Sympathie: 16 Eigenschaften sympathischer Menschen

Sympathie: Was macht Menschen sympathisch? 16 Eigenschaften

Diese Eigenschaften zeichnen sympathische Menschen aus
Sympathie

Eigenschaften sympathischer Menschen

 

Was macht Menschen sympathisch?​ Haben wir darauf Einfluss? Diese 16 Eigenschaften zeichnen extrem sympathische Menschen aus. Was können wir von welchen Personen lernen, was Menschen besonders sympathisch macht?

 

 

 

Übersicht

 

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Definition Sympathie

 

Sympathie: Zuneigung, beruhend auf gefühlsmäßiger Übereinstimmung; Gegenteil von Antipathie.

 

 

 

Was macht Menschen sympathisch?

 

Täglich treffen wir mit unzähligen Menschen zusammen. Innerhalb kürzester Zeit entscheiden wir, wen wir sympathisch finden und wen nicht. Das hat sehr viel mit der Körpersprache zu tun und wie wir sie deuten. Das alles findet in den ersten Sekunden des Zusammentreffens statt und schon ist der erste Eindruck entstanden. Interessiert uns jemand, dann schauen wir genauer hin, festigen das Bild.

Woran liegt es, wenn wir jemanden sympathisch finden?

 

 

 

Das macht sympathisch: 16 Tipps

 

Um sympathisch zu wirken, helfen Attraktivität, Intelligenz und Geselligkeit. Während an einigen Stellen Gene eine größere Rolle spielen, sind es weitgehend gestaltbare Faktoren, die Einfluss darauf haben, wie sympathisch wir wirken.

Hier sind die wichtigsten Faktoren:

 

 

1. Interesse zeigen

 

Sympathische Menschen interessieren sich für andere Menschen. Jenseits oberflächlicher Fragetechniken zur Gesprächslenkung wollen sie wirklich etwas über die Menschen erfahren, mit denen sie in Berührung kommen.

 

 

 

2. Nähe und Offenheit

 

Wir wollen wissen, mit wem wir es zu tun haben. Je mehr wir uns in die Gefühle, Gedanken und Handlungen eines anderen Menschen hineinversetzen und diese nachfühlen können, umso sympathischer ist er für uns. Deswegen ist es so wichtig sich zu zeigen, sich zu offenbaren.

 

 

 

3. Ganze Aufmerksamkeit

 

Sympathische Menschen lassen das Smartphone in der Tasche und widmen sich voll und ganz dem Gesprächspartner. Sie sind präsent und Gesprächspartnern wird die vollständige Aufmerksamkeit gewidmet.

Wirklich emphatisch zu sein und zuzuhören erfordert mehr als die meisten Menschen bereit zu leisten und fähig sind.

 

 

4. Glaubwürdigkeit

 

Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen sympathischer Menschen. Wer mag schon hinterlistige oder unechte Personen? Wer viel verspricht und wenig hält, verliert an Glaubwürdigkeit. Schlecht über andere Menschen zu reden, geht ebenfalls nach hinten los. Fehlt das Vertrauen, fehlt die Basis für Beziehungen. Wo Misstrauen im Spiel ist, bleibt kein Raum für Sympathie.

 

 

 

5. Mut

 

Wir mögen Menschen, die unserer Meinung sind und wir bewundern diejenigen, die für eine Meinung gegebenenfalls auch mutig einstehen.

 

 

 

6. Körpersprache; allgemein

 

Die gesamte Körpersprache ist kongruent und offen. Und weil die Körpersprache so wesentlich ist, habe ich entsprechende Beiträge dazu vorbereitet. Ein eigener Beitrag widmet sich den Elementen der Körpersprache, die unsympathisch machen. Viele Menschen sind sich ihrer Wirkung nicht bewusst und unterschätzen die Bedeutung des ersten Eindrucks.

 

 

 

7. Ein echtes Lächeln

 

Ein echtes Lächeln wirkt Wunder. Überall auf der Welt wird dieses mimische Signal verstanden und besitzt positive Attribute.

Zur Erinnerung: ein echtes Lächeln — auch als Duchenne-Lächeln bezeichnet — bezieht ganz automatisch auch die Augen ein. Es kommt von innen, von Herzen. Und es ist ansteckend!

 

 

 

8. Direkter Blickkontakt

 

Die Augen gelten als Tor zur Seele. Blickkontakt verbindet. Bei Sympathie zeigen sich zusätzlich zum Blickkontakt mit mimischen Untermauerungen um die Augen und den Mund. Feine Muskelanspannungen rund um die Augen sorgen dafür, dass ein Gesicht freundliche und wohlwollende Signale aussendet.

 

 

 

9. Körperliche Nähe

 

Jeder Mensch hat eine bestimmte Intimzone. Wenn uns jemand zu nahe kommt, fühlen wir uns unbehaglich. Eine Fahrstuhlfahrt ist für viele eine Herausforderung. Menschen, die wir mögen, deren Nähe suchen wir. Was wir mögen, lassen wir ganz nahe an uns heran, alles, was wir nicht mögen, halten wir auf möglichst großem Abstand.

 

 

 

10. Angenehme Stimme

 

Sanfte Stimmen lösen bei anderen Menschen Wohlgefühl und positive Gefühle aus. Die Stimme wird weicher, vermittelt einen warmen Unterton.

 

 

 

11. Pupillenvergrößerung

 

Die Pupillenvergrößerung ist eine unbewusste Reaktion auf positive Assoziationen bei Wohlwollen und Zuneigung. Beim Anblick von Mensch, die wir mögen, vergrößern sich die Pupillen. Daraus resultiert keine Empfehlung, sich nun den Saft der giftigen Tollkirsche in die Augen zu träufeln, wie das in früheren Zeiten getan wurde.

 

 

 

12. Körperhaltung

 

Wir genießen Zuwendung. Eine offene und zugewandte Körperhaltung ist in den meisten Situationen am sympathischsten.

 

 

 

 

13. Körperkontakt

 

Jemanden während einer Unterhaltung zu berühren, setzt Oxytocin frei, wenn nichts dagegen spricht. Dieser Botenstoff ist unter anderem für Vertrauen und einige weitere positive Gefühle zuständig. Schon eine kleine Berührung an der Schulter, eine Umarmung oder ein freundlicher Handschlag, wirken mitunter Wunder. Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit Missverständnisse vermieden werden.

 

 

 

14. Persönliche Ansprache

 

Sympathische Menschen sind aufmerksam. Deswegen merken sie sich auch die Namen von Gesprächspartnern und sprechen diese mit Namen an. Das kann erfordern, möglichst frühzeitig nochmals den Namen und die korrekte Betonung zu erfragen und abzuspeichern.

 

 

 

15. Leidenschaft und positiver Blick

 

Nörgler werden gemieden, es ist zu belastend in ihrer Nähe zu sein. Begeisterung und der Blick auf Möglichkeiten fühlen sich gut am. Leidenschaftliche Menschen wirken anziehend. Leidenschaft ist mitreißend, ist ansteckend. Sympathische Menschen ziehen sympathische Menschen an.

 

 

 

16. Ähnlichkeit

 

Soweit wir es anderen Menschen zugestehen, sind Gemeinsamkeiten ganz besonders wichtige Faktoren dabei, welche Menschen uns sympathisch sind: Aussehen, Interessen, Verhalten, Überzeugungen, Sprache … Menschen, die uns ähnlich sind, mögen wir mit höherer Wahrscheinlichkeit. Besonders offensichtlich wird das bei einem Flirt; da nähern sich die Beteiligten einander ganz automatisch an, wie bei einem Schwanentanz.

Dieses Phänomen lässt sich im Guten, wie im Schlechten nutzen, um sympathischer zu wirken. Deswegen habe ich dazu, also rund um das Thema Rapport, eigene Beiträge erstellt.

Synonyme

Zuneigung, Wohlwollen, Verbundenheit, Einheit, Gefallen, Gleichheit, Interesse, Hang, Neigung, Resonanz, Vorliebe, Vertrautheit, Begeisterung, Gefühl, Wohlgefühl, Schwäche (nicht abwertend). Ähnlich: Empathie Fremdwörter: Affinität, Konformität, Disposition, Faible, Inklination, Präferenz. Gegensatz: Antipathie

Ursprung des Wortes

Das Wort Sympathie wird unterschiedlich gedeutet und abgeleitet: aus lateinisch „sympathia“ oder aus altgriechisch „sympátheia“ und wird erstmals im 17. Jahrhundert im Deutschen verwendet. Es wird zusammengesetzt aus (griechisch) „sým“ (auch „sýn“) = „mit“, „zusammen“ und „páthos“ = „Leid“, „Schmerz“, „Leidenschaft“ oder insbesondere „starkes Fühlen“, „Gemütsbewegung“, „Seelenstimmung“ und auch „Zustand“, „Affekt“.

Von George Clooney lernen

 

Blick in die Runde. Welche Person ist besonders vielen Menschen sympatisch?

Aus Anlass der Berlinale habe ich in einem Beitrag für den RBB die Körpersprache von George Clooney analysiert. Es ging darum, wie er diese Ausstrahlung, diese Wirkung auf das Publikum zustande bringt.

Und weil es diesmal kein persönliches Treffen mit Herrn Clooney gab — er wollte ja lieber zu Frau Merkel, eigentlich schade, schließlich ist der Zoopalast gleich gegenüber meines Büros — nutzte ich für meine Thesen Anschauungsmaterial aus dem Internet. Da gibt es ja einige Videos mit ihm; darunter Interviews und Besuche bei ihm zuhause. Im Artikel finden Sie meine Interpretationen.

Hier können Sie den kompletten Artikel lesen: Was wir von George Clooney lernen können.

 

 

Der nächste Schritt

 

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Was macht Menschen für Sie sympathisch und wie lässt sich das beeinflussen?

Sympathie ist der wichtigste Faktor jedes Schicksals. Sympathie ist Kraft. Prentice Mulford

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 18. Februar 2018
Überarbeitung: 27. Januar 2021
AN: #43370

Absichtliches Spiegeln: Verbindung oder Manipulation?

Absichtliches Spiegeln: Verbindung oder Manipulation?

Wenn wir erstaunlich schnell Vertrauen fassen, kann das an einer Manipulationstechnik liegen
Rapport

Absichtliches Spiegeln: Verbindung oder Manipulation?

 

Warum fühlen wir uns manchen Menschen erstaunlich schnell verbunden – und wann lohnt sich ein genauerer Blick?

Du triffst jemanden und überraschend schnell entsteht das Gefühl: Wir verstehen uns.

Ähnliche Sprache. Ähnliche Haltung. Ähnliche Interessen. Vielleicht sogar ähnliche Gesten und dieselbe Sprechgeschwindigkeit.

Das kann vollkommen natürlich sein.

Menschen stimmen sich im Kontakt häufig unbewusst aufeinander ein. In der Psychologie wird dieses Phänomen unter anderem als Mirroring oder Verhaltensmimikry beschrieben.

Spannend wird es, wenn diese Ähnlichkeit gezielt hergestellt wird.

Denn absichtliches Spiegeln kann Verbindung fördern. Es kann ebenso eingesetzt werden, um schneller Vertrauen zu gewinnen und Einfluss auszuüben.

Entscheidend ist deshalb weniger das Spiegeln selbst als die Absicht dahinter und das Verhalten, das anschließend folgt.

 

 

Was bedeutet Spiegeln?

 

Beim Spiegeln übernehmen Menschen Merkmale des Verhaltens ihres Gegenübers.

Das kann beispielsweise betreffen:

  • Körperhaltung
  • Gestik
  • Mimik
  • Sprechgeschwindigkeit
  • Lautstärke
  • Sprachstil
  • bestimmte Formulierungen
  • Rhythmus und Pausen
  • Interessen und Einstellungen

Vieles davon geschieht automatisch.

Menschen, die sich mögen oder sich miteinander verbunden fühlen, synchronisieren ihr Verhalten häufig ganz von selbst.

Forschung zur sogenannten Verhaltensmimikry zeigt, dass solche Anpassungsprozesse ein verbreiteter Bestandteil sozialer Interaktionen sind.

Spiegeln ist deshalb zunächst weder gut noch problematisch.

Es gehört zum menschlichen Miteinander.

 

 

 

Warum Spiegeln Nähe erzeugen kann

 

Ähnlichkeit erleichtert häufig Verbindung.

Wenn ein Mensch ähnlich spricht, reagiert oder sich ähnlich bewegt wie wir selbst, kann sich die Begegnung vertrauter anfühlen.

Wir erleben möglicherweise:

  • mehr Vertrautheit
  • größere Sympathie
  • leichtere Verständigung
  • mehr soziale Verbundenheit
  • das Gefühl, auf einer Wellenlänge zu sein

Die Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen Mimicry, sozialer Abstimmung und zwischenmenschlicher Nähe.

Gleichzeitig hängt die Wirkung stark vom Kontext ab.

Offensichtliches oder unpassendes Nachahmen kann irritieren und Distanz erzeugen.

Spiegeln ist also kein magischer Knopf für Vertrauen.

 

 

 

Wann wird Spiegeln strategisch?

 

Menschen können diese natürliche soziale Abstimmung bewusst einsetzen.

Dann wird aus spontanem Spiegeln eine Kommunikationsstrategie.

Beispielsweise passt jemand bewusst seine Körpersprache, Stimme oder Wortwahl an sein Gegenüber an.

Das kann durchaus respektvoll geschehen.

Ein guter Gesprächspartner stimmt sich schließlich ebenfalls auf andere Menschen ein.

Er spricht mit einem aufgeregten Menschen anders als mit einem entspannten.

Er berücksichtigt Tempo, Sprache und Situation seines Gegenübers.

Problematisch wird es, wenn die Anpassung vor allem dazu dient, Vertrauen vorzutäuschen oder Widerstand zu umgehen.

Kommunikative Anpassung respektiert dein Gegenüber. Manipulation benutzt die entstandene Nähe.

 

 

Ein Beispiel

 

Stell dir vor, du lernst jemanden kennen.

Schon nach kurzer Zeit entdeckt die Person erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit dir.

Sie verwendet plötzlich ähnliche Begriffe.

Sie teilt scheinbar dieselben Werte.

Sie übernimmt deinen Humor.

Vielleicht verändert sich sogar ihre Körpersprache.

Das kann echte Resonanz sein.

Interessant wird die Situation, wenn anschließend sehr schnell etwas von dir erwartet wird.

Vertrauen.

Eine Entscheidung.

Ein Geschäft.

Loyalität.

Persönliche Informationen.

Oder eine ungewöhnlich schnelle emotionale Bindung.

Dann lohnt es sich, Tempo herauszunehmen.

 

 

 

Spiegeln bedeutet noch keine Manipulation

 

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

Wenn jemand deine Haltung übernimmt oder dieselben Worte verwendet, beweist das keinerlei manipulative Absicht.

Menschen spiegeln sich ständig.

Freunde tun es.

Paare tun es.

Kolleginnen und Kollegen tun es.

Menschen tun es beim Flirten.

Auch in angenehmen und vollkommen authentischen Gesprächen entsteht häufig eine natürliche Synchronisation.

Deshalb führt die Frage „Spiegelt mich dieser Mensch?“ allein kaum weiter.

Hilfreicher ist:

Wie entwickelt sich der Kontakt insgesamt?

 

 

 

7 Hinweise, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt

 

1. Die Vertrautheit entwickelt sich außergewöhnlich schnell

 

Bereits nach kurzer Zeit entsteht das Gefühl intensiver Nähe.

Vielleicht hörst du Sätze wie:

„Ich habe das Gefühl, wir kennen uns schon ewig.“

Das kann wunderschön und authentisch sein.

Wenn gleichzeitig sehr schnell Erwartungen entstehen, lohnt sich mehr Aufmerksamkeit.

 

 

2. Gemeinsamkeiten tauchen auffällig zuverlässig auf

 

Fast jedes Interesse scheint geteilt zu werden.

Jeder Wert passt.

Jede Erfahrung findet eine Entsprechung.

Auch hier zählt das Gesamtbild.

Echte Menschen haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

 

 

3. Dein Gegenüber übernimmt auffällig deine Sprache

 

Bestimmte Formulierungen, Redewendungen oder Begriffe erscheinen plötzlich immer häufiger im Sprachgebrauch des anderen.

Das kann natürliche sprachliche Anpassung sein.

In Kombination mit weiteren Auffälligkeiten kann es auf eine bewusst erzeugte Ähnlichkeit hinweisen.

 

 

4. Die Anpassung wirkt mechanisch

 

Natürliches Spiegeln fällt häufig kaum auf.

Bewusstes Nachahmen kann dagegen künstlich wirken.

Du wechselst die Haltung.

Kurz darauf folgt dieselbe Bewegung.

Du sprichst langsamer.

Das Tempo des anderen verändert sich ebenfalls.

Ein einzelner Vorgang sagt wenig.

Ein deutliches Muster liefert mehr Informationen.

 

 

5. Nach der Nähe folgt schnell eine Forderung

 

Das ist wesentlich aussagekräftiger als das Spiegeln selbst.

Die entstandene Verbindung soll plötzlich etwas bewirken.

Zum Beispiel:

  • eine schnelle Zusage
  • eine Kaufentscheidung
  • eine persönliche Offenbarung
  • Loyalität
  • eine Grenzverschiebung
  • eine Verpflichtung

Genau hier lohnt sich eine Pause.

 

 

6. Grenzen verändern die Atmosphäre

 

Eine gute Verbindung verträgt Grenzen.

Sagst du „Ich möchte darüber nachdenken“, zeigt die Reaktion viel über dein Gegenüber.

Bleibt die Person respektvoll?

Oder entstehen plötzlich Druck, Ungeduld, Schuldzuweisungen oder Abwertung?

Diese Reaktion ist wesentlich aussagekräftiger als ähnliche Gesten oder Worte.

 

 

7. Worte und Verhalten passen langfristig kaum zusammen

 

Jemand kann dieselben Werte nennen wie du.

Entscheidend bleibt, wie dieser Mensch handelt.

Spricht jemand ständig über Respekt und überschreitet deine Grenzen?

Betont jemand Vertrauen und verlangt zugleich ungewöhnlich schnelle Entscheidungen?

Verspricht jemand Augenhöhe und reagiert empfindlich auf Widerspruch?

Dann liefern die Handlungen wertvollere Informationen als die Gemeinsamkeiten.

 

 

 

Spiegeln und NLP

 

Auch im Neurolinguistischen Programmieren – NLP – spielt bewusstes Anpassen an Gesprächspartner eine Rolle. Häufig wird dafür der Begriff Pacing verwendet.

Dabei werden beispielsweise Körperhaltung, Sprachtempo oder andere Merkmale der Kommunikation aufgegriffen, um eine bessere Abstimmung im Gespräch zu erreichen.

Hier lohnt sich eine wichtige Unterscheidung:

Das natürliche Phänomen des Spiegelns ist gut dokumentiert. Viele weitergehende theoretische Behauptungen des NLP besitzen eine deutlich schwächere wissenschaftliche Grundlage.

Für gute Kommunikation braucht es ohnehin mehr als eine Technik.

Aufmerksamkeit.

Respekt.

Interesse.

Wahrnehmungsfähigkeit.

Und die Bereitschaft, dem anderen seine Entscheidungsfreiheit zu lassen.

 

 

 

Ist Spiegeln im Coaching oder in Gesprächen legitim?

 

Eine gute Gesprächsführung berücksichtigt das Gegenüber.

Wenn jemand aufgeregt spricht, kann ein ruhigeres Tempo Sicherheit vermitteln.

Wenn jemand sehr analytisch kommuniziert, hilft eine klare Struktur.

Wenn jemand Zeit zum Nachdenken braucht, schaffen Pausen Raum.

All das bedeutet, sich auf einen Menschen einzustellen.

Die entscheidende Frage lautet daher weniger:

„Wurde hier eine Technik eingesetzt?“

Sondern:

„Wurde meine Entscheidungsfreiheit respektiert?“

Eine hilfreiche Kommunikation erweitert Orientierung und Handlungsmöglichkeiten.

Manipulative Kommunikation versucht, diese Möglichkeiten zu verengen.

 

 

 

Spiegeln in toxischen und narzisstisch geprägten Beziehungen

 

Auch im Zusammenhang mit toxischen oder narzisstisch geprägten Beziehungsmustern wird häufig von Spiegeln gesprochen.

Menschen berichten beispielsweise, dass ein neuer Kontakt zunächst erstaunlich viele Interessen, Wünsche und Werte zu teilen schien.

Später erleben sie die Person vollkommen anders.

Auch hier gilt:

Ähnlichkeit zu Beginn einer Beziehung liefert allein keine Diagnose.

Wesentlich aussagekräftiger ist der weitere Verlauf.

Frage dich:

  • Wie geht die Person mit deinen Grenzen um?
  • Wie reagiert sie auf unterschiedliche Meinungen?
  • Bleibt Respekt auch bei Konflikten erhalten?
  • Passen Worte und Handlungen zusammen?
  • Darf Nähe in einem für dich stimmigen Tempo entstehen?
  • Kannst du frei entscheiden?

Damit verlagerst du deine Aufmerksamkeit von einer einzelnen Technik auf das tatsächliche Beziehungsmuster.

 

 

 

Was kannst du tun, wenn dir Spiegeln auffällt?

 

Du brauchst kein Detektivspiel daraus zu machen.

Beobachte einfach etwas länger.

Besonders hilfreich sind fünf Schritte:

  1. Verlangsame das Tempo. Große Entscheidungen dürfen Zeit bekommen.
  2. Beobachte Unterschiede. Echte Beziehungen vertragen unterschiedliche Meinungen und Interessen.
  3. Setze kleine Grenzen. Die Reaktion darauf liefert wertvolle Informationen.
  4. Vergleiche Worte und Verhalten. Verhalten zeigt häufig mehr als Selbstbeschreibungen.
  5. Nimm dein eigenes Erleben ernst. Wenn etwas ungewöhnlich schnell oder intensiv wirkt, darfst du genauer hinschauen.

 

 

 

Ein wichtiger Irrtum: „Ich muss Manipulation sofort erkennen“

 

Diese Erwartung setzt viele Menschen unnötig unter Druck.

Geschickte Einflussnahme ist gerade deshalb wirksam, weil sie zunächst plausibel oder angenehm wirken kann.

Du brauchst deshalb keine perfekte Menschenkenntnis.

Viel hilfreicher ist ein guter Entscheidungsprozess.

Zeit.

Klare Grenzen.

Mehrere Beobachtungen.

Ein Abgleich zwischen Worten und Verhalten.

Und die Bereitschaft, deine Einschätzung zu verändern, sobald neue Informationen auftauchen.

Du musst Menschen nicht sofort durchschauen. Du darfst sie kennenlernen.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Spiegeln ist zunächst etwas sehr Menschliches.

Wir stimmen uns aufeinander ein.

Wir übernehmen Sprache, Gesten und Rhythmen.

Dadurch kann Nähe entstehen.

Die entscheidende Frage beginnt dort, wo jemand diese Nähe gezielt nutzt.

Vertrauen verdient Zeit. Respekt zeigt sich besonders dann, wenn du anders denkst, langsamer entscheidest oder eine Grenze setzt.

Genau darauf würde ich achten.

 

 

 

Wenn du dich auf ein wichtiges Gespräch vorbereiten möchtest

 

Manche Gespräche verdienen mehr Vorbereitung als andere.

Vielleicht möchtest du besser einschätzen, was in einer beruflichen oder privaten Situation tatsächlich geschieht.

Vielleicht steht eine Verhandlung, ein Konflikt oder eine anspruchsvolle Entscheidung bevor.

Oder du möchtest lernen, souverän zu reagieren, wenn dein Gegenüber mit Druck, rhetorischen Techniken oder manipulativen Mustern arbeitet.

Im persönlichen 1:1 können wir die Situation konkret durchspielen:

  • Was willst du erreichen?
  • Was könnte dein Gegenüber beabsichtigen?
  • Welche Argumente tragen?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Wie reagierst du auf Druck?
  • Wie bleibst du klar, ruhig und handlungsfähig?

Ich unterstütze dich dabei, wichtige Gespräche und Entscheidungen so vorzubereiten, dass du deine Position klar vertrittst und dir selbst treu bleibst.

Online, telefonisch oder persönlich in Berlin.

Antworten auf häufige Fragen

Was bedeutet Spiegeln in der Kommunikation?

Spiegeln bedeutet, dass Menschen Verhaltensweisen ihres Gegenübers übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Gestik, Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Sprachtempo oder Formulierungen. Dieser Prozess kann unbewusst oder bewusst stattfinden.

Was ist Matching?

Matching ist die Fähigkeit, sich genau auf die Physiologie des Klienten einzustellen, um Rapport herzustellen. Es ist eine natürliche Fähigkeit, sich mit wichtigen Personen zu synchronisieren. Der Unterschied zwischen Matching und Spiegeln (Mirroring) ist derselbe, wie wenn Sie in einen Spiegel schauen (die Person spiegeln, wie in Spiegelbild) und direkt hinter jemandem sitzen (ihre Physiologie mit der Ihren abgleichen).

Ist Spiegeln immer Manipulation?

Spiegeln gehört zu natürlichen sozialen Interaktionen und entsteht häufig vollkommen unbewusst. Bewusstes Spiegeln kann ebenfalls respektvoll eingesetzt werden. Entscheidend sind Absicht, Kontext und das Verhalten, das anschließend folgt.

Kann Spiegeln Sympathie fördern?

orschung beschreibt Zusammenhänge zwischen Verhaltensmimikry, sozialer Abstimmung und Sympathie. Die Effekte hängen von Situation und Person ab. Offensichtliches oder unpassendes Nachahmen kann genauso Irritation auslösen.

Wie erkenne ich absichtliches Spiegeln?

Einzelne ähnliche Bewegungen liefern kaum Sicherheit. Aussagekräftiger sind wiederkehrende Muster, auffällig schnelle Übereinstimmung, künstlich wirkende Anpassungen und vor allem die Frage, was anschließend mit der entstandenen Nähe geschieht.

Spiegeln Narzissten andere Menschen?

Strategische Anpassung und das Herstellen schneller Gemeinsamkeit können auch in narzisstisch geprägten Beziehungsmustern vorkommen. Spiegeln allein erlaubt keine Diagnose. Für deine Orientierung sind der Umgang mit Grenzen, Konflikten, Verantwortung und deine Entscheidungsfreiheit wesentlich aussagekräftiger.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Hast du mit dieser Technik des absichtlichen Spiegelns schon Bekanntschaft gemacht? Bis zu welchem Punkt finden Sie den Einsatz als legitim und wo wird es haarig?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Februar 2018
Überarbeitung: 14. Juli 2022

Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen? 10 Tipps!

Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen?

Gestik richtig nutzen, in Reden und Präsentationen überzeugen

Singletasking

Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen?

 

Fragen Sie sich manchmal wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen? Hier kommt die Antwort.

Video

https://youtu.be/GpzogV-caEE

Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen?

​

Menschen tun eigenartige Dinge mit ihren Händen, wenn sie vor Publikum stehen. Der Botschaft dient das leider selten. Woran liegt das und wie geht es besser?

 

 

 

Ursachen der Unsicherheit

 

Wenn Sie mit Begeisterung etwas beschreiben, wie beispielsweise einen ganz besonderen Moment in Ihrem Leben, denken Sie dann darüber nach wohin mit den Händen? Die meisten Menschen setzen in solchen Situationen ganz natürlich Hände und Füße dafür ein Geschehnis und Eindrücke zu vermitteln, die ihnen nahe gegangen sind. Und das entfaltet seine Wirkung. So einfach, so gut!

Und sonst? Haben wir nichts zu sagen, dürfen die Arme neben dem Körper eine Pause machen. Wer würde sich daran stören? Das ist deutlich besser als eigenartige Verrenkungen, die nicht zu Redner oder Rednerin, Thema, Kontext und Publikum passen.

Doch kaum meinen Menschen sie wären herausgehoben und unter Beobachtung machen sie es sich kompliziert. Auf einmal wird über Dinge nachgedacht, die sonst ganz natürlich sind.

 

 

 

Die Lösung: 10 Tipps

 

 

1. Ruheposition

 

So wie auch sonst dürfen die Hände neben dem Körper sein. Für den Anfang ist es ein guter Ausgangspunkt, sich daran zu gewöhnen, die Arme in ihrer Ruheposition zu lassen. Und bitte lassen Sie die Hände im sichtbaren Bereich. Wer seine Hände versteckt wirkt unehrlich und das führt zu Misstrauen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Hände nicht in die Hosentasche gehören.

Wo ist die Ruheposition? Für die meisten Menschen ist die beste Ruheposition auf der Höhe des Bauchnabels mit den Handflächen nach oben. Ohne individuelle Anpassung sieht das allerdings oft eigenartig aus.

 

 

 

2. Passiver Bereich

 

Haben wir gerade nichts mitzuteilen, dann dürfen die Arme und Hände auch neben dem Körper eine Pause machen. Wer würde sich daran stören? Das ist deutlich besser als eigenartige Verrenkungen, die nicht zu Redner oder Rednerin, Thema, Kontext und Publikum passen.

 

 

 

3. Sichtbare Hände

 

Bitte lassen Sie die Hände stets im sichtbaren Bereich. Wer die Hände versteckt wirkt unehrlich und das führt zu Misstrauen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Hände nicht in die Hosentasche gehören.

 

 

 

4. Handflächen

 

Tendenziell wirken Handflächen vertrauenerweckender als Handrücken. Das lässt sich nutzen.

 

 

 

5. Offenheit

 

Achten Sie auf eine offene Körperhaltung. Verschränkte Arme vor dem Körper oder der Versuch Sicherheit durch Gegenstände zu finden, die zwischen sich und dem Publikum zum Einsatz gebracht werden, schaffen Distanz. Dazu gleich mehr.

 

 

 

6. Aktiver Bereich

 

In den meisten Situationen ist das Quadrat vor dem Körper, zwischen Gürtel und Schultern für unterstützende Gesten geeignet.

 

 

 

7. Sehr emotionaler Bereich

 

Bewegen die Hände sich nach oben außerhalb des üblichen aktiven Bereichs, dann wird es dramatischer und emotionaler. Dafür kann es gute Gründe geben, die wohl gewählt sein sollten.

 

 

 

8. Gegenstände in der Hand

 

Rednerinnen und Redner suchen sich gerne etwas, an dem sie sich festhalten können. So ein Rettungsring ist nur bedingt eine gute Idee. Er schränkt beispielsweise die Gestik ein und lenkt leicht ab.

Nehmen Sie nur dann Gegenstände in die Hand, wenn das dem Redebeitrag dient. Beispielsweise haben Stifte, die nicht eingesetzt werden, nichts in den Händen zu suchen.

 

 

9. Gestik erlauben

 

Wer über eine aussagekräftige Gestik verfügt, braucht sie nur zu erlauben. Mit der entsprechenden Ruheposition lässt sich das fördern.

Denken Sie in realen Situationen nicht krampfhaft über Ihre Handposition nach. Das würde nur Stress erzeugen und unnatürlich aussehen. Entsprechende Anregungen finden Sie im Beitrag 30+ Tipps für Gesten, die Ihre Botschaft bei Reden und Präsentationen unterstützen.

 

 

 

10. Training

 

Körpersprache einschließlich Gestik lässt sich trainieren. Ungeeignetes Training erzeugt allerdings beim Publikum den Eindruck schlechte Schauspieler:innen vor sich zu haben. Gutes Training inspiriert und ermutigt den gesamten Körper authentisch einzusetzen, sodass er im Einklang mit der verbalen Botschaft steht.

Trainieren Sie Körpersprache so, dass Sie ganz automatisch dafür sorgt, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen, in Reden und Präsentationen. Am besten beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme und einem professionellen Feedback.

 

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zum Thema? Was machen Sie mit Ihren Händen während Reden und Präsentationen?

 

 

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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

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Was ist gute Rhetorik? Gehört Rhetorik verehrt oder verdammt? Und bei der Antwort jetzt bitte nicht gleich an die weitverbreiteten PowerPoint-Präsentationen denken.

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ETHOS, PATHOS, LOGOS

ETHOS, PATHOS, LOGOS

Es geht um die Kunst der Überzeugung in Reden und Präsentationen. lerne von Aristoteles.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. März 2020
Überarbeitung: 31. Juli 2020
AN: #639
K: CNC
Ü:

Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen

Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen

Sicherer Stand bei Reden und Präsentationen
Grounding. Guter Stand bei Reden und Präsentationen

Grounding

 

Nutzen Sie Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen. Mehr als nur ein Mittel gegen Lampenfieber.

Video

https://youtu.be/GpzogV-caEE

Grounding

 

Als Grounding (Erdung) wird der sichere Stand von Rednern bezeichnet. In aufrechter Haltung, das Gewicht gleichmäßig verteilt, haben Redner und Rednerinnen den besten Stand. Der sorgt dann auch dafür sie sich sicherer fühlen, statt dadurch zusätzlich das Lampenfieber anzuheizen.

 

 

 

Gut stehen?

 

Stehen, ja und, kann doch jeder, oder? Tatsächlich klingt das leichter, als es für viele Menschen vor Publikum ist. Ein individuell optimaler Stand erfordert meist einige Korrekturen und Übung, um auch vor größeren Gruppen automatisch eingenommen zu werden. Es lohnt sich, dem Thema Aufmerksamkeit zu widmen. Auf einem sicheren Fundament lässt sich besser arbeiten.

 

 

 

Erdung für mehr Selbstvertrauen bei Auftritten

 

Eine der wichtigsten Techniken, die Sie einsetzen können, um Ihr Selbstvertrauen beim öffentlichen Reden zu verbessern, ist das Grounding (Erdung). Sie kann dazu beitragen, Ihre Haltung zu verbessern. Darüber hinaus bewirkt Grounding noch etwas viel Wirkungsvolleres. Die innere und äußere Haltung steigert Ihre souveräne körperliche Präsenz.

Ein Teil ihrer Energie bei von der Erde kommt, oder im modernen Theater vom Bühnenboden. In den frühesten Formen des westlichen Theaters im antiken Griechenland traten die Schauspieler draußen auf dem Boden selbst auf. Stellen Sie sich den Sprung eines Balletttänzers nach oben vor, und Sie werden verstehen, woher die Kraft für alle Formen der persönlichen Darbietung kommt: von der Erde unter den Füßen.

Wenn Sie sich als Redner oder Rednerin erden, erlangen Sie die gleiche Kraft und Verbindung zur Erde wie die antiken Schauspieler. Die Standhaftigkeit und Zielstrebigkeit, die Sie dann an den Tag legen, ist für Ihr Publikum sofort spürbar. Mittels Mentaltraining wird die Wirkung deutlich gesteigert.

 

 

 

Schritt für Schritt

 

Hier sind die Schritte, um durch Grounding eine unerschütterliche körperliche Präsenz vor Publikum zu erlangen:

 

 

1. Stand

 

Stellen Sie Ihre Füße fest auf den Boden, etwas breiter als hüftbreit auseinander.

 

 

 

2. Verwurzeln

 

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine 300 Jahre alte Eiche mit Wurzeln, die tief und weit in die Erde reichen. Wie dieser Baum sind Sie fest, sicher und unerschütterlich. V

 

Anmerkungen:

Vergleichen Sie diese starke Haltung mit der schwachen Haltung, die manche Redner einnehmen, indem sie die Beine überkreuzen, sich auf eine Hüfte stützen oder sogar mit den Füßen aneinander stoßen. Herausforderungen oder harsche Fragen aus dem Publikum könnten diese Redner einfach umhauen!

Probieren Sie die unterschiedlichen Haltungen aus. Vergleichen Sie Ihre stabile, geerdete Eichen-Stellung mit den verwurzelten Füßen auf Achselbreite und dann die Haltung mit dem Kreuzen der Beine an den Knöcheln. Welche Haltung gibt Ihnen mehr Gefühl von Stärke und Zielstrebigkeit? Stellen Sie Ihre Füße eng aneinander, als wären Sie ein Zinnsoldat. Sie können kaum so stehen, ohne das Gefühl zu haben, in einer schwachen Position zu sein, oder? Und doch tun Rednerinnen und Redner dies immer wieder aus Nervosität und Unsicherheit darüber, was sie mit ihrem eigenen Körper tun sollen.

 

 

 

3. Mentaltraining (optional)

 

In Trance lässt sich die Intensität deutlich erhöhen und ankern. So stehen intensive mentale Ressourcen dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden. Mentaltraining hat sich hier sehr bewährt.

P.S.

 

Wie stehen Sie vor Publikum? Nutzen Sie Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen?

 

 

Der nächste Schritt

 

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Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

Artikel zum Thema Körpersprache und Stand

Die Wirkung von Powerposen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?

Selbstbewusst fühlen, allein durch die Körperhaltung? Wie das geht? Haben Sie die Wirkung von Powerposen schon für sich getestet? Hier sind vier Übungen für mehr Selbstsicherheit und weniger Stress.

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 2012
Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #641
K: CNB
Ü:

Selbstwahrnehmung & Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?

Wie wirkst du tatsächlich auf andere?
Selbstwahrnehmung vs Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?

 

Du weißt, was du sagen möchtest.

Du weißt, wie du auftreten möchtest.

Du möchtest vielleicht:

  • souverän
  • kompetent
  • klar
  • nahbar
  • vertrauenswürdig

wirken.

Und trotzdem kann bei anderen etwas anderes ankommen.

Absicht und Wirkung sind zwei verschiedene Dinge.

Genau deshalb lohnt es sich, die eigene Wirkung gelegentlich von außen zu betrachten.

 

 

 

Wie wirkst du tatsächlich auf andere Menschen?

 

Diese Frage lässt sich weniger zuverlässig beantworten, indem du einfach nur darüber nachdenkst.

Denn du erlebst dich von innen.

Andere erleben dich von außen.

Du kennst:

  • deine Absicht
  • deine Gedanken
  • deine Unsicherheit
  • deine Vorbereitung

Andere sehen:

  • dein Verhalten
  • deine Sprache
  • deine Stimme
  • deine Körpersprache
  • deine Reaktion auf die Situation

Beide Perspektiven enthalten Informationen.

 

 

 

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung

 

Selbstwahrnehmung beschreibt, wie du dich selbst erlebst.

Fremdwahrnehmung beschreibt, wie andere Menschen dich erleben.

Beide können voneinander abweichen.

Zum Beispiel:

Du möchtest:

ruhig und souverän

wirken.

Andere erleben:

distanziert.

Du möchtest:

engagiert

wirken.

Andere erleben:

hektisch.

Du möchtest:

gründlich

sein.

Andere erleben:

zu ausführlich.

 

 

 

Wer hat dann recht?

 

Vielleicht beide Seiten.

Deine Absicht ist real.

Die Wirkung ebenfalls.

Für Kommunikation ist deshalb weniger entscheidend:

„Wer hat recht?“

Interessanter ist:

„Passt meine tatsächliche Wirkung zu meinem Ziel?“

 

 

 

Wirkung ist weniger deine Identität

 

Wenn jemand sagt:

„Du wirkst in diesem Meeting dominant.“

bedeutet das weniger:

„Du bist ein dominanter Mensch.“

Es beschreibt eine Wahrnehmung in einer bestimmten Situation.

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

Warum andere manchmal etwas sehen, das dir selbst entgeht

 

Forschung zur Selbst- und Fremdwahrnehmung zeigt:

Menschen besitzen unterschiedliche Informationsvorteile.

Du kennst innere Zustände, Gedanken und Gefühle besser.

Andere Menschen sehen dagegen manche äußeren Verhaltensmuster klarer.

Gerade bei Eigenschaften, die stark sichtbar und sozial bewertet werden, kann Fremdwahrnehmung ausgesprochen aufschlussreich sein.

 

 

 

Ein typischer blinder Fleck

 

Du sagst vielleicht:

„Ich erkläre nur gründlich.“

Andere erleben:

„Er lässt kaum Raum für Fragen.“

Oder:

„Ich möchte einfach klare Standards.“

Andere erleben:

„Fehler sind hier gefährlich.“

Die Differenz enthält wertvolle Information.

 

 

 

Das Johari-Fenster

 

Ein bekanntes Modell zur Verdeutlichung solcher Unterschiede ist das Johari-Fenster.

Es unterscheidet vereinfacht vier Bereiche:

 

1. Was dir und anderen bekannt ist

Zum Beispiel Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die du selbst kennst und die auch andere deutlich wahrnehmen.

 

2. Was du über dich weißt, andere jedoch weniger

Dazu können beispielsweise:

  • Gedanken
  • Gefühle
  • Motive

gehören.

 

3. Dein blinder Fleck

Andere Menschen beobachten etwas an dir, das dir selbst weniger bewusst ist.

 

4. Was bisher weder dir noch anderen bewusst ist

Zum Beispiel Potenziale oder Reaktionsweisen, die erst in neuen Situationen sichtbar werden.

 

 

 

Das Johari-Fenster ist ein Modell, keine Diagnose

 

Es kann helfen, über Selbst- und Fremdwahrnehmung nachzudenken.

Es erklärt weniger vollständig, wie Persönlichkeit und Wahrnehmung funktionieren.

Sein praktischer Wert liegt vor allem in einer einfachen Erinnerung:

Es gibt Dinge an unserer Wirkung, die andere früher sehen als wir selbst.

 

 

 

Der erste Eindruck

 

Menschen bilden sehr schnell Eindrücke voneinander.

Das lässt sich kaum verhindern.

Schon kurze Ausschnitte von Verhalten können Informationen vermitteln.

Doch daraus folgt weniger:

„Der erste Eindruck ist immer richtig.“

Er bleibt eine erste Einschätzung.

 

 

 

Mehr Situationen ergeben ein besseres Bild

 

Ein Mensch kann in einer Präsentation:

sehr souverän

wirken.

Im anschließenden kritischen Gespräch zeigt sich vielleicht eine andere Seite.

Oder umgekehrt.

Deshalb ist es hilfreich, Wirkung über mehrere Situationen hinweg zu betrachten.

 

 

 

Wie du einen Raum betrittst

 

Wirkung beginnt weniger erst mit dem ersten Satz.

Andere Menschen nehmen bereits wahr:

  • wie du dich bewegst
  • wie du Kontakt aufnimmst
  • wie präsent du wirkst
  • wie sicher oder unsicher dein Verhalten erscheint

Das bedeutet weniger, dass jeder Schritt optimiert werden muss.

Interessant wird nur:

Unterstützt dein Auftreten die Wirkung, die du erreichen möchtest?

 

 

 

Stimme

 

Stimme beeinflusst Wirkung erheblich.

Zum Beispiel:

  • Lautstärke
  • Sprechtempo
  • Pausen
  • Betonung
  • Stimmhöhe

Eine wichtige Botschaft kann deutlich weniger kraftvoll wirken, wenn sie:

  • zu schnell
  • zu leise
  • monoton

gesprochen wird.

 

 

 

Körpersprache

 

Auch Körpersprache liefert Informationen.

Zum Beispiel:

  • Blickkontakt
  • Mimik
  • Gestik
  • Haltung
  • Bewegung

Doch Vorsicht:

Es gibt weniger einen einfachen Übersetzungscode.

Verschränkte Arme bedeuten weniger automatisch Ablehnung.

Wenig Blickkontakt bedeutet weniger automatisch Unsicherheit.

Wirkung entsteht aus:

  • Kontext
  • Muster
  • Zusammenspiel verschiedener Signale

 

 

 

Nonverbales Verhalten wird trotzdem wahrgenommen

 

Menschen interpretieren:

  • Gesichtsausdruck
  • Haltung
  • Stimme
  • Bewegung

häufig sehr schnell.

Diese Wahrnehmung kann Einfluss darauf haben, wie beispielsweise:

  • Kompetenz
  • Führung
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Engagement

eingeschätzt werden.

 

 

 

Die Botschaft zählt ebenfalls

 

Persönliche Wirkung ist weniger nur Körpersprache.

Du kannst körperlich präsent wirken und trotzdem inhaltlich unklar sein.

Oder hervorragend argumentieren und deine Botschaft sprachlich unnötig schwächen.

Deshalb gehören zu einer Wirkungsanalyse auch:

  • Kernbotschaften
  • Struktur
  • Wortwahl
  • Argumentation
  • Adressatenorientierung

 

 

 

Was kommt beim Gegenüber tatsächlich an?

 

Du möchtest vielleicht vermitteln:

„Ich bin offen für Diskussion.“

Und sagst gleichzeitig:

„Ich habe die Entscheidung eigentlich schon getroffen.“

Dann senden Inhalt und Haltung unterschiedliche Signale.

Solche Inkongruenzen fallen anderen häufig schneller auf als uns selbst.

 

 

 

Kongruenz

 

Eine überzeugende Wirkung entsteht häufig dort, wo:

  • Botschaft
  • Sprache
  • Stimme
  • Verhalten

gut zusammenpassen.

Das bedeutet weniger:

„Alles muss perfekt sein.“

Es bedeutet:

Dein Auftreten sollte deine Botschaft weniger unnötig widersprechen.

 

 

 

Wirkung und Authentizität

 

Manche Menschen reagieren skeptisch auf den Gedanken, an ihrer Wirkung zu arbeiten.

Sie befürchten:

„Dann spiele ich eine Rolle.“

Das wäre tatsächlich wenig hilfreich.

Für mich geht es weniger darum, eine künstliche Persönlichkeit zu erzeugen.

Es geht darum:

deine vorhandene Persönlichkeit und Kompetenz so sichtbar werden zu lassen, dass sie zu dir, deiner Rolle und der Situation passen.

 

 

 

Authentisch bedeutet weniger ungefiltert

 

Du bist in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich.

Mit Freunden.

Im Vorstand.

Auf einer Bühne.

Vor der Kamera.

Das ist weniger automatisch unecht.

Menschen passen ihr Verhalten an Situationen und Rollen an.

 

 

 

Die relevante Frage lautet:

 

„Passt mein Verhalten weiterhin zu meinen Werten und zu mir?“

Dann kann situative Anpassung ausgesprochen authentisch sein.

 

 

 

Feedback zur eigenen Wirkung

 

Gutes Feedback beantwortet weniger:

„Wie bin ich?“

Sondern:

„Wie wirke ich in dieser Situation?“

Das macht es:

  • konkreter
  • fairer
  • veränderbarer

 

 

 

Hilfreiches Feedback ist spezifisch

 

Wenig hilfreich:

„Du musst charismatischer wirken.“

Hilfreicher:

„Beim Einstieg blickst du fast ausschließlich auf deine Notizen. Dadurch entsteht wenig Kontakt zum Publikum.“

Damit lässt sich arbeiten.

 

 

 

Feedback sollte Beobachtung und Bewertung unterscheiden

 

Zum Beispiel:

Beobachtung:

„Du hast die Frage nach wenigen Sekunden unterbrochen.“

Bewertung:

„Das wirkte auf mich ungeduldig.“

Beides ist wertvoll.

Die Trennung erhöht jedoch die Qualität.

 

 

 

Videoanalyse

 

Video kann besonders aufschlussreich sein.

Denn du kannst dein eigenes Verhalten aus einer Perspektive sehen, die dir im Moment des Auftretens fehlt.

Zum Beispiel:

  • Wie schnell sprichst du?
  • Wie lange sind deine Pausen?
  • Wie klar ist dein Einstieg?
  • Was macht deine Körpersprache?
  • Wie reagierst du auf kritische Fragen?

 

 

 

Die Kamera zeigt Verhalten, weniger Wahrheit

 

Auch eine Videoaufnahme ist nur ein Ausschnitt.

Sie zeigt eine konkrete Situation.

Das ist gerade ihre Stärke.

Du kannst über beobachtbares Verhalten sprechen, statt über allgemeine Persönlichkeitsetiketten.

 

 

 

Eine einfache eigene Wirkungsanalyse

 

Nimm eine typische Situation auf.

Zum Beispiel:

  • eine kurze Präsentation
  • eine Antwort auf eine kritische Frage
  • ein Statement
  • eine Gesprächssimulation

Schau dir die Aufnahme zunächst ohne Ton an.

Frag:

„Welche Wirkung entsteht?“

Dann höre nur den Ton.

Frag:

„Welche Wirkung haben Stimme und Sprache?“

Anschließend betrachte alles zusammen.

 

 

 

Beobachte weniger alles gleichzeitig

 

Wähle beispielsweise zuerst:

  • Präsenz
  • Klarheit
  • Sprechtempo
  • Kontakt

Sonst wird Selbstbeobachtung schnell unübersichtlich.

 

 

 

Eine wichtige Warnung vor Selbstkritik

 

Viele Menschen sehen sich auf Video und denken sofort:

„So sehe ich aus?“

Oder:

„Das klingt schrecklich.“

Das ist weniger eine Wirkungsanalyse.

Das ist häufig Selbstbewertung.

 

 

 

Die bessere Frage:

 

„Was unterstützt mein Ziel und was weniger?“

Damit wird aus Selbstkritik Entwicklung.

 

 

 

Wirkung ist zielabhängig

 

Es gibt weniger die eine ideale Wirkung.

Ein Krisenstatement braucht etwas anderes als:

  • eine Keynote
  • ein Mitarbeitendengespräch
  • eine Verhandlung
  • eine Videobotschaft

Deshalb braucht gute Wirkungsarbeit immer Kontext.

 

 

 

Welche Wirkung brauchst du?

 

Vielleicht:

  • mehr Autorität
  • mehr Nahbarkeit
  • mehr Ruhe
  • mehr Klarheit
  • mehr Energie

Die Antwort hängt von deiner Rolle und der konkreten Situation ab.

 

 

 

Mehr Wirkung bedeutet weniger immer „mehr“

 

Manchmal braucht es:

  • weniger Worte
  • weniger Rechtfertigung
  • weniger Bewegung
  • weniger Tempo

und dafür:

  • mehr Klarheit
  • mehr Pausen
  • mehr Fokus

 

 

 

Executive Presence

 

Gerade in verantwortlichen Rollen wird Wirkung besonders relevant.

Führungskräfte werden unter anderem beurteilt danach:

  • wie sie Entscheidungen vertreten
  • wie sie auf Widerspruch reagieren
  • wie sie unter Druck kommunizieren
  • wie klar sie Orientierung geben

Executive Presence ist deshalb weniger eine Frage von Show.

Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von:

  • Rollenverständnis
  • Selbstführung
  • Kommunikation
  • Wirkung

→ Executive Presence: souverän wirken und führen

 

 

 

Wirkung in wichtigen Präsentationen

 

Bei einer entscheidenden Präsentation reicht die Frage:

„Ist der Inhalt korrekt?“

weniger aus.

Relevant sind ebenfalls:

  • Welche Kernbotschaft bleibt?
  • Wie glaubwürdig wirkt sie?
  • Wie reagierst du auf Widerstand?
  • Wie klar ist dein Schluss?

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 

 

 

Wirkung vor der Kamera

 

Vor der Kamera verändern sich einige Bedingungen.

Kleine Verhaltensweisen werden sichtbarer.

Die Rückmeldung des Publikums fehlt.

Und die Kamera selbst kann zusätzliche Selbstbeobachtung erzeugen.

→ Wie wirkst du vor der Kamera?

 

 

 

Wirkungsanalyse statt Persönlichkeitsurteil

 

Bei einer professionellen Wirkungsanalyse geht es weniger darum:

„Was stimmt mit dir?“

Sondern:

„Was passiert in dieser konkreten Situation?“

 

 

 

Mögliche Aspekte einer Wirkungsanalyse

  • Präsenz
  • Stimme
  • Körpersprache
  • Sprache
  • Kernbotschaften
  • Struktur
  • Argumentation
  • Umgang mit Fragen
  • Umgang mit Druck
  • Passung zu Rolle und Zielgruppe

 

 

 

Der größte Hebel zählt

 

Es geht weniger darum, alles gleichzeitig zu verändern.

Häufig gibt es ein oder zwei Punkte, die besonders viel bewirken.

Zum Beispiel:

Die Botschaft ist hervorragend. Du erklärst sie jedoch zu lange.

Oder:

Du hast fachliche Autorität. Deine Stimme wird unter Druck deutlich schneller.

Dann beginnen wir dort.

 

 

 

Probelauf statt Theorie

 

Für wichtige Situationen arbeite ich gern mit einem realitätsnahen Probelauf.

Zum Beispiel:

  • Präsentation
  • Vorstandssitzung
  • Interview
  • Verhandlung
  • kritisches Gespräch

Du erlebst die Situation.

Ich beobachte.

Dann bekommst du konkretes Feedback.

Wir verändern gezielt.

Und testen erneut.

 

 

 

Warum das wirksamer ist als allgemeine Tipps

 

Allgemeine Tipps lauten beispielsweise:

„Sprich langsamer.“

„Halte mehr Blickkontakt.“

„Wirke selbstbewusster.“

Vielleicht brauchst du davon etwas.

Vielleicht gerade weniger.

Entscheidend ist dein tatsächliches Verhalten in deiner tatsächlichen Situation.

 

 

 

Was eine gute Wirkungsanalyse weniger tut

 

Sie sollte dich weniger:

  • in einen Persönlichkeitstyp pressen
  • mit starren Körperspracheregeln bewerten
  • zu einer künstlichen Rolle machen

Das Ziel ist keine Normfigur.

Das Ziel ist eine Wirkung, die zu:

  • dir
  • deiner Rolle
  • deiner Botschaft
  • deinem Ziel

passt.

 

 

 

Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis

 

Diese Seite konzentriert sich auf deine Wirkung nach außen.

Wenn du stärker deine inneren Muster, Werte, Reaktionen und blinden Flecken betrachten möchtest, findest du hier mehr:

→ Selbsterkenntnis: Dich selbst besser verstehen und bewusster handeln

 

 

 

Präsenz und Wirkung gezielt entwickeln

 

Wenn du bereits weißt, dass du an deiner Wirkung, Präsenz oder Ausstrahlung arbeiten möchtest:

→ Präsenz, Ausstrahlung und persönliche Wirkung entwickeln

 

 

 

Wann eine Wirkungsanalyse besonders sinnvoll ist

 

Zum Beispiel:

  • vor einer wichtigen Präsentation
  • bei einer neuen Führungsrolle
  • vor einem entscheidenden Gespräch
  • bei wiederkehrendem Feedback zu deiner Wirkung
  • wenn Selbstbild und Fremdbild deutlich auseinanderliegen
  • vor Kamera- oder Medienauftritten

 

 

 

Wenn du beruflich an deiner Wirkung arbeiten möchtest

 

Dann kann es beispielsweise gehen um:

  • Executive Presence
  • Führungskommunikation
  • Präsentationen
  • Verhandlungen
  • kritische Gespräche
  • Auftritte vor Kamera oder Publikum

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn du deine Wirkung, Kommunikation oder Präsenz gezielt weiterentwickeln möchtest.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn deine Wirkung mit einer konkreten Situation hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite verbunden ist.

→ Executive Sparring

→ Business Coaching in Berlin und online

 

 

 

Zehn Fragen zu deiner Wirkung

 

  1. Wie möchte ich in dieser Situation wirken?
  2. Welche Wirkung erziele ich tatsächlich?
  3. Welche Rückmeldungen bekomme ich wiederholt?
  4. Was passiert mit meiner Wirkung unter Druck?
  5. Passt meine Körpersprache zu meiner Botschaft?
  6. Wie wirken Stimme und Sprechtempo?
  7. Welche meiner Stärken werden tatsächlich sichtbar?
  8. Wo entsteht eine Differenz zwischen Absicht und Wirkung?
  9. Welche Veränderung hätte vermutlich den größten Effekt?
  10. Was möchte ich bewusst beibehalten, weil es zu mir gehört?

 

 

 

Fazit: Du kannst deine Wirkung weniger vollständig kontrollieren – doch du kannst sie besser verstehen

 

Du entscheidest weniger vollständig, wie andere Menschen dich wahrnehmen.

Jeder Mensch bringt eigene:

  • Erfahrungen
  • Erwartungen
  • Vorlieben

mit.

Trotzdem kannst du viel tun.

Du kannst:

deine Wirkung beobachten.

Feedback einholen.

Selbst- und Fremdwahrnehmung vergleichen.

konkrete Situationen ausprobieren.

Und anschließend entscheiden:

Was möchte ich verändern – und was möchte ich bewusst so lassen?

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Wie wirke ich generell?“

Sondern:

„Erzeuge ich in dieser Situation die Wirkung, die meiner Botschaft, meiner Rolle und meinem Ziel dient?“

Genau dort wird Wirkungsanalyse praktisch.

Das Johari-Fenster verdeutlicht die Zusammenhänge

 

Das Johari-Fenster ist ein sehr vereinfachtes Kommunikationsmodell, mit dem die Unterschiede von Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch verdeutlicht wird. 1955 wurde es von den US-amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt. Das Johari-Fenster wird vor allem dazu verwendet, um die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung abzugleichen. Es hilft dabei unbewusste Verhaltensweisen in Bewusstsein zu holen, Potenziale zu aktivieren und das Verständnis zu erhöhen. In Gruppen wird das Verhalten transparenter und die Beziehungen verbessert.

Blinde Flecken

 

 

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Artikel zur Persönlichkeit

Diversität: Warum unterschiedliche Perspektiven wertvoll sind

Diversität als Perspektivenvielfalt: Wie Unterschiede unser Denken erweitern, blinde Flecken sichtbar machen und zu fundierteren Entscheidungen beitragen können.

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Da fühlt man sich jung, dynamisch, gutaussehend. Und dann steht da dieser Scheiß-Spiegel.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 21. Juli 2026
Englische Version: https://www.karstennoack.com/effect-analysis-speech-body-language/

Reden mit den Händen in den Hosentaschen bei Gesprächen, Reden und Präsentationen?

Reden mit den Händen in den Hosentaschen bei Gesprächen, Reden und Präsentationen?

Nun ja ...
Hände in der Hosentasche

Einfach die Hände in die Hosen?

 

Wohin nur mit den Händen? Einfach in die Hosentaschen und weg sind sie. Viele Redeanfänger halten das anfangs noch für durchaus „cool“, ich und meistens auch das Publikum weniger. Weshalb? Deshalb!

 

 

 

Überblick

 

Redner mit den Händen in den Hosentaschen

 

Seit ich denken kann gibt es fast bei jedem Training zu Rhetorik und Präsentation anfangs die Fragen nach den Händen und wohin, die in Gespräche sowie bei Reden und Präsentationen gehören. Sehr beliebt ist die Frage, ob sich die Hände gut in den Hosentaschen machen. Das halten dann viele Workshopteilnehmer anfangs noch für durchaus „cool“, ich und meistens auch das Publikum weniger. Weshalb?

 

 

 

1. Irritation

 

Das unerklärlicherweise oft einsetzende Herumkramen in den Tiefen der Hosentaschen beflügelt die Fantasie der Zuschauer und lenkt so von der ursprünglich beabsichtigten Botschaft ab. Ihr Publikum kann ja nicht wissen, dass Sie wegen ihres Lampenfiebers nur die Glückshasenpfote um Beistand bitten.

 

 

 

2. Misstrauen

 

Offene Handflächen fördern Vertrauen, versteckte Hände Misstrauen.

 

 

 

3. Wo bleibt da die Gestik?

 

Wo bleibt da die überzeugende Körpersprache? Wie soll eine angemessene Gestik die Botschaft unterstützen, wenn die Hände aus dem offiziellen Spiel genommen werden? Das erfordert beide Hände.

 

 

 

4. Falsches Signal

 

Es sendet das falsche Signal, die Hände in den Taschen zu lassen, ist auch ein Zeichen dafür, dass Sie Angst haben, unsicher sind oder kein Interesse an der Präsentation haben.

 

 

 

5. Respektlosigkeit

 

Das demonstriert einen Mangel an Respekt. Es wird als respektlos angesehen. Einige Ihrer Zuhörer könnten es als unhöflich empfinden. Es könnte sie verärgern.

 

 

 

 

Wohin dann mit den Händen?

 

Eine stimmige Gestik unterstreicht die Glaubwürdigkeit, veranschaulicht und bestärkt die Argumente. Genau deshalb gehören die Hände ins Blickfeld des Publikums. Ich empfehle den meisten meiner Teilnehmer an Rhetoriktrainings individuelle Ausgangspositionen für die Hände. Die lassen sich dann in alltäglichen Situationen verinnerlichen und das fördert eine natürliche Gestik. Pauschalrezepte richten oft mehr Schaden an, als dass sie helfen. Ein Beispiel für so ein Missgeschick ist die Merkelraute. Sie ist nun zwar als Running Gag zum Markenzeichen geworden, doch das macht sie noch nicht zu einer Empfehlung – im Gegenteil.

 

 

 

Mehr?

 

Sie wünschen sich weitere Anregungen für den Aufenthaltsort der Hände? Die gibt es im Beitrag „Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen?„.  Tipps für die Entwicklung einer ausdrucksstarken Gestik verrate ich in zahlreichen Beiträgen. Viel Spaß dabei!

 

 

Der nächste Schritt

 

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Antworten auf häufige Fragen

Wohin mit den Händen in Reden und Präsentationen?

Die Hände können in Reden und Präsentationen auf verschiedene Arten eingesetzt werden, um das Publikum zu fesseln und die Rede oder Präsentation zu unterstützen. Hier sind einige Tipps, wohin Sie Ihre Hände in Reden und Präsentationen platzieren können:

  1. Verwenden Sie Ihre Hände, um Gesten zu verwenden: Gesten können dazu beitragen, Ihre Worte zu unterstreichen und das Publikum zu fesseln. Vermeiden Sie es jedoch, zu viele oder unnatürliche Gesten zu verwenden, da dies ablenkend wirken könnte.

  2. Platzieren Sie Ihre Hände an Ihren Seiten: Wenn Sie Ihre Hände an Ihren Seiten platzieren, wirken Sie sicherer und selbstbewusster.

  3. Verwenden Sie Ihre Hände, um Visualisierungen zu veranschaulichen: Verwenden Sie Ihre Hände, um Visualisierungen wie Bilder oder Diagramme zu veranschaulichen oder um auf bestimmte Punkte in der Präsentation hinzuweisen.

  4. Vermeiden Sie es, Ihre Hände in der Tasche zu verstecken: Wenn Sie Ihre Hände in der Tasche verstecken, wirken Sie unsicherer und weniger selbstbewusst.

 

Es ist zu beachten, dass die Art und Weise, wie Sie Ihre Hände in Reden und Präsentationen einsetzen, von der Art der Rede oder Präsentation und Ihrem persönlichen Stil abhängt. Es ist jedoch wichtig, dass Sie Ihre Hände auf eine natürliche und authentische Art und Weise einsetzen, um das Publikum zu fesseln und Ihre Worte zu unterstreichen.

Was für Gesten sind gut in Reden und Präsentationen?

Es gibt viele verschiedene Gesten, die in Reden und Präsentationen eingesetzt werden können, um das Publikum zu fesseln und die Rede oder Präsentation zu unterstützen. Hier sind einige Tipps für gute Gesten in Reden und Präsentationen:

  1. Verwenden Sie offene Gesten
    Offene Gesten, wie das Ausbreiten der Arme oder das Öffnen der Handflächen, zeigen Offenheit und Ehrlichkeit und können das Publikum beruhigen und überzeugen.

  2. Verwenden Sie positive Gesten
    Positive Gesten, wie das Nicken oder das Lächeln, zeigen Zustimmung und Aufgeschlossenheit und können das Publikum motivieren und inspirieren.

  3. Verwenden Sie eindeutige Gesten
    Deutliche Gesten, die Ihre Worte unterstreichen, können das Publikum fesseln und dazu beitragen, dass Ihre Ideen besser verstanden werden. Vermeiden Sie es jedoch, zu viele oder unnatürliche Gesten zu verwenden, da dies ablenkend wirken könnte.

  4. Lassen Sie nervöse Gesten
    Nervöse Gesten, wie das Spielen mit dem Haar oder das Knibbeln an den Fingern, können das Publikum abschrecken und Ihre Glaubwürdigkeit mindern. Versuchen Sie, diese Gesten zu vermeiden oder sie unter Kontrolle zu halten.

 

Es ist zu beachten, dass die Art und Weise, wie Sie Gesten in Reden und Präsentationen einsetzen, von der Art der Rede oder Präsentation und Ihrem persönlichen Stil abhängt.

Welche Gesten gilt es zu vermeiden?

Es gibt einige Gesten, die in Reden und Präsentationen besser vermieden werden sollten, da sie unangenehm oder ablenkend wirken können. Hier sind einige Tipps für Gesten, die es in Reden und Präsentationen zu vermeiden gilt:

  1. Vermeiden Sie es, Ihre Hände in der Tasche zu verstecken: Wenn Sie Ihre Hände in der Tasche verstecken, wirken Sie unsicherer und weniger selbstbewusst.

  2. Vermeiden Sie es, nervöse Gesten zu verwenden: Nervöse Gesten, wie das Spielen mit dem Haar oder das Knibbeln an den Fingern, können das Publikum abschrecken und Ihre Glaubwürdigkeit mindern.

  3. Unterlassen Sie zu viele Gesten
    Zu viele Gesten können das Publikum ablenken und dazu führen, dass Ihre Rede oder Präsentation unnatürlich wirkt. Versuchen Sie, Ihre Gesten bewusst und bedachtsam einzusetzen.

  4. Vermeiden Sie es, unnatürliche Gesten zu verwenden: Unnatürliche Gesten, die nicht zu Ihrem Persönlichkeitsstil passen, wirken unglaubwürdig und können das Publikum abschrecken.

 

Die Art und Weise, wie Sie Gesten in Reden und Präsentationen einsetzen, hängt von der Art der Rede oder Präsentation und Ihrem persönlichen Stil ab. Es ist jedoch wichtig, dass Sie Gesten auf eine natürliche und authentische Art und Weise einsetzen, um das Publikum zu fesseln und Ihre Worte zu unterstreichen.

Gibt es kulturelle Unterschiede bei Gesten in Reden und Präsentationen?

Ja, es gibt kulturelle Unterschiede bei Gesten in Reden und Präsentationen. Was in einer Kultur als positiv oder respektvoll angesehen wird, kann in einer anderen Kultur als unhöflich oder respektlos angesehen werden. Es ist daher wichtig, sich der kulturellen Unterschiede bei Gesten bewusst zu sein und diese bei Reden und Präsentationen zu berücksichtigen, insbesondere wenn man vor einem internationalen Publikum spricht.

Einige Beispiele für kulturelle Unterschiede bei Gesten sind:

  1. Das Nicken
    In manchen Kulturen bedeutet das Nicken „Ja“ oder Zustimmung, während es in anderen Kulturen als Zeichen für „Nein“ oder Missbilligung verstanden wird.

  2. Der Augenkontakt
    In manchen Kulturen ist es üblich, während einer Rede oder Präsentation direkten Augenkontakt mit dem Publikum zu halten, während es in anderen Kulturen als unangenehm oder respektlos angesehen wird.

  3. Der Händedruck
    Der Händedruck ist in vielen Kulturen ein Zeichen von Höflichkeit und Freundlichkeit, aber die Stärke des Händedrucks und die Art und Weise, wie lange man die Hand hält, können je nach Kultur variieren.

P.S.

 

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  • stimmige Körpersprache

  • anschauliches Storytelling

  • überzeugende Visualisierung von Zahlen, Daten und Fakten

  • ein konstruktiver Umgang mit Einwänden und Widerstand

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Kommunikationstechniken einzusetzen.

Es geht darum, die richtigen Mittel im richtigen Moment so einzusetzen, dass sie zu dir, deiner Botschaft und deinem Gegenüber passen.

Wenn ein konkreter wichtiger Auftritt oder ein anspruchsvolles Gespräch bevorsteht, können wir genau daran arbeiten.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 15. April 2021
AN: #4546
K:
Ü:

Körpersprache: Was dein Stand in Gesprächen, Präsentationen und Reden verrät

Körpersprache: Was dein Stand in Gesprächen, Präsentationen und Reden verrät

Der Körper spricht. Außerdem: Körpersprache ist keine Einbahnstraße, wer sie ändert, fühlt sich anders.
Körpersprache: Das sagt Ihr Stand über Sie und Ihren Zustand

Sicher im Leben stehen

 

Den Kopf hängen lassen, fest im Leben stehen, ins Wanken geraten, aufrichtig sein. Der Körper spricht. Außerdem: Körpersprache ist keine Einbahnstraße, wer sie ändert, fühlt sich anders.

Welche Wirkung die Körpersprache und speziell der Stand bei Gesprächen, Rede und Präsentationen haben und worauf es zu achten gilt. Praxistipps.

Welche Bedeutung hat ein guter Stand?

 

Wir bewundern tendenziell Menschen, die einen Standpunkt haben, für sich und die Themen, die ihnen wichtig sind, einstehen.

Ein sicherer Stand bildet die Basis für eine selbstbewusste Körpersprache. Doch was das erfordert, wird in der Praxis sehr häufig unterschätzt. Deswegen folgen hier ein paar Beispiele für die Wirkung des Standes auf die Interpretation der Körpersprache.

Körpersprache beeinflusst maßgeblich, wie überzeugend Menschen sich und ihre Botschaften präsentieren. Nicht nur Redner sollten deshalb auch darauf achten, wie sie stehen.

 

 

 

Wie Ihr Stand wirkt

 

Kopf hoch, Bauch rein? So einfach ist ein guter Stand dann doch nicht. Deswegen folgen ein paar Gedanken und Anregungen für einen guten Stand.

 

 

 

1. Wankelmütigkeit

 

Vielen Menschen ist selbst vor großem Publikum nicht bewusst, dass sie an ungünstigen Stelle wippen. Hoch und runter, vor und zurück. Mitunter wirkt es so, als wenn sie sich von eigenen Aussagen auch gleich wieder distanzieren würden, es wieder zurücknehmen würden.

Im Stand, insbesondere vor Publikum, hin- und herzuwackeln, dabei eventuell sogar häufig Spiel- und Standbein zu wechseln, wirkt unentschlossen und unsicher. Die Glaubwürdigkeit sinkt dadurch. Außerdem steigert das den empfundenen Stress und fördert Lampenfieber.

 

 

 

2. High Heels

 

5 Euro in die Machokasse: Frauen in High Heels können schon ziemlich attraktiv aussehen. Vorausgesetzt sie drohen dabei nicht, sich die Beine zu brechen. Wobei, gefährdetes Gleichgewicht weckt den Retter im Mann. Nur will halt auch nicht jede Frau von jedem Mann gerettet werden. Frauen, die in hohen Schuhen unterwegs sind, sollten das deswegen vorher geübt haben, damit nicht die wahrgenommene Souveränität leidet. Das gilt ganz besonders bei Auftritten vor Publikum, wie bei einer Präsentation.

Bei sicherem Stand wirkt sich die zusätzliche Größe erhöhend auf den Status aus.

 

 

 

3. Macht

 

Ein breiter Stand vermittelt Machtansprüche. US-Amerikanische Präsidenten stehen häufig so da, wie Cowboys.

Solch ein Anspruch auf höheren Status kann Widerstand erzeugen, wenn er so nicht anerkannt wird. Deswegen ist das gerade in unserer Kultur sehr feinfühlig zu beachten, weil es sonst zu Konfrontationen führen kann. Da sind wir Menschen unseren haarigen Verwandten vom Affenfelsen recht ähnlich. Viel Spaß bei Statusspiel!

 

 

 

4. Spielbein und Standbein

 

Auf einem Bein zu stehen, liefert keinen festen Stand, es ist nicht nur beim Yoga oft eine wackelige Angelegenheit. Trotzdem stehen nur sehr wenige Menschen gleichmäßig verteilt auf beiden Füßen. Und schon wechseln wieder Spiel- und Standbein ihre Rollen. Kasatschok! Im Zeitlupentempo sieht es aus wie ein russischer Tanz, der Kosakentanz. Das wirkt possierlich, doch nicht jeder möchte beispielsweise bei einer Präsentation vor Publikum als Kosake im Gedächtnis bleiben. Es entzieht sich schlicht der Aufmerksamkeit der meisten Menschen, was sie da tun.

Manche Bücher behaupten, dass Menschen mit linkem Standbein sich in erster Linie von Gefühl leitet lassen, während beim rechten Standbein rationelle Betrachtungen im Vordergrund stehen. Ernst zu nehmende Studien habe ich als Bestätigung dafür allerdings noch nicht gefunden.

 

 

5. Fuß hinter das Bein

 

Frauen verhaken häufiger einen Fuß hinter der Wade des anderen Beins. Eine solche Standhaltung ist nicht gerade förderlich dafür sicher das Gleichgewicht zu halten, denn selbst kleinste Ausgleichsbewegungen vermittelt einen unsicheren Eindruck. Das kann als Flirtverhalten gedeutet werden und wirkt eher niedlich. Fein, wenn das die Absicht war, kann es funktionieren. Oft dürfte das allerdings nicht dem gewünschten Eindruck entsprechen, der vermittelt werden soll. Das Rollenbild und Selbstverständnis von Frauen hat sich ja glücklicherweise erweitert.

 

 

 

6. Fluchtwünsche

 

Füße, die sich, womöglich noch abweisend von der Gesamthaltung, Richtung Tür wenden, können als Fluchtwunsch gedeutet werden. Verstärkt wird das noch, wenn der Blick häufiger zum Ausgang wandert oder auf die Uhr gesehen wird.

 

 

 

7. Aufrichtigkeit

 

Wer Angst hat, zieht den Kopf ein. Wer traurig ist, lässt den Kopf und die Schultern hängen. Wer sich selbstsicher fühlt, macht sich groß, wächst über sich hinaus.

Ein aufrechter symmetrischer Stand wirkt glaubwürdiger, wenn er mit einer insgesamt offenen Körperhaltung kombiniert wird, nicht nur bei Ihren Auftritten.

Achten Sie auf eine gerade Haltung und behalten Sie die Schultern entspannt unten. Das steht für Offenheit und zugleich Souveränität.  Aufrechte Haltung lässt auch der Stimme mehr Raum, sich zu entfalten.

 

 

 

8. Stand als Redner

 

Für einen glaubwürdigen und sicheren Auftritt ist ein guter Stand (Grounding) besonders wichtig. Untermauern Sie deswegen Ihre Entschlossenheit mit einem festen Stand.

Wenn die Füße mindestens schulterbreit stehen und die Fußspitzen nach außen zeigen, ist das am leichtesten. Der Kopf sollte dabei ganz leicht nach oben zeigen, weil Sie sich dabei automatisch aufrichten, die Schultern und Ellenbogen Raum einnehmen. Ausrichtung und Blick gehen Richtung Publikum.

Bewegungen im Stand werden möglichst souverän und sparsam ausgeübt, die Körperspannung ist stabil und dabei flexibel.

Wenn sich die Hände oberhalb der Taille wohlfühlen, fördert das die Wahrscheinlichkeit unterstützender Gesten. Die Hände sollten stets zu sehen sein, also nicht in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken verschwinden.

 

 

 

9. Zugewandtheit

 

Zuhörerorientierung erfordert zu den Zuhörern zu sprechen. Manche Redner sprechen jedoch zu den eigenen Notizen, dem Flipchart oder den Fußboden. Blickkontakt ist wichtig – gerade zu Gesprächspartnern, die überzeugt werden sollen.

 

 

 

10. Von innen nach außen

 

Wir strahlen äußerlich aus, was wir innerlich empfinden. Wenn wir selbstbewusst und gut gelaunt sind, stehen wir anders, als wenn wir unglücklich oder ängstlich sind. Das eigene Selbstverständnis liefert die Basis, das Fundament, für einen guten Stand. Andersherum fördert ein guter Stand das innere Befinden. Deswegen werden auch immer wieder sogenannte Powerposen empfohlen, die der mentalen Stärke dienen sollen.

Auf den Spuren von Wonder Woman und Superman, die Hände in die Hüften, die Brust herausstrecken und die Schultern nach hinterziehen. Es wird behauptet, dadurch würden der Testosteronspiegel und das Selbstbewusstsein steigen während der Cortisolspiegel (Stresshormon) sinkt. Also los, das geht ja auch ohne Zuschauer.

 

 

 

Stand und Stimme

 

Ihr ganzer Körper bildet den Resonanzkörper Ihrer Stimme. Wenn Sie sich verkrümmen oder klein machen, verbiegen dann reduzieren Sie auch die Wirkung Ihrer Stimme. Es ist auch für den Stimmklang besser, wenn Sie sich gerade hinstellen und auf eine gerade Haltung zu achten. Machen Sie sich groß, das vergrößert auch Ihren Stimmklang.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

Weshalb ich auch fragwürdige Interpretationen erwähne?

 
Viele verbreitete Deutungen von Körpersprache sind fachlich wenig belastbar. Trotzdem können sie relevant sein.

Denn Menschen kennen solche Deutungen, glauben an sie und interpretieren das Verhalten anderer entsprechend.

Für die persönliche Wirkung zählt deshalb neben der beabsichtigten Botschaft auch, wie wahrscheinlich sie beim Gegenüber verstanden wird.

Meine Aufgabe ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich und ihre Botschaft klar, glaubwürdig und überzeugend zu präsentieren. Dazu gehört auch die Frage:

Welche Wirkung kann ein Verhalten beim Gegenüber auslösen – unabhängig davon, ob dessen Interpretation fachlich gerechtfertigt ist?

Wer typische Interpretationsmuster kennt, kann mögliche Missverständnisse früher erkennen, bewusster kommunizieren und dafür sorgen, dass Körpersprache und Botschaft möglichst stimmig zusammenwirken.

Kurz gesagt:

Eine Interpretation kann falsch sein – und trotzdem Wirkung entfalten.

Genau deshalb lohnt es sich, sie zu kennen.

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Ergänzende Artikel

 

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 8. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: 56235
K: CNB
Ü:

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Gedanken zu Beobachtungen
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Markus Söder

 

Wie steht es mit der Körpersprache und der Rhetorik von Markus Söder? Wie lässt sie sich interpretieren und was wirkt wie im Hinblick auf eine Kanzlerkandidatur?

Körpersprache und Rhetorik von Markus Söder

 

Die Situation in Deutschland wird unterschiedlich bewertet und beeinflusst Wahrnehmung, Denken und Verhalten der Menschen. Es ist an vielen Stellen Verunsicherung spürbar. Wem es gelingt hier Sicherheit zu vermitteln, der kann damit als Politiker punkten. Und, weil das über die Erscheinung maßgeblich mit der Rhetorik und Körpersprache vermittelt wird, lohnt es sich bei Kandidaten genau hinzuschauen, ob das ihre Stärke ist. In der Wahrnehmung scheinen das viele Menschen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder zuzusprechen. Zugegeben: Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Ich habe mir einige seiner Redeauftritte angeschaut. Dieser Beitrag (Work in Progress) konzentriert sich auf:

 

 

 

a. Rhetorik

 

Markus Söder wirkt bei vielen Redegelegenheiten, als würde er frei sprechen. Das hat eine sehr positive Wirkung.

In seinen Redebeiträgen holt er das Publikum ab und fördert gleich zu Anfang Rapport.

Der Redeaufbau ist bei vorbereiteten Reden logisch, durchdacht und systematisch.

Er spricht häufig über aktuelle Themen, oft auf eine sehr vage Weise, die nicht wirklich greifbar ist. Das werden einige Zuhörer als Fluff empfinden, andere finden sich so leichter wieder.

Sprachlich setzt er sehr viele Weichmacher ein, was bei aufmerksamen Beobachtern die Glaubwürdigkeit senkt. So ist er weniger verantwortlich für das, was er äußert.

Er nutzt häufiger rhetorische Fragen, um Botschaften vorzubereiten.

Einige seiner Aussagen haben das Potenzial für Schlagzeilen und twitter.

 

 

 

b. Gestik

 

Seine Gestik ist sicher und ausdrucksstark. Er beherrscht einige positive Gesten. Da er für das Bestehende und Kontinuität steht, ist seine Gestik passend, ruhiger und souveräner. Noch zurückhaltender darf seine Gestik jedoch nicht ausfallen. Es wirkt zwar stabiler, jedoch auch weniger kämpferisch und durchsetzungsstark.

 

 

 

c. Mimik

 

Seine Mimik ist weitgehend freundlich und sympathisch.

Er lächelt häufig so, als würde er etwas wissen, das andere gerade übersehen. Dabei achtet er darauf, nicht arrogant zu wirken. Die Interpretation seines Lächelns wird wohl je nach Beziehung der Beobachter zu ihm unterschiedlich ausfallen; als spitzbübisch, freundlich oder arrogant.

Geht es um ein ernstes Thema, dann zieht er die Stirn oft in Falten und signalisiert so Ernsthaftigkeit.

Er ist sich der Wirkung von Blickkontakt durchaus bewusst und berücksichtigt das meist. In Interviews wandert sein Blick allerdings häufiger ins Nichts, so als würde er dort nach Antworten oder Worten suchen. Sein Umgang mit der Kamera hat Potenzial, verbessert zu werden. Erstaunlich, im Hinblick auf die umfangreichen Erfahrungen, die er schon mit Medien gemacht haben dürfte.

Bei zahlreichen Gelegenheiten ist zu sehen, wie Söder ihm unangenehme Menschen von der Seite anschaut. Das vermittelt nicht gerade Respekt und fällt auch Beobachtern auf.

Er nickt sehr häufig und das wirkt sowohl verstärkend als auch ansteckend.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Er verhält sich so, wie viele Wähler sich einen Kanzler wünschen, als Alphatier. Breiter Stand, massiver Gang unterstreichen seine Größe. All das unterstreicht Status, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Deshalb vermeidet er auch hektische schnelle Bewegungen, denn das würde dem beabsichtigten Eindruck schaden.

Demonstrativ steht er bei Pressekonferenzen in seiner Rolle als Ministerpräsident auf einem Bein, so als wäre er zuversichtlich, locker und keine Gefahr. Wenn es erforderlich ist, wechselt er zu einem ruhigen Stand auf beiden Beinen. Wann immer er kann vermittelt er Ruhe, Geradlinigkeit und Unaufgeregtheit.

Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten vermittelt er Entschlossenheit und sogar Jugendlichkeit. Im Vergleich! Was er in der aktuellen Situation als Ruhe und Beständigkeit vermittelt, könnte außerhalb einer Krise als fehlender Enthusiasmus empfunden werden.

Er könnte seine vermittelte Souveränität steigern, indem er sich anderen Menschen ruhig etwas mehr zuwendet.

 

 

e. Stimme

 

Der Stimmeinsatz ist lebendig. Seine Satzmelodie ist eigen. Doch da er langsam und ruhig spricht, wirkt das sympathisch.

Wenn er überbetont, dann auch als sogenannte analoge Markierungen.

Fülllaute, wie Ähhs, sind in vertretbarem Maße bei ihm zu hören.

Pausen werden von ihm vielfältig genutzt. Er steigert so die Wirkung von Aussagen. Häufig setzt er Pausen vor wichtigen Aussagen ein, um die Dramaturgie zu steigern und so die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Wird er inhaltlich persönlicher, dann reduziert er wirksam sein Sprechtempo. So wirkt er nachdenklicher und menschlicher.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare hast du beim Thema? Bitte keine politischen Aussagen!

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Juli2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #943
Ü:
K:

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Gedanken zur rhetorischen Kompetenz und der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der Grünen
Körpersprache, die Ihnen schadet: 15 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten

Körpersprache Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Wie steht es mit der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der  Grünen Annalena Baerbock und Robert Habeck?

Überblick

Was jemand denkt, erkennen wir weniger an den Worten, als vielmehr am Verhalten.

Überblick

 

 

 

 

Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Aus Anlass der Frage der Kanzlerkandidatur bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN wurde ich gebeten ein paar Gedanken zur Körpersprache der Kandidaten zu äußern. An dieser Stelle sammle ich meine Notizen dazu. Respektvolle Kommentare sind willkommen. Work in Progress!

 

 

 

1. Annalena Baerbock

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen und jeweils typischer Gestik und Mimik bei Frau Annalena Baerbock?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Frau Baerbock redet häufiger in Bildern und verwendet visuelle Sprache. Damit spricht sie eine große Anzahl von Menschen an. Dabei setzt sie gerne emotionale Sprache ein, die bewegt. Ihre sprachlichen Formulierungen haben sich weiter entwickelt. Sie neigt eher zu überlegten und kontrollierten Formulierungen.

In Talkshow zeigt sie sich recht schlagfertig, engagiert und zugewandt. Auch vor sonstigem Publikum entfaltet sie Wirkung. Ohne Publikum, beispielsweise beim virtuellen Parteitag, ist davon deutlich weniger zu sehen. Da wirkt sie wie schlecht, weil falsch vorbereitet. Sie überbetont einige Worte, spricht meist zu langsam, so als hätte sie Angst sich zu versprechen. Ihre Pausen sind zu lang. Der direkte Umgang mit der Kamera ist ihr noch nicht so vertraut, was auf der Bühne gut funktioniert, sieht bei Nahaufnahme oder sogar Großaufnahme und unbestechlicher Hochauflösung weniger gut aus. Wobei Auftritte ohne Publikum für viele sonst gute Rednerinnen und Redner eine Herausforderung ist.

Sie kann auch bissig: Hühner, Schweine, Kühe melken, das sei Roberts Bereich, ich komme eher aus dem Völkerrecht. Der Seitenhieb in einem NDR-Interview war nicht erkennbar von Habeck provoziert. War das ein Ausrutscher oder war es das mit der Harmonie?

Ihre Auftritte sind insgesamt wirkungsvoll und das Beste daran: Bei Frau Annalena Baerbock sind einige rhetorische Potenziale zu vermuten, die sich durch entsprechendes Training aktivieren ließen.

 

 

 

b. Gestik

 

Ihre Gestik ist sehr sicher und ausdrucksstark. Sie beherrscht viele positive Gesten. Sehr häufig zeigt sie ihre Handflächen, was als gebend und offen interpretiert werden kann. Negative Gesten sind mir nicht aufgefallen.

 

 

 

c. Mimik

 

Die Mimik ist etwas zurückhaltend und ihr Lächeln ist seltener sehr ausgeprägt. Missfallen zeigt sie mimisch jedoch deutlicher. Auf der Politbühne ist ihre Mimik souverän und weitgehend kontrolliert.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Der Stand wirkt mitunter etwas unsicherer, möglicherweise liegt das an den Absätzen, die sie bei den von mir erinnerten Auftritten trug. Die geben ihr etwas mehr körperliche Größe.

Insgesamt wirkt sie meist kontrolliert.

 

 

 

e. Stimme

 

Sie spricht oft sehr schnell und am Ende von Sätzen wird ihre Stimme häufiger höher. Dadurch wirkt sie weniger kompetent und mitunter gestresst. Noch immer überschlägt sich häufiger ihre Stimme. Ansonsten ist ihr Stimmeinsatz souverän und verständlich. Allerdings betont sie einige Worte falsch und sie verschluckt Buchstaben. Die Lautstärke ist im Allgemeinen angepasst. Ihre Stimme könnte insbesondere für den Einsatz vor großem Publikum Coaching und Training gebrauchen. Hier vermute ich großes Potenzial, deutliche positive Wirkung. Da die Stimme die Spiegelneuronen der Zuhörenden anregt und diese damit zumindest unbewusst Unbehagen verbinden, ist eine angenehme und überzeugende Stimme so wichtig.

Bei einige Gelegenheiten macht sie Pausen, doch könnten die ruhig auch mal länger sein. Bei Pressemitteilungen und ähnlichen Situationen wirkt es, als hätte sie die Worte auswendig gelernt und sie nicht im Kontakt mit deren jeweiligen Bedeutung ist. Dann wiederum können ihre Pausen, wie beim virtuellen Parteitag, unnötig lang ausfallen.

 

 

 

2. Robert Habeck

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen, typischen Gesten und der Mimik bei Herrn Habeck?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Er ist sehr stark auf der Beziehungsebene. Seine Äußerungen, selbst auf politische Fragen, sind oft recht leger. Überhaupt verwendet er weniger ausgefeilte Formulierungen, soweit ihm das möglich erscheint. Die in der Politik übliche Rhetorik meidet er, gibt sich pragmatisch und versöhnlich. Alltagsklamotten, Pulli und Jeans. Er wirkt, als würde er mit so gut wie jedem ins Gespräch gehen können.

Seine Satzstruktur ist nachvollziehbar und er kommt meist auf den Punkt. Wird er allerdings nervös, dann neigt er zu längeren Sätzen und Fülllauten. Will er zu einem Thema keine Aussage tätigen, dann wird das immer deutlicher. Was mal wie angenehme Plauderei wirkt, kann auch mal langatmig wahrgenommen werden.

Bei vielen Auftritten scheint er ohne Manuskript ans Werk zu gehen.

Wenn er rhetorische Wirkpausen einsetzt, dann strahlt er Ruhe und Souveränität aus.

Zu den von ihm verwendeten rhetorischen Stilmitteln gehören Metaphern, Anaphern, Analogien und Storytelling.

 

 

 

b. Gestik

 

In den betrachteten Auftritten vor Publikum wirkt seine Gestik unterstreichend und ruhig. Er akzentuiert seine Worte mit den Händen. Seine Hände bewegen sich überwiegend eng in der Nähe der Hüfte.

 

 

 

c. Mimik

 

Er zeigt eine lebhafte Mimik, schaut gerne und oft spitzbübisch lächelnd. Dabei wirkt er sehr sympathisch und glaubhaft.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Während er hüftbreit vor Publikum steht, wirkt er sicher. Mitunter könnte da etwas mehr Lockerheit und Begeisterung die Wirkung steigern.

Bei ihm unangenehmen Themen spricht seine Körpersprache sehr deutlich. Geübte Beobachter können ihn gut lesen.

Insbesondere sitzend achtet er eher auf den Oberkörper. In Interviews entzieht sich der Unterkörper etwas seiner Aufmerksamkeit und schließt sich bei unangenehmen Themen.

 

 

 

e. Stimme

 

Die Stimme bei Reden ist klar, deutlich, teilweise etwas pastoral gepresst und auch dozierend. In Gesprächen ist er meist lockerer.

 

 

 

Ähnlichkeiten

 

Welche Ähnlichkeiten zwischen dem Auftreten und Reden der beiden Grünen-Vorsitzenden gibt es, oder sind sie grundverschieden? Hmm. Beide haben sich innerhalb relativ kurzer Zeit professionalisiert.

Gerade Habeck gibt sich gerne locker und privat. Sie wird langsam lockerer und der Prozess dauert noch an.

Bei beiden sehe ich häufiger Präzisionsgesten.

 

 

 

Vertrauen und Bürgernähe

 

Wer von beiden könnte vertrauenerweckender und bürgernaher wirken? Seine Inszenierung wirkt glaubhaft und echt, da er sich so gibt, als würde er sich nicht verstellen.

 

 

 

Wer wirkt souveräner bei öffentlichen Auftritten?

 

Noch ist die Wirkung der Souveränität bei beiden Kandidaten auf unterschiedliche Weise ausgeglichen.

Ihre Schuhe mit Absätzen gleichen die Größe aus, lassen sie jedoch weniger standhaft wirken als ihn. Eine ihrer Stärken ist die Gestik, ihre größte Schwäche ihre Stimme. Das lässt sich ändern, auch indem die Authentizität berücksichtigt wird, doch auf traditionellen Wegen erfordert das Zeit. Würde sie hier erste geeignete Schritte gehen, wäre das auch kurzfristig hör- und spürbar.

Er wirkt offener, neigt dadurch eher zu Ausrutschern. Sie kommt eher auf den Punkt als er. Er scheint mehr an Harmonie interessiert als sie. Sie wirkt kontrollierter und strategischer, er spontaner und offener. Was passt besser zu einem Kanzler / einer Kanzlerin? Und unter welchen Umständen wäre welche Persönlichkeit mehr gefragt?

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare haben Sie beim Thema?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. April 2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #243
Ü:
K:

Macken & Marotten? Ist das noch normal, schlimm oder liebenswert?

Haben Sie Marotten?

Ist das noch normal, schlimm oder liebenswert?
Marotten

Macken & Marotten, liebenswert oder nervig?

 

Marotten werden weitgehend unbewusst ausgeführt und selber nicht mehr wahrgenommen. Sie können liebenswert oder nervig sein. Und selbst?

Video

https://youtu.be/RhdZ_zxg42o

Haben Sie Macken und Marotten?

 

Marotten sind in allerlei Situationen immer wieder wiederkehrende Körperbewegungen, die weitgehend unbewusst ausgeführt und selber nicht mehr wahrgenommen werden. Weil Marotten oft so hoch automatisierte Gewohnheiten werde sie selbst dann nicht geändert, wenn sie nachteilig sind. Einige der Macken sind besonders dann zu bemerken, wenn jemand besonders angespannt und nervös ist. Auf einige Marotten trifft die Bezeichnung Übersprungshandlung zu. Das Verhalten der Übersprungshandlung hat der Zoologe Konrad Lorenz im Tierreich beobachtet und beschrieben. Bei Überforderung reagieren manche Tiere mit im Grunde nicht relevantem Verhalten. Ähnlich sinnlos wirkt dann auch manches Verhalten bei Menschen.

 

 

 

Tick, Macke, Marotte oder schon Zwangsstörung?

 

Marotten können liebenswert wirken oder das Umfeld in den Wahnsinn treiben. Werden die Grenzen weit überschritten, kann es sich gar um eine Zwangserkrankung handeln. Ob die Marotte nur schrullige Eigenheit ist, zu nah oder schon über die Grenze zur psychischen Störung hinausgeht, das hängt von der Dauer und dem Ausmaß der Marotte ab sowie von ihrer Kontrollierbarkeit. Wenn es die Lebensqualität reduziert, ist dringender Handlungsbedarf. Das ist dann allerdings ein anderes Kapitel und gehört in psychotherapeutische Sitzungen anstatt in Coaching.

 

 

 

Beispiele

 

Beispiele für Marotten:

  • Brille zurückschieben
  • Die Nase reiben
  • An das Ohr fassen
  • Mit dem Kugelschreiber spielen
  • Auf die Lippen beißen
  • Die Zungenunterseite aus dem Mund drücken

 

 

 

Nachteile von Marotten

 

Wer beispielsweise während Präsentationen eigenartiges Verhalten an den Tag legt, tut sich und den Anwesenden keinen Gefallen. So ein schulmeisterlicher Blick über das Brillengestell oder das Präsentieren der Unterseite der Zunge verärgern oder irritieren.

Gute Kommunikation erfordert Aufmerksamkeit. Solche Marotten liefern auch dazu keinen positiven Beitrag, sondern irritieren die Betrachter. Publikum beziehungsweise Gesprächspartner werden durch Marotten vom Inhalt abgelenkt, die Konzentration sinkt.

 

 

 

Was tun?

 

Seien Sie aufmerksam für eigene Marotten, gegebenenfalls mit Feedback Dritter. Arbeiten Sie dann vorzugsweise mit professioneller Unterstützung daran, sich von Marotten zu verabschieden. Jeder von uns hat eigene blinde Flecken.

P.S.

 

Kennen Sie Ihre Marotten?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2007
Überarbeitung: 3. Juli 2020
AN: #326
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