Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Gedanken zu Beobachtungen
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Markus Söder

 

Wie steht es mit der Körpersprache und der Rhetorik von Markus Söder? Wie lässt sie sich interpretieren und was wirkt wie im Hinblick auf eine Kanzlerkandidatur?

Körpersprache und Rhetorik von Markus Söder

 

Die Situation in Deutschland wird unterschiedlich bewertet und beeinflusst Wahrnehmung, Denken und Verhalten der Menschen. Es ist an vielen Stellen Verunsicherung spürbar. Wem es gelingt hier Sicherheit zu vermitteln, der kann damit als Politiker punkten. Und, weil das über die Erscheinung maßgeblich mit der Rhetorik und Körpersprache vermittelt wird, lohnt es sich bei Kandidaten genau hinzuschauen, ob das ihre Stärke ist. In der Wahrnehmung scheinen das viele Menschen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder zuzusprechen. Zugegeben: Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Ich habe mir einige seiner Redeauftritte angeschaut. Dieser Beitrag (Work in Progress) konzentriert sich auf:

 

 

 

a. Rhetorik

 

Markus Söder wirkt bei vielen Redegelegenheiten, als würde er frei sprechen. Das hat eine sehr positive Wirkung.

In seinen Redebeiträgen holt er das Publikum ab und fördert gleich zu Anfang Rapport.

Der Redeaufbau ist bei vorbereiteten Reden logisch, durchdacht und systematisch.

Er spricht häufig über aktuelle Themen, oft auf eine sehr vage Weise, die nicht wirklich greifbar ist. Das werden einige Zuhörer als Fluff empfinden, andere finden sich so leichter wieder.

Sprachlich setzt er sehr viele Weichmacher ein, was bei aufmerksamen Beobachtern die Glaubwürdigkeit senkt. So ist er weniger verantwortlich für das, was er äußert.

Er nutzt häufiger rhetorische Fragen, um Botschaften vorzubereiten.

Einige seiner Aussagen haben das Potenzial für Schlagzeilen und twitter.

 

 

 

b. Gestik

 

Seine Gestik ist sicher und ausdrucksstark. Er beherrscht einige positive Gesten. Da er für das Bestehende und Kontinuität steht, ist seine Gestik passend, ruhiger und souveräner. Noch zurückhaltender darf seine Gestik jedoch nicht ausfallen. Es wirkt zwar stabiler, jedoch auch weniger kämpferisch und durchsetzungsstark.

 

 

 

c. Mimik

 

Seine Mimik ist weitgehend freundlich und sympathisch.

Er lächelt häufig so, als würde er etwas wissen, das andere gerade übersehen. Dabei achtet er darauf, nicht arrogant zu wirken. Die Interpretation seines Lächelns wird wohl je nach Beziehung der Beobachter zu ihm unterschiedlich ausfallen; als spitzbübisch, freundlich oder arrogant.

Geht es um ein ernstes Thema, dann zieht er die Stirn oft in Falten und signalisiert so Ernsthaftigkeit.

Er ist sich der Wirkung von Blickkontakt durchaus bewusst und berücksichtigt das meist. In Interviews wandert sein Blick allerdings häufiger ins Nichts, so als würde er dort nach Antworten oder Worten suchen. Sein Umgang mit der Kamera hat Potenzial, verbessert zu werden. Erstaunlich, im Hinblick auf die umfangreichen Erfahrungen, die er schon mit Medien gemacht haben dürfte.

Bei zahlreichen Gelegenheiten ist zu sehen, wie Söder ihm unangenehme Menschen von der Seite anschaut. Das vermittelt nicht gerade Respekt und fällt auch Beobachtern auf.

Er nickt sehr häufig und das wirkt sowohl verstärkend als auch ansteckend.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Er verhält sich so, wie viele Wähler sich einen Kanzler wünschen, als Alphatier. Breiter Stand, massiver Gang unterstreichen seine Größe. All das unterstreicht Status, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Deshalb vermeidet er auch hektische schnelle Bewegungen, denn das würde dem beabsichtigten Eindruck schaden.

Demonstrativ steht er bei Pressekonferenzen in seiner Rolle als Ministerpräsident auf einem Bein, so als wäre er zuversichtlich, locker und keine Gefahr. Wenn es erforderlich ist, wechselt er zu einem ruhigen Stand auf beiden Beinen. Wann immer er kann vermittelt er Ruhe, Geradlinigkeit und Unaufgeregtheit.

Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten vermittelt er Entschlossenheit und sogar Jugendlichkeit. Im Vergleich! Was er in der aktuellen Situation als Ruhe und Beständigkeit vermittelt, könnte außerhalb einer Krise als fehlender Enthusiasmus empfunden werden.

Er könnte seine vermittelte Souveränität steigern, indem er sich anderen Menschen ruhig etwas mehr zuwendet.

 

 

e. Stimme

 

Der Stimmeinsatz ist lebendig. Seine Satzmelodie ist eigen. Doch da er langsam und ruhig spricht, wirkt das sympathisch.

Wenn er überbetont, dann auch als sogenannte analoge Markierungen.

Fülllaute, wie Ähhs, sind in vertretbarem Maße bei ihm zu hören.

Pausen werden von ihm vielfältig genutzt. Er steigert so die Wirkung von Aussagen. Häufig setzt er Pausen vor wichtigen Aussagen ein, um die Dramaturgie zu steigern und so die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Wird er inhaltlich persönlicher, dann reduziert er wirksam sein Sprechtempo. So wirkt er nachdenklicher und menschlicher.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare hast du beim Thema? Bitte keine politischen Aussagen!

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Juli2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #943
Ü:
K:

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Gedanken zur rhetorischen Kompetenz und der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der Grünen
Körpersprache, die Ihnen schadet: 15 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten

Körpersprache Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Wie steht es mit der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der  Grünen Annalena Baerbock und Robert Habeck?

Überblick

Was jemand denkt, erkennen wir weniger an den Worten, als vielmehr am Verhalten.

Überblick

 

 

 

 

Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Aus Anlass der Frage der Kanzlerkandidatur bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN wurde ich gebeten ein paar Gedanken zur Körpersprache der Kandidaten zu äußern. An dieser Stelle sammle ich meine Notizen dazu. Respektvolle Kommentare sind willkommen. Work in Progress!

 

 

 

1. Annalena Baerbock

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen und jeweils typischer Gestik und Mimik bei Frau Annalena Baerbock?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Frau Baerbock redet häufiger in Bildern und verwendet visuelle Sprache. Damit spricht sie eine große Anzahl von Menschen an. Dabei setzt sie gerne emotionale Sprache ein, die bewegt. Ihre sprachlichen Formulierungen haben sich weiter entwickelt. Sie neigt eher zu überlegten und kontrollierten Formulierungen.

In Talkshow zeigt sie sich recht schlagfertig, engagiert und zugewandt. Auch vor sonstigem Publikum entfaltet sie Wirkung. Ohne Publikum, beispielsweise beim virtuellen Parteitag, ist davon deutlich weniger zu sehen. Da wirkt sie wie schlecht, weil falsch vorbereitet. Sie überbetont einige Worte, spricht meist zu langsam, so als hätte sie Angst sich zu versprechen. Ihre Pausen sind zu lang. Der direkte Umgang mit der Kamera ist ihr noch nicht so vertraut, was auf der Bühne gut funktioniert, sieht bei Nahaufnahme oder sogar Großaufnahme und unbestechlicher Hochauflösung weniger gut aus. Wobei Auftritte ohne Publikum für viele sonst gute Rednerinnen und Redner eine Herausforderung ist.

Sie kann auch bissig: Hühner, Schweine, Kühe melken, das sei Roberts Bereich, ich komme eher aus dem Völkerrecht. Der Seitenhieb in einem NDR-Interview war nicht erkennbar von Habeck provoziert. War das ein Ausrutscher oder war es das mit der Harmonie?

Ihre Auftritte sind insgesamt wirkungsvoll und das Beste daran: Bei Frau Annalena Baerbock sind einige rhetorische Potenziale zu vermuten, die sich durch entsprechendes Training aktivieren ließen.

 

 

 

b. Gestik

 

Ihre Gestik ist sehr sicher und ausdrucksstark. Sie beherrscht viele positive Gesten. Sehr häufig zeigt sie ihre Handflächen, was als gebend und offen interpretiert werden kann. Negative Gesten sind mir nicht aufgefallen.

 

 

 

c. Mimik

 

Die Mimik ist etwas zurückhaltend und ihr Lächeln ist seltener sehr ausgeprägt. Missfallen zeigt sie mimisch jedoch deutlicher. Auf der Politbühne ist ihre Mimik souverän und weitgehend kontrolliert.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Der Stand wirkt mitunter etwas unsicherer, möglicherweise liegt das an den Absätzen, die sie bei den von mir erinnerten Auftritten trug. Die geben ihr etwas mehr körperliche Größe.

Insgesamt wirkt sie meist kontrolliert.

 

 

 

e. Stimme

 

Sie spricht oft sehr schnell und am Ende von Sätzen wird ihre Stimme häufiger höher. Dadurch wirkt sie weniger kompetent und mitunter gestresst. Noch immer überschlägt sich häufiger ihre Stimme. Ansonsten ist ihr Stimmeinsatz souverän und verständlich. Allerdings betont sie einige Worte falsch und sie verschluckt Buchstaben. Die Lautstärke ist im Allgemeinen angepasst. Ihre Stimme könnte insbesondere für den Einsatz vor großem Publikum Coaching und Training gebrauchen. Hier vermute ich großes Potenzial, deutliche positive Wirkung. Da die Stimme die Spiegelneuronen der Zuhörenden anregt und diese damit zumindest unbewusst Unbehagen verbinden, ist eine angenehme und überzeugende Stimme so wichtig.

Bei einige Gelegenheiten macht sie Pausen, doch könnten die ruhig auch mal länger sein. Bei Pressemitteilungen und ähnlichen Situationen wirkt es, als hätte sie die Worte auswendig gelernt und sie nicht im Kontakt mit deren jeweiligen Bedeutung ist. Dann wiederum können ihre Pausen, wie beim virtuellen Parteitag, unnötig lang ausfallen.

 

 

 

2. Robert Habeck

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen, typischen Gesten und der Mimik bei Herrn Habeck?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Er ist sehr stark auf der Beziehungsebene. Seine Äußerungen, selbst auf politische Fragen, sind oft recht leger. Überhaupt verwendet er weniger ausgefeilte Formulierungen, soweit ihm das möglich erscheint. Die in der Politik übliche Rhetorik meidet er, gibt sich pragmatisch und versöhnlich. Alltagsklamotten, Pulli und Jeans. Er wirkt, als würde er mit so gut wie jedem ins Gespräch gehen können.

Seine Satzstruktur ist nachvollziehbar und er kommt meist auf den Punkt. Wird er allerdings nervös, dann neigt er zu längeren Sätzen und Fülllauten. Will er zu einem Thema keine Aussage tätigen, dann wird das immer deutlicher. Was mal wie angenehme Plauderei wirkt, kann auch mal langatmig wahrgenommen werden.

Bei vielen Auftritten scheint er ohne Manuskript ans Werk zu gehen.

Wenn er rhetorische Wirkpausen einsetzt, dann strahlt er Ruhe und Souveränität aus.

Zu den von ihm verwendeten rhetorischen Stilmitteln gehören Metaphern, Anaphern, Analogien und Storytelling.

 

 

 

b. Gestik

 

In den betrachteten Auftritten vor Publikum wirkt seine Gestik unterstreichend und ruhig. Er akzentuiert seine Worte mit den Händen. Seine Hände bewegen sich überwiegend eng in der Nähe der Hüfte.

 

 

 

c. Mimik

 

Er zeigt eine lebhafte Mimik, schaut gerne und oft spitzbübisch lächelnd. Dabei wirkt er sehr sympathisch und glaubhaft.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Während er hüftbreit vor Publikum steht, wirkt er sicher. Mitunter könnte da etwas mehr Lockerheit und Begeisterung die Wirkung steigern.

Bei ihm unangenehmen Themen spricht seine Körpersprache sehr deutlich. Geübte Beobachter können ihn gut lesen.

Insbesondere sitzend achtet er eher auf den Oberkörper. In Interviews entzieht sich der Unterkörper etwas seiner Aufmerksamkeit und schließt sich bei unangenehmen Themen.

 

 

 

e. Stimme

 

Die Stimme bei Reden ist klar, deutlich, teilweise etwas pastoral gepresst und auch dozierend. In Gesprächen ist er meist lockerer.

 

 

 

Ähnlichkeiten

 

Welche Ähnlichkeiten zwischen dem Auftreten und Reden der beiden Grünen-Vorsitzenden gibt es, oder sind sie grundverschieden? Hmm. Beide haben sich innerhalb relativ kurzer Zeit professionalisiert.

Gerade Habeck gibt sich gerne locker und privat. Sie wird langsam lockerer und der Prozess dauert noch an.

Bei beiden sehe ich häufiger Präzisionsgesten.

 

 

 

Vertrauen und Bürgernähe

 

Wer von beiden könnte vertrauenerweckender und bürgernaher wirken? Seine Inszenierung wirkt glaubhaft und echt, da er sich so gibt, als würde er sich nicht verstellen.

 

 

 

Wer wirkt souveräner bei öffentlichen Auftritten?

 

Noch ist die Wirkung der Souveränität bei beiden Kandidaten auf unterschiedliche Weise ausgeglichen.

Ihre Schuhe mit Absätzen gleichen die Größe aus, lassen sie jedoch weniger standhaft wirken als ihn. Eine ihrer Stärken ist die Gestik, ihre größte Schwäche ihre Stimme. Das lässt sich ändern, auch indem die Authentizität berücksichtigt wird, doch auf traditionellen Wegen erfordert das Zeit. Würde sie hier erste geeignete Schritte gehen, wäre das auch kurzfristig hör- und spürbar.

Er wirkt offener, neigt dadurch eher zu Ausrutschern. Sie kommt eher auf den Punkt als er. Er scheint mehr an Harmonie interessiert als sie. Sie wirkt kontrollierter und strategischer, er spontaner und offener. Was passt besser zu einem Kanzler / einer Kanzlerin? Und unter welchen Umständen wäre welche Persönlichkeit mehr gefragt?

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare haben Sie beim Thema?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. April 2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #243
Ü:
K:

18 Tipps, mit denen Sie Ihre Durchsetzungskraft steigern

18 Tipps, mit denen Sie Ihre Durchsetzungskraft steigern

So verbessern Sie Ihr Durchsetzungsvermögen

Durchsetzungsstärke

Durchsetzungsstärke

 

Erfahren Sie, wie Sie Durchsetzungsfähigkeit erlernen und erfolgreich anwenden. Es folgen 18 Tipps für mehr Durchsetzungskraft in Privat- und Berufsleben.

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Im Schnitt!

Überzeugungskraft

 

Durchsetzungsvermögen beruht auf Überzeugungskraft. Dabei ist das, wovon überzeugt werden soll, untrennbar mit der Person verknüpft, die ihr Anliegen verwirklichen will. Wichtig ist neben der Qualität und Attraktivität des Angebots auch die überzeugende Präsentation. Die Art und Weise, wie wir wahrgenommen werden, hat großen Einfluss auf unsere Durchsetzungskraft und entscheidet wesentlich darüber, ob wir Vertrauen und Unterstützung erhalten oder ob uns Widerstand entgegengesetzt wird. Das gilt nicht nur im beruflichen Umfeld, sondern auch im privaten Bereich.

 

 

 

Stärken Sie Ihre Durchsetzungskraft: 18 Tipps

 

Die Möglichkeiten, die Durchsetzungskraft zu stärken, sind vielfältig: Ausstrahlung, fachliche und soziale Kompetenzen, rhetorische und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhandlungsgeschick machen sich positiv bemerkbar. Auch Erfahrungen spielen eine große Rolle, die allerdings eine gewisse Zeit benötigen, um Teil einer gereiften Persönlichkeit zu werden. Andere Faktoren können gezielt gefördert werden, insbesondere die nonverbale Kommunikation. Und hier sind 18 Tipps:

 

 

 

1. Sich selbst kennen

 

Wer sich selbst, die eigenen Stärken, Schwächen, Werte und Prioritäten, Ziele oder gar Vision, die eigene Rolle, kennt, hat es deutlich einfacher.

Es ist eine lebenslange Aufgabe, sich mit grundlegenden Fragen zu beschäftigen und sich in Selbstreflexion zu üben. Es lohnt sich!

Gesunde Selbstsicherheit beruht auf Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, also das Wissen um persönliche Eigenarten, Stärken und Potenziale, Erfahrungen und Selbstwirksamkeitserwartung. Das schlägt sich konsistenter Wahrnehmung, Denken und Handeln wieder.

 

 

 

2. Klare Ziele

 

Klären Sie für sich Ihre Ziele und Prioritäten und dann sorgen Sie für klare Botschaften. Wenn Sie schon selbst nicht Ihre Ziele vollständig verstehen, wird es schwer sie zu kommunizieren. Doch das ist erforderlich.

Überschaubare Ziele über einen absehbaren Zeitraum, die konsequent verfolgt werden, sind ein wichtiger Schritt. Anschließend lässt sich kritisch hinterfragen, wie das Ziel erreicht wurde und was es zu lernen gibt.

Das Erreichen auch kleiner Ziele fördert das Selbstvertrauen und ermutigt, weitere Herausforderungen anzugehen und so mit der Zeit die Durchsetzungsfähigkeit zu verbessern.

 

 

 

3. Bleiben Sie Ihren Werten treu

 

Wirklich durchsetzungsfähige Menschen müssen gerade keine rücksichtslosen Egoisten sein. Selbst, wenn Sie über die Macht verfügen, etwas selbst bei Widerstand durchzusetzen oder sich über anerkannte Werte hinwegzusetzen, bleiben Sie sich lieber treu. Sonst bleibt es bei einem Pyrrhussieg. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Wer meint sich mittels Machoverhalten durchsetzen zu müssen reduziert den eigenen Status und verliert selbst bei kurzfristigem Erfolg durch Mitdemkopfdurchdiewand.

 

 

 

4. Umgang mit Andersdenkenden

 

Wer sich und sein Vorhaben durchsetzen will, muss mit Ablehnung rechnen, sobald sich daraus Veränderungen für andere ergeben. Dabei geht es nicht nur um tatsächlichen Wandel, sondern um die vermuteten Auswirkungen und Absichten. Versetzen Sie sich in die Sichtweise anderer Menschen.

Durch Transparenz und Glaubwürdigkeit lassen sich Widerstände verhindern oder zumindest reduzieren.

Wird beherzigt, dass die Bedeutung einer Botschaft letztlich vom Empfänger bestimmt wird, sollte eine geeignete Form der Vermittlung gewählt werden, um die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen gering zu halten.

Ist ein Standpunkt haltbar, dann gibt es auch überzeugende, vernünftige Argumente dafür. Dann gelingt es auch, die Vorteile klar herauszustellen.

Aggressivität ist hingegen ein Hinweis darauf, dass eigene Themen nicht geklärt sind.

 

 

 

5. Druck im Vergleich zu Offenheit

 

Druck erzeugt Gegendruck, dieses Prinzip ist aus der Physik bekannt. Es lässt sich aber auch auf die Kommunikation übertragen. Wer sich um jeden Preis durchsetzt, macht sein Gegenüber zum Gegner und beschwört Ablehnung herauf, selbst wenn das erzwungene Ergebnis für andere förderlich wäre. Wer hingegen zeigt, dass er seinen Einfluss nur dann einsetzt, wenn es wirklich erforderlich ist, lässt sein Gegenüber am Prozess teilhaben und mindert so den Widerstand.

 

 

 

6. Die notwendige mentale Balance

 

Wir geben ständig Informationen über uns selbst preis. Insbesondere körpersprachliche Signale vermitteln, ob und wie man zu dem steht, was man sagt. Dies ist vor allem in Verhandlungssituationen  relevant, in denen Gesprächspartner einander in der Regel genau beobachten und die Beweggründe des oder der anderen kritisch hinterfragen. In solchen Momenten macht eine unbedachte Körpersprache angreifbar. Doch sie drückt aus, was in uns vor sich geht.

Durchsetzungsvermögen erfordert einen überzeugenden Auftritt. Wer die Mitte verloren hat, befindet sich in einem Zustand der Unausgeglichenheit, steht buchstäblich neben sich und kann weniger gut auf die sonst vorhandenen Ressourcen zugreifen. Deswegen gilt zu trainieren auf möglichst direktem Weg das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn es mal verloren gegangen ist. In emotional bewegten Momenten, etwa in Situationen, die als Angriff empfunden werden, reagieren wir sonst schnell unbedacht, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Je klarer ich mir selbst bin, desto leichter habe ich es auch souverän Nein zu sagen. Wer sich selbst und die eigenen Knöpfe kennt ist autonomer, gibt besser auf sich und die Anliegen acht, kommuniziert souveräner.

Dass man sich verliere, sei noch nicht schlimm, schrieb Marcel Proust (1871 bis 1922) in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, sondern dass man sich hinterher nicht wieder zurechtfinden könne. Eben darum geht es zunächst: auf direktem Weg ein inneres Gleichgewicht herzustellen.

7. Wie wirken unangemessene Reaktionen auf das Gegenüber?

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die erste Reaktion auch die bestmögliche ist, sinkt mit dem Grad des negativen emotionalen Gehalts. Gerade bei Wut empfiehlt es sich, wieder zu sich zu kommen und erst dann zu handeln. Eine angemessene, gegebenenfalls sogar wohlwollende Reaktion vermittelt Souveränität, erhöht das eigene Ansehen und damit auch die Durchsetzungskraft. Wer hingegen harsch auftritt, dem werden Schwäche und Unsicherheit unterstellt. Auch ständiges Nachgeben ist nicht sinnvoll: Es hat Benachteiligung zur Folge, das Ansehen und die Durchsetzungskraft leiden. Wer sich jedoch immer durchsetzt, dem wird unterstellt, es ginge nicht um die Sache, sondern nur um persönliche Erfolgserlebnisse.

Neben diesen beiden Extremen existieren Alternativen, die darauf abzielen, Verantwortung zu übernehmen und Einsatz für sich und sein Anliegen zu zeigen. Der Fokus sollte darauf liegen, die eigenen Interessen unter Beachtung der persönlichen Werte überzeugend zu vertreten und zugleich das Gegenüber einzuladen, an einem gemeinsamen Vorhaben teilzuhaben. Dafür ist es sowohl erforderlich, die Meinungen anderer zu würdigen, als auch im Zweifelsfall gegen den Strom zu schwimmen. Dies zeigt sich im gesamten Auftreten und besonders in der Körpersprache.​

 

 

 

8. Die Rolle der Körpersprache

 

Die nonverbale Kommunikation spielt in vielen Bereichen eine große Rolle, obgleich ihr oft zu wenig Gewicht beigemessen wird. Während Argumente in der Regel gut vorbereitet werden, überlässt man die Körpersprache meist dem Zufall. Oft sagt diese allerdings etwas anderes, als verbale Äußerungen vermitteln sollen. Besonders dann, wenn man versucht, sich zu verstellen oder etwas zu unterdrücken.

Gerade in Verhandlungssituationen wollen sich viele Menschen so vorteilhaft wie möglich darstellen und sich ihre Aufregung nicht anmerken lassen. Das Ergebnis entspricht dann in der Regel nicht den Erwartungen, weil der innere Druck sehr groß ist und sowohl die körperliche als auch die geistige Beweglichkeit lahmt. Anstatt schlecht zu schauspielern, empfiehlt es sich, authentisch und professionell aufzutreten. Schließlich geht es darum, sich selbst und das eigene Angebot überzeugend zu präsentieren. Dazu müssen der verbale und der nonverbale Teil der Kommunikation übereinstimmen: Man sollte sich daher auch körpersprachlich aufrecht, offen, zugewandt und auf Augenhöhe zeigen.

 

 

 

9. Wie stimmig sind Sie: Die Bedeutung der Stimme

 

Die Wirkung der Stimme ist immens, im Guten, wie im Schlechten. Über die Stimme wird vieles transportiert, ob wir wollen oder nicht. Von ihr leiten die Zuhörer ab, wie wir sind und wie wir zu unseren Aussagen stehen.

Um die Stimme wirkungsvoll einzusetzen, lohnt es sich sowohl an der inneren Haltung, der Stimmtechnik und der Stimmpflege zu arbeiten.

 

 

 

10. Klare Botschaften statt Weichmacher

 

Setzen Sie auf klare, prägnante Botschaften. Einfache Sätze, verständliche Sprache … die Grundlagen der Kommunikation beachten.

Dazu gehört auch der Verzicht auf Weichmacher, die Ihren Aussagen die Kraft nehmen. Gönnen Sie sich den Beitrag mit dem Titel: Diese 10 Weichmacher schaden Ihnen und Ihrer Botschaft. Den Link finden Sie unten.

So machtvoll Sprache sein kann, so leicht stellen wir uns mit ungeeigneten Worten selbst ein Bein.

 

 

 

11. Worten Taten folgen lassen

 

Durchsetzungsvermögen basiert auch auf einer starken Motivation. Einen Grundbaustein liefern dabei die persönlichen Werte, die sinnvolle Wegweiser für unser Handeln darstellen. Wer seine Werte formuliert und lebt, findet Halt und Orientierung, auch für die Beurteilung des eigenen Verhaltens.

Mit einem gut durchdachten Plan werden vor allem komplexe Vorhaben schon vor dem Start überprüfbar: Ein Konzept liefert gewissermaßen den Bauplan für die Realisierung und verschafft einen Überblick über die anstehenden Aufgaben. Um diese schneller voranzubringen, werden Prioritäten gesetzt, also wichtige und weniger wichtige Schritte definiert. Die Aufgabenfolge nach Bedeutung und Dringlichkeit festzulegen, hilft, den Prozess zu vereinfachen und Ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Doch letztlich lassen erst Taten aus einem Vorhaben Realität werden, denn ohne konsequente Umsetzung nutzt die beste Planung wenig. Das Umfeld registriert, wie engagiert wir ans Werk gehen, und die Glaubwürdigkeit steigt, wenn das Gesagte auch verwirklicht wird.

 

 

 

12. Umgang mit Hindernissen

 

Hindernisse treten oft nicht überraschend auf; viele sind absehbar oder kündigen sich an. Durch das Einkalkulieren von Problemen können entsprechende Maßnahmen schon im Vorfeld vorbereitet werden. Wer einen Plan B im Schubfach hat, ist in der Lage, entspannter mit Schwierigkeiten umzugehen.

Auch andere beobachten, wie wir mit Hindernissen verfahren. Behaupten lässt sich viel, doch in diesen Momenten zeigt sich, wie hoch die Bereitschaft tatsächlich ist, sich einzusetzen. Ein positiver Effekt besteht dabei darin, dass jede gemeisterte Situation uns weiter stärkt. Das Vertrauen in das eigene Handeln und Urteilen wächst. Davon profitiert auch die Glaubwürdigkeit und die Ausstrahlung auf andere.

 

 

 

13. Flexibilität, Bewegung und Stabilität

 

Flexibilität bedeutet eine grundsätzlich positive Haltung zu Veränderungen. Doch nicht immer heißen wir alle Neuerungen willkommen. Manche werden als unproblematisch wahrgenommen, während andere das Gefühl vermitteln, dem bisherigen Leben seine Grundlage zu entziehen. Veränderungen sind, ob wir wollen oder nicht, ein Bestandteil des Lebens. Deshalb lohnt es sich immer wieder sich auf sie einstellen. Flexibel zu sein bedeutet auch, vielfältige Möglichkeiten in immer neuen Situationen zu entdecken.

Die richtige Balance zwischen der Würdigung und Stabilisierung des Erreichten, Offenheit für Veränderungen und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung sorgen für Flexibilität. Wer sich zu lange auf seinem Erfolg ausruht, der verliert schnell den Anschluss und wird nicht mehr entsprechend wahrgenommen.

 

 

 

14. Auf die überzeugende Präsentation kommt es an

 

Je attraktiver ein Ziel ist, desto leichter lassen sich andere Menschen davon überzeugen. Alle Vorteile nutzen jedoch nichts, wenn es nicht gelingt, die entsprechende Zielgruppe dafür zu begeistern. Ohne die Bereitschaft, sich als Persönlichkeit hinter eine Botschaft zu stellen, bleiben viele Potenziale ungenutzt.

Es ist erforderlich, sich und sein Anliegen deutlich zu definieren. Wer das nicht tut, erlebt, dass andere Menschen dies für einen übernehmen. Die daraus resultierende Wahrnehmung entspricht dann oft nicht den eigenen Interessen.

Es werden deshalb Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt, um ein Angebot erfolgreich zu vermitteln, eine Kompetenz, die erlernt werden kann.

 

 

 

15. Dranbleiben

 

Zeigen Sie Durchhaltevermögen. Es dient dem aktuellen Vorhaben und auch zukünftigen, wenn deutlich wird, dass Sie dranbleiben und zu Ihren Zielen stehen.

Haben Sie sich erst den Ruf erworben, dranzubleiben, werden die Zweifler seltener.

 

 

 

16. Bereiten Sie sich gut vor

 

Erkunden Sie die Perspektiven, versetzen Sie sich in die Sichtweise anderer Positionen. Sammeln Sie Informationen wie Zahlen, Daten, Fakten und über die Eigenarten der betroffenen Personen. Was sind deren Motive, Ängste und persönlichen Muster?

Umso besser Sie vorbereitet sind, desto wirksamer werden Sie kommunizieren. Wenn Ihnen ein Anliegen wirklich am Herzen liegt, dann bereiten Sie sich gut vor — gegebenenfalls mit professioneller Unterstützung.

 

 

 

17. Beziehungen

 

Jeder von uns ist auf andere Menschen angewiesen. Der Rückgriff auf soziale Netzwerke und Experten hilft dabei, für eigene Vorhaben die nötige Unterstützung zu finden. Zwischenmenschliche Beziehungen haben auch deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient.

Der Schlüssel liegt im kompetenten, respektvollen Umgang mit Menschen. Durchsetzungsvermögen ist nicht die Fähigkeit, Ideen gegen, sondern mit anderen Menschen zu realisieren.

 

 

 

18. Lernbereitschaft

 

Werten Sie Ihre Erfahrungen aus, auch und gerade die Rückschläge. Überlegen Sie, welche Konsequenzen Sie daraus ziehen und was Sie in der Zukunft anders machen wollen. So werden Sie stetig besser in dem, was Sie tun.

Und nun?

 

Durchsetzungsfähigkeit ist eine Eigenschaft, die sich in kleinen Schritten trainieren lässt. Setzen Sie sich für Ihre Anliegen ein, bleiben Sie dabei Ihren Werten treu. Respektvoll miteinander geht es leichter als gegeneinander.

Damit du und deine Botschaft überzeugen

 

Überzeugung entsteht selten durch eine einzelne Technik.

Entscheidend ist das Zusammenspiel.

Was möchtest du erreichen?

Was beschäftigt dein Gegenüber oder dein Publikum?

Wie klar ist deine Botschaft?

Wie wirkst du als Persönlichkeit?

Und wie passen Sprache, Körpersprache und Inhalt zusammen?

Je nach Situation können dabei unterschiedliche Aspekte den entscheidenden Unterschied machen:

  • eine klare Argumentation

  • verständliche und präzise Sprache

  • glaubwürdige persönliche Wirkung

  • stimmige Körpersprache

  • anschauliches Storytelling

  • überzeugende Visualisierung von Zahlen, Daten und Fakten

  • ein konstruktiver Umgang mit Einwänden und Widerstand

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Kommunikationstechniken einzusetzen.

Es geht darum, die richtigen Mittel im richtigen Moment so einzusetzen, dass sie zu dir, deiner Botschaft und deinem Gegenüber passen.

Wenn ein konkreter wichtiger Auftritt oder ein anspruchsvolles Gespräch bevorsteht, können wir genau daran arbeiten.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

→ Wichtige Reden und Präsentationen vorbereiten

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie stärken Sie Ihre Durchsetzungsstärke?

Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat. Mark Twain

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 12. April 2021
AN: #52555
K:
Ü: X

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu klaren Grenzen | Karsten Noack

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu mehr Klarheit und Selbstschutz

Vvon emotionaler Erpressung befreien (Keine Rechtsberatung!)
Tipps für den Umgang mit emotionaler Erpressung

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu mehr Klarheit und Selbstschutz

 

Wenn Schuldgefühle, Druck oder Angst deine Entscheidungen bestimmen sollen

Emotionale Erpressung wirkt häufig gerade deshalb so stark, weil sie innerhalb einer Beziehung stattfindet.

Jemand kennt deine Werte, deine Loyalität, deine Ängste oder dein Verantwortungsgefühl. Und genau dort entsteht Druck.

„Wenn ich dir wirklich wichtig wäre, würdest du …“

„Nach allem, was ich für dich getan habe …“

„Dann weiß ich wenigstens, woran ich bei dir bin.“

Solche Sätze können mehr bewirken als eine offene Forderung.

Plötzlich geht es kaum noch um die ursprüngliche Sache. Stattdessen sollst du deine Liebe beweisen, deine Loyalität zeigen, Schuld vermeiden oder die Stimmung des anderen retten.

Genau hier lohnt sich Klarheit.

Denn Gefühle sind wichtig. Und deine Entscheidungsfreiheit ebenso.

 

 

 

Was ist emotionale Erpressung?

 

Emotionale Erpressung beschreibt eine Form der Einflussnahme, bei der emotionale Konsequenzen eingesetzt werden, um das Verhalten eines anderen Menschen zu steuern.

Druck entsteht beispielsweise durch:

  • Schuldgefühle
  • Angst
  • Liebesentzug
  • Rückzug und demonstratives Schweigen
  • Wut
  • Drohungen
  • moralische Vorwürfe
  • Abwertung
  • Trennungsdrohungen
  • dramatische Konsequenzen
  • das demonstrative Einnehmen einer Opferposition

Entscheidend ist weniger ein einzelner Satz als das wiederkehrende Muster.

Ein Mensch äußert Wünsche. Das gehört zu Beziehungen.

Ein Mensch darf enttäuscht sein. Auch das gehört zu Beziehungen.

Problematisch wird es dort, wo deine emotionale Bindung systematisch zum Druckmittel wird.

Eine faire Bitte lässt dir Entscheidungsspielraum. Emotionale Erpressung verengt ihn.

Solche Muster können bewusst oder unbewusst entstehen. Für deinen Umgang damit zählt vor allem, welche Wirkung sie entfalten und wie dein Gegenüber reagiert, sobald du das Muster ansprichst und Grenzen setzt.

 

 

 

Typische Beispiele emotionaler Erpressung

 

Emotionale Erpressung kann sehr direkt auftreten:

„Wenn du gehst, war es das mit uns.“

Sie kann ebenso subtil klingen:

„Mach ruhig. Ich sehe ja, was dir wichtiger ist.“

Weitere typische Aussagen sind:

  • „Wenn du mich lieben würdest, würdest du das tun.“
  • „Nach allem, was ich für dich getan habe.“
  • „Dann brauchst du dich später über meine Reaktion auch nicht zu wundern.“
  • „Alle anderen würden mir helfen.“
  • „Du denkst wirklich immer zuerst an dich.“
  • „Ich hätte so etwas für dich selbstverständlich getan.“
  • „Dann bin ich dir offenbar völlig egal.“
  • „Du weißt genau, was du mir damit antust.“

Solche Aussagen verschieben die Ebene.

Aus einer Sachfrage wird eine Loyalitätsprüfung.

Aus einer Entscheidung wird ein Liebesbeweis.

Aus einer Grenze wird angeblich Egoismus.

Und aus einem Nein soll Schuld entstehen.

 

 

 

Warum emotionale Erpressung so wirksam sein kann

 

Emotionale Erpressung setzt häufig genau dort an, wo Menschen besonders gewissenhaft, empathisch und verantwortungsbewusst sind.

Vielleicht möchtest du fair bleiben.

Vielleicht übernimmst du schnell Verantwortung für die Stimmung anderer Menschen.

Vielleicht hast du früh gelernt, Harmonie herzustellen.

Dann kann ein Satz wie „Du enttäuschst mich“ erheblichen inneren Druck auslösen.

Empathie ist eine wertvolle Fähigkeit. Besonders kraftvoll wird sie gemeinsam mit klaren Grenzen.

Du kannst einen anderen Menschen verstehen und trotzdem bei deiner Entscheidung bleiben.

 

 

 

14 Wege im Umgang mit emotionaler Erpressung

 

1. Erkenne das Muster

 

Der erste Schritt heißt Wahrnehmen.

Frage dich:

  • Was geschieht gerade?
  • Geht es weiterhin um die Sache?
  • Oder soll ich mich aus Schuld, Angst oder Verantwortungsgefühl anders entscheiden?

Schon diese innere Distanz schafft Handlungsspielraum.

 

 

2. Trenne Gefühl und Verantwortung

 

Ein anderer Mensch darf enttäuscht, traurig oder wütend sein.

Diese Gefühle verdienen Respekt.

Gleichzeitig trägt jeder Erwachsene Verantwortung für den eigenen Umgang mit Gefühlen.

Du kannst Anteil nehmen und deine Entscheidung selbst treffen.

Ich kann deine Gefühle ernst nehmen und trotzdem selbst entscheiden.

 

 

3. Lass dir Zeit

 

Emotionaler Druck lebt häufig von Geschwindigkeit.

„Entscheide dich jetzt.“

„Sag mir sofort, woran ich bin.“

Zeit schafft Abstand.

Du kannst beispielsweise sagen:

„Ich möchte darüber in Ruhe nachdenken.“

Oder:

„Ich gebe dir morgen eine Antwort.“

Wer wieder Zugang zu den eigenen Gedanken bekommt, entscheidet klarer.

 

 

4. Hole die Sachebene zurück

 

Emotionale Erpressung verschiebt Gespräche häufig von der Sachebene auf Beziehung, Moral oder Schuld.

Hole das ursprüngliche Thema zurück.

Zum Beispiel:

„Die Frage ist, ob ich am Wochenende arbeiten kann. Darüber können wir sprechen.“

Oder:

„Wir sprechen gerade über meine Entscheidung. Unsere Beziehung möchte ich davon getrennt betrachten.“

 

 

5. Benenne den Druck

 

Mitunter hilft es, die Dynamik ruhig sichtbar zu machen.

Zum Beispiel:

„Bei mir kommt gerade an, dass meine Entscheidung als Beweis für meine Loyalität verstanden wird.“

Oder:

„Ich erlebe diese Formulierung als starken Druck.“

Damit beschreibst du deine Wahrnehmung klar und sachlich.

 

 

6. Prüfe deine Schuldgefühle

 

Schuldgefühle beweisen noch keine tatsächliche Schuld.

Sie zeigen zunächst, dass etwas in dir auf ein Thema reagiert.

Frage dich:

  • Welche konkrete Verantwortung habe ich hier?
  • Welche Verantwortung gehört zur anderen Person?
  • Welchen Wert möchte ich schützen?
  • Welche Entscheidung würde ich ohne diesen emotionalen Druck treffen?

Diese Fragen bringen Orientierung zurück.

 

 

7. Formuliere Grenzen kurz

 

Je stärker eine Situation emotional aufgeladen ist, desto hilfreicher sind klare und kurze Aussagen.

Zum Beispiel:

  • „Das möchte ich anders.“
  • „Dafür stehe ich heute nicht zur Verfügung.“
  • „Meine Entscheidung steht.“
  • „Über die Sache spreche ich gern. Für meine Entscheidung brauche ich einen klaren Rahmen.“

Lange Rechtfertigungen öffnen häufig zusätzliche Diskussionsebenen.

Klarheit braucht selten eine Verteidigungsrede.

 

 

8. Beobachte die Reaktion auf deine Grenze

 

Eine Grenze liefert wertvolle Informationen über eine Beziehung.

Wie reagiert dein Gegenüber?

  • Entsteht ein Gespräch?
  • Wird deine Position respektiert?
  • Folgen stärkere Vorwürfe?
  • Steigt der Druck?
  • Kommen Abwertung oder Drohungen hinzu?

Gerade diese Reaktion sagt häufig mehr über die Qualität einer Beziehung aus als der ursprüngliche Konflikt.

 

 

9. Prüfe wiederkehrende Muster

 

Ein schwieriges Gespräch kann vorkommen.

Wiederkehrende Muster verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Frage dich:

  • Wie häufig entstehen solche Situationen?
  • Kann ich frei Nein sagen?
  • Darf ich eine andere Meinung vertreten?
  • Werden meine Grenzen respektiert?
  • Übernehme ich regelmäßig die Verantwortung für Harmonie?
  • Verlasse ich Gespräche häufig mit Schuldgefühlen oder Selbstzweifeln?

Ein Muster wird leichter erkennbar, wenn du mehrere Situationen gemeinsam betrachtest.

 

 

10. Stärke deine innere Position

 

Grenzen beginnen lange vor dem ausgesprochenen Nein.

Sie beginnen mit innerer Klarheit.

Was ist dir wichtig?

Welche Behandlung entspricht deinen Werten?

Welche Verantwortung übernimmst du gern?

Wo endet deine Verantwortung?

Je klarer du diese Fragen beantwortest, desto stabiler bleibt dein innerer Kompass.

 

 

11. Bereite schwierige Gespräche vor

 

Bei wiederkehrendem Druck hilft Vorbereitung.

Überlege vorher:

  • Was möchte ich erreichen?
  • Welche Grenze ist entscheidend?
  • Welche Vorwürfe könnten kommen?
  • Welche Antwort möchte ich geben?
  • Wann beende ich das Gespräch?

Gerade bei wichtigen beruflichen oder privaten Situationen kann eine gute Vorbereitung den entscheidenden Unterschied machen.

 

 

12. Vorsicht mit schnellen Diagnosen

 

Manipulatives Verhalten kommt bei sehr unterschiedlichen Menschen vor.

Eine einzelne Verhaltensweise erlaubt keine Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Für deinen Umgang mit der Situation brauchst du häufig auch keine Diagnose.

Hilfreicher sind konkrete Fragen:

  • Wie behandelt mich dieser Mensch?
  • Wie reagiert er auf Grenzen?
  • Wie häufig entstehen Manipulation, Abwertung oder Schuldumkehr?
  • Wie frei kann ich in dieser Beziehung entscheiden?

Narzisstisch geprägte Beziehungsmuster können solche Dynamiken deutlich verstärken. Für deinen Selbstschutz zählt vor allem das konkrete Verhalten.

 

 

13. Vergrößere deinen Handlungsspielraum

 

Manche Situationen verändern sich durch ein klares Gespräch.

Andere brauchen Abstand.

Wieder andere erfordern größere Entscheidungen.

Das kann bedeuten:

  • Gespräche stärker zu strukturieren
  • Kontakt zu reduzieren
  • Entscheidungen schriftlich festzuhalten
  • Unterstützung hinzuzunehmen
  • eine berufliche Zusammenarbeit zu verändern
  • eine Beziehung grundsätzlich neu zu bewerten

Der entscheidende Punkt lautet: Du gewinnst wieder Wahlmöglichkeiten.

 

 

14. Hole dir Unterstützung

 

Emotionale Erpressung kann die eigene Wahrnehmung mit der Zeit erheblich verunsichern.

Ein unabhängiger Blick hilft dabei, wieder Klarheit zu gewinnen.

Professionelle Unterstützung kann dich beispielsweise dabei begleiten:

  • Situationen einzuordnen
  • wiederkehrende Muster zu erkennen
  • Verantwortung klarer zuzuordnen
  • Entscheidungen vorzubereiten
  • Grenzen zu formulieren
  • schwierige Gespräche vorzubereiten
  • deinen Handlungsspielraum zu erweitern

 

 

 

Wenn Selbstverletzung oder Suizid angekündigt werden

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Aussagen wie:

„Wenn du mich verlässt, bringe ich mich um.“

Eine solche Aussage erzeugt enormen Druck.

Nimm eine konkrete Ankündigung von Selbstgefährdung ernst und hole professionelle Hilfe hinzu.

Bei akuter Gefahr gehören Rettungsdienst, Polizei oder geeignete Krisendienste hinzugezogen.

Eine professionelle Einschätzung schützt alle Beteiligten und entlastet dich von einer Verantwortung, die in fachkundige Hände gehört.

 

 

 

Emotionale Erpressung und Narzissmus

 

Menschen suchen häufig nach Informationen über emotionale Erpressung, weil sie gleichzeitig über Narzissmus nachdenken.

Beides kann zusammen auftreten.

Eine klare Trennung hilft bei der Orientierung.

Manipulatives Verhalten allein ergibt keine psychiatrische Diagnose.

Für deine praktische Entscheidung ist häufig eine andere Frage hilfreicher:

Was geschieht mit mir in dieser Beziehung?

Wirst du zunehmend unsicher?

Zweifelst du immer häufiger an deiner Wahrnehmung?

Gibst du regelmäßig nach, um Ruhe herzustellen?

Verschieben sich deine Grenzen Schritt für Schritt?

Dann lohnt sich ein genauer Blick.

Deine Würde, deine Orientierung und deine Entscheidungsfreiheit stehen im Mittelpunkt.

 

 

 

Emotionale Erpressung im Beruf

 

Auch im beruflichen Umfeld kann emotionaler Druck auftreten.

Zum Beispiel:

„Wenn dir das Team wirklich wichtig wäre, würdest du am Wochenende selbstverständlich einspringen.“

Oder:

„Ich dachte, ich könnte mich auf deine Loyalität verlassen.“

Hier hilft eine klare Trennung zwischen beruflicher Verantwortung und persönlicher Loyalität.

Eine sachliche Antwort könnte lauten:

„Lass uns konkret über die Aufgabe, den Zeitaufwand und die Prioritäten sprechen.“

Damit kehrt das Gespräch dorthin zurück, wo es hingehört.

 

 

Was emotionale Erpressung von einer normalen Meinungsverschiedenheit unterscheidet

 

Konflikte gehören zu Beziehungen.

Menschen dürfen unterschiedliche Wünsche haben.

Sie dürfen enttäuscht sein.

Sie dürfen um etwas bitten und ihre Interessen vertreten.

Eine tragfähige Beziehung lässt dabei Raum für unterschiedliche Entscheidungen.

Genau darin liegt ein wichtiger Prüfstein:

Kannst du frei entscheiden und bleibt deine Würde dabei erhalten?

Wenn dieser Spielraum dauerhaft kleiner wird, lohnt sich ein genauer Blick.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Emotionale Erpressung verliert einen Teil ihrer Macht, sobald du erkennst, was geschieht.

Du darfst mitfühlen und klar bleiben.

Du darfst Verständnis zeigen und eigene Entscheidungen treffen.

Du darfst Beziehungen wichtig finden und zugleich deine Grenzen schützen.

Und du darfst dir Zeit nehmen, bevor du handelst.

Ein Nein zu einer Forderung sagt nichts gegen deinen Wert als Mensch.

 

 

Wenn du deine Situation klären möchtest

 

Vielleicht steckst du gerade mitten in einer belastenden Beziehung oder einem schwierigen Gespräch.

Vielleicht spürst du längst, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und suchst nach einem klaren nächsten Schritt.

Oder du möchtest dich auf ein Gespräch vorbereiten, bei dem viel auf dem Spiel steht.

Im persönlichen 1:1 können wir deine Situation strukturiert betrachten:

  • Was geschieht tatsächlich?
  • Welche Dynamik wiederholt sich?
  • Was gehört zu deiner Verantwortung?
  • Welche Grenze ist sinnvoll?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Wie kannst du deinen nächsten Schritt so gestalten, dass er zu dir und deinen Werten passt?

Ich unterstütze dich dabei, Klarheit zu gewinnen, deinen Handlungsspielraum zu erweitern und schwierige Gespräche souverän vorzubereiten.

Online, telefonisch oder persönlich in Berlin.

 

→ PRIVAT 1:1 – Möglichkeiten ansehen

→ Honorare und Konditionen

Antworten auf häufige Fragen

Was ist emotionale Erpressung?

Emotionale Erpressung ist der Versuch einer Person, durch Forderungen und Drohungen eine andere Person auf der emotionalen Ebene zu manipulieren, um zu bekommen, was sie will. Es handelt sich um eine Form des emotionalen Missbrauchs, die den Zielpersonen Schaden zufügt.

Ist jedes Schuldgefühl emotionale Erpressung?

Schuldgefühle können viele Ursachen haben. Entscheidend ist das Verhalten innerhalb der Beziehung. Wird Schuld wiederholt eingesetzt, um deine Entscheidungen zu steuern, spricht viel für ein manipulierendes Muster.

Geschieht emotionale Erpressung immer absichtlich?

Menschen können solche Verhaltensweisen bewusst oder unbewusst einsetzen. Für deinen Umgang damit zählt vor allem die Wirkung und die Reaktion deines Gegenübers, sobald du das Muster ansprichst und Grenzen setzt.

Hilft es, emotionale Erpressung direkt anzusprechen?

In tragfähigen Beziehungen kann ein ruhiges Ansprechen viel klären. Bei stark manipulativen oder aggressiven Dynamiken können klare Grenzen, Abstand und Unterstützung mehr Sicherheit schaffen.

Sind Menschen, die emotional erpressen, Narzissten?

Manipulatives Verhalten allein erlaubt keine entsprechende Diagnose. Narzisstisch geprägte Beziehungsmuster können emotionale Erpressung enthalten. Für deinen Selbstschutz ist das konkrete Verhalten wichtiger als eine Ferndiagnose.

st emotionale Erpressung strafbar?

Der psychologische Begriff „emotionale Erpressung“ bezeichnet keinen eigenen Straftatbestand. Je nach konkretem Verhalten können rechtliche Fragen entstehen, etwa bei Drohungen, Gewalt oder anderen erheblichen Grenzüberschreitungen. Eine individuelle rechtliche Einschätzung gehört in juristische Hände.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie gehst du mit emotionaler Erpressung um?

Artikel zum Thema Manipulation 

Red Herring: Ablenkungsmanöver erkennen und beim Thema bleiben

Red Herrings führen Gespräche auf falsche Fährten. Erfahre, wie du Ablenkungsmanöver erkennst, relevante Fragen schützt und souverän beim Wesentlichen bleibst.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2011
Überarbeitung: 24. Juli 2020
AN: #4331267
K: CNB
Ü:

Rücksichtslosigkeit als Strategie: Hat nur Erfolg, wer über Leichen geht?

Rücksichtslosigkeit als Strategie: Hat nur Erfolg, wer über Leichen geht?

Es gilt grundsätzliche Entscheidungen zu treffen
Hat nur Erfolg, wer über Leichen geht?

Lohnt sich Rücksichtslosigkeit?

 

Ist Erfolg nur möglich für jene, die bereit sind auch über Leichen zu gehen? Was ist dran an der vermeintlichen Weisheit, Rücksichtslosigkeit sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor?

Überblick

 

 

 

 

Hat wirklich nur Erfolg, wer über Leichen geht?

 

Nur die Harten kommen in den Garten!

Es heißt, wer Erfolg haben will, müsse bereit sein, dafür alles zu tun. Zumindest wird das manchmal behauptet und im Zweifelsfall gilt es halt auch über Leichen zu gehen. Das Motto könnte aus einem Italowestern stammen: Nur wer rücksichtslos ist, kann sich durchsetzen. Doch die Idee ist schon viel älter. Bereits in der Renaissance entschlüsselte der italienische Politiker, Diplomat und Schriftsteller Niccolò Machiavelli die Mechanismen der Macht. Er empfahl den Florentiner Fürsten de‘ Medici Wortbruch und Verrat, List und sogar Gewalt, um ihre Herrschaft zu festigen.

 

 

 

Eine gute Empfehlung?

 

Machiavelli beschäftigte sich in seinem 1532 posthum erschienenen Werk Der Fürst (ll Principe) mit der Frage, wie der ideale Herrscher sein müsse, wie er seine Macht erlangen und absichern könne. Ethik? Ballast!

Maßgeblich für den Erfolg, so Machiavelli, sei in erster Linie die Wirkung des Verhaltens. Moralische Bedenken würden, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle spielen. Nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ billigte Machiavelli selbst tyrannisches Verhalten und vertrat die Ansicht, wer führt, sollte im Zweifelsfall eher gefürchtet statt geliebt werden.

Das nach dem Autor benannte Konzept des Machiavellismus gilt als Synonym für Unmoral und rücksichtslose Machtpolitik. Und weil das Interesse an Autorität und Einfluss seit jeher groß ist, findet Machiavellis Werk bis heute Beachtung. Anfangs wurde Der Fürst vor allem in Hinblick auf politische Zusammenhänge gedeutet, später auch für die Führung von Wirtschaftsunternehmen herangezogen. Menschen orientieren sich noch immer an den dort propagierten Ideen und setzen sie für unternehmerische Strategien oder die persönliche Karriereplanung ein.

Wer bereit ist, über Leichen zu gehen, handelt ohne große Skrupel und meint, unmoralisches Verhalten zahle sich aus. Die Geschichtsschreibung kennt tatsächlich solche Menschen, für die sich ihre Rücksichtslosigkeit kurzfristig gelohnt hat. Insbesondere bei weit zurückliegenden Beispielen sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Umstände des Handelns von den Chronisten bewusst verklärt worden sein könnten und sich zudem gerade moralische Ansprüche mit der Zeit verändern.

Einige bis heute von manchen bewunderte Militär- oder Politstrategen müssten sich in unserer Zeit vor Gericht für ihre Taten verantworten und taugen daher kaum als Beleg dafür, dass sich diese Form der moralischen Ignoranz lohnt.

 

 

 

Die Leiche im Keller

 

Die sprichwörtliche Leiche im Keller steht für eine Schuld, die jemand in der Vergangenheit auf sich geladen hat. Wer ein solches Geheimnis hat, betreibt oft einen hohen Aufwand, damit es nicht entdeckt wird. Geschieht dies doch, sind die Folgen in der Regel schwerwiegend, und ein kurzfristiger Vorteil wird zu einem langfristigen Schaden. Wer rücksichtslos handelt, hält die Wahrscheinlichkeit, dafür belangt zu werden, im Vergleich zum Nutzen jedoch für vernachlässigbar. Ist eine Position durch solches Handeln erst gefestigt, werden sich, so die Annahme, schon Mittel und Wege finden, um mit etwaigen Folgen umzugehen. Die Hoffnung, dass eine Verfehlung nicht aufgedeckt werde oder rasch in Vergessenheit geraten möge, wird gerade im Medienzeitalter ﹣ immer seltener erfüllt und zu einer permanenten persönlichen Gefahr.

Was auf einer Lüge aufbaut, verliert das Fundament, sobald die Wahrheit ans Licht kommt: Die Person wird angreifbar und büßt an Ansehen ein. Der einstige US-amerikanische Präsident Richard Nixon etwa erlitt 1974 infolge der Watergate-Affäre einen enormen Gesichtsverlust, der ihn nicht nur zum Rücktritt zwang, sondern der auch bis zu seinem Tod 1994 nachwirkte. Schon allein das Bemühen, sich nichts anmerken zu lassen und mit der Möglichkeit einer Entdeckung der Leiche zu leben, kostet große Kraft.

Dabei muss es sich noch nicht einmal um illegale Vorgänge handeln, um eine zum Erfolg gelangte Person zu Fall zu bringen. Oft genügen schon als unangemessen geltende Handlungen und Äußerungen: Je mehr ein Verhalten als rücksichtslos wahrgenommen wurde, desto mehr Betroffene werden die Gelegenheit für eine Revanche nutzen. Und wer erst einmal ins Kreuzfeuer geraten ist, den lassen auch Mitstreiter früher oder später fallen, um möglichen Schaden von sich selbst abzuwenden.

 

 

 

Die Auswirkungen auf Beziehungen

 

Durchsetzen um jeden Preis, ohne Rücksicht auf Verluste? Für wen nur das kurzfristige Ergebnis zählt, der erlebt oft böse Überraschungen. Während beispielsweise auf beruflicher Ebene gute Erfahrungen miteinander eine künftige Zusammenarbeit vereinfachen, wird eine langfristige Kooperation durch schlechte Erfahrungen erschwert oder gar unmöglich gemacht.

Wer gewissenlos handelt, der zerstört, was oft viel Zeit braucht, um sich wieder zu bilden, falls dies überhaupt möglich ist. Illoyales Verhalten vergiftet menschliche Beziehungen, und ohne eine Vertrauensbasis würde vor allem im beruflichen Umfeld mehr und mehr Aufwand für die Kontrolle anderer erforderlich ﹣ Energie, die an anderer Stelle besser eingesetzt wäre.

 

 

 

Glaubwürdigkeit

 

Fehlende Glaubwürdigkeit hat entscheidenden Einfluss auf das Durchsetzungsvermögen. Wir nehmen eine Person als glaubwürdig wahr, wenn sie uns kompetent und zuverlässig erscheint.

Kompetenz lässt sich, obwohl es immer häufiger versucht wird, in den meisten Bereichen nur kurzzeitig vorgaukeln: Wer hier nicht hält, was er verspricht, verspielt seinen guten Ruf. Die Empfindung von Zuverlässigkeit beruht auf einer sympathischen Erscheinung und angemessenem Verhalten, Gelassenheit und Authentizität sowie sozialer Kompetenz ﹣ Eigenschaften, die sich mit rücksichtslosem Verhalten nur schwer vermitteln lassen.

 

 

 

Mit aller Macht durchsetzen

 

Charakter

 

Der US-amerikanische Präsident Abraham Lincoln (1809 bis 1865) sagte, wenn man den Charakter eines Menschen prüfen wolle, müsse man ihm Macht geben. Tatsächlich verändert Macht das menschliche Verhalten, sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn. Manchen Menschen fällt es leichter, sich mit Hilfe ihres Einflusses durchzusetzen, während andere auf Überzeugungskraft vertrauen.

 

 

Drohungen

 

Drohungen haben den Nachteil, dass ihre Wirkungen von Mal zu Mal nachlassen: Solche Gebärden schwächen sowohl das Ansehen als auch die Durchsetzungskraft, sie schränken Flexibilität und Handlungsspielräume ein. Wer sich um jeden Preis durchsetzen will, verliert in den Augen seiner Mitmenschen an Achtung. Jene, auf die so eingewirkt wird, werden zu Gegnern, sobald sich ihnen eine Gelegenheit dazu bietet. Das wissen auch die, die Macht besitzen. Sie sehen sich dadurch oft veranlasst, ihre Position durch noch mehr Machtausübung abzusichern. Nicht nur auf humanistische Werte bedachte Menschen distanzieren sich von Personen, die ihren Status allein durch direkte Machtausübung aufrechterhalten wollen.

 

 

 

Ohne Werte kein Erfolg

 

Mitunter kann, wer machiavellistisch handelt, mit einem solchen Verhalten zum Ziel kommen. Doch bedeutet das auch, dass diese Person erfolgreich ist? Anhand welcher Kriterien kann der Grad des persönlichen Erfolges gemessen werden? Wir können Erfolg beispielsweise dadurch definieren, dass jemand ein angestrebtes Ziel erreicht, das sowohl seine Existenz, sein Handeln oder auch seine Besitztümer betreffen kann.

Glauben wir der Werbung, existieren zahlreiche Symbole für Erfolg. Die Botschaft lautet: Je mehr Statussymbole jemand anhäuft, desto erfolgreicher ist er. Doch erfüllen sie wirklich die Erwartungen, die an sie geknüpft werden?

Der Bürgerrechtler Martin Luther King (1929 bis 1968) vertrat die Meinung, viele Menschen würden dazu neigen, Erfolg eher nach der Höhe der Gehälter oder nach der Größe ihrer Autos zu bestimmen als nach dem Grad ihrer Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Kann Geld beziehungsweise Besitz als Kriterium dienen, oder sind diese Symbole letztlich

Randerscheinungen des eigentlichen Erfolges? Wenn Menschen etwas tun, das ihnen wichtig ist und dem sie ihre Aufmerksamkeit widmen, dann machen sie ihre Sache höchstwahrscheinlich gut und erreichen ein gewünschtes Ziel. Erfolg bedeutet in diesem Sinne, ein erfülltes Leben zu führen, mit Freunden verbunden zu sein und zu lernen, andere zu unterstützen und einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Eine solche Definition von Erfolg führt zu der Beschäftigung mit Werten, nach denen Menschen ihr Handeln ausrichten. Sie sind eine Orientierungshilfe, mit der wir das eigene und das Verhalten anderer Menschen beurteilen. Erfolgreiche Menschen sind sich nicht nur über ihre Wertvorstellungen im Klaren, sie leben auch entsprechend. Ein englisches Sprichwort lautet: „Walk your talk“ ﹣ „Lass deinen Worten Taten folgen“. Gerade wenn es um grundlegende Entscheidungen geht, ist es wichtig, die eigenen Werte zu berücksichtigen.

Daraus lässt sich auch die Antwort ableiten, ob skrupelloses Handeln überhaupt zum Erfolg führen kann. Denn wir können entscheiden, für welche Werte wir uns besonders einsetzen und welche um keinen Preis verletzt werden dürfen.

Menschen, die rücksichtslos handeln, behaupten oft, ihr Verhalten diene höheren Zielen, und stellen einen Zweck deutlich über einen anderen. Werden dabei grundlegende Werte verletzt, bekommt das Erreichen der wichtigsten Ziele einen bitteren Beigeschmack.

 

Bleiben Sie sich treu!

Umfrageergebnis

 

Über Leichen zu gehen …

 

%

... ist nicht akzeptabel.

%

... ist manchmal erforderlich.

%

... ist erforderlich.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1122)

P.S.

 

Erfordert Erfolg Rücksichtslosigkeit?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2007
Überarbeitung: 4. Juli 2019
AN: #31473
K:CNB
Ü:

Tipps für Komplimente: Wortgeschenke mit Schleifchen dran

Tipps für Komplimente: Wortgeschenke mit Schleife dran

Komplimente sind wie Parfüm – sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden
Komplimente

Komplimente

 

Machen Sie Ihrem Umfeld verbale Wortgeschenke mit Schleifchen, zaubern Sie Ihren Mitmenschen mit Komplimenten ein Lächeln ins Gesicht. Nehmen Sie positiven Einfluss und bringen Sie etwas ins Rollen.

Definition

 

Ein Kompliment soll Nähe schaffen, bei der beide Seiten gewinnen. Es ist eine wohlwollende, freundliche Äußerung darüber, was einem an jemanden besonders gefällt. Das können sowohl Eigenschaften, Leistungen, auch äußere Merkmale oder ähnliches sein.

 

 

 

Ursprung

 

Den Wortursprung lieferte das spanische „Complimento“ für Überfluss und Übertreibung. Auf seiner Reise über Frankreich wurde es bei uns schließlich zum Kompliment.

 

 

 

Synonyme

 

Artigkeit, Höflichkeitsbezeugung, Liebenswürdigkeit. Schmeichelei, Schöntuerei, Galanterie und Flatterie.

 

 

 

Alles klar?

 

Oder sind Komplimente ohnehin ein Thema mit Bart?

Wo sind sie nur geblieben, die bezaubernden Komplimente?

 

Der Artikel widmet sich dem Thema Komplimente aus Anlass eines Interviews für den SWR am 23. Juni 2016 mit Stefanie Jacob.

 

 

 

Wann ist ein Komplement angebracht und wann nicht?

 

Oscar Wilde behauptete „Komplimente sind wie Parfüm – sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden“. Alles klar? Nur, was ist ein aufdringliches Kompliment und was ein duftendes? Olfaktorisch geantwortet:

Abgedroschene Komplimente stinken. Komplimente dürfen gerne ein kleines bisschen übertrieben werden – so wie ein üppiger verführerisch duftender Blumenstrauß. Doch darüber hinaus wird es unangenehm, weil unglaubwürdig. Da stinkt etwas zum Himmel und wir wittern, dass etwas faul ist. Dann wird ein Kompliment zunehmend unannehmbarer.

 

 

 

Wofür steht ein Kompliment?

 

 

Ein Kompliment kann ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ein Kompliment kann verbinden. Auch, weil so ein Kompliment den Tag viel schöner macht, unsere Stimmung hebt und uns die Welt durch eine in Pastellfarben getönte Brille wahrnehmen lässt; seien Sie etwas großzügiger damit. Machen Sie Ihren Mitmenschen verbale Wortgeschenke mit Schleifchen. Zaubern Sie Ihrem Umfeld ein Lächeln ins Gesicht. In der Partnerschaft, im Berufsleben, unter Freunden und bei wildfremden Menschen; machen Sie die Welt ein Stück lebenswerter.

Den größten Beitrag liefern sie als Eisbrecher und für die Beziehungspflege. Komplimente sind Geschenke, die Türen öffnen.

Die meisten Menschen schätzen es erst einmal grundsätzlich, wenn sie ein Kompliment erhalten. Sind Komplimente annehmbar, dann fördern sie positive Gefühle, weil sie das Gefühl vermitteln wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. So fördern sie Beziehungen und erleichtern die Kommunikation. Komplimente können das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl der Empfänger fördern. Oscar Wilde: „Eine Bekanntschaft, die mit einem Kompliment begonnen wurde, hat alle Aussicht sich zu einer echten Freundschaft zu entwickeln.“ Es ebnet jedenfalls so manchen Weg, der sonst deutlich holpriger wäre. Wohlwollen fördert Wohlwollen!

 

 

Liste mit einigen Vorteilen:

 

  • Eisbrecher
    Komplimente liefern einen hervorragenden Gesprächseinstieg.
  • Sympathie
    Empfänger und Absender erleben für den Moment ähnliche positive Empfindungen. Solche emotionale Resonanz fördert Sympathie.
  • Vertrauen
    Komplimente schaffen Vertrautheit und Vertrauen.
  • Aufmerksamkeit wecken
    Komplimente machen neugierig auf den Absender.
  • Wohlwollen
    Komplimente fördern das Wohlwollen.
  • Selbstwertgefühl
    Sie steigern das Selbstwertgefühl des Empfängers.
  • Komplimente wirken perspektiverweiternd
    Sie verändern nicht nur Empfänger. Wer gute Komplimente gibt, braucht dazu Aufmerksamkeit und somit Interesse an anderen Menschen. Das bleibt dann auch nicht ohne Wirkung. Wer sich für andere Menschen interessiert, entdeckt so manches, das andere übersehen.
  • Verstärkung
    Auch, wenn es sich eher um eine Eigenschaft eines Lobs handelt; durch die positive Verstärkung werden Wiederholungen gefördert.

 

 

Aber,  trotz der Vorteile tun sich viele Menschen nicht so leicht mit Komplimenten, weder beim Geben, noch beim Annehmen.

Wieso tun sich viele Menschen so schwer damit Komplimente anzunehmen?

 

Ist es gar ein deutsches Problem oder woran liegt es wohl?
Hier ein paar Thesen und Tipps.

 

 

1. Es ist uns fremd

 

Liegt es daran, dass wir es nicht gewohnt sind, weil wir so selten Komplimente bekommen? Reagieren wir nur deshalb so unsicher, skeptisch, ängstlich und so schnell überfordert, selbst dann, wenn es jemand gut mit uns meint?

 

 

 

2. Komplimente werden schlichtweg nicht als solche erkannt

 

Manches Kompliment ist nicht deutlich genug als solches gekennzeichnet, als dass sich der Empfänger einwandfrei angesprochen fühlt. Im Zweifelsfall lieber hanseatische Zurückhaltung als peinliches Annehmen fremder Federn, selbst wenn sie einen schmücken würden.

 

 

 

3. Angst vor Manipulation

 

Komplimenten zu widerstehen ist oft nicht so einfach. Es kann zu verlockend sein. Manche erinnern an den Gesang der Sirenen und Odysseus. Deren Lobgesang war ja auch nicht ohne, so dass er sich vorsichtshalber an einen Mast hat fesseln lassen, um so nicht den Verlockungen zu erliegen. Und so wie seine Mannschaft mit verstopften Ohren meiden heute manche Menschen ebenfalls Komplimente wie der Teufel das Weihwasser.

Ein Klient sagte einmal; „Mit Komplimenten ist es wie mit Pilzen. Gerade die schönsten sind mit besonderer Vorsicht zu genießen.“ Er hatte recht schlechte Erfahrungen in einem Unternehmen gemacht, in dem es üblich war einander möglichst ausgiebig auszunutzen. Er war der Meinung, mit dem Annehmen eines Komplimentes schwerer Nein zu unangemessenen Forderungen sagen zu können. Argwöhnisch vermutete er hinter jedem Kompliment den Versuch ihn auszunutzen oder zu manipulieren.

 

 

 

4. Zurückhaltung

 

Manche Menschen sind zu introvertiert, um sich mit einem Kompliment wohlzufühlen. Sie haben den Eindruck ein glühendes Stück Eisen aufzufangen. Nur schnell wieder loswerden oder wenigstens relativieren.

Es lohnt sich Komplimente annehmen zu lernen. Einfach so! Ohne Wenn-und-Aber. Ein „Danke!“ als Quittung ist deutlich besser als ein Eiertanz, um es wieder loszuwerden. Ist das Kompliment ein Geschenk, dann ist es ziemlich unfreundlich es abzulehnen und dem Sender vor den Kopf zu stoßen. Wir machen durch das Ablehnen nicht nur das Gesagte, sondern auch den mutigen Komplimentemacher lächerlich. Und das ist gemein und unfair. Und wir erscheinen auch nicht arrogant, wenn wir uns über das Kompliment freuen, sondern selbstbewusst. Nehmen Sie es also erst einmal an!

 

 

 

Wieso tun sich manche Menschen so schwer damit Komplimente zu geben?

 

Vielleicht, weil sie ein Kompliment machen mit Schleimen verwechseln? Unangenehme Beispiele gibt es da ja. Wer will schon als widerlicher Opportunist gelten? 
Zwar soll auch beim Schleimen Sympathie geweckt und verstärkt werden. Allerdings werden hier Botschaften vermittelt, die der Empfänger hören will und an die der Sender nicht zu glauben braucht! Es geht darum dadurch einen Vorteil zu erlangen, auch indem die eigene Person erniedrigt wird. Und letzteres ist bei einem Kompliment deutlich weniger ausgeprägt. Schleimen findet von unten nach oben statt. Gute Komplimente auf Augenhöhe!

Komplimente sind übrigens auch vom Lob zu unterscheiden. Ihr Hauptbestreben ist die Förderung von Nähe. 
Ein Lob wird typischerweise eingesetzt, um einen anderen Menschen in einer Entwicklung zu bestärken, an der meist nicht nur der Gelobte, sondern auch der Lobende ein Interesse hat. Wobei der Übergang durchaus fließend sein kann.

 

 

Mögliche Gründe:

 

1. Komplimente machen arrogant

 

Ist wirklich schon einmal jemand vor Stolz geplatzt? Machen zu häufige Salbungen mit Komplimenten tatsächlich hochnäsiger? Hm. Mir fallen da durchaus ein paar Zeitgenossen ein, die als Beweismittel für diese These herangezogen werden könnten. Allerdings fischen die ohnehin ständig nach Komplimenten und haben schließlich selbst dann welche am Haken, wenn vorher keine freilebend im Teich zuhause waren.

 

 

2. Verunsicherung

 

Politische Korrektheit, insbesondere der vermeintliche und tatsächliche Sexismus sorgen vielerorts für krampfhafte Korrektheit. Wobei zugegeben, keine hinreichende Definition der Grenzen existiert und das macht die Kommunikation gerade im Berufsleben nicht wirklich leichter. Es herrscht Verunsicherung, schließlich droht schon bei einer unbeabsichtigten Doppeldeutigkeit die Sexismusanklage oder zumindest die Schamröte. Wenn schon die Bewunderung einer Krawatte als sexistisch ausgelegt und wahlweise mit Guantanamo oder einem Sensibilisierungs-Workshop geahndet werden kann, ermuntert das nicht gerade zu individuelleren Äußerungen.

 

 

3. Neid

 

Manchen Zeitgenossen gönnen wir einfach keinen Sonnenschein. Also wird ihnen auch so etwas Luxuriöses wie ein Kompliment vorenthalten. Das sollen die sich erst einmal verdienen. Verständlich! Allerdings kann gerade ein ehrlich gemeintes Kompliment der Beziehung einen positiven Impuls geben.

 

 

 

Weshalb sind Komplimente heute so risikobehaftet?

 

Es ist heutzutage nahezu unmöglich, ein absolut sicheres Kompliment zu formulieren, es kann also auch in die Hose gehen. Weshalb?

Auch für Komplimente gilt die Grundregel der Kommunikation: Der Empfänger entscheidet über die Bedeutung einer Botschaft. Wie ein Kompliment aufgefasst wird, hat ganz viel mit den Filtern, Erfahrungen bzw. Schlussfolgerung der Empfänger zu tun. Selbst wenn es anders gemeint war, kann der Empfänger es als getarnte Beleidigung, Kritik, Manipulation oder Anzüglichkeit empfinden.

Es ist nahezu unmöglich, absolut sichere Komplimente zu formulieren. Die Entscheidung, ob ein Kompliment gelungen ist oder daneben geht, fällt der Empfänger. Letztlich kann jedes Kompliment falsch verstanden werden. All die Filter sorgen dafür, dass die beabsichtigte Bedeutung eines Kompliments beim Empfänger nicht mehr ganz mit der Absicht des Absenders übereinstimmt. Das lässt sich nicht verhindern, meinte schon Paul Watzlawick. Allerdings müssen wir auch nicht die Konsequenzen jedes Fettnäpfchens erkunden, indem wir unnötig heikle Formulierungen wählen.

Komplimente zu machen ist echt verdammt schwer, oder? Nicht wirklich! Je besser die Beziehung, desto wohlwollender werden Botschaften aufgenommen. Im Grunde geht das mit den Komplimenten ganz einfach und ist kinderleicht mit etwas Übung.

Schön, dass Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben.

 

 

Typisch deutsch?

 

Ist das denn typisch deutsch – so sparsam zu sein mit Komplimenten? Es scheint wohl beispielsweise in der arabischen Welt großzügiger mit Komplimenten umgegangen zu werden. Ja, es gibt kulturelle Unterschiede. In Deutschland sind wir Komplimenten gegenüber deutlich misstrauischer als beispielsweise in den optimistischen USA. Dort sind Komplimente mit superlativen Lobhudeleien so unbeliavable-fucking-mega-exciting-awsome. XXL, halt. Wer schon mal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiß, was ich meine. Andere Länder, andere Sitten. Wobei es auch innerhalb Deutschlands je nach Gruppenzugehörigkeit deutliche Unterschiede gibt. Übrigens gibt es Länder, die den Umgang mit Komplimenten noch komplizierter gestalten; China. Chinesen sind noch hanseatischer als unsere Hamburger. Ein Klient erzählte mir; Chinesen weisen rund 3 mal Komplimente von sich, ehe sie endlich angenommen werden.

Wieso wir es uns in Deutschland so schwer machen? Vielleicht nehmen wir vieles etwas ernster, legen alles zuerst auf die Goldwaage, machten auf die Kommastelle. Wir legen mehr Wert darauf, dass es auch so gemeint ist, wollen am liebsten ein Echtheitszertifikat dazu. Wobei ich auch oft sehr annehmbare Komplimente erlebe, gerade weil sie so viel Substanz haben.

Politische Korrektheit, insbesondere der vermeintliche und tatsächliche Sexismus sorgen vielerorts für krampfhafte Korrektheit. Wobei zugegeben, keine hinreichende Definition der Grenzen existiert und das macht die Kommunikation gerade im Berufsleben nicht wirklich leichter. Es herrscht Verunsicherung, schließlich droht schon bei einer unbeabsichtigten Doppeldeutigkeit die Sexismusanklage oder zumindest die Schamesröte. Da reicht mitunter schon die Bewunderung einer Krawatte und Sie müssen wegen sexistischer Verfehlung in den Sensibilisierung-Workshop. Das ermuntert nicht gerade zu individuelleren Äußerungen.

Was macht gute Komplimente aus?

 

Anscheinend benötigen wir dringend eine Bedienungsanleitung für den richtigen Aufbau eines Komplimentes, als würde schon ein falsches Wort zum Scheitern führen. Dabei ist es doch im Grunde einfach, Schritt für Schritt: Was macht gute Komplimente aus?

Für meinen Geschmack basieren die besten Komplimente darauf, dass die enthaltene Wertschätzung glaubhaft ist, weil jemand genauer hingesehen hat. Schon das signalisiert besonderen Respekt. Es ist also wesentlicher, welche Geisteshaltung ich pflege, als welche Techniken ich gelernt habe. Die Absicht ist spürbar.

 

 

 

1. Ehrlichkeit

 

Zumindest eine wohlwollende Portion davon ist erforderlich. Komplimente, die uns auf keinem Fall abgenommen werden, richten mehr Schaden als Nutzen an. Wobei der Wunsch, Komplimenten zu glauben, oft größer als die Vernunft ist. Außerdem werden meist selbst Komplimente, denen nicht geglaubt wird, sehr gerne angenommen. Was man hat, hat man!

Und doch; Nehmen Sie etwas das Sie auch meinen. Ihre Körpersprache verrät Sie sonst durch fehlende Kongruenz. Wenn Sie meinen was Sie sagen, brauchen sie sich um Ihre Körpersprache weniger Gedanken zu machen. Sie werden automatisch authentisch wirken. Dazu gehört der natürliche Augenkontakt und eine offene Körperhaltung. Viele Menschen spüren, ob ein Kompliment ehrlich gemeint und aufrichtig ist. Manche Komplimente sind einfach zu offensichtlich an den Haaren herbeigezogen, anstatt von Herzen zu kommen.

Außerdem erhöht ein angenommenes Kompliment die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung. Und so kann ein unehrliches Kompliment schnell nach unten losgehen.

 

Anmerkung:


Auch hier gilt es kulturelle Unterschiede zu beachten. In Deutschland sind wir Komplimenten gegenüber deutlich misstrauischer als beispielsweise in den optimistischen USA. Dort sind Komplimente mit superlativen Lobhudeleien so unbeliavable-fucking-mega-exciting-awsome. Andere Länder, andere Sitten. Wobei es auch innerhalb der zurückhaltenderen Leitkultur (tolles Wort, was auch immer es bedeuten soll) Deutschlands je nach Gruppenzugehörigkeit deutliche Unterschiede gibt. Übrigens gibt es Länder, die den Umgang mit Komplimenten noch komplizierter gestalten; China. Chinesen sind noch hanseatischer als unsere Hamburger. Chinesen weisen rund 3 mal Komplimente von sich, ehe sie angenommen werden.

 

 

 

2. Respekt

 

Es lauern so manche Fettnäpfchen auf der Strecke, auch wenn ein Kompliment ehrlich und freundlich ist. Selbst die beeindruckendsten geschlechtsspezifischen Attribute eignen sich selten für respektvoll klingende Komplimente und rufen den Ethikrat für Political Correctness auf den Plan. Also besser auf Augenhöhe achten!

 

 

 

3. Timing

 

Das Timing zählt. Und auf die Umstände, die Motivation und die Formulierungen kommt es an. Jede Äußerung wird im Kontext entschlüsselt und verändert so seine Wirkung. Wer ist noch anwesend? Ist es der geeignete Ort, die passende Gelegenheit? Werden nur Nettigkeiten angeboten, hängt unsere Wahrnehmung des Kompliments vom persönlichen Selbstbild, Status, unseren Erfahrungen mit Komplimenten und unserer Einschätzung vom Urteilsvermögen und der Absicht des Komplimentegebers ab. Wie aufrichtig wird der Kommentar eingeschätzt?

 

 

 

4. Kern eines Kompliments

 

Manche Leute machen Komplimente so, als müssten sie in ihren Taschen danach wühlen. Woher nehmen? Locker bleiben! Der Moment offenbart zahlreiche Gelegenheiten für angemessene, relevante, persönliche Komplimente. Wer mit offenen Augen und Ohren unterwegs ist – also wirklich präsent ist – kann aus dem Vollen schöpfen.

 

 

 

5. Relevanz

 

Abgegriffene und leere Floskeln entpuppen sich nach dem Entfernen der Verpackung, als das was sie sind; hohl! Gute Komplimente konzentrieren sich auf etwas, dass die Empfänger auch zu verantworten haben. Es muss deutlich sein, womit es verdient wurde, um glaubwürdig zu sein. Je spezifischer, desto fundierter. So verstärkt ein Kompliment dann auch noch ein gewünschtes Verhalten. Nur zu Erinnerung: Jede Kommunikation hat eine bewusste oder unbewusste Absicht!

Und wer eine Vorstellung davon hat, was dem Empfänger von besonderem Wert ist, findet dort eine Anregung.

 

Komplimente sind wie Parfüm.
Sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden.

Oscar Wilde

 

 

 

6. Persönlich

 

Anstatt Gegenstände zu bewundern, gilt es deren Beziehung zum Empfänger zu betonen. Gefühle wirken intensiver als sachliche Argumente, Zahlen, Daten und Fakten. Besondere Geschenke in Form eines Komplimentes sind originell, glaubwürdig und überraschend. Sie werden nicht jeden Tag gemacht. Eine gute Gelegenheit, Wertschätzung durch aufmerksame Beobachtung an den Tag zu legen.

Dann versteht sich von allein, was Sie besser lassen. Beispiel: Ein viel beschäftigter Geschäftsführer wollte sich und seine Mitarbeiter durch Lob und Komplimente erfreuen. Nach einigen Tagen auffallend fleißigen Verteilens sprach sich leider herum, dass er vorgefertigte Lobkarten auf seinem Schreibtisch zu liegen hat. Willkürlich zog er jeweils ein paar Karten, um sich mit ihnen auf den Weg durch das Unternehmen zu machen. Dort verteilte er die Sprüche vollkommen zufällig und austauschbar. Es erinnert mich etwas an meine Grundschullehrerin, die uns Pünktchen (in der DDR soll es Bienchen gegeben haben) ins Aufgabenheft klebte.

 

 

 

7. Vorsicht vor Mehrdeutigkeit

 

Es ist nahezu unmöglich, absolut sichere Komplimente zu formulieren. Die Entscheidung, ob ein Kompliment gelungen ist oder daneben geht, fällt der Empfänger. Letztlich kann jedes Kompliment falsch verstanden werden.
Komplimente können wie getarnte Beleidigungen, Kritik, Manipulation oder Anzüglichkeit ankommen, selbst wenn sie anders gemeint waren. Jeder von uns entschlüsselt Botschaften auf eigene Weise. Erfahrungen, Überzeugungen, … allerlei Filter sorgen dafür, dass sie beim Empfänger nicht mehr ganz mit der Absicht des Absenders übereinstimmt. Das lässt sich nicht verhindern, meinte schon Paul Watzlawick. Allerdings müssen wir auch nicht jedes Fettnäpfchen suchen, indem wir heikle Formulierungen wählen.

Ach, Komplimente zu machen ist echt verdammt schwer! Oder? Nicht wirklich, außerdem, je besser die Beziehung, desto wohlwollender werden Botschaften aufgenommen. Im Grunde geht das mit den Komplimenten ganz einfach und ist kinderleicht mit etwas Übung.

Schön, dass Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben.

8 Tipps für die Komplimente-Praxis

 

Für meinen Geschmack basieren die besten Komplimente darauf, dass die enthaltene Wertschätzung glaubhaft ist, weil jemand genauer hingesehen hat. Schon das signalisiert besonderen Respekt. Es ist also wesentlicher, welche Geisteshaltung ich pflege, als welche Techniken ich gelernt habe. Die Absicht ist spürbar.

 

 

1. Achtsamkeit

 

Achtsamkeit und Interesse an anderen Menschen machen es leichter Anknüpfungspunkte zu finden. Manche Leute machen Komplimente so, als würden sie in ihren Taschen nach Kleingeld wühlen. Woher Komplimente nehmen? Locker bleiben! Der Moment offenbart zahlreiche Gelegenheiten für angemessene, relevante, persönliche Komplimente. Wer mit offenen Augen und Ohren unterwegs ist – also wirklich präsent ist – kann aus dem Vollen schöpfen.

 

 

 

2. Persönliche Ansprache

 

Wenn Sie die Empfänger des Lobs mit dem Namen ansprechen steigert das die Wirkung.

 

 

 

3. Glaubwürdigkeit

 

Geben Sie glaubwürdige Komplimente, also solche die Sie auch so meinen. Unterstreichen Sie, was das für sie persönlich bedeutet. Abgegriffene und leere Floskeln entpuppen sich nach dem Entfernen der Verpackung, als das was sie sind; hohl! Gute Komplimente konzentrieren sich auf etwas, dass die Empfänger auch zu verantworten haben. Es muss deutlich sein, womit es verdient wurde, um glaubwürdig zu sein. Je spezifischer, desto fundierter. So verstärkt ein Kompliment dann auch noch ein gewünschtes Verhalten, wobei es dann zu einem Lob wird. Nur zu Erinnerung: Jede Kommunikation hat eine bewusste oder unbewusste Absicht!

 

 

 

4. Kontext beachten

 

Auf den Kontext, Angemessenheit und mögliche Mehrdeutigkeit achten. Ja, auch der Klassiker – die Ebenen der Kommunikation – liefern Hinweise darauf was aus welcher Sicht interpretiert werden könnte. Jede Äußerung wird im Kontext entschlüsselt und verändert so seine Wirkung. Wer ist noch anwesend? Ist es der geeignete Ort, die passende Gelegenheit? Werden nur Nettigkeiten angeboten, hängt unsere Wahrnehmung des Kompliments vom persönlichen Selbstbild, Status, unseren Erfahrungen mit Komplimenten und unserer Einschätzung vom Urteilsvermögen und der Absicht des Komplimentegebers ab. Wie aufrichtig wird der Kommentar eingeschätzt?

 

 

 

5. Rahmen und Zeugen

 

Komplimente in Gegenwart weiterer Zeugen erhöht die Wirkung.

 

 

 

6. Vorsicht vor Manipulationen

 

Setzen Sie Kompliment nicht bewusst dazu ein, um andere zu manipulieren. Das kann als Vertrauensbruch empfunden werden und vergiftet schnell den Boden auf dem, dann nur noch schwer etwas wachsen will.

 

 

 

7. Körpersprache

 

Achten Sie während des Überreichens von Komplimenten auf ihre Körpersprache. Die sollte die gleiche Sprache sprechen, wozu entsprechender Augenkontakt gehört.

 

 

 

8. Nicht übertreiben

 

Gemach: Komplimente sind wertvoll, wer sie massenhaft unreflektiert verteilt nimmt ihnen Wert und Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Wie Sie es nicht tun sollten: Mit Komplimenten hat es Donald Trump nicht so

 

US-Präsident Donald Trump (71) war mit seiner Frau Melania (47) am 14. Juli 2017 zu Besuch bei seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron (39) und dessen Frau Brigitte (64). Dort sorgte Trump für eine erneute Peinlichkeit. Leider hat er die Empfehlungen für gelungene Komplimente wohl nicht früh genug gelesen.

Ein Trump betrachtete sich die Figur von Macrons Gattin Brigitte: „You’re in such good shape“, also „Sie sind in so guter Form.“ Dabei ist eine eigenartige Geste zu erahnen. Es sieht so aus, als würde er ihre Hüften beschreiben. Die Reaktion von Brigitte Macron ist weder zu hören, noch ist ihre Mimik im Video zu erkennen. Die Kamera steht hinter ihr. Ihr Mann scheint über die Bemerkung hinwegzugehen. Er zieht sich anschließend mit Donald Trump zurück.

Ob sie diese Äußerung als ein Kompliment verstanden hat oder als Anspielung auf ihr Alter? Sie ist einige Jahre älter als ihr Mann. Allzu charmant dürfte sie Trumps Kommentar vermutlich nicht empfunden haben. Schließlich wurde der Altersunterschied der Macrons häufig im französischen Wahlkampf thematisiert. Ich frage mich weshalb. Außerdem, bei Trump und seiner Frau ist der Abstand ähnlich, nur das es andersherum ist. War das schon mal ein Thema? So oder so; viele Beobachter unterstellen ihm mal wieder einen schlechten Stil. Trump ist schließlich schon mehrfach durch sexistische Sprüche aufgefallen. Clever war das Kompliment, falls es eines sein sollte, jedenfalls nicht. Weshalb so ungeschickt in ein Fettnäpfchen treten, wo es sicher auch passendere Komplimente geben würde.

 

 

Fazit

 

Auch, weil so ein Kompliment den Tag viel schöner macht, unsere Stimmung hebt und uns die Welt durch eine in Pastellfarben getönte Brille wahrnehmen lässt; seien Sie etwas großzügiger damit. Machen Sie Ihren Mitmenschen verbale Wortgeschenke mit Schleifchen. Zaubern Sie Ihrem Umfeld ein Lächeln ins Gesicht. In der Partnerschaft, im Berufsleben, unter Freunden und bei wildfremden Menschen; machen Sie die Welt ein Stück lebenswerter. Viel Spaß! ;-) Nehmen Sie positiven Einfluss!

 

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie stehen Sie zu Komplimenten?

Es ist ein großer Fehler, das Komplimentemachen aufzugeben. Wenn der Mensch nichts Charmantes mehr sagt, hat er auch keine charmanten Gedanken mehr.

Umfrageergebnisse

 

 

Komplimente bekomme ich gerne.

%

Ja

%

Ja, aber nicht immer und von jedem

%

Nein

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2016 bis 2018, n=2237)

Komplimente gebe ich ...

%

ab und zu

%

oft!

%

selten bis nie!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (n=1150)

Gute Komplimente sind schwer zu geben

%

Ja!

%

Nein!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2301)

Komplimente gehören nur ins Privatleben

%

Stimmt nicht!

%

Stimmt!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2200)

Ich vermute Hintergedanken, wenn ich Komplimente bekomme.

%

Ja!

%

Manchmal!

%

Nein!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2420)

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 2015
Überarbeitung: 17. April 2019
AN: #43321
K:CNB
Ü:

Seilschaften: Gut oder schlecht?

Seilschaften: Gut oder schlecht?

Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat
Seilschaften

Seilschaften

 

Sind Seilschaften berechtigterweise so schlecht angesehen? Netzwerken und Beziehungspflege wird sonst doch empfohlen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Seilschaft

 

An die Spitze von Organisationen gelangen jene leichter, die Unterstützung haben. Meistens geht das nicht alleine. Ein Beispiel dafür ist das Bergsteigen. Bei den Bergsteigern gibt es das auch. Die sichern sich mit Seilen aneinander und erklimmen gemeinsam selbst hohe Berge. Für diesen Zweck bilden sie eine Seilschaft. Das Prinzip der Seilschaft ist auch jenseits der Berggipfel im Einsatz. Seilschaften gibt es auch in der Politik, dem Bildungswesen, der Wirtschaft und in anderen Bereichen. Mit Hilfe von Seilschaften helfen sich Menschen auch gegenseitig, damit sie Karriere machen können. Das geschieht meist im Verborgenen.

Seilschaften ermöglichen den Teilnehmern leichter Ziele zu erreichen, auch ohne entsprechende Fairness und ohne die entsprechenden Qualitäten. Daraus resultieren zahlreiche Nachteile für andere Menschen. Es reduziert wünschenswerten Wettbewerb und sorgt nicht unbedingt für gute Ergebnisse. Bei solch einem Nachhelfen bei Karrieren gelangen Personen in Positionen, in die sie ohne Beziehungen nicht gelangen würden. Wesentlich für den Zusammenhalt von Seilschaften sind vorwiegend nur die gemeinsamen Absichten und eigenen Vorteile. Dass dabei andere Werte verletzt werden, wird zumindest billigend in Kauf genommen. Deswegen hat der Begriff Seilschaften eine negative Bedeutung.

 

 

 

Aber Beziehungen und Netzwerke sind doch etwas Gutes, oder?

 

Sonst wird der Wert von Beziehungspflege und von Netzwerken doch andauernd gepriesen, weshalb dann die negative Beurteilung von Seilschaften? Sind jene Menschen, die Seilschaften verabscheuen, nur neidisch, weil sie selbst keine solche Unterstützung erfahren?

Tatsächlich können solche Beziehungen sowohl hilfreich als auch sehr schädlich sein. Direkte Beziehungen ermöglichen es auf kürzeren Wegen Kontakt aufzunehmen, Dinge zu klären und ins Rollen zu bringen. Es ist wie mit anderen Organisationen; es gelten unterschiedliche moralische Vorstellungen. Gerade, was im Verborgenen geschieht und der Öffentlichkeit entzieht, neigt eher zu bedenklichem Verhalten.

P.S.

 

Was kommt Ihnen bei Seilschaften in den Sinn? Sind jene Menschen die Seilschaften verabscheuen nur neidisch, weil sie selbst keine solche Unterstützung erfahren?

Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 9. Mai 2007
Überarbeitung: 9. März 2019
AN: #371

Recht haben oder freundlich sein? Klug mit Streit umgehen

Recht haben oder freundlich sein? Wie du Konflikte klärst, ohne dich zu verbiegen

Recht haben oder freundlich sein? Konflikte souverän klären
Recht behalten oder freundlich sein?

Recht haben oder freundlich sein? Wie du Konflikte klärst, ohne dich zu verbiegen

 

Möchtest du recht haben?

Oder möchtest du etwas erreichen?

Diese beiden Ziele können zusammenpassen.

Sie müssen es weniger.

Manchmal ist es wichtig, einer Sache deutlich zu widersprechen.

Manchmal lohnt es sich, auf einer korrekten Information zu bestehen.

Und manchmal merken wir mitten in einer Diskussion:

Es geht längst weniger um die Sache.

Es geht darum, wer gewinnt.

 

 

 

Recht haben und Recht behalten sind zwei verschiedene Dinge

 

Du kannst sachlich recht haben.

Und trotzdem ein Gespräch verlieren.

Du kannst ein hervorragendes Argument besitzen.

Und trotzdem Vertrauen beschädigen.

Umgekehrt kannst du freundlich bleiben und gleichzeitig einen wichtigen Fehler stehen lassen.

Deshalb lautet die entscheidende Frage weniger: Recht oder Freundlichkeit?

Sie lautet:

Was braucht diese Situation?

 

 

 

Wann ist es wichtig, auf einer Sache zu bestehen?

 

Zum Beispiel wenn:

  • Sicherheit betroffen ist
  • eine wichtige Entscheidung auf falschen Informationen beruht
  • rechtliche oder wirtschaftliche Folgen entstehen
  • Grenzen überschritten werden
  • Verantwortung verschoben wird

Dann kann Schweigen die schlechtere Lösung sein.

 

 

 

Freundlichkeit bedeutet weniger Nachgeben

 

Das wird häufig verwechselt.

Du kannst freundlich sagen:

„Ich sehe das anders.“

Du kannst freundlich sagen:

„Diese Zahl stimmt weniger.“

Du kannst freundlich sagen:

„Damit bin ich weniger einverstanden.“

Freundlichkeit beschreibt den Umgang.

Sie entscheidet weniger über deine Position.

 

 

 

Eine klare Position kann respektvoll sein

 

Zum Beispiel:

„Ich verstehe dein Argument. In diesem Punkt komme ich zu einem anderen Ergebnis.“

Oder:

„Wir bewerten das unterschiedlich. Meine Entscheidung bleibt trotzdem bestehen.“

Das ist weder aggressiv noch nachgiebig.

Es ist klar.

 

 

 

Warum wollen wir überhaupt recht behalten?

 

Dafür gibt es viele mögliche Gründe.

Zum Beispiel:

  • wir möchten einen Fehler verhindern
  • wir fühlen uns missverstanden
  • wir möchten Anerkennung
  • wir fühlen uns angegriffen
  • wir erleben Widerspruch als Statusverlust

Deshalb lohnt sich im Konflikt eine zweite Frage:

Was verteidige ich gerade eigentlich?

 

 

 

Die Sache oder mein Selbstbild?

 

Manchmal diskutieren wir über ein Thema.

Und unbemerkt wird daraus:

„Wenn ich hier nachgebe, verliere ich.“

Dann verändert sich die Qualität des Gesprächs.

Es geht weniger um Erkenntnis.

Es geht um Position.

 

 

 

Rechthaben kann zum Statuskampf werden

 

Das zeigt sich zum Beispiel, wenn:

  • jede Gegenposition als Angriff erlebt wird
  • kleine Ungenauigkeiten sofort korrigiert werden
  • das letzte Wort besonders wichtig wird
  • ein Zugeständnis wie Niederlage wirkt

Dann lohnt sich:

„Was würde tatsächlich verloren gehen, wenn ich hier sage: Du hast recht?“

 

 

 

Intellektuelle Bescheidenheit

 

Ein hilfreicher Begriff dafür ist intellektuelle Bescheidenheit.

Gemeint ist weniger:

„Ich weiß nichts.“

Sondern:

„Ich habe gute Gründe für meine Position und könnte trotzdem etwas übersehen.“

Das ist keine Schwäche.

Es verbessert die Qualität von Gesprächen.

 

 

 

Eine starke Position braucht Korrekturfähigkeit

 

Du kannst sagen:

„Nach allem, was ich weiß, ist das die beste Lösung.“

Und gleichzeitig:

„Wenn du bessere Informationen hast, möchte ich sie hören.“

Beides passt zusammen.

 

 

 

Was die Forschung über Konflikte zeigt

 

Untersuchungen zu intellektueller Bescheidenheit zeigen:

Menschen, die stärker akzeptieren können, dass die eigenen Überzeugungen begrenzt oder korrigierbar sind, reagieren in Konflikten häufiger konstruktiv und seltener destruktiv.

Das gilt sowohl in privaten Beziehungen als auch im Arbeitskontext.

 

 

 

Recht haben ist weniger dasselbe wie verstanden werden

 

Vielleicht präsentierst du ein hervorragendes Argument.

Dein Gegenüber erlebt jedoch:

„Du willst mich nur widerlegen.“

Dann erreicht die Information die andere Person möglicherweise weniger.

Wirkung und sachliche Richtigkeit sind zwei verschiedene Ebenen.

 

 

 

Ein gutes Argument kann schlecht vermittelt werden

 

Zum Beispiel:

„Das ist Unsinn.“

Vielleicht ist die Aussage sachlich tatsächlich falsch.

Doch diese Formulierung erhöht häufig die Verteidigungsbereitschaft.

Hilfreicher könnte sein:

„Ich komme bei diesem Punkt zu einem anderen Ergebnis. Lass uns die Annahmen vergleichen.“

 

 

 

Direktheit kann sehr hilfreich sein

 

Freundlichkeit bedeutet weniger, jedes Problem weichzuzeichnen.

Bei wichtigen veränderbaren Problemen kann direkte Kommunikation sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

„Dieses Verhalten belastet unsere Zusammenarbeit. Ich möchte, dass wir es verändern.“

Das ist deutlich.

Und respektvoll.

 

 

 

Manchmal ist Harmonie weniger hilfreich

 

Wer Konflikte ausschließlich vermeiden möchte, kann wichtige Probleme verschleppen.

Zum Beispiel:

  • schlechtes Verhalten
  • unklare Verantwortung
  • falsche Entscheidungen
  • wiederkehrende Grenzüberschreitungen

Eine angenehme Atmosphäre ist weniger immer ein Zeichen für eine gute Beziehung.

 

 

 

Konfliktfähigkeit braucht Widerspruch

 

Eine gute Beziehung oder Zusammenarbeit hält weniger nur Zustimmung aus.

Sie sollte auch Raum haben für:

„Nein.“

„Das sehe ich anders.“

„Damit bin ich weniger einverstanden.“

 

 

 

Und wann lohnt es sich weniger, weiterzudiskutieren?

 

Zum Beispiel wenn:

  • das Thema kaum Bedeutung hat
  • die Positionen bereits vollständig ausgetauscht sind
  • keine Entscheidung davon abhängt
  • das Gespräch nur noch Wiederholungen produziert

Dann kann die klügere Entscheidung lauten:

„Wir sehen das unterschiedlich.“

 

 

 

Nicht jeder Unterschied braucht einen Sieger

 

Menschen können verschiedene:

  • Geschmäcker
  • Werte
  • Prioritäten
  • Einschätzungen

haben.

Manche Unterschiede lassen sich weniger endgültig auflösen.

 

 

 

Eine wichtige Frage: Ist das überhaupt eine Tatsachenfrage?

 

Manche Diskussionen wirken sachlich, sind jedoch Wertfragen.

Zum Beispiel:

„Welcher Lebensstil ist besser?“

„Was ist eine gute Führungskraft?“

„Was ist wichtiger: Sicherheit oder Freiheit?“

Dafür gibt es weniger immer eine objektiv richtige Antwort.

 

 

 

Fakten, Bewertungen und Präferenzen unterscheiden

 

Das kann Konflikte erheblich vereinfachen.

Frag:

Reden wir gerade über eine überprüfbare Tatsache?

Über eine Bewertung?

Oder über eine persönliche Präferenz?

 

 

 

Bei Fakten lohnt sich Überprüfung

 

Zum Beispiel:

„Wie hoch war der Umsatz tatsächlich?“

Dann helfen:

  • Daten
  • Quellen
  • Dokumente

Weniger rhetorische Dominanz.

 

 

 

Bei Bewertungen braucht es Kriterien

 

Zum Beispiel:

„Welche der beiden Strategien ist besser?“

Dann lautet die nächste Frage:

Nach welchen Kriterien?

 

 

 

Bei Präferenzen darf Unterschied bestehen bleiben

 

Zum Beispiel:

„Ich finde diese Gestaltung schöner.“

Da hilft wenig:

„Nein, meine ist objektiv besser.“

 

 

 

Der Wunsch nach dem letzten Wort

 

Manche Diskussionen laufen weiter, obwohl alles gesagt wurde.

Warum?

Weil beide Seiten weniger die offene Frage klären.

Sie möchten das Gespräch gewinnen.

Ein hilfreicher Test:

„Wenn mein Gegenüber jetzt nichts mehr sagt – wäre ich zufrieden?“

Wenn ja, geht es möglicherweise stärker um Sieg als um Erkenntnis.

 

 

 

Rechthaberei

 

Umgangssprachlich sprechen wir von Rechthaberei, wenn jemand immer wieder darauf besteht, recht zu haben.

Der entscheidende Punkt ist weniger, dass dieser Mensch tatsächlich häufig recht hat.

Problematisch wird:

Das Bedürfnis nach Bestätigung dominiert die Beziehung oder das Gespräch.

 

 

 

Rechthaberei kann Beziehungen teuer machen

 

Vielleicht gewinnst du die Diskussion.

Und verlierst:

  • Kooperation
  • Offenheit
  • Vertrauen
  • Einfluss

Dann war der Sieg möglicherweise weniger wert, als er sich im Moment angefühlt hat.

 

 

 

„Willst du recht haben oder glücklich sein?“

 

Dieser bekannte Satz ist eingängig.

Und zu einfach.

Manchmal hängt Glück gerade davon ab, dass du:

  • eine Grenze vertrittst
  • einer falschen Behauptung widersprichst
  • Ungerechtigkeit ansprichst

Die bessere Frage lautet:

„Ist dieser Konflikt wichtig genug, und führe ich ihn auf eine Weise, die meinem Ziel dient?“

 

 

 

Freundlichkeit darf weniger Selbstverleugnung werden

 

Manche Menschen geben zu schnell nach, weil sie:

  • Konflikte vermeiden
  • gemocht werden möchten
  • Harmonie erhalten wollen

Dann ist die Entwicklungsaufgabe weniger:

„Werde freundlicher.“

Sondern:

„Vertrete deine Position klarer.“

 

 

 

Andere brauchen die gegenteilige Entwicklung

 

Sie vertreten ihre Position bereits sehr klar.

Vielleicht sogar brillant.

Doch sie lassen wenig Raum für:

  • Widerspruch
  • Korrektur
  • Beziehung

Dann lautet die Entwicklungsaufgabe:

„Du musst weniger jeden Punkt gewinnen.“

 

 

 

Was ist dein Muster?

 

Gibst du zu schnell nach?

Oder kämpfst du zu lange?

Beides kann problematisch sein.

 

 

 

Recht haben und Wirkung erzielen

 

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.

Du kannst eine sachlich korrekte Position vertreten.

Wenn du willst, dass sie berücksichtigt wird, brauchst du zusätzlich:

  • Timing
  • Verständlichkeit
  • Beziehungsbewusstsein
  • gute Argumentation

Recht haben und Wirkung erzielen sind zwei verschiedene Dinge.

 

 

 

Frag zuerst nach dem Ziel

 

Bevor du dich in eine Diskussion hineinziehst, frag:

„Was möchte ich nach diesem Gespräch erreicht haben?“

Zum Beispiel:

  • eine bessere Entscheidung
  • eine Grenze
  • Verständnis
  • eine Verhaltensänderung
  • eine Information korrigieren

Dann kannst du deine Kommunikation daran ausrichten.

 

 

 

Ein Beispiel aus dem Beruf

 

Ein Kollege präsentiert eine Zahl, die falsch ist.

Du weißt es.

Die Entscheidung hängt davon ab.

Dann wäre es wenig hilfreich, aus Höflichkeit zu schweigen.

Du kannst sagen:

„Bevor wir entscheiden, möchte ich eine Zahl prüfen. Nach meinen Unterlagen liegt der Wert bei 18 statt 28 Prozent.“

Klar.

Sachlich.

Ohne Gesichtsverlust zu produzieren.

 

 

 

Ein anderes Beispiel

 

Dein Partner sagt:

„Der Film war großartig.“

Du fandest ihn langweilig.

Hier braucht niemand zu gewinnen.

„Ich habe ihn ganz anders erlebt.“

reicht vollkommen.

 

 

 

Konflikte werden leichter, wenn du Kategorien unterscheidest

 

Frag:

  • Ist das wichtig?
  • Ist es überprüfbar?
  • Ist eine Entscheidung erforderlich?
  • Kann etwas verändert werden?

Je nachdem braucht das Gespräch eine andere Intensität.

 

 

 

Wenn du merkst, dass du nur noch gewinnen willst

 

Dann kann eine Pause helfen.

Frag dich:

„Welche neue Information tauschen wir gerade überhaupt noch aus?“

Wenn die Antwort lautet:

„Keine.“

ist das möglicherweise ein guter Zeitpunkt aufzuhören.

 

 

 

Eine elegante Möglichkeit, einen Konflikt zu beenden

 

Zum Beispiel:

„Ich glaube, wir haben beide unsere Position ausreichend erklärt. Wir kommen heute zu keinem gemeinsamen Ergebnis.“

Das ist weniger Niederlage.

Es ist Gesprächsführung.

 

 

 

Du kannst deine Meinung ändern

 

Auch während einer Diskussion.

Zum Beispiel:

„Der Punkt überzeugt mich. Da lag ich falsch.“

Viele Menschen erleben solche Sätze als ungewöhnlich stark.

Denn sie zeigen:

Die Sache ist wichtiger als das Ego.

 

 

 

Warum fällt das so schwer?

 

Weil eine Positionsänderung sich anfühlen kann wie:

  • Gesichtsverlust
  • Unterlegenheit
  • Inkonsistenz

Doch Lernen bedeutet genau:

Eine neue Information verändert meine Einschätzung.

 

 

 

In Führung ist das besonders wichtig

 

Führungskräfte müssen Entscheidungen treffen.

Sie müssen Orientierung geben.

Das verlangt Selbstvertrauen.

Es darf weniger bedeuten:

„Ich muss immer recht haben.“

 

 

 

Wenn die Führungskraft immer recht haben muss

 

Dann lernen Mitarbeitende schnell:

„Widerspruch lohnt sich weniger.“

Die Folgen können erheblich sein.

Probleme werden später angesprochen.

Schlechte Nachrichten werden gefiltert.

Fehlentscheidungen bleiben länger bestehen.

 

 

 

Die stärkere Führungskraft kann sagen:

 

„Das war meine Einschätzung. Die neuen Informationen verändern sie.“

Das reduziert Autorität weniger.

Es kann sie erhöhen.

 

 

 

Intellektuelle Bescheidenheit und Vertrauen

 

Aktuelle Forschung zeigt, dass intellektuelle Bescheidenheit auch für Vertrauen relevant sein kann.

Menschen wirken weniger glaubwürdig, wenn sie so tun, als wüssten sie alles.

Glaubwürdiger kann sein:

„Das weiß ich.“

„Das vermute ich.“

„Das weiß ich noch weniger.“

 

 

 

Sicherheit durch Präzision statt durch Absolutheit

 

Du musst weniger sagen:

„Das ist definitiv so.“

wenn deine tatsächliche Aussage lautet:

„Nach den Informationen, die wir derzeit haben, halte ich diese Option für die beste.“

Das ist präziser.

Und häufig souveräner.

 

 

 

Recht behalten um jeden Preis

 

Arthur Schopenhauer beschrieb in seiner eristischen Dialektik Kunstgriffe, mit denen Menschen eine Diskussion gewinnen können, unabhängig davon, welche Seite sachlich recht hat.

Das ist rhetorisch interessant.

Und kommunikativ eine Warnung.

→ Eristische Dialektik: Die Kunst, Recht zu behalten

 

 

 

Eine Diskussion zu gewinnen ist weniger dasselbe wie eine gute Entscheidung zu treffen

 

Gerade im Beruf ist dieser Unterschied entscheidend.

Die rhetorisch stärkste Person besitzt weniger automatisch das beste Argument.

Organisationen brauchen Prozesse, bei denen:

  • Daten
  • Expertise
  • Gegenargumente

mehr zählen als Dominanz.

 

 

 

Was hilft in schwierigen Diskussionen?

 

1. Kläre dein Ziel

Was soll nach dem Gespräch anders sein?

 

2. Trenne Person und Position

Ein schlechtes Argument macht weniger einen schlechten Menschen.

 

3. Frag nach Kriterien

„Woran würden wir erkennen, welche Lösung besser ist?“

 

4. Benenne Gemeinsamkeiten

„Wir wollen beide vermeiden, dass der Termin erneut verschoben wird.“

 

5. Formuliere Widerspruch klar

„In diesem Punkt widerspreche ich.“

 

6. Prüfe Gegenargumente ernsthaft

Widerspruch ist weniger nur Material für deine nächste Antwort.

 

7. Beende Endlosschleifen

„Wir wiederholen inzwischen dieselben Argumente.“

 

 

 

Was weniger hilft

 

  • Sarkasmus
  • Demütigung
  • persönliche Angriffe
  • ständiges Unterbrechen
  • die Position des anderen absichtlich schwächer darstellen

Damit lässt sich möglicherweise kurzfristig dominieren.

Es verbessert weniger die Qualität des Ergebnisses.

 

 

 

Recht haben in privaten Beziehungen

 

In einer Partnerschaft können Fakten selbstverständlich wichtig sein.

Doch viele Konflikte drehen sich weniger ausschließlich um Fakten.

Sie handeln von:

  • Bedürfnissen
  • Bedeutungen
  • Erwartungen
  • Verletzungen

Dann reicht:

„Sachlich habe ich recht.“

häufig weniger.

 

 

 

Zwei Menschen können dieselbe Situation unterschiedlich erlebt haben

 

Zum Beispiel:

„Für mich war dein Ton verletzend.“

Die Antwort:

„Das war objektiv weniger unhöflich.“

löst wenig.

Ein subjektives Erleben lässt sich weniger widerlegen wie eine falsche Jahreszahl.

 

 

 

Du kannst Absicht und Wirkung unterscheiden

 

Zum Beispiel:

„Ich wollte dich weniger verletzen. Ich höre trotzdem, dass es bei dir so angekommen ist.“

Damit musst du weniger eine Schuld anerkennen, die du anders siehst.

Du erkennst die Wirkung an.

 

 

 

Freundlichkeit braucht Grenzen

 

Freundlichkeit ist weniger:

„Du darfst alles mit mir machen.“

Eine freundliche Grenze kann lauten:

„Über das Thema spreche ich gern. Beleidigungen akzeptiere ich weniger.“

 

 

 

Und Grenzen brauchen weniger Feindseligkeit

 

Du kannst eine Konsequenz klar vertreten.

Ohne:

  • zu beleidigen
  • zu drohen
  • den anderen abzuwerten

 

 

 

Wenn du häufig nachgibst, um Frieden zu haben

 

Dann lohnt sich eine andere Frage:

„Was kostet mich diese Harmonie?“

Wenn du regelmäßig:

  • eigene Bedürfnisse zurückstellst
  • Grenzen weniger aussprichst
  • Konflikte schluckst

kann der kurzfristige Frieden langfristig teuer werden.

 

 

 

Wenn du häufig kämpfen musst, um recht zu bekommen

 

Dann frag:

„Wie viele dieser Kämpfe sind wirklich notwendig?“

Vielleicht gibt es Themen, bei denen:

„Wir sehen das anders.“

vollkommen ausreicht.

 

 

 

Eine praktische Entscheidungshilfe

 

Bevor du weiterdiskutierst, prüfe vier Fragen:

  1. Wie wichtig ist das Thema?
  2. Welche Folgen hat es, wenn die andere Position bestehen bleibt?
  3. Kann ich überhaupt etwas verändern?
  4. Welche Art von Gespräch erhöht die Chance auf ein gutes Ergebnis?

 

 

 

Im Beruf

 

Die Fähigkeit, Widerspruch professionell zu gestalten, ist besonders wertvoll bei:

  • Verhandlungen
  • Entscheidungen
  • Konflikten
  • Vorstands- und Managementgesprächen
  • kritischen Präsentationen

Dort geht es weniger darum:

„Wie gewinne ich die Diskussion?“

Sondern:

„Wie sorge ich dafür, dass die beste verfügbare Entscheidung getroffen wird?“

 

 

 

Executive Presence zeigt sich auch im Widerspruch

 

Souveränität bedeutet weniger, Widerspruch zu vermeiden.

Sie zeigt sich darin, klar zu widersprechen, ohne unnötig Beziehung oder Status anzugreifen.

Zum Beispiel:

„Ich teile die Einschätzung weniger. Die Daten sprechen aus meiner Sicht für eine andere Entscheidung.“

 

 

 

Und ebenso darin, sich korrigieren zu können

 

Zum Beispiel:

„Der Einwand ist berechtigt. Ich ändere meine Empfehlung.“

Das kann mehr Autorität zeigen als das Festhalten an einer schwächer gewordenen Position.

 

 

 

Wenn du schwierige Gespräche vorbereiten möchtest

 

Dann kann es beispielsweise darum gehen:

  • klar zu widersprechen
  • eine Grenze zu vertreten
  • mit dominanten Gesprächspartnern umzugehen
  • kritische Informationen anzusprechen
  • eine festgefahrene Diskussion zu beenden

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Gesprächsführung, Konflikte oder berufliche Kommunikation geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Zehn Fragen vor der nächsten Diskussion

 

  1. Was möchte ich tatsächlich erreichen?
  2. Wie wichtig ist das Thema?
  3. Geht es um Fakten, Bewertungen oder Präferenzen?
  4. Welche Folgen hätte es, wenn ich weniger widerspreche?
  5. Höre ich die Gegenargumente wirklich?
  6. Welche Information könnte meine Position verändern?
  7. Verteidige ich die Sache oder mein Selbstbild?
  8. Wie kann ich widersprechen, ohne unnötig abzuwerten?
  9. Wann wäre genug gesagt?
  10. Was wäre hier die souveränste Form von Klarheit?

 

 

 

Fazit: Du musst dich weniger zwischen Recht und Freundlichkeit entscheiden

 

Manchmal ist es wichtig, recht zu haben.

Noch wichtiger kann sein, dass eine richtige Information tatsächlich berücksichtigt wird.

Manchmal ist Beziehung wichtiger als ein unbedeutender Streitpunkt.

Und manchmal ist vermeintliche Freundlichkeit nur Konfliktvermeidung.

Die bessere Frage lautet deshalb weniger:

„Will ich recht behalten oder freundlich sein?“

Sondern:

„Was möchte ich hier erreichen – und welche Art der Kommunikation dient diesem Ziel?“

Du kannst klar sein.

Du kannst widersprechen.

Du kannst Grenzen setzen.

Und du kannst gleichzeitig offen bleiben für den Gedanken:

„Vielleicht habe ich etwas übersehen.“

Genau diese Kombination macht aus Rechthaben gute Gesprächsführung.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie siehst du das?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

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Wer Recht hat, muss sich nicht rechthaberisch aufführen. Beziehung vor Ego-Sieg.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. Mai 2006
Überarbeitung: 6. März 2019
AN: #43349
K:CNB
Ü:

Aktives Zuhören: 13 Tipps für das aktive Zuhören

Aktives Zuhören: 13 Tipps für das aktive Zuhören

Es lohnt sich, Gesprächspartnern die verdiente Aufmerksamkeit zu widmen

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören

 

Die meisten Menschen schätzen einen guten Zuhörer, doch die meisten reden selbst lieber, als zuzuhören. Aktives Zuhören ist leicht, der Artikel verrät, wie es geht.

Überblick

Mehr zu hören, als zu reden – solches lehrt uns die Natur:
Sie versah uns mit zwei Ohren, doch mit einer Zunge nur.

Gottfried Keller

Aktives Zuhören

 

Die meisten Menschen schätzen einen guten Zuhörer. Doch im Zweifelsfall reden die meisten lieber selbst, als zuzuhören. Es ist wohl nicht so einfach, wie es erscheint, mit dem Zuhören. Doch es lohnt sich, Gesprächspartnern die verdiente Aufmerksamkeit zu widmen.

Aktives Zuhören macht niemanden zum sozialen Mauerblümchen, das geduldig endlosen Ausführungen folgt, ohne selbst jemals zu Wort zu kommen. Aktives Zuhören trägt dazu bei, dass sich die Kommunikation insgesamt verbessert und dadurch auch die eigenen Botschaften Gehör finden. Denn gutes Zuhören ist der beste Weg, um Vertrauen und Sympathien zu gewinnen und um Beziehungen aufzubauen.

 

 

 

13 Tipps für das aktive Zuhören

 

 

1. Zustandsmanagement

 

Ist der Gemütszustand zu aufgewühlt, wird das mit dem Zuhören nichts. Der Tunnelblick macht auch vor anderen Sinnen keinen Halt. Also, erst einmal für den entsprechenden Zustand sorgen.

 

 

 

2. Zwischen den Zeilen lesen

 

Ein großer Teil der Kommunikation erfolgt nonverbal. Behalten Sie die Körpersprache Ihres Gesprächspartners im Auge. Während Sie zuhören benötigt Ihr Gehirn nur einen kleinen Anteil seiner Kapazität. Der Rest ist frei, um eine Antwort zu formulieren und besser zuzuhören.

 

 

 

3. Auf die eigene Körpersprache achten

 

Gerade weniger gute und ungeduldige Zuhörer sind oft zu sehr damit beschäftigt, zu sprechen. Und dann geschieht es leicht, dass die Körpersprache etwas anders mitteilt, als beabsichtigt wird. Da wird unruhig auf dem Stuhl hin und her gerutscht, Arme oder Beine verschränkt, geräuspert. Gerade die Signale für Ungeduld fordern nicht gerade zum Weiterreden auf, sondern unterbrechen sonst stattfindende Gedankengänge.

 

 

 

4. Ablenkungen vermeiden

 

Es hilft das Smartphone beiseitezulegen, es ruhig mal auszuschalten, um ganz bei der Sache zu sein. Auch durch die Wahl einer geeigneten Umgebung fällt es allen beteiligten Personen leichter sich zu konzentrieren.

 

 

 

5. Niemals unterbrechen

 

Das Unterbrechen des Gesprächspartners oder gar das Vervollständigen seiner Sätze ist respektlos.

 

 

 

6. Stellen Sie Fragen

 

Nicht nur um zu überprüfen, ob man wirklich alles richtig verstanden hat, ist es sinnvoll, reflektierende Fragen zu stellen. Fragen zu stellen hilft dem Redenden auch, weitere Gedanken als Antworten zu formulieren. Daher lohnt es sich, zwischendurch Fragen zu stellen.

 

 

 

7. Körpersprache beachten

 

Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Gegenübers. Registrieren Sie Mikrogesten oder andere Hinweise wie nervöses Fußwippen unter dem Tisch. In manchen Situationen können Sie sogar auf Ihre Beobachtungen eingehen. Wenn Sie das behutsam tun, öffnet sich der Gesprächspartner eher, denn er fühlt sich ernst genommen und Sie genießen mehr Vertrauen.

 

 

 

8. Blickkontakt halten

 

Mit Ihrem Blickkontakt signalisieren Sie Interesse und das Sie bei der Sache sind.

 

 

 

9. Rechtfertigung vermeiden

 

Auch erfahrene Zuhörer laufen Gefahr abzuschalten, sobald ihre eigenen Ideen und Überzeugungen infrage gestellt oder kritisiert werden. Wer in dieser Situation die Arme verschränkt und rechtfertigende Antworten formuliert, anstatt zuzuhören, verpasst Informationen, Einsicht und die Chance, entstehende Konflikte zu entschärfen.

 

 

 

10. Umformulieren

 

Die elegante Paraphrasierung einer Situation bietet sich an, wenn es darum geht, Probleme zu lösen oder Pläne zu schmieden. Schätzen Sie ab was Ihr Gesprächspartner denkt oder fühlt und fassen Sie kurz zusammen, was bereits gesagt wurde. Legen Sie Empathie an den Tag.

 

 

 

11. Pausen machen

 

Machen Sie Pausen. Beispielsweise, um das Gesagte zu verdauen und darüber nachzudenken. Sie wirken so überlegter und geben später umso bessere Antworten.

Wer eine kurze Pause vor Antworten macht, erleichtert es dem Gesprächspartner auch seiner Aussage etwas hinzuzufügen. Zählen Sie vor jeder Antwort im Kopf bis vier, bis Sie die Pausen automatisch einhalten.

 

 

 

12. Ersparen Sie sich Belehrungen

 

Ein guter Zuhörer ist an langfristigen und tragfähigen Lösungen interessiert, statt an schnellen Effekten, die dem eigenen Ego schmeicheln. Ersparen Sie sich Ratschläge, vor allem ungebetene. Alles andere wirkt latent aufdringlich und besserwisserisch.

 

 

 

13. Schweigen

 

Hören Sie länger zu als Sie reden. Menschen, die das praktizieren, werden als intelligenter und sympathischer wahrgenommen.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

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  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

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→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Umfrageergebnisse

 

a. Gute Zuhörer schätze ich sehr.

%

Stimmt!

%

Stimmt nicht!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n=934)

b. Wie gut können die meisten Menschen zuhören?

%

Schlecht

%

Ausreichend

%

Gut

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 997)

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb ist aktives Zuhören wichtig?

In der Kommunikation ist aktives Zuhören wichtig, denn es sorgt dafür, dass Sie sich mit Ihrem Gesprächspartner auf positive Weise auseinandersetzen. Außerdem gibt es der anderen Person das Gefühl, gehört und wertgeschätzt zu werden. Diese Fähigkeit ist die Grundlage für ein erfolgreiches Gespräch in jedem Umfeld, ob am Arbeitsplatz, zu Hause oder in sozialen Situationen.

Was ist aktives Zuhören?

Aktives Zuhören bedeutet, wie der Name schon sagt, eine aktive Zuwendung. Das bedeutet, sich voll und ganz auf das zu konzentrieren, was gesagt wird, und nicht nur passiv die akustische Botschaft des Sprechers zu hören. Das erfordert, mit allen Sinnen aufmerksam zu sein, sich voll auf den Sprecher zu konzentrieren, aktiv verbale und nonverbale Zeichen des Zuhörens zu zeigen.

Wie kann ich meine Fähigkeit zum aktiven Zuhören verbessern?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihr aktives Zuhören zu verbessern. In Coachings, Trainings und alltäglichen Situationen können Sie üben.

Was ist der Zweck des aktiven Zuhörens?

Aktives Zuhören hilft, Vertrauen aufzubauen und die Situationen und Gefühle anderer Menschen zu verstehen. Das wiederum befähigt dazu, Unterstützung und Einfühlungsvermögen anzubieten. Anders als beim kritischen Zuhören geht es beim aktiven Zuhören darum, zu verstehen und nicht zu antworten. Das Ziel ist, dass die andere Person gehört und bestätigt wird und dass sie inspiriert wird, ihre Probleme zu lösen.

P.S.

 

Sind gute Zuhörer in Gesprächen die Regel oder eher die Ausnahme? Was meinen Sie?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Februar 2016
Überarbeitung: 6. März 2019
AN: #43363
Ü:
K
Englische Version: https://www.karstennoack.com/are-you-a-good-listener/

19 Tipps für besseres Zuhören. Zuhören als Kunstfertigkeit

19 Tipps für besseres Zuhören. Zuhören als Kunst

Es ist so langweilig Ihnen zuzuhören, könnten Sie bitte schneller reden?!

 

Karsten Noack Zuhören üben

Zuhören

 

Kaum eine Fähigkeit wird so unterschätzt, wie das Zuhören. Wie Sie die Kunst des Zuhörens pflegen können, verrät dieser Artikel. Konkrete Empfehlungen machen Sie zum besseren Zuhörer, wenn Sie bereit dazu sind.

Definition Zuhören

 

Zuhören geht über das Hören hinaus, erfordert Fähigkeit und Bereitschaft sich auf Botschaften einzulassen, sie verstehen zu wollen.

 

 

 

Zuhören ist aber manchmal auch schwierig, oder?

 

Ein Zeitschriftenartikel erklärt die Sache mit dem Zuhören auf eine durchaus …. na ja … andere Weise: Weil wir Menschen geistig mehr Wörter verarbeiten können als die Nicht-Dieter-Thomas-Hecks Worte herausschleudern können, ist es für das unterforderte menschliche Gehirn so langweilig zuzuhören. Mm. Auch dass die These mit Zahlen aus Studien untermauert wird, macht sie für mich nicht schmackhafter. Die Behauptung „Wer schneller redet, dem wird zugehört!“, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

Wieso überhaupt Zuhören?

 

Kaum jemand ist der Meinung, die Fähigkeit zuzuhören sei unwichtig! Im Gegenteil; sie gehört zu den oft genannten Erfolgsfaktoren von Führungspersönlichkeiten. Und in der Praxis? Viele Menschen beschweren sich darüber, dass andere nicht gut zuhören können. Doch wie ist es beim Blick in den Spiegel, dem Griff an die eigene Nase? Wieso findet das Zuhören in der Praxis dann nicht tatsächlich auch die verdiente Beachtung, sondern fristet eher ein Schattendasein?

 

 

 

Ursachenforschung

 

Ist in unserem egozentrischen Alltag Reden das vorrangige Mittel zur Selbstbestätigung und Zuhören etwas, dass wir nur einseitig von unserem Publikum fordern? Machen Macher in erster Linie, sind aktiv und Zuhören ist da etwas zu passives? Oder liegt es daran, dass wir das Hören, das Horchen auch automatisch als Aufforderung zum Gehorchen übersetzen und vermeiden? Fragen über Fragen …

 

 

 

Um zu verstehen, muss man zuhören

 

Hauptstressfaktoren am Arbeitsplatz sind Zeit- und Termindruck. Gerade, wenn der Druck mal wieder besonders groß ist, geht die Kommunikation oft baden. Es entstehen Missverständnisse, die zu Problemen führen und durch die sich die Arbeit erheblich verzögert. Wer sich stattdessen lieber die Zeit nimmt, um seine Aufmerksamkeit zu schärfen, bereit ist Augen und Ohren zu öffnen, arbeitet deutlich effektiver und hat damit einen klaren Karrierevorteil.

Die Qualität der Zusammenarbeit hängt auch davon ab, wie wir miteinander umgehen. Beziehungen spielen in vielen Bereichen eine große Rolle. Menschen, die echtes Interesse zeigen, sind mitten im Geschehen. Und Interesse lässt sich am besten vermitteln, indem Fragen gestellt werden und aufmerksam zugehört wird. Wer gut zuhört, ist beliebter und erreicht mehr. Nur wer präsent ist, nutzt alle ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Dazu gehört eine Menge, auch die Fähigkeit, die Körpersprache zu verstehen, zwischen den Zeilen zu lesen und die psychische Verfassung des Gegenübers zu erahnen.

 

 

 

Hindernisse auf dem Weg zum guten Zuhörer

 

Gründe, weshalb wir nicht besonders gut zuhören:

  • Konzentration: Wir werden abgelenkt oder lenken uns selber ab. Angeblich soll ja das Fernsehen wesentlich dazu beigetragen haben, dass unsere Aufmerksamkeit(s)panne mittlerweile unter 20 Sekunden liegt.
  • Zeitdruck: Wir stehen zeitlich unter Druck, sind in Eile.
  • Prioritäten: Wir sprechen etwas anderem eine höhere Priorität zu.
  • Multitasking: Wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, obwohl Multitasking nicht hält, was es verspricht.
  • Emotionen: Intensive Gefühle beeinflussen unsere Aufmerksamkeit und unser Verhalten.
  • Überforderte Aufnahmefähigkeit, es ist nicht immer leicht die Prioritäten zu erkennen.
  • Körperliche und geistige Überforderung: Müdigkeit, an der auch der viele Kaffee nichts ändert.
  • Hier bin ich ja sowieso und schön ist es auch anderswo: Das Smartphone liefert vermeintlich viel wichtigere Nachrichten und ist überhaupt viel bunter und spannender. Dagegen ist die Realität oft ziemlich grau.
  • Selektion:  „Habe ich es doch gewusst!“. Wir wollen etwas Bestimmtes hören und blenden dadurch anderes aus.
  • Bewertungen: Wir urteilen bereits während des Hörens über das Gesagte.
  • Hellsehen: Wir glauben bereits zu wissen, was gesagt wird.
  • Voreilen: Wir beschäftigen uns zu sehr mit unserer eigenen Antwort. Ein typisches Beispiel sind Vorstellungsrunden, bei denen kaum jemand den anderen Anwesenden zuhört, sondern lieber noch schnell die eigene Vorstellung zusammenzimmert. Da bleibt dann kein Ohr zum Zuhören offen.
  • Das Haar in der Suppe benennen: Wir erarbeiten eine Erwiderung oder Entgegnung.
  • Ungeduld: Wir lassen den anderen nicht ausreden. Schnell eine Grätsche in die nächstbeste Atempause und …
  • Unsicherheit: Wir verteidigen uns, weil wir uns angegriffen fühlen.
  • Eigenwillige Gesprächspartner: Manchen Menschen kommunizieren etwas eigenwillig, sodass es tatsächlich einige Mühen macht zuzuhören.

 

Es gibt viele mögliche Ausreden, weshalb nur mit halbem Ohr oder eher beiläufig zugehört wird. Doch für Ausreden gibt es keine Belohnung. Die Realität: Die meisten Menschen schätzen es sehr, wenn ihnen gut zugehört wird. Und eine der häufigsten Klagen nach Gesprächen ist; der Gesprächspartner hätte überhaupt nicht zugehört. Mm …

 

 

 

19 Tipps für besseres Zuhören

 

George Bernard Shaw meinte; „Das größte Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.“ Wir können uns also weiterhin der Illusion hingeben, dass unsere Botschaften stets auch so ankommen, wie es beabsichtigt war. Oder wir pflegen die Kunst des Zuhörens.

Also, was hilft besser zuzuhören?

 

 

 

1. Die Haltung

 

Eine offene, interessierte, vielleicht sogar neugierige Grundeinstellung hilft immens und auf vielen Ebenen. Zum Einen hilft es einem selbst direkt. Außerdem färbt die innere Haltung auf andere ab. Wenn Sie entspannt sind, wirkt sich das ebenso aus wie eine wütende Innenwelt. Wie wir in den Wald hinein sprechen, so spricht es hinaus. Oder war es SCHREIEN? Die Stimmung wirkt sich aus: Nicht nur verbal dringt unsere Haltung nach außen. Gerade die Körpersprache findet ihre eigenen Wege mehr über uns Preis zu geben, als uns oft recht ist. Eine geeignete innere Haltung hingegen lässt uns vieles ganz von allein richtig machen.

 

 

 

2. Ausreden lassen

 

Gleichzeitig reden spart nur bedingt Zeit und dient nicht der Verständlichkeit.

Karsten Noack

 

Bei einem guten Gespräch sind Reden und Zuhören ausgewogen. Tatsächlich kann immer nur einer reden und einer zuhören. Wie geht es Ihnen, wenn Sie unterbrochen werden? Ich kenne niemanden, der das mag. Die meisten Menschen reagieren darauf sehr allergisch. Egal, weshalb sie unterbrochen werden!

Mehr zum Thema finden Sie im Beitrag: Manche Menschen werden besonders häufig unterbrochen.

 

 

 

3. Lernbereitschaft

 

Lernbereitschaft ist eine gute Voraussetzung. Die grundsätzliche Bereitschaft dazulernen zu wollen macht es leichter aufmerksam zu bleiben. Wer zuhört, erfährt auch eine Menge über sich selbst.

 

 

 

4. Zeit nehmen

 

Sich Zeit zum Zuhören zu nehmen macht nicht nur das Zuhören selbst leichter. Es vermittelt auch Wertschätzung und fördert so die Beziehung. Wo möglich können wir schon mit dem Rahmen, in dem wir ein Gespräch anbieten, deutliche Signale setzen, die sich positiv auswirken. So ist es dann auch besser für manches Gespräch zuerst den Rahmen zu schaffen, als es nebenbei zu führen.

 

 

 

5. Zuhören heißt auch sich öffnen

 

Nicht nur die Ohren müssen sich beim Zuhören öffnen, sondern der Zuhörer muss bereit sein mehr an sich heranzulassen. Erst durch diese Nähe ist es möglich intensiver zuzuhören.

Sehr hilfreich ist das möglichst angstfreie Sich-Einlassen auf die Perspektive, die Sicht des Gesprächspartners. Richtig zuhören heißt, auch das zu hören, was wir nicht gerne hören. Verstehen ist nicht automatisch Akzeptieren. Die Unterscheidung zwischen Verstehen und Einverstanden sein erleichtert das Zuhören und die Reaktionen darauf. Verstehen bedeutet nicht notwendigerweise auch Einverständnis.

 

Anmerkung:

Bei aller Bedeutung von Empathie; wer solche Nähe erlaubt, sollte auch lernen konstruktiv mit dem Gehörten umzugehen. Manches, das wir hören, kann sonst die eigene Seele sehr belasten. Coaches und Therapeuten können davon ein Lied singen. Sie lernen den Umgang damit und nehmen regelmäßige Supervision.

 

 

 

6. Zugewandtheit

 

Die körperliche Zuwendung zum Sprechenden signalisiert körpersprachlich geistige Zugewandtheit. Eine offene Körpersprache wirkt auf den Sprechenden ebenso wie auf den Gesprächspartner. Fluchtwünsche hingegen zeigen sich beispielsweise durch Füße, die Richtung Tür zeigen und selbst, wenn es nicht so gemeint ist, sollten solche Signale unterlassen werden.

Wo es angemessen ist, fördert ein echtes Lächeln Zuwendung und Offenheit.

 

 

 

7. Augenhöhe

 

Halten Sie auf angenehme Art und Weise den Blickkontakt mit dem Sprechenden. Augenhöhe empfiehlt sich bei der innerlichen Haltung und auch räumlich. Wer mag es schon von oben herab behandelt zu werden? Auf manche Menschen wirkt schon der Blick über die Brille arrogant. Unnötige Statussymbole und -verhaltensweisen erschweren die Kommunikation auf Augenhöhe. Wobei Status im Sinne von Orientierung, Hilfe und Sicherheit wiederum förderlich wirken kann, wenn er angenommen wird.

 

 

 

8. Präsent sein

 

Wer mit sich selbst beschäftigt ist, wird schwerlich präsent sein. Dazu wird Aufmerksamkeit und Konzentration, Aufgeräumtheit und geistige Wachheit benötigt. Präsent zu sein hört sich allerdings leichter an, als es mitunter ist. So viele Themen ringen um Aufmerksamkeit, so vieles ist zu berücksichtigen. Vergangenes und Zukünftiges drängen sich in die Gedanken; und dann ganz im Hier-und-Jetzt zu sein, also nicht nur körperlich anwesend zu sein, ist oft eine Herausforderung!

 

 

 

9. Zwischen den Zeilen lesen

 

Es hat nicht nur das Gesagte Bedeutung, sondern auch wie es gesagt wird und was nicht gesagt wird. Besondere Achtsamkeit gilt hier körpersprachlichen Signalen, sie geben Hinweise. Wie authentisch wirkt jemand bei einzelnen Aussagen, wann verändert sich etwas? Auch hier gilt; Beobachtungen als Hinweise und nicht als Wahrheiten, als Beweise zu behandeln.

 

 

 

10. Hellsehen vermeiden

 

Ein Narr antwortet, ehe er zugehört hat.

 

Viel sicherer als Hellsehen ist Nachfragen, ob der andere richtig verstanden wurde bzw. die eigene Botschaft angekommen ist. Hierzu gibt es verschiedene Techniken, wie die Wiedergabe des Gehörten in Form wörtlicher Wiederholung, eine Wiederholung mit eigenen Worten oder einer passenden Zusammenfassung. In Kommunikationstrainings gehört das Aktive Zuhören mit Nachfragen, Verbalisieren, Paraphrasieren, Zusammenfassen, Klären, Weiterführen und Abwägen zu den Standardtechniken.

 

 

 

11. Geduld

 

Manche Menschen neigen dazu durch Vervollständigung angefangener Sätze Zeit sparen zu wollen. Warten Sie lieber, bis Ihr Gesprächspartner seine Worte gefunden und ausgesprochen hat. Ganz nebenbei; die Wortwahl liefert auch oft interessante Hinweise für die Verbesserung der Kommunikation und die Lösungsfindung.

 

 

 

12. Ratschläge in der Tasche lassen

 

Manchmal ist tatsächlich nur Zuhören gefordert. Bei allem Stolz Besitzer einer vermeintlichen Lösung zu sein: Nicht jeder Mensch möchte ungefragt Patentrezepte und Meinungen erhalten – belehrt zu werden mag kaum jemand. So ein ungebetener Ratschlag belastet schnell die Beziehung.

 

 

 

13. Respekt

 

Nehmen Sie die Antwort ernst. Auch dann, wenn sie nicht gefällt. Auch das ist mitunter leichter gesagt, als getan. Die Körpersäfte haben dazu oft eine ganz eigene Meinung und wenn die Wellen hochschlagen zeigt sich, wie es mit dem gegenseitigen Respekt tatsächlich aussieht.

 

 

 

14. Umgang mit Stille

 

Nicht jede Pause muss zwanghaft mit etwas gefüllt werden. Manches reift in diesen Momenten des Innehaltens, wenn es nicht davon abgehalten wird.  Tick, tick, tick … Der Zeiger der Uhr ist so deutlich zu hören wie die fallende Stecknadel: Stille! Doch es fällt vielen Menschen schwer Stille zu ertragen, sie ist ihnen nicht geheuer.

 

 

 

15. Raum geben

 

Zum Weitersprechen ermunternde verbale und nonverbalen Botschaften signalisieren, dass der erforderliche Raum angeboten wird. Urteile führen in eine Verteidigungshaltung. Fragen kann zugestimmt oder sie können beantwortet werden. Geeignete Fragen laden dazu ein weiterzureden. Wohlwollende offene Fragen laden zu weiteren Erkundungen ein. Sie fördern die Öffnung.

 

 

 

16. Unterschiede als Chance betrachten

 

Während wir uns normalerweise möglichst mit Menschen umgeben, die uns ähnlich sind, liefern gerade andere Sichtweisen und Erfahrungen die Chance zu lernen. Wer immer nur über das spricht, dass er ohnehin schon kennt, erweitert schwerlich den eigenen Horizont.

 

 

 

17. Rückmeldungen

 

Ein freundliches Nicken, ein leises „Aha!“ sind noch keine Zustimmung. Doch sie können signalisieren, dass zugehört wird. Wobei es auch Zeitgenossen gibt, die solcherlei eher automatisiert von sich geben, ohne tatsächlich Anteil zu nehmen. Spätestens bei der Antwort ist dann zu merken, ob jemand nur körperlich oder auch geistig anwesend war.

 

 

 

18. Konstruktive Fragetechniken

 

Sie dienen der Klärung und der Lösungsfindung. Geeignete Fragen führen zu eigenen Einsichten. Und die gehen tiefer und führen zu anhaltenderen Entwicklungen, als von außen aufgezwungene Zugeständnisse. Allerdings sind Gesprächs- und somit auch Fragetechniken nur dann wirklich hilfreich, wenn die passende Haltung vorhanden ist. Gerade frische Teilnehmer nach Kommunikationstrainings kleben gern beharrlich an den Techniken, und das Gespräch ähnelt dann eher einem Verhör.

 

 

 

19. Flexibilität

 

Anstatt gnadenlos einem starren Gesprächsleitfaden zu folgen wie die Anrufer beim so lästigen Telefonverkauf während es TV-Blockbusters, ergeben sich die nächsten Schritte aus dem Gehörten. Oft liefert es auch die nächsten Fragen und bringt so Gespräche auf natürliche Weise voran.

 

 

 

Und wozu? Der Nutzen guten Zuhörens

 

Von wegen, wer fragt, der führt. Das genügt nicht! Wer etwas zu sagen hat, muss auch zuhören können. Wer gut zuhören kann, hat viele Vorteile, erzielt nicht nur in Verhandlungen bessere Ergebnisse. Ja, wer gut zuhören kann, kommt voran, macht schneller Karriere. Doch richtiges Zuhören ist harte Arbeit. Gutes Zuhören ist eine Frage der Übung. Und dieses Training lohnt sich. Kommunikative Fähigkeiten werden im Berufs- und Privatleben immer wichtiger.

 

Vorteile des guten Zuhörens:

  • Bessere Entscheidungen
    Wer sich zu früh und ohne ausreichende Informationen eine Meinung bildet, trifft eher Fehlentscheidungen. Wer ohnehin nicht zuhört, bekommt mit der Zeit manche Informationen gar nicht mehr.
  • Wertschätzung
    Zuhören vermittelt Gesprächspartnern und ihren Anliegen gegenüber Wertschätzung.
  • Beziehungspflege
    Beziehungen werden dadurch gestärkt und vertieft.
  • Informationen
    Kenntnisse und Wissen werden erweitert.
  • Kommunikation
    Die Verständigung wird vereinfacht, schneller und effektiver.
  • Vertrauen
    Vertrautheit und damit gegenseitiges Vertrauen werden gefördert.
  • Selbstvertrauen
    Selbstvertrauen wird gestärkt.
  • Druckentlastung
    Anspannungen und Stress werden verringert.
  • Abstimmung
    Missverständnisse werden vermieden.
  • Wohlbefinden
    Positive Wirkung auf das Wohlbefinden.
  • Verantwortung
    Der persönliche Einfluss wird gesteigert.
  • Glaubwürdigkeit
    Die Glaubwürdigkeit wird gesteigert. Selbst tun, was andere nur fordern und behaupten.
  • Loyalität
    Die Loyalität wird gefördert.
  • Bessere Argumente
    Wer anderen zuhört, hat mehr und vor allem relevantere Argumente zur Verfügung.
  • Kommunizieren, statt nur informieren Ins Gespräch kommen und bleiben.

 

 

 

Von Momo lernen

 

Im Fokus von Weiterbildungen stehen Präsentieren, Argumentieren und Überzeugen. Doch auch das Zuhören ist eine Kernkompetenz, die gepflegt werden möchte. Denn die Fähigkeit gut zuhören zu können ist ein wirksames Mittel, um persönliche und berufliche Beziehungen zu fördern. Außerdem liefert sie Voraussetzungen dafür, dass andere Kompetenzen wirksam zum Einsatz kommen können.

Umfrageergebnisse

 

a. Gute Zuhörer schätze ich sehr.

%

Stimmt!

%

Stimmt nicht!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n=934)

b. Wie gut können die meisten Menschen zuhören?

%

Schlecht

%

Ausreichend

%

Gut

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 997)

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Welchen Stellenwert hat gutes Zuhören für Sie?

Die Neugier lehrt reden, die Wissbegier schweigen. Karl Friedrich Theodor Ludwig
Es ist sehr gefährlich, zuzuhören. Hört man zu, kann man überzeugt werden, und wer sich durch ein Argument überzeugen läßt, ist ein von Grund auf unvernünftiger Mensch. Oscar Wilde

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43389
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