenden Appellen für den Frieden.
Reden offenbaren die Tugenden und auch die Charaktermängel der Redner. Ein Blick auf einige historische Reden erinnert daran, dass die Geisteshaltung mancher Redner durch Wahn oder zumindest widerwärtige Absichten gekennzeichnet ist. Worte können Sachverhalte verzerren und verschleiern, aber vermögen auch zu enthüllen und zu erleuchten. Worte sind Macht und Macht erfordert Verantwortung. Der beste Schutz vor Letzterem ist Aufklärung und Förderung der Stimmen, die gehört werden sollten. Wobei es in einer Demokratie nicht darum geht, ob die Botschaft willkommen ist. Solange sie sich den Grundwerten verpflichtet, muss sie eine Chance haben gehört zu werden. Sonst ist es mit der Demokratie nicht weit her. Und diese Chance muss auch haben, wer kein routinierter Profi ist, wie einige der Berufspolitiker.
Politische Entscheidungen können sehr weitreichende Folgen haben. Umso wichtiger sind gute Entscheidungen.
Politik findet größtenteils nicht auf der bewussten Ebene statt, ist nicht rational und objektiv. Schade? Mag sein, aber es ist, wie es ist, ob es uns gefällt oder nicht. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. Es ist wie beim Autofahren. Da halten sich auch fast alle für gesegnete Autofahrer, der Kategorie Michael Schumacher. Bei der Meinungsbildung ist es nicht anders, solange allzu menschliche Anteile wirken. Und wer ist davon wirklich frei?
Außerdem wirken unterschiedlichste Interessen auf Entscheidungen. Die Beteiligten ebenso wie die Beobachter haben die Aufgabe hier sehr wachsam zu sein, damit es nicht zu einseitigen Einflüssen kommt. Debatten können hier eine sehr wichtige Rolle spielen, wenn das Publikum sie zu deuten versteht.
Profis nutzen die Möglichkeiten der Rhetorik und andere Möglichkeiten der Einflussnahme ohnehin. Insofern halte ich es für wichtig, das Bewusstsein für Mittel und deren Wirkung zu fördern. Und das möglichst breit, denn das hat viele Vorteile. Unfaire Mittel werden als solche erkannt und ihr Einsatz reduziert. Wer will, kann teilnehmen, sich einbringen, mitgestalten. Rattenfängern wird es dadurch auch erschwert. Insofern gehören politische Bildung und Rhetorik zueinander in die Bevölkerung.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 23. Januar 2021
AN: #623
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