Unworte des Jahres 2020: „gesunder Menschenverstand“ und „Schwarmintelligenz“

Unworte des Jahres 2020: „gesunder Menschenverstand“ und „Schwarmintelligenz“

Sprache und Gesellschaft
Unwort des Jahres

Überblick

 

 

 

 

Unwort des Jahres

 

Mein persönliches Unwort der vergangenen Jahre ist …

Unwort

Ich habe keine Freude am Begriff „Unwort“. Doch 2020 teilen sich „gesunder Menschenverstand“ und „Schwarmintelligenz“ den ersten Platz. Die Wahl war diesmal leicht!

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Wie frei ist deine Meinung vom Gruppendruck? Schwarmintelligenz?

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Was halten Sie vom Thema Unwort? Und welches Wort hat aktuell den ersten Platz verdient?

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2016
Überarbeitung: 24. November 2020
Englische Version:
AN: #388
K: CNB
Ü:

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu klaren Grenzen | Karsten Noack

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu mehr Klarheit und Selbstschutz

Vvon emotionaler Erpressung befreien (Keine Rechtsberatung!)
Tipps für den Umgang mit emotionaler Erpressung

Emotionale Erpressung erkennen: 14 Wege zu mehr Klarheit und Selbstschutz

 

Wenn Schuldgefühle, Druck oder Angst deine Entscheidungen bestimmen sollen

Emotionale Erpressung wirkt häufig gerade deshalb so stark, weil sie innerhalb einer Beziehung stattfindet.

Jemand kennt deine Werte, deine Loyalität, deine Ängste oder dein Verantwortungsgefühl. Und genau dort entsteht Druck.

„Wenn ich dir wirklich wichtig wäre, würdest du …“

„Nach allem, was ich für dich getan habe …“

„Dann weiß ich wenigstens, woran ich bei dir bin.“

Solche Sätze können mehr bewirken als eine offene Forderung.

Plötzlich geht es kaum noch um die ursprüngliche Sache. Stattdessen sollst du deine Liebe beweisen, deine Loyalität zeigen, Schuld vermeiden oder die Stimmung des anderen retten.

Genau hier lohnt sich Klarheit.

Denn Gefühle sind wichtig. Und deine Entscheidungsfreiheit ebenso.

 

 

 

Was ist emotionale Erpressung?

 

Emotionale Erpressung beschreibt eine Form der Einflussnahme, bei der emotionale Konsequenzen eingesetzt werden, um das Verhalten eines anderen Menschen zu steuern.

Druck entsteht beispielsweise durch:

  • Schuldgefühle
  • Angst
  • Liebesentzug
  • Rückzug und demonstratives Schweigen
  • Wut
  • Drohungen
  • moralische Vorwürfe
  • Abwertung
  • Trennungsdrohungen
  • dramatische Konsequenzen
  • das demonstrative Einnehmen einer Opferposition

Entscheidend ist weniger ein einzelner Satz als das wiederkehrende Muster.

Ein Mensch äußert Wünsche. Das gehört zu Beziehungen.

Ein Mensch darf enttäuscht sein. Auch das gehört zu Beziehungen.

Problematisch wird es dort, wo deine emotionale Bindung systematisch zum Druckmittel wird.

Eine faire Bitte lässt dir Entscheidungsspielraum. Emotionale Erpressung verengt ihn.

Solche Muster können bewusst oder unbewusst entstehen. Für deinen Umgang damit zählt vor allem, welche Wirkung sie entfalten und wie dein Gegenüber reagiert, sobald du das Muster ansprichst und Grenzen setzt.

 

 

 

Typische Beispiele emotionaler Erpressung

 

Emotionale Erpressung kann sehr direkt auftreten:

„Wenn du gehst, war es das mit uns.“

Sie kann ebenso subtil klingen:

„Mach ruhig. Ich sehe ja, was dir wichtiger ist.“

Weitere typische Aussagen sind:

  • „Wenn du mich lieben würdest, würdest du das tun.“
  • „Nach allem, was ich für dich getan habe.“
  • „Dann brauchst du dich später über meine Reaktion auch nicht zu wundern.“
  • „Alle anderen würden mir helfen.“
  • „Du denkst wirklich immer zuerst an dich.“
  • „Ich hätte so etwas für dich selbstverständlich getan.“
  • „Dann bin ich dir offenbar völlig egal.“
  • „Du weißt genau, was du mir damit antust.“

Solche Aussagen verschieben die Ebene.

Aus einer Sachfrage wird eine Loyalitätsprüfung.

Aus einer Entscheidung wird ein Liebesbeweis.

Aus einer Grenze wird angeblich Egoismus.

Und aus einem Nein soll Schuld entstehen.

 

 

 

Warum emotionale Erpressung so wirksam sein kann

 

Emotionale Erpressung setzt häufig genau dort an, wo Menschen besonders gewissenhaft, empathisch und verantwortungsbewusst sind.

Vielleicht möchtest du fair bleiben.

Vielleicht übernimmst du schnell Verantwortung für die Stimmung anderer Menschen.

Vielleicht hast du früh gelernt, Harmonie herzustellen.

Dann kann ein Satz wie „Du enttäuschst mich“ erheblichen inneren Druck auslösen.

Empathie ist eine wertvolle Fähigkeit. Besonders kraftvoll wird sie gemeinsam mit klaren Grenzen.

Du kannst einen anderen Menschen verstehen und trotzdem bei deiner Entscheidung bleiben.

 

 

 

14 Wege im Umgang mit emotionaler Erpressung

 

1. Erkenne das Muster

 

Der erste Schritt heißt Wahrnehmen.

Frage dich:

  • Was geschieht gerade?
  • Geht es weiterhin um die Sache?
  • Oder soll ich mich aus Schuld, Angst oder Verantwortungsgefühl anders entscheiden?

Schon diese innere Distanz schafft Handlungsspielraum.

 

 

2. Trenne Gefühl und Verantwortung

 

Ein anderer Mensch darf enttäuscht, traurig oder wütend sein.

Diese Gefühle verdienen Respekt.

Gleichzeitig trägt jeder Erwachsene Verantwortung für den eigenen Umgang mit Gefühlen.

Du kannst Anteil nehmen und deine Entscheidung selbst treffen.

Ich kann deine Gefühle ernst nehmen und trotzdem selbst entscheiden.

 

 

3. Lass dir Zeit

 

Emotionaler Druck lebt häufig von Geschwindigkeit.

„Entscheide dich jetzt.“

„Sag mir sofort, woran ich bin.“

Zeit schafft Abstand.

Du kannst beispielsweise sagen:

„Ich möchte darüber in Ruhe nachdenken.“

Oder:

„Ich gebe dir morgen eine Antwort.“

Wer wieder Zugang zu den eigenen Gedanken bekommt, entscheidet klarer.

 

 

4. Hole die Sachebene zurück

 

Emotionale Erpressung verschiebt Gespräche häufig von der Sachebene auf Beziehung, Moral oder Schuld.

Hole das ursprüngliche Thema zurück.

Zum Beispiel:

„Die Frage ist, ob ich am Wochenende arbeiten kann. Darüber können wir sprechen.“

Oder:

„Wir sprechen gerade über meine Entscheidung. Unsere Beziehung möchte ich davon getrennt betrachten.“

 

 

5. Benenne den Druck

 

Mitunter hilft es, die Dynamik ruhig sichtbar zu machen.

Zum Beispiel:

„Bei mir kommt gerade an, dass meine Entscheidung als Beweis für meine Loyalität verstanden wird.“

Oder:

„Ich erlebe diese Formulierung als starken Druck.“

Damit beschreibst du deine Wahrnehmung klar und sachlich.

 

 

6. Prüfe deine Schuldgefühle

 

Schuldgefühle beweisen noch keine tatsächliche Schuld.

Sie zeigen zunächst, dass etwas in dir auf ein Thema reagiert.

Frage dich:

  • Welche konkrete Verantwortung habe ich hier?
  • Welche Verantwortung gehört zur anderen Person?
  • Welchen Wert möchte ich schützen?
  • Welche Entscheidung würde ich ohne diesen emotionalen Druck treffen?

Diese Fragen bringen Orientierung zurück.

 

 

7. Formuliere Grenzen kurz

 

Je stärker eine Situation emotional aufgeladen ist, desto hilfreicher sind klare und kurze Aussagen.

Zum Beispiel:

  • „Das möchte ich anders.“
  • „Dafür stehe ich heute nicht zur Verfügung.“
  • „Meine Entscheidung steht.“
  • „Über die Sache spreche ich gern. Für meine Entscheidung brauche ich einen klaren Rahmen.“

Lange Rechtfertigungen öffnen häufig zusätzliche Diskussionsebenen.

Klarheit braucht selten eine Verteidigungsrede.

 

 

8. Beobachte die Reaktion auf deine Grenze

 

Eine Grenze liefert wertvolle Informationen über eine Beziehung.

Wie reagiert dein Gegenüber?

  • Entsteht ein Gespräch?
  • Wird deine Position respektiert?
  • Folgen stärkere Vorwürfe?
  • Steigt der Druck?
  • Kommen Abwertung oder Drohungen hinzu?

Gerade diese Reaktion sagt häufig mehr über die Qualität einer Beziehung aus als der ursprüngliche Konflikt.

 

 

9. Prüfe wiederkehrende Muster

 

Ein schwieriges Gespräch kann vorkommen.

Wiederkehrende Muster verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Frage dich:

  • Wie häufig entstehen solche Situationen?
  • Kann ich frei Nein sagen?
  • Darf ich eine andere Meinung vertreten?
  • Werden meine Grenzen respektiert?
  • Übernehme ich regelmäßig die Verantwortung für Harmonie?
  • Verlasse ich Gespräche häufig mit Schuldgefühlen oder Selbstzweifeln?

Ein Muster wird leichter erkennbar, wenn du mehrere Situationen gemeinsam betrachtest.

 

 

10. Stärke deine innere Position

 

Grenzen beginnen lange vor dem ausgesprochenen Nein.

Sie beginnen mit innerer Klarheit.

Was ist dir wichtig?

Welche Behandlung entspricht deinen Werten?

Welche Verantwortung übernimmst du gern?

Wo endet deine Verantwortung?

Je klarer du diese Fragen beantwortest, desto stabiler bleibt dein innerer Kompass.

 

 

11. Bereite schwierige Gespräche vor

 

Bei wiederkehrendem Druck hilft Vorbereitung.

Überlege vorher:

  • Was möchte ich erreichen?
  • Welche Grenze ist entscheidend?
  • Welche Vorwürfe könnten kommen?
  • Welche Antwort möchte ich geben?
  • Wann beende ich das Gespräch?

Gerade bei wichtigen beruflichen oder privaten Situationen kann eine gute Vorbereitung den entscheidenden Unterschied machen.

 

 

12. Vorsicht mit schnellen Diagnosen

 

Manipulatives Verhalten kommt bei sehr unterschiedlichen Menschen vor.

Eine einzelne Verhaltensweise erlaubt keine Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Für deinen Umgang mit der Situation brauchst du häufig auch keine Diagnose.

Hilfreicher sind konkrete Fragen:

  • Wie behandelt mich dieser Mensch?
  • Wie reagiert er auf Grenzen?
  • Wie häufig entstehen Manipulation, Abwertung oder Schuldumkehr?
  • Wie frei kann ich in dieser Beziehung entscheiden?

Narzisstisch geprägte Beziehungsmuster können solche Dynamiken deutlich verstärken. Für deinen Selbstschutz zählt vor allem das konkrete Verhalten.

 

 

13. Vergrößere deinen Handlungsspielraum

 

Manche Situationen verändern sich durch ein klares Gespräch.

Andere brauchen Abstand.

Wieder andere erfordern größere Entscheidungen.

Das kann bedeuten:

  • Gespräche stärker zu strukturieren
  • Kontakt zu reduzieren
  • Entscheidungen schriftlich festzuhalten
  • Unterstützung hinzuzunehmen
  • eine berufliche Zusammenarbeit zu verändern
  • eine Beziehung grundsätzlich neu zu bewerten

Der entscheidende Punkt lautet: Du gewinnst wieder Wahlmöglichkeiten.

 

 

14. Hole dir Unterstützung

 

Emotionale Erpressung kann die eigene Wahrnehmung mit der Zeit erheblich verunsichern.

Ein unabhängiger Blick hilft dabei, wieder Klarheit zu gewinnen.

Professionelle Unterstützung kann dich beispielsweise dabei begleiten:

  • Situationen einzuordnen
  • wiederkehrende Muster zu erkennen
  • Verantwortung klarer zuzuordnen
  • Entscheidungen vorzubereiten
  • Grenzen zu formulieren
  • schwierige Gespräche vorzubereiten
  • deinen Handlungsspielraum zu erweitern

 

 

 

Wenn Selbstverletzung oder Suizid angekündigt werden

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Aussagen wie:

„Wenn du mich verlässt, bringe ich mich um.“

Eine solche Aussage erzeugt enormen Druck.

Nimm eine konkrete Ankündigung von Selbstgefährdung ernst und hole professionelle Hilfe hinzu.

Bei akuter Gefahr gehören Rettungsdienst, Polizei oder geeignete Krisendienste hinzugezogen.

Eine professionelle Einschätzung schützt alle Beteiligten und entlastet dich von einer Verantwortung, die in fachkundige Hände gehört.

 

 

 

Emotionale Erpressung und Narzissmus

 

Menschen suchen häufig nach Informationen über emotionale Erpressung, weil sie gleichzeitig über Narzissmus nachdenken.

Beides kann zusammen auftreten.

Eine klare Trennung hilft bei der Orientierung.

Manipulatives Verhalten allein ergibt keine psychiatrische Diagnose.

Für deine praktische Entscheidung ist häufig eine andere Frage hilfreicher:

Was geschieht mit mir in dieser Beziehung?

Wirst du zunehmend unsicher?

Zweifelst du immer häufiger an deiner Wahrnehmung?

Gibst du regelmäßig nach, um Ruhe herzustellen?

Verschieben sich deine Grenzen Schritt für Schritt?

Dann lohnt sich ein genauer Blick.

Deine Würde, deine Orientierung und deine Entscheidungsfreiheit stehen im Mittelpunkt.

 

 

 

Emotionale Erpressung im Beruf

 

Auch im beruflichen Umfeld kann emotionaler Druck auftreten.

Zum Beispiel:

„Wenn dir das Team wirklich wichtig wäre, würdest du am Wochenende selbstverständlich einspringen.“

Oder:

„Ich dachte, ich könnte mich auf deine Loyalität verlassen.“

Hier hilft eine klare Trennung zwischen beruflicher Verantwortung und persönlicher Loyalität.

Eine sachliche Antwort könnte lauten:

„Lass uns konkret über die Aufgabe, den Zeitaufwand und die Prioritäten sprechen.“

Damit kehrt das Gespräch dorthin zurück, wo es hingehört.

 

 

Was emotionale Erpressung von einer normalen Meinungsverschiedenheit unterscheidet

 

Konflikte gehören zu Beziehungen.

Menschen dürfen unterschiedliche Wünsche haben.

Sie dürfen enttäuscht sein.

Sie dürfen um etwas bitten und ihre Interessen vertreten.

Eine tragfähige Beziehung lässt dabei Raum für unterschiedliche Entscheidungen.

Genau darin liegt ein wichtiger Prüfstein:

Kannst du frei entscheiden und bleibt deine Würde dabei erhalten?

Wenn dieser Spielraum dauerhaft kleiner wird, lohnt sich ein genauer Blick.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Emotionale Erpressung verliert einen Teil ihrer Macht, sobald du erkennst, was geschieht.

Du darfst mitfühlen und klar bleiben.

Du darfst Verständnis zeigen und eigene Entscheidungen treffen.

Du darfst Beziehungen wichtig finden und zugleich deine Grenzen schützen.

Und du darfst dir Zeit nehmen, bevor du handelst.

Ein Nein zu einer Forderung sagt nichts gegen deinen Wert als Mensch.

 

 

Wenn du deine Situation klären möchtest

 

Vielleicht steckst du gerade mitten in einer belastenden Beziehung oder einem schwierigen Gespräch.

Vielleicht spürst du längst, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und suchst nach einem klaren nächsten Schritt.

Oder du möchtest dich auf ein Gespräch vorbereiten, bei dem viel auf dem Spiel steht.

Im persönlichen 1:1 können wir deine Situation strukturiert betrachten:

  • Was geschieht tatsächlich?
  • Welche Dynamik wiederholt sich?
  • Was gehört zu deiner Verantwortung?
  • Welche Grenze ist sinnvoll?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Wie kannst du deinen nächsten Schritt so gestalten, dass er zu dir und deinen Werten passt?

Ich unterstütze dich dabei, Klarheit zu gewinnen, deinen Handlungsspielraum zu erweitern und schwierige Gespräche souverän vorzubereiten.

Online, telefonisch oder persönlich in Berlin.

 

→ PRIVAT 1:1 – Möglichkeiten ansehen

→ Honorare und Konditionen

Antworten auf häufige Fragen

Was ist emotionale Erpressung?

Emotionale Erpressung ist der Versuch einer Person, durch Forderungen und Drohungen eine andere Person auf der emotionalen Ebene zu manipulieren, um zu bekommen, was sie will. Es handelt sich um eine Form des emotionalen Missbrauchs, die den Zielpersonen Schaden zufügt.

Ist jedes Schuldgefühl emotionale Erpressung?

Schuldgefühle können viele Ursachen haben. Entscheidend ist das Verhalten innerhalb der Beziehung. Wird Schuld wiederholt eingesetzt, um deine Entscheidungen zu steuern, spricht viel für ein manipulierendes Muster.

Geschieht emotionale Erpressung immer absichtlich?

Menschen können solche Verhaltensweisen bewusst oder unbewusst einsetzen. Für deinen Umgang damit zählt vor allem die Wirkung und die Reaktion deines Gegenübers, sobald du das Muster ansprichst und Grenzen setzt.

Hilft es, emotionale Erpressung direkt anzusprechen?

In tragfähigen Beziehungen kann ein ruhiges Ansprechen viel klären. Bei stark manipulativen oder aggressiven Dynamiken können klare Grenzen, Abstand und Unterstützung mehr Sicherheit schaffen.

Sind Menschen, die emotional erpressen, Narzissten?

Manipulatives Verhalten allein erlaubt keine entsprechende Diagnose. Narzisstisch geprägte Beziehungsmuster können emotionale Erpressung enthalten. Für deinen Selbstschutz ist das konkrete Verhalten wichtiger als eine Ferndiagnose.

st emotionale Erpressung strafbar?

Der psychologische Begriff „emotionale Erpressung“ bezeichnet keinen eigenen Straftatbestand. Je nach konkretem Verhalten können rechtliche Fragen entstehen, etwa bei Drohungen, Gewalt oder anderen erheblichen Grenzüberschreitungen. Eine individuelle rechtliche Einschätzung gehört in juristische Hände.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie gehst du mit emotionaler Erpressung um?

Artikel zum Thema Manipulation 

Red Herring: Ablenkungsmanöver erkennen und beim Thema bleiben

Red Herrings führen Gespräche auf falsche Fährten. Erfahre, wie du Ablenkungsmanöver erkennst, relevante Fragen schützt und souverän beim Wesentlichen bleibst.

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2011
Überarbeitung: 24. Juli 2020
AN: #4331267
K: CNB
Ü:

Manipulation: 20 Hinweise, um manipulative Personen zu erkennen

Manipulation: 20 Hinweise, um manipulative Personen zu erkennen

Nicht jeder Versuch der Manipulation ist sofort ersichtlich, doch es gibt Hinweise
Manipulator

Manipulatoren

 

Nicht jeder Versuch uns zu unserem Nachteil zu manipulieren ist sofort offensichtlich. So mancher professionelle Manipulator kommt im Schafspelz daher. Manipulative Persönlichkeiten gibt es leider einige. Sie zu erkennen ist ein wichtiger Schritt, um sich zu schützen

 

 

 

Überblick

 

20 Hinweise auf manipulative Verhaltensmuster

 

Manipulation zeigt sich selten an einem einzelnen Satz oder einer einzelnen Handlung.

Entscheidend sind wiederkehrende Muster.

Wie häufig geschieht etwas?

Wie viel Druck entsteht?

Wie frei fühlst du dich in deinen Entscheidungen?

Und was verändert sich bei dir im Kontakt mit dieser Person?

Die folgenden Hinweise können dir helfen, genauer hinzusehen.

 

 

 

1. Tatsachen werden selektiv oder verzerrt dargestellt

 

Informationen werden so ausgewählt, dass eine bestimmte Schlussfolgerung besonders naheliegt.

Wichtige Details fehlen.

Andere werden überbetont.

Manchmal entsteht dadurch ein Bild, das formal aus richtigen Einzelinformationen besteht und trotzdem in die Irre führt.

Hilfreich ist die Frage:

Welche relevanten Informationen fehlen möglicherweise?

 

 

 

2. Auffällig schnelle persönliche Nähe

 

Manche Menschen schaffen sehr schnell Vertrautheit.

Sie vermitteln:

„Wir verstehen uns.“

„Du bist anders als die anderen.“

„Dir kann ich vertrauen.“

Nähe kann selbstverständlich echt sein.

Aufmerksamkeit verdient sie, wenn daraus sehr früh Erwartungen, Verpflichtungen oder Einfluss entstehen.

 

 

 

3. Deine Werte werden gezielt angesprochen

 

„Du bist doch ein fairer Mensch.“

„Gerade von dir hätte ich mehr Loyalität erwartet.“

„Wenn dir unsere Beziehung wirklich wichtig wäre …“

Hier wird weniger über die Sache gesprochen.

Stattdessen wird dein Selbstbild angesprochen.

Du sollst etwas tun, damit du dich weiterhin als guter, loyaler oder verantwortungsvoller Mensch erleben kannst.

 

 

 

4. Schuldgefühle werden erzeugt

 

Schuld kann ein starkes Steuerungsinstrument sein.

Vielleicht wird vermittelt:

Du bist verantwortlich für die Stimmung.

Für die Enttäuschung des anderen.

Für seine Schwierigkeiten.

Oder dafür, dass eine Situation eskaliert.

Dann lohnt sich die Frage:

Wofür bin ich tatsächlich verantwortlich – und wofür trägt der andere Mensch Verantwortung?

 

 

 

5. Schmeichelei schafft Bindung

 

Komplimente sind angenehm.

Sie können ebenso Einfluss erzeugen.

Besonders dann, wenn Anerkennung sehr gezielt eingesetzt wird:

Du bist der Einzige, der das kann.

Auf dich kann man sich verlassen.

Du bist viel verständnisvoller als alle anderen.

Wenn daraus anschließend eine Forderung folgt, lohnt sich ein genauer Blick.

 

 

 

6. Aussagen und Ereignisse werden umgedeutet

 

Vielleicht erinnerst du dich an eine klare Aussage.

Später wird behauptet:

„Das habe ich so nie gesagt.“

„Das hast du falsch verstanden.“

„Du verdrehst meine Worte.“

Natürlich können Menschen sich unterschiedlich erinnern.

Problematisch wird es, wenn solche Umdeutungen regelmäßig auftreten und deine Wahrnehmung zunehmend unsicherer wird.

 

 

 

7. Verantwortung wird verschoben

 

Du sprichst ein problematisches Verhalten an.

Kurze Zeit später verteidigst du dich selbst.

Plötzlich geht es darum, was du falsch gemacht hast.

Was du angeblich provoziert hast.

Wie empfindlich du bist.

Oder weshalb dein Verhalten das eigentliche Problem darstellt.

So kann die ursprüngliche Verantwortung aus dem Blick geraten.

 

 

 

8. Ablenkung ersetzt Klärung

 

Eine konkrete Frage führt zu einem neuen Thema.

Ein Einwand wird mit einem Gegenangriff beantwortet.

Eine Kritik endet in einer Diskussion über deine Vergangenheit.

Je mehr Themen gleichzeitig auf dem Tisch liegen, desto schwieriger wird Klarheit.

Hilfreich kann sein:

Ein Thema nach dem anderen.

 

 

 

9. Die Interessen des anderen dominieren auffällig

 

In jeder Beziehung gibt es unterschiedliche Interessen.

Aufmerksamkeit verdient ein Muster, bei dem die Bedürfnisse einer Person regelmäßig Vorrang erhalten.

Zeit.

Entscheidungen.

Geld.

Aufmerksamkeit.

Planung.

Konflikte.

Dann lohnt sich die Frage:

Wie viel Gegenseitigkeit existiert tatsächlich?

 

 

 

10. Hilfsbereitschaft wird ausgenutzt

 

Hilfsbereitschaft ist eine Stärke.

Problematisch wird es, wenn jemand sie zunehmend als selbstverständlich behandelt.

Aus einer Bitte wird eine Erwartung.

Aus einer Ausnahme wird eine Gewohnheit.

Aus einem Gefallen entsteht eine dauerhafte Verpflichtung.

Achte darauf, ob dein Geben freiwillig bleibt.

 

 

 

11. Grenzen werden getestet

 

Ein kleines Nein.

Eine Verzögerung.

Eine persönliche Frage.

Eine Bitte, die etwas zu weit geht.

Manchmal werden Grenzen schrittweise getestet.

Was passiert, wenn du widersprichst?

Wird dein Nein respektiert?

Oder beginnt Überreden, Druck, Schuldzuweisung oder Abwertung?

Die Reaktion auf eine Grenze sagt häufig mehr als die Grenze selbst.

 

 

 

12. Worte und Verhalten passen wiederholt wenig zusammen

 

Jemand spricht von Respekt und überschreitet ständig Grenzen.

Von Vertrauen und kontrolliert dich.

Von Ehrlichkeit und hält wichtige Informationen zurück.

Von Unterstützung und sabotiert deine Entscheidungen.

Einzelne Widersprüche gehören zum Menschsein.

Wiederkehrende Diskrepanzen zwischen Worten und Verhalten verdienen Aufmerksamkeit.

 

 

 

13. Status oder Autorität werden eingesetzt

 

Titel.
Alter.
Erfahrung.
Geld.
Position.
Expertise.
Beziehungen.

Solche Faktoren können sachlich relevant sein.

Manipulativ wird es, wenn sie eingesetzt werden, um deine eigene Prüfung zu ersetzen.

„Ich weiß das besser.“

„Vertrau mir einfach.“

„Du verstehst das noch nicht.“

Auch Autorität verdient Überprüfung.

 

 

 

14. Hilfe erzeugt Verpflichtung

 

Jemand unterstützt dich.

Später wird diese Unterstützung zur Rechnung.

„Nach allem, was ich für dich getan habe …“

„Das bist du mir schuldig.“

„Jetzt könntest du wenigstens …“

Großzügigkeit verliert ihre Freiheit, wenn sie im Nachhinein zur Verpflichtung wird.

 

 

 

15. Sprache erzeugt Verwirrung statt Klarheit

 

Manche Gespräche werden auffällig kompliziert.

Begriffe ändern ihre Bedeutung.

Aussagen bleiben vage.

Fragen werden mit langen Erklärungen beantwortet, ohne tatsächlich beantwortet zu werden.

Dann kann Verwirrung selbst Teil des Problems werden.

Hilfreich ist:

Was wurde konkret gesagt?

Was wurde konkret vereinbart?

 

 

 

16. Zeitdruck erschwert deine Entscheidung

 

„Ich brauche jetzt eine Antwort.“

„Die Chance gibt es nur heute.“

„Wenn du mich wirklich unterstützt, entscheidest du dich sofort.“

Zeitdruck kann sachlich begründet sein.

Er kann ebenso verhindern, dass du Informationen prüfst, mit anderen sprichst oder deine eigenen Bedürfnisse wahrnimmst.

Bei wichtigen Entscheidungen gilt:

Zeit zum Nachdenken kann ein Schutzfaktor sein.

 

 

 

17. Informationen werden bewusst dosiert

 

Du bekommst gerade genug Informationen, um eine Entscheidung zu treffen.

Später tauchen weitere Details auf.

Oder du erfährst, dass andere Beteiligte mehr wussten als du.

Information ist Macht.

Wer kontrolliert, was du wann erfährst, kann damit auch deine Entscheidungen beeinflussen.

 

 

 

18. Andere Perspektiven werden abgewertet oder ausgeschlossen

 

„Deine Freunde verstehen unsere Situation nicht.“

„Deine Familie mischt sich überall ein.“

„Dein Berater hat keine Ahnung.“

Natürlich können Außenstehende falschliegen.

Aufmerksamkeit verdient ein Muster, bei dem unabhängige Perspektiven grundsätzlich diskreditiert werden.

Isolation macht Einfluss leichter.

 

 

 

19. Du veränderst dich zunehmend

 

Vielleicht bemerkst du:

Du erklärst dich häufiger.

Du wirst vorsichtiger.

Du vermeidest bestimmte Themen.

Du brauchst länger für Entscheidungen.

Du fragst andere Menschen ständig, ob deine Wahrnehmung stimmt.

Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst.

Du beschäftigst dich ungewöhnlich viel damit, wie die andere Person reagieren könnte.

Manchmal zeigt sich Manipulation besonders deutlich an den Veränderungen, die sie bei dir erzeugt.

 

 

 

20. Eine unabhängige Perspektive verändert plötzlich das Bild

 

Manchmal erscheint eine Situation lange kompliziert.

Dann erzählst du sie einer unbeteiligten Person.

Und plötzlich wird etwas sichtbar:

Eine Forderung war keineswegs selbstverständlich.

Eine Schuld gehörte weniger zu dir.

Eine Vereinbarung war erstaunlich einseitig.

Oder eine Situation, die du für normal gehalten hast, erscheint aus etwas Abstand ganz anders.

Das bedeutet weniger, dass Außenstehende automatisch recht haben.

Es zeigt:

Perspektivwechsel kann helfen, Einflussmechanismen sichtbar zu machen.

 

 

 

Ein Hinweis allein beweist wenig

 

Fast jeder Mensch beeinflusst andere gelegentlich.

Wir argumentieren.

Bitten.

Überreden.

Werben.

Manchmal handeln wir unfair.

Deshalb geht es weniger darum, nach einem einzelnen Punkt sofort jemanden als „Manipulator“ einzuordnen.

Wichtiger sind:

Wiederholung.

Intensität.

Absicht und Kontext.

Umgang mit deinem Nein.

Und die Auswirkungen auf deine Entscheidungsfreiheit.

Eine sehr hilfreiche Frage lautet:

Kann ich in dieser Beziehung frei zustimmen – und ebenso frei ablehnen?

 

 

 

Dein Bauchgefühl: Hinweis statt Beweis

 

Vielleicht sagt dein Gefühl:

Hier stimmt etwas nicht.

Das ist noch kein Beweis für Manipulation.

Es kann jedoch ein Anlass sein, genauer hinzusehen.

Vielleicht hast du kleine Widersprüche registriert.

Eine ungewöhnliche Veränderung im Ton.

Eine Diskrepanz zwischen Worten und Verhalten.

Oder ein Muster, das du bisher kaum benennen konntest.

Statt dein Gefühl sofort zur Wahrheit zu erklären oder es abzuwerten, frage:

Was genau hat mich irritiert?

Diese Frage führt häufig weiter.

 

 

 

So schützt du deine Entscheidungsfreiheit

 

Bei möglicher Manipulation helfen einige einfache Grundsätze:

  • Verlangsame wichtige Entscheidungen.

  • Bitte um konkrete Aussagen.

  • Prüfe relevante Informationen aus weiteren Quellen.

  • Trenne Fakten von Interpretationen.

  • Achte auf wiederkehrenden Schuld- und Zeitdruck.

  • Gib dir Zeit, bevor du Zusagen machst.

  • Halte wichtige Vereinbarungen gegebenenfalls schriftlich fest.

  • Beziehe bei weitreichenden Entscheidungen unabhängige Perspektiven ein.

  • Nimm wiederholt getestete Grenzen ernst.

  • Achte darauf, wie sich der Kontakt auf dich auswirkt.

Und frage dich:

Würde ich diese Entscheidung auch ohne diesen Druck treffen?

Diese Frage kann erstaunlich viel klären.

Antworten auf häufige Fragen

Was sind Manipulanten?

Manipulanten sind Personen, die manipulieren. Das tun diese durch direkte oder unterschwellige Beeinflussung, um so bestimmte Verhaltensweisen auslösen oder zu steuern.

Was ist Manipulation?

Als manipulatives Verhalten wird die verdeckte Einflussnahme verstanden. Bei der Manipulation von Menschen, wollen manipulierende Zeitgenossen möglichst unbemerkt so Einfluss auf Wahrnehmung, Denken und Handeln von Zielpersonen nehmen.

Ist Manipulation schlecht?

Manipulation gilt dann als negativ, wenn die Bedürfnisse, Ziele und der Nutzen von Zielpersonen nicht respektiert werden.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
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Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel zum Thema Manipulation 

Red Herring: Ablenkungsmanöver erkennen und beim Thema bleiben

Red Herrings führen Gespräche auf falsche Fährten. Erfahre, wie du Ablenkungsmanöver erkennst, relevante Fragen schützt und souverän beim Wesentlichen bleibst.

Zuviel ist zu viel! Umgang mit Narzissten. 42 Tipps für die Kommunikation mit Narzissten

Zuviel ist zu viel! Umgang mit Narzissten. 42 Tipps für die Kommunikation mit Narzissten

Sie können durchaus Charme ausstrahlen und auf den ersten Blick ganz nett wirken; Narzissten. Viele wirken redegewandt, humorvoll, selbstsicher und ziehen so die Aufmerksamkeit auf sich. Doch so gut der erste Eindruck sein mag; Narzissten entlarven sich selbst als Egomanen. Mit ihrer Selbstverliebtheit und Egozentrik strapazieren sie dann die Nerven mit ihren Star-Allüren. Meist lohnt der Inhalt die anspruchsvolle Verpackung zwar nicht, doch darüber wird vehement hinweggetäuscht.

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YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)
Wer sich selbst gut kennt, ist nicht mehr so leicht manipulierbar.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. September 2018
Überarbeitung: 19. März 2020
AN: #7561014
Ü:
K:

Halbzeit? Donald Trump: Körpersprache, Rhetorik, Strategien, Tricks,…

Halbzeit? Donald Trump: Körpersprache, Rhetorik, Strategien, Tricks,...

Verbale und nonverbale Kommunikation des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
Donald Trump

Donald Trump

 

Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wie macht er das? Analyse der Strategien, Körpersprache, Rhetorik. Zahlen, Daten und eine Sammlung von Artikeln.

Überblick

 

 

 

 

Donald Trump

 

Als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat er dem Amt vom ersten Moment an eine ganz eigene Bedeutung gegeben. Wobei die Meinung zu ihm als US-Präsident ebenso polarisiert, wie seine Qualitäten als Unternehmer. Jedenfalls sorgt er mit seinen Tweets und Auftritten für Aufregung in Presse und Internet.

Ob gerechtfertigt oder nicht; er erhitzt die Gemüter. Viel wird spekuliert über seine Absichten, den speziellen Haarschnitt und seine Körpersprache. Seine Technik des Händeschüttelns ist oft mit der Überschrift Handshake-Gate verknüpft und auch sonst setzt er neue Maßstäbe.

 

It’s freezing and snowing in New York – we need global warming!

Donald J. Trump auf Twitter™

 

Ich werde eine große Mauer bauen – und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir – und ich baue sie sehr kostengünstig. Ich werde eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen.

Donald J. Trump im Wahlkampf

 

 

 

Trump steht für Politik in einfacher Sprache

 

Viele Europäer halten Donald Trump für eine tickende Zeitbombe ohne Strategie und Plan. Es wirkt, als würde er einfach so drauflosreden oder twittern. Dafür verachten ihn manche, doch seine engsten Anhänger feiern ihn dafür. Sie sehen es als Beweis dafür, dass er sich treu bleibt. Tatsächlich; wer frühere Beiträge auswertet, findet sehr ähnliche Äußerungen. Konsequent vermeidet er den geordneten Satzaufbau mit Haupt- und Nebensätzen. Stattdessen bildet er mit möglichst kurzen, eingängigen Begriffen so etwas wie Hauptsätze. Dabei verzichtet er auf höhere sprachliche Ansprüche während seine spontanen gedanklichen Abschweifungen, Seitenbemerkungen und Fußnoten den Zuhörer durchaus beanspruchen. Trump beginnt Sätze, bricht sie ab, setzt neu an, bricht wieder ab. Er redet relativ schnell und folgt ungehemmt dem Strom seiner Gedanken. Was übrig bleibt, sind die häufig einsilbigen Worte, die er besonders häufig wiederholt.

Wobei:
Während des Wahlkampfs neigen die Kandidaten dazu sich sprachlich auf dem Niveau von Grundschülern zu bewegen. Da würde eine komplexere Kommunikation vermutlich Stimmen kosten.

 

 

 

Typische rhetorische Strategien

 

Viele seiner Aussagen wirken absurd und willkürlich. Die Nutzung von Twitter für die Gestaltung der Weltpolitik wirkt amateurhaft. Außenstehende schütteln nur mit dem Kopf und fragen sich wann der Unfug ein Ende hat. Ein Großteil der Europäer versteht die Welt nicht mehr und halten das Ganze für einen Scherz, einen bösen Alptraum.

Das mag vielen Skeptikern nicht gefallen, doch die kommunikativen Strategien des Donald Trump gehen für ihn auf. Bei seinen Anhängern wirken sie und seine Chancen auf die Wiederwahl 2020 sind deutlich gestiegen. Selbst andersdenkende Republikaner werden bei jedem Skandal leiser. Sie wollen nicht von den Anhängern Trumps abgestraft werden. Meine Vermutung; er geht vermutlich viel strategischer vor, als es erscheint. Wie genau macht er das?

 

 

1. Wiederholung

 

Donald Trump setzt auf Wiederholungen. So setzen sich die Botschaften in den Köpfen der Zuhörer fest. Nicht nur sein „Make America great again.“ wiederholt er wie ein Mantra. Er nutzt dabei häufiger auch Synonyme, um einen Eindruck zu vertiefen. Selbst die Begriffsstutzigsten unter den Zuhörern bekommen so eine Gehirnwäsche.

Ob einzelne Worte oder eine Wortabfolge; die Wiederholung, auch Repetitio genannt, ist ein sehr wirksames rhetorisches Stilmittel. Es verstärkt die Wirkung und verankert die Botschaft.

 

 

 

2. Doppelbindungen (Double Binds)

 

Insbesondere in Debatten mit Gegenspielern setzt er Doppelbindungen ein. Er konfrontiert Gegner mit zwei unvereinbaren Forderungen oder lässt ihnen die Wahl zwischen zwei unerwünschten Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

3. Sozialer Beweis

 

Es ist ein psychologisches Phänomen, dass Menschen die Meinungen und Handlungen größerer Gruppen übernehmen, um das korrekte Verhalten für eine bestimmte Situation zu wählen. Ob es diese Gruppendominanz anfangs überhaupt gibt, ist dabei zweitrangig. Die Tendenz sich gruppenkonform zu verhalten verstärkt den Eindruck des Vorhandenseins und trägt dann schließlich zur Formung dieser Gruppe selbst bei.

 

 

 

4. Zitieren übergeordneter Autoritäten

 

Häufig argumentiert Trump mit Autoritäten, also vermeintlich anerkannten Einrichtungen und Experten.

 

 

 

5. Storytelling

 

Anstatt auf direkte Fragen zu antworten, erzählt er eine persönliche Geschichte. Diese Anekdoten beinhalten häufig die genannten Elemente (Wiederholung, Heranziehen von Autorität, soziale Beweise). Konkrete Argumente zur Untermauerung der Botschaft sind sehr selten. Diese Form des Storytellings ist tendenziell sehr einfach gehalten.

 

 

 

6. Eins drauf!

 

Unangenehmen Themen begegnet der Überlebenskünstler, indem er erst Verwirrung stiftet, dann einen Gegenangriff startet, um schließlich schnellstens ein neues und noch unangenehmeres Thema auf die Bühne bringen. Dazu nutzt er gerne Twitter und wenn es sein muss wackelt er am Weltfrieden. Dieses Vorgehen hat er regelmäßig und für sich erfolgreich eingesetzt.

 

 

 

7. Größtmöglicher Druck auf Verhandlungsgegner

 

Wie wichtig ihm Maximalforderungen und Druck sind, beschreibt schon sein Buch „The Art of the Deal“ beziehungsweise „Trump. Die Kunst des Erfolges“. Wie verwundert es, dass er auch die Politik als ein Spiel um Alles-Oder-Nichts versteht. Deal or No-Deal!

Diplomatie ist ihm fremd. Wobei die Methode nicht ganz so neu ist, denn auch andere US-Präsidenten waren bemüht unberechenbar zu erscheinen. Ein Beispiel dafür ist Richard Nixon, der im Hinblick auf den Kalten Krieg etwaige Zweifel durchaus nährte. Vordergründig mag es so erscheinen, als wenn die Drohung mit der Atombombe funktioniert. Doch das Verhalten von Trump wirkt deutlich unsystematischer und keineswegs geschickt.

Gerade für seinen außenpolitischen Stil werden andere möglicherweise noch einen immensen Preis zahlen.  Europa wird beispielsweise unter dem Umgang mit dem Iran leiden, wenn dort der Druck weiter ansteigt und sich an anderer Stelle entlädt. Doch die Europäer sind nicht die Wähler des US-Präsidenten.

 

 

 

8. Bewertungen

 

„Awesome, great, huge, fantastic, incredible“ und „tremendous“ sind ohnehin in den USA häufiger zu hören als ihre Entsprechungen bei uns. Typisch für Trump sind seine sehr häufig hinzugefügten Bewertungen. Die können dann für Europäer bei negativen Zuschreibungen recht derb klingen. Seinen Anhängern gefällt das.

 

 

 

9. Feindbilder

 

Die von ihm häufiger eingesetzten Feindbilder mögen intellektuellere Persönlichkeiten beschämen, doch ist die Polarisierung ein beliebtes Mittel Gruppen zusammenzuschweißen. Er gibt so seinen Anhängern die Möglichkeit Identität zu finden und sich abzugrenzen.

 

 

 

10. Freie Rede

 

Donald Trump setzt auf die freie Rede und Emotionen, wo viele andere Politiker auf vorgelesene Statements zurückgreifen. Barack Obama war sehr geschickt im Umgang mit dem Teleprompter.

 

 

 

11. Argumente sind nicht so wichtig

 

Da sich der größte Teil seiner Anhänger ohnehin nicht für Argumente interessiert erspart er sie ihnen weitgehend. Stattdessen setzt er auf Emotionen und Ironie.

 

 

 

 

Trump in Zahlen und Daten aus dem Internet

 

  • Geboren: 14. Juni 1946
  • Geburtsort: New York City (USA, Stadtteil Queens)
  • Größe: 1,88 m
  • Studium: Wirtschaftswissenschaften (Bachelor)
  • Ehepartnerinnen: Melania Knauss seit 2005, Marla Maples von 1993 bis 1999 und Ivana Marie Zelníčková von 1977 bis 1992
  • Kinder: Donald Trump jr. (1977), Eric Trump (1984), Ivanka Trump (1981), Tiffany Trump (1993), Barron William Trump (2006)

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

P.S.

 

Welche Beobachtungen zur Rhetorik und Körpersprache haben Sie gemacht?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. Juni 2017
Überarbeitung: 2. Juli 2019
Englische Version:
AN: #76616
K: CNB
Ü:

Rhetorik: Ständige Wiederholung (Repetitio) ist kein Beweis für Wahrheit, doch …

Rhetorik: Ständige Wiederholung (Repetitio) ist kein Beweis für Wahrheit, doch ...

Steter Tropfen höhlt den Stein. Überzeugen in Gesprächen, Reden und Präsentationen.
Wiederholung ist ein mächtiges rhetorisches Mittel!

Wiederholte Wiederholungen in Gesprächen, Reden und Präsentationen

 

Die Wiederholung ist ein sehr wirksames rhetorisches Mittel und wird in vielen Bereichen eingesetzt. Und, weil sie so wirksam ist, wird sie mit Recht entsprechend gerne gebraucht. Wiederholung ist ein mächtiges Mittel!

Überblick

 

 

 

 

Wiederholungen

 

And if all others accepted the lie which the Party imposed – if all records told the same tale – then the lie passed into history and became truth.

Und weil alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – weil alle Aufzeichnungen gleich lauteten – dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.

George Orwell in 1984

 

Verzeihung, war das ein zu drastischer Einstieg?
Ich starte nochmals, etwas harmloser.
Oder doch lieber so?

Weil Wiederholungen (Repetitio) ein sehr wirksames rhetorisches Mittel sind und werden sie in vielen Bereichen eingesetzt. Wiederholung ist ein mächtiges Mittel!

Diese Strategie wird allerdings auch sehr häufig missbraucht und so lohnt es sich sie zu erkennen. Ein Blick in die Medien zeigt es. Wiederholung ist das Geheimnis effektiver Propaganda, Botschaften werden immer wieder präsentiert. Und das möglichst auf vielen Kanälen mittels Reden, Lobbyarbeit, Radio- und Fernsehsendern, Zeitungen, Magazinen, Büchern, Musik, Filmen und Internet.

Charles Lutwidge Dodgson (1832 bis 1898), besser bekannt als Lewis Carroll, Autor von Alice im Wunderland schrieb in The Hunting of the Snark – An Agony in Eight Fits beziehungsweise Die Jagd auf den Snark – eine Agonie in acht Anfällen:

„Just the place for a Snark!“ the Bellman cried,
As he landed his crew with care;
Supporting each man on the top of the tide
By a finger entwined in his hair.

„Just the place for a Snark! I have said it twice:
That alone should encourage the crew.
Just the place for a Snark! I have said it thrice:
What I tell you three times is true.“

 

und

 

Then a scream, shrill and high, rent the shuddering sky,
And they knew that some danger was near:
The Beaver turned pale to the tip of its tail,
And even the Butcher felt queer.

He thought of his childhood, left far far behind—
That blissful and innocent state—
The sound so exactly recalled to his mind
A pencil that squeaks on a slate!

„‚Tis the voice of the Jubjub!“ he suddenly cried.
(This man, that they used to call „Dunce.“)
„As the Bellman would tell you,“ he added with pride,
„I have uttered that sentiment once.

„‚Tis the note of the Jubjub! Keep count, I entreat;
You will find I have told it you twice.
‚Tis the song of the Jubjub! The proof is complete,
If only I’ve stated it thrice.“

The Beaver had counted with scrupulous care,
Attending to every word:
But it fairly lost heart, and outgrabe in despair,
When the third repetition occurred.

 

Übersetzt:

 

Dann zerriss ein Schrei, schrill und hoch, den zitternden Himmel,
Und sie wussten, die Gefahr war nah.
Der Biber erblasste bis zur Spitze seines Schwanzes,
Und sogar der Schlachter fühlte sich seltsam.

“Es ist die Stimme des Jubjub!“ schrie er plötzlich.
(Dieser Mann, den sie „Dunce“ nannten.)
„Wie der Ausrufer dir sagen würde“, fügte er stolz hinzu,
„Ich habe diese Meinung zum ersten Mal kundgetan.

Es ist der Ton des Jubjub! Zähl weiter, ich flehe dich an;
Du wirst sehen ich sage es zweimal.
Es ist das Lied des Jubjub!
Der Beweis ist vollständig,
sobald ich es dreimal behauptet habe.“

Der Biber hatte gewissenhaft mitgezählt
und auf jedes Wort geachtet:
Aber er verlor all seinen Mut und begann zu verzweifeln,
als es sich zum dritten Mal wiederholte.

 

Der Einsatz von Wiederholungen hat eine lange Tradition, wenn überzeugt werden soll. Es wird von „ad nauseam“ gesprochen, wenn eine Behauptung solange ﹣ bis zum Überdruss ﹣ wiederholt wird, bis sie als wahr akzeptiert wird, ohne dass jedoch ein Beweis geführt wurde, der die Behauptung bestätigen würde. Wiederholung ermüdet die Aufmerksamkeit. Entsprechende Wachsamkeit ist erforderlich, um sich vor Manipulation zu schützen.

 

 

 

Beweis durch Wiederholung?

 

Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Beweise können grundsätzlich nur Tatsachen sein; Meinungen sind keine Beweise. Ständige Wiederholung ist kein Beweis für Wahrheit!

 

 

 

Geradebiegen

 

Zeit zurückzurudern? Bin ich jetzt über das Ziel hinausgeschossen? Jetzt klingt der Artikel ja, als wenn Wiederholung stets eine recht miese Angelegenheit ist. Das liegt wohl daran, dass es um deren Missbrauch geht.

Zur Ehrenrettung: Die Wiederholung, auch Repetitio, ist ein Stilmittel, bei dem das gleiche Wort oder eine Folge von Wörtern in einem kurzen Abschnitt verwendet werden. Indem es an verschiedenen Positionen wiederholt wird, kann es eine verstärkende Wirkung auf den Zuhörer haben.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #67644
K: CNB
Ü:

Greenwashing: Grünfärberei ist das schwarze Schaf der CSR

Greenwashing: Grünfärberei ist das schwarze Schaf der CSR

Etwas GRÜN drauf und schon sieht alles viel schöner aus. Wo ist das Problem?
Greenwashing: Grünfärberei ist das schwarze Schaf der CSR

Greenwashing

 

Als Greenwashing oder Greenwash werden PR-Aktivitäten bezeichnet, die einzelne Produkte, Unternehmen oder politische Strategien unangemessen grünfärben. Wie ist das zu bewerten?

Überblick

 

 

 

 

Greenwashing

 

Als Greenwashing oder Greenwash werden Kampagnen und PR-Aktionen bezeichnet, die einzelne Produkte, ganze Unternehmen oder politische Strategien grün beleuchten. So entsteht der Eindruck, sie würden besonders umweltfreundlich beziehungsweise besonders ethisch korrekt und fair handeln. Diese negative Form der in diesem Fall gespielten Form von Unternehmensverantwortung, kurz CSR (Corporate Social Responsibility), wird deshalb auch als das schwarze Schaf unter den CSR-Maßnahmen bezeichnet. Die Meinung darüber, was sich noch im Rahmen des Vertretbaren befindet und wo dreiste Manipulation weit über das Ziel hinausschießt, ist nicht immer übereinstimmend.

P.S.

 

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Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu täuschen. Luc de Clapiers

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #8717
K:
Ü:

Mit Statistiken in Präsentationen überzeugen, statt Lügen mit Zahlen

Statistiken in Reden und Präsentationen: Lügen mit Zahlen

Manipulationen erkennen und bessere Entscheidungen treffen
Lügen mit Zahlen

Wie wahr sind Zahlen?

 

Nicht jeder will mit Statistiken lügen, doch mit Zahlen lässt sich tricksen. Und das geschieht ständig! Welche Hinweise gibt es? Was ist bei eigenen Präsentationen zu beachten?

Schein und Sein

 

Es ist nicht alles Gold das glänzt

und nicht jede Interpretation,
selbst ein rechnerisch richtiges Ergebnis,
repräsentiert die Wahrheit!

Traue keiner Statistik!

 

Mit Zahlen lässt sich hervorragend tricksen, auch mit belegbaren. Gerade, weil sie so objektiv wirken, geht das so gut. Es geschieht andauernd und nicht immer ist es einfach zu erkennen.

Gerade bei Umfragen wird gerne und viel getrickst; Fragestellung und Kontext beeinflussen die Antworten. Die Ziele der Auftraggeber haben natürlich keinen Einfluss auf das Ergebnis. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Und ja, ich weiß, wovon ich rede! Schließlich habe ich selbst etwas Zeit in der Marktforschung verbracht.

Die Lektion, die ich dabei gelernt habe: Traue keiner Statistik!

Lügen mit Zahlen

Die Aufbereitung bietet ebenfalls viele Einflussmöglichkeiten bei der Darstellung und daraus zu erwartender Interpretation.

Bei Präsentationen lässt sich schon mit kleinen grafischen Tricks die Wirkung beeinflussen. Die manipulative Darstellung von Diagrammen ist daher weit verbreitet. Schon die Wahl der Farben macht sich bemerkbar. Deshalb wird ja auch von Schönfärberei gesprochen. Zusammen mit geeigneten Formen und durchdachter Anordnung überzeugt ein Arrangement mehr oder weniger. Besonders beliebt sind Diagramme ohne erkennbaren oder geschickt gewählten Bezug und perspektivische Darstellungen, da identische Objekte trotz gleicher Größe von den Augen der Betrachter je nach Position unterschiedlich wahrgenommen werden. Das lässt sich missbrauchen und das geschieht dann auch.

Da verlässt der künstlerische Spielraum schon mal den seriösen Rahmen. Oft werden dann auch noch die zur Bewertung erforderlichen Hintergrundinformationen unterschlagen. Übertriebene Kommastellen vermitteln Genauigkeit, obwohl es sich oft um Schätzungen handelt. Tendenziell vertrauen wir krummen Zahlen eher als gerundeten Werten. Und wenn die Zahlen an sich nicht imponieren, dann werden halt Prozentzahlen genommen. Da wird aus einer Steigerung von einer auf zwei Einheiten dann eine Verdopplung oder noch besser; eine Steigerung von 100 %.

Für die Anbieter ist es bis zu einem gewissen Grad vertretbar, die Möglichkeiten der Aufbereitung auszuschöpfen. Doch für diejenigen, die ihre Entscheidungen auf der Basis der Präsentation treffen, ist es erforderlich die Einflussnahme zu erkennen.

Egal, ob beabsichtigt oder nicht; die Anbieter sollten wissen, welche Wirkung ihre Präsentation hat. Es kann auch nach hinten losgehen, wenn der Bogen überspannt wird. Nicht jeder mag es hinters Licht geführt zu werden.

 

 

 

Neugierig?

 

Von Zeit zu Zeit biete ich zu diesem Thema Veranstaltungen an. Dort erfahren Sie, wie aus dem weißen Hai ein Kuscheltier und aus der Kokosnuss ein Killer wird.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
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→ Häufige organisatorische Fragen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

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Wie gehen Sie mit Statistiken um?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Mai 2012
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Tipps für Komplimente: Wortgeschenke mit Schleifchen dran

Tipps für Komplimente: Wortgeschenke mit Schleife dran

Komplimente sind wie Parfüm – sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden
Komplimente

Komplimente

 

Machen Sie Ihrem Umfeld verbale Wortgeschenke mit Schleifchen, zaubern Sie Ihren Mitmenschen mit Komplimenten ein Lächeln ins Gesicht. Nehmen Sie positiven Einfluss und bringen Sie etwas ins Rollen.

Definition

 

Ein Kompliment soll Nähe schaffen, bei der beide Seiten gewinnen. Es ist eine wohlwollende, freundliche Äußerung darüber, was einem an jemanden besonders gefällt. Das können sowohl Eigenschaften, Leistungen, auch äußere Merkmale oder ähnliches sein.

 

 

 

Ursprung

 

Den Wortursprung lieferte das spanische „Complimento“ für Überfluss und Übertreibung. Auf seiner Reise über Frankreich wurde es bei uns schließlich zum Kompliment.

 

 

 

Synonyme

 

Artigkeit, Höflichkeitsbezeugung, Liebenswürdigkeit. Schmeichelei, Schöntuerei, Galanterie und Flatterie.

 

 

 

Alles klar?

 

Oder sind Komplimente ohnehin ein Thema mit Bart?

Wo sind sie nur geblieben, die bezaubernden Komplimente?

 

Der Artikel widmet sich dem Thema Komplimente aus Anlass eines Interviews für den SWR am 23. Juni 2016 mit Stefanie Jacob.

 

 

 

Wann ist ein Komplement angebracht und wann nicht?

 

Oscar Wilde behauptete „Komplimente sind wie Parfüm – sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden“. Alles klar? Nur, was ist ein aufdringliches Kompliment und was ein duftendes? Olfaktorisch geantwortet:

Abgedroschene Komplimente stinken. Komplimente dürfen gerne ein kleines bisschen übertrieben werden – so wie ein üppiger verführerisch duftender Blumenstrauß. Doch darüber hinaus wird es unangenehm, weil unglaubwürdig. Da stinkt etwas zum Himmel und wir wittern, dass etwas faul ist. Dann wird ein Kompliment zunehmend unannehmbarer.

 

 

 

Wofür steht ein Kompliment?

 

 

Ein Kompliment kann ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ein Kompliment kann verbinden. Auch, weil so ein Kompliment den Tag viel schöner macht, unsere Stimmung hebt und uns die Welt durch eine in Pastellfarben getönte Brille wahrnehmen lässt; seien Sie etwas großzügiger damit. Machen Sie Ihren Mitmenschen verbale Wortgeschenke mit Schleifchen. Zaubern Sie Ihrem Umfeld ein Lächeln ins Gesicht. In der Partnerschaft, im Berufsleben, unter Freunden und bei wildfremden Menschen; machen Sie die Welt ein Stück lebenswerter.

Den größten Beitrag liefern sie als Eisbrecher und für die Beziehungspflege. Komplimente sind Geschenke, die Türen öffnen.

Die meisten Menschen schätzen es erst einmal grundsätzlich, wenn sie ein Kompliment erhalten. Sind Komplimente annehmbar, dann fördern sie positive Gefühle, weil sie das Gefühl vermitteln wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. So fördern sie Beziehungen und erleichtern die Kommunikation. Komplimente können das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl der Empfänger fördern. Oscar Wilde: „Eine Bekanntschaft, die mit einem Kompliment begonnen wurde, hat alle Aussicht sich zu einer echten Freundschaft zu entwickeln.“ Es ebnet jedenfalls so manchen Weg, der sonst deutlich holpriger wäre. Wohlwollen fördert Wohlwollen!

 

 

Liste mit einigen Vorteilen:

 

  • Eisbrecher
    Komplimente liefern einen hervorragenden Gesprächseinstieg.
  • Sympathie
    Empfänger und Absender erleben für den Moment ähnliche positive Empfindungen. Solche emotionale Resonanz fördert Sympathie.
  • Vertrauen
    Komplimente schaffen Vertrautheit und Vertrauen.
  • Aufmerksamkeit wecken
    Komplimente machen neugierig auf den Absender.
  • Wohlwollen
    Komplimente fördern das Wohlwollen.
  • Selbstwertgefühl
    Sie steigern das Selbstwertgefühl des Empfängers.
  • Komplimente wirken perspektiverweiternd
    Sie verändern nicht nur Empfänger. Wer gute Komplimente gibt, braucht dazu Aufmerksamkeit und somit Interesse an anderen Menschen. Das bleibt dann auch nicht ohne Wirkung. Wer sich für andere Menschen interessiert, entdeckt so manches, das andere übersehen.
  • Verstärkung
    Auch, wenn es sich eher um eine Eigenschaft eines Lobs handelt; durch die positive Verstärkung werden Wiederholungen gefördert.

 

 

Aber,  trotz der Vorteile tun sich viele Menschen nicht so leicht mit Komplimenten, weder beim Geben, noch beim Annehmen.

Wieso tun sich viele Menschen so schwer damit Komplimente anzunehmen?

 

Ist es gar ein deutsches Problem oder woran liegt es wohl?
Hier ein paar Thesen und Tipps.

 

 

1. Es ist uns fremd

 

Liegt es daran, dass wir es nicht gewohnt sind, weil wir so selten Komplimente bekommen? Reagieren wir nur deshalb so unsicher, skeptisch, ängstlich und so schnell überfordert, selbst dann, wenn es jemand gut mit uns meint?

 

 

 

2. Komplimente werden schlichtweg nicht als solche erkannt

 

Manches Kompliment ist nicht deutlich genug als solches gekennzeichnet, als dass sich der Empfänger einwandfrei angesprochen fühlt. Im Zweifelsfall lieber hanseatische Zurückhaltung als peinliches Annehmen fremder Federn, selbst wenn sie einen schmücken würden.

 

 

 

3. Angst vor Manipulation

 

Komplimenten zu widerstehen ist oft nicht so einfach. Es kann zu verlockend sein. Manche erinnern an den Gesang der Sirenen und Odysseus. Deren Lobgesang war ja auch nicht ohne, so dass er sich vorsichtshalber an einen Mast hat fesseln lassen, um so nicht den Verlockungen zu erliegen. Und so wie seine Mannschaft mit verstopften Ohren meiden heute manche Menschen ebenfalls Komplimente wie der Teufel das Weihwasser.

Ein Klient sagte einmal; „Mit Komplimenten ist es wie mit Pilzen. Gerade die schönsten sind mit besonderer Vorsicht zu genießen.“ Er hatte recht schlechte Erfahrungen in einem Unternehmen gemacht, in dem es üblich war einander möglichst ausgiebig auszunutzen. Er war der Meinung, mit dem Annehmen eines Komplimentes schwerer Nein zu unangemessenen Forderungen sagen zu können. Argwöhnisch vermutete er hinter jedem Kompliment den Versuch ihn auszunutzen oder zu manipulieren.

 

 

 

4. Zurückhaltung

 

Manche Menschen sind zu introvertiert, um sich mit einem Kompliment wohlzufühlen. Sie haben den Eindruck ein glühendes Stück Eisen aufzufangen. Nur schnell wieder loswerden oder wenigstens relativieren.

Es lohnt sich Komplimente annehmen zu lernen. Einfach so! Ohne Wenn-und-Aber. Ein „Danke!“ als Quittung ist deutlich besser als ein Eiertanz, um es wieder loszuwerden. Ist das Kompliment ein Geschenk, dann ist es ziemlich unfreundlich es abzulehnen und dem Sender vor den Kopf zu stoßen. Wir machen durch das Ablehnen nicht nur das Gesagte, sondern auch den mutigen Komplimentemacher lächerlich. Und das ist gemein und unfair. Und wir erscheinen auch nicht arrogant, wenn wir uns über das Kompliment freuen, sondern selbstbewusst. Nehmen Sie es also erst einmal an!

 

 

 

Wieso tun sich manche Menschen so schwer damit Komplimente zu geben?

 

Vielleicht, weil sie ein Kompliment machen mit Schleimen verwechseln? Unangenehme Beispiele gibt es da ja. Wer will schon als widerlicher Opportunist gelten? 
Zwar soll auch beim Schleimen Sympathie geweckt und verstärkt werden. Allerdings werden hier Botschaften vermittelt, die der Empfänger hören will und an die der Sender nicht zu glauben braucht! Es geht darum dadurch einen Vorteil zu erlangen, auch indem die eigene Person erniedrigt wird. Und letzteres ist bei einem Kompliment deutlich weniger ausgeprägt. Schleimen findet von unten nach oben statt. Gute Komplimente auf Augenhöhe!

Komplimente sind übrigens auch vom Lob zu unterscheiden. Ihr Hauptbestreben ist die Förderung von Nähe. 
Ein Lob wird typischerweise eingesetzt, um einen anderen Menschen in einer Entwicklung zu bestärken, an der meist nicht nur der Gelobte, sondern auch der Lobende ein Interesse hat. Wobei der Übergang durchaus fließend sein kann.

 

 

Mögliche Gründe:

 

1. Komplimente machen arrogant

 

Ist wirklich schon einmal jemand vor Stolz geplatzt? Machen zu häufige Salbungen mit Komplimenten tatsächlich hochnäsiger? Hm. Mir fallen da durchaus ein paar Zeitgenossen ein, die als Beweismittel für diese These herangezogen werden könnten. Allerdings fischen die ohnehin ständig nach Komplimenten und haben schließlich selbst dann welche am Haken, wenn vorher keine freilebend im Teich zuhause waren.

 

 

2. Verunsicherung

 

Politische Korrektheit, insbesondere der vermeintliche und tatsächliche Sexismus sorgen vielerorts für krampfhafte Korrektheit. Wobei zugegeben, keine hinreichende Definition der Grenzen existiert und das macht die Kommunikation gerade im Berufsleben nicht wirklich leichter. Es herrscht Verunsicherung, schließlich droht schon bei einer unbeabsichtigten Doppeldeutigkeit die Sexismusanklage oder zumindest die Schamröte. Wenn schon die Bewunderung einer Krawatte als sexistisch ausgelegt und wahlweise mit Guantanamo oder einem Sensibilisierungs-Workshop geahndet werden kann, ermuntert das nicht gerade zu individuelleren Äußerungen.

 

 

3. Neid

 

Manchen Zeitgenossen gönnen wir einfach keinen Sonnenschein. Also wird ihnen auch so etwas Luxuriöses wie ein Kompliment vorenthalten. Das sollen die sich erst einmal verdienen. Verständlich! Allerdings kann gerade ein ehrlich gemeintes Kompliment der Beziehung einen positiven Impuls geben.

 

 

 

Weshalb sind Komplimente heute so risikobehaftet?

 

Es ist heutzutage nahezu unmöglich, ein absolut sicheres Kompliment zu formulieren, es kann also auch in die Hose gehen. Weshalb?

Auch für Komplimente gilt die Grundregel der Kommunikation: Der Empfänger entscheidet über die Bedeutung einer Botschaft. Wie ein Kompliment aufgefasst wird, hat ganz viel mit den Filtern, Erfahrungen bzw. Schlussfolgerung der Empfänger zu tun. Selbst wenn es anders gemeint war, kann der Empfänger es als getarnte Beleidigung, Kritik, Manipulation oder Anzüglichkeit empfinden.

Es ist nahezu unmöglich, absolut sichere Komplimente zu formulieren. Die Entscheidung, ob ein Kompliment gelungen ist oder daneben geht, fällt der Empfänger. Letztlich kann jedes Kompliment falsch verstanden werden. All die Filter sorgen dafür, dass die beabsichtigte Bedeutung eines Kompliments beim Empfänger nicht mehr ganz mit der Absicht des Absenders übereinstimmt. Das lässt sich nicht verhindern, meinte schon Paul Watzlawick. Allerdings müssen wir auch nicht die Konsequenzen jedes Fettnäpfchens erkunden, indem wir unnötig heikle Formulierungen wählen.

Komplimente zu machen ist echt verdammt schwer, oder? Nicht wirklich! Je besser die Beziehung, desto wohlwollender werden Botschaften aufgenommen. Im Grunde geht das mit den Komplimenten ganz einfach und ist kinderleicht mit etwas Übung.

Schön, dass Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben.

 

 

Typisch deutsch?

 

Ist das denn typisch deutsch – so sparsam zu sein mit Komplimenten? Es scheint wohl beispielsweise in der arabischen Welt großzügiger mit Komplimenten umgegangen zu werden. Ja, es gibt kulturelle Unterschiede. In Deutschland sind wir Komplimenten gegenüber deutlich misstrauischer als beispielsweise in den optimistischen USA. Dort sind Komplimente mit superlativen Lobhudeleien so unbeliavable-fucking-mega-exciting-awsome. XXL, halt. Wer schon mal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiß, was ich meine. Andere Länder, andere Sitten. Wobei es auch innerhalb Deutschlands je nach Gruppenzugehörigkeit deutliche Unterschiede gibt. Übrigens gibt es Länder, die den Umgang mit Komplimenten noch komplizierter gestalten; China. Chinesen sind noch hanseatischer als unsere Hamburger. Ein Klient erzählte mir; Chinesen weisen rund 3 mal Komplimente von sich, ehe sie endlich angenommen werden.

Wieso wir es uns in Deutschland so schwer machen? Vielleicht nehmen wir vieles etwas ernster, legen alles zuerst auf die Goldwaage, machten auf die Kommastelle. Wir legen mehr Wert darauf, dass es auch so gemeint ist, wollen am liebsten ein Echtheitszertifikat dazu. Wobei ich auch oft sehr annehmbare Komplimente erlebe, gerade weil sie so viel Substanz haben.

Politische Korrektheit, insbesondere der vermeintliche und tatsächliche Sexismus sorgen vielerorts für krampfhafte Korrektheit. Wobei zugegeben, keine hinreichende Definition der Grenzen existiert und das macht die Kommunikation gerade im Berufsleben nicht wirklich leichter. Es herrscht Verunsicherung, schließlich droht schon bei einer unbeabsichtigten Doppeldeutigkeit die Sexismusanklage oder zumindest die Schamesröte. Da reicht mitunter schon die Bewunderung einer Krawatte und Sie müssen wegen sexistischer Verfehlung in den Sensibilisierung-Workshop. Das ermuntert nicht gerade zu individuelleren Äußerungen.

Was macht gute Komplimente aus?

 

Anscheinend benötigen wir dringend eine Bedienungsanleitung für den richtigen Aufbau eines Komplimentes, als würde schon ein falsches Wort zum Scheitern führen. Dabei ist es doch im Grunde einfach, Schritt für Schritt: Was macht gute Komplimente aus?

Für meinen Geschmack basieren die besten Komplimente darauf, dass die enthaltene Wertschätzung glaubhaft ist, weil jemand genauer hingesehen hat. Schon das signalisiert besonderen Respekt. Es ist also wesentlicher, welche Geisteshaltung ich pflege, als welche Techniken ich gelernt habe. Die Absicht ist spürbar.

 

 

 

1. Ehrlichkeit

 

Zumindest eine wohlwollende Portion davon ist erforderlich. Komplimente, die uns auf keinem Fall abgenommen werden, richten mehr Schaden als Nutzen an. Wobei der Wunsch, Komplimenten zu glauben, oft größer als die Vernunft ist. Außerdem werden meist selbst Komplimente, denen nicht geglaubt wird, sehr gerne angenommen. Was man hat, hat man!

Und doch; Nehmen Sie etwas das Sie auch meinen. Ihre Körpersprache verrät Sie sonst durch fehlende Kongruenz. Wenn Sie meinen was Sie sagen, brauchen sie sich um Ihre Körpersprache weniger Gedanken zu machen. Sie werden automatisch authentisch wirken. Dazu gehört der natürliche Augenkontakt und eine offene Körperhaltung. Viele Menschen spüren, ob ein Kompliment ehrlich gemeint und aufrichtig ist. Manche Komplimente sind einfach zu offensichtlich an den Haaren herbeigezogen, anstatt von Herzen zu kommen.

Außerdem erhöht ein angenommenes Kompliment die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung. Und so kann ein unehrliches Kompliment schnell nach unten losgehen.

 

Anmerkung:


Auch hier gilt es kulturelle Unterschiede zu beachten. In Deutschland sind wir Komplimenten gegenüber deutlich misstrauischer als beispielsweise in den optimistischen USA. Dort sind Komplimente mit superlativen Lobhudeleien so unbeliavable-fucking-mega-exciting-awsome. Andere Länder, andere Sitten. Wobei es auch innerhalb der zurückhaltenderen Leitkultur (tolles Wort, was auch immer es bedeuten soll) Deutschlands je nach Gruppenzugehörigkeit deutliche Unterschiede gibt. Übrigens gibt es Länder, die den Umgang mit Komplimenten noch komplizierter gestalten; China. Chinesen sind noch hanseatischer als unsere Hamburger. Chinesen weisen rund 3 mal Komplimente von sich, ehe sie angenommen werden.

 

 

 

2. Respekt

 

Es lauern so manche Fettnäpfchen auf der Strecke, auch wenn ein Kompliment ehrlich und freundlich ist. Selbst die beeindruckendsten geschlechtsspezifischen Attribute eignen sich selten für respektvoll klingende Komplimente und rufen den Ethikrat für Political Correctness auf den Plan. Also besser auf Augenhöhe achten!

 

 

 

3. Timing

 

Das Timing zählt. Und auf die Umstände, die Motivation und die Formulierungen kommt es an. Jede Äußerung wird im Kontext entschlüsselt und verändert so seine Wirkung. Wer ist noch anwesend? Ist es der geeignete Ort, die passende Gelegenheit? Werden nur Nettigkeiten angeboten, hängt unsere Wahrnehmung des Kompliments vom persönlichen Selbstbild, Status, unseren Erfahrungen mit Komplimenten und unserer Einschätzung vom Urteilsvermögen und der Absicht des Komplimentegebers ab. Wie aufrichtig wird der Kommentar eingeschätzt?

 

 

 

4. Kern eines Kompliments

 

Manche Leute machen Komplimente so, als müssten sie in ihren Taschen danach wühlen. Woher nehmen? Locker bleiben! Der Moment offenbart zahlreiche Gelegenheiten für angemessene, relevante, persönliche Komplimente. Wer mit offenen Augen und Ohren unterwegs ist – also wirklich präsent ist – kann aus dem Vollen schöpfen.

 

 

 

5. Relevanz

 

Abgegriffene und leere Floskeln entpuppen sich nach dem Entfernen der Verpackung, als das was sie sind; hohl! Gute Komplimente konzentrieren sich auf etwas, dass die Empfänger auch zu verantworten haben. Es muss deutlich sein, womit es verdient wurde, um glaubwürdig zu sein. Je spezifischer, desto fundierter. So verstärkt ein Kompliment dann auch noch ein gewünschtes Verhalten. Nur zu Erinnerung: Jede Kommunikation hat eine bewusste oder unbewusste Absicht!

Und wer eine Vorstellung davon hat, was dem Empfänger von besonderem Wert ist, findet dort eine Anregung.

 

Komplimente sind wie Parfüm.
Sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden.

Oscar Wilde

 

 

 

6. Persönlich

 

Anstatt Gegenstände zu bewundern, gilt es deren Beziehung zum Empfänger zu betonen. Gefühle wirken intensiver als sachliche Argumente, Zahlen, Daten und Fakten. Besondere Geschenke in Form eines Komplimentes sind originell, glaubwürdig und überraschend. Sie werden nicht jeden Tag gemacht. Eine gute Gelegenheit, Wertschätzung durch aufmerksame Beobachtung an den Tag zu legen.

Dann versteht sich von allein, was Sie besser lassen. Beispiel: Ein viel beschäftigter Geschäftsführer wollte sich und seine Mitarbeiter durch Lob und Komplimente erfreuen. Nach einigen Tagen auffallend fleißigen Verteilens sprach sich leider herum, dass er vorgefertigte Lobkarten auf seinem Schreibtisch zu liegen hat. Willkürlich zog er jeweils ein paar Karten, um sich mit ihnen auf den Weg durch das Unternehmen zu machen. Dort verteilte er die Sprüche vollkommen zufällig und austauschbar. Es erinnert mich etwas an meine Grundschullehrerin, die uns Pünktchen (in der DDR soll es Bienchen gegeben haben) ins Aufgabenheft klebte.

 

 

 

7. Vorsicht vor Mehrdeutigkeit

 

Es ist nahezu unmöglich, absolut sichere Komplimente zu formulieren. Die Entscheidung, ob ein Kompliment gelungen ist oder daneben geht, fällt der Empfänger. Letztlich kann jedes Kompliment falsch verstanden werden.
Komplimente können wie getarnte Beleidigungen, Kritik, Manipulation oder Anzüglichkeit ankommen, selbst wenn sie anders gemeint waren. Jeder von uns entschlüsselt Botschaften auf eigene Weise. Erfahrungen, Überzeugungen, … allerlei Filter sorgen dafür, dass sie beim Empfänger nicht mehr ganz mit der Absicht des Absenders übereinstimmt. Das lässt sich nicht verhindern, meinte schon Paul Watzlawick. Allerdings müssen wir auch nicht jedes Fettnäpfchen suchen, indem wir heikle Formulierungen wählen.

Ach, Komplimente zu machen ist echt verdammt schwer! Oder? Nicht wirklich, außerdem, je besser die Beziehung, desto wohlwollender werden Botschaften aufgenommen. Im Grunde geht das mit den Komplimenten ganz einfach und ist kinderleicht mit etwas Übung.

Schön, dass Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben.

8 Tipps für die Komplimente-Praxis

 

Für meinen Geschmack basieren die besten Komplimente darauf, dass die enthaltene Wertschätzung glaubhaft ist, weil jemand genauer hingesehen hat. Schon das signalisiert besonderen Respekt. Es ist also wesentlicher, welche Geisteshaltung ich pflege, als welche Techniken ich gelernt habe. Die Absicht ist spürbar.

 

 

1. Achtsamkeit

 

Achtsamkeit und Interesse an anderen Menschen machen es leichter Anknüpfungspunkte zu finden. Manche Leute machen Komplimente so, als würden sie in ihren Taschen nach Kleingeld wühlen. Woher Komplimente nehmen? Locker bleiben! Der Moment offenbart zahlreiche Gelegenheiten für angemessene, relevante, persönliche Komplimente. Wer mit offenen Augen und Ohren unterwegs ist – also wirklich präsent ist – kann aus dem Vollen schöpfen.

 

 

 

2. Persönliche Ansprache

 

Wenn Sie die Empfänger des Lobs mit dem Namen ansprechen steigert das die Wirkung.

 

 

 

3. Glaubwürdigkeit

 

Geben Sie glaubwürdige Komplimente, also solche die Sie auch so meinen. Unterstreichen Sie, was das für sie persönlich bedeutet. Abgegriffene und leere Floskeln entpuppen sich nach dem Entfernen der Verpackung, als das was sie sind; hohl! Gute Komplimente konzentrieren sich auf etwas, dass die Empfänger auch zu verantworten haben. Es muss deutlich sein, womit es verdient wurde, um glaubwürdig zu sein. Je spezifischer, desto fundierter. So verstärkt ein Kompliment dann auch noch ein gewünschtes Verhalten, wobei es dann zu einem Lob wird. Nur zu Erinnerung: Jede Kommunikation hat eine bewusste oder unbewusste Absicht!

 

 

 

4. Kontext beachten

 

Auf den Kontext, Angemessenheit und mögliche Mehrdeutigkeit achten. Ja, auch der Klassiker – die Ebenen der Kommunikation – liefern Hinweise darauf was aus welcher Sicht interpretiert werden könnte. Jede Äußerung wird im Kontext entschlüsselt und verändert so seine Wirkung. Wer ist noch anwesend? Ist es der geeignete Ort, die passende Gelegenheit? Werden nur Nettigkeiten angeboten, hängt unsere Wahrnehmung des Kompliments vom persönlichen Selbstbild, Status, unseren Erfahrungen mit Komplimenten und unserer Einschätzung vom Urteilsvermögen und der Absicht des Komplimentegebers ab. Wie aufrichtig wird der Kommentar eingeschätzt?

 

 

 

5. Rahmen und Zeugen

 

Komplimente in Gegenwart weiterer Zeugen erhöht die Wirkung.

 

 

 

6. Vorsicht vor Manipulationen

 

Setzen Sie Kompliment nicht bewusst dazu ein, um andere zu manipulieren. Das kann als Vertrauensbruch empfunden werden und vergiftet schnell den Boden auf dem, dann nur noch schwer etwas wachsen will.

 

 

 

7. Körpersprache

 

Achten Sie während des Überreichens von Komplimenten auf ihre Körpersprache. Die sollte die gleiche Sprache sprechen, wozu entsprechender Augenkontakt gehört.

 

 

 

8. Nicht übertreiben

 

Gemach: Komplimente sind wertvoll, wer sie massenhaft unreflektiert verteilt nimmt ihnen Wert und Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Wie Sie es nicht tun sollten: Mit Komplimenten hat es Donald Trump nicht so

 

US-Präsident Donald Trump (71) war mit seiner Frau Melania (47) am 14. Juli 2017 zu Besuch bei seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron (39) und dessen Frau Brigitte (64). Dort sorgte Trump für eine erneute Peinlichkeit. Leider hat er die Empfehlungen für gelungene Komplimente wohl nicht früh genug gelesen.

Ein Trump betrachtete sich die Figur von Macrons Gattin Brigitte: „You’re in such good shape“, also „Sie sind in so guter Form.“ Dabei ist eine eigenartige Geste zu erahnen. Es sieht so aus, als würde er ihre Hüften beschreiben. Die Reaktion von Brigitte Macron ist weder zu hören, noch ist ihre Mimik im Video zu erkennen. Die Kamera steht hinter ihr. Ihr Mann scheint über die Bemerkung hinwegzugehen. Er zieht sich anschließend mit Donald Trump zurück.

Ob sie diese Äußerung als ein Kompliment verstanden hat oder als Anspielung auf ihr Alter? Sie ist einige Jahre älter als ihr Mann. Allzu charmant dürfte sie Trumps Kommentar vermutlich nicht empfunden haben. Schließlich wurde der Altersunterschied der Macrons häufig im französischen Wahlkampf thematisiert. Ich frage mich weshalb. Außerdem, bei Trump und seiner Frau ist der Abstand ähnlich, nur das es andersherum ist. War das schon mal ein Thema? So oder so; viele Beobachter unterstellen ihm mal wieder einen schlechten Stil. Trump ist schließlich schon mehrfach durch sexistische Sprüche aufgefallen. Clever war das Kompliment, falls es eines sein sollte, jedenfalls nicht. Weshalb so ungeschickt in ein Fettnäpfchen treten, wo es sicher auch passendere Komplimente geben würde.

 

 

Fazit

 

Auch, weil so ein Kompliment den Tag viel schöner macht, unsere Stimmung hebt und uns die Welt durch eine in Pastellfarben getönte Brille wahrnehmen lässt; seien Sie etwas großzügiger damit. Machen Sie Ihren Mitmenschen verbale Wortgeschenke mit Schleifchen. Zaubern Sie Ihrem Umfeld ein Lächeln ins Gesicht. In der Partnerschaft, im Berufsleben, unter Freunden und bei wildfremden Menschen; machen Sie die Welt ein Stück lebenswerter. Viel Spaß! ;-) Nehmen Sie positiven Einfluss!

 

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

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Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

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Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie stehen Sie zu Komplimenten?

Es ist ein großer Fehler, das Komplimentemachen aufzugeben. Wenn der Mensch nichts Charmantes mehr sagt, hat er auch keine charmanten Gedanken mehr.

Umfrageergebnisse

 

 

Komplimente bekomme ich gerne.

%

Ja

%

Ja, aber nicht immer und von jedem

%

Nein

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2016 bis 2018, n=2237)

Komplimente gebe ich ...

%

ab und zu

%

oft!

%

selten bis nie!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (n=1150)

Gute Komplimente sind schwer zu geben

%

Ja!

%

Nein!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2301)

Komplimente gehören nur ins Privatleben

%

Stimmt nicht!

%

Stimmt!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2200)

Ich vermute Hintergedanken, wenn ich Komplimente bekomme.

%

Ja!

%

Manchmal!

%

Nein!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017 und 2018, n=2420)

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 2015
Überarbeitung: 17. April 2019
AN: #43321
K:CNB
Ü:

Godwin’s Law erklärt: Wann Nazi-Vergleiche argumentativ scheitern

Godwin’s Law: Warum Nazi-Vergleiche Diskussionen verzerren können

Manipulationen erkennen: Godwin’s Law und die Varianten. Unfaire Nazivergleiche und ....
Godwin’s Law und die Varianten

Godwin’s Law: Warum Nazi-Vergleiche Diskussionen verzerren können

 

Je länger eine Online-Diskussion dauert, desto wahrscheinlicher wird irgendwann ein Vergleich mit Hitler oder den Nazis.

So lautet sinngemäß Godwin’s Law.

Die Regel gehört inzwischen zur Internetkultur.

Und sie wird häufig falsch verstanden.

Godwin’s Law bedeutet nicht:

„Wer Hitler erwähnt, hat automatisch verloren.“

Es bedeutet auch nicht:

„Jeder Vergleich mit dem Nationalsozialismus ist unzulässig.“

Die interessantere Frage lautet:

Hilft der Vergleich tatsächlich beim Verstehen – oder ersetzt maximale moralische Aufladung gerade die sachliche Argumentation?

 
 
 

Was ist Godwin’s Law?

 

Godwin’s Law geht auf den US-amerikanischen Juristen und Autor Mike Godwin zurück.

Er formulierte Anfang der 1990er-Jahre sinngemäß:

Je länger eine Online-Diskussion dauert, desto mehr nähert sich die Wahrscheinlichkeit eines Vergleichs mit Hitler oder den Nazis dem Wert eins.

Ursprünglich bezog sich die Regel auf Diskussionen im Usenet.

Heute wird sie häufig auf:

  • Foren
  • Kommentarspalten
  • soziale Medien
  • politische Debatten
  • öffentliche Auseinandersetzungen

übertragen.

 
 
 

Godwin’s Law ist kein Naturgesetz

 

Der Name „Law“ klingt wissenschaftlicher, als die ursprüngliche Idee gemeint war.

Godwin formulierte die Regel bewusst pointiert.

Sie war eine Beobachtung über Online-Diskussionen und zugleich ein kulturelles Gegenmittel gegen gedankenlose Nazi-Vergleiche.

Der Zweck war weniger:

eine mathematische Gesetzmäßigkeit zu beweisen.

Interessanter war:

Menschen dazu zu bringen, vor extremen historischen Vergleichen genauer nachzudenken.

 
 
 

Was Godwin’s Law nicht sagt

 

Die populärste Fehlinterpretation lautet:

„Wer zuerst Hitler oder die Nazis erwähnt, hat die Diskussion verloren.“

Das ist eine spätere Konvention beziehungsweise Zuspitzung.

Sie ist nicht der eigentliche Inhalt von Godwin’s Law.

Ebenso wenig folgt daraus:

Jeder historische Vergleich mit dem Nationalsozialismus sei automatisch falsch oder unfair.

 
 
 

Ein Vergleich kann sachlich berechtigt sein

 

Historische Vergleiche gehören zu:

  • Politikwissenschaft
  • Geschichtswissenschaft
  • Sozialwissenschaft
  • öffentlicher Debatte

Vergleichen bedeutet zunächst:

Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen.

Ein Vergleich ist deshalb nicht automatisch eine Gleichsetzung.

Die Qualität hängt davon ab, wie präzise er vorgenommen wird.

 
 
 

Vergleich und Gleichsetzung sind zwei verschiedene Dinge

 

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Ein seriöser Vergleich kann beispielsweise fragen:

  • Welche Strukturen ähneln sich?
  • Welche unterscheiden sich?
  • Welche historischen Bedingungen waren damals vorhanden?
  • Welche fehlen heute?

Eine Gleichsetzung behauptet dagegen deutlich mehr.

Sie vermittelt:

„Das ist im Wesentlichen dasselbe.“

Genau dort wird historische Präzision besonders wichtig.

 
 
 

Warum Nazi-Vergleiche rhetorisch so stark wirken

 

Der Nationalsozialismus ist mit:

  • Diktatur
  • Krieg
  • systematischer Verfolgung
  • Holocaust
  • millionenfachem Tod

verbunden.

Ein Vergleich damit trägt deshalb enorme moralische und emotionale Bedeutung.

Wer eine aktuelle Position mit Hitler oder den Nazis verbindet, fügt der Debatte sofort diese Bedeutungsebene hinzu.

Das kann sachlich relevant sein.

Es kann ebenso eine rhetorische Abkürzung sein.

 
 
 

Maximale moralische Aufladung

 

Ein Nazi-Vergleich verändert häufig die gesamte Gesprächssituation.

Plötzlich geht es weniger nur um die ursprüngliche Frage.

Es geht nun möglicherweise um:

  • moralische Integrität
  • Extremismus
  • historische Verantwortung
  • persönliche Distanzierung

Das kann den ursprünglichen Streitpunkt überlagern.

 
 
 

Wann wird der Vergleich zum rhetorischen Problem?

 

Problematisch wird ein historischer Vergleich besonders dann, wenn er:

  • nur Empörung erzeugen soll
  • relevante Unterschiede ausblendet
  • eine Person moralisch diskreditieren soll
  • ein fehlendes Sachargument ersetzt
  • eine komplexe Situation auf ein extremes historisches Bild reduziert

Dann erzeugt der Vergleich viel Wirkung.

Er liefert möglicherweise wenig Erkenntnis.

 
 
 

Ein Beispiel für eine schlechte Analogie

 

Stell dir vor, in einer Organisation wird eine neue Berichtspflicht eingeführt.

Jemand sagt:

„Das ist ja wie im Dritten Reich.“

Diese Formulierung erzeugt sofort Aufmerksamkeit.

Sie erklärt jedoch zunächst nichts.

Welche Gemeinsamkeit soll gemeint sein?

Welche Unterschiede werden ignoriert?

Warum ist gerade diese historische Analogie hilfreich?

Ohne solche Antworten bleibt vor allem:

maximale Zuspitzung.

 
 
 

Die bessere Frage lautet: Welche konkrete Ähnlichkeit meinst du?

 

Das ist häufig die stärkste Reaktion.

Nicht:

„Godwin’s Law! Du hast verloren.“

Sondern:

„Welche konkrete historische Parallele möchtest du damit beschreiben?“

Damit kehrt die Diskussion zur Sache zurück.

 
 
 

Historische Vergleiche brauchen Kriterien

 

Wenn ein Vergleich mehr sein soll als ein Schlagwort, braucht er nachvollziehbare Vergleichspunkte.

Zum Beispiel:

  • institutionelle Strukturen
  • Machtkonzentration
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Umgang mit Opposition
  • Propaganda
  • Gewalt
  • Verfolgung bestimmter Gruppen

Dann kann geprüft werden:

Wo bestehen tatsächlich Ähnlichkeiten?

Und:

Wo endet der Vergleich?

 
 
 

Ein guter Vergleich benennt auch Unterschiede

 

Das ist vielleicht das wichtigste Qualitätsmerkmal.

Wer nur Gemeinsamkeiten sucht, findet fast immer welche.

Zwei Systeme können beispielsweise beide:

  • Propaganda nutzen
  • Gegner kritisieren
  • starke Führung betonen

und trotzdem in entscheidenden Punkten vollkommen unterschiedlich sein.

Ein ernsthafter Vergleich fragt deshalb:

Welche Unterschiede verändern die Bedeutung der Gemeinsamkeit?

 
 
 

Analogie ist kein Beweis

 

Auch das wird in Debatten häufig übersehen.

Wenn Situation A Ähnlichkeiten mit Situation B hat, folgt daraus nicht automatisch:

Sie wird denselben Verlauf nehmen.

Oder:

Sie ist moralisch identisch zu bewerten.

Analogien können helfen, Fragen zu stellen.

Sie ersetzen keine Belege.

 
 
 

Reductio ad Hitlerum

 

Im Zusammenhang mit Godwin’s Law wird häufig der Ausdruck Reductio ad Hitlerum verwendet.

Gemeint ist vereinfacht ein Argumentationsmuster wie:

Hitler beziehungsweise die Nazis unterstützten X.

Also muss X schlecht sein.

Das ist kein tragfähiger Schluss.

Die moralische Bewertung einer Idee ergibt sich nicht automatisch daraus, wer sie irgendwann vertreten hat.

 
 
 

Beispiel für Reductio ad Hitlerum

 

Die Logik könnte lauten:

„Die Nationalsozialisten förderten Autobahnbau. Deshalb ist Autobahnbau problematisch.“

Die Schlussfolgerung folgt nicht aus der Prämisse.

Ob eine politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Maßnahme sinnvoll ist, muss anhand ihrer eigenen:

  • Ziele
  • Folgen
  • Rahmenbedingungen

beurteilt werden.

 
 
 

Schuld durch historische Assoziation

 

Der Mechanismus funktioniert rhetorisch über Assoziation.

Etwas wird mit einer moralisch extrem negativ bewerteten Person oder Bewegung verbunden.

Dadurch soll die negative Bewertung auf das aktuelle Thema übergehen.

Das ist stärker emotional als logisch.

 
 
 

Auch Godwin’s Law kann missbraucht werden

 

Interessanterweise kann die Regel selbst zum rhetorischen Trick werden.

Zum Beispiel:

Person A stellt einen begründeten historischen Vergleich her.

Person B antwortet:

„Godwin’s Law. Diskussion beendet.“

Damit wird der Vergleich weniger geprüft als abgewehrt.

Auch das ist keine gute Argumentation.

 
 
 

Der Name eines Fehlschlusses ersetzt keine Widerlegung

 

Das gilt nicht nur bei Godwin’s Law.

Zu sagen:

„Das ist ein Strohmann.“

oder:

„Das ist ad hominem.“

reicht noch nicht.

Stärker ist:

zu zeigen, wo genau der argumentative Fehler liegt.

 
 
 

Wie du auf einen Nazi-Vergleich reagieren kannst

 

Es gibt mehrere sinnvolle Möglichkeiten.

1. Nach dem konkreten Vergleichspunkt fragen

„Welche konkrete Gemeinsamkeit meinst du?“

2. Unterschiede sichtbar machen

„Welche entscheidenden Unterschiede bestehen zwischen beiden Situationen?“

3. Zum ursprünglichen Argument zurückkehren

„Was ist unabhängig von diesem historischen Vergleich dein Argument gegen den Vorschlag?“

4. Eine Gleichsetzung korrigieren

„Du benennst eine Gemeinsamkeit. Daraus folgt noch keine Gleichsetzung der beiden Situationen.“

5. Nach Belegen fragen

„Welche Fakten tragen diese Analogie?“

 
 
 

Was du besser nicht tun solltest

 

Zum Beispiel:

„Du hast Hitler erwähnt. Damit hast du verloren.“

Das klingt schlagfertig.

Es prüft jedoch das Argument nicht.

Und es reproduziert genau die Vereinfachung, die Godwin’s Law eigentlich vermeiden helfen sollte.

 
 
 

Ist Godwin’s Law empirisch bestätigt?

 

Interessanterweise nicht in der einfachen Form, wie die Regel häufig verstanden wird.

Eine große Untersuchung analysierte rund 199 Millionen Beiträge auf Reddit.

Dabei zeigte sich:

Nach einer gewissen Gesprächslänge nahm die Wahrscheinlichkeit für die Begriffe „Nazi“ oder „Hitler“ wieder ab.

Auch die Vorstellung, solche Begriffe würden Diskussionen typischerweise beenden, ließ sich dort nicht bestätigen.

 
 
 

Was bedeutet das?

 

Godwin’s Law ist eher:

ein kulturelles Internetgesetz

als:

eine empirisch bestätigte statistische Gesetzmäßigkeit.

Sein Wert liegt weniger in der Vorhersage.

Interessanter ist seine Funktion als Warnung:

Je emotionaler und länger eine Debatte wird, desto größer kann die Versuchung zu maximalen Analogien und moralischer Eskalation werden.

 
 
 

Warum halten sich solche „Gesetze“ trotzdem so gut?

 

Weil sie ein erkennbares Kommunikationsmuster auf einen kurzen Satz reduzieren.

Das macht sie:

  • leicht verständlich
  • leicht erinnerbar
  • leicht zitierbar

Genau deshalb wurde Godwin’s Law selbst zu einem Internet-Meme.

 
 
 

Ein Meme über schlechte Vergleiche

 

Das ist fast schon die eleganteste Ebene des Konzepts.

Godwin reagierte auf ein verbreitetes rhetorisches Muster:

übertriebene Hitler- und Nazi-Vergleiche.

Seine Antwort war keine lange Abhandlung.

Er schuf ein:

Gegen-Meme.

Eine kurze Regel, die sich selbst verbreiten konnte.

 
 
 

Warum übertriebene Vergleiche problematisch sind

 

Es gibt mindestens drei Gründe.

1. Sie verzerren das aktuelle Thema

Eine weniger extreme Situation wird mit einem historisch extremen Beispiel aufgeladen.

 

2. Sie erschweren Differenzierung

Zwischen:

„Das gefällt mir nicht.“

und:

„Das ist totalitär.“

liegen viele Abstufungen.

 

3. Sie können historische Verbrechen trivialisieren

Wenn jeder:

  • unangenehme Chef
  • lästige Verwaltungsakt
  • unpopuläre politische Vorschlag

sofort mit dem Nationalsozialismus verglichen wird, verliert die historische Analogie an Präzision und Bedeutung.

 
 
 

Historische Verantwortung braucht sprachliche Präzision

 

Gerade die Einzigartigkeit und das Ausmaß nationalsozialistischer Verbrechen sprechen für sorgfältige Sprache.

Das bedeutet nicht:

Geschichte darf nie als Vergleich herangezogen werden.

Es bedeutet:

Je schwerwiegender die Analogie, desto genauer sollte sie begründet werden.

 
 
 

Godwin’s Law und politische Debatten

 

In politischen Auseinandersetzungen besitzen historische Analogien besondere Wirkung.

Sie können:

  • vor Entwicklungen warnen
  • historische Muster sichtbar machen
  • öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen

Sie können ebenso:

  • Gegner moralisch diskreditieren
  • Unterschiede verwischen
  • Debatten unnötig polarisieren

Deshalb sollte nicht die politische Richtung entscheiden, ob ein Vergleich akzeptiert wird.

Entscheidend ist die Qualität des Vergleichs.

 
 
 

Eine neutrale Prüffrage

 

Egal wer den Vergleich verwendet:

Welche konkrete historische Struktur soll verglichen werden?

Dann:

Welche Belege sprechen für die Ähnlichkeit?

Und:

Welche relevanten Unterschiede gibt es?

Diese Fragen funktionieren unabhängig von politischer Position oder Sympathie.

 
 
 

Godwin’s Law in Unternehmen und Organisationen

 

Auch dort können extreme Analogien auftauchen.

Zum Beispiel:

„Hier herrscht ja eine Diktatur.“

Oder:

„Das sind Gestapo-Methoden.“

Solche Aussagen können Ausdruck echten Ärgers sein.

Für eine konstruktive Klärung sind sie häufig wenig präzise.

 
 
 

Die bessere Übersetzung

 

Statt:

„Hier herrscht eine Diktatur.“

könnte die eigentliche Aussage lauten:

„Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne dass die Betroffenen angehört wurden.“

Oder:

„Kritik wird hier regelmäßig sanktioniert.“

Oder:

„Die Entscheidungskompetenz ist stark zentralisiert.“

Jetzt lässt sich über konkrete Verhaltensweisen und Strukturen sprechen.

 
 
 

Präzision ist stärker als maximale Zuspitzung

 

Das gilt für fast jede schwierige Diskussion.

Wenn du statt:

„totalitär“

konkret benennen kannst:

„Diese Entscheidung lässt keine Möglichkeit zum Widerspruch zu.“

wird das Argument überprüfbarer.

Und häufig auch überzeugender.

 
 
 

Godwin’s Law und soziale Medien

 

Soziale Medien begünstigen Zuspitzung.

Knappe, emotionale Formulierungen können:

  • mehr Aufmerksamkeit
  • mehr Reaktionen
  • mehr Weiterverbreitung

erzeugen.

Ein differenzierter historischer Vergleich benötigt dagegen Raum.

Genau hier entsteht ein strukturelles Problem:

Die kommunikativ stärkste Formulierung ist nicht immer die sachlich beste.

 
 
 

Maximale Empörung ist kein Qualitätsmerkmal

 

Wenn ein Beitrag viele Reaktionen erzeugt, zeigt das zunächst:

Er löst etwas aus.

Es zeigt nicht automatisch:

Seine historische Analogie ist tragfähig.

 
 
 

Was tun, wenn andere deinen Vergleich mit Godwin’s Law abwehren?

 

Dann kannst du zurück zur Sache gehen.

Zum Beispiel:

„Godwin’s Law sagt nicht, dass jeder historische Vergleich unzulässig ist. Meine konkrete Parallele betrifft X. Die Unterschiede liegen bei Y.“

Damit wird aus dem Schlagabtausch wieder eine überprüfbare Aussage.

 
 
 

Und wenn dein eigener Vergleich überzogen war?

 

Dann lohnt sich Korrektur.

Zum Beispiel:

„Der Vergleich war zu weit. Mein eigentlicher Punkt ist …“

Das ist stärker, als eine schwache Analogie aus Prestigegründen immer weiter zu verteidigen.

 
 
 

Eine gute Diskussion braucht keine maximalen Begriffe

 

Du musst eine Position nicht:

  • faschistisch
  • totalitär
  • diktatorisch

nennen, um sie deutlich zu kritisieren.

Du kannst beschreiben:

  • welche Entscheidung problematisch ist
  • welches Verhalten du kritisierst
  • welche Konsequenzen du erwartest
  • welche Alternative du bevorzugst

Das ist häufig anspruchsvoller.

Und argumentativ stärker.

 
 
 

Historische Analogien als Denkwerkzeug

 

Richtig eingesetzt können historische Vergleiche sehr wertvoll sein.

Sie können helfen:

  • Muster zu erkennen
  • Risiken früher wahrzunehmen
  • Entwicklungen einzuordnen
  • Annahmen zu hinterfragen

Dann dienen sie dem Denken.

Nicht nur der Wirkung.

 
 
 

Eine einfache Qualitätsprüfung für historische Vergleiche

 

Frag:

  1. Was genau vergleiche ich?
  2. Welche Gemeinsamkeit ist relevant?
  3. Welche Unterschiede sind ebenso relevant?
  4. Welche Belege stützen meine Analogie?
  5. Folgt meine Schlussfolgerung tatsächlich aus dem Vergleich?
  6. Würde mein Argument auch ohne die emotionale Wirkung des historischen Beispiels tragen?

Besonders die letzte Frage ist aufschlussreich.

 
 
 

Würde das Argument auch ohne Hitler funktionieren?

 

Das ist ein guter Selbsttest.

Wenn die gesamte Überzeugungskraft deines Arguments daraus stammt, dass das Wort:

Hitler

oder:

Nazis

fällt, fehlt möglicherweise sachliche Substanz.

Wenn das Argument auch ohne diese emotionale Aufladung trägt, kann die historische Analogie tatsächlich zusätzliche Erkenntnis liefern.

 
 
 

Godwin’s Law und eristische Dialektik

 

Das Thema passt gut zur Eristik.

Denn rhetorische Eskalation kann dazu dienen, eine Gegenposition:

  • zu verzerren
  • moralisch aufzuladen
  • leichter angreifbar zu machen

Ein extremer historischer Vergleich kann beispielsweise eine Position in eine radikalere Form verschieben, die anschließend leichter zurückgewiesen werden kann.

→ Eristische Dialektik: rhetorische Kunstgriffe erkennen

 
 
 

Die Nähe zum Strohmann

 

Wenn aus einer moderaten Position:

eine angeblich extremistische Position

gemacht wird, kann zusätzlich ein Strohmann entstehen.

Dann wird nicht mehr die tatsächliche Aussage kritisiert.

Es wird eine radikalisierte Ersatzposition angegriffen.

→ Strohmann-Argumente erkennen und entkräften

 
 
 

15 Fragen für faire historische Vergleiche

 

  1. Was genau möchte ich vergleichen?
  2. Warum ist gerade dieser historische Vergleich relevant?
  3. Welche konkrete Gemeinsamkeit besteht?
  4. Welche entscheidenden Unterschiede bestehen?
  5. Welche Quellen beziehungsweise Fakten stützen die Analogie?
  6. Vergleiche ich oder setze ich gleich?
  7. Ist meine Formulierung präzise?
  8. Verwende ich den Vergleich hauptsächlich wegen seiner emotionalen Wirkung?
  9. Bleibt das ursprüngliche Thema sichtbar?
  10. Ersetzt die Analogie ein fehlendes Argument?
  11. Würde mein Argument auch ohne diesen Vergleich tragen?
  12. Trivialisiert meine Formulierung historische Verbrechen?
  13. Welche weniger extreme Analogie wäre möglich?
  14. Kann mein Gegenüber die Behauptung sachlich überprüfen?
  15. Trägt der Vergleich tatsächlich zu besserem Verständnis bei?

 
 
 

Wenn du in einer öffentlichen Diskussion souverän reagieren möchtest

 

Dann geht es häufig weniger darum, einen rhetorischen Trick beim Fachnamen zu nennen.

Hilfreicher ist:

  • die ursprüngliche Aussage zurückzuholen
  • Vergleichspunkte zu präzisieren
  • Unterschiede sichtbar zu machen
  • Belege einzufordern
  • zur Sachfrage zurückzukehren

Genau dadurch verliert ein überzogener Vergleich seine Wirkung.

 
 
 

Wenn die Situation hohe Tragweite hat

 

Bei wichtigen:

  • Interviews
  • Podiumsdiskussionen
  • öffentlichen Auftritten
  • Vorstands- und Aufsichtsratspräsentationen
  • kritischen Gesprächen

kann es sinnvoll sein, mögliche rhetorische Angriffe vorab zu simulieren.

Dann lässt sich vorbereiten:

  • welche Vergleiche wahrscheinlich sind
  • welche Formulierung ruhig zurück zur Sache führt
  • welche Aussage öffentlich stehen bleiben sollte
  • wo eine klare Grenze notwendig ist

 
 
 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Argumentation, schwierige Gespräche und rhetorische Souveränität geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Diskussion, Präsentation, Verhandlung oder öffentliche Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 
 
 

Fazit: Godwin’s Law ist eine Warnung vor gedankenloser Zuspitzung

 

Godwin’s Law sagt nicht:

„Wer Hitler erwähnt, verliert.“

Und es sagt nicht:

„Historische Vergleiche sind verboten.“

Der interessante Gedanke liegt tiefer.

Je länger und emotionaler eine Diskussion wird, desto verlockender können extreme Vergleiche werden.

Sie erzeugen:

  • Aufmerksamkeit
  • moralische Klarheit
  • starke Emotionen

zumindest auf den ersten Blick.

Doch genau deshalb sollten wir genauer prüfen:

Welche konkrete Ähnlichkeit besteht?

Welche Unterschiede werden ausgeblendet?

Trägt die Analogie wirklich zum Verständnis bei?

Oder ersetzt maximale moralische Aufladung gerade ein schwaches Argument?

Ein historischer Vergleich wird nicht dadurch gut, dass er drastisch ist. Er wird gut, wenn er präzise ist.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
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  • bis wann das Thema relevant ist
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Wer ein blindes Pferd verkaufen will, lobt die Füße.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Februar 2009
Überarbeitung: 30. Mai 2026

Politische Korrektheit (Political Correctness) ist gut gemeint und wird oft missbraucht!

Politische Korrektheit (Political Correctness) ist gut gemeint und wird oft missbraucht!

Wer dem Tabu widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.
Glossar Rhetorik und Kommunikation - Political Correctness

Politische Korrektheit bzw. Political Correctness

 

Political Correctness? Wer die Definition liefert, nimmt die Deutungshoheit für sich ein. Gut gemeint und doch sehr oft missbraucht; politische Korrektheit richtet mitunter Schaden an. Was sind die Chancen, was die Risiken?

 

Worte sind die Kleidung der Gedanken.

Samuel Jackson

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Definition Politische Korrektheit

 

Politische Korrektheit (englisch: political correctness) ist ein aus den USA stammendes Schlagwort, das auf die Bedeutung korrekter Sprache, insbesondere hinsichtlich der Vermeidung von Diskriminierung hinweist. Was angebracht ist, bestimmt die öffentliche Meinung.

 

 

 

Redner entscheiden nicht, was politisch korrekt ist

 

Political Correctness (PC) beschreibt, was worüber wie gesagt werden darf. Die Wortwahl hat dabei hohe Brisanz, diffamierende und diskriminierende Ausdrücke brauchen wir nicht. PC ist ein sehr heikler Bereich, der nicht nur im Zusammenhang mit einer Krisensituation besonderes Fingerspitzengefühl erfordert. So deutlich ist nicht jedem Redner die Sprengkraft mancher Formulierungen bewusst. Selbst, wenn die persönlichen Einstellungen moralisch-ethisch bewundernswert sind, unbeabsichtigte und auch aggressive Deutungen jenseits der Absicht sind keine Seltenheit. Auch hier gilt, der Empfänger entscheidet über die Bedeutung der Botschaft. Und ja, es gibt häufig auch unfreundliche Elemente, die sich über eine Gelegenheit der Missdeutung freuen.

 

 

 

Tabu statt Diskussion

 

Sprache wird instrumentalisiert, nicht nur in diktatorische Staaten. Rühre am Tabu, und raus bist du. So wird systematisch versucht, die Meinungsbildung zu wichtigen Themen über die Verwendung bestimmter Benennungen bzw. das Verbot anderer Ausdrücke zu beeinflussen. Ob Sprachregelungen tatsächlich eine so deutliche Auswirkung auf menschliche Denkprozesse und Vorstellungsfähigkeit haben, wie es George Orwell in seinem Buch 1984 beschreibt, ist fraglich. Folgen hat es so oder so.

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Tabus. Wer sich über sie hinwegsetzt oder zumindest nicht umfänglich von ihnen distanziert, lernt die Bedeutung von Totschlagargumenten kennen. Wer dem auferlegtem Tabu widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Das ursprünglich dem Respekt dienende Prinzip der politischen Korrektheit wird daher gerne dafür missbraucht, um unbequeme Diskussionen möglichst im Keim zu ersticken. Es ist dann mindestens so gewalttätig wie Zensur, es ist einschüchternd, es wirkt.

Wer will schon in die soziale Isolation? Wir Menschen sind soziale Wesen, wer ausgegrenzt wird verhungert emotional. Damit das nicht geschieht, wird oft gegen die eigene Meinung geschwiegen. Abweichende Meinungen werden heutzutage schneller bestraft als abweichendes Verhalten.

Auch nicht schön: Manche lassen sich von bedenklichen Gruppierungen verführen, die unzufriedene Geister für sich instrumentalisieren. Ein guter Nährboden für Extreme.

 

 

 

Maßstab

 

Unsere Meinungen: die Haut, die wir uns umlegen, in der wir gesehen werden wollen, oder in der wir uns sehen wollen; das Äußerlichste.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Zu manchen Themen ist nur eine Meinung erlaubt. Wer nicht aufpasst, kommt an den Pranger. Der ist heute nicht mehr aus Holz und Eisenketten auf dem Marktplatz, dafür gibt es nun all die vielen bunten Medien, einschließlich Internet.

Die im jeweiligen Umfeld vorherrschende Meinung gibt vor, was richtig und was falsch ist. Verstärkt wird, was dort am besten ankommt. Filterblase und Echokammereffekt sind kein reines Phänomen des Internets. Wer nicht aufpasst, schwimmt schnell nur noch im eigenen Saft. Gefangen in der Schweigespirale. Der Maßstab sorgt dafür, dass wir nicht mehr Angst davor haben eine falsche Meinung zu haben, sondern mit ihr alleine zu sein. Und wer sich vor dem Zorn seines Umfelds fürchtet, schließt sich der freigegebenen Meinung an – selbst, gegen besseres Wissen.

 

 

 

Die Rolle der Medien

 

Beim ausgeprägten Medienkonsum bekommt so mancher eine Gehirnwäsche, sobald die Bequemlichkeit sich zu breit macht. Schließlich sind diese Medien nicht mit der reinen Berichterstattung beschäftigt. Weil die Herausgeber Menschen sind, fließen so oder so Meinungen ein. Darüber hinaus dürfen den Anbietern und Einflussnehmern der Medien eigene Interessen unterstellt werden. Deshalb haben diese eine recht aktive Rolle bei der Meinungsbildung, die leicht unterschätzt wird. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ringen insbesondere Parteien, Verbände und staatliche Einrichtungen um Einfluss. Journalisten sehen sich gerne in der Rolle, in der sie die Wahrheit ans Licht bringen und schützen. Das kann ihnen auch gelingen, doch leicht ist das schon wegen der genannten Faktoren nicht.

 

 

 

Neusprech und Gutdenk

 

Die rein sprachliche Aufwertung ändert noch nichts an den Umständen. Auch die politisch anscheinend korrekten Ersatzausdrücke greifen sich mit der Zeit ab. Die vom Nutzer zumindest insgeheim damit verbundenen Einstellungen färben ab. Weder Sexismus, noch andere Ungerechtigkeiten werden sich alleine durch andere Worte nicht auflösen. Der Grat zwischen verantwortungsvollem Sprachgebrauch und unsinnigen, intoleranten Formulierungen ist schmal.

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren nicht nur die Haare länger, sondern auch die Willensbekundung zum offenen Meinungsaustausch lauter. Alles sollte in den wilden Zeiten ausgesprochen und diskutiert, nichts mehr unter den Teppich gekehrt werden. Früher haben radikale Studentinnen ihre BHs verbrannt, heute bestehen sie darauf, dass die Models welche tragen. Provozieren galt mal als Mittel der Aufklärung und der Weiterentwicklung. Doch nach 1968 folgte 1984.

Willkommen in der Welt des George Orwell. Wer die Deutungshoheit hat, bestimmt. Wofür es keine Worte gibt, das denkt sich schwerer. Bei manchen Ideologien wäre dieses Phänomen durchaus wünschenswert. Nur alleine mir fehlt der Glaube, das würde in die richtige Richtung führen. Mich erinnert es eher an Bücherverbrennungen. Es gibt viele Bücher, die ich niemals kaufen würde, doch deswegen verbieten? Und zum Schutz der Behaglichkeit heikle Stellen zu schwärzen, fiele mir auch nicht im Traum ein.

 

 

 

Selbstbeschränkung statt Majestätsbeleidigung

 

Es gab Zeiten, in denen unliebsame Zeitgenossen beim Öffnen des Mundes wegen Majestätsbeleidigung eingesperrt wurden. Heute braucht es für manche Abschreckung keine Gesetze mehr. Die soziale Bestrafung ist abschreckend genug, um den Mut zum Widerspruch erlahmen zu lassen.

Entweder verstecke man seine Meinungen, oder man verstecke sich hinter seine Meinungen.
Wer es anders macht, der kennt den Lauf der Welt nicht oder gehört zum Orden der heiligen Tollkühnheit.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

 

 

Tacheles

 

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Politische Korrektheit als Kampfbegriff zu missbrauchen, ist ebenso unanständig. Für Linke ist Politische Korrektheit eine Art Religion, für Rechte Teufelszeug. Oh, darf ich das so schreiben? Absichtliche oder rücksichtslos dummdreiste Verletzung von Menschen, sei es mit Worten oder Taten, ist doch wohl keine ernsthafte Option, oder? Volksverhetzung und Leugnung dunkler Zeiten der Geschichte sind zu recht verboten. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist barbarisch. Ansonsten bildet die freie Meinungsäußerung einen der Grundpfeiler, auf der wünschenswerte Gesellschaften bauen.

 

 

 

Fazit

 

Achten Sie bei Ihren Beiträgen auf eine angemessene Sprachwahl, damit von Ihrer Botschaft keine unnötige Ablenkung ausgeht. Lernen Sie, wie der unfairen Instrumentalisierung des Prinzips begegnet wird. Fördern Sie die offene und faire Diskussion! Schluss mit übervorsichtigen, inhaltsleeren Floskeln. Das ist so fade und steril wie die Debatten im Bundestag. Sich bei all den vielen Tabus ohne jegliches Anecken krampfhaft berührungslos durchzuschlängeln, geht am besten ohne Profil. Ähnlichkeiten mit zahlreichen öffentlichen Personen sind kein Zufall. Schluss damit!

Demokratie muss auch Widerspruch aushalten. Wir brauchen ergebnisoffene Debatten statt vorgeschriebener Denkschablonen. Utopien im Sinne der Erkundung möglicher Szenarien braucht Freiraum statt Feigheit. Ärmel hoch: Wenn Ihre Argumente gut sind, machen Debatten Sie nur noch besser.

Umfrageergebnisse

 

Über eine politisch korrekte Wortwahl mache ich mir…

%

... häufig Gedanken.

%

... manchmal Gedanken.

%

... keine Gedanken.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018. n= 809)

Politische Korrektheit wird häufig missbraucht

%

Ja. oft.

%

Ja, aber nur selten.

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018. n= 602)

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 30. Dezember 2017
Überarbeitung: 30. Juli 2019
Englische Version:
AN: #67616
K: CNB
Ü: