Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

Menschenkenntnis
Warren-Harding-Effekt

Warren-Harding-Effekt: Wenn der erste Eindruck täuscht

 

Sieht jemand kompetent aus – oder ist dieser Mensch tatsächlich kompetent?

Diese beiden Fragen verwechseln wir erstaunlich leicht.

Ein Mensch betritt einen Raum.

Aufrechte Haltung.

Ruhige Stimme.

Sicherer Blick.

Passende Kleidung.

Vielleicht eine imposante Erscheinung.

Innerhalb weniger Augenblicke entsteht ein Eindruck.

Kompetent.

Souverän.

Vertrauenswürdig.

Führungspersönlichkeit.

Vielleicht stimmt dieser Eindruck.

Vielleicht auch nicht.

Ein erster Eindruck kann wertvolle Hinweise liefern. Er ist noch kein Beweis.

 

 

 

Was ist der Warren-Harding-Effekt?

 

Der Begriff geht auf Malcolm Gladwells Buch Blink zurück.

Gladwell beschreibt darin den sogenannten Warren Harding Error.

Gemeint ist eine typische Fehlleistung unseres schnellen Urteilens:

Wir nehmen ein auffälliges äußeres Merkmal wahr und leiten daraus Eigenschaften ab, für die uns eigentlich noch Informationen fehlen.

Zum Beispiel:

  • groß = durchsetzungsfähig
  • attraktiv = kompetent
  • ruhige Stimme = souverän
  • teure Kleidung = erfolgreich
  • sicheres Auftreten = fachlich überlegen
  • charismatisch = gute Führungskraft

Solche Schlussfolgerungen können stimmen.

Sie können ebenso gründlich danebenliegen.

 

 

 

Warum Warren G. Harding?

 

Warren G. Harding wurde 1920 zum 29. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Seine Zeitgenossen beschrieben ihn als stattliche und ausgesprochen „präsidial“ wirkende Erscheinung.

Auch seine politische Umgebung sah sein Äußeres als Vorteil.

Historische Darstellungen berichten, dass sein markantes Auftreten und sein präsidiales Profil zu seiner politischen Attraktivität beitrugen.

Seine Nominierung und sein Wahlsieg hatten gleichzeitig zahlreiche weitere Ursachen.

Harding passte politisch in eine Zeit, in der viele Menschen nach den konfliktreichen Jahren unter Woodrow Wilson eine Rückkehr zu mehr Normalität suchten.

Er gewann die Wahl deutlich.

Seine Präsidentschaft wurde später stark durch Skandale innerhalb seiner Administration belastet. Historiker bewerten seine Amtszeit häufig kritisch, wobei es auch differenziertere Neubewertungen einzelner Aspekte seiner Präsidentschaft gibt.

Gladwell nutzt Harding deshalb als anschauliches Beispiel für eine grundsätzliche Frage:

Wie stark lassen wir uns von Eigenschaften beeinflussen, die gut aussehen, gut klingen oder vertraut wirken?

 

 

 

 

Ist der Warren-Harding-Effekt wissenschaftlich belegt?

 

Der Ausdruck selbst stammt vor allem aus Gladwells populärwissenschaftlicher Darstellung.

Die dahinterliegende psychologische Beobachtung ist jedoch gut untersucht.

Menschen bilden sehr schnell Eindrücke über andere Menschen.

Dafür reichen teilweise Sekundenbruchteile.

Aus Gesicht, Kleidung, Stimme, Körperhaltung und Verhalten entstehen Vermutungen über:

  • Kompetenz
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Dominanz
  • Sympathie
  • Status
  • Selbstsicherheit

Das Problem besteht weniger darin, dass solche Eindrücke entstehen.

Das geschieht weitgehend automatisch.

Problematisch wird es, wenn wir aus einem ersten Eindruck eine Gewissheit machen.

 

 

 

Der erste Eindruck entsteht erstaunlich schnell

 

Untersuchungen zur sozialen Wahrnehmung zeigen, wie schnell Menschen Urteile aus Gesichtern ableiten.

In bekannten Studien von Alexander Todorov und Kollegen reichten sehr kurze Betrachtungszeiten aus, damit Versuchspersonen Kandidaten unterschiedlich kompetent einschätzten.

Solche Kompetenzurteile standen sogar statistisch mit tatsächlichen Wahlergebnissen in Zusammenhang.

Das bedeutet keineswegs, dass Aussehen Kompetenz verrät.

Es zeigt vielmehr, wie stark oberflächliche Hinweise unsere Einschätzung beeinflussen können.

 

 

 

Warum machen wir das?

 

Schnelle Urteile sind grundsätzlich sinnvoll.

Unser Gehirn verarbeitet ständig große Mengen an Informationen.

Wir können unmöglich jede Begegnung zunächst zwanzig Minuten analysieren.

Also arbeitet unser Wahrnehmungssystem mit Abkürzungen.

Wir erkennen Muster.

Wir vergleichen mit früheren Erfahrungen.

Wir reagieren auf vertraute Signale.

Das spart Zeit und Energie.

Die Schwäche dieser Abkürzungen:

Ein Signal kann für mehrere Dinge stehen.

Eine ruhige Stimme kann Selbstsicherheit bedeuten.

Sie kann ebenso gut trainiert sein.

Ein souveräner Auftritt kann auf Erfahrung beruhen.

Oder auf hervorragender Selbstdarstellung.

Ein unsicheres Auftreten kann fehlende Kompetenz bedeuten.

Oder schlicht Nervosität in einer ungewohnten Situation.

 

 

 

Der Halo-Effekt spielt dabei eine wichtige Rolle

 

 

Der Warren-Harding-Effekt lässt sich gut mit dem sogenannten Halo-Effekt verbinden.

Beim Halo-Effekt prägt eine auffällige Eigenschaft die Bewertung weiterer Eigenschaften.

Ein positiver Eindruck strahlt gewissermaßen auf andere Bereiche aus.

Jemand wirkt sympathisch.

Also vermuten wir möglicherweise zusätzlich:

kompetent.

ehrlich.

zuverlässig.

intelligent.

Diese Eigenschaften hängen jedoch keineswegs automatisch zusammen.

Ein starkes Signal kann unser Gesamturteil stärker färben, als die vorhandenen Informationen rechtfertigen.

 

 

 

Aussehen beeinflusst die wahrgenommene Kompetenz

 

Auch kleine Statussignale können Urteile verändern.

Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Kleidung die wahrgenommene Kompetenz beeinflussen kann.

Dieselbe Person kann in unterschiedlich wirkender Kleidung verschieden kompetent eingeschätzt werden.

Das ist interessant, weil sich am Menschen selbst überhaupt nichts verändert hat.

Lediglich der Kontext verändert unsere Interpretation.

 

 

 

 

Größe, Stimme, Kleidung, Haltung: Was bedeutet das wirklich?

 

Solche Merkmale beeinflussen Wirkung.

Das lässt sich im Alltag leicht beobachten.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Fragen:

Wie wirkt jemand?

und:

Was kann jemand?

Beides kann zusammenpassen.

Beides kann weit auseinanderliegen.

Genau deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen ein zweiter Blick.

 

 

 

Wo begegnet uns der Warren-Harding-Effekt heute?

 

Im Grunde überall dort, wo Menschen andere Menschen schnell beurteilen.

 

Bewerbungsgespräche

Eine Bewerberin tritt souverän auf.

Sie spricht flüssig.

Sie hält Blickkontakt.

Sie wirkt angenehm selbstsicher.

Schnell entsteht der Eindruck:

„Die kann das.“

Vielleicht stimmt das.

Die relevante Frage lautet trotzdem:

Welche konkreten Hinweise sprechen tatsächlich für ihre Kompetenz?

 

Führung

Menschen mit starker Präsenz werden häufig schneller als Führungspersönlichkeit wahrgenommen.

Präsenz ist zweifellos hilfreich.

Führung verlangt zusätzlich:

  • Urteilsvermögen
  • Verantwortungsfähigkeit
  • Entscheidungsqualität
  • Kommunikation
  • Integrität
  • Umgang mit Konflikten
  • strategisches Denken

Diese Fähigkeiten lassen sich aus Körpergröße, Stimme oder Auftreten kaum zuverlässig ablesen.

 

Verhandlungen

Ein sehr selbstsicher auftretendes Gegenüber kann den Eindruck vermitteln, über bessere Informationen oder eine stärkere Position zu verfügen.

Manchmal stimmt das.

Manchmal ist genau dieser Eindruck Teil der Verhandlung.

Deshalb lohnt es sich, Wirkung und Fakten bewusst auseinanderzuhalten.

 

Präsentationen

Hier entsteht eine interessante Besonderheit.

In einer Präsentation gehört Wirkung tatsächlich zur Leistung.

Wer gute Gedanken verständlich und überzeugend vermittelt, erhöht ihre Chance, gehört zu werden.

Das bedeutet jedoch weiterhin:

Eine überzeugende Präsentation macht schwache Argumente nicht automatisch stärker.

 

Partnerschaften und persönliche Begegnungen

Auch bei privaten Kontakten bilden wir schnell Vorstellungen über Menschen.

Charme.

Attraktivität.

Status.

Ähnliche Interessen.

Selbstbewusstsein.

All das kann anziehend sein.

Für eine tragfähige Einschätzung braucht es zusätzlich Zeit und Verhalten.

 

 

 

 

Der gegenteilige Fehler ist genauso möglich

Der Warren-Harding-Effekt besitzt eine zweite Seite.

Wir können Menschen überschätzen, weil sie überzeugend wirken.

Wir können Menschen ebenso unterschätzen, weil ihre Kompetenz zunächst wenig spektakulär aussieht.

Vielleicht spricht jemand leise.

Vielleicht braucht jemand einen Moment länger für eine Antwort.

Vielleicht entspricht das Auftreten kaum unserem inneren Bild einer Führungspersönlichkeit.

Und trotzdem besitzt dieser Mensch außergewöhnliches Urteilsvermögen.

Wer sich vom glänzenden Auftritt blenden lässt, übersieht Blender. Wer ausschließlich auf Glanz achtet, übersieht zugleich stille Kompetenz.

 

 

 

7 Fragen für bessere Menschenkenntnis

 

1. Was habe ich tatsächlich beobachtet?

 

Trenne Beobachtung und Interpretation.

Beobachtung:

„Sie spricht ruhig und ohne erkennbare Unsicherheit.“

Interpretation:

„Sie beherrscht das Thema hervorragend.“

Das ist ein erheblicher Unterschied.

 

 

 

2. Welche Eigenschaft leite ich daraus ab?

 

Frage dich:

„Was glaube ich gerade über diesen Menschen?“

Kompetent?

Sympathisch?

Vertrauenswürdig?

Durchsetzungsfähig?

Erst wenn du die Schlussfolgerung benennst, kannst du sie überprüfen.

 

 

 

3. Welche Belege habe ich dafür?

 

Suche nach konkretem Verhalten.

Welche Entscheidungen hat die Person getroffen?

Welche Ergebnisse hat sie erzielt?

Wie geht sie mit schwierigen Fragen um?

Wie verhält sie sich bei Widerspruch?

 

 

 

4. Was spricht gegen meinen ersten Eindruck?

 

Diese Frage ist besonders wertvoll.

Unser Denken sucht gern nach Informationen, die vorhandene Überzeugungen bestätigen.

Frage deshalb bewusst:

„Welche Beobachtung würde meine bisherige Einschätzung infrage stellen?“

 

 

 

5. Verwechsle ich Selbstsicherheit mit Kompetenz?

 

Selbstsicherheit kann aus Kompetenz entstehen.

Sie kann ebenso unabhängig davon auftreten.

Umgekehrt können ausgesprochen kompetente Menschen in einzelnen Situationen unsicher wirken.

 

 

 

6. Welche Informationen fehlen mir?

 

Bei wichtigen Entscheidungen lohnt sich häufig etwas mehr Zeit.

Eine zweite Begegnung.

Eine Arbeitsprobe.

Referenzen.

Konkrete Fragen.

Beobachtbares Verhalten.

 

 

 

7. Würde ich genauso urteilen, wenn diese Person anders aussehen würde?

 

Eine interessante Gedankenübung.

Stell dir denselben Satz aus einem anderen Mund vor.

Eine andere Stimme.

Ein anderes Alter.

Andere Kleidung.

Eine andere Körpergröße.

Verändert sich dein Urteil stark, lohnt sich ein genauerer Blick.

 

 

 

Und was bedeutet das für deine eigene Wirkung?

 

Bis hierhin könnte der Eindruck entstehen:

„Dann sind Äußerlichkeiten eben oberflächlich und sollten keine Rolle spielen.“

So einfach ist es ebenfalls nicht.

Wirkung gehört zur Kommunikation.

Menschen können deine Gedanken erst dann angemessen einschätzen, wenn sie ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie verstehen.

Eine klare Stimme.

Eine passende Körpersprache.

Eine überzeugende Struktur.

Eine angemessene Erscheinung.

All das kann dazu beitragen, dass deine tatsächliche Kompetenz überhaupt sichtbar wird.

Der entscheidende Unterschied:

Wirkung sollte Substanz transportieren – und sie nicht ersetzen.

 

 

 

Understatement ist ebenfalls keine Tugend

 

Manche kompetente Menschen reagieren auf solche Themen mit demonstrativer Zurückhaltung.

Sie sagen sinngemäß:

„Meine Leistung soll für sich selbst sprechen.“

Das klingt sympathisch.

In vielen beruflichen Situationen spricht Leistung allerdings erstaunlich leise.

Andere Menschen müssen erkennen können:

  • wofür du stehst
  • was du kannst
  • welchen Beitrag du leistest
  • warum deine Perspektive relevant ist

Professionelle Wirkung bedeutet deshalb weder Blender noch Selbstdarsteller.

Sie bedeutet, deiner tatsächlichen Kompetenz eine angemessene Form zu geben.

 

 

 

Charisma ist kein Kompetenznachweis

 

Charismatische Menschen können sehr kompetent sein.

Andere charismatische Menschen beherrschen vor allem die Wirkung.

Deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen immer die Trennung:

Was empfinde ich?

und:

Was weiß ich?

Beide Informationen dürfen in deine Einschätzung einfließen.

Sie sind jedoch keineswegs dasselbe.

 

 

 

Bauchgefühl oder Analyse?

 

Auch das ist keine Entweder-oder-Frage.

Intuition kann auf umfangreicher Erfahrung beruhen.

Ein erfahrener Mensch erkennt mitunter Muster, bevor er sie vollständig erklären kann.

Das macht Intuition wertvoll.

Gleichzeitig kann sich ein Vorurteil ebenfalls wie Intuition anfühlen.

Deshalb lautet eine hilfreiche Frage:

Worauf könnte mein Bauchgefühl gerade reagieren?

Auf relevante Erfahrung?

Auf eine konkrete Beobachtung?

Auf Ähnlichkeit?

Auf Status?

Auf Attraktivität?

Auf vertraute Stereotype?

Diese Frage macht aus einem Gefühl eine zusätzliche Informationsquelle statt eines endgültigen Urteils.

 

 

 

Häufige Fragen zum Warren-Harding-Effekt

 

Was ist der Warren-Harding-Effekt?

Der Begriff beschreibt die Gefahr, aus oberflächlichen Merkmalen wie Aussehen, Körpergröße, Stimme oder Auftreten vorschnell auf Eigenschaften wie Kompetenz oder Führungsfähigkeit zu schließen. Bekannt wurde die Bezeichnung vor allem durch Malcolm Gladwells Buch Blink.

 

Ist der Warren-Harding-Effekt ein wissenschaftlicher Fachbegriff?

Der Ausdruck selbst ist vor allem populärwissenschaftlich geprägt. Die zugrunde liegenden Phänomene schneller Eindrucksbildung, des Halo-Effekts und von Urteilen anhand äußerer Merkmale sind hingegen umfangreich psychologisch untersucht.

 

Warum heißt der Effekt Warren-Harding-Effekt?

Gladwell verwendet Warren G. Harding als historisches Beispiel. Harding besaß eine Erscheinung, die seine Zeitgenossen als ausgesprochen präsidial wahrnahmen. Gladwell nutzt seine politische Karriere als Illustration dafür, wie äußere Wirkung unsere Einschätzung von Kompetenz beeinflussen kann.

 

Ist der erste Eindruck grundsätzlich unzuverlässig?

Ein erster Eindruck kann hilfreiche Informationen enthalten. Seine Qualität hängt stark davon ab, welche Signale wir wahrnehmen und welche Erfahrung wir besitzen. Problematisch wird es vor allem, wenn wir aus wenigen Informationen weitreichende Schlussfolgerungen ziehen.

 

Was hat der Warren-Harding-Effekt mit dem Halo-Effekt zu tun?

Beide Phänomene beschreiben ähnliche Verzerrungen. Beim Halo-Effekt beeinflusst eine auffällige Eigenschaft die Bewertung weiterer Eigenschaften. Beim Warren-Harding-Beispiel wird etwa eine überzeugende äußere Wirkung mit Kompetenz verbunden.

 

Kann ich mich vor solchen Fehleinschätzungen schützen?

Vollständig vermeiden lassen sich schnelle Eindrücke kaum. Du kannst ihre Wirkung jedoch reduzieren, indem du Beobachtung und Interpretation trennst, klare Kriterien verwendest, nach konkreten Belegen suchst und bei wichtigen Entscheidungen mehrere Informationsquellen einbeziehst.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Dein erster Eindruck verdient Aufmerksamkeit.

Er verdient noch keine uneingeschränkte Autorität.

Schau hin.

Nimm deine Reaktion wahr.

Und dann prüfe sie.

Gute Menschenkenntnis bedeutet weniger, Menschen auf den ersten Blick perfekt zu durchschauen. Sie bedeutet, den ersten Blick ernst zu nehmen und trotzdem weiterzuschauen.

 

 

 

Wenn deine Wirkung wirklich zählt

 

Der Warren-Harding-Effekt hat noch eine zweite interessante Botschaft.

Menschen bilden sich schnell einen Eindruck.

Deshalb lohnt es sich, bei wichtigen Auftritten bewusst darauf zu achten, ob deine Wirkung zu deiner tatsächlichen Kompetenz passt.

Gerade bei:

  • Vorstandspräsentationen
  • entscheidenden Meetings
  • Pitches
  • Verhandlungen
  • Medienauftritten
  • Vorträgen
  • Bewerbungen auf Führungspositionen
  • anspruchsvollen Gesprächen

kann eine kleine Diskrepanz große Wirkung haben.

Vielleicht ist deine Botschaft hervorragend und deine Präsenz transportiert sie noch kaum.

Vielleicht wirkst du zurückhaltender, als es deiner Rolle entspricht.

Oder dein Auftritt erzeugt eine Botschaft, die du überhaupt nicht senden möchtest.

Im persönlichen 1:1 können wir genau daran arbeiten:

  • Wie wirkst du tatsächlich?
  • Welche Signale sendest du?
  • Was davon unterstützt deine Botschaft?
  • Was lenkt davon ab?
  • Wie werden Kompetenz, Klarheit und Persönlichkeit sichtbar?
  • Wie bleibt dein Auftritt glaubwürdig und authentisch?

Das Ziel ist keine künstliche Fassade.

Das Ziel ist eine Wirkung, die deiner tatsächlichen Kompetenz gerecht wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.

 

Gibt es Erfahrungen mit dem Warren-Harding-Effekt?

Artikel zum Thema Körpersprache

Nahbar führen, ohne Respekt zu verlieren: Executive Presence

Wie bleibst du als Führungskraft nahbar und zugleich klar? Über Empathie, Grenzen, Gravitas und respektvolle Executive Presence.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. Juli 2012
Überarbeitung: 29. März 2020

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Gedanken zu Beobachtungen und der Notwendigkeit von Veränderungen
Milchmädchenrechnung

Gut gemeint und schlecht gemacht!

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten. Wenn wir die Welt verändern wollen, ist es Zeit, in Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Das mag manch einem Menschen zu unbequem sein, doch was sind die Alternativen?

 

 

 

Überblick

 

Video

Milchmädchenrechnung erklärt – Dieses Phänomen betrifft uns alle!

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Milchmädchenrechnung

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten.

Ich bin wohl ein Romantiker, weil ich drauf hoffe, dass Visionen etwas weisere Entscheidungen hervorbringen könnten. In vielen Bereichen reicht der Blick leider nur wenige Tage in die Zukunft. Fernseher aus, genug Politik für heute. Der Begriff Milchmädchenrechnung will mir jedoch nicht aus dem Kopf.

 

 

 

Definition Milchmädchenrechnung

 

Der Begriff Milchmädchenrechnung wird in übertragener Bedeutung verwendet für eine Entscheidung, bei der jemand davon überzeugt ist, dass er einen Vorteil durch sein Handeln hat, sich darin allerdings täuscht. Eine gute Portion Blauäugigkeit ist für eine Milchmädchenrechnung erforderlich.

 

 

 

Beispiele

 

  • Über die Grenze fahren, um dort billiger zu tanken, dabei jedoch mehr Benzinkosten zu verfahren, als eingespart zu haben.
  • Ausgaben für die Wartung zu sparen, um später umso mehr für die aufwendige Reparatur aufwenden zu müssen.
  • Die Ausbildung abzubrechen, um sofort Geld zu verdienen. Dann später mit Mindestlohnjobs gerade so über die Runden kommen.
  • Das kostenlose Smartphone ergattern und dann Dank des überteuerten Knebelvertrags lange Zeit durch die höheren monatlichen Kosten darauf zu zahlen.
  • Der ach so sparsame Sprung in die Selbstständigkeit ohne Businessplan, weil der ja Geld kosten könnte.

 

 

 

Ursprung

 

Der Begriffsursprung von Milchmädchenrechnung ist nicht ganz eindeutig. Möglicherweise basiert er auf der Vorstellung eines Mädchens, das Milch verkauft und sich dabei zu ihren Ungunsten verrechnet hat.

Ein weiterer möglicher Ursprung ist die Fabel „La laitiere et la pot au lait“ (Das Milchmädchen und der Milchtopf) von Jean de la Fontaine. Der französische Dichter veröffentlichte sie 1678. In dieser Fabel stellt sich die Bäuerin auf dem Weg zum Markt vor, was sie sich vom Erlös des Milchverkaufs alles leisten könnte. Doch dann fällt ihr der Topf herunter und zerbricht.

Der Begriff „Milchmädchenrechnung“ ist allerdings erst im 20. Jahrhundert aufgetaucht und steht seitdem für eine naive Rechnung, die nicht aufgehen kann.

 

 

 

Was beugt Milchmädchenrechnungen vor?

 

Hoch lebe eine fundierte Analyse der Ursachen-Wirkungs-Beziehungen. Eine logische Gesamtbetrachtung der beteiligten Faktoren, Zusammenhänge und Ergebnisse unterschiedlicher Optionen hilft dabei, die geeignete Wahl zu treffen. Und Amortisationszeit ist kein Synonym für die Dauer einer kurzen Liebschaft. Zugegeben; nicht jede Entscheidung erfordert eine Vorbereitung in Form einer Plan-Bilanz. Doch ab und zu wäre es schon wünschenswert, wenn Nachhaltigkeit nicht nur als Modewort im Einsatz wäre.

 

 

 

Verwandte Phänomene und weshalb es jeden Menschen angeht

 

Allzu häufig wird mit guten Absichten Schaden angerichtet, weil Faktoren ignoriert und Zusammenhänge übersehen werden. Wer beispielsweise mit dem Flugzeug oder SUV zur Umweltdemo reist, wer rücksichtslos für Respekt kämpft, erweist sich und dem Anliegen einen Bärendienst.

Während meine Beispiele recht eindeutig sind, ist es in der Praxis oft nicht so einfach, die Konsequenzen von Unterlassungen oder Handlungen zu erkennen. Doch genau das brauchen wir, um die Herausforderungen zu meistern.

 

 

 

Appell

 

Es ist schon ein großer Schritt, wenn sich Menschen ans Werk machen, um sich für etwas einzusetzen, dass ihnen am Herzen liegt. Nun gilt es im nächsten Schritt bereit zu sein, das Gesamtbild zu betrachten und im Auge zu behalten. So gut es der Seele tut, sich konsequent für ein Ziel, für Werte einzusetzen, so notwendig ist es für einen tatsächlichen Erfolg über den Tellerrand zu schauen. Sonst kann der Schaden insgesamt dadurch noch vergrößert werden oder der vermeidliche Erfolg hat nur kurzzeitig Bestand. Es genügt halt nicht sich beispielsweise fanatisch für Technologie wie Elektrofahrzeuge einzusetzen, wenn die Folgen und Notwendigkeiten ignoriert werden. Umwelt-, Ernährungs- und Energiepolitik sind wichtige Themen, doch ohne Veränderung des weltweiten Konsumverhaltens und Lösungen für die Überbevölkerung verpuffen auch die besten Ideen.

Wir brauchen mehr utopisches Denken, über das Bestehende hinaus. Wir brauchen die Bereitschaft in Zusammenhängen zu denken, die Punkte zu verbinden und dabei selbst Teil zu nehmen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

P.S.

 

Wie schützen Sie sich vor Milchmädchenrechnungen? Und wie verträgt sich der Mut zum großen Denken mit Realismus.

Helmut Schmidt meinte; „In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.“ Was meinen Sie?

Was mich am meisten interessiert; a.) wie lassen sich die vielen Einzelinitiativen ins Gespräch miteinander bringen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und zu berücksichtigen und b.) wie lassen sich mehr Menschen dafür gewinnen sich konstruktiv für eine lebenswerte Welt einzusetzen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. November 2018
Überarbeitung: 30. August 2019
AN: #37124
K:
Ü:

Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Haben wir den Mut, den Mund aufzumachen? Wenn wir eine Botschaft haben, dann ...
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.

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Mutig für Überzeugungen einstehen – Wie du deine Meinung selbstbewusst vertrittst

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Wer sind die mutigen Menschen, die den Mund aufmachen?

 

„Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit“, behauptete der siebte Präsident der USA Andrew Jackson —zugegeben durchaus ein nicht ganz so unumstrittenerer Zitatlieferant. Die Geschichtsbücher berichten nicht nur Positives über den Indianerhasser Jackson. Für das Tagesmotto bietet das Zitat sich dennoch an; kann ein einziger Mensch mit Mut Einfluss nehmen?

 

 

 

Man müsste da mal was machen

 

Etwas ist nicht so, wie es aus Ihrer Sicht  sein sollte? Es wäre schön, wenn sich jemand dem Thema annimmt und ein Problem löst, eine Besserung herbeiführt? Weshalb macht den niemand etwas? Asche zu Asche, Staub zu Staub. Schließlich unternimmt niemand etwas.

 

 

 

Was, wenn Sie es sind?

 

Was, wenn Sie es sind? Wie steht es mit Ihrem Mut, den Mund aufzumachen, wenn die Mehrheit zögert? Haben Sie eine Botschaft und sind bereit, sie respektvoll zu vertreten? Wenn es Ihnen wirklich ein Anliegen ist, dann überlassen Sie es nicht irgendjemanden und dem  Zufall. Möglicherweise denken die anderen Menschen genauso und es geschieht nichts, weil jeder darauf zählt, es werde schon jemand angehen Tun Sie es selbst!

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen dir zu diesem Tagesmotto?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2015
Überarbeitung: 29. März 2020
Englische Version:
AN: #9925
K: CNB
Ü:

Körpersprache während Krisen

Körpersprache während Krisen. Was hilft, was schadet?

Was Sie sagen, ist nur ein Teil dessen, was Ihr Publikum von Ihrer Kommunikation mitnimmt
Glossar Rhetorik und Kommunikation: Körpersprache

Körpersprache während Krisen

 

Was ist bei der Körpersprache während Krisen zu beachten? Was Sie sagen, ist nur ein Teil dessen, was Ihr Publikum von Ihrer Kommunikation mitnimmt. Was schadet, was hilft?

Video

Im Schnitt!

Körpersprache und Botschaft

 

Körpersprache spielt grundsätzlich eine große Rolle bei der Kommunikation. Steht die Körpersprache nicht im Einklang zu den Aussagen, dann sorgt die Inkongruenz dafür, dass die Glaubwürdigkeit verloren geht. In Krisenzeiten können die Folgen inkongruenter Botschaften Wellen schlagen.

 

 

 

Körpersprache während Krisen

 

Die Körpersprache spricht für diejenigen, die Sie ansprechen, Bände, sodass die sorgfältige Berücksichtigung des Eindrucks, den Sie erwecken, gerade für das Krisenmanagement von entscheidender Bedeutung ist.

Bei der Krisenkommunikation ist darauf zu achten, dass verbale und nonverbale Botschaften kongruent, also stimmig wahrgenommen werden. Ist das nicht der Fall, leidet die Glaubwürdigkeit bis hin zur Unterstellung von Unwahrheiten. Deswegen sind Medientraining und die konkrete Vorbereitung auf Medienauftritte so wesentlich, um möglichen Missinterpretationen vorzubeugen. Das wird leider immer wieder unterschätzt.

 

 

Beispiele

 

Redende verschränken oft ihre Arme oder lehnen sich vom Interviewer weg und wirken defensiv. Das Lecken der Lippen oder das Hin- und Herwandern der Augen sind weitere häufige Fehler, die Menschen viel nervöser wirken lassen, als es wünschenswert ist. Ich hab schon erlebt, dass Kameraleute mit eigenem Interesse herangezoomt haben, um sicherzustellen, dass der Schweiß klar und deutlich heraussticht.

Ein extrem schädlicher und oft übersehener Fehler in der Körpersprache ist das ansteckende Nicken. Es ist für viele von uns natürlich, zu nicken, wenn jemand spricht, um zu zeigen, dass wir folgen. Die Sache ist die: Wenn jemand eine Liste von Anschuldigungen gegen etwas vorträgt, dass Ihnen am Herzen liegt, dann, ist das Letzte, was Sie tun wollen; bei jedem Satz mit zunicken.

 

 

 

Mehr?

 

In eigenen Beitragen finden Sie Hinweise, welche Faktoren Ihnen und Ihrer Botschaft schaden können. Einer dieser Artikel ist Körpersprache, die Ihnen schadet: 17 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten.

 

 

 

Probelauf

 

Bevor Sie jemals versuchen, Krisenkommunikation in der Öffentlichkeit zu betreiben, machen Sie einen Probelauf. Das geschieht am besten mit einem qualifizierten Medientrainer. Notfalls können Sie einen Auftritt proben, indem Sie eine Kamera aufstellen und Ihren Beitrag aufnehmen, um sich dann wenigstens von vertrauten Menschen Rückmeldungen geben zu lassen. Die haben dann zwar eigene Interessen und Filter, doch das ist besser als überhaupt keine Rückmeldung vor dem eigentlichen Auftritt.

 

 

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P.S.

 

Worauf kommt es an bei der Körpersprache während Krisen?

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Nahbar führen, ohne Respekt zu verlieren: Executive Presence

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2007
Überarbeitung: 11. Mai 2021
AN: #43327
K:
Ü:B

Internet: Die sozialen Netzwerke verändern sich: Und nun?

Internet: Die sozialen Netzwerke verändern sich: Und nun?

Gedanken zu Entwicklungen, Folgen, Chancen, Risiken und was bedeutet das praktisch?
Soziale Netzwerke

Das Netz verändert sich

 

Es liegt in der Natur, auch die sozialen Netzwerke verändern sich. Facebook vergreist, Twitter wird härter und das Verständnis von Snapchat entzieht sich den meisten Volljährigen. Mögliche Entwicklungen, Folgen, Chancen, Risiken und was bedeutet das für uns?

Video

https://youtu.be/eTcy3RIEc-E

Das Internet verändert die Welt

 

Es war ein Aufbruch in unbekannte weite Welten, in die zuvor noch nie ein Mensch einen Fuß gesetzt hat, das World Wide Web. Der Wilde Westen ist nun woanders, doch mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung tummelt sich nun im Internet. Dank Smartphone verbringen viele Menschen einen großen Anteil des Tages dort. Selbst das Klo ist mithilfe der Begleiter zu einem magischeren Ort als der Schreibtisch geworden. Die Fortbewegung in der Öffentlichkeit ähnelt dafür heute einem Hindernislauf, die Physiotherapeuten freuen sich.

Auf Skandale bei den Plattformen der sozialen Netzwerke reagiert kaum noch jemand aufgeregt, wir haben uns wohl schon daran gewöhnt. Das Phänomen ist generationsübergreifend, selbst soziale Netzwerke sind schon lange kein Jugend- oder Nischenphänomen mehr.

 

 

 

Die sozialen Netzwerke verändern sich

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich auch die sozialen Netzwerke verändern. Facebook vergreist, Twitter wird härter und das Verständnis von Snapchat, TikTok und Co. entzieht sich vielen Volljährigen.

 

 

Ein Beispiel

 

Twitter 2012

  • 55 % harmloser Unfug
  • 30 % Wortwitz
  • 15 % Katzenfotos

 

 

Twitter 2021

  • 75 % Politik-Pöbelei und Verschwörungstheorien
  • 10 % harmloser Unfug
  • 15 % Katzenfotos

 

 

Fazit

 

Katzen sind eine sichere Bank!

 

 

 

Im Ernst

 

Das ist kein Nörgelartikel, sondern die Vorbereitung einer Diskussion, die ansteht und die ich somit auch hier anbiete. Meinungen und Ergänzungen sind wie üblich sehr willkommen — auch gerne unterschiedlichste, solange wir uns respektvoll austauschen.

 

 

 

 

1. Polarisierung

 

Soziale Netzwerke habe das Potenzial, immensen Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben – im Guten, wie im Schlechten. Filterblasen, Echokammer, Fake News und Meinungsbeeinflussung bei Wahlen wirken sich aus. Die Gesellschaft hat das Internet nicht gerade geeinigt, der Riss ist heute zumindest deutlich spürbarer, der Ton rauer.

 

 

 

2. Ungleichheit

 

Google und Facebook, dominieren den globalen Werbemarkt und haben die Macht, den öffentlichen Raum zu dominieren. Die großen Anbieter bewegen sich weitgehend unreguliert. Die heimischen Nutzer verheddern sich hingegen in einem unübersichtlichen Netz der Regulierungen und empfinden eine unbehagliche Willkür. Der Gesetzgeber ist überfordert und richtet unbeholfen weiteren Schaden an. Die im Grunde gut gemeinten Datenschutzbemühungen der EU hatten so vor allem das Ende vieler meist kleinerer Blogs zur Folge. Am Ende bleibt die Last und das Risiko überwiegend beim Nutzer. Auch so manche Perle ist deswegen für Außenstehende unbemerkt verloren gegangen. Wer nicht über ein entsprechendes Budget verfügt, erspart sich das Minenfeld.

 

 

 

3. Fehlender Wettbewerb

 

Dass private Unternehmen ein Monopol und noch dazu über so etwas Heikles wie persönliche Daten besitzen und sie weiterverkaufen können, ist schlicht und einfach jenseits von Gut und Böse. Es wäre in anderen Wirtschaftsbereichen Thema der Gerichte.

 

 

 

4. Einfluss

 

Für freiheitliche Demokratie ist der Einfluss auf die öffentliche Meinung ebenso bedenklich, wie die Möglichkeiten, die sich aus der Analyse der Datenströme ergeben. Big Data ist nicht nur ein Steckenpferd von Diktaturen. Big Brother grüßt auch über 1984 hinaus schön!

 

 

 

5. Zukunft

 

Spracherkennung und Künstliche Intelligenz sind auf dem Sprung und werden zu weiteren Veränderungen führen.

 

 

 

6. Aufmerksamkeitsspannen

 

Die Bereitschaft, einer Botschaft Aufmerksamkeit zu widmen, nimmt stetig ab. Kommentare nehmen ab, doch längere Texte führen mitunter zu Nichtleserbriefen, die sich beschweren, einen so langen Text nicht lesen zu wollen. Bald müssen komplexe Bilder in vereinfachten Ausführungen bereitgestellt werden.

 

 

 

7. Fast Food

 

Kurze Eindrücke, vorzugsweise in Bild oder Video, die nach vierundzwanzig Stunden automatisch gelöscht werden, erfreuen sich der Beliebtheit.

 

 

 

Und selbst?

 

Was bedeutet all das für jeden Einzelnen und worauf gilt es zu achten? Sind wir dem ausgeliefert oder wo gibt es noch Gestaltungsraum?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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P.S.

 

Was für eine Meinung beziehungsweise welche Gedanken haben Sie dazu?

Kaum etwas ist so, wie es zu sein scheint.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 4. Oktober 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNC
Ü:

Bereiten Sie sich gut vor, politische Diskussionen werden immer radikaler

Bereiten Sie sich gut vor, politische Diskussionen werden immer radikaler

Seien Sie vorsichtig, wenn es auch nur um andeutungsweise politische Diskussionen geht

Die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren deutlich radikalisiert

Politische Diskussionen werden rücksichtsloser

 

Diskussionen, Radikalisierung und harte Rhetorik. Was ist bei öffentlichen Diskussionen zu beachten, wie können Sie sich schützen, wie überzeugen?

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/s4zfRS5ALqA

Radikalisierung politischer Diskussionen

 

Die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren deutlich radikalisiert und das nicht nur auf der offiziellen politischen Bühne. Wer an auch nur andeutungsweise politischen Diskussionen teilnimmt, sollte sich auf Aggressionen gefasst machen. Der Ton wird zunehmend schärfer. Kaum eine politische Richtung oder sonstige Interessengruppe verzichtet auf radikalere Formen der Rhetorik, als noch vor wenigen Jahren. Die Bereitschaft, Regeln halbwegs seriöser Argumentation zu verletzen, nimmt zu. Zeitgeist!

Wer nicht so einfach mit Argumenten bekämpft werden kann, wird mit Dreck und Beleidigungen beworfen. Konstruktiv ist das nicht. Auch verbale Gewalt zerstört, lässt nichts wachsen, nichts erblühen, sondern reißt die Wurzeln von Chancen aus. Und der Trend hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht. Nicht schön, jedoch absehbar.

 

 

 

Brauchen Sie das?

 

Vor der Teilnahme an öffentlichen Themen sollte sich daher jeder frühzeitig fragen, was das für die eigene Person und den beabsichtigten Beitrag bedeutet. Leicht entgleiten vermeintlich harmlose Themen und werden von anderen Teilnehmern zweckentfremdet. Schnell lässt sich eine Bühne für zweifelhafte Zwecke missbrauchen und Sie werden gekidnappt.

 

 

 

Ausführliche thematische Vorbereitung

 

Schön, wenn Sie fair spielen, doch so denkt leider nicht jeder. Weit verbreitet ist stattdessen die Überzeugung, dass fundierte Argumente überbewertet werden. Sehr häufig wird daher von Falschspielern – gerne als Wölfe mit Schafspelz verkleidet – großzügig mit luftigen Behauptungen getäuscht und manipuliert.

Das lässt sich doch später nachprüfen, meinen Sie? Nun ja, mit dem nachfolgenden Faktencheck ist das in der Praxis bedauerlicherweise so eine Sache. Richtigstellungen erreichen dann oft nicht mehr das relevante Publikum. Auch weil gerne mit Pseudoargumenten gearbeitet wird, lohnt es selbst auf der sicheren Seite zu bewegen und das jeweilige Thema in- und auswendig zu kennen. Das erschwert es Schummlern, Ihnen falsche Informationen unterzujubeln.

Jedoch; wenn Ihre Argumente nicht angreifbar erscheinen, werden unseriöse Gegner Sie spätestens dann persönlich angreifen.

 

 

 

Umgang mit unfairen Mitspielern

 

Im ironischen Artikel Mit schmutzigen Tricks jede Debatte gewinnen, finden Sie einige Methoden, die Ihnen bedauerlicherweise auch in der Praxis begegnen werden. Die Realität holt die Satire schneller ein, als sie sich steigern lässt.

Inwieweit Sie sich auf das zunehmend übliche Niveau hinablassen, solltest du frühzeitig entscheiden. Wobei die Entscheidung nicht immer so einfach ist. Doch im Eifer eines Gefechts wird eine gute Entscheidung dann nur noch schwerer, zumal andere Personen Ihnen dann, deren Spielregeln unterjubeln wollen. Umso präsenter Sie Ihre Werte und Entscheidungen haben, desto leichter wird es für Sie sein, sich treu zu bleiben.

 

 

 

Professionelle Schlagfertigkeit und Zustandsmanagement

 

Halten Sie mindestens einen Trumpf in der Hinterhand. Sie sind Falschspielern nicht wehrlos ausgeliefert. Es tut gut, sicher in der professionellen Schlagfertigkeit zu sein. Das reduziert mitunter allzu dreiste Angriffe unter der Gürtellinie. Überhaupt ist Ihr Zustandsmanagement von elementarer Bedeutung; wer aus der Rolle fällt, holt sich blaue Flecken. Wer zwischen die Fronten gerät, wird aufgerieben.

So oder so: Wer etwas sagt, das der Meinung einer größeren Gruppe entspricht, wird schnell zum Populisten. Wer einen eigenen Standpunkt vertritt, zum Egoisten. Nehmen Sie solche Beleidigungen nicht allzu persönlich.

Hat er das jetzt gerade wirklich gesagt? Bei manchem Satz wäre es besser, den Punkt ganz am Anfang zu machen und alles dahinter wegzulassen. Den Gefallen tun einem aber manche Brandstifter nicht. Rhetorische Brandstiftung hat viele Formen und ist schon lange nicht mehr den als extrem geltenden Gruppierungen vorbehalten. Mitunter ist es in Ordnung sich abzuwenden, manchmal ist es besser beherzt für eine Sache einzutreten.

 

 

 

Ideologien, Brandstiftung und Anstand

 

Rücksichtslosigkeit kennt keine Bedenken und Sprache hat kein Gewissen. Rhetorik ist ein Werkzeug, das in viele Richtungen wirken kann. Ob für das Gute oder die dunkle Seite der Macht mag auch im Auge des Betrachters liegen. Und doch gibt es gewisse Regeln, bei deren Verletzung erheblicher Kollateralschaden entsteht. Wer den Boden des Meinungsaustauschs vergiftet, muss sich nicht wundern, wenn dort nur noch eingeschränkt zu ernten ist. Gerade die vorsichtigeren Stimmen verstummen dann und die extremeren dominieren.

Da werden Gedanken gebrandmarkt. Tabu statt Antworten! Die üblichen Killerphrasen sind dagegen harmlos, die Zielsetzung ähnlich.

Manches, dem ich schon mit Kopfschütteln zugehört habe, war geschmacklos, doch nicht alles war von verwerflichem Gedankengut. Einiges davon war unglücklich formuliert, gerade der Unbedarftheit, fehlender Erfahrung geschuldet. Und gerade die Stimmen, die einen sehr persönlichen Beitrag leisten, verbrennen sich besonders häufig die Finger und überlassen dann zukünftig geübten Lobbyisten das Feld. Das Ergebnis erfreut nicht!

 

 

 

Auftrittsvorbereitung

 

Übung macht den Meister und so mancher Diskussionsrambo hatte davon schon so viel, dass es ungeübten Teilnehmern schwerfällt überhaupt noch zu Wort zu kommen. Gelingt es Ihnen an die Reihe zu kommen, wird der Gegner sofort versuchen Ihnen unbarmherzig die Worte im Munde zu verdrehen. Schließlich werden Sie aufgefordert, sich für etwas zu entschuldigen, das Sie selbst so nicht vertreten würden. Tun Sie es nicht, droht ein Shitstorm. Ja, da wird mit zunehmend härteren Bandagen gekämpft.

Ob mit oder ohne Kamera, vor Publikum wie in Gesprächen; sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich sicher fühlen. Ein guter Auftrittscoach wird Sie dabei unterstützen, dass Sie souverän bleiben, wo andere sonst die Nerven verlieren würden.

 

 

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Was für eine Diskussionskultur bevorzugen Sie?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. April 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #7876
K: CNB
Ü:

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

Politisches Wolkenkuckucksheim: Wer wird denn gleich die Wahrheit sagen wollen?

Politik und Wolkenkuckucksheim statt unangenehme Nachrichten: Heraus mit der Wahrheit.

 

Wieso dominieren Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln wo die Wahrheit zu unangenehm ist. Nicht nur in der Politik, …

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/GVYN_3vxatY

Klartext?

 

Klartext wird häufig gefordert, ob in der Politik, den Medien oder in Unternehmen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Tatsächlich wird nicht oft Klartext geredet. Warum dies so ist, liegt auf der Hand. Klartext zu reden erfordert Mut, Ehrlichkeit und einen klaren Standpunkt. Irgendwann beginnt der Sand doch zwischen den Zähnen zu knirschen.

 

 

 

Nur nicht an die Wahrheit gewöhnen

 

Willy Brandt ( u.a. von 1969 bis 1972 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland) sagte in seinem Bericht zur Lage der Nation im Deutschen Bundestag in Bonn am 14. Januar 1970: „Der Respekt vor dem mündigen Bürger verlangt, dass man ihm Schwierigkeiten nicht vorenthält.“

Ein George Bernard Shaw zugeschriebenes Zitat warnte allerdings davor, dass es für Politiker gefährlich sei, die Wahrheit zu sagen; „Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.“

Ein Blick in die tägliche Berichterstattung zeigt, dass George Bernard Shaws Empfehlung von vielen Volksvertretern beherzigt wird. Immer schön nebulös formulieren und die Hintertürchen offenhalten. Wer weiß, woher morgen der Wind weht. Entsprechend dominieren bei den Äußerungen Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln.

Sicher ist sicher, denn wer zu weit voraus prescht, verliert leicht Unterstützer, die nun erkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt.  Wer es möglichst vielen Menschen recht macht, und den Raum für gewünschte Projektionen liefert, ist annehmbarer. Hoch lebe das sogenannte Milton-Modell mit seinen hypnotischen Sprachmustern. Das ist sozusagen das Gegenteil des Metamodells, das zur Klärung und Konkretisierung von Sprache dient. Es dominieren vage Aussagen und Worthülsen, die durch die Erfahrungen und Überzeugungen der Empfänger individuell mit Leben gefüllt werden.

 

 

 

Überbringer schlechter Nachrichten leben gefährlich

 

Töte nicht den Boten.

Sophokles

 

Die Weisheit ist nicht neu. Die Scheu Klartext zu reden hat lange Tradition. Es hat sich herumgesprochen: Überbringer einer schlechten Nachricht werden eher bestraft, als deren Verursacher. Das zeigt nicht erst der Umgang mit Whistleblowern. Im antiken Griechenland war das schon so üblich, im Mittelalter wurde dafür geköpft und Konfuzius wusste; wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Dankbarkeit ist nicht zu erwarten und daran hat sich nicht viel geändert. Entsprechend zahlt es sich auch heute für Politiker selten aus, unangenehme Wahrheiten beim Namen zu nennen. Gerade bei bevorstehenden Wahlen ist das verpönt. Es kostet viel zu viele Stimmen, somit Einfluss und gegebenenfalls den Arbeitsplatz mit all den Annehmlichkeiten.

 

 

 

Blick in das Handbuch der Macht

 

Niccolò Machiavelli empfahl schon im 16. Jahrhundert in seinem Werk Il Principé beziehungsweise Der Fürst, dass nur die Fürsten Großes erreichen, die es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. So mancher Politiker, Spindoktor, Lobbyist, PR-Berater und Imageberater hat sich das hinter die Ohren geschrieben. Weg mit dem Ballast.

 

 

 

Sprachliche Weichspüler

 

Emotionen sind wichtiger als der Stand der Erkenntnisse. Ein wesentliches Instrument der Vernebelung sind sprachliche Weichspüler. Mit ihrer Hilfe wird in die gewünschte Richtung umgedeutet. Schon bei Eric Arthur Blair, bekannt als George Orwell, wurde im Buch 1984 aus dem „Ministry of Defense“ das „Ministry of Love“.

Heute haben wir Euphemismen wie Minuswachstum, Bad Banks, Eigenverantwortung, Reformstau, Restrisiko, Gesundschrumpfen oder Downsizing, … Und auch Weichmacher. Hoch leben die Euphemismen! Von denen habe ich hier einige Exemplare zusammengetragen.

 

 

 

Raus aus dem Wolkenkuckucksheim?

 

Es scheint bei uns mit der humanistischen Bildung dann doch nicht so weit her zu sein, wenn Platons Forderung an einen idealen Staatshüter so konsequent unbeachtet bleibt: „Nicht zu täuschen und wissentlich sich nicht zu täuschen, sondern die Täuschung zu hassen, die Wahrheit dagegen zu lieben.“

 

 

 

Schluss mit Wegducken!

 

Und wenn Sie doch die Wahrheit sagen wollen? Wir brauchen mehr mutige Menschen, jene, die in den Spiegel schauen wollen. Und dazu müssen Sie sich nicht zum Märtyrer machen.

Wer auch unangenehme Wahrheiten aussprechen will, der sollte gut vorbereitet an das Werk gehen, um weder Körperteile noch Ansehen zu verlieren. Falls Sie dabei Unterstützung wünschen, bin ich für Sie da. Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

 

 

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Wie halten Sie es mit unangenehmen Wahrheiten?

Artikel zum Thema Kommunikation

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Salamitaktik verändert Vereinbarungen Schritt für Schritt. Erfahre, wie du schleichende Entwicklungen erkennst, Grenzen schützt und bewusst entscheidest.

Rhetorik – was ist gute Rhetorik?

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Was ist gute Rhetorik? Gehört Rhetorik verehrt oder verdammt? Und bei der Antwort jetzt bitte nicht gleich an die weitverbreiteten PowerPoint-Präsentationen denken.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2016
Überarbeitung: 27. September 2019
AN: #876
K:
Ü:

Wer wird Regierungsoberhaupt? Wer am besten reden kann bekommt das Bundeskanzleramt?

Wer wird Regierungsoberhaupt? Wer am besten reden kann bekommt das Bundeskanzleramt?

Rhetorik als Maßstab für die Eignung als Führungsqualitäten?
Rhetorische Stärke

Mittels Rhetorik zum Bundeskanzler, zur Bundeskanzlerin?

 

Um Analysen der rhetorischen Fähigkeiten von Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses werde ich regelmäßig gebeten. Anlässlich von Bundestagswahlen wurde ich schon mehrfach gefragt, welche Kandidaten ich aufgrund deren Rhetorik als Regierungsoberhaupt und in Spitzenfunktionen favorisieren würde.

Video

https://youtu.be/D_iCkMoHqJ0

Rhetorik als Maßstab für die Eignung als Führungskraft?

 

In Artikeln und Interviews hatte ich wiederholt den Wunsch nach mehr ambitionierten Reden in der Politik geäußert. Im Zusammenhang mit Bundestagswahlen und Kabinettsbildung wurde ich häufiger gefragt, wen ich aufgrund der rhetorischen Fähigkeiten als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin und in Spitzenfunktionen favorisieren würde. Die Unterstellung dabei; die besten Redner sind auch die Besten an der Spitze. Über diese derartig direkte Verknüpfung von rhetorischen Fertigkeiten und Eignung zur Führung bin selbst ich verwundert.

Ich lebe zwar davon, mich dafür einzusetzen, dass Menschen sich und ihre Botschaft überzeugend präsentieren, doch das geht selbst mir in so absoluter Betrachtung zu weit.

 

 

 

Rhetorische Stärke als wichtigstes Eignungskriterium. Wie bitte?

 

Verzeihung, da hört der Spaß bei mir auf. Kunstfertige Rhetorik bewundere ich. Die Eignung für eine Position darf allerdings auf keinen Fall ausschließlich an die rhetorischen Fähigkeiten oder andere Verpackungsaspekte geknüpft werden. Sonst könnten wir ja gleich die attraktivsten Frauen und Männer als am besten geeignet für solche Positionen betrachten. Zugegeben; das geschieht tatsächlich häufig in der Praxis — wenn auch seltener in der heimischen Politik—, doch das sollte es nicht! Befähigung ist nicht zwangsweise nur in Menschen mit Idealmaßen zu Hause. Wobei; auch der Umkehrschluss verheerend wäre, wenn attraktive Menschen automatisch als oberflächlich betrachtet werden würden.

Eignung kann erst bei näherer Betrachtung, also durch Blick unter die mitunter täuschend schicke Fassade, eingeschätzt werden. Dann zeigt sich, ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht.

 

 

 

Mist bleibt Mist

 

Ja, ich setze mich dafür ein, dass verdiente Angebote, also Botschafter und Botschaft Gehör, finden. Weshalb ich das tue?
Weil die Zielgruppe dann leichter entscheiden kann, wer ihre Interessen besser vertritt. Für pure Verpackung ohne Inhalt bin ich nicht zu begeistern — im Gegenteil. Es ist traurig, denn viel zu viele interessante Botschafter und ihre Botschaften werden nicht gehört, nur weil sie unzureichend präsentiert werden.

In der Politik, im Berufs- und Privatleben bleiben viele wertvolle Angebote unbeachtet. Da greife ich gerne unter die Arme. Aber leider wird anderswo auch einiger Mist durch allerlei Glimmer auf Hochglanz getrimmt. Mist bleibt Mist.

 

 

 

Stimmt der Inhalt, lohnt die Verpackung

 

Ist Rhetorik Teufelswerk? Das Gegenteil stimmt: Es erfordert grundlegende rhetorische Fähigkeiten, damit das beste Angebot auch die verdiente Chance bekommt. Wir brauchen die Teilnahme derjenigen, die tatsächlich etwas beizutragen haben. Die sollten wir ermutigen, die Gelegenheiten beim Schopfe zu packen und gut vorbereitet vor das Publikum zu treten. Wir profitieren alle davon, wenn es diesen Menschen gelingt zu überzeugen. Dann trennt sich Spreu von Weizen. Doch bei der Entscheidung, wer unsere Interessen am besten vertritt, sollten wir mehr Kriterien einbeziehen als nur den Auftritt.

Umfrageergebnisse

 

Welche Rolle spielt bei den heutigen Spitzenpolitikern real deren Rhetorik?

%

Maximal eine geringe Bedeutung

%

Eine mittlere bis große Bedeutung.

Nicht repräsentative Umfrage (n=243)

Umfrageergebnisse

 

Welche Rolle spielt bei Managern deren Rhetorik?

%

Maximal eine geringe Bedeutung

%

Eine mittlere bis große Bedeutung.

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack,de (2017 und 2108, n=1229)

Man kann ohne Liebe Holz hacken, man kann aber nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen. Leo Tolstoi

P.S.

 

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen rhetorischer Stärke und Führungsrolle?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNC
Ü:

14 Tipps: politische Debatten gewinnen

14 Tipps: politische Debatten gewinnen

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Politische Debatten: Versatzstücke statt Sahnestücke der Rhetorik

Politische Debatten

 

Was hilft politische Debatten zu gewinnen?

 

 

 

Überblick

 

Video

Video ist im Schnitt

Politische Debatten: 14 Tipps, um politische Debatten gewinnen

 

In freien Gesellschaften werden die politischen Themen zivilisiert diskutiert. Schon das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas das geschätzt, geschützt und gepflegt werden möchte. Sie wollen teilnehmen? Dann sind hier einige Empfehlungen, die Ihnen helfen werden.

 

 

 

1. Entscheiden Sie weise

 

Entscheiden Sie weise an welchen Debatten Sie wie teilnehmen oder auch nicht. Es wird nicht immer sauber gespielt und nicht jede Redegelegenheit entpuppt sich als faire Chance. Wenn Sie teilnehmen, dann richtig und der Bedeutung entsprechend.

 

 

 

2. Grundlagen

 

Für politische Debatten gelten die grundsätzlichen Empfehlungen der öffentlichen Rede. Die Grundlagen der Rhetorik leisten auch hier gute Dienste.

 

 

 

3. Vorbereitung

 

Bereiten Sie sich vor. Finden Sie heraus, welche Fragen Ihnen gestellt werden könnten. Widmen Sie sich vor allem den unbequem Themen. Recherchieren Sie zu Ihren Gegenspielern. Was ist deren Hintergrund? Was sind deren politische Interessen?

Spielen sie fair oder nicht so fair? Was gibt es zu berücksichtigen? Erkunden Sie auch die, über das Hauptthema hinausgehenden Herausforderungen. Sammeln Sie Informationen, Beispiele, Statistiken, die sich auf das Thema beziehen und entwickeln Sie aussagekräftige Anekdoten und Einzeiler, um Ihre Botschaften zu verdeutlichen.

 

 

 

4. Kernbotschaften

 

Entscheiden Sie sich für Ihre Kernbotschaften. Bereiten Sie sich darauf vor, die wichtigen Themen zu diskutieren, mit denen Ihr Publikum konfrontiert ist, und überlegen Sie, welche Punkte Sie selbst während der Debatte betonen wollen. Diese Punkte sollten mit Ihrer grundsätzlichen Botschaft und Strategie im Einklang stehen. Im Verlauf der Debatte verknüpfen Sie jede Ihrer Antworten mit einem dieser Punkte. Wenn Sie das tun, wird das Publikum Ihre Botschaft verstehen, unabhängig davon, was Ihre Gegenspieler sagen oder welche Fragen Moderatoren stellen.

 

 

 

5. Üben Sie

 

Ziehen Sie in Erwägung, vor der Veranstaltung ein oder zwei Scheindebatten abzuhalten, damit Sie sich mit der Beantwortung von Fragen aus dem Stegreif vertraut machen können. Das ist übrigens eine meiner Spezialisierungen, wenn Sie einen Sparringspartner wünschen, der Ihnen sagt, wie Ihre Aussagen wirken und wie Sie Ihr Ziel erreichen.

 

 

 

6. Achten Sie auf sich und Ihre Sprache

 

Achten Sie darauf, keine hetzerischen Aussagen zu verwenden, sonst wirken Sie nicht gefasst, reif und souverän. Wenn Sie spüren, dass Ihre Emotionen aufsteigen, halten Sie inne. Wenn Sie merken, dass Ihre Emotionen hochkochen, halten Sie inne, atmen Sie durch, nehmen Sie einen Schluck Wasser und beginnen Sie Ihre Widerlegung in einer ruhigen und gut begründeten Weise.

 

 

 

7. Seien Sie aufgeschlossen

 

Oberflächlichkeit und leere Versprechungen dominieren in vielen Bereichen. Herausforderungen werden so nicht gelöst. Gehen Sie mit einer offenen Meinung über Ihre Gegner in Debatten. Bewegen Sie sich in unterschiedliche Perspektiven, auch in die unbequemen. Bei der Vorbereitung gehört das zu den wichtigsten Schritten. Sie erkennen, ob Ihre Argumentation stark genug ist oder noch etwas benötigt. Möglicherweise hatten Sie bisher auch etwas übersehen. Gut, wenn Sie das frühzeitig erkennen.

 

 

 

8. Finden Sie eine gemeinsame Basis

 

Sie wollen als Führungspersönlichkeit auftreten, die wirklich an Antworten und Problemlösungen interessiert ist. Hören Sie zu, finden Sie heraus worum es tatsächlich geht. Seien Sie aufgeschlossen und finden Sie eine gemeinsame Basis mit Ihrem Gegenüber. Sie werden so viel besser wahrgenommen als jemand, dessen Ziel es zu sein scheint, einfach nur konfrontativ und herabsetzend zu sein.

 

 

 

9. Bleiben Sie freundlich und bestimmt

 

Besserwisser und arrogante Personen sind selten beliebt. Wem glauben wir intuitiv gern und stimmen eher zu? Menschen, die uns sympathisch sind. Stimmt trotz aller inhaltlicher Differenzen die persönliche Wellenlänge, dürfen Sie das zeigen. Nicken Sie anerkennend zu Aussagen, die Sie teilen. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann wiegen Sie den Kopf hin und her, statt ihn verzweifelt zu schütteln. Auch so können Sie darauf hinweisen, dass Sie etwas anders sehen. Lassen Sie anklingen, dass es Ihnen nicht um den Konflikt an sich geht, sondern, dass Sie den Konflikt in Kauf nehmen, weil Ihr Standpunkt es Ihnen wert ist.

 

 

 

10. Heimspielatmosphäre

 

Lernen Sie Veranstaltungsorte vorher kennen. Sie wollen sicherstellen, dass Sie sich auf der Bühne wohlfühlen, also kommen Sie früh an, machen Sie einen Soundcheck, gehen Sie herum und orientieren Sie sich. Werden Sie die ganze Zeit auf einem Podium stehen müssen oder werden Sie mit einem drahtlosen Mikrofon ausgestattet und können sich auf der Bühne bewegen? Je wohler Sie sich mit Ihrer Umgebung fühlen, desto überzeugender werden Sie auftreten.

 

 

 

11. Körpersprache

 

Ihre Körpersprache kann die Botschaft stärken oder schwächen. Deswegen finden Sie zum Thema Körpersprache eine ganze Reihe von Beiträgen. Darunter auch ein Beitrag zu Körpersprache, die Ihnen schadet. Der Einfluss der nonverbalen Elemente der Kommunikation wird viel zu oft unterschätzt. Einer der Artikel hierzu ist So beruhigt gute Körpersprache, so schadet Ihnen Körpersprache

 

 

 

12. Stimme

 

Eine gut gepflegte Stimme macht es Ihnen leichter auch stimmig zu klingen. Bei Stress wird die Stimme tendenziell höher. Und das klingt weniger souverän und glaubwürdig. Trainieren, pflegen und wärmen Sie Ihre Stimme vor dem Einsatz auf.

 

 

 

13. Politische Korrektheit und Missverständnisse

 

Achten Sie darauf, selbst eine respektvolle Sprache zu verwenden und bieten Sie selbst für berechnende politische Korrektheit wenig Ansatzpunkte. Leicht lässt sich eine Ihrer Aussagen verbiegen und gegen Sie und Ihren somit schlechten Charakter einsetzen.
Mit einem guten Sparringspartner bei der Vorbereitung werden solche Fettnäpfchen und noch so kleine Ansatzpunkte für Wortimmundverdrehungen erkannt und ausgetauscht.

Zynismus, Sarkasmus und Ironie lassen Sie lieber ganz, das geht zu oft schief.

 

 

 

14. Die eigene Wirkung kennen

 

Weshalb solltest du erst nach einem Redebeitrag erfahren wie Sie wirken? Mittels Wirkungsanalyse gelingt das vorher. Wenn Ihr Anliegen es verdient hat, dann geben sie ihm die verdiente Chance.

 

 

 

Ja, und?

 

An einer politischen Debatte teilzunehmen, kann eine nervenaufreibende Erfahrung sein. Wenn Sie diese Empfehlungen berücksichtigen, werden Sie vorbereitet und in der Lage sein verständlich zu reden, Fragen zu beantworten und dabei Ihre Kernbotschaft hervorzuheben. Sie werden sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren.

P.S.

 

Was hilft politische Debatten zu gewinnen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #571
K:
Ü:

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Gedanken zu Beobachtungen
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Markus Söder

 

Wie steht es mit der Körpersprache und der Rhetorik von Markus Söder? Wie lässt sie sich interpretieren und was wirkt wie im Hinblick auf eine Kanzlerkandidatur?

Körpersprache und Rhetorik von Markus Söder

 

Die Situation in Deutschland wird unterschiedlich bewertet und beeinflusst Wahrnehmung, Denken und Verhalten der Menschen. Es ist an vielen Stellen Verunsicherung spürbar. Wem es gelingt hier Sicherheit zu vermitteln, der kann damit als Politiker punkten. Und, weil das über die Erscheinung maßgeblich mit der Rhetorik und Körpersprache vermittelt wird, lohnt es sich bei Kandidaten genau hinzuschauen, ob das ihre Stärke ist. In der Wahrnehmung scheinen das viele Menschen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder zuzusprechen. Zugegeben: Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Ich habe mir einige seiner Redeauftritte angeschaut. Dieser Beitrag (Work in Progress) konzentriert sich auf:

 

 

 

a. Rhetorik

 

Markus Söder wirkt bei vielen Redegelegenheiten, als würde er frei sprechen. Das hat eine sehr positive Wirkung.

In seinen Redebeiträgen holt er das Publikum ab und fördert gleich zu Anfang Rapport.

Der Redeaufbau ist bei vorbereiteten Reden logisch, durchdacht und systematisch.

Er spricht häufig über aktuelle Themen, oft auf eine sehr vage Weise, die nicht wirklich greifbar ist. Das werden einige Zuhörer als Fluff empfinden, andere finden sich so leichter wieder.

Sprachlich setzt er sehr viele Weichmacher ein, was bei aufmerksamen Beobachtern die Glaubwürdigkeit senkt. So ist er weniger verantwortlich für das, was er äußert.

Er nutzt häufiger rhetorische Fragen, um Botschaften vorzubereiten.

Einige seiner Aussagen haben das Potenzial für Schlagzeilen und twitter.

 

 

 

b. Gestik

 

Seine Gestik ist sicher und ausdrucksstark. Er beherrscht einige positive Gesten. Da er für das Bestehende und Kontinuität steht, ist seine Gestik passend, ruhiger und souveräner. Noch zurückhaltender darf seine Gestik jedoch nicht ausfallen. Es wirkt zwar stabiler, jedoch auch weniger kämpferisch und durchsetzungsstark.

 

 

 

c. Mimik

 

Seine Mimik ist weitgehend freundlich und sympathisch.

Er lächelt häufig so, als würde er etwas wissen, das andere gerade übersehen. Dabei achtet er darauf, nicht arrogant zu wirken. Die Interpretation seines Lächelns wird wohl je nach Beziehung der Beobachter zu ihm unterschiedlich ausfallen; als spitzbübisch, freundlich oder arrogant.

Geht es um ein ernstes Thema, dann zieht er die Stirn oft in Falten und signalisiert so Ernsthaftigkeit.

Er ist sich der Wirkung von Blickkontakt durchaus bewusst und berücksichtigt das meist. In Interviews wandert sein Blick allerdings häufiger ins Nichts, so als würde er dort nach Antworten oder Worten suchen. Sein Umgang mit der Kamera hat Potenzial, verbessert zu werden. Erstaunlich, im Hinblick auf die umfangreichen Erfahrungen, die er schon mit Medien gemacht haben dürfte.

Bei zahlreichen Gelegenheiten ist zu sehen, wie Söder ihm unangenehme Menschen von der Seite anschaut. Das vermittelt nicht gerade Respekt und fällt auch Beobachtern auf.

Er nickt sehr häufig und das wirkt sowohl verstärkend als auch ansteckend.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Er verhält sich so, wie viele Wähler sich einen Kanzler wünschen, als Alphatier. Breiter Stand, massiver Gang unterstreichen seine Größe. All das unterstreicht Status, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Deshalb vermeidet er auch hektische schnelle Bewegungen, denn das würde dem beabsichtigten Eindruck schaden.

Demonstrativ steht er bei Pressekonferenzen in seiner Rolle als Ministerpräsident auf einem Bein, so als wäre er zuversichtlich, locker und keine Gefahr. Wenn es erforderlich ist, wechselt er zu einem ruhigen Stand auf beiden Beinen. Wann immer er kann vermittelt er Ruhe, Geradlinigkeit und Unaufgeregtheit.

Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten vermittelt er Entschlossenheit und sogar Jugendlichkeit. Im Vergleich! Was er in der aktuellen Situation als Ruhe und Beständigkeit vermittelt, könnte außerhalb einer Krise als fehlender Enthusiasmus empfunden werden.

Er könnte seine vermittelte Souveränität steigern, indem er sich anderen Menschen ruhig etwas mehr zuwendet.

 

 

e. Stimme

 

Der Stimmeinsatz ist lebendig. Seine Satzmelodie ist eigen. Doch da er langsam und ruhig spricht, wirkt das sympathisch.

Wenn er überbetont, dann auch als sogenannte analoge Markierungen.

Fülllaute, wie Ähhs, sind in vertretbarem Maße bei ihm zu hören.

Pausen werden von ihm vielfältig genutzt. Er steigert so die Wirkung von Aussagen. Häufig setzt er Pausen vor wichtigen Aussagen ein, um die Dramaturgie zu steigern und so die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Wird er inhaltlich persönlicher, dann reduziert er wirksam sein Sprechtempo. So wirkt er nachdenklicher und menschlicher.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare hast du beim Thema? Bitte keine politischen Aussagen!

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Juli2021
Überarbeitung: 13. April 2021
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