Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Haben wir den Mut, den Mund aufzumachen? Wenn wir eine Botschaft haben, dann ...
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.

Video

Mutig für Überzeugungen einstehen – Wie du deine Meinung selbstbewusst vertrittst

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Wer sind die mutigen Menschen, die den Mund aufmachen?

 

„Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit“, behauptete der siebte Präsident der USA Andrew Jackson —zugegeben durchaus ein nicht ganz so unumstrittenerer Zitatlieferant. Die Geschichtsbücher berichten nicht nur Positives über den Indianerhasser Jackson. Für das Tagesmotto bietet das Zitat sich dennoch an; kann ein einziger Mensch mit Mut Einfluss nehmen?

 

 

 

Man müsste da mal was machen

 

Etwas ist nicht so, wie es aus Ihrer Sicht  sein sollte? Es wäre schön, wenn sich jemand dem Thema annimmt und ein Problem löst, eine Besserung herbeiführt? Weshalb macht den niemand etwas? Asche zu Asche, Staub zu Staub. Schließlich unternimmt niemand etwas.

 

 

 

Was, wenn Sie es sind?

 

Was, wenn Sie es sind? Wie steht es mit Ihrem Mut, den Mund aufzumachen, wenn die Mehrheit zögert? Haben Sie eine Botschaft und sind bereit, sie respektvoll zu vertreten? Wenn es Ihnen wirklich ein Anliegen ist, dann überlassen Sie es nicht irgendjemanden und dem  Zufall. Möglicherweise denken die anderen Menschen genauso und es geschieht nichts, weil jeder darauf zählt, es werde schon jemand angehen Tun Sie es selbst!

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen dir zu diesem Tagesmotto?

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2015
Überarbeitung: 29. März 2020
Englische Version:
AN: #9925
K: CNB
Ü:

Körpersprache während Krisen

Körpersprache während Krisen. Was hilft, was schadet?

Was Sie sagen, ist nur ein Teil dessen, was Ihr Publikum von Ihrer Kommunikation mitnimmt
Glossar Rhetorik und Kommunikation: Körpersprache

Körpersprache während Krisen

 

Was ist bei der Körpersprache während Krisen zu beachten? Was Sie sagen, ist nur ein Teil dessen, was Ihr Publikum von Ihrer Kommunikation mitnimmt. Was schadet, was hilft?

Video

Im Schnitt!

Körpersprache und Botschaft

 

Körpersprache spielt grundsätzlich eine große Rolle bei der Kommunikation. Steht die Körpersprache nicht im Einklang zu den Aussagen, dann sorgt die Inkongruenz dafür, dass die Glaubwürdigkeit verloren geht. In Krisenzeiten können die Folgen inkongruenter Botschaften Wellen schlagen.

 

 

 

Körpersprache während Krisen

 

Die Körpersprache spricht für diejenigen, die Sie ansprechen, Bände, sodass die sorgfältige Berücksichtigung des Eindrucks, den Sie erwecken, gerade für das Krisenmanagement von entscheidender Bedeutung ist.

Bei der Krisenkommunikation ist darauf zu achten, dass verbale und nonverbale Botschaften kongruent, also stimmig wahrgenommen werden. Ist das nicht der Fall, leidet die Glaubwürdigkeit bis hin zur Unterstellung von Unwahrheiten. Deswegen sind Medientraining und die konkrete Vorbereitung auf Medienauftritte so wesentlich, um möglichen Missinterpretationen vorzubeugen. Das wird leider immer wieder unterschätzt.

 

 

Beispiele

 

Redende verschränken oft ihre Arme oder lehnen sich vom Interviewer weg und wirken defensiv. Das Lecken der Lippen oder das Hin- und Herwandern der Augen sind weitere häufige Fehler, die Menschen viel nervöser wirken lassen, als es wünschenswert ist. Ich hab schon erlebt, dass Kameraleute mit eigenem Interesse herangezoomt haben, um sicherzustellen, dass der Schweiß klar und deutlich heraussticht.

Ein extrem schädlicher und oft übersehener Fehler in der Körpersprache ist das ansteckende Nicken. Es ist für viele von uns natürlich, zu nicken, wenn jemand spricht, um zu zeigen, dass wir folgen. Die Sache ist die: Wenn jemand eine Liste von Anschuldigungen gegen etwas vorträgt, dass Ihnen am Herzen liegt, dann, ist das Letzte, was Sie tun wollen; bei jedem Satz mit zunicken.

 

 

 

Mehr?

 

In eigenen Beitragen finden Sie Hinweise, welche Faktoren Ihnen und Ihrer Botschaft schaden können. Einer dieser Artikel ist Körpersprache, die Ihnen schadet: 17 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten.

 

 

 

Probelauf

 

Bevor Sie jemals versuchen, Krisenkommunikation in der Öffentlichkeit zu betreiben, machen Sie einen Probelauf. Das geschieht am besten mit einem qualifizierten Medientrainer. Notfalls können Sie einen Auftritt proben, indem Sie eine Kamera aufstellen und Ihren Beitrag aufnehmen, um sich dann wenigstens von vertrauten Menschen Rückmeldungen geben zu lassen. Die haben dann zwar eigene Interessen und Filter, doch das ist besser als überhaupt keine Rückmeldung vor dem eigentlichen Auftritt.

 

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Worauf kommt es an bei der Körpersprache während Krisen?

Artikel zum Thema Körpersprache

Interkulturelle Kompetenz: Menschen verstehen statt Schubladen pflegen

Interkulturelle Kompetenz braucht mehr als Länderwissen. Erfahre, wie Perspektivwechsel, Selbstreflexion und gute Fragen Missverständnisse reduzieren.

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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2007
Überarbeitung: 11. Mai 2021
AN: #43327
K:
Ü:B

Internet: Die sozialen Netzwerke verändern sich: Und nun?

Internet: Die sozialen Netzwerke verändern sich: Und nun?

Gedanken zu Entwicklungen, Folgen, Chancen, Risiken und was bedeutet das praktisch?
Soziale Netzwerke

Das Netz verändert sich

 

Es liegt in der Natur, auch die sozialen Netzwerke verändern sich. Facebook vergreist, Twitter wird härter und das Verständnis von Snapchat entzieht sich den meisten Volljährigen. Mögliche Entwicklungen, Folgen, Chancen, Risiken und was bedeutet das für uns?

Video

https://youtu.be/eTcy3RIEc-E

Das Internet verändert die Welt

 

Es war ein Aufbruch in unbekannte weite Welten, in die zuvor noch nie ein Mensch einen Fuß gesetzt hat, das World Wide Web. Der Wilde Westen ist nun woanders, doch mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung tummelt sich nun im Internet. Dank Smartphone verbringen viele Menschen einen großen Anteil des Tages dort. Selbst das Klo ist mithilfe der Begleiter zu einem magischeren Ort als der Schreibtisch geworden. Die Fortbewegung in der Öffentlichkeit ähnelt dafür heute einem Hindernislauf, die Physiotherapeuten freuen sich.

Auf Skandale bei den Plattformen der sozialen Netzwerke reagiert kaum noch jemand aufgeregt, wir haben uns wohl schon daran gewöhnt. Das Phänomen ist generationsübergreifend, selbst soziale Netzwerke sind schon lange kein Jugend- oder Nischenphänomen mehr.

 

 

 

Die sozialen Netzwerke verändern sich

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich auch die sozialen Netzwerke verändern. Facebook vergreist, Twitter wird härter und das Verständnis von Snapchat, TikTok und Co. entzieht sich vielen Volljährigen.

 

 

Ein Beispiel

 

Twitter 2012

  • 55 % harmloser Unfug
  • 30 % Wortwitz
  • 15 % Katzenfotos

 

 

Twitter 2021

  • 75 % Politik-Pöbelei und Verschwörungstheorien
  • 10 % harmloser Unfug
  • 15 % Katzenfotos

 

 

Fazit

 

Katzen sind eine sichere Bank!

 

 

 

Im Ernst

 

Das ist kein Nörgelartikel, sondern die Vorbereitung einer Diskussion, die ansteht und die ich somit auch hier anbiete. Meinungen und Ergänzungen sind wie üblich sehr willkommen — auch gerne unterschiedlichste, solange wir uns respektvoll austauschen.

 

 

 

 

1. Polarisierung

 

Soziale Netzwerke habe das Potenzial, immensen Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben – im Guten, wie im Schlechten. Filterblasen, Echokammer, Fake News und Meinungsbeeinflussung bei Wahlen wirken sich aus. Die Gesellschaft hat das Internet nicht gerade geeinigt, der Riss ist heute zumindest deutlich spürbarer, der Ton rauer.

 

 

 

2. Ungleichheit

 

Google und Facebook, dominieren den globalen Werbemarkt und haben die Macht, den öffentlichen Raum zu dominieren. Die großen Anbieter bewegen sich weitgehend unreguliert. Die heimischen Nutzer verheddern sich hingegen in einem unübersichtlichen Netz der Regulierungen und empfinden eine unbehagliche Willkür. Der Gesetzgeber ist überfordert und richtet unbeholfen weiteren Schaden an. Die im Grunde gut gemeinten Datenschutzbemühungen der EU hatten so vor allem das Ende vieler meist kleinerer Blogs zur Folge. Am Ende bleibt die Last und das Risiko überwiegend beim Nutzer. Auch so manche Perle ist deswegen für Außenstehende unbemerkt verloren gegangen. Wer nicht über ein entsprechendes Budget verfügt, erspart sich das Minenfeld.

 

 

 

3. Fehlender Wettbewerb

 

Dass private Unternehmen ein Monopol und noch dazu über so etwas Heikles wie persönliche Daten besitzen und sie weiterverkaufen können, ist schlicht und einfach jenseits von Gut und Böse. Es wäre in anderen Wirtschaftsbereichen Thema der Gerichte.

 

 

 

4. Einfluss

 

Für freiheitliche Demokratie ist der Einfluss auf die öffentliche Meinung ebenso bedenklich, wie die Möglichkeiten, die sich aus der Analyse der Datenströme ergeben. Big Data ist nicht nur ein Steckenpferd von Diktaturen. Big Brother grüßt auch über 1984 hinaus schön!

 

 

 

5. Zukunft

 

Spracherkennung und Künstliche Intelligenz sind auf dem Sprung und werden zu weiteren Veränderungen führen.

 

 

 

6. Aufmerksamkeitsspannen

 

Die Bereitschaft, einer Botschaft Aufmerksamkeit zu widmen, nimmt stetig ab. Kommentare nehmen ab, doch längere Texte führen mitunter zu Nichtleserbriefen, die sich beschweren, einen so langen Text nicht lesen zu wollen. Bald müssen komplexe Bilder in vereinfachten Ausführungen bereitgestellt werden.

 

 

 

7. Fast Food

 

Kurze Eindrücke, vorzugsweise in Bild oder Video, die nach vierundzwanzig Stunden automatisch gelöscht werden, erfreuen sich der Beliebtheit.

 

 

 

Und selbst?

 

Was bedeutet all das für jeden Einzelnen und worauf gilt es zu achten? Sind wir dem ausgeliefert oder wo gibt es noch Gestaltungsraum?

 

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Was für eine Meinung beziehungsweise welche Gedanken haben Sie dazu?

Kaum etwas ist so, wie es zu sein scheint.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 4. Oktober 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNC
Ü:

Bereiten Sie sich gut vor, politische Diskussionen werden immer radikaler

Bereiten Sie sich gut vor, politische Diskussionen werden immer radikaler

Seien Sie vorsichtig, wenn es auch nur um andeutungsweise politische Diskussionen geht

Die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren deutlich radikalisiert

Politische Diskussionen werden rücksichtsloser

 

Diskussionen, Radikalisierung und harte Rhetorik. Was ist bei öffentlichen Diskussionen zu beachten, wie können Sie sich schützen, wie überzeugen?

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/s4zfRS5ALqA

Radikalisierung politischer Diskussionen

 

Die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren deutlich radikalisiert und das nicht nur auf der offiziellen politischen Bühne. Wer an auch nur andeutungsweise politischen Diskussionen teilnimmt, sollte sich auf Aggressionen gefasst machen. Der Ton wird zunehmend schärfer. Kaum eine politische Richtung oder sonstige Interessengruppe verzichtet auf radikalere Formen der Rhetorik, als noch vor wenigen Jahren. Die Bereitschaft, Regeln halbwegs seriöser Argumentation zu verletzen, nimmt zu. Zeitgeist!

Wer nicht so einfach mit Argumenten bekämpft werden kann, wird mit Dreck und Beleidigungen beworfen. Konstruktiv ist das nicht. Auch verbale Gewalt zerstört, lässt nichts wachsen, nichts erblühen, sondern reißt die Wurzeln von Chancen aus. Und der Trend hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht. Nicht schön, jedoch absehbar.

 

 

 

Brauchen Sie das?

 

Vor der Teilnahme an öffentlichen Themen sollte sich daher jeder frühzeitig fragen, was das für die eigene Person und den beabsichtigten Beitrag bedeutet. Leicht entgleiten vermeintlich harmlose Themen und werden von anderen Teilnehmern zweckentfremdet. Schnell lässt sich eine Bühne für zweifelhafte Zwecke missbrauchen und Sie werden gekidnappt.

 

 

 

Ausführliche thematische Vorbereitung

 

Schön, wenn Sie fair spielen, doch so denkt leider nicht jeder. Weit verbreitet ist stattdessen die Überzeugung, dass fundierte Argumente überbewertet werden. Sehr häufig wird daher von Falschspielern – gerne als Wölfe mit Schafspelz verkleidet – großzügig mit luftigen Behauptungen getäuscht und manipuliert.

Das lässt sich doch später nachprüfen, meinen Sie? Nun ja, mit dem nachfolgenden Faktencheck ist das in der Praxis bedauerlicherweise so eine Sache. Richtigstellungen erreichen dann oft nicht mehr das relevante Publikum. Auch weil gerne mit Pseudoargumenten gearbeitet wird, lohnt es selbst auf der sicheren Seite zu bewegen und das jeweilige Thema in- und auswendig zu kennen. Das erschwert es Schummlern, Ihnen falsche Informationen unterzujubeln.

Jedoch; wenn Ihre Argumente nicht angreifbar erscheinen, werden unseriöse Gegner Sie spätestens dann persönlich angreifen.

 

 

 

Umgang mit unfairen Mitspielern

 

Im ironischen Artikel Mit schmutzigen Tricks jede Debatte gewinnen, finden Sie einige Methoden, die Ihnen bedauerlicherweise auch in der Praxis begegnen werden. Die Realität holt die Satire schneller ein, als sie sich steigern lässt.

Inwieweit Sie sich auf das zunehmend übliche Niveau hinablassen, solltest du frühzeitig entscheiden. Wobei die Entscheidung nicht immer so einfach ist. Doch im Eifer eines Gefechts wird eine gute Entscheidung dann nur noch schwerer, zumal andere Personen Ihnen dann, deren Spielregeln unterjubeln wollen. Umso präsenter Sie Ihre Werte und Entscheidungen haben, desto leichter wird es für Sie sein, sich treu zu bleiben.

 

 

 

Professionelle Schlagfertigkeit und Zustandsmanagement

 

Halten Sie mindestens einen Trumpf in der Hinterhand. Sie sind Falschspielern nicht wehrlos ausgeliefert. Es tut gut, sicher in der professionellen Schlagfertigkeit zu sein. Das reduziert mitunter allzu dreiste Angriffe unter der Gürtellinie. Überhaupt ist Ihr Zustandsmanagement von elementarer Bedeutung; wer aus der Rolle fällt, holt sich blaue Flecken. Wer zwischen die Fronten gerät, wird aufgerieben.

So oder so: Wer etwas sagt, das der Meinung einer größeren Gruppe entspricht, wird schnell zum Populisten. Wer einen eigenen Standpunkt vertritt, zum Egoisten. Nehmen Sie solche Beleidigungen nicht allzu persönlich.

Hat er das jetzt gerade wirklich gesagt? Bei manchem Satz wäre es besser, den Punkt ganz am Anfang zu machen und alles dahinter wegzulassen. Den Gefallen tun einem aber manche Brandstifter nicht. Rhetorische Brandstiftung hat viele Formen und ist schon lange nicht mehr den als extrem geltenden Gruppierungen vorbehalten. Mitunter ist es in Ordnung sich abzuwenden, manchmal ist es besser beherzt für eine Sache einzutreten.

 

 

 

Ideologien, Brandstiftung und Anstand

 

Rücksichtslosigkeit kennt keine Bedenken und Sprache hat kein Gewissen. Rhetorik ist ein Werkzeug, das in viele Richtungen wirken kann. Ob für das Gute oder die dunkle Seite der Macht mag auch im Auge des Betrachters liegen. Und doch gibt es gewisse Regeln, bei deren Verletzung erheblicher Kollateralschaden entsteht. Wer den Boden des Meinungsaustauschs vergiftet, muss sich nicht wundern, wenn dort nur noch eingeschränkt zu ernten ist. Gerade die vorsichtigeren Stimmen verstummen dann und die extremeren dominieren.

Da werden Gedanken gebrandmarkt. Tabu statt Antworten! Die üblichen Killerphrasen sind dagegen harmlos, die Zielsetzung ähnlich.

Manches, dem ich schon mit Kopfschütteln zugehört habe, war geschmacklos, doch nicht alles war von verwerflichem Gedankengut. Einiges davon war unglücklich formuliert, gerade der Unbedarftheit, fehlender Erfahrung geschuldet. Und gerade die Stimmen, die einen sehr persönlichen Beitrag leisten, verbrennen sich besonders häufig die Finger und überlassen dann zukünftig geübten Lobbyisten das Feld. Das Ergebnis erfreut nicht!

 

 

 

Auftrittsvorbereitung

 

Übung macht den Meister und so mancher Diskussionsrambo hatte davon schon so viel, dass es ungeübten Teilnehmern schwerfällt überhaupt noch zu Wort zu kommen. Gelingt es Ihnen an die Reihe zu kommen, wird der Gegner sofort versuchen Ihnen unbarmherzig die Worte im Munde zu verdrehen. Schließlich werden Sie aufgefordert, sich für etwas zu entschuldigen, das Sie selbst so nicht vertreten würden. Tun Sie es nicht, droht ein Shitstorm. Ja, da wird mit zunehmend härteren Bandagen gekämpft.

Ob mit oder ohne Kamera, vor Publikum wie in Gesprächen; sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich sicher fühlen. Ein guter Auftrittscoach wird Sie dabei unterstützen, dass Sie souverän bleiben, wo andere sonst die Nerven verlieren würden.

 

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Was für eine Diskussionskultur bevorzugen Sie?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. April 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #7876
K: CNB
Ü:

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Weshalb es nicht nur in der Politik an der Zeit ist Klartext zu reden

Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

Politisches Wolkenkuckucksheim: Wer wird denn gleich die Wahrheit sagen wollen?

Politik und Wolkenkuckucksheim statt unangenehme Nachrichten: Heraus mit der Wahrheit.

 

Wieso dominieren Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln wo die Wahrheit zu unangenehm ist. Nicht nur in der Politik, …

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/GVYN_3vxatY

Klartext?

 

Klartext wird häufig gefordert, ob in der Politik, den Medien oder in Unternehmen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Tatsächlich wird nicht oft Klartext geredet. Warum dies so ist, liegt auf der Hand. Klartext zu reden erfordert Mut, Ehrlichkeit und einen klaren Standpunkt. Irgendwann beginnt der Sand doch zwischen den Zähnen zu knirschen.

 

 

 

Nur nicht an die Wahrheit gewöhnen

 

Willy Brandt ( u.a. von 1969 bis 1972 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland) sagte in seinem Bericht zur Lage der Nation im Deutschen Bundestag in Bonn am 14. Januar 1970: „Der Respekt vor dem mündigen Bürger verlangt, dass man ihm Schwierigkeiten nicht vorenthält.“

Ein George Bernard Shaw zugeschriebenes Zitat warnte allerdings davor, dass es für Politiker gefährlich sei, die Wahrheit zu sagen; „Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.“

Ein Blick in die tägliche Berichterstattung zeigt, dass George Bernard Shaws Empfehlung von vielen Volksvertretern beherzigt wird. Immer schön nebulös formulieren und die Hintertürchen offenhalten. Wer weiß, woher morgen der Wind weht. Entsprechend dominieren bei den Äußerungen Beschönigungen, Beschwichtigungen, Verklärungen und Vernebelungsfloskeln.

Sicher ist sicher, denn wer zu weit voraus prescht, verliert leicht Unterstützer, die nun erkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt.  Wer es möglichst vielen Menschen recht macht, und den Raum für gewünschte Projektionen liefert, ist annehmbarer. Hoch lebe das sogenannte Milton-Modell mit seinen hypnotischen Sprachmustern. Das ist sozusagen das Gegenteil des Metamodells, das zur Klärung und Konkretisierung von Sprache dient. Es dominieren vage Aussagen und Worthülsen, die durch die Erfahrungen und Überzeugungen der Empfänger individuell mit Leben gefüllt werden.

 

 

 

Überbringer schlechter Nachrichten leben gefährlich

 

Töte nicht den Boten.

Sophokles

 

Die Weisheit ist nicht neu. Die Scheu Klartext zu reden hat lange Tradition. Es hat sich herumgesprochen: Überbringer einer schlechten Nachricht werden eher bestraft, als deren Verursacher. Das zeigt nicht erst der Umgang mit Whistleblowern. Im antiken Griechenland war das schon so üblich, im Mittelalter wurde dafür geköpft und Konfuzius wusste; wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Dankbarkeit ist nicht zu erwarten und daran hat sich nicht viel geändert. Entsprechend zahlt es sich auch heute für Politiker selten aus, unangenehme Wahrheiten beim Namen zu nennen. Gerade bei bevorstehenden Wahlen ist das verpönt. Es kostet viel zu viele Stimmen, somit Einfluss und gegebenenfalls den Arbeitsplatz mit all den Annehmlichkeiten.

 

 

 

Blick in das Handbuch der Macht

 

Niccolò Machiavelli empfahl schon im 16. Jahrhundert in seinem Werk Il Principé beziehungsweise Der Fürst, dass nur die Fürsten Großes erreichen, die es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. So mancher Politiker, Spindoktor, Lobbyist, PR-Berater und Imageberater hat sich das hinter die Ohren geschrieben. Weg mit dem Ballast.

 

 

 

Sprachliche Weichspüler

 

Emotionen sind wichtiger als der Stand der Erkenntnisse. Ein wesentliches Instrument der Vernebelung sind sprachliche Weichspüler. Mit ihrer Hilfe wird in die gewünschte Richtung umgedeutet. Schon bei Eric Arthur Blair, bekannt als George Orwell, wurde im Buch 1984 aus dem „Ministry of Defense“ das „Ministry of Love“.

Heute haben wir Euphemismen wie Minuswachstum, Bad Banks, Eigenverantwortung, Reformstau, Restrisiko, Gesundschrumpfen oder Downsizing, … Und auch Weichmacher. Hoch leben die Euphemismen! Von denen habe ich hier einige Exemplare zusammengetragen.

 

 

 

Raus aus dem Wolkenkuckucksheim?

 

Es scheint bei uns mit der humanistischen Bildung dann doch nicht so weit her zu sein, wenn Platons Forderung an einen idealen Staatshüter so konsequent unbeachtet bleibt: „Nicht zu täuschen und wissentlich sich nicht zu täuschen, sondern die Täuschung zu hassen, die Wahrheit dagegen zu lieben.“

 

 

 

Schluss mit Wegducken!

 

Und wenn Sie doch die Wahrheit sagen wollen? Wir brauchen mehr mutige Menschen, jene, die in den Spiegel schauen wollen. Und dazu müssen Sie sich nicht zum Märtyrer machen.

Wer auch unangenehme Wahrheiten aussprechen will, der sollte gut vorbereitet an das Werk gehen, um weder Körperteile noch Ansehen zu verlieren. Falls Sie dabei Unterstützung wünschen, bin ich für Sie da. Klartext bedeutet zu sagen, was Sache ist und zu tun, was uns weiterbringt.

 

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Wie halten Sie es mit unangenehmen Wahrheiten?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2016
Überarbeitung: 27. September 2019
AN: #876
K:
Ü:

Wer wird Regierungsoberhaupt? Wer am besten reden kann bekommt das Bundeskanzleramt?

Wer wird Regierungsoberhaupt? Wer am besten reden kann bekommt das Bundeskanzleramt?

Rhetorik als Maßstab für die Eignung als Führungsqualitäten?
Rhetorische Stärke

Mittels Rhetorik zum Bundeskanzler, zur Bundeskanzlerin?

 

Um Analysen der rhetorischen Fähigkeiten von Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses werde ich regelmäßig gebeten. Anlässlich von Bundestagswahlen wurde ich schon mehrfach gefragt, welche Kandidaten ich aufgrund deren Rhetorik als Regierungsoberhaupt und in Spitzenfunktionen favorisieren würde.

Video

https://youtu.be/D_iCkMoHqJ0

Rhetorik als Maßstab für die Eignung als Führungskraft?

 

In Artikeln und Interviews hatte ich wiederholt den Wunsch nach mehr ambitionierten Reden in der Politik geäußert. Im Zusammenhang mit Bundestagswahlen und Kabinettsbildung wurde ich häufiger gefragt, wen ich aufgrund der rhetorischen Fähigkeiten als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin und in Spitzenfunktionen favorisieren würde. Die Unterstellung dabei; die besten Redner sind auch die Besten an der Spitze. Über diese derartig direkte Verknüpfung von rhetorischen Fertigkeiten und Eignung zur Führung bin selbst ich verwundert.

Ich lebe zwar davon, mich dafür einzusetzen, dass Menschen sich und ihre Botschaft überzeugend präsentieren, doch das geht selbst mir in so absoluter Betrachtung zu weit.

 

 

 

Rhetorische Stärke als wichtigstes Eignungskriterium. Wie bitte?

 

Verzeihung, da hört der Spaß bei mir auf. Kunstfertige Rhetorik bewundere ich. Die Eignung für eine Position darf allerdings auf keinen Fall ausschließlich an die rhetorischen Fähigkeiten oder andere Verpackungsaspekte geknüpft werden. Sonst könnten wir ja gleich die attraktivsten Frauen und Männer als am besten geeignet für solche Positionen betrachten. Zugegeben; das geschieht tatsächlich häufig in der Praxis — wenn auch seltener in der heimischen Politik—, doch das sollte es nicht! Befähigung ist nicht zwangsweise nur in Menschen mit Idealmaßen zu Hause. Wobei; auch der Umkehrschluss verheerend wäre, wenn attraktive Menschen automatisch als oberflächlich betrachtet werden würden.

Eignung kann erst bei näherer Betrachtung, also durch Blick unter die mitunter täuschend schicke Fassade, eingeschätzt werden. Dann zeigt sich, ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht.

 

 

 

Mist bleibt Mist

 

Ja, ich setze mich dafür ein, dass verdiente Angebote, also Botschafter und Botschaft Gehör, finden. Weshalb ich das tue?
Weil die Zielgruppe dann leichter entscheiden kann, wer ihre Interessen besser vertritt. Für pure Verpackung ohne Inhalt bin ich nicht zu begeistern — im Gegenteil. Es ist traurig, denn viel zu viele interessante Botschafter und ihre Botschaften werden nicht gehört, nur weil sie unzureichend präsentiert werden.

In der Politik, im Berufs- und Privatleben bleiben viele wertvolle Angebote unbeachtet. Da greife ich gerne unter die Arme. Aber leider wird anderswo auch einiger Mist durch allerlei Glimmer auf Hochglanz getrimmt. Mist bleibt Mist.

 

 

 

Stimmt der Inhalt, lohnt die Verpackung

 

Ist Rhetorik Teufelswerk? Das Gegenteil stimmt: Es erfordert grundlegende rhetorische Fähigkeiten, damit das beste Angebot auch die verdiente Chance bekommt. Wir brauchen die Teilnahme derjenigen, die tatsächlich etwas beizutragen haben. Die sollten wir ermutigen, die Gelegenheiten beim Schopfe zu packen und gut vorbereitet vor das Publikum zu treten. Wir profitieren alle davon, wenn es diesen Menschen gelingt zu überzeugen. Dann trennt sich Spreu von Weizen. Doch bei der Entscheidung, wer unsere Interessen am besten vertritt, sollten wir mehr Kriterien einbeziehen als nur den Auftritt.

Umfrageergebnisse

 

Welche Rolle spielt bei den heutigen Spitzenpolitikern real deren Rhetorik?

%

Maximal eine geringe Bedeutung

%

Eine mittlere bis große Bedeutung.

Nicht repräsentative Umfrage (n=243)

Umfrageergebnisse

 

Welche Rolle spielt bei Managern deren Rhetorik?

%

Maximal eine geringe Bedeutung

%

Eine mittlere bis große Bedeutung.

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack,de (2017 und 2108, n=1229)

Man kann ohne Liebe Holz hacken, man kann aber nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen. Leo Tolstoi

P.S.

 

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen rhetorischer Stärke und Führungsrolle?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNC
Ü:

14 Tipps: politische Debatten gewinnen

14 Tipps: politische Debatten gewinnen

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Politische Debatten: Versatzstücke statt Sahnestücke der Rhetorik

Politische Debatten

 

Was hilft politische Debatten zu gewinnen?

 

 

 

Überblick

 

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Politische Debatten: 14 Tipps, um politische Debatten gewinnen

 

In freien Gesellschaften werden die politischen Themen zivilisiert diskutiert. Schon das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas das geschätzt, geschützt und gepflegt werden möchte. Sie wollen teilnehmen? Dann sind hier einige Empfehlungen, die Ihnen helfen werden.

 

 

 

1. Entscheiden Sie weise

 

Entscheiden Sie weise an welchen Debatten Sie wie teilnehmen oder auch nicht. Es wird nicht immer sauber gespielt und nicht jede Redegelegenheit entpuppt sich als faire Chance. Wenn Sie teilnehmen, dann richtig und der Bedeutung entsprechend.

 

 

 

2. Grundlagen

 

Für politische Debatten gelten die grundsätzlichen Empfehlungen der öffentlichen Rede. Die Grundlagen der Rhetorik leisten auch hier gute Dienste.

 

 

 

3. Vorbereitung

 

Bereiten Sie sich vor. Finden Sie heraus, welche Fragen Ihnen gestellt werden könnten. Widmen Sie sich vor allem den unbequem Themen. Recherchieren Sie zu Ihren Gegenspielern. Was ist deren Hintergrund? Was sind deren politische Interessen?

Spielen sie fair oder nicht so fair? Was gibt es zu berücksichtigen? Erkunden Sie auch die, über das Hauptthema hinausgehenden Herausforderungen. Sammeln Sie Informationen, Beispiele, Statistiken, die sich auf das Thema beziehen und entwickeln Sie aussagekräftige Anekdoten und Einzeiler, um Ihre Botschaften zu verdeutlichen.

 

 

 

4. Kernbotschaften

 

Entscheiden Sie sich für Ihre Kernbotschaften. Bereiten Sie sich darauf vor, die wichtigen Themen zu diskutieren, mit denen Ihr Publikum konfrontiert ist, und überlegen Sie, welche Punkte Sie selbst während der Debatte betonen wollen. Diese Punkte sollten mit Ihrer grundsätzlichen Botschaft und Strategie im Einklang stehen. Im Verlauf der Debatte verknüpfen Sie jede Ihrer Antworten mit einem dieser Punkte. Wenn Sie das tun, wird das Publikum Ihre Botschaft verstehen, unabhängig davon, was Ihre Gegenspieler sagen oder welche Fragen Moderatoren stellen.

 

 

 

5. Üben Sie

 

Ziehen Sie in Erwägung, vor der Veranstaltung ein oder zwei Scheindebatten abzuhalten, damit Sie sich mit der Beantwortung von Fragen aus dem Stegreif vertraut machen können. Das ist übrigens eine meiner Spezialisierungen, wenn Sie einen Sparringspartner wünschen, der Ihnen sagt, wie Ihre Aussagen wirken und wie Sie Ihr Ziel erreichen.

 

 

 

6. Achten Sie auf sich und Ihre Sprache

 

Achten Sie darauf, keine hetzerischen Aussagen zu verwenden, sonst wirken Sie nicht gefasst, reif und souverän. Wenn Sie spüren, dass Ihre Emotionen aufsteigen, halten Sie inne. Wenn Sie merken, dass Ihre Emotionen hochkochen, halten Sie inne, atmen Sie durch, nehmen Sie einen Schluck Wasser und beginnen Sie Ihre Widerlegung in einer ruhigen und gut begründeten Weise.

 

 

 

7. Seien Sie aufgeschlossen

 

Oberflächlichkeit und leere Versprechungen dominieren in vielen Bereichen. Herausforderungen werden so nicht gelöst. Gehen Sie mit einer offenen Meinung über Ihre Gegner in Debatten. Bewegen Sie sich in unterschiedliche Perspektiven, auch in die unbequemen. Bei der Vorbereitung gehört das zu den wichtigsten Schritten. Sie erkennen, ob Ihre Argumentation stark genug ist oder noch etwas benötigt. Möglicherweise hatten Sie bisher auch etwas übersehen. Gut, wenn Sie das frühzeitig erkennen.

 

 

 

8. Finden Sie eine gemeinsame Basis

 

Sie wollen als Führungspersönlichkeit auftreten, die wirklich an Antworten und Problemlösungen interessiert ist. Hören Sie zu, finden Sie heraus worum es tatsächlich geht. Seien Sie aufgeschlossen und finden Sie eine gemeinsame Basis mit Ihrem Gegenüber. Sie werden so viel besser wahrgenommen als jemand, dessen Ziel es zu sein scheint, einfach nur konfrontativ und herabsetzend zu sein.

 

 

 

9. Bleiben Sie freundlich und bestimmt

 

Besserwisser und arrogante Personen sind selten beliebt. Wem glauben wir intuitiv gern und stimmen eher zu? Menschen, die uns sympathisch sind. Stimmt trotz aller inhaltlicher Differenzen die persönliche Wellenlänge, dürfen Sie das zeigen. Nicken Sie anerkennend zu Aussagen, die Sie teilen. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann wiegen Sie den Kopf hin und her, statt ihn verzweifelt zu schütteln. Auch so können Sie darauf hinweisen, dass Sie etwas anders sehen. Lassen Sie anklingen, dass es Ihnen nicht um den Konflikt an sich geht, sondern, dass Sie den Konflikt in Kauf nehmen, weil Ihr Standpunkt es Ihnen wert ist.

 

 

 

10. Heimspielatmosphäre

 

Lernen Sie Veranstaltungsorte vorher kennen. Sie wollen sicherstellen, dass Sie sich auf der Bühne wohlfühlen, also kommen Sie früh an, machen Sie einen Soundcheck, gehen Sie herum und orientieren Sie sich. Werden Sie die ganze Zeit auf einem Podium stehen müssen oder werden Sie mit einem drahtlosen Mikrofon ausgestattet und können sich auf der Bühne bewegen? Je wohler Sie sich mit Ihrer Umgebung fühlen, desto überzeugender werden Sie auftreten.

 

 

 

11. Körpersprache

 

Ihre Körpersprache kann die Botschaft stärken oder schwächen. Deswegen finden Sie zum Thema Körpersprache eine ganze Reihe von Beiträgen. Darunter auch ein Beitrag zu Körpersprache, die Ihnen schadet. Der Einfluss der nonverbalen Elemente der Kommunikation wird viel zu oft unterschätzt. Einer der Artikel hierzu ist So beruhigt gute Körpersprache, so schadet Ihnen Körpersprache

 

 

 

12. Stimme

 

Eine gut gepflegte Stimme macht es Ihnen leichter auch stimmig zu klingen. Bei Stress wird die Stimme tendenziell höher. Und das klingt weniger souverän und glaubwürdig. Trainieren, pflegen und wärmen Sie Ihre Stimme vor dem Einsatz auf.

 

 

 

13. Politische Korrektheit und Missverständnisse

 

Achten Sie darauf, selbst eine respektvolle Sprache zu verwenden und bieten Sie selbst für berechnende politische Korrektheit wenig Ansatzpunkte. Leicht lässt sich eine Ihrer Aussagen verbiegen und gegen Sie und Ihren somit schlechten Charakter einsetzen.
Mit einem guten Sparringspartner bei der Vorbereitung werden solche Fettnäpfchen und noch so kleine Ansatzpunkte für Wortimmundverdrehungen erkannt und ausgetauscht.

Zynismus, Sarkasmus und Ironie lassen Sie lieber ganz, das geht zu oft schief.

 

 

 

14. Die eigene Wirkung kennen

 

Weshalb solltest du erst nach einem Redebeitrag erfahren wie Sie wirken? Mittels Wirkungsanalyse gelingt das vorher. Wenn Ihr Anliegen es verdient hat, dann geben sie ihm die verdiente Chance.

 

 

 

Ja, und?

 

An einer politischen Debatte teilzunehmen, kann eine nervenaufreibende Erfahrung sein. Wenn Sie diese Empfehlungen berücksichtigen, werden Sie vorbereitet und in der Lage sein verständlich zu reden, Fragen zu beantworten und dabei Ihre Kernbotschaft hervorzuheben. Sie werden sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren.

P.S.

 

Was hilft politische Debatten zu gewinnen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #571
K:
Ü:

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Rhetorik und Körpersprache von Markus Söder

Gedanken zu Beobachtungen
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Markus Söder

 

Wie steht es mit der Körpersprache und der Rhetorik von Markus Söder? Wie lässt sie sich interpretieren und was wirkt wie im Hinblick auf eine Kanzlerkandidatur?

Körpersprache und Rhetorik von Markus Söder

 

Die Situation in Deutschland wird unterschiedlich bewertet und beeinflusst Wahrnehmung, Denken und Verhalten der Menschen. Es ist an vielen Stellen Verunsicherung spürbar. Wem es gelingt hier Sicherheit zu vermitteln, der kann damit als Politiker punkten. Und, weil das über die Erscheinung maßgeblich mit der Rhetorik und Körpersprache vermittelt wird, lohnt es sich bei Kandidaten genau hinzuschauen, ob das ihre Stärke ist. In der Wahrnehmung scheinen das viele Menschen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder zuzusprechen. Zugegeben: Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Ich habe mir einige seiner Redeauftritte angeschaut. Dieser Beitrag (Work in Progress) konzentriert sich auf:

 

 

 

a. Rhetorik

 

Markus Söder wirkt bei vielen Redegelegenheiten, als würde er frei sprechen. Das hat eine sehr positive Wirkung.

In seinen Redebeiträgen holt er das Publikum ab und fördert gleich zu Anfang Rapport.

Der Redeaufbau ist bei vorbereiteten Reden logisch, durchdacht und systematisch.

Er spricht häufig über aktuelle Themen, oft auf eine sehr vage Weise, die nicht wirklich greifbar ist. Das werden einige Zuhörer als Fluff empfinden, andere finden sich so leichter wieder.

Sprachlich setzt er sehr viele Weichmacher ein, was bei aufmerksamen Beobachtern die Glaubwürdigkeit senkt. So ist er weniger verantwortlich für das, was er äußert.

Er nutzt häufiger rhetorische Fragen, um Botschaften vorzubereiten.

Einige seiner Aussagen haben das Potenzial für Schlagzeilen und twitter.

 

 

 

b. Gestik

 

Seine Gestik ist sicher und ausdrucksstark. Er beherrscht einige positive Gesten. Da er für das Bestehende und Kontinuität steht, ist seine Gestik passend, ruhiger und souveräner. Noch zurückhaltender darf seine Gestik jedoch nicht ausfallen. Es wirkt zwar stabiler, jedoch auch weniger kämpferisch und durchsetzungsstark.

 

 

 

c. Mimik

 

Seine Mimik ist weitgehend freundlich und sympathisch.

Er lächelt häufig so, als würde er etwas wissen, das andere gerade übersehen. Dabei achtet er darauf, nicht arrogant zu wirken. Die Interpretation seines Lächelns wird wohl je nach Beziehung der Beobachter zu ihm unterschiedlich ausfallen; als spitzbübisch, freundlich oder arrogant.

Geht es um ein ernstes Thema, dann zieht er die Stirn oft in Falten und signalisiert so Ernsthaftigkeit.

Er ist sich der Wirkung von Blickkontakt durchaus bewusst und berücksichtigt das meist. In Interviews wandert sein Blick allerdings häufiger ins Nichts, so als würde er dort nach Antworten oder Worten suchen. Sein Umgang mit der Kamera hat Potenzial, verbessert zu werden. Erstaunlich, im Hinblick auf die umfangreichen Erfahrungen, die er schon mit Medien gemacht haben dürfte.

Bei zahlreichen Gelegenheiten ist zu sehen, wie Söder ihm unangenehme Menschen von der Seite anschaut. Das vermittelt nicht gerade Respekt und fällt auch Beobachtern auf.

Er nickt sehr häufig und das wirkt sowohl verstärkend als auch ansteckend.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Er verhält sich so, wie viele Wähler sich einen Kanzler wünschen, als Alphatier. Breiter Stand, massiver Gang unterstreichen seine Größe. All das unterstreicht Status, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Deshalb vermeidet er auch hektische schnelle Bewegungen, denn das würde dem beabsichtigten Eindruck schaden.

Demonstrativ steht er bei Pressekonferenzen in seiner Rolle als Ministerpräsident auf einem Bein, so als wäre er zuversichtlich, locker und keine Gefahr. Wenn es erforderlich ist, wechselt er zu einem ruhigen Stand auf beiden Beinen. Wann immer er kann vermittelt er Ruhe, Geradlinigkeit und Unaufgeregtheit.

Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten vermittelt er Entschlossenheit und sogar Jugendlichkeit. Im Vergleich! Was er in der aktuellen Situation als Ruhe und Beständigkeit vermittelt, könnte außerhalb einer Krise als fehlender Enthusiasmus empfunden werden.

Er könnte seine vermittelte Souveränität steigern, indem er sich anderen Menschen ruhig etwas mehr zuwendet.

 

 

e. Stimme

 

Der Stimmeinsatz ist lebendig. Seine Satzmelodie ist eigen. Doch da er langsam und ruhig spricht, wirkt das sympathisch.

Wenn er überbetont, dann auch als sogenannte analoge Markierungen.

Fülllaute, wie Ähhs, sind in vertretbarem Maße bei ihm zu hören.

Pausen werden von ihm vielfältig genutzt. Er steigert so die Wirkung von Aussagen. Häufig setzt er Pausen vor wichtigen Aussagen ein, um die Dramaturgie zu steigern und so die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Wird er inhaltlich persönlicher, dann reduziert er wirksam sein Sprechtempo. So wirkt er nachdenklicher und menschlicher.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare hast du beim Thema? Bitte keine politischen Aussagen!

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Juli2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #943
Ü:
K:

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Rhetorik und Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

Gedanken zur rhetorischen Kompetenz und der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der Grünen
Körpersprache, die Ihnen schadet: 15 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten

Körpersprache Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Wie steht es mit der Körpersprache der Kanzlerkandidaten der  Grünen Annalena Baerbock und Robert Habeck?

Überblick

Was jemand denkt, erkennen wir weniger an den Worten, als vielmehr am Verhalten.

Überblick

 

 

 

 

Körpersprache von Annalena Baerbock und Robert Habeck

 

Aus Anlass der Frage der Kanzlerkandidatur bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN wurde ich gebeten ein paar Gedanken zur Körpersprache der Kandidaten zu äußern. An dieser Stelle sammle ich meine Notizen dazu. Respektvolle Kommentare sind willkommen. Work in Progress!

 

 

 

1. Annalena Baerbock

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen und jeweils typischer Gestik und Mimik bei Frau Annalena Baerbock?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Frau Baerbock redet häufiger in Bildern und verwendet visuelle Sprache. Damit spricht sie eine große Anzahl von Menschen an. Dabei setzt sie gerne emotionale Sprache ein, die bewegt. Ihre sprachlichen Formulierungen haben sich weiter entwickelt. Sie neigt eher zu überlegten und kontrollierten Formulierungen.

In Talkshow zeigt sie sich recht schlagfertig, engagiert und zugewandt. Auch vor sonstigem Publikum entfaltet sie Wirkung. Ohne Publikum, beispielsweise beim virtuellen Parteitag, ist davon deutlich weniger zu sehen. Da wirkt sie wie schlecht, weil falsch vorbereitet. Sie überbetont einige Worte, spricht meist zu langsam, so als hätte sie Angst sich zu versprechen. Ihre Pausen sind zu lang. Der direkte Umgang mit der Kamera ist ihr noch nicht so vertraut, was auf der Bühne gut funktioniert, sieht bei Nahaufnahme oder sogar Großaufnahme und unbestechlicher Hochauflösung weniger gut aus. Wobei Auftritte ohne Publikum für viele sonst gute Rednerinnen und Redner eine Herausforderung ist.

Sie kann auch bissig: Hühner, Schweine, Kühe melken, das sei Roberts Bereich, ich komme eher aus dem Völkerrecht. Der Seitenhieb in einem NDR-Interview war nicht erkennbar von Habeck provoziert. War das ein Ausrutscher oder war es das mit der Harmonie?

Ihre Auftritte sind insgesamt wirkungsvoll und das Beste daran: Bei Frau Annalena Baerbock sind einige rhetorische Potenziale zu vermuten, die sich durch entsprechendes Training aktivieren ließen.

 

 

 

b. Gestik

 

Ihre Gestik ist sehr sicher und ausdrucksstark. Sie beherrscht viele positive Gesten. Sehr häufig zeigt sie ihre Handflächen, was als gebend und offen interpretiert werden kann. Negative Gesten sind mir nicht aufgefallen.

 

 

 

c. Mimik

 

Die Mimik ist etwas zurückhaltend und ihr Lächeln ist seltener sehr ausgeprägt. Missfallen zeigt sie mimisch jedoch deutlicher. Auf der Politbühne ist ihre Mimik souverän und weitgehend kontrolliert.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Der Stand wirkt mitunter etwas unsicherer, möglicherweise liegt das an den Absätzen, die sie bei den von mir erinnerten Auftritten trug. Die geben ihr etwas mehr körperliche Größe.

Insgesamt wirkt sie meist kontrolliert.

 

 

 

e. Stimme

 

Sie spricht oft sehr schnell und am Ende von Sätzen wird ihre Stimme häufiger höher. Dadurch wirkt sie weniger kompetent und mitunter gestresst. Noch immer überschlägt sich häufiger ihre Stimme. Ansonsten ist ihr Stimmeinsatz souverän und verständlich. Allerdings betont sie einige Worte falsch und sie verschluckt Buchstaben. Die Lautstärke ist im Allgemeinen angepasst. Ihre Stimme könnte insbesondere für den Einsatz vor großem Publikum Coaching und Training gebrauchen. Hier vermute ich großes Potenzial, deutliche positive Wirkung. Da die Stimme die Spiegelneuronen der Zuhörenden anregt und diese damit zumindest unbewusst Unbehagen verbinden, ist eine angenehme und überzeugende Stimme so wichtig.

Bei einige Gelegenheiten macht sie Pausen, doch könnten die ruhig auch mal länger sein. Bei Pressemitteilungen und ähnlichen Situationen wirkt es, als hätte sie die Worte auswendig gelernt und sie nicht im Kontakt mit deren jeweiligen Bedeutung ist. Dann wiederum können ihre Pausen, wie beim virtuellen Parteitag, unnötig lang ausfallen.

 

 

 

2. Robert Habeck

 

Wie steht es mit rhetorischen Merkmalen, typischen Gesten und der Mimik bei Herrn Habeck?

 

 

 

a. Rhetorik

 

Er ist sehr stark auf der Beziehungsebene. Seine Äußerungen, selbst auf politische Fragen, sind oft recht leger. Überhaupt verwendet er weniger ausgefeilte Formulierungen, soweit ihm das möglich erscheint. Die in der Politik übliche Rhetorik meidet er, gibt sich pragmatisch und versöhnlich. Alltagsklamotten, Pulli und Jeans. Er wirkt, als würde er mit so gut wie jedem ins Gespräch gehen können.

Seine Satzstruktur ist nachvollziehbar und er kommt meist auf den Punkt. Wird er allerdings nervös, dann neigt er zu längeren Sätzen und Fülllauten. Will er zu einem Thema keine Aussage tätigen, dann wird das immer deutlicher. Was mal wie angenehme Plauderei wirkt, kann auch mal langatmig wahrgenommen werden.

Bei vielen Auftritten scheint er ohne Manuskript ans Werk zu gehen.

Wenn er rhetorische Wirkpausen einsetzt, dann strahlt er Ruhe und Souveränität aus.

Zu den von ihm verwendeten rhetorischen Stilmitteln gehören Metaphern, Anaphern, Analogien und Storytelling.

 

 

 

b. Gestik

 

In den betrachteten Auftritten vor Publikum wirkt seine Gestik unterstreichend und ruhig. Er akzentuiert seine Worte mit den Händen. Seine Hände bewegen sich überwiegend eng in der Nähe der Hüfte.

 

 

 

c. Mimik

 

Er zeigt eine lebhafte Mimik, schaut gerne und oft spitzbübisch lächelnd. Dabei wirkt er sehr sympathisch und glaubhaft.

 

 

 

d. Haltung und sonstige Körpersprache

 

Während er hüftbreit vor Publikum steht, wirkt er sicher. Mitunter könnte da etwas mehr Lockerheit und Begeisterung die Wirkung steigern.

Bei ihm unangenehmen Themen spricht seine Körpersprache sehr deutlich. Geübte Beobachter können ihn gut lesen.

Insbesondere sitzend achtet er eher auf den Oberkörper. In Interviews entzieht sich der Unterkörper etwas seiner Aufmerksamkeit und schließt sich bei unangenehmen Themen.

 

 

 

e. Stimme

 

Die Stimme bei Reden ist klar, deutlich, teilweise etwas pastoral gepresst und auch dozierend. In Gesprächen ist er meist lockerer.

 

 

 

Ähnlichkeiten

 

Welche Ähnlichkeiten zwischen dem Auftreten und Reden der beiden Grünen-Vorsitzenden gibt es, oder sind sie grundverschieden? Hmm. Beide haben sich innerhalb relativ kurzer Zeit professionalisiert.

Gerade Habeck gibt sich gerne locker und privat. Sie wird langsam lockerer und der Prozess dauert noch an.

Bei beiden sehe ich häufiger Präzisionsgesten.

 

 

 

Vertrauen und Bürgernähe

 

Wer von beiden könnte vertrauenerweckender und bürgernaher wirken? Seine Inszenierung wirkt glaubhaft und echt, da er sich so gibt, als würde er sich nicht verstellen.

 

 

 

Wer wirkt souveräner bei öffentlichen Auftritten?

 

Noch ist die Wirkung der Souveränität bei beiden Kandidaten auf unterschiedliche Weise ausgeglichen.

Ihre Schuhe mit Absätzen gleichen die Größe aus, lassen sie jedoch weniger standhaft wirken als ihn. Eine ihrer Stärken ist die Gestik, ihre größte Schwäche ihre Stimme. Das lässt sich ändern, auch indem die Authentizität berücksichtigt wird, doch auf traditionellen Wegen erfordert das Zeit. Würde sie hier erste geeignete Schritte gehen, wäre das auch kurzfristig hör- und spürbar.

Er wirkt offener, neigt dadurch eher zu Ausrutschern. Sie kommt eher auf den Punkt als er. Er scheint mehr an Harmonie interessiert als sie. Sie wirkt kontrollierter und strategischer, er spontaner und offener. Was passt besser zu einem Kanzler / einer Kanzlerin? Und unter welchen Umständen wäre welche Persönlichkeit mehr gefragt?

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

P.S.

 

Welche Gedanken und Kommentare haben Sie beim Thema?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. April 2021
Überarbeitung: 13. April 2021
AN: #243
Ü:
K:

Miteinander reden: Anspruch und Realität

Miteinander reden: Anspruch und Realität

Asche über mein Haupt ... mit manchen Menschen zu reden ist eine persönliche Herausforderung

Schwamm drüber

Trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander reden?

 

Es klingt so gut und ich stehe zur Bedeutung: „Walk your Talk — Lebe, was du predigst!“. Zu meinen Überzeugungen gehören; „wer gehört wird, braucht keine Steine zu werfen.“, „Der Austausch zu unterschiedlichen Positionen ist bereichernd“, „Gemeinsam geht es leichter.“

Soweit so richtig! In der Realität stößt der Anspruch bei mir allerdings schmerzlich an Grenzen, wenn mir die Galle hochkommt. Stolz bin ich darüber nicht, ganz im Gegenteil!

Video

https://youtu.be/mLcNT9fNGeU

Vielfalt der Meinungen

 

Vielfalt ist bereichernd! Unterschiedlichsten Meinungen zuzuhören und für Positionen zu werben, um so die Meinungsbildung zu fördern und die besten Lösungen zu finden, dafür setze ich mich ein. Professionell ist das mein Alltag und auch privat ist das die Zielsetzung.

Die gute Absicht stößt bei mir allerdings mitunter an deutliche Grenzen. Dann verhalte ich mich anders, als ich es für richtig halte — EIGENTLICH!

 

 

 

Ist die Welt verrückt geworden?

 

Wenn Menschen mit aus meiner Sicht bedenklichen Haltungen sich über Vereinbarungen hinwegsetzen, die eine lebenswerte Gesellschaft benötigt, stößt das nicht auf Gegenliebe. Ab einem gewissen Grad an psychischer oder physischer Gewalt reduziert sich die Bereitschaft wohlwollend zu reagieren. Zu inakzeptabel sind die Auswirkungen, zu schmerzhaft tief geht der Schaden. Das kann wütend machen und ansonsten geltende Werte verlieren an Bedeutung. Dann werden die Andersdenkenden als Idioten, Kranke, Radikale etc. bezeichnet. Irgendwie sollen Kopfschütteln und Verärgerung ausgedrückt und möglichst abgeschüttelt werden. Wer denkt da noch an gewaltfreie beziehungsweise wertschätzende Kommunikation?

 

 

 

Polarisierung

 

Die Bestätigung des Umfelds fühlt sich erst einmal gut an. Es sind also nicht alle Menschen verrückt geworden. Gut, das zu erfahren! Je nach Filterblase verstärkt sich der Eindruck, es gibt die Guten und die Schlechten, das Richtige und das Falsche.

 

 

 

Aufeinandertreffen

 

Treffen diese Positionen dann doch aufeinander, werden die bewährten Regeln des Meinungsaustausches häufig ignoriert.

Die Geschmähten fühlen sich missverstanden und die aus ihrer Sicht Vernünftigen schalten früher oder später ab. Je haarsträubender die Äußerungen der eigenen Meinung nach sind, desto weniger wird noch zugehört. Nach einer Weile werden dann selbst die Aussagen nicht mehr gehört, die es verdient hätten. Die Positionen verhärten, der Graben wird tiefer.

 

 

 

Wirkung

 

Das Bedürfnis und die Notwendigkeit, mit anders Denkenden zu sprechen und sich über Positionen auszutauschen, werden unter solchen Bedingungen immer geringer. Doch es funktioniert nicht, sich vollkommen aus dem Weg zu gehen. So groß ist der Planet nicht.

 

 

 

Was tun?

 

Im Artikel Diskutieren mit Fundamentalisten habe ich einige Gedanken zu diesem Thema veröffentlicht. Es ist allerdings ein riesiger Unterschied, ob es sich um kleinere Gruppen oder einen beachtlichen Teil der Bevölkerung handelt. Wir benötigen dringend Ideen, wie wir zukünftig gemeinsam das Leben gestalten wollen.

Wir sind alle gefordert!

P.S.​

 

Geht es nur mir so? Wie können wir konstruktiv kommunizieren und gestalten?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. Februar 2021
Überarbeitung: 6. Februar 2021
AN: #665
K: CNC
Ü: